Markt Allhau Das Tor zum Süden

Genau an der Grenze zwischen dem Südburgenland und der Oststeiermark befindet sich die knapp 2.000 Seelengemeinde Markt Allhau. Ausgestattet mit Kamera, Block und Stift hat sich Laura Weingrill auf die Mission gemacht, den Ort mit all seinen bunten Facetten einzufangen.
Laura Weingrill / 30. Juni 2018
Foto: Laura Weingrill

Markt Allhau – eine Gemeinde zwischen Wirtschaft und  Idylle. Der Kirchenwirt musste vor drei Jahren schließen, doch nun wird das Lokal wieder zum Leben erweckt

Das Tor zum Südburgenland – so positioniert sich die Gemeinde Markt Allhau, denn direkt an der Autobahn gelegen, beginnt für viele Pendler aus dem Südburgenland mit der Abfahrt Lafnitztal die Heimat.

Leben mitten in einem Naturschutzgebiet und gleichzeitig hoch dotierter Standort für Betriebe zu sein – das schaffen nicht viele Gemeinden. Innovative Unternehmen, wie Geomatrix, wissen die Anbindung an die A2 zu schätzen und so bietet Markt Allhau den perfekten Mix aus Wohnen in einem Erholungsgebiet und Arbeiten an einem attraktiven Wirtschaftsstandort.

Vereine – die kulturellen Aushängeschilder

Einen ganz besonderen Stellenwert in der Gemeinde bilden die zahlreichen Vereine, die in den Bereichen Sport, Kultur, Freizeit, bis hin zur Ortsverschönerung tätig sind. Dabei lassen es sich die meisten Ortsbewohner nicht nehmen, sich aktiv zu beteiligen und ihre Arbeitskraft, Ideen und Kreativität zur Verfügung zu stellen.

Zwei ganz zentrale Vereine sind dabei der UFC Sportverein, der seit 70 Jahren besteht und in der Burgenland-Liga spielt und die Trachtenkapelle.  „Ich glaube, dass wir schon das kulturelle Aushängeschild des Ortes sind, da wir relativ viel unterwegs sind und dabei versuchen, den Ort so gut wie möglich zu repräsentieren“, erzählt Mark Krautsack, Obmann des Musikvereins Markt Allhau stolz. Für ihn stellt der Verein, der dieses Jahr sein 130-jähriges Jubiläum feiert, ein musikalisches Treffen zwischen Alt und Jung dar, alle Generationen finden hier einen Platz.

Wirtshauskultur im Dorf

Neben den Vereinen spielen vor allem die Gasthäuser in Markt Allhau eine zentrale Rolle. Das südliche Burgenland ist ja bekanntlich die Region mit den meisten Sonnenstunden im Jahr. Ebenso sonnig präsentieren sich auch das Ambiente und die Küche Markt Allhaus mit ihren kulinarischen Köstlichkeiten. Die einen oder anderen Schmankerl findet man unter anderem in den Gasthäusern Loschy und Stumpfl, die beide mit einer traditionsreichen Vergangenheit glänzen können.

Und wenn es um Kulinarik geht, darf das Catering der Lafnitztaler Bauernspezialitäten nicht fehlen. Die Produkte kommen aus den landwirtschaftlichen Betrieben des Lafnitztales – und das schmeckt man.

Steakhouse in Planung

Neuigkeiten gibt es auch, was den ehemaligen Kirchenwirt Seybold betrifft. Das Gasthaus  musste 2015 seine Pforten schließen und hat mit der Familie Haller glücklicherweise einen Nachfolger gefunden. Der Name Haller ist in Markt Allhau ja kein unbekannter, denn Christoph Haller ist seit Jahrzehnten als Tierarzt eine richtige Institution in Markt Allhau. „Es ist natürlich für eine Gemeinde nicht gut, wenn der Kirchenwirt schließen muss. Umso dankbarer bin ich Familie Haller, dass sie dieses wichtige Objekt gekauft hat und innovative Pläne umsetzen will“, sagt Bürgermeister Hermann Pferschy.

In den nächsten Monaten wird ein Neubau entstehen, denn aus dem ehemaligen Kirchenwirt wird ein Steakhouse, in dem nur qualitativ hochwertiges Rindfleisch auf die Teller der Gäste kommt. Dass die Hallers nun auch noch in der Gastro-nomie Fuß fassen wollen, wird für viele wahrscheinlich weniger verwunderlich sein. Denn, dass der Tierarzt offen für neue, innovative Wege ist, hat er bereits als Stromanbieter bewiesen. Seit 2006 beschäftigt er sich mit der nachhaltigen und tiergerechten Rindermast und verwertet seit 2008 den Mist der rund 1.500 Rinder in der betriebseigenen Biogasanlage, wo dieser wiederum zu Strom und Wärme umgewandelt wird.

Ort der Innovationen

Das ist aber nur einer der vielen zukunftsorientierten Betriebe in Markt Allhau.

Wie kreativ die Unternehmer in Markt Allhau sind, zeigt etwa auch die Ölmühle. Anstelle der Auflösung der einstigen Getreidemühle, wurde in diesen Gemäuern eine Ölpresse errichtet und heute findet man hier ein Stück kulinarisches Paradies.

Natürlich sind aber Traditionsbetriebe, wie etwa die Holzbaufirma Igler, die Herzstücke der Allhauer Wirtschaft. Im Jahr 1949 gegründet, hat sich das Unternehmen stets weiterentwickelt und ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

Ja, Markt Allhau kann sich mit seinen Betrieben, Vereinen und dem florierenden Kulturleben also durchaus sehen lassen. Ein Ende des Wachstums ist noch lange nicht in Sicht. So steht demnächst die Eröffnung des neuen SAMO-Centers auf dem Terminplan (siehe Seite 15). Wo einst das renovierungsbedüftige Gasthaus Hagenauer stand, hat die OSG Wohnräume geschaffen. Im Erdgeschoss wird bereits Ende August ein Spar-Markt eröffnet. „Damit ist die Gemeinde in der glücklichen Lage einen zweiten Nahversorger zu haben“, freut sich Bürgermeister Hermann Pferschy. Man darf also gespannt bleiben, was Markt Allhau noch so auf Lager hat.

Ein Besuch im Sommer im Lafnitztal kann und muss einfach in den Lafnitzauen enden. Es ist Natur pur, die man hier erlebt. Am besten noch ein kurzer Besuch in der Maierhofer Mühle, einmal kurz zu den steirischen Nachbarn rübergespäht – und ja – hier ist nicht nur das Tor zum Südburgenland. Es ist so viel mehr. Es ist Heimat.

 

Beitrag aus Ausgabe 08/2018


Kommentare

Sg. Damen und Herren,
möchte hiermit eine kritische Anmerkung zum „Wohnen in der Idylle (Markt Allhau)“ machen:
Wer den kleinen südburgenländischen Ort kennt und die Bilder in der aktuellen Ausgabe auf Seite 16 und 17 betrachtet,
erkennt kleindörfliche Strukturen (niedere Baukörper, landestypische Dachformen, etc.).
Das neue Samo Center (was für ein netter Name im Dörflein) passt da so von seiner Architektur gar nicht ins Gefüge.
Zu hoch, zu klobig, zu … = städtischer Typus.
Ich hoffe für den lieblichen Ort Markt Allhau auf keine derartigen, überproportionellen Nachahmungen.
LG und einen schönen Sommer.
Fuchs

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