„Tante Emma“ führt gar die legendären Schokobrezen

Michael Habersack und seine Lebenspartnerin wagen mit „Tante Emma‘s Laden“ in der Hartberger Innenstadt den Konkurrenzkampf mit den Lebensmittel-Riesen. Mit hundert Kunden täglich kann der neue Greißler „überleben“.
Eric Sebach
Foto: Marcela Moser_Fotostudio Muik

Seit Oktober hat die Hartberger Innenstadt mit „Tante Emma‘s Laden“ wieder einen Nahversorger. Michael Habersack und seine Lebensgefährtin Julia setzen auf Frische und Regionalität.

 

Schon Udo Jürgens hat seinerzeit in einem seiner zahlreichen Hits in „Tante Emma‘s Laden“ eingekauft, „an der Ecke vis-a-vis“ – und seit Anfang Oktober können es ihm die Hartberger in der Wiener Straße gleichtun. Michael Habersack und seine Lebensgefährtin Julia wollen damit einerseits der Innenstadt ein bisschen mehr Leben einhauchen und andererseits rund 4.000 Hartbergern die Fahrt zu einem der zahlreichen Lebensmittel-Diskonter sparen. In „Tante Emma‘s Laden“ ist Hektik nämlich ein Fremdwort, da wird gerne der Korb unter Mithilfe der beiden Chefs ganz nach den Wünschen der Kunden befüllt und auch an der Kasse gibt es null Stress. Keine Rede von Fließband-Abfertigung. Dass die Markenwaren im Schnitt etwas teurer sind, scheint kein Problem zu sein. „Die ersten Wochen seit der Eröffnung machen uns zuversichtlich, dass der Weg ‚zurück zu den Wurzeln‘ stimmt“, lächelt Michael Habersack, in seinem Brotberuf Sozialpädagoge in Litzelsdorf.

Nahversorger im Zentrum
Egal, ob frisches Gebäck, Gemüse aus der Region oder frischgemahlene Mehle – Tante Emma bietet auf 40 Quadratmetern 600 Artikel und damit (fast) alles, was das Herz am Lebensmittelsektor begehrt. Sogar die legendären Schokobrezen von Manner oder die Wundertüte mit Fruchtgummis für die kleinen und größeren Naschkatzen sind zu haben.
„Tante Emma‘s Laden“ hat seinen Namen übrigens nicht von Udos Hit, sondern angeblich von der Großtante sowie dem Habersack-Töchterchen, beide hießen bzw. heißen Emma. Die Großtante hat sich auch mit alter Küchenwaage im Kaufmannsladen verewigt, der Fauteuil zum Ausrasten stammt von der Oma.

„100 Kunden“, rechnen Julia und Michael vor, „wird es künftig jeden Tag brauchen, damit der Laden den harten Konkurrenzkampf mit den Lebensmittel-Riesen überleben kann. „Schließlich haben wir Miete, Betriebskosten und Strom zu bezahlen. Wir hoffen jedenfalls, dass die Leute in der Innenstadt unser Angebot annehmen.“ Auch die Schüler der nahegelegenen Berufsschule zählen zu den Kunden.

Weil Aufwand und Kosten von „Tante Emma‘s Laden“ eine zusätzliche Angestellte (noch) nicht ermöglichen, sind übrigens auch die Öffnungszeiten noch etwas unorthodox. Um 13 Uhr ist von Montag bis Freitag Mittagspause angesagt und weiter geht es bei Julia und Michael erst von 16.30 bis 18 Uhr. „Aber das passt zurzeit ganz gut“, beteuert Julia, „denn am frühen Nachmittag ist die Nachfrage nicht sehr groß gewesen, also haben wir uns auf die längere Mittagspause eingestellt.“ Klar können kurz vor Geschäftsschluss schon mal die frischen Semmeln und Weckerl verkauft sein. „Dann bitten wir höflich um Verständnis“, sagt Michael Habersack. Aber wenn was übrigbleibt, wird es an bedürftige Menschen weitergeleitet.

Reportage aus Ausgabe 12/2017


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