Quellenhotel Heiltherme Bad Waltersdorf – Neujahrsempfang

Quellenhotel Heiltherme Bad Waltersdorf – Neujahrsempfang

Beim diesjährigen Neujahrsempfang am 30. Jänner 2020 kredenzte man den rund 150 Gästen aus Sport, Politik und Wirtschaft einen ersten Einblick in die geplanten Neuerungen für das Quellenhotel Heiltherme Bad Waltersdorf.
Elke IFKOVITS / 06.02.2020

Während Europa ratlos ob des Brexits und der damit verbundenen Trennung von Großbritannien ist, wächst in Hartberg (endlich) wieder zusammen, was ohnehin schon nebeneinander steht: Rathaus und Pfarrgemeinde. Ein Jahr lang „bekriegten“ sich nun nämlich Bürgermeister Marcus Martschitsch und Pfarrer Josef Reisenhofer bzw. ihre Alter Egos „Don Camillo und Peppone“. Gegenstand der Auseinandersetzung war die Frage, wer es schaffen würde, mehr Energie einzusparen. Gewonnen hat eindeutig das Klima.

Am 1. Feber gibt es für Roland und Ariane Kuch einen schönen Grund zum Feiern. Ihr Lokal „Die Nachtigall“ hat Geburtstag. 2015 eröffnete das Ehepaar die Oberwarter Cocktailbar und brachte den internationalen Trend, wieder klassische Bargetränke zu konsumieren, auch ins Südburgenland. Dafür wurden sie mit vielen Stammgästen und Falstaff-Auszeichnungen wie „Barjuwel des Jahres 2019“ und „Beste Bar des Burgenlands 2020“ belohnt. Die Erfolge der letzten fünf Jahre bieten sich für eine Party an und werden gemeinsam mit Gästen und Freunden Anfang Feber gefeiert.

Eine außergewöhnliche Diplomarbeit legten fünf Schülerinnen der HAK Oberwart vor: Sie unterstützten Schulprojekte in Tansania nicht nur vor Ort, sondern konnten auch noch Spenden in der Höhe von 13.560 Euro dafür sammeln. Titel des Projektes: "Tanzania - when action meets compassion life changes".

Die Schülerinnen mit Betreuerinnen, Direktor Andreas Lonyai (2.v.r) und NR Christian Drobits

Am 24. Jänner fand die Präsentation dieser außergewöhnlichen Diplomarbeit statt. Absolutes Highlight des Abends war die Übergabe der Spende über die stolze Summe von €12.500,00 an den Leiter der MSFS Organisation, Mathew Thazhathukunnel. Durch Spenden beim Buffet nach der Präsentation konnte die Spendensumme sogar noch auf € 13.560,00 aufgestockt werden. Für die musikalische Umrahmung der mit beeindruckenden Fotos und Videos gestalteten Präsentation sorgte ein Trommler-Quartett mit traditioneller afrikanischer Musik.

Anja Brandstädter, Ines Brunner, Jana Kalischnig, Amelie Sitar und Carina Zingl – fünf angehende Maturantinnen in der 5AK der BHAK Oberwart, haben im Rahmen ihrer Diplomarbeit „TANZANIA – when action meets compassion life changes“, in Zusammenarbeit mit der MSFS-Organisation (Missionaries of St. Francis de Sales East africa) ein Schulprojekt in der Region Arusha in Tansania unterstützt.

Hilfe vor Ort

Im Rahmen dieser Diplomarbeit sind die fünf Schülerinnen mit ihren Diplomarbeitsbetreuerinnen Jutta Schneller und Iris Portschy im Oktober 2019 nach Tansania geflogen und starteten die Umsetzung des Hilfsprojektes: Klassenräume in der Partnerschule werden mit Möbeln und Laptops ausgestattet.

Eine außergewöhnliche Idee, die mittels Crowdfunding initialisiert wurde und als Musterprojekt beim großen „Entrepreneurship Summit“ im Rahmen der „Global Entrepreneurship Week“ in Wien Mitte November 2019 präsentiert wurde. Eine weitere Auszeichnung wurde im Rahmen der Präsentation bekannt: Die Diplomarbeit wird bei einer internationalen Veranstaltung im April in der UNO-City in Wien vorgestellt werden, freut sich Direktor Andreas Lonyai.

http://www.hak-oberwart.at

Dr. Franz Fischler wurde als "Humus-Botschafter" der Ökoregion Kaindorf geehrt. Das Fazit der 14. Humus-Tage in Kaindorf ist klar: Humus-Aufbau ist die Basis für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.

Dr. Franz Fischler ist „Humus-Botschafter“ der Ökoregion Kaindorf. Die Urkunde dafür wurde ihm vom Riedlingsdorfer Öko-Pionier Gerald Dunst (SONNENERDE) überreicht

 

Humus-Aufbau zahlt sich in der Landwirtschaft aus! Rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zehn Nationen waren zur Fachtagung über eine zukunftsfähige Landwirtschaft nach Kaindorf gekommen, die am 20. und 21. Jänner über die Bühne ging. Das Fazit der Veranstaltung: Wer jetzt seinen Betrieb nachhaltig ausrichtet, wird in  Zukunft einen Wettbewerbsvorteil haben.

Für Landwirte liegt darin die große Chance, sich völlig neu zu positionieren, unabhängiger zu werden und sich als wesentlicher Partner der Gesellschaft und Hüter der Lebensgrundlage des Menschen zu profilieren. Die Ökoregion Kaindorf hat dazu 2007 das Humus-Aufbauprogramm ins Leben gerufen, an dem sich aktuell 300 Landwirte in ganz Österreich beteiligen. Dieses Projekt wird mittlerweile auch im niederländischen Friesland und bald auch in Deutschland umgesetzt. 

Landesrat Johann Seitinger ist vom enormen Potenzial des Projektes überzeugt: „Im Humus-Aufbau liegt eines der größten Lösungspotentiale der Landwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel. Darüber hinaus schützt er den Boden vor Erosionen, Trockenheit und Nährstoffverlusten und macht ihn somit stressresistenter.“

Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Durch den Humus-Aufbaut werden die Böden der Landwirte stabiler und können ein Vielfaches an Wasser aufnehmen, Abschwemmungen vermeiden und Trockenperioden entgegenwirken. Pflanzen werden auf natürliche Weise gestärkt und das Grundwasser ebenso wie das Klima entlastet. 

Ihre Leistung bekommen die Landwirte über den Humus Zertifikate-Handel von der Wirtschaft honoriert. Unternehmen können sich infolgedessen als klimaneutral darstellen. Initiator Gerald Dunst, Dr. Franz Fischler und Landesrat Johann Seitinger überreichten die Zertifikate an die erfolgreichen Humus-Landwirte. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren bereits rund 370.000 Euro für Humus-Zertifikate ausbezahlt. Allein heuer betrug das Erfolgshonorar der Humus-Landwirte 89.000 Euro.

Humus-Botschafter

Einer, der besonders auf die Wichtigkeit des Humus-Aufbaus hinweist, ist der ehemalige Landwirtschaftsminister und EU-Kommissar und derzeitige Präsident des Europäischen Forums Alpbach Franz Fischler. Als Dank und Anerkennung dafür wurde ihm von Gerald Dunst (Riedlingsdorfer Unternehmen SONNENERDE) und Rainer Dunst (Obmann der Ökoregion Kaindorf) eine Urkunde überreicht, die ihn als offiziellen „Humus-Botschafter“ der Ökoregion Kaindorf ausweist.

 

„Jubiläums-Dialog“ in Kooperation mit dem Europäischen Forum Alpbach

Das Europäische Forum Alpbach feiert 2020 sein 75-jähriges Jubiläum. Im Zuge dessen werden Akzente gesetzt, die Dialoge und Begegnungen zu den relevanten und aktuellen Fragen der Zeit ermöglichen. Der erste Jubiläums-Dialog fand bereits im Rahmen der Humus-Tage in Kaindorf statt. Im Zuge dessen diskutierten Andrea Gössinger-Wieser, Franz Fischler, Gerald Dunst und Martin Grassberger unter der Anleitung von ORF-Moderatorin Angelika Ertl-Marko das regionale Modell für Bodengesundheit der Ökoregion Kaindorf und wie dieses für eine europäische Transformation der Landwirtschaft genutzt werden kann.

Zu einem „geselligen, genussvollen Abend“ lud die Höhere Lehranstalt für Wirtschaftliche Berufe (HLW) in Hartberg ein. Die zahlreichen Ehrengäste, darunter die Bgm. Marcus Martschitsch (Hartberg), Günter Müler (St. Johann in der Haide) und Herbert Rodler (Hartberg Umgebung) sowie die LAbg. Hubert Lang und Lukas Schnitzer, wie auch der Direktor der Abteilung für Budget, Wirtschaft und Recht der Bildungsdirektion Steiermark, Roman Koller, zeigten das hohe Ansehen, das die HLW Hartberg genießt.

Die Ziegen von Biobauern und Landtagsabgeordneten der Grünen, Wolfgang Spitzmüller, haben Christbäume zum Fressen gern. Bevor es jedoch ans Schmausen geht, muss der Weihnachtsschmuck und andere Reste sorgfälltig entsorgt werden.

Mit Hochgenuss stürzen sich die Ziegen von Wolfgang Spitzmüller auf die Christbäume

Maria Lichtmess kommt zwar erst, aber wenn der Christbaum bereits jetzt viel nadelt oder der Platz im Wohnzimmer benötigt wird, dann ist es Zeit, den Tannen-, Fichten- oder Kiefernbaum zu entsorgen. Wer seinen Baum nicht auf dem Bauhof entsorgt, könnte seinen Nutztieren einen kleinen  – oder großen – Snack gönnen: „Meine Ziegen zum Beispiel stürzen sich richtig auf die Bäume. Zuerst kommen die Nadeln dran, danach auch die Rinde, bis am Ende nur noch ein weißes Gerippe überbleibt. Das kann danach als Brennholz genutzt werden“, empfiehlt Biobauer und Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller aus Oberschützen seine Methode der Christbaumverwertung.

Ohne Lametta schmeckt’s besser

Zunächst muss erst einmal der komplette Weihnachtsschmuck inklusive aller Haken entfernt werden, damit sich die Tiere beim Futtern nicht verletzen oder Verdauungsprobleme bekommen. Danach steht der Restlverwertung der Christbäume nichts mehr im Wege.

Die langjährige Leiterin des Hospizteams Hartberg, Maria Grassl, wurde mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark ausgezeichnet. Die Ehrung nahm Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Landtagspräsidentin Gabriele Kolar vor.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Maria Grassl, Ute Dolnicar und Landtags-Präsidentin Gabriele Kolar (v.l.)

An 22 verdiente Persönlichkeiten überreichte Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer gemeinsam mit Landtagspräsidentin Gabriele Kolar in der Aula der Alten Universität das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark. Unter den Geehrten ist auch die Hartbergerin Maria Grassl, Teamleiterin des Hospizteams Hartberg sowie Ute Dolnicar aus Bärnbach vom Hospizteam Voitsberg.
„Mit dem Ehrenzeichen soll all jenen Menschen gedankt werden, die sich mit Tatkraft und besonderem Einsatz um unser Land und seine Menschen verdient gemacht haben. Es ist ein sichtbares Zeichen der Dankbarkeit“, betonte LH Schützenhöfer in seinen Begrüßungsworten.

Maria Grassl ist seit dem Jahr 1996 im Hospizteam tätig, seit 2008 führt sie die Geschicke des Hospizteams Hartberg. Durch ihr ehrenamtliches Engagement hat sie dazu beigetragen, dass die grundlegenden Werte der Hospizbewegung – Solidarität, Wertschätzung und DASEIN für den Mitmenschen in seiner letzten Lebensphase – immer mehr in der steirischen Gesellschaft verankert werden konnten.

Probier‘s mal vegan

Probier‘s mal vegan

Wenn nicht jetzt, wann dann? Der Start ins neue Jahr ist der beliebteste Zeitpunkt für gute Vorsätze. Weniger Stress, mehr Zeit für Freunde und Familie und mehr Sport sind dabei die klassischen Neujahrsvorsätze, doch im neuen Jahr bringt die Kampagne „Veganuary“ ein ganz anderes Ziel in den Fokus: vegane Ernährung.
Karin WEINGRILL / 28. Jänner 2020

In den Wintermonaten sind die Tage kürzer und die Sonnenstunden oft nur spärlich vorhanden. Für unseren Körper bedeutet dies, dass er das ganz besondere „Sonnenvitamin“ nicht produzieren kann und wir uns häufig müde und antriebslos fühlen.

Vitamin D, oder auch Calciferol genannt, wird unter Einwirkung ausreichender Sonneneinstrahlung in unserer Haut selbst produziert, wodurch es eigentlich vielmehr als ein Hormon einzustufen ist. Vitamin D ist ein wahres Gesundheitselixier.

Es ist am Knochenstoffwechsel beteiligt und nimmt Einfluss auf die Entstehung von Osteoporose, es stimuliert unser Immunsystem, es zeigt eine krebshemmende Wirkung und schützt uns vor Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 oder auch vor chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Eine ausreichende Versorgung kann eigentlich ausschließlich durch die körpereigene Synthese und die Sonne gewährleistet werden, denn das fettlösliche Vitamin ist in geringen Mengen nur in einigen wenigen pflanzlichen Nahrungsmitteln, wie in Pilzen oder Avocados, zu finden.

Nun ist aber in unseren Breiten die UV-B Strahlung von September bis März zu schwach, um den Reiz der Eigensynthese auszulösen. Die Folge ist ein Vitamin-D-Mangel, der sich häufig in Form von Müdigkeit und Antriebslosigkeit äußert.

Es lohnt sich also, den eigenen Vitamin D-Status regelmäßig beim Arzt mittels Blutprobe überprüfen zu lassen. Ist der Wert zu niedrig, empfiehlt es sich, Vitamin D in Form eines veganen Nahrungsergänzungsmittels zuzuführen.

So geht Vegan

Vegan backen ohne Ei

Die Adventszeit ist in Sicht, und damit beginnt auch die Backzeit. Doch muss man dafür Eier verwenden? Als zertifizierte Expertin für vegane Ernährung war ich zu Besuch an der HLW Pinkafeld, denn dort können die Schülerinnen und Schüler die Zusatzausbildung zur Vegan-Vegetarischen Fachkraft absolvieren. Gemeinsam haben wir uns in der Schulküche dem Thema gewidmet und vegane Back-Leckereien gezaubert.

Man kommt am Thema nicht vorbei: Der hohe Fleischkonsum trägt aktiv zur Klimakrise bei. Auch der Handel reagiert, denn in den Regalen der Supermärkte finden sich mittlerweile immer mehr Ersatzangebote für tierische Produkte. Diese sind oft der Anlass dafür, dass Kritiker behaupten, Veganer leben ungesund. Dabei ist eines klar festzustellen: Hochverarbeitete pflanzliche Ersatzprodukte haben nichts mit einem gesunden und ausgewogenen Ernährungsstil zu tun. Fastfood bleibt Fastfood – egal ob tierisch oder vegan. Es gilt in beiden Fällen: Ab und zu ist der Verzehr kein Problem. Aber die Ernährung sollte ausgewogen sein!

Die Anzahl der vegan lebenden Menschen nimmt immer mehr zu. Allein in Österreich leben etwa 80.000 Veganer. Doch trotz der steigenden Beliebtheit und der breiten Akzeptanz der veganen Lebensweise sehen sich Veganerinnen und Veganer oftmals hartnäckigen Vorurteilen und falschen Mythen ausgesetzt.

1. Eine vegane Ernährung ist ungesund.

Zahlreiche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzenbasierte Ernährung der Schlüssel für ein längeres Leben sein kann. VeganerInnen sind weniger übergewichtig, haben ein geringeres Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Tumorerkrankungen. Zusätzlich achten ernährungsbewusste Menschen mehr auf einen gesunden Lebensstil, rauchen seltener und trinken weniger Alkohol, was sich auf die Lebenserwartung und -qualität natürlich positiv auswirkt.

2. Ein veganer Ernährungsstil ist für Schwangere und Kinder ungeeignet.

Eine vollwertige vegane Ernährung deckt sämtliche Nährstoffe ab, die man braucht. Dies gilt für jedes Lebensalter, also für Erwachsene genauso wie für Kinder und Schwangere oder Stillende. Es gibt eine Ausnahme, und das ist das Vitamin B12. Dieses Vitamin ist fast nur in tierischen Lebensmitteln enthalten und muss mit Nahrungsergänzungsmitteln oder mit Vitamin-B12-angereicherter Zahnpaste ergänzt werden.

3. Eine vegane Ernährung ist langweilig und einseitig.

Wenn man tiefer in die Welt der pflanzlichen Vielfalt eintaucht, ist das der Beginn eines bunten, abwechslungsreichen kulinarischen Abenteuers. Gibt es doch so viele verschiedene Gemüse- oder Getreidearten zu entdecken! Kennen Sie Hirse, Quinoa oder Buchweizen? Haben Sie schon mal Mangold, Pastinaken, Topinambur oder Steckrüben gegessen? Sie werden staunen, wie vielfältig und schmackhaft eine vegane Ernährung sein kann.

4. Vegane Ernährung ist teuer.

Vegane Fleisch- und Käseersatzprodukte enthalten oftmals hohe Mengen an Fett, Zucker und Salz sowie künstliche Farb- und Konservierungsstoffe, sind teuer und daher nicht empfehlenswert. Am besten kauft man regionale und saisonale pflanzliche Grundnahrungsmittel, wie Kartoffeln, Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Nüsse und Obst und kocht so oft wie möglich selbst.

5. Eine vegane Ernährung ist zeitaufwendig und kompliziert.

In den eigenen vier Wänden ist die Versorgung mit Pflanzenkost absolut unkompliziert. Wenn man gerne selbst kocht und sich mit den Grundrezepten der veganen Küche auseinandersetzt, entdeckt man bald, dass das vegane Kochen Spaß macht und die meisten Gerichte super schnell zubereitet werden können. Etwas schwieriger wird es, wenn man auswärts essen gehen will, doch viele Restaurants erkennen bereits den wachsenden Trend und immer mehr bieten zumindest einige vegane Speisen an.

 

ENJOI – Beratung für Ernährung, Diätologie und Gesundheit,
www.enjoi.at

Weltweit landet circa ein Drittel aller Lebensmittel im Müll. In Österreich fallen jährlich rund 760.000 Tonnen Lebensmittelabfälle an, in der EU mehr als 88 Millionen pro Jahr, was einem Wert von rund 143 Milliarden Euro entspricht. Verantwortlich dafür sind, neben der Landwirtschaft und dem Großhandel, überwiegend private Haushalte, in denen rund ein Viertel der Lebensmittel weggeworfen wird.

So geht vegan

Vegan zu mehr Fitness

Veganer sind alles andere als kraftlos. Novak Djokovics und Venus Williams beweisen am Tennisplatz erfolgreich ihre Leistungsfähigkeit, und Patrik Baboumian präsentiert seine veganen Muskeln im Kraftsport. Um den Körper fit zu halten, muss die Kalorienzufuhr dem erhöhten Energiebedarf angepasst werden!

Je mehr Bewegung, umso höher der Kalorienverbrauch.

Kohlenhydrate bringen dich nachhaltig in Form!

Vollwertige Getreideprodukte, wie Haferflocken, Vollkornreis, Quinoa, Buchweizen, Hirse, und Kartoffeln sorgen für einen konstanten Blutzuckerspiegel und damit für nachhaltige Leistungsfähigkeit. Obst, vor allem Bananen, sind ebenfalls gute Zuckerlieferanten und enthalten außerdem wertvolle Ballaststoffe und Vitalstoffe.

Proteine für starke Muskeln!

Entgegen der Annahme, dass mit einer pflanzlichen Ernährungsweise keine Muskulatur aufgebaut werden kann, zeigen neue Studien, dass nicht die Herkunft, sondern die Menge und die Kombination der aufgenommenen Eiweißmenge ausschlaggebend sind. Bei Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Sojaprodukten, Amaranth, Hanfsamen, Kürbiskernen und Nüssen sollte man daher ordentlich zuschlagen, denn hier sind reichlich hochwertige Proteine enthalten.

Das richtige Fett macht nicht fett!

Auch wenn eine erwünschte Gewichtsreduktion der Antreiber für das Training ist, sind hochwertige Öle in einer vollwertigen Ernährung unerlässlich. So gehören beispielsweise Leinöl oder Hanföl zum Müsli und auf den Salat, sowie Rapsöl und Olivenöl in jede Küche zum Kochen und Braten.

Gut versorgt ins Ziel

Eine reine Pflanzenkost bringt uns zwar reichlich Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, trotzdem muss eine vegane Sporternährung besonders gut auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt werden, um den Mehrbedarf an ausgewählten Nährstoffen und Vitalstoffen für Leistung und Regeneration abzudecken.

ENJOI
Beratung für Ernährung, Diätologie und Gesundheit
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SP-Landesgeschäftsführer: Christian Dax nimmt den Hut

SP-Landesgeschäftsführer: Christian Dax nimmt den Hut

Mit Ende Februar legt Christian Dax seine Funktion als Landesgeschäftsführer der SPÖ-Burgenland nieder. Er will sich verstärkt als Landtagsabgeordneter einbringen und sich intensiv um den Bezirk Oberwart kümmern. Außerdem wird der Jurist wieder anwaltlich tätig sein. Landesgeschäftsführer bleibt Roland Fürst.
Peter SITAR / 3. Februar 2020

Hartberg-Fürstenfeld: Bei ihrem alljährlichen Neujahrspressetreffen benannte die ÖVP ihre Schwerpunkt-Themen für 2020.

BGF Herbert Kogler, LAbg. Hubert Lang, NRAbg. Reinhold Lopatka und LAbg. Lukas Schnitzer

 

Vor allem die bevorstehende Wahl steht momentan auf der Agenda. Hier ist eine Verjüngung und Erneuerung der Kandidaten festzustellen, so treten 18 der 36 Spitzenkandidaten zum ersten Mal an, darunter sehr junge wie Johannes Payerhofer in St. Jakob, 28 oder Andrea Kohl, ebenfalls 28 in Bad Blumau. Aber auch der derzeit in Hartberg amtierende Bürgermeister Marcus Martschitsch tritt zum ersten Mal bei einer Wahl an. Insgesamt werden bei den Gemeinderatswahlen im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld mehr als 60 % angestrebt, waren es bei der letzten im Jahr 2015 bereits  59%. 

Auch das Regierungsprogramm und seine Auswirkungen für den Bezirk waren Thema des Gesprächs: 

Vor allem für die niedrigeren Lohngruppen soll es eine stufenweise Einführung von steuerlichen Entlastungen geben – der Familienbonus soll angehoben werden. Ein bedarfsgerechter Ausbau der Kinderbetreuung und eine österreichweit einheitliche Reform der Pflege müssen finanziell abgesichert werden. Bis 2021 sollen die Pflegeheimbetten von bisher bereits 900 auf 1000 aufgestockt werden. Vor allem im ländlichen Raum ist die Personaloffensive bei der Polizei ein Thema, um flächengreifend Sicherheit garantieren zu können. Wichtig ist der Bezirks-ÖVP außerdem die Aufwertung der Lehre. Damit hofft man, Arbeitslosenzahlen entgegensteuern zu können. Im Bereich der Freiwilligen- und ehrenamtlichen Arbeit soll ein Gütesiegel erarbeitet werden, um diese zertifizieren zu können.

Speziell im ländlichen Raum sieht die ÖVP Handlungsbedarf in der Nachbesetzung offener Planstellen von Ärzten. Vor allem Bereitschafts- und Visitendienste müssen sichergestellt werden. Hier wird eine Entspannung der Lage durch das neue Gesetz, dass Ärzte auch Ärzte anstellen dürfen, erwartet. Für heuer ist im Bezirk die Planungsfertigstellung der Ärztezentren in Friedberg und in Ottendorf anvisiert.

Ebenfalls für den ländlichen Raum als wichtiges Thema wurde der Breitbandausbau angesprochen. Bereits jetzt gibt es für die Gemeinden klare Pläne, um in einem kombinierten Vorgehen zusammen mit anderen bauliche Maßnahmen wie z.B. der Verlegung von Stromkabeln in den Boden das Breitbandnetz mit zu verlegen. So können nach und nach auch Flächen, die etwas abseits liegen, angeschlossen werden. Ziel ist hier, bis 2022 flächendeckend 100Mbit anbieten zu können. 

Für die Thermenbahn gab es eine erfreuliche Verlautbarung: So sprach sich LAbg. Hubert Lang für einen Erhalt und Ausbau der Strecke aus: „Wir brauchen diese Schienen“.

Einen Erdrutschsieg erringt die SPÖ bei dem Burgenländischen Landtagswahlen: Das vorläufige Endergebnis: Die SPÖ steigert sie sich von 41,9 Prozent (2015) auf knapp 50 Prozent (49,9). Die ÖVP legt nur leicht zu, von 29,1 Prozent auf 30,6. Verluste gibt es für die FPÖ, sie stürzt von 15 Prozent auf 9,8 Prozent ab. Die Grünen stagnieren und kommen auf 6,7 Prozent, die Liste LBL fliegt aus dem Landtag, die NEOS schaffen den Einzug deutlich nicht.

Auch 2020 wird der Streit um die Parkgebühren scheinbar die politische Debatte in Oberwart bestimmen. FPÖ-Gemeinderätin Barbara Benkö-Neudecker wirft Bürgermeister Georg Rosner neuerlich Alleingänge vor, dieser kalmiert. Aber auch die SPÖ hat keine Freude, mit dem Vorgehen des Bürgermeisters.

Oberwart erstickt im ruhenden Verkehr – die neue Parkraumbewirtschaftung rund ums Spital soll Erleichterungen bringen

Fakt ist, dass ab dem 3. Februar, rund um das Krankenhaus, Parkgebühren zu entrichten sind. Eine eigene Security-Firma wird das überwachen. Barbara Benkö-Neudecker von der FPÖ hat sich wiederholt dagegen ausgesprochen, da ihr ein Gesamtkonzept fehle. Neuer Streitpunkt – die sogenannten Ausnahmebewilligungen. Die können von den betroffenen Anrainern beantragt werden. Dafür sind allerdings eine Gebühr von 60 Euro für zwei Jahre und eine Bundesabgabe in der Höhe von 14,30 Euro zu entrichten. „Damit wurde der Gemeinderat nie befasst“, lautet die Kritik von Benkö-Neudecker.

Bürgermeister Georg Rosner ÖVP) versucht zu kalmieren: „Es war von Haus aus klar, dass so etwas kommen wird. In Oberwart wird es Ausnahebewilligungen geben. In anderen Gemeinden gibt es das nicht immer.“ Man sei jedoch jederzeit bereit, nach Anlaufen der neuen Parkregelung diese zu evaluieren und anzupassen.

Auch seitens der SPÖ ist man mit der Vorgangsweise nicht einverstanden: Für die SPÖ-Stadträte Ewald Hasler und Karl Heinz Gruber ist dieser Alleingang von Bürgermeister Georg Rosner nicht nachvollziehbar: “Bürgermeister Rosner hat es bis dato nicht geschafft, ein geeignetes Verkehrskonzept für Oberwart zu präsentieren. Auch für die Bewirtschaftung des Parkraumes gibt es kein Konzept.” Hasler ist verärgert, dass der Gemeinderat hier nicht eingebunden wurde: “Ich verstehe nicht, wie Rosner so eine Entscheidung am Gemeinderat vorbei treffen kann. Ich fordere ihn auf, das Konzept zu verwerfen und gemeinsam mit uns und der Bevölkerung eine für alle passende Lösung zu erarbeiten.”

SPÖ-Landtagskandidat Christian Dax sieht in der Vorgehensweise von Bürgermeister Georg Rosner ein schweres Foul an den Oberwarterinnen und Oberwartern: “Bevor ein Konzept für die Parkraumbewirtschaftung ausgearbeitet wird, wird lieber die Bevölkerung bestraft. Der Bürgermeister soll schnellstmöglich an einem guten Konzept für Verkehr und Parken arbeiten. Die Oberwarterinnen und Oberwarter dürfen nicht noch mehr belastet werden!”

Vor 25 Jahren erschütterte das Attentat von Oberwart ganz Österreich. Eine Sprengfalle von Franz Fuchs tötete vier Menschen: Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon. Die Ereignisse von damals werden in einer Podiumsdiskussion am Donnerstag, den 30. Jänner, um 18.30 Uhr, in der Arbeiterkammer Oberwart, beleuchtet.

Der 5. Februar 1995 ist als Tag des Terrors in die österreichische Geschichte eingegangen. Zum ersten Mal in der Zweiten Republik waren vier Menschen – Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon – mit Hinweis auf ihre Herkunft und Zugehörigkeit ermordet worden. Die österreichischen Roma, die erst kurz davor als österreichische Volksgruppe anerkannt worden waren, rückten schlagartig ins Licht der Öffentlichkeit. In den Wochen und Monaten nach dem Attentat konnte man den Eindruck gewinnen, das Ereignis habe die Republik, insbesondere Politik und Medien verändert. 25 Jahre später stellt sich die Frage, wie nachhaltig jener Ruck war, der damals durch die Gesellschaft gegangen ist.

Anlässlich des Gedenkens an das Attentat auf Roma in Oberwart vor 25 Jahren veranstalten die Roma Volkshochschule Burgenland und die AK-Bücherei Oberwart am 30. Jänner 2020, um 18.30 Uhr, eine Podiumsdiskussion  in der AK Oberwart, mit den damaligen Journalisten Walter Reiss, Erich Schneller und Peter Sitar, dem Bewohner der Romasiedlung Ludwig Horvath sowie LAbg. Bgm. Georg Rosner (ÖVP, Volksgruppenbeirat der Roma), NR Mag. Christian Drobits (SPÖ) und LAbg. Wolfgang Spitzmüller (Die Grünen).

Die neue Arbeitskleidung für die rund 400 Mitarbeiter im handwerklichen Dienst der Baudirektion Burgenland präsentierten Infrastruktur-Landesrat Heinrich Dorner und Baudirektor Wolfgang Heckenast. In einer europaweiten Ausschreibung erhielt die Firma EC-Promotion aus Draßmarkt den Zuschlag für die Lieferung der Oberbekleidung, die aus PET-Recyclingmaterial hergestellt und mit Logo und Emblemen im neuen Corporate Design der Baudirektion gehalten ist. Das Auftragsvolumen für die nächsten drei Jahre beträgt ca. 265.000 Euro.

Länger anhaltende Stromausfälle, sogenannte "Blackouts", werden im technologischen Zeitalter immer wahrscheinlicher. Um im Ernstfall gerüstet zu sein, wurden nun in einigen Gemeinden, wie Pinkafeld, sogenannte "Blackout-Sicherheitsinseln" errichtet. Sie sollen als Anlaufspunkt für die Bevölkerung im Fall eines längeren Stromausfalls dienen.

Die Sicherheitsinseln sollen der Bevölkerung bei einem Ernstfall als Anlaufstelle dienen

Die Initiative von Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ) wird in enger Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und der Landessicherheitszentrale Burgenland umgesetzt. Diese Initiative hat das Ziel, dass im Krisen- und Katastrophenfall (zum Beispiel bei längerfristigen Stromausfällen – sogenannten „Blackouts“) das örtliche Feuerwehrhaus als erste Anlaufstelle für eine Erstversorgung der Bevölkerung dienen soll. In den Sicherheitsinseln erwartet die Bevölkerung eine Notstromversorgung, Versorgung mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, ärztliche Versorgung, Kommunikationsmöglichkeiten mit der Leitstelle der Landessicherheitszentrale Burgenland und den Einsatzorganisationen wie Rettung, Feuerwehr und Polizei.
„Die Sicherheit der Bevölkerung hat für mich oberste Priorität. Daher schaffen wir mit den Sicherheitsinseln nun in jeder Gemeinde eine zentrale Anlaufstelle, die im Falle einer Krise oder Katastrophe zuverlässige und rasche Hilfe für die Bevölkerung ermöglicht“, sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz. Er meinte: „Nach Lutzmannsburg und Günseck wurde nun die Sicherheitsinsel in der Stadtgemeinde Pinkafeld präsentiert.“ Im heurigen Jahr sollen in weitere Folge weitere Blackout-Sicherheitsinseln in den Gemeinden entstehen.

 

Kleine Welt im Großen

Im März sind die steirischen Wähler aufgerufen, ihre Vertreter in den Gemeinderäten zu wählen. Entscheidungen, die direkt auf jeden Betroffenen Auswirkungen haben. Daher sollte man unbedingt von seinem Wahlrecht Gebrauch machen.
Peter SITAR / 28. Jänner 2020
Kommentar

Mut zu Visionen

Die Welt ändert sich dramatisch, der Klimawandel ist längst nicht mehr zu bestreiten. Die Antworten der Politik darauf sind aber eher verhalten. Mit wenigen Ausnahmen. Es ist Zeit, die Dinge neu und groß zu denken.

Das Burgenland nimmt eine Top-Position bei der Energieversorgung ein. Dank Windkraft, Fotovoltaik und Biomasse. Ganz anders schaut es aber bei den Pendlern aus. (Ähnliches gilt auch in abgeschwächter Form für die Steiermark). Den größten Pendleranteil gibt es im Burgenland (81 Prozent). Und gependelt wird in erster Linie mit dem Auto. Auch hier ist das Burgenland trauriger Spitzenreiter, wie aus einer Erhebung der Arbeiterkammer hervorgeht.

Das haben die Grünen Burgenland zum Anlass genommen, um dem ein Gegenmodell gegenüber zu stellen – den Verkehrsentwicklungsplan 2020+! Grundlage des Plans ist eine deutliche Reduzierung des CO2 Ausstoßes, der im Burgenland zu fast zwei Drittel aus dem Verkehr stammt. Die Vision der Grünen: Jeder Bezirksvorort (zentrale Orte) soll künftig mit der Bahn erreichbar sein. Dazu sollen bestehende Strecken attraktiver, stillgelegte reaktiviert und, wo notwendig, Strecken auch neu gebaut werden. Busse sollen künftig die Verbindung des Umlandes mit den zentralen Bahnpunkten sicherstellen.

Fundierte Forderungen

Dieses Konzept haben die Grünen nicht in irgendeinem Hinterzimmer erfunden, sondern in enger Zusammenarbeit mit Experten der TU Wien entwickelt. Überlegungen dieser Art gab es bereits mehrmals. Beginnend in den Zeiten der Monarchie bis hinauf in die 1990er Jahre. Die aktuelle Antwort der Administration LH Doskozil: Ein Zentralbahnhof im Nordburgenland, etwa im Raum Großhöflein. In weiterer Folge soll auch ein ähnliches Modell im Süden, allerdings in der Oststeiermark, entstehen. Details dazu gibt es derzeit aber nicht.

Die Grünen Burgenland würden sich wünschen, dass die Bahnstrecke Oberwart-Friedberg wieder reaktiviert wird. Konkret würde das bedeuten, dass von Oberwart aus wieder Personenzüge nach Wien fahren, die Pendler nicht morgens und abends im Pkw oder Bus auf der Südautobahn vor Wien im fast schon täglichen Stau stehen, sondern in rund 90 Minuten am Hauptbahnhof in Wien, mitten in der Stadt, aussteigen können.

Der Schiene gehört die Zukunft. Auch wenn das manche Politiker versuchen zu ignorieren. Leider ist die Realität oftmals eine andere. So verfügt der größte Touristenort des Burgenlandes, Bad Tatzmannsdorf, über einen – stillgelegten – Bahnanschluss. Doch statt ihn zu reaktivieren, laufen derzeit Bemühungen, die Strecke abzubauen.

Aber auch in der Oststeiermark hat man die Bedeutung der Schiene erkannt. Die Bürgermeister der Wirtschaftsregion Hartberg wollen von hier aus eine Direktverbindung, parallel zur A2, nach Graz schaffen. Da wie dort weiß man, dass das keine Projekte sind, die sich von heute auf morgen realisieren lassen. Aber es sind Visionen, die mittel- und langfristig nicht nur das Überleben der Region sichern, sondern auch die einzig mögliche Antwort auf die CO2-Problematik sind.

Die Schiene wird zunehmend zu einem immer wichtigeren Infrastrukturmoment. Strecken in Zeiten wie diesen abzubauen ist, gelinde gesagt, grob fahrlässig. Was es braucht, ist eine Politik, die aus Visionen Realitäten macht und beginnt, Herausforderungen neu zu denken.

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Nach der Nationalratswahl sind zunächst die Steirer und danach die Burgenländer aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Darüber hinaus ist auf Bundesebene noch vieles offen. Wir leben in interessanten Zeiten.

Kaum ist die letzte – vorgezogene – Wahl (Nationalrat) geschlagen, stehen schon die nächsten vor der Tür. Davon können die Steirer und die Burgenländer ein gar‘ fröhlich Lied singen. In der Steiermark werden die Wähler am 24. November zu den Urnen gerufen, im Burgenland am 26. Jänner.

In beiden Bundesländern gibt es seitens der SPÖ zwei Persönlichkeiten, die sich in ihrer aktuellen Position erstmals den Wählern stellen werden. In der Steiermark ist das SPÖ-Landesvize Michael Schickhofer, im Burgenland zieht Landeshauptmann Hans Peter Doskozil erstmals als solcher in die Wahlarena ein.

In der Steiermark liegt derzeit nach allen Umfragen die ÖVP mit ihrem Spitzenkandidaten Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer vorne. Dahinter ist allerdings einiges in Bewegung geraten. Nach aktuellen Umfragen profitiert die SPÖ augenscheinlich von der Krise der FPÖ – Ibiza-Video, Spesenaffäre – und liegt auf Platz zwei. Wie es konkret nach der Landtagswahl in der Steiermark weitergehen wird, hängt von den Regierungsverhandlungen und von den Entwicklungen auf Bundesebene ab.

Gespannt darf man auch auf das Ergebnis im Burgenland sein. Liegt doch den Genossen das Ergebnis der Nationalratswahl vom September 2019 im Burgenland schwer im Magen. Erstmals seit Jahrzehnten wählte das Burgenland mehrheitlich Türkis und beendete damit die rote Erbpacht im östlichsten Bundesland Österreichs bei Nationalratswahlen. Zwar ist klar, dass die Wähler heute sehr genau zwischen Nationalrats-, Landtags- oder Gemeinderatswahl zu unterscheiden wissen, ob Hans Peter Doskozil bei der Landtagswahl 2020 seine SPÖ tatsächlich als erster über die Ziellinie führen kann, darf mit Spannung erwartet werden. Für die ÖVP ist das Ziel klar: Sie will unbedingt wieder in die Regierung, aus der sie seit 2015 abgemeldet ist. Seither regiert im Burgenland eine Koalition von SPÖ und FPÖ – sehr zum Missfallen einiger Genossen in Wien.

Werben mit Projekten

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil versucht mit konkreten Vorhaben beim Wahlvolk zu punkten: Etwa der Anstellung von Angehörigen bei der Hauskrankenpflege, dem Mindestlohn von 1.700 Euro im Landesbereich und dem Gratis-Kindergarten. Wenig Konkretes gibt es seitens der SPÖ etwa zum Thema Mobilität. Aber auch der Herausforderer der ÖVP, Landesparteiobmann Thomas Steiner, tritt erstmals als Spitzenkandidat zu einer Landtagswahl an. Er kann auf Rückenwind der Bundes-ÖVP hoffen. Eng könnte es für FPÖ-Landesvize Johann Tschürtz werden. Ob er nochmals in die Regierung kommt, wird sehr stark vom Wahlergebnis der angeschlagenen Blauen abhängen.

Was die Wahl in der Steiermark betrifft, dürfte es vorher zu keiner Festlegung der Bundes-ÖVP auf einen möglichen Regierungspartner kommen. Wobei sich Sebastian Kurz auf einem politischen Minenfeld erster Ordnung bewegen muss. Zwar hat er klar die Wahl gewonnen, doch mit Koalitionspartnern ist es mehr als schwierig. Und eines dürfte Sebastian Kurz auch klar sein. Nach ein paar Monaten wieder eine Regierung platzen zu lassen, werden ihm die Wähler schwerlich verzeihen.

Hartberg und Oberwart liegen knapp 20 Kilometer auseinander. In beiden Gemeinden kämpfen die Innenstädte ums Überleben. Leerstände, Einkaufszentren in der Peripherie, Suche nach Attraktionen und der übermächtige Gegner Internet-Handel setzen den Betrieben immer schwerer zu. Und dann auch noch die Sache mit den Parkgebühren...

Zwei etwa gleich große Bezirksvororte und ein fast kaum zu stemmendes Problem: der Kampf ums Überleben der Innenstädte. Leerstände in beiden Orten, immer mehr Einkaufszentren am Ortsrand und die Frage der Parkraumbewirtschaftung im städtischen Bereich.

In vielen Punkten hat Hartberg im Vergleich zu Oberwart die Nase vorne. So verfügt die oststeirische Metropole über einen attraktiven, gewachsenen Altstadt-Ortskern mit Potenzial, während sich Oberwart architektonisch eher durch Beliebigkeit auszeichnet. Gemeinsam mit der Stadt Hartberg haben die dortigen Gewerbetreibenden für den Innenstadt-Bereich eine praktikable Lösung gefunden.

Dort kann man mit Parkuhr die ersten zwei Stunden gratis parken, im Parkhaus in der Alleegasse wurde ebenfalls eine kundenfreundliche Lösung von einer gratis Parkstunde gefunden. Aufgaben, die Oberwart alle noch bevorstehen. Zwar gibt es in der Innenstadt Kurzparkzonen, die aber kaum kontrolliert werden – was sich aber demnächst ändern soll.

Begonnen wird nun im Bereich rund um das Krankenhaus. Hier ist bereits das neue Parkhaus in Betrieb. Es dient vor allem den Spitalsmitarbeitern als Parkfläche. Rund um das Krankenhaus wird das Parken ab Herbst gebührenpflichtig werden, später auch in der Innenstadt – wurde zumindest angekündigt. Hier stehen die Gespräche zwischen Wirtschaft und Gemeinde noch aus. Ob die Parker rund um das Spital das Parkhaus auch nützen werden, ist fraglich. Für die leidgeplagte Röntgengasse (GHZ neben dem LKH), in der die Spitalsbesucher parken, wird es wohl kaum eine Entlastung bringen.

Wenn in Oberwart nun auch noch in der Innenstadt Parkgebühren eingeführt und kontrolliert werden, wird es für die Betriebe sicherlich noch härter. Damit der potenzielle Kunde die Parkgebühren schluckt und in der Stadt bleibt, braucht er attraktive Angebote. Politik und Wirtschaft müssten hier schon längst zusammenarbeiten. Ein politisch durchgepreschter Alleingang könnte die Wirtschaft noch mehr gefährden und den Einkaufszentren an der Peripherie die verbleibenden innerstädtischen Kunden zuspielen.

Doch was kann man tun? Ein Blick nach Hartberg:
Hartberg setzt beispielsweise massiv auf den Ausbau der Radwege und investiert mit Landesunterstützung Millionen. In Oberwart gleichen die Radwege eher einem Stückwerk. Schlecht gekennzeichnet, kaum durchgehende Verbindungen, etwa im Bereich der Hauptstraße.

Dafür wachsen im Westen der Stadt Einkaufszentren wie Pilze nach einem warmen Sommerregen aus dem Boden, während in der Innenstadt immer mehr Betriebe zusperren müssen. Schlimmstes Beispiel ist das EKO. Das einst pulsierende Einkaufszentrum mitten in der Stadt ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Leerstehende Lokale in der Überzahl, die letzten verbleibenden Mieter sind kurz vor dem Aufgeben.

Was Innenstädte zum Glück großteils noch haben, sind Frequenzbringer wie Ärzte, Apotheken, Gerichte, Ämter, Behörden oder Trafiken. Die alleine werden das Überleben aber dauerhaft auch nicht garantieren können. Es braucht mehr Geschäfte mit Alleinstellungsmerkmalen. Die fallen aber nicht vom Himmel. Hier sind Gewerbetreibende, vor allem aber die Gemeinden dringend aufgerufen, gemeinsam Konzepte zu entwickeln.

Und letztlich der Kampf gegen den Internet-Handel. Während die heimischen Gewerbetreibenden die volle Steuerlast zu tragen haben, zahlen die Großen der Internet-Branche kaum oder nur sehr wenig Steuern. Und diese oft im Ausland. Eine Leistungsverzerrung, die so rasch wie möglich abgestellt gehört.

Hartberg hat wenigstens noch einen Anschluss an den Personen-Bahnverkehr und will diesen mit einer Schnellverbindung nach Graz ausbauen. Oberwart seit 2012 nicht mehr. Warum weiß kein Mensch. Also sind die Bewohner verstärkt auf das Auto angewiesen.

Einen historischen Ortskern wird Oberwart nie bekommen. Aber wenn es der Stadtverwaltung gelingt, gemeinsam mit dem zweiten geplanten Hochhaus am Hauptplatz (H2 von der OSG) eine architektonisch ansprechende Stadtmitte mit einer Attraktivierung der Hauptstraße – etwa Begegnungszonen, mit viel Grün und Wasser – zu schaffen, könnte vielleicht eine Kehrtwende gelingen. Bevor man zum Museum wird.

Zwar gilt die ÖVP als Favorit in dieser Wahlauseinandersetzung, doch es kann noch viel passieren. Die Grünen dürften den Wiedereinzug ins Parlament schaffen, und SPÖ und FPÖ matchen sich um Platz zwei.

Schön langsam wird es ernst. Ernst mit der Nationalratswahl am 29. September. Neben den in Vorwahlzeiten üblichen taktischen Spielchen lassen sich aber schon jetzt klare Tendenzen herauslesen. Seit Wochen und Monaten liegt die ÖVP in allen Umfragen stabil an der Spitze, irgendwo zwischen 36 und 38 Prozent. Das ist aber auch ihr größtes Risiko. Denn viele Funktionäre könnten die Wahl als g’mahte Wiesn betrachten und sich bequem zurücklehnen, statt für Kurz zu mobilisieren. Ein Eindruck, der etwa im Burgenland nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Der „Basti“ wird’s schon richten, scheint hier die Devise zu sein.

Und dann gibt es noch jene ÖVPler, die den Sidestep von Schwarz zu Türkis nur halbherzig vollzogen haben. So empfiehlt etwa der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer eine türkis-rote Regierung auf Bundesebene. Ganz abgesehen davon, welche Koalitionen sich nach der Wahl rechnerisch ergeben können. Denn eine absolute Mehrheit ist für die ÖVP nicht in Sicht.

Ein echtes Trauerspiel ist die Lage bei der SPÖ. Pamela Rendi-Wagner ist sichtlich bemüht, kommt aber in den Umfragen nicht vom Fleck. Es scheint fast so, als müsse sie erst die eigene Klientel von sich überzeugen und dann erst die Wähler. Je nach Umfrage stagniert die SPÖ derzeit konstant bei 20-22 Prozent. Wenig hilfreich sind dabei auch die unfreundlichen Zwischenrufe und Kommentare einzelner SP-Länderfunktionäre. Als vor kurzem Rendi- Wagner ihren Burgenland-Tag absolvierte, hatte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil keine Zeit für sie. „Terminprobleme“ lautete die offizielle Lesart für diese Unhöflichkeit. All das zusammen bringt die einst so stolze Sozialdemokratie in eine Situation, wo sie sich nun möglicherweise mit der FPÖ um den 2. Platz duellieren muss.

„Ibiza“ – was war das eigentlich? Folgt man der Lesart der Freiheitlichen, war das Video mit den ungeheuerlichen Aussagen von HC Strache und Johann Gudenus bloß ein dummer Ausrutscher. Ein Ausrutscher, der die Bundesregierung sprengte und uns die Wahl am 29. September eingebrockt hat. Parteichef Norbert Hofer wirkt wie der kreidegeölte Wolf bei den sieben Geißlein, während Herbert Kickl in den Sozialen Medien gerne Django Unchained gibt. Dass die Freiheitlichen auch mit der SPÖ ganz gut können, haben sie in den letzten Wochen im Nationalrat und auch in der Vergangenheit immer wieder bewiesen.

Und die Grünen? Dank des unermüdlichen Einsatzes des Grünen Urgesteins, Werner Kogler, dürften sie den Wiedereinzug in den Nationalrat schaffen (Umfragen liegen bei 10-12 Prozent). Wenn es gelingt, ein Grünes Urproblem in den Griff zu bekommen, nämlich ihre Sympathisanten am Wahltag auch zu den Urnen zu bewegen. Stärkstes Momentum bei den Grünen ist die immer bedrohlicher werdende Nachrichtenlage über die verheerenden Zustände unseres Planeten. Ein solides Ergebnis dürften die Neos einfahren. Sie liegen derzeit in den Prognosen bei rund 8-10 Prozent und haben in ihrer Chefin Beate Meinl-Reisinger eine durchaus herzeigbare, taktisch klug agierende Frontfrau.

Die Nationalratswahl am 29. September wird den Weg Österreichs auf Jahre nachhaltig bestimmen. Aber bis dahin kann noch viel passieren. Daher nicht auf die Politik und die Politiker schimpfen, sondern vom ureigensten Recht, dem Wahlrecht, unbedingt Gebrauch machen.

Es ist eigentlich zum Verzweifeln. Überall schrillen die Alarmglocken, aber wir steuern weiter unbeirrt in die Klimakatastrophe. Einzig die Jungen zeigen mit ihrer Bewegung „Fridays for Future“, dass sie sich ihre Zukunft nicht zerstören lassen wollen. Dem Einzelnen selbst bleibt die Eigeninitiative, etwa Regionalität beim Einkauf.

Die Zahlen sind bekannt und erschreckend. Das Insektensterben ist viel schlimmer als befürchtet. Laut Naturschutzbund sind 41 Prozent der Insektenarten in den letzten zehn Jahren in die Gefährdungsklasse gerutscht. Laut jüngstem UN-Bericht sind rund 1 Million Arten in den nächsten Jahren vom Aussterben bedroht.

Auf der anderen Seite werden Flugtickets zum Preis von einem Eisbecher angeboten. Die Verkehrsfliegerei wächst, die Schlangen an den Flughäfen werden immer länger. Ungeahnte Blüten treibt auch die Kreuzfahrt-Branche. Dabei gelten die schwimmenden Hotels als besonders belastende

Abgasproduzenten. Sehr spät versuchen nun die ersten Reedereien auf abgasärmere Antriebe umzusteigen. Daneben schmilzt das Eis an den Polen immer schneller und in einem erschreckenden Tempo. Unwetter werden immer heftiger, Wetterextreme, ob Dürre oder Überflutungen, nehmen dramatisch zu, Forscher prognostizieren eine weitere Zunahme der Extreme.

Tierschutz ist Klimaschutz. Wenn es gelingt, von der Massentierhaltung und der Billigstproduktion von Fleisch wegzukommen und die schrecklichen Tiertransporte quer durch Europa zu stoppen, wäre das nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch ein Segen für die gequälte Kreatur Tier. Höchst problematisch die Massentierhaltung in der Landwirtschaft, die nicht unwesentlich für klimaschädliche Treibhausgase verantwortlich ist. Eigentlich zum Verzweifeln.Die Politik tut kaum etwas, oder bestreitet gar, dass es sowas wie einen Klimawandel gibt (Donald Trump). Es gibt zwar Klimakonferenzen, aber wenig Konkretes.

Kein Wunder, dass der Jugend der Kragen platzt. Ausgehend vom Klimastreik der heute 16-jährigen Umweltaktivistin Greta Thunberg 2018, gehen weltweit jeden Freitag Tausende Schüler in ganz Europa und Australien statt in die Schule auf die Straße. Die Jugendlichen wissen bzw. spüren, dass der Weg ihrer Eltern- und Großeltern-Generation ein falscher ist und die Zukunft des Planeten Erde gefährdet. So lautet einer der Slogans etwa „There is no Planet B“. Aber das passiert nicht irgendwo auf der Welt. In Oberschützen mahnt seit Monaten eine junge Aktivistin zum Umdenken in der Klimapolitik. Zum Schulschluss bekam sie Verstärkung von der gesamten Schule. In Hartberg gab es ein Lichtermeer von über 500 Menschen für den Klimaschutz.

Konkret fordert die Bewegung den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen, die Streichung von Subventionen dafür, Förderung erneuerbarer Energien und den massiven Ausbau des öffentlichen Personen-Nahverkehrs. Gerade das wird aber manchen Regionen verweigert. Konkret etwa dem Bezirk Oberwart. Laut dem Zwischenergebnis einer aktuellen Umfrage fordern über 80 Prozent der Befragten die Wiedereinführung des Personen-Bahnverkehrs im Bezirk Oberwart. Die Politik ignoriert das bisher.

Aber jeder Einzelne kann in seinem kleinen Bereich durchaus etwas tun. Kurze Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß absolvieren. Beim Einkauf von Lebensmitteln auf Regionalität und Nachhaltigkeit achten. „Geiz ist Geil“ hat bei Lebensmitteln nichts verloren. Die örtlichen Bauern werden es zu schätzen wissen. Denn letztlich sind wir der jungen Generation verpflichtet, ihnen den Planeten in einem lebenswerten Zustand zu übergeben. Sonst können wir uns auf den Zorn der Jungen gefasst machen.

Im Mai 2018 beschloss der Oberwarter Gemeinderat ausschließlich mit den Stimmen der absoluten ÖVP Mehrheit einen sogenannten Abfallbehandlungsbeitrag für die Bürger von Oberwart und St. Martin in der Wart. 60 Euro jährlich sind pro Haushalt dafür zu zahlen. Die Opposition schäumt und fordert die sofortige Aufhebung der entsprechenden Verordnung. Inzwischen ist die Causa beim Verwaltungsgerichtshof gelandet. Entscheidung: voraussichtlich 2020.

The Club is Back

The Club is Back

Laura WEINGRILL / 28. Jänner 2020
Musik - Soundnerd

Die Hotlist 2020

Mit dem neuen Jahr steigen auch die Erwartungen an eine neue Gruppe von Künstlern und Bands, die die musikalische Agenda für die kommenden zwölf Monate festlegen werden. Genau darum geht es bei der Hotlist – eine Vorstellung all der musikalischen Genies, von denen man annehmen darf, dass sie 2020 den meisten Lärm machen werden.

Soundnerd

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Mit dem neuen Jahr steigen auch die Erwartungen an eine neue Gruppe von Künstlern und Bands, die ins Rampenlicht rücken und die musikalische Agenda für die kommenden zwölf Monate festlegen werden. Genau darum geht es bei der Hotlist – eine Vorstellung all der musikalischen Genies, von denen man annehmen darf, dass sie 2020 den meisten Lärm machen werden.

Inhaler

Auf den ersten Blick ist diese Gruppe irischer Jungs eine wunderbare Mischung aus gepflegten Gitarren- und Synth-Pop-Riffs. Mit einem berühmten Vater an ihrer Seite – Frontmann Elijah Hewson’s Vater ist kein geringerer als U2 Star Bono – und einer schon jetzt treuen Fangemeinde ist leicht erkennbar, dass die Rocker aus Dublin für die oberen Ränge der musikalischen Hemisphäre bestimmt sind.

Mit vergangenen Hits wie „Ice Cream Sundae“ und „It Won’t Always Be Like This“ und unzähligen, umwerfenden Festival Auftritten sowie ausverkauften Solo-Shows konnte sich die Band schnell Respekt in der Indie-Szene verdienen, und das aus gutem Grund. Mit guten Aussichten auf ein kommendes Album und wachsenden Tour-Abenteuern darf man auch 2020 Großes von der Gruppe erwarten.

Indoor Pets

Mitten im Geschehen zu sein ist für die Gruppe Indoor Pets aus Kent, UK, etwas, an das sie schon lange gewöhnt sind. Das aus Jamie Glass, Ollie Nunn und den Brüdern James und Rob Simpson bestehende Vierer-Team hat sich vor rund fünf Jahren zum ersten Mal zusammengetan, damals jedoch nur aus Spaß. Ein kometenartiges Alben, zahlreiche ausverkaufte Headline-Shows und eine Namensänderung später ist die Band längst nicht mehr aus der Rängen der aufkommenden Stars wegzudenken und denkt erst gar nicht daran, sich eine Pause zu gönnen.

Bombay Bicycle Club

Es mag seltsam erscheinen, die Jungs von Bombay Bicycle Club als Veteranen zu bezeichnen, wenn man bedenkt, dass niemand in der Band älter als 30 Jahre ist. Aber mit einer bereits 14-jährigen Bestandszeit inklusive einer dreijährigen Pause, wirken die erneute Zusammenkunft der Gruppe sowie die Verkündung eines vierten Albums wie ein Meilenstein.

Mit einem unglaublichem Ohr für süchtig-machende Melodien und dem Drang zur Wiedererfindung, ist die Rückkehr des Quartetts ein Fest britischer Gitarrenmusik. Bombay Bicycle Club haben den Blues im wahrsten Sinne des Wortes hinter sich gelassen und sind nun vollends dazu bereit, die Welt (erneut) zu erobern. Man darf gespannt sein.

HUNNY

Kaliforniens HUNNY haben es in den vergangenen Jahren geschafft, sich mit einer Reihe von Streaming-Hits in den Rängen des verträumten Indie-Pops zu etablieren. Geboren aus einer Freundschaft, die einer gemeinsamen WG erwuchs, wurde Sänger und Gitarrist Jason Yarger, Bassist Gregory Horne und den Gitarristen Jake Goldstein und Jake Munk bald klar, dass ihr Musikprojekt mehr als nur ein Hobby war.

Keyboarder Kevin Grimmett und Schlagzeuger Joey Anderson vollendeten die Besetzung der Sunnyboys-Band. Seither konnte die Gruppe eine Vielzahl an Fans um sich scharren und feierte 2019 die Veröffentlichung ihres Debuts „Yes. Yes. Yes. Yes. Yes.“. Was noch fehlte war eine Tour, auf die man sich nun in diesem Jahr freuen darf und die sich Indie-Fans keinesfalls entgehen lassen sollten.

The Driver Era

Manchmal ist weniger einfach mehr – ein Motto, das sich die Brüder Ross und Rocky Lynch seit dem Abschied von ihrer Familien-Popband R5 zur Regel gemacht haben. Als direkte Folge des Mangels an kreativer Kontrolle, den sie bei der Zusammenarbeit mit einem großen Label als R5 erleben durften, machen die Jungs nun genau die Musik, die sie machen wollen, wie sie wollen. Alles wird selbst geschrieben, produziert und veröffentlicht.

Das Ergebnis sind turbogeladene Indie-Rock-Hits, die süchtig machen und auf mehr hoffen lassen. Und es funktioniert, denn schon in ein paar Monaten startet das Duo in eine ausgiebige Welt-Tour, bei der sie auch Halt in Wien machen werden. Auf keinen Fall verpassen.

Musik - Soundnerd

Mein Künstler des Jahres 2019

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Zum Jahreswechsel blickt die Musikjournalistin noch einmal zurück und kürt ihren ganz persönlichen musikalischen Favoriten: Lewis Capaldi.

LEWIS Capaldi ist für Laura Weingrill der Künstler des Jahres 2019. Die in England lebende Musikjournalistin hat ihn dort auch zum Interview getroffen.

 

Er ist 23 Jahre alt, lebt noch bei seinen Eltern im schottischen Whitburn in einem Schlafzimmer mit New York Tapete und bezeichnet sich selbst gerne mal als die „schottische Beyoncé“. Das mag ja alles recht witzig klingen, interessant ist aber was anderes. Doch hinter der Mauerblümchen-Fassade steckt noch mehr, denn Lewis Capaldi ist aktuell eines der beeindruckendsten Popphänomene weltweit und ist nicht nur aufgrund seines Talentes, sondern gerade wegen seiner Normalität und Nahbarkeit mein Künstler des Jahres 2019.

Doch wie genau kam es dazu? Manchmal genügt schon ein einziger Song, um eine Welle auszulösen, die nicht mehr haltbar ist. Das weiß auch der sympathische Singer-Songwriter, spätestens seit er vor zwei Jahren seinen Welthit „Bruises“ – damals noch ganz ohne Label und Management – im Internet veröffentlichte und so geradezu über Nacht zu einem der größten Stars der heutigen Generation wurde. Seither wurde das Stück über 200 Millionen mal auf Spotify angehört und konnte nur durch den absoluten Erfolg seines im Mai dieses Jahres veröffentlichten Albums „Divinely Uninspired To A Hellish Extent“ übertroffen werden.

Innerhalb kürzester Zeit schnellte die Platte an die Spitze der Charts und galt in Großbritannien für einige Monate als das am schnellsten verkaufte Album des Jahres – nur Ed Sheeran mit seinem „No.6 Collaborations Project“ konnte ihn vom Thron stoßen. Und wer den wahrscheinlich größten Hit des Jahres „Someone You Loved“ bis jetzt noch nicht kennt, gehört wohl zu den wenigen Menschen, die konsequent kein Radio hören.

Einblicke

Doch natürlich sind ausverkaufte Touren, US-Nummer-Eins-Hits und Klickzahlen im Hundertmillionen-Bereich nicht alles. Wie auch, denn so viele Kommastellen der Erfolg auch haben mag, ohne das nötige Talent ist jeder Aufstieg schnell mal wieder vorbei. Ganz zu Capaldis Glück, denn gerade davon hat der Schotte mit dem ulkigen Humor zur Genüge.

Im Kontrast zur selbstironischen Scherzkeks-Persona, die nicht davor schreckt, sein Tinder-Profil als Werbegag auf die Mauern Londons zu pflastern, erlebt man in seinen Songs plötzlich einen Sad Boy mit Liebeskummer, wie er im Bilderbuch steht. Und dabei reden wir nicht von den üblichen zwei bis drei Trennungs-Hymnen – ganz im Gegenteil, denn Lewis bringt ein gesalzenes Herzschmerz-Epos mit sich, samt zerbrechlicher Engelsstimme und einem Facettenreichtum, wie man es nur selten findet.

Erfolgsgeheimnis

Es ist dieser Mix aus Normalität, Witz und Superstar-Stimme, der den Sänger so hervorstechen lässt wie schon lange keinen anderen. Zu verdanken hat er das in erster Linie seinem umwerfenden Talent und seiner großen Stimme, ein bisschen aber auch seiner Nahbarkeit und seinem Meme-Potenzial.

Er hat verstanden, wie die Branche funktioniert und wie man am besten auf sich aufmerksam macht. Er photobombt gerne mal Interviews auf roten Teppichen, trägt ironisch viel zu kleine Sonnenbrillen und scheint sich selbst nie wirklich zu ernst zu nehmen. Ganz zur Freude der Musikwelt, die ihn gerade deswegen nur zu gerne hört, sieht und liebt.

So schnellt der Stern von Lewis Capaldi weiter und weiter nach oben. Und wenn wir uns ehrlich sind, er müsste schon einiges falsch machen, um es nicht ganz nach oben zu schaffen.

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Mein musikalisches Jahr 2019

Gegen Ende eines weiteren Jahres müssen wir uns erneut mit dem Phänomen auseinandersetzen, dass die Zeit äußerst langsam und gleichzeitig erschreckend schnell vergeht. Alles passiert plötzlicher und vergeht wie im Flug, wovon auch die Musik nicht die Ausnahme ist. Kaum vorzustellen, wie viele Alben und Songs dieses Jahr herausgebracht wurden. Wie viele davon geliebt, auf Spotify oder iTunes Playlisten gespeichert oder sogar live von einem ganzen Publikum lauthals mitgesungen wurden.

Wir leben in einer Zeit, in der unser unglaublicher Zugang zu Musik sowohl ein Segen als auch ein Fluch ist. Aber trotz der unfassbaren Menge an Möglichkeiten, gibt es die einen oder anderen Platten und Tracks, die uns das ganze Jahr wie ein liebevoller Schatten verfolgen. Die uns in Erinnerung geblieben sind und die wir immer wieder gerne im Ohr haben. Das sind die Songs, die für jede und jeden einzelnen das Jahr 2019 ausmachen. Und das hier ist meine ganz persönliche Liste. Das ist mein musikalisches 2019. Wie schön es doch war.

Die Platte macht den Unterschied

Alben – sie können so vieles sein. Geschichten. Kunstwerke. Oder einfach nur umwerfend spannende Zusammenkünfte von Liedern, die gemeinsam zu etwas fantastischem werden. Und auch das Jahr 2019 hatte viele dieser glänzenden Longplayer zu bieten. So begann alles im März mit der amerikanischen Band Wallows gleich einmal mit ihrem umwerfenden Debut „Nothing Happens“, das allen Indie-Pop-Fans dieser Welt wohl noch sehr lange in den Gedanken und vor allem in den Playlisten herumschwirren wird.

In den Sommermonaten folgten diesem das posthume Album „TIM“ des verstorbenen DJs Avicii, auch bekannt als Tim Bergling, sowie die granatenhafte Collab-LP „No.6 Collaborations Project“ des Singer-Songwriters Ed Sheeran. Und ganz im Sinne der Liebe zu der Gattung Indie vollendeten die unfassbar schönen und facettenreichen Alben „Now, Not Yet“ von half•alive und „Philophobia“ von Amber Run das Jahr für mich auf die wundervollste Art und Weise.

Meine Top 5 Alben des Jahres:

  1. Amber Run – Philophobia
  2. Wallows – Nothing Happens
  3. Ed Sheeran – No.6 Collaborations Project
  4. half•alive – Now, Not Yet
  5. Avicii – TIM

Songs soweit das Ohr reicht

Mal kann schon mal in Panik geraten, wenn man kurz vor dem neuen Jahr steht und in der Songs-des-Jahres-Playlist noch immer gähnende Leere herrscht. Kein Wunder, denn bei den etwa 105 Millionen Stunden an Musik, die heutzutage zur Auswahl stehen kann es schon mal schwierig werden, nur die besten und liebsten Tracks auszuwählen.

Doch so schwer es auch sein mag, am Ende ist es schön zu wissen, welche Songs letzten Endes 2019 zu dem Jahr machten, das es nun mal war. Für mich stechen bei dem Gedanken vor allem Bombay Bicycle Club’s phänomenaler Comeback-Track „Eat, Sleep, Wake (Nothing But You)”, Ed Sheeran Überhit „Antisocial“, featuring Travis Scott, sowie Wallows wundervolle Indie-Symphonie „Just Like A Movie“ hervor. Aber natürlich ist das nicht alles.

Darüber hinaus beschenkten unter anderem die Bands Inhaler, Amber Run, HalfNoise und der Sänger Lewis Capaldi (ebenfalls mein ganz persönlicher Künstler des Jahres) die Welt mit Musikwerken, bei denen ich immer wieder nur zu gerne auf Play drücke. Und das wird sich auch 2020 so schnell nicht ändern.

Meine Top 10 Songs des Jahres:

  1. Bombay Bicycle Club – Eat, Sleep, Wake (Nothing But You)
  2. Ed Sheeran ft. Travis Scott – Antisocial
  3. Wallows – Just Like A Movie
  4. Amber Run – What Could Be As Lonely As Love
  5. half•alive – RUNAWAY
  6. Inhaler – Ice Cream Sundae
  7. Avicii ft. Vargas & Lagola – Excuse Me Mr Sir
  8. Lewis Capaldi – Headspace
  9. HalfNoise – Boogie Juice
  10. Indoor Pets – Pro Procrastinator

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Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Nostalgie im Programm

„Früher war alles besser.“ Diese Aussage hört man vielfach, egal ob von jung oder alt, und egal welches Thema betreffend. Immer wieder sehnen sich die Menschen nach Dingen, Momenten, Gefühlen früherer Zeiten. So auch bei Musik. Nicht viele Alben schaffen dabei die Verbindung zu einer längst verstrichenen Zeit, einer Zeit des Funks, Psycho-Pops und Discofeelings. Doch der Band HalfNoise, auch bekannt als das Psych-Rock-Projekt des Paramore-Schlagzeugers Zac Farro, gelingt mit ihrem neuesten Studioalbum „Natural Disguise“ genau dies. Track für Track zieht der Longplayer den Hörer weiter in eine Reise in die Vergangenheit.

Schon als 14-jähriger Schlagzeuger trat Frontman Farro, der aus Nashville, USA, stammt, in die Musikbranche ein und entwickelte sich Jahr über Jahr zu einem künstlerischen Genie. Vom intelligenten Texter und talentierten Schlagzeuger bis zum Produzenten, Regisseur und Fotografen kennt sein Können schon lange keine Grenzen mehr. Kein Wunder also, dass der weltweite Erfolg mit Poppunkband Paramore dem kreativen Kopf lange nicht genug war. Kurzerhand holte er Gitarristen Logan MacKenzie und Daniel Kadawatha, Schlagzeuger Joe Mullen und Gavin McDonald sowie Bassist Joey Howard, der ebenfalls in Paramore gespielt hatte, ins Boot und erfüllte sich damit den Traum einer eigenen Band, mit der er seit 2010 die Welt des Funks und Grooves erkundet.

Ihr drittes Album „Natural Disguise“, das am 4. Oktober veröffentlicht wurde, ist die bisher umfangreichste Werksammlung der Band und wurde vollkommen von Farro selbst aufgenommen und produziert. Dabei erinnert es stark an Psych-Rock-Album der 60er und 70er Jahre, denen eine große Portion Disco eingeflößt wurde. Dabei ist es ein atemberaubendes Beispiel für zusammenhängenden Sound. Groove-zentriert, tanzfreundlich und letztendlich wahnsinnig eingängig ist jeder Song in seinem Sein einzigartig, verliert dabei aber nie seine Kohäsivität. Lässt man sich erst einmal auf die musikalische Reise ein, hat man schnell das Gefühl, die Platte nehmen und damit einen entspannten Roadtrip machen zu müssen. Am besten um sich selbst zu finden.

Passend, denn einen Blick hinter die Kulissen des eigenen Ichs zu machen ist genau das Thema, das wie ein roter Faden durch das gesamte Album verläuft. So wurde etwa der Titelsong von einer solchen Selbsterkenntnis inspiriert. Aber natürlich lindert das nichts an dem Strahlen der Lieder. Groovig und facettenreich fassen sie alles zusammen, was in den Jahrzehnten, nach denen sie sich selbst modellieren, großartig war. Süchtig machend, aber nicht überheblich, tanzen die Tracks um harmonisierten Gesang, lebhafte Drum Beats und sich selbst entwickelnde Gitarre, von denen man einfach nicht genug haben kann. Wenn es jemals einen guten Grund für Nostalgie gegeben hat, dann wurde mit „Natural Disguise“ genau der richtige geschaffen.

Musik - Soundnerd

Musik des Augenblicks

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Die kalifornische Gruppe half·alive.

 

Sie tragen Strickpullis, bunte Stoffhosen und sehen im Grunde aus wie Nerds mit leichtem Großvatereinschlag – aber sobald die Stimme von Sänger Josh Taylor ertönt, Bassist J Tyler Johnson voll loslegt und Schlagzeuger Brett Kramer in die Tassen oder besser gesagt Trommeln schlägt, wird einem schnell klar, dass hinter den unscheinbaren Mauerblümchen noch einiges mehr steckt. Denn unter dem Namen „half•alive“ erobert das Indie-Trio derzeit die Herzen aller Musikliebhaber im Sturm.

Interessanterweise trafen sich die Kalifornier anfangs nur durch einen zufälligen Zusammenstoß während eines Songwritercamps, wo sich Frontman Taylor selbst die Mission gestellt hatte, in sieben Monaten 50 Songs zu schreiben. Und das schaffte er und kam nicht nur mit den fertigen Songs, sondern auch einer kompletten Band nach Hause. Schnell wurde aus Quantität Qualität, und schon lag ihnen die Welt zu Füßen. Nach einem entspannten Start im Jahr 2015 konnten sie sich nun dank ihres brandheißen Debutalbums „Now, Not Yet“ den Platz in den Rängen der besten Newcomer sichern.

Kein Song klingt wie der nächste, nur die sanfte, zerbrechliche Stimme Josh Taylors, mal nackt und ehrlich, mal mit Hall- und Chorklängen belegt, ist ein ständiger Begleiter auf der musikalischen Achterbahnfahrt dieses Albums. Die kreative Ausgestaltung der Songs ist der Rahmen, der diese Platte umgibt, und die dafür sorgt, dass „Now, Not Yet“ die Bezeichnungen Pop, Rock, Funk, Disco sowie Elektropop umschwirren. Da wären die heftigen Drums in „RUNAWAY“, der eindringliche Bass in „TrusT“, der süße Gesang in „arrow“, der süchtig-machende Beat von „still feel.“ und die epischen Synth-Sounds in „ice cold.“ – von allem ist ein wenig etwas dabei.

Hier ein leiser Haucher, da ein einmaliger Drum-Schlag und plötzlich wieder die E-Gitarre im Ohr – so bleibt der Longplayer zu jeder Sekunde überraschend und macht auch nach mehrmaligem Hören extrem viel Spaß. Die Songs wirken überwiegend heiter, manchmal sogar augenzwinkernd, aber auch ernsthaft, wobei sie aber niemals schwermütig werden. Durch die vielen Spielchen haben es die kalifornischen Jungs von „half•alive“ geschafft, ein Pop-Meisterwerk zu produzieren, das trotz der zahlreichen Soundfinten, Beatwechsel und Samplemixes runter geht wie Öl und Lust macht auf mehr.

Mehr dazu auf:

www.thatlemonlife.blog

Nächstes Konzert der Band: 30. Oktober im WUK in Wien

Jeder Mensch erlebt in seinem Leben irgendeine Art von Liebe. Sie kann so schön sein wie auch hässlich und alles vollkommen auf den Kopf stellen. Diesem Konflikt widmet sich auch das neueste Album „Philophobia“ der britischen Indie-Gruppe Amber Run.

Soundnerd

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Von der Angst vor der Liebe

Ob platonisch oder romantisch, unerwidert oder bedingungslos: Jeder Mensch erlebt in seinem Leben irgendeine Art von Liebe. Sie kann so schön sein wie auch hässlich und alles vollkommen auf den Kopf stellen. Diesem Konflikt – und dem empfindlichen Gleichgewicht zwischen den beiden – widmet sich das neueste Album der britischen Indie-Gruppe Amber Run.

Die Angst, sich zu verlieben – so könnte man den Begriff Philophobia übersetzen. Es ist ein Gefühl, dass sicher jeder von uns kennt, denn es ist nicht immer leicht sich auf Menschen einzulassen und sein Herz zu öffnen. Genau diesem Thema widmet sich die dritte und gleichnamige Platte der aus Nottingham stammenden Gruppe Amber Run, die am 27. September weltweit erscheinen wird. Dabei soll vor allem Abneigung der zentrale Fokus sein, doch auch die Natur der Liebe in all ihren verschiedenen, komplexen Facetten und Formen.

Damit beweist das musikalische Trio, bestehend aus Joshua „Joe“ Keogh, Tom Sperring und Henry Wyeth, erneut, dass sie nicht davor scheuen, auch einmal lyrisch ein wenig tiefer zu Graben und die eher unschönen Seiten des komplexen Wirbelsturms der Emotionen und Gefühle zu beleuchten. So sind und bleiben Amber Run eine Band, mit der Leute sich identifizieren können. Ehrlich und aufrichtig laden sie ihre Hörer dazu ein, ihnen auf eine Klang-Exkursion mit immer neuen Wendungen und euphorischer Emotionalität zu folgen.

Ihr typischer cineastischer Indie-Rock unterlegt mit düsteren, selbstreflektierenden Klängen und Texten, ist auch in ihrer ersten Singleauskopplung „Affection“ zu spüren. In einem ihrer bislang ehrlichsten Songs verkündet Leadsänger Joe Keoghs einzigartige, herzzerreißende Stimme, dass Liebe genauso schmerzhaft wie auch erfüllend sein kann und es manchmal schwierig sein kann, die Menschen, die man liebt, loszulassen. Nach dem Hören verbleibt ein leichter Geschmack von Melancholie, der dennoch nicht lieblicher sein könnte.

Wie auch mit ihren vergangenen Veröffentlichungen unterstreichen Amber Run mit ihren bisherigen Tracks von „Philophia“ erneut, dass es manchmal das Beste ist, sich dem Monster im Schrank zu stellen. Und wie könnte das schöner sein, als auf einer pop-zentrierten, emotionalen und beinahe philosophischen Entdeckungsreise voller Überraschungen?

„Philophobia“, Amber Run’s drittes Studioalbum erscheint am 27. September. Wer noch mehr über die Band erfahren möchte, kann ihnen auf ihrer Homepage einen Besuch abstatten.

Wenn du noch weiter in die Welt der Musik eintauchen möchtest, schau gerne auch auf meinem Blog www.thatlemonlife.blog vorbei.

Es ist nicht einfach, ein Fan zu sein, denn immer wieder kämpft man gegen institutionalisierten Sexismus und Imperialismus. Dabei haben es besonders junge, weibliche Fans schwer, die von der Gesellschaft gerne mal als überemotionale und realitätsferne „Fangirls“ bezeichnet werden. Aber warum ist das eigentlich so? Wann wurde Fan-Sein so verpönt?

Es war ein trauriger Tag für die Musikwelt, als am 20. April 2018 bekannt wurde, dass sich DJ Avicii, mit bürgerlichem Namen Tim Bergling, das Leben genommen hatte. Nun, knapp ein Jahr später, liefert sein posthumes Album „TIM“ zwölf neue Tracks, die zwar tanzbar sind wie eh und je, aber trotzdem die Frage hinterlassen – haben wir sein SOS überhört?

Bauen im Burgenland

Bauen im Burgenland

Eine neue Broschüre gibt wertvolle Tipps, was das Bauen, Umbauen, Renovieren, im Burgenland betrifft. Erhältlich ist die neue Broschüre ab Anfang Jänner in allen Gemeindeämtern und kann via Internet direkt herunter geladen werden.
Peter SITAR / 18. Dezember 2019

Ab Jänner werden die Transportwege für Qualitätsbeton der Wopfinger Transportbeton Ges.m.b.H. im Südburgenland wesentlich kürzer, denn mit 1. Jänner 2020 betreibt das niederösterreichische Unternehmen, welches in der Region bereits Transportbetonwerke in Großwilfersdorf sowie Markt Allhau betreibt, das Transportbetonwerk der Fa. Die Betonprofis GmbH in Rechnitz.

Große Auszeichnung für ein O.K. Energie Haus in Neuberg: Es wurde mit Silber des klimaaktiv Gebäudestandards prämiert. Die Bauherrn des Vorzeigehauses, Tamara Kminek und Harald Knor, nahmen den Preis freudig entgegen.

Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit vergab die Auszeichnung in St. Pölten, ein Preis ging ins Burgenland

Das Einfamilienhaus in Neuberg, erfüllt die strengen Kriterien des klimaaktiv Gebäudestandards. Es entsprechen damit höchsten Anforderungen in Sachen Energieeffizienz, nachhaltiger Planung und Ausführung, Baustoffe und Konstruktion sowie Komfort und Raumluftqualität. Ein Detail am Rande: 25 Prozent aller klimaaktiv zertifizierten Gebäude im Burgenland stammen aus der premium Produktion von O.K. Energie Haus.

Am Mittwoch, den 27.11.2019, zeichnete Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek in St. Pölten herausragende Beispiele für nachhaltiges Bauen aus. Der klimaaktiv Gebäudestandard des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus ist das europaweit erfolgreichste und gleichzeitig anspruchsvollste Gütesiegel für nachhaltiges Bauen, denn er definiert die im internationalen Vergleich strengsten Anforderungen im Bereich Energieeffizienz. Er ist somit ein idealer Leitfaden, um klimafreundliches, ökologisches und behagliches Wohnen sowie Arbeiten zu garantieren – sei es im Falle eines Neubaus oder einer qualitativ hochwertigen Sanierung. Die Bewertung der Gebäude nach dem klimaaktiv Kriterienkatalog erfolgt mit Bronze, Silber und Gold in drei Qualitätsstufen.

http://www.ok-haus.at

 

In Stegersbach entsteht ein neues Kompetenzzentrum für den Klimaschutz in Österreich. Man will damit den Beweis antreten, dass Wirtschaftsinteressen und Klimaschutz längst keine Widersprüche mehr sind.

„In der Praxis brauchen wir über die Kompatibilität von Klimaschutz und Wirtschaftsinteressen gar nicht mehr zu diskutieren, bei uns passt das längst zusammen“ meint der Energie-Unternehmer und Bauherr Andreas Schneemann über sein zukünftiges Energie-Kompetenzzentrum solar.one in Stegersbach dessen Spatenstich kürzlich mit prominenter Besetzung vorgenommen wurde. „Wenn hier 10 Kommunen, 12 Top-Unternehmen, die regionale Wirtschaft und die ganze Bevölkerung zusammenarbeiten, dann hat das erfreulicherweise
keine allzu langen Verhandlungen erfordert, denn der Nutzen war für alle Beteiligten von Beginn an offensichtlich.“

Das Projekt

Auf dem 1,5 ha großen Areal in Stegersbach wird ein sehr modernes Gebäude entstehen, das alle wesentlichen Umwelt- und energieanforderungen erfüllen soll. Mit Photovoltaik am Dach, in der Fassade und in Carports integriert, mit Dachbegrünungs-Lösungen, nachhaltiger Wärmeversorgung, Bauteilaktivierung, Speicherlösungen, Gebäudeleittechnik, E-Ladeinfrastrukturen und ansprechendem Design, wird ein einzigartiges Vorzeigeobjekt geschaffen. Schneemann hat zwar schon einige Mieter, will aber noch weitere gewinnen, um eine möglichst umfassende Kompetenz in der Entwicklung „digitaler erneuerbarer Energiesysteme“ zu erreichen. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Herbst 2020 geplant. Die Bevölkerung als auch interessierte Unternehmen werden über die neue solar.one- Website, regionale Printmedien und Social-Media Kanäle, permanent Informationen über den Stand des Baus und die zukünftigen Angebote des Zentrums abrufen können.

Beim Spatenstich waren die an der Technik und am Bau beteiligten Unternehmen, die Vertreter der zehn involvierten Gemeinden, darunter die Landtagsabgeordneten Georg Rosner und Wolfgang Sodl sowie Landesrat Heinrich Dorner und Landtagspräsidentin
Verena Dunst anwesend. Landesrat Heinrich Dorner meinte „Ich bin stolz darauf, dass dieses Kompetenzzentrum hier in Stegersbach entsteht, weil es weit über Landes- und Bundesgrenzen hinaus die technische Innovationskraft der Region und des Burgenlandes weiter bekannt machen wird. Es soll einen wesentlichen Beitrag gegen die drohende Klimaerwärmung und für die Arbeitsplätze, Investitionen und Lebensqualität im Südburgenland erbringen und ein echtes internationale sichtbares Leuchtturm-Projekt werden.“

http://www.solar.one

Mit einer groß angelegten Informationskampagne wendet sich SPÖ-Landtagspräsidentin Verena Dunst an die Pendlerinnen und Pendler insbesondere aus dem Südburgenland. In Foldern, Inseraten und Online werden sie über die beruflichen Chancen informiert, die das Südburgenland bietet. Bei der Präsentation in den Räumlichkeiten der HTG in Güssing freute sich der junge Familienvater und langjährige Pendler Roman Schendl sehr darüber, wieder einen Arbeitsplatz in Güssing gefunden zu haben. Der Geschäftsführer Zloklikovits begrüßt die Initiative und freut sich über den neuen Mitarbeiter.

Das Infrarotheizelement „Tower 3IN1“ aus dem Hause Redwell Manufaktur GmbH (Hartberg, Austria) wurde mit dem hochkarätigen German Design Award ausgezeichnet. Das Infrarotheizsystem Tower 3IN1 verbindet angenehme Wärme mit geradlinigem Design. Dieses innovative Heizelement bringt aufgrund von 4 Heizflächen eine enorme Heizleistung von 800 Watt auf und kann sein 360° Umfeld beheizen. Rasch und energiesparend verbreitet sich seine wohlige Infrarot-Wärme in den Räumlichkeiten.

Vom 8. bis 10. November verwandeln sich die Oberwarter Messehallen anlässlich der Genussmesse in ein Schlaraffenland. Hier präsentieren vor allem regionale Anbieter ihre tollen Produkte in höchster Qualität. Zeitgleich läuft dazu auch die Feuerwehrmesse.

Auch Spezialitäten, wie Schnecken, werden auf der Genussmesse von heimischen Produzenten angeboten

200 Aussteller sind heuer wieder bei der Genussmesse in Oberwart. Sie sorgen für einen Mix aus Bodenständigkeit und Exklusivität. Ganz stark vertreten sind heuer die Winzer mit ihren Spitzenprodukten. Bei den Lebensmitteln reicht der Bogen von Käse und Würsten über regionale Nudelprodukte, exklusiven Schneckenprodukten, bis hin zur Pralinenmanufaktur.

Parallel dazu findet auch wieder die Feuerwehrmesse statt. Hier finden die Florianis und ihre Experten Wissenswertes über die bestmögliche Ausrüstung bis zur modernen Löschtechnik.

Das Interesse des Publikums war bereits am ersten Tag sehr groß. Am Freigelände gibt es zusätzlichen Parkraum für die Besucher.

http://www.genuss-burgenland.at

http://www.feuerwehr-messe.at

„Wir sind  strukturierter!“

„Wir sind strukturierter!“

Sie sind klug, selbstbewusst und Schwestern. Stehen voll im Leben, managen einen 80 Mann-Betrieb und empfehlen den Frauen mehr Mut. Dagmar Ajtic und Esther Lang aus Friedberg im Portrait.
Christian KEGLOVITS / 28. Jänner 2020
Planen-Bauen-Wohnen

Baumesse Oberwart

Es ist eine besondere Baumesse, die heuer im Oberwarter Messezentrum stattfindet, denn es ist die 30ste! Von 30. Jänner bis 2. Februar 2020 werden Häuslbauer, Renovierer und Bastler wieder bestens beraten. Eine Erfolgsgeschichte, auf die man ein Leben lang bauen kann.

Die 30. Baumesse im Messezentrum Oberwart präsentiert wieder aktuelle Trends und wichtige Informationen im Bereich Planen-Bauen-Wohnen. 200 Aussteller präsentieren auf der Baumesse Oberwart, die vom 30. Jänner bis 2. Februar stattfindet, top Angebote.

 

Der richtige Baustoff ist das A und O bein Hausbau. Es ist entscheidend, welches Werkzeug, Material und Fundament man wählt.

Menschen wohnen heute anders als noch vor dreißig Jahren. Nachhaltigkeit, Ökologie und vor allem Energiesparen sind wichtige Faktoren, die es beim Planen des neuen Eigenheimes oder bei dessen Renovierung heute zu bedenken gilt. Auf der Baumesse erklären Experten aus den Bereichen Fertig- und Passivhaus ebenso wie renommierte Baumeister, wie man heute baut und wohnt.

„Die Baumesse ist eine Serviceleistung der Superlative, denn nirgendwo sonst sind die Wege zu allem, was man für das Eigenheim braucht, so kurz wie bei uns“, erklärt Veranstalter Markus Tuider.

Förderungen

Die burgenländische Wohnbauförderung gilt als eine der besten Österreichs. Auf der Baumesse gibt es zahlreiche und wichtige Informationen über Fördertöpfe – somit auch über den Handwerkerbonus vom Land Burgenland von bis zu 7.000 Euro.

Wohnen & Co

Auf der 30. Baumesse im Messezentrum Oberwart finden die Besucherinnen und Besucher tausende Einrichtungsideen. Wie aus dem Bad ein Wellnesstempel wird und welch wunderbare Atmosphäre eine einzige Lampe erzeugen kann – sofern sie die richtige ist – das sind nur einige Bereiche, über die die Profis der Baumesse informieren. „Wer seinen eigenen Plan mitbringt, kann von den Experten gleich individuell beraten werden, so der Tipp von Markus Tuider.

Energie sparen zahlt sich aus

Wie dämme ich mein Haus richtig, welches System zur Energiegewinnung passt zum Eigenheim und zum Lebensstil? „Energiesparen bleibt der Dauerbrenner auf der Oberwarter Baumesse“, weiß Markus Tuider. Sämtliche Fragen über Solarenergiesysteme, PV-Anlagen, Dämmstoffe und die passende individuelle Heizung werden von den Experten beantwortet.

Smart Living

Wenn sich das Licht einschaltet, sobald man den Raum betritt oder der Staubsaugerroboter bequem vom Handy aus gesteuert wird, dann handelt es sich sicher um eine Smart-Living-Lösung. Auch in diesem Bereich gibt es viele Neuigkeiten auf der 30. Baumesse zu erfahren.

Außerdem wird ein Schwerpunkt auf Einbruchschutz und Sicherheitstechnik gelegt.
Und nicht zuletzt verweist Markus Tuider auch auf den großen Ausstellungsbereich zum Thema Garten, Terrasse und Pool. Kein Wunder, denn für viele ist der Garten einer der ausschlaggebenden Gründe für ein eigenes Haus.
30. Baumesse Oberwart

Do, 30. Jänner – So, 2. Februar
täglich von 9 bis 18 Uhr
www.baumesse-oberwart.at

Alternative Energiegewinnung ist längst ein ökologisch-ethisches Muss. Nicht neu ist dabei die Idee, die Sonnenenergie zu nutzen: Photovoltaikanlagen (PV) gehören inzwischen schon zu den Evergreens der Energiegewinnung. Doch warum sind sie dann nicht längst Standard geworden? Im Ökopark Hartberg wird an einem effizienten System – Cooling LEC – eifrig geforscht.

Reportage

Klein und fein

St. Johann i. d. Haide – etwas mehr als 2.000 Einwohner hat der Ort, aber dafür einen der derzeit höchsten Politiker unseres Landes hervorgebracht: Der Grüne Vizekanzler Werner Kogler ist hier aufgewachsen. Die Selbstbeschreibung der Gemeinde ist auf drei Begriffe verdichtet: Wohnen-Arbeit-Freizeit. prima! begibt sich auf Spurensuche.

Ortsansicht St. Johann in der Haide

 

Fährt man von Hartberg aus nach St. Johann, fällt einem sofort die große Baustelle am Ortseingang ins Auge. Ringana, ein Hartberger Frischekosmetikhersteller mit Millionenumsätzen, baut hier das modernste Logistikzentrum Europas auf. Überhaupt, der Gewerbepark an der A2 ist gut besiedelt, denn St. Johann ist bei Gewerbe- und Industrietreibenden durch seine gute Anbindung beliebt. 70 km nach Graz, 120 nach Wien und ein direkter Autobahnzubringer. St. Johann tut etwas für seine Wirtschaft und wurde damit kürzlich auch – bereits zum dritten Mal – mit dem „goldenen Boden“ ausgezeichnet, einem Zertifikat der WKO Steiermark als „unternehmerfreundliche Gemeinde“. Zusammen mit den anderen Gemeinden der „Wirtschaftsregion Hartberg“, zu der auch Hartberg, Hartberg Umgebung, Greinbach und Grafendorf zählen, wurde die Auszeichnung entgegengenommen.

Ein Kontrastprogramm zum Gewerbepark zeigt sich etwas abseits der Hauptstraße: Der ABC Park. In übergroßen Buchstaben, bestehend aus verschiedensten Materialien wie Holz, Stein, Ziegel, Granit, Glas, Beton, Solarpaneelen ist hier neben dem Schriftzug „Bildung für alle“ auch das Alphabet aufgestellt. Die als Kunstprojekt von der EU-geförderte Installation soll „Lust und Freude auf Sprache und Bildung vermitteln“ und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Wer es geistlicher haben will, sucht die Lorettokapelle mitten im Wald von Mitterberg auf. Hier findet auch die alljährliche „Waldweihnacht“ statt.

Wohnen

Aufgrund der guten Arbeitssituation ist die Gemeinde schon seit gut 15 Jahren Zuzugsgemeinde. Vor allem für Familien versucht man eine gute Infrastruktur zu schaffen. Dabei sind die erst vor zwei Jahren errichtete und aufgrund der großen Nachfrage bereits erweiterte Kinderkrippe, der zweigruppige Kindergarten und die Volksschule zu erwähnen. Verschiedene Siedlungsgenossenschaften errichten Wohnungen, die fernab von der Hauptstraße mit idyllischem Naturausblick locken. Für die ältesten Bürgerinnen und Bürger gibt es ein Pflegeheim mit Platz für 80 Bewohner. Ein großer Pendlerparkplatz, der am 1. Oktober des vergangenen Jahres feierlich erweitert wurde, rundet das Angebot ab. Wen wundert es, dass durch neue Betriebsansiedlungen und den Bevölkerungsanstieg auch neue Herausforderungen auf die Gemeinde zugekommen sind?

„Für die nächsten Jahre ist die Sicherung der Trinkwasserversorgung ein großes Thema“, so Bürgermeister Günter Müller. Ein weiteres Großprojekt, das innerhalb der nächsten 5 Jahre vorgenommen werden soll, ist die Sanierung von Gemeindestraßen. Bürgerbeteiligung ist ein echtes Thema in St. Johann in der Haide. Spätestens alle 5 Jahre gibt es große Befragungen zur Zufriedenheit und über diverse Gemeindethemen wie anstehende Projekte. Die daraus gewonnen Einsichten werden in einer Bürgerversammlung der Öffentlichkeit präsentiert.

Freizeit

Und was machen die Sankt Johanner, wenn sie Freizeit haben? Wie in jeder steirischen Ortschaft gibt es auch hier ein reges Vereinsleben: unter anderen zwei freiwillige Feuerwehren, aktive Fußballer im SV, einen Pensionistenverein sowie einen Seniorenbund, Oldtimer- und Kinderfreunde sowie zwei Musikvereine uvm.

Die ehrenamtliche Kulturbeauftragte Helga Glatz organisiert Ausstellungen, Konzerte und Vorträge. In St. Johann gibt es nicht nur Kultur, sondern auch Natur: „Ich fahre gerne mit dem Rad zur Lafnitz“ verrät Amtsleiter Christian Kohlhauser, während Bürgermeister Günter Müller sich im Garten austobt oder ausgedehnte Waldspaziergänge macht. Manches Mal treffen sie sich auch zufällig bei der Maierhofermühle in den idyllischen Lafnitzauen (prima! berichtete), wo man vielleicht sogar das derzeit prominenteste Kind der Gemeinde, Werner Kogler, antreffen könnte. Und sogar sein ehemaliger Grüner Parteikollege und mittlerweile Bundespräsident Alexander Van der Bellen soll gerne hierher zum Ausruhen kommen.

St. Johann bietet von allem etwas: Gewerbe und Idylle, Pendlerparkplätze und Betreuungsplätze. Oder um es noch einmal mit dem Slogan der Gemeinde zu sagen: Wohnen-Arbeit-Freizeit.

Wir müssen alle sterben. Wir wissen nicht, wann es passiert und auch nicht wo. Über das „wie“ tappen wir ebenso im Dunkeln. Mit dieser Realität geht die größte Angst des Menschen einher. Jeden Tag stehen wir aber auf, frühstücken, lesen die Zeitung, gehen zur Arbeit und schlafen abends wieder beruhigt ein. Dabei lassen wir uns von Tatsachen, die nachweislich unsere Lebenszeit verkürzen könnten, nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Wir greifen im Supermarkt zu Ungesundem, wir rauchen und bewegen uns zu wenig. Wir stressen durchs Leben und gönnen uns oft aus Bequemlichkeit oder Zeitmangel die eine oder andere ungesunde „Belohnung“. Australien steht quasi in Flammen. Doch es ist zu weit weg, um davon tatsächlich richtig betroffen zu sein. Der Klimawandel mit katastrophalem Ausgangsszenario steht täglich auf der medialen Agenda, und dennoch kaufen wir Plastikprodukte, das billige Fleisch, wir vergessen den Müll zu trennen und fahren kurze Strecken mit dem Auto. Warum tun wir das? Dieser Frage geht prima! nach.

Portrait

Der Ton-Meister

Ton und Keramik prägen das Leben des Oberwarter Künstlers Kurt Pieber. Und die Neugier. Und so setzt er in seinem Oeuvre auf die Suche nach neuen Techniken und schafft so Einzigartiges. Dabei hat sein Kunstschaffen schon als Sechsjähriger eher zufällig beim Hüten von Kühen begonnen.

Kurt Pieber – Kunstschaffender aus Oberwart – ist bekannt durch seine Tonskulpturen und gehört zu den bedeutendsten burgenländischen Künstlern.

 

Er ist einer der eher stilleren Zeitgenossen; der heute 65-jährige Oberwarter Künstler Kurt Pieber. Dafür ein ganz feinsinniger Mensch, dem das Kreative in die Wiege gelegt zu sein scheint. Er ist gelernter Keramiker, Ofenbauer, Siebdrucker, Fotograf und Klavierspieler. Letzteres hat er sich in den letzten Jahren erst angeeignet. Und immer wieder bereit, künstlerisch neue Wege zu gehen. So hat er eine ganz eigene Technik entwickelt, um Fotografie im wahrsten Sinn des Wortes mit Keramik zu verschmelzen.

In seinem Vierkanthof in der Oberwarter Grazerstraße lebt das Multitalent. Heute ist das Anwesen ein wahres Kleinod, dem man von außen nicht ansieht, wie Kurt Pieber das Anwesen in den letzten Jahrzehnten mühevoll renoviert hat. Gleich neben dem Gebäude entsteht auf einer großen Grünfläche sein Skulpturenpark. „Ein Teil davon ist Landart, Gegenstände aus natürlichem Material, wie Holz, das nach einer bestimmten Zeit wieder zerfällt“, erzählt Pieber stolz. Lebensgroße Skulpturen finden hier aber genauso Platz wie der urburgenländische Kuchlgarten.

Der Weg

Geboren ist Kurt Pieber in Güssing, aufgewachsen in Rohr und Bocksdorf. Damals machte sich schon sein Hang zum Gestalterischen bemerkbar. Und zwar beim Kühe hüten. Gemeinsam mit anderen Kindern trieb am Morgen der Sechsjährige die Kühe des Nachbarn auf die Weide. Neben einem Bach. Ein Lagerfeuer war rasch gemacht, Krumbirn‘ wurden in der Glut gebraten, der kleine Kurt experimentierte mit dem Lehm des Baches und fing an, Figuren zu schaffen.

Durch die Hitze des Feuers wurden sie fest. Stolz zeigte der Bub sie seinen Eltern. Die behielten das im Hinterkopf, und als es um die Berufswahl ging, ermutigten sie ihren Sohn, die Fachschule für Keramik und Ofenbau in Stoob zu besuchen. Ton und Lehm begleiteten ihn fortan. Stoob schloss er als gelernter Keramiker, Ofenbauer und Fliesenleger ab.

Danach folgten berufliche Wanderjahre, die ihn u.a. zu einem Hafnermeister nach Wien führten, wo er lernte, historische Kachelöfen nicht nur zu restaurieren, sondern sie auch selbst zu bauen.

Nach Jahren der Selbstständigkeit absolvierte er die Berufspädagogische Akademie in Wien und begann 1982 in seiner Ausbildungsschule in Stoob zu unterrichten. Ofenbau, das Modellieren von Reliefs und Objekten standen dabei am Stundenplan ebenso wie der Siebdruck.

Weiterentwicklung

Von Beginn an reizte es Pieber, ob es nicht gelingen könnte, den Siebdruck – dabei wird Druckfarbe durch ein feinmaschiges Gewebe auf die zu bedruckende Oberfläche übertragen – mit der Fotografie zu verbinden und auf Keramik zu übertragen. Schließlich gelang ihm das auch.

Zuvor setzte er sich jedoch auch noch intensiv mit dem Thema Fotografie auseinander und besuchte sechs Semester lang die Fotoakademie in Graz und schloss sie mit dem Meisterkurs ab. Das Ergebnis sind großflächige Werke, teils mit Mehrfachbelichtung und starken Farben. „Ich habe das eine nicht gegen das andere getauscht, ich arbeite in allen Bereichen weiter“, erzählt der Künstler schmunzelnd. Dabei reicht der Bogen von kleinen bis lebensgroßen Keramiken, farbenprächtigen Siebdrucken mit Fotoobjekten bis zur kreativen Landart.

Zur Entspannung setzt sich der Kreative dann entweder ans Klavier oder auf den Hometrainer. Oder beides – nacheinander natürlich. Das Kunstschaffen begleitet ihn schon sein ganzes Leben lang. Die Liste seiner Ausstellungen ist lang. Schauen in Deutschland und Belgien stehen ebenso zu Buche wie zahlreiche Ausstellungen in Österreich.

Sein nächstes Projekt ist eine Fotoreise nach Schottland. Gemeinsam mit Gleichgesinnten wird er versuchen, die wunderschöne Landschaft auf Film/Chip zu bannen. Zu sehen soll es das Ergebnis des künstlerischen Trips 2020 in einer Ausstellung geben. Bis zum Abflug nach Schottland wartet noch eine Menge Arbeit auf den Künstler. Für den heurigen Tag der Offenen Ateliertüre (23. und 24. Mai) ist noch einiges an Vorbereitungen zu erledigen. „Aber ich freu mich schon jetzt auf viele Besucher“, lädt der Künstler herzlich ein.

Zum Schmökern: immer wieder taucht ein cowboy auf

Künstler haben in der Gesellschaft eine Aufgabe und diese nehmen sie wahr – sei es bewusst oder unbewusst, leise oder polternd. Genaues Hinschauen und Aufzeigen. Entgegentreten. Den Spiegel vorhalten. Das Salz in der Demokratie sein. Besonders in einer Zeit, in der der Klimawandel geleugnet wird, der Begriff Gutmensch zum Schimpfwort geworden ist und täglich Scheußlichkeiten und Rülpser durch soziale Medien fluten. In seinem Buch Und immer wieder taucht ein Cowboy auf bezieht Rudolf Hochwarter Position. Er greift öffentliche Statements oder politische Begriffe und Aussagen auf und stellt sie eigenen Texten gegenüber. Mit bildnerischen Mitteln nehmen die Künstler Wolfgang Horwath, Erich Novoszel und Kurt Pieber Stellung.

www.kurt-pieber.at

Rede & Antwort

“So sind wir schon!“

Alexander van der Bellens Zitat nach dem Auffliegen der Ibiza-Affäre „So sind wir nicht!“ stößt bei der ehemaligen Bundespräsidentschaftskandidatin Gertraud Knoll auf Widerspruch. 1994 wurde ihre Wahl zur ersten Evangelischen Superintendentin Österreichs zum Medienereignis, und sie war ein Jahr im Amt, als vor 25 Jahren – am 5. Feber 1995 – vier Männer in der Romasiedlung in Oberwart durch die von Franz Fuchs gelegte Sprengfalle ermordet wurden. Als engagierte Kämpferin für Menschlichkeit hielt sie weder als kirchliche Amtsträgerin noch später als SPÖ-Politikerin mit Kritik an Gesellschaft, Kirche und Politik nie hinter dem Berg. Ämter und Funktionen hat sie längst abgelegt, öffentliche Auftritte sind rar. Für „prima!“ stand sie nun Walter Reiss Rede und Antwort über Erinnerungen an das Attentat, und sie warnt nach wie vor vor unmenschlichem Schüren von Ängsten und Ausgrenzen von „Anderen“.

Musik - Soundnerd

The Club is Back

Foto: Bombay Bicycle Club

Soundnerd

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

The Club is Back

Es gab eine Zeit, in der sich keiner sicher war, ob man je wieder etwas von der britischen Indie-Gruppe Bombay Bicycle Club hören würde. Knapp sechs Jahre ist es her, dass sie ihr letztes Album „So Long, See You Tomorrow“ veröffentlichten, bevor sie ihre Auszeit auf unbestimmte Zeit einlegten. Und nicht ohne Grund warf diese Trennung bei den Fans die Frage auf, was die Zukunft nun für sie bereite.

Doch 2019 wird nicht grundlos als das große Jahr der Comebacks in die Geschichte eingehen, denn so wie die Kultbands The Jonas Brothers und My Chemical Romance ließen es sich auch die Bombay Rocker nicht nehmen, ihren Fans das beste Geschenk zu machen. An einem sonnigen Tag im August kehrten die Jungs wie aus dem Nichts plötzlich zurück und veröffentlichten als Teil ihrer Rückkehr obendrauf noch die absolut süchtig machende Single „Eat, Sleep, Wake (Nothing But You)“ – ein Track, der vermuten lässt, dass es nicht nur die Fans waren, die sich nach der aus London stammenden Band sehnten.

Ein paar weitere umwerfende Singles und feuerwerkähnelnde Live-Shows später spielte Bombay Bicycle Club nun noch ihren letzten Trumpf aus und veröffentlichte am 17. Jänner ihr Wiederauferstehungsalbum mit dem Titel „Everything Else Has Gone Wrong“. Produziert von John Congleton, bekannt durch seine Arbeit mit St. Vincent und The War On Drugs, beschäftigt sich die Platte genau mit den Situationen, aus denen sie entstanden ist. „Dies ist ein Album für alle, die sich in einer Zeit der Krise jemals der Musik zugewandt haben. Es geht um den Trost, den man bekommen kann, wenn man Musik hört oder Musik spielt, wenn alles andere schief gelaufen ist. Es geht darum, in schlimmen Situationen einen Kern der Hoffnung und Erneuerung zu finden,“, so Lead-Sänger Jack Steadman, dessen Stimme nach all den Jahren noch immer wärmend wie eine Portion Sonnenschein einem auf der Reise durch den Longplayer begleitet.

Das Album brilliert sowohl in den lyrischen als auch in den musikalischen Teilen und erinnert den Hörer dabei immer wieder an den Weg, den das Quartett bisher hinter sich gelassen hat und vor allem an den Weg, der noch vor ihnen liegt. Es ist die einnehmende Schönheit der Platte, die ihr ihren besonderen Glanz verleiht und die es daneben noch schafft, ein Gefühl von Optimismus und Euphorie zu transportieren.

15 Jahre ist es her, dass sich eine Gruppe von gelangweilten Schülern zusammentat, um eine Band zu gründen. Fünf Alben, viele Rekorde, unzählige Konzerte und eine knapp vierjährige Pause später scheint es, dass die Londoner ihren Platz vollends gefunden haben. Der Club ist zurück und besser denn je.

Der Ton-Meister

Der Ton-Meister

Ton und Keramik prägen das Leben des Oberwarter Künstlers Kurt Pieber. Und die Neugier. Und so setzt er in seinem Oeuvre auf die Suche nach neuen Techniken und schafft so Einzigartiges. Dabei hat sein Kunstschaffen schon als Sechsjähriger eher zufällig beim Hüten von Kühen begonnen.
Peter SITAR / 28. Jänner 2020

Start für das österreich-ungarische Interreg-Projekt, mit dem Ziel, die sechs bedeutendsten archäologischen Fundorte aufzubereiten.

 

Der Tourismusverband Region Oberwart ist Partner des grenzüberschreitenden Projektes „ArcheON“. Dabei werden die insgesamt sechs bedeutendsten archäologischen Fundorte im Projektgebiet erschlossen und wissenschaftlich aufbereitet. Auf Basis der Ergebnisse der Grabungen wird eine „archäologische Schatzkarte“ und dazu eine Reiseführer-App erstellt, um daraus ein grenzüberschreitendes, archäologisches Erlebnisangebot zu erarbeiten.

Er kennt sie alle gut, die meisten von ihnen sogar persönlich: die bedeutendsten politischen Persönlichkeiten der letzten Jahrzehnte. Mit spitzer Feder und sonorer Stimme beschreibt er präzise, was die Mächtigen in Europa und weltweit geschaffen, aber auch zerstört haben. Als profunder Osteuropaexperte und Buchautor brilliert er ausgerechnet im von Jungstars dominierten TV-Business: Der neunzigjährige Publizist moderiert nach wie vor das Europastudio des ORF. Seinen ersten Bericht für die „Financial Times“ schrieb er über das Burgenland. Im Jahr 2000 ging übrigens der Burgenländische Journalistenpreis an Paul Lendvai und Walter Reiss. Zwei Preisträger trafen einander zu einem prima! Gespräch.

Im Vorjahr holte sich Tavola den Handelsoscar Gia. Heuer feiert das Haushalts- und Lifestylegeschäft Jubiläum!

Jörg Seewald und seine Mitarbeiterinnen

 

1994 wurde das Unternehmen von Jörg Seewald in Hartberg auf 60m² am Hauptplatz eröffnet und hat sich seit dieser Zeit zu einem der führenden Haushaltsfachgeschäfte in Österreich entwickelt.

Inzwischen ist das Unternehmen ins HATRIC übersiedelt. Auf 500m² findet der Kunde alles rund um die Küche, den gedeckten Tisch, Wohnaccessoires sowie ganz viele Geschenkideen.

Schmuck und Handtaschen machen aus Tavola ein richtiges Lifestylegeschäft. Die Aktionsangebote der Jubiläumswoche sind noch bis Anfang November gültig.

Wussten Sie übrigens, dass die Mitarbeiterinnen insgesamt über 100 Jahre im Unternehmen beschäftigt sind? – Was für die Erfahrung und Zuverlässigkeit von TAVOLA spricht!

Eventtipp

Am 08. und 09. November (08 November bis 21 Uhr geöffnet) kocht Chefkoch Herbert Gregori in der Schauküche von Tavola Köstliches aus der Herbstküche! Dazu gibt es tolle WMF Angebote!
Mehr unter www.tavola.at.

An der B63a wird ein neuer Kreisverkehr errichtet. Er soll die neue, direkte Zufahrt zum Krankenhaus werden. Im Zuge der Bauarbeiten muss der Verkehr teilweise für die Dauer von fünf Wochen umgeleitet werden. Zum Teil auch durch das Stadtgebiet von Oberwart. Start ist am 7. Oktober.

Die Bauarbeiten am neuen Kreisverkehr sind im vollen Gang. Ab 7. Oktober wird es zu Verkehrsbehinderungen kommen

An der B63a, der Umfahrung von Oberwart, wird eine Zufahrt zum neu geplanten Krankenhaus Oberwart errichtet. Die Einbindung der neuen Zufahrt erfolgt über einen Kreisverkehr. Für die Errichtung und damit Sicherheit sowie Flüssigkeit des Verkehrs gewährleistet wird, muss in der Zeit ab 7. Oktober 2019 für die Dauer von fünf Wochen der Verkehr teilweise umgeleitet werden.
·        Die B63a ist vom Kreisverkehr – Kreuzungsbereich L382 – Unterwarter Straße, L269 Spitalzufahrt Oberwart, B63a- Oberwarter Straße – bis zum Kreisverkehr beim Mc Donald´s Restaurant für Fahrzeuge von Großpetersdorf kommend gesperrt.
·        Der Lkw-Verkehr von Großpetersdorf kommend wird ab dem Kreisverkehr (L386 Stegersbacherstraße, B63, B63a) auf die B63 in Richtung Ortszentrum Oberwart umgeleitet.
·        Im Kreuzungsbereich der L240 (Oberwarter Straße) und der B63 (Steinamangerer Straße) von St. Martin kommend ist nur Rechtsabbiegen gestattet.
Die Umleitungen werden durch Vorinformationstafeln angezeigt.
Die Teilsperre ist für die Bautätigkeiten notwendig, da der Kreisverkehr auf diese Weise in zwei Schritten (halbseitig) hergestellt werden kann und dadurch die Qualität der Arbeiten gewährleistet wird. Eine Komplettsperre der B63a wurde ausgeschlossen, da in diesem Fall über 30.000 Fahrzeuge täglich durch die Stadt Oberwart fahren müssten und diese Belastung nicht vertretbar wäre.

Planen-Bauen-Wohnen

Das Recht auf Chaos

Für die Rubrik Planen-Bauen-Wohnen dürfen wir Persönlichkeiten aus der Region in ihrem intimsten Umfeld besuchen. Oftmals unterstreicht das Zuhause die Persönlichkeit der Bewohner, manchmal überrascht uns diese private Einsicht. In jedem Fall dürfen wir über das Mobiliar, die Gemäuer und die Gedanken, die sich die Besitzer darüber machen, diese besonderen Menschen besser kennenlernen. Diesmal gewährten uns Peter Wagner und Eveline Rabold einen Einblick von ihrem familiären Leben abseits des Litzelsdorfer Zentrums. Das Haus erzählt die Geschichte zweier unterschiedlicher Charaktere, die sich auf etwa 360 Quadratmetern eine interne, örtliche Trennung geschaffen haben und sich dennoch immer wieder ohne Kompromisse in der Mitte wiederfinden.

„Wir sind  strukturierter!“

„Wir sind strukturierter!“

Sie sind klug, selbstbewusst und Schwestern. Stehen voll im Leben, managen einen 80 Mann-Betrieb und empfehlen den Frauen mehr Mut. Dagmar Ajtic und Esther Lang aus Friedberg im Portrait.
Christian KEGLOVITS / 28. Jänner 2020
Portrait

Der Ton-Meister

Ton und Keramik prägen das Leben des Oberwarter Künstlers Kurt Pieber. Und die Neugier. Und so setzt er in seinem Oeuvre auf die Suche nach neuen Techniken und schafft so Einzigartiges. Dabei hat sein Kunstschaffen schon als Sechsjähriger eher zufällig beim Hüten von Kühen begonnen.

Kurt Pieber – Kunstschaffender aus Oberwart – ist bekannt durch seine Tonskulpturen und gehört zu den bedeutendsten burgenländischen Künstlern.

 

Er ist einer der eher stilleren Zeitgenossen; der heute 65-jährige Oberwarter Künstler Kurt Pieber. Dafür ein ganz feinsinniger Mensch, dem das Kreative in die Wiege gelegt zu sein scheint. Er ist gelernter Keramiker, Ofenbauer, Siebdrucker, Fotograf und Klavierspieler. Letzteres hat er sich in den letzten Jahren erst angeeignet. Und immer wieder bereit, künstlerisch neue Wege zu gehen. So hat er eine ganz eigene Technik entwickelt, um Fotografie im wahrsten Sinn des Wortes mit Keramik zu verschmelzen.

In seinem Vierkanthof in der Oberwarter Grazerstraße lebt das Multitalent. Heute ist das Anwesen ein wahres Kleinod, dem man von außen nicht ansieht, wie Kurt Pieber das Anwesen in den letzten Jahrzehnten mühevoll renoviert hat. Gleich neben dem Gebäude entsteht auf einer großen Grünfläche sein Skulpturenpark. „Ein Teil davon ist Landart, Gegenstände aus natürlichem Material, wie Holz, das nach einer bestimmten Zeit wieder zerfällt“, erzählt Pieber stolz. Lebensgroße Skulpturen finden hier aber genauso Platz wie der urburgenländische Kuchlgarten.

Der Weg

Geboren ist Kurt Pieber in Güssing, aufgewachsen in Rohr und Bocksdorf. Damals machte sich schon sein Hang zum Gestalterischen bemerkbar. Und zwar beim Kühe hüten. Gemeinsam mit anderen Kindern trieb am Morgen der Sechsjährige die Kühe des Nachbarn auf die Weide. Neben einem Bach. Ein Lagerfeuer war rasch gemacht, Krumbirn‘ wurden in der Glut gebraten, der kleine Kurt experimentierte mit dem Lehm des Baches und fing an, Figuren zu schaffen.

Durch die Hitze des Feuers wurden sie fest. Stolz zeigte der Bub sie seinen Eltern. Die behielten das im Hinterkopf, und als es um die Berufswahl ging, ermutigten sie ihren Sohn, die Fachschule für Keramik und Ofenbau in Stoob zu besuchen. Ton und Lehm begleiteten ihn fortan. Stoob schloss er als gelernter Keramiker, Ofenbauer und Fliesenleger ab.

Danach folgten berufliche Wanderjahre, die ihn u.a. zu einem Hafnermeister nach Wien führten, wo er lernte, historische Kachelöfen nicht nur zu restaurieren, sondern sie auch selbst zu bauen.

Nach Jahren der Selbstständigkeit absolvierte er die Berufspädagogische Akademie in Wien und begann 1982 in seiner Ausbildungsschule in Stoob zu unterrichten. Ofenbau, das Modellieren von Reliefs und Objekten standen dabei am Stundenplan ebenso wie der Siebdruck.

Weiterentwicklung

Von Beginn an reizte es Pieber, ob es nicht gelingen könnte, den Siebdruck – dabei wird Druckfarbe durch ein feinmaschiges Gewebe auf die zu bedruckende Oberfläche übertragen – mit der Fotografie zu verbinden und auf Keramik zu übertragen. Schließlich gelang ihm das auch.

Zuvor setzte er sich jedoch auch noch intensiv mit dem Thema Fotografie auseinander und besuchte sechs Semester lang die Fotoakademie in Graz und schloss sie mit dem Meisterkurs ab. Das Ergebnis sind großflächige Werke, teils mit Mehrfachbelichtung und starken Farben. „Ich habe das eine nicht gegen das andere getauscht, ich arbeite in allen Bereichen weiter“, erzählt der Künstler schmunzelnd. Dabei reicht der Bogen von kleinen bis lebensgroßen Keramiken, farbenprächtigen Siebdrucken mit Fotoobjekten bis zur kreativen Landart.

Zur Entspannung setzt sich der Kreative dann entweder ans Klavier oder auf den Hometrainer. Oder beides – nacheinander natürlich. Das Kunstschaffen begleitet ihn schon sein ganzes Leben lang. Die Liste seiner Ausstellungen ist lang. Schauen in Deutschland und Belgien stehen ebenso zu Buche wie zahlreiche Ausstellungen in Österreich.

Sein nächstes Projekt ist eine Fotoreise nach Schottland. Gemeinsam mit Gleichgesinnten wird er versuchen, die wunderschöne Landschaft auf Film/Chip zu bannen. Zu sehen soll es das Ergebnis des künstlerischen Trips 2020 in einer Ausstellung geben. Bis zum Abflug nach Schottland wartet noch eine Menge Arbeit auf den Künstler. Für den heurigen Tag der Offenen Ateliertüre (23. und 24. Mai) ist noch einiges an Vorbereitungen zu erledigen. „Aber ich freu mich schon jetzt auf viele Besucher“, lädt der Künstler herzlich ein.

Zum Schmökern: immer wieder taucht ein cowboy auf

Künstler haben in der Gesellschaft eine Aufgabe und diese nehmen sie wahr – sei es bewusst oder unbewusst, leise oder polternd. Genaues Hinschauen und Aufzeigen. Entgegentreten. Den Spiegel vorhalten. Das Salz in der Demokratie sein. Besonders in einer Zeit, in der der Klimawandel geleugnet wird, der Begriff Gutmensch zum Schimpfwort geworden ist und täglich Scheußlichkeiten und Rülpser durch soziale Medien fluten. In seinem Buch Und immer wieder taucht ein Cowboy auf bezieht Rudolf Hochwarter Position. Er greift öffentliche Statements oder politische Begriffe und Aussagen auf und stellt sie eigenen Texten gegenüber. Mit bildnerischen Mitteln nehmen die Künstler Wolfgang Horwath, Erich Novoszel und Kurt Pieber Stellung.

www.kurt-pieber.at

Ausgestattet mit Mitra, Bischofsstab, einem prächtigen roten Umhang und seinem Markenzeichen – den goldenen Schuhen – besucht der 81-jährige Adi Mathä als Nikolaus Familien, Schulen sowie Kindergärten, und das schon seit 46 Jahren.

Mehr als 100 Haushalte in der Pfarre Pinkafeld, dazu Kindergärten und Schulen, besucht Adi Mathä mit seinem Nikolaus-Team. Immer mit dabei: Die goldenen Schuhe, Bischofsstab und Mitra sowie ein Buch, aus dem der Nikolaus vorliest.

 

Adolf Mathä sitzt am Esszimmertisch in seinem Haus in Pinkafeld und schwelgt in Erinnerungen. Er blättert in einem Album – voll mit Bildern, die einen Mann mit weißem Rauschebart zeigen. Und zu jedem Foto weiß Herr Mathä eine Geschichte. Der HTL-Lehrer in Rente ist Nikolaus mit Leib und Seele, seit 46 Jahren. Bei seinen Hausbesuchen begrüßt er in manchen Familien schon die zweite Generation. Und darauf ist er stolz.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Den Grundstein seiner Nikolaus-Karriere legte Herr Mathä im Jahr 1973 im SOS-Kinderdorf in Pinkafeld, gefolgt von einzelnen Hausbesuchen bei Familien im Freundes- und Kollegenkreis, um sodann die Organisation der Nikolaus-Hausbesuche in der Pfarre Pinkafeld zu übernehmen und neu aufzustellen. Seine Telefonnummer ist im Pfarrbüro hinterlegt, und Haushalte, die einen Nikolaus-Besuch wünschen, können diesen gleich direkt beim Nikolaus, genauer gesagt bei Herrn Mathä bestellen. Gutes tun, auf Menschen zugehen und Kindern eine Freude machen, ist das, was ihn antreibt, ganz nach dem Vorbild des Heiligen Nikolaus von Myra.

„Ich weiß, dass die katholische Kirche und ihr Bodenpersonal oft und oft zu Recht in der Kritik stehen. Das beschäftigt mich, deshalb möchte ich mit gutem Beispiel voran- und auf andere Menschen aktiv zugehen, in der Hoffnung, dass sie diesem Beispiel folgen.“

Ein Team aus neun Nikoläusen

Und in der Tat: In den mehr als vier Jahrzehnten seiner Nikolaus-Mission sind schon viele Männer Herrn Mathäs Ruf gefolgt und seinem Nikolaus-Team beigetreten. Das aktuelle Team im Pfarrverband Pinkafeld besteht aus neun Nikoläusen. Darunter findet sich ein FH-Absolvent genauso wie ein Arbeiter, ein Architekt sowie ein Verkäufer, ein pensionierter Versicherungskaufmann und ein aktiver Volksschuldirektor.

„Bei meiner Auswahl bekomm’ ich immer einen Wink von oben“, so Herr Mathä, der dabei recht unkonventionell vorgeht. „In einem Möbelhaus in Unterwart hab ich einen Polizisten angesprochen, den ich vom Sehen her kannte. Er ist mit einer Vorhangstange gegangen, und ich hab ihn dabei beobachtet und sogleich angesprochen, dass er einen guten Nikolaus abgeben würde. Ich hab ihm erklärt, was wir machen und ihn gefragt, ob er nicht in mein Team eintreten wolle. Er war dann fünf Jahre lang mit dabei.“

Hausbesuche statt Massenabfertigung

Nun ist es wieder so weit. Der 6. Dezember, der Nikolaustag, steht vor der Tür. Adi Mathä und sein Nikolausteam werden in diesem Jahr an die hundert Haushalte in der Pfarre Pinkafeld besuchen. Die neun Nikoläuse nehmen sich für diese Hausbesuche auch viel Zeit. Zeit für Persönliches, zum Geschichten vorlesen, für ein kurzes Gebet. Dafür gibts natürlich auch ein Geschenk.

„Ich bring dem Kind etwas, und ich freu mich, wenn auch das Kind mir etwas gibt in Form von einem Musikstück, von einem kurzen gemeinsamen Gebet, einem kleinen Gedicht. Das Bitte, das Danke. Das hat einen ganz anderen Stellenwert als ein Massenauflauf, bei dem ein Kind nach dem anderen ein Sackerl in die Hand gedrückt bekommt.“

Ein Hausbesuch wird Herrn Mathä besonders in Erinnerung bleiben – der Besuch des Pinkafelder Nikolaus-Teams bei Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics in Eisenstadt. „Eine große Ehre“, so Herr Mathä. Überhaupt empfindet er sein Engagement als Nikolaus als Gnade. Wer weiß, wie lange noch? Adi Mathä kommt beim Blättern im Fotoalbum ins Sinnieren. „Noch vier Jahre, dann wären es insgesamt fünfzig, das wäre schön. Ich hoffe, der liebe Gott hilft mir ein bisschen.“

Warum lassen Menschen alles hinter sich, steigen aus ihrem gewohnten Leben aus und pilgern hunderte Kilometer auf ein Ziel zu, das der Inbegriff ihrer Erwartungen ist? Die Hoffnungen, die darin liegen, sind so unterschiedlich und einzigartig wie die Menschen selbst, die diesen Weg begehen. Hier die Geschichte von einem, der losging, um sich selbst zu finden.

Seine Antworten sind ruhig und bedacht. Er ist erst sechzehn Jahre alt, dennoch wirkt er sicher auf dem Weg, der für ihn vorgezeichnet ist. Sein Ziel, Fußballprofi zu werden, scheint selbstverständlich, dabei geht es in dieser Geschichte weniger darum, was er erreichen will, sondern dass er es kann. Wie die Fußball-Nachwuchs-Maschinerie in Österreich funktioniert und was es braucht, man dafür riskiert und aufgibt, erzählt uns Julian Halwachs aus Grafenschachen, der seinen Lebensmittelpunkt in diversen Fußballakademien der Nation hat.

Der Jurist Christian Drobits aus Rotenturm ist Spitzenkandidat der SPÖ Burgenland für die kommende Nationalratswahl. Er setzt dabei auf sein bewährtes Netzwerk bei den Arbeitnehmern und den Rückhalt der Arbeiterkammer. Weniger lustig empfindet er die Spannungen zwischen SP-Bundeschefin Pamela Rendi-Wagner und Landeschef Hans Peter Doskozil. Kraft holt sich der Politiker aus seiner quirligen Patchwork-Familie.

Portrait

Die Blaue Lady

Seit der burgenländischen Landtagswahl 2015 ist sie durch ihren Wahlkampfsong bekannt als die „Blaue Lady“. Ilse Benkö ist seit 30 Jahren besonders in ihrem Heimatbezirk Oberwart eines der Zugpferde der FPÖ. Dort überholte sie 2015 sogar ihren Parteispitzenkandidaten Hans Tschürtz und ist seither Burgenlands dritte Landtagspräsidentin. Zur Landtagswahl im Jänner 2020 tritt sie erneut als Spitzenkandidatin des Bezirks Oberwart an.

Er hat die burgenländische Diskotheken-Szene aufgebaut und langhaltig geprägt. Mohamed Lakfif, kurz „Mo“, hat das Nachtleben in der Region mit Fingerspitzengefühl und Mut immer wieder neu erfunden. Nun, mit fast 70, genießt „Mister P2“ seine Pension und hat seinen Rhythmus auf „Ruhestand“ umgestellt. Mit uns blickt er noch einmal zurück auf seine jahrzehntelange Tätigkeit in einer Branche, die man ohne Kreativität, Unternehmergeist und mentaler Stärke nicht überlebt.

Klein und fein

Klein und fein

St. Johann i. d. Haide – etwas mehr als 2.000 Einwohner hat der Ort, aber dafür einen der derzeit höchsten Politiker unseres Landes hervorgebracht: Der Grüne Vizekanzler Werner Kogler ist hier aufgewachsen. Die Selbstbeschreibung der Gemeinde ist auf drei Begriffe verdichtet: Wohnen-Arbeit-Freizeit. prima! begibt sich auf Spurensuche.
Olga SEUS / 28. Jänner 2020

Wer durch Markt Allhau auf der B50 von Hartberg nach Oberwart fährt, merkt schon: Dies ist eine ruhige Gemeinde. Bürgermeister Hermann Pferschy (ÖVP) ist seit 2007 in seinem Amt, der örtliche Kachelofenhersteller hat gerade 40-jähriges Jubiläum gefeiert, auch sonst geht hier alles seinen gewohnten Gang. Die Welt wirkt noch in Ordnung im idyllisch an der Lafnitzau gelegenen „Tor zum Südburgenland“. So lautet die Selbstbezeichnung für die zwei Teilgemeinden Markt Allhau und Buchschachen. Doch einmal anzuhalten und sich die gut 2.000 Einwohner umfassende Gemeinde näher anzusehen lohnt sich: Markt Allhau hat einiges zu bieten.

„Jung und Alt gehört zusammen!“ ist Dr. Ulrike Habeler überzeugt und hat mit ihrem Mann Wolfgang eine Idee umgesetzt, von der sie seit über 25 Jahren träumt. Das Modell der Großfamilie wird hierbei neu gedacht. Im Zentrum dieser Vision stehen Synergien zwischen Jung und Alt, die beiden Generationen Vorteile bescheren. Nun finden sich ihr Wohnhaus, die Arztpraxis und betreubares Wohnen auf 17.000 Quadratmetern in ihrer Heimatgemeinde Markt Allhau. Und das Projekt soll wachsen.

Wenn die Lichter ausgehen und das Stück beginnt, sind alle gespannt. Das Publikum freut sich auf das Dargebotene, aber auch die 15 Mitglieder der Liebhaberbühne selbst. Diese sind gut durchmischt. Alle verbindet die Liebe zum Theater und die Spielfreude. Im Leben außerhalb der Bühne sind sie Angestellte und Schüler, Pensionisten und Freiberufler, keine Schauspieler. Nur für die jeweils vier Vorstellungen pro Jahr spielen sie vor Publikum, da mischt sich in die Vorfreude auch etwas Aufregung.

Zwei Brüder, zwei Karrieren, eine Leidenschaft – Judo prägte von Kindesbeinen an das Leben der beiden Oberwarter Martin und Roland Poiger. Eine Erfolgsgeschichte.

Links: Martin Poiger, Rechts: Roland Poiger

 

Es ist wohl eine Kuriosität, die im österreichischen Sport ihresgleichen sucht. Der eine Bruder, Roland, ist Präsident des burgenländischen Judoverbandes, Obmann des Judo Clubs Oberwart und zählt zu den 15 besten Judo-Kampfrichtern der Welt. Im zivilen Leben ist er seit ein paar Monaten der neue Amtsleiter der Stadtgemeinde Oberwart. Der andere, Martin, ist seit wenigen Wochen Präsident des österreichischen Judoverbandes und seit 2013 hauptberuflich im Büro der Europäischen Judo Union in Wien tätig.

Bei beiden spürt man sofort jene Begeisterung, die man hat, wenn man etwas bewegen und voranbringen möchte. Ihr Leben besteht aus trainieren, organisieren, präsentieren, delegieren, reisen – ein Leben, das geprägt ist von Regeln und Respekt. Ein Leben für den Kampfsport Judo.

Der Funke ist übergesprungen

Mit gerade mal 11 Monaten Altersunterschied sind Martin (Jahrgang 1977) und Roland (Jahrgang 1978) wie Zwillinge aufgewachsen. Es war die Mutter, welche die beiden lebhaften Burschen im Alter von 6 bzw. 5 Jahren zum Judo brachte. „Wenn’s schon raufen, dann g’scheit und mit Regeln.“ Der Funke ist sogleich übergesprungen. Was folgte, war die bekannte „Judo-Schule“ des Prof. Karl Karner in Oberwart, unzählige Trainingseinheiten und schließlich Turniererfolge und Medaillen auf regionaler und nationaler Ebene.

Was Roland mit Talent erreichte, gelang Martin mit viel Training. Schule und Berufsausbildung führte die beiden Brüder auf unterschiedliche Pfade, Judo blieb als Verbindung. 1997, mit gerade mal 20 Jahren, haben die beiden den Judo Club Pinkafeld übernommen und innerhalb von drei Jahren an die 100 Mitglieder beschert.

Begeisterung bei den Kindern entfachen

Es ist nach wie vor dieses Engagement für den Nachwuchs, das Martin und Roland antreibt und zu authentischen Botschaftern für den Judo-Sport macht – Martin auf nationaler und Roland auf Landes- bzw. lokaler Ebene. Beide sind fest davon überzeugt, dass es für Kinder keine geeignetere Sportart gibt als Judo. Es geht um Körperbeherrschung und Respekt, um räumliche Orientierung und Koordination. Die Kinder lernen früh, aufeinander aufzupassen, und sie lernen, wie man richtig fällt. Das hilft im Alltag genauso wie beim Schifahren.

Potenzial in Oberwart heben

Als Präsident des österreichischen Judoverbandes muss Martin sowohl den Spitzensport – Stichwort Olympiamedaille – als auch den Breitensport im Auge behalten. Er möchte vor allem Volksschullehrer dazu bringen, einfache Judo-Basics in den Turnunterricht einzubauen, „weil es viel mehr gibt als Völkerball oder Fußball“. Roland ist als Judo-Kampfrichter das ganze Jahr über weltweit – von Japan bis Chile – im Einsatz, was ohne die großartige Unterstützung seiner Familie und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Oberwarter Stadtamt gar nicht möglich wäre.

Als Obmann des Judo Clubs Oberwart hat er sich zum Ziel gesetzt, das Potenzial an Mitgliedern zu heben. „Wir haben zur Zeit um die 30 Mitglieder. Als Martin und ich im Jahr 1984 begonnen haben, waren wir 150, da wollen wir wieder hin – mit Enthusiasmus und engagierten Trainern.“ Den Grundstein dafür hat Roland schon gelegt, denn sein fünfjähriger Sohn steht bereits auf der Judo-Matte.

Es gibt Entscheidungen, die einen ein ganzes Leben lang begleiten. Zum Beispiel eine dieser „typisch besoffenen G`schichten“, jung, ohne nachzudenken, ohne Verhütung. Und dann kommt die Angst. Der Test. Und jeden Tag erhalten in Österreich ein bis zwei Menschen die Diagnose HIV-positiv. Und damit die Gewissheit, ein lebenslanges Andenken an diese eine Nacht zu haben.

Klimaschutz ist ein Thema, um das kaum jemand herum kommt. Vielfach wird die Frage aufgeworfen, was man angesichts globaler Klimaveränderungen als Einzelner ausrichten könne. Gerade jetzt zur Adventzeit ist die Frage rund um das Thema Weihnachtsbaum interessant. Ist der geschlägerte Baum, der rund zwei Wochen nach dem Fest entsorgt wird, überhaupt noch zeitgerecht? prima! hakt nach.

Saubere, günstige Energie für alle

Saubere, günstige Energie für alle

Alternative Energiegewinnung ist längst ein ökologisch-ethisches Muss. Nicht neu ist dabei die Idee, die Sonnenenergie zu nutzen: Photovoltaikanlagen (PV) gehören inzwischen schon zu den Evergreens der Energiegewinnung. Doch warum sind sie dann nicht längst Standard geworden? Im Ökopark Hartberg wird an einem effizienten System – Cooling LEC – eifrig geforscht.
Olga SEUS / 28. Jänner 2020

Wir müssen alle sterben. Wir wissen nicht, wann es passiert und auch nicht wo. Über das „wie“ tappen wir ebenso im Dunkeln. Mit dieser Realität geht die größte Angst des Menschen einher. Jeden Tag stehen wir aber auf, frühstücken, lesen die Zeitung, gehen zur Arbeit und schlafen abends wieder beruhigt ein. Dabei lassen wir uns von Tatsachen, die nachweislich unsere Lebenszeit verkürzen könnten, nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Wir greifen im Supermarkt zu Ungesundem, wir rauchen und bewegen uns zu wenig. Wir stressen durchs Leben und gönnen uns oft aus Bequemlichkeit oder Zeitmangel die eine oder andere ungesunde „Belohnung“. Australien steht quasi in Flammen. Doch es ist zu weit weg, um davon tatsächlich richtig betroffen zu sein. Der Klimawandel mit katastrophalem Ausgangsszenario steht täglich auf der medialen Agenda, und dennoch kaufen wir Plastikprodukte, das billige Fleisch, wir vergessen den Müll zu trennen und fahren kurze Strecken mit dem Auto. Warum tun wir das? Dieser Frage geht prima! nach.

Die Hochzeit sei der schönste Tag im Leben, sagt man. Ein Himmel voller Geigen, der Beginn eines gemeinsamen Lebensweges. Ein Weg, bei dem aus dem Ich ein Wir werden soll. Egal, ob die Traumhochzeit im engsten Kreis stattfindet oder mit einem großen Festakt begangen wird.

Nähern wir uns diesem speziellen Tag einmal ganz ohne Romantik: Die Eheschließung, auch Hochzeit, Trauung oder Heirat genannt, umfasst in Abhängigkeit von den jeweiligen religiösen, rechtlichen und kulturellen Rahmenbedingungen einer Gesellschaft vielfältige soziale und zivilrechtliche Verträge, lässt uns Wikipedia wissen. Doch davon später mehr.

Die Wege zur Hochzeit sind unterschiedlich. Sie können spontan sein, sind in der Regel aber meistens mit umfassenden Vorbereitungen verbunden. So werden mitunter Brautkleider bereits mehr als ein Jahr vor dem schönsten Tag ausgesucht. Das tut die Braut in der Regel nicht allein. Freundinnen, Verwandte, Familie stellen sich dabei meist mit mehr oder weniger guten Ratschlägen ein.

Und es geht dabei nicht nur um das Brautkleid, sondern auch um das Darüber und das Darunter. Cap, Schleier, Strümpfe, Strumpfbandhalter, etc. Und natürlich die Schuhe. Wie wichtig die sind, weiß man spätestens nach der Lektüre des bekannten Märchens Aschenputtel.

Womit wir beim Prinzen bzw. dem Traummann wären. Bekleidungstechnisch tut sich das männliche Geschlecht bei der Hochzeit etwas leichter. Edler Anzug, Stresemann oder feiner Smoking. Auch mit der Auswahl von passenden Schuhen sollten sich Männer leichter tun.

Damit eine Hochzeit nicht mit offenen Blasen endet, sollten Braut und Bräutigam das edle Schuhwerk rechtzeitig einlaufen. Hansaplast-Pflaster sind in der Hochzeitsnacht eher abtörnend.

Hoppalas

„Kann ich die Jeti-Tant neben die Mitzerl setzen?“, ist eine der unzähligen Fragen, die sich im Zuge der Vorbereitung auf eine Hochzeit stellen. Und sie ist nicht zu unterschätzen. Will man tiefgehende Zerwürfnisse in der Familie nachhaltig vermeiden, wollen solche Fragen sehr gründlich überlegt sein.

Angehende Brautleute sollten sich über eines klar sein: irgendwas geht bei einer Hochzeit immer daneben. Das besagt schon allein Murphys Gesetz. Die Hoppalas bei Hochzeiten füllen Bände, bleiben den meisten aber als prägende und lustige Erinnerung. Wenn etwa vergessen wird die Omi abzuholen, die Frau Beistand mit dem Auto losbraust, obwohl die „Tant“ mit ihrem Kleid noch in der Autotür hängt, oder schlicht die Braut nach der traditionellen Entführung nicht und nicht gefunden wird.

 

Tradition

Ein ganz eigenes, wenn auch regional höchst unterschiedliches Phänomen sind die Bräuche rund um den schönsten Tag im Leben. Der Brautvater führt die Braut in der Regel zum Altar, darf die Tischrede halten und bekommt den ersten Brauttanz nach dem offiziellen Hochzeitstanz der Jungvermählten. Meistens darf er auch noch die ganze Hetz zahlen, aber das machen sich die Familien der angehenden Eheleute – hoffentlich – schon im Voraus aus. In manchen Regionen wird der angehende Bräutigam schon vor der eigentlichen Hochzeit auf die Probe gestellt: da wird ihm zuerst einen ganz junge und eine ganz alte Braut offeriert. Erst danach die Richtige. Für die sollte man sich wohlweislich entscheiden, sonst platzt die ganze Hochzeit, noch bevor sie begonnen hat.

Nachdem uns amerikanische Fernsehserien schon längst mürbe im Kopf gemacht haben, feiert auch in Österreich ein uramerikanisches Phänomen fröhliche Urstände – der/die Wedding-Planer. Gut kostet wieder extra, lieber Brautvater, kann aber auch helfen aus dem Stress der Hochzeitsvorbereitungen viel Druck zu nehmen.

 

Jedes Brautpaar ist gut damit beraten, gerade am Hochzeitstag Zurückhaltung mit dem Alkohol zu üben. Sonst sagt man vielleicht Dinge dem Erbonkel, die man nüchtern nicht von sich gegeben hätte. Und mal ehrlich – was wäre das für eine Hochzeitsnacht, wenn einer der Partner eine Schnapsleiche ist.

Natürlich hat Heiraten auch etwas mit Juristerei zu tun. Wenn der Himmel voller Geigen hängt, denkt man noch nicht daran, aber Eheverträge haben auch ihren Sinn. Und oft ist es ja nicht so, „bis dass der Tod uns scheidet“, das kann auch ein Bezirksrichter sein. Heerscharen von Anwälten bestreiten so ihren Lebensunterhalt.

Über eins sollte sich das Brautpaar aber auch im Klaren sein: Es ist ihr Hochzeitstag und den sollten sie so gestalten, wie es für sie passt. Egal ob große oder kleine Hochzeit, kirchlich oder standesamtlich. Dieser Tag muss für beide passen, egal welches Gezeterte der familiäre Anhang anstimmt.

 

 

Frau Messenlehner: Wie schaffen es Paare die Faszination des Gemeinsamen über die Hochzeit hinaus, in das Alltagsleben zu retten?

Messenlehner: Das ist oft gar nicht so einfach. Das Wichtigste ist aber der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung gegenüber dem Partner. Ganz wichtig dabei ist das Vertrauen. Denn Vertrauen schafft Sicherheit. Und man soll sich nicht verbiegen, sondern authentisch bleiben. Es bringt nichts, nur um den Partner zu gefallen, sich selbst zu verleugnen. Und es sollte jede klar sein, dass es auch bei einer Partnerschaft sich um zwei eigenständige Persönlichkeiten handelt.
 
Welche Rituale oder Verhaltensweisen können Sie empfehlen, damit Paare auch im Alltag Besonderes erleben?

Messenlehner: Gemeinsame Dinge unternehmen. Ganz wichtig ist die Kommunikation und bewusst Erwartungen und Bedürfnisse anzusprechen. Dazu kann man sich durchaus Fixpunkte dafür ausmachen. Einmal in der Woche, einmal im Monat Themen ansprechen, die beide betreffen oder den Einzelnen stören.

Rituale sind wichtig. Wie der täglich ein Kuss am Morgen, bewusstes Umarmen. Achtsamkeit auch in der Paarbeziehung zu leben. Sexualität kommt eine große Bedeutung zu. Gemeinsames Frühstücken, Essen oder Blumen. Im Bett streiten vermeiden, das geht gar nicht. Das Schlafzimmer muss ein Ort der Liebe, der Zuneigung oder der Erholung sein. Streiten kann man woanders.

Am 11. und 12. Jänner dreht sich auf Burg Schlaining alles ums Heiraten.

 

Heiraten im Paradies: Rund 30 Aussteller präsentieren bei der paradiesischen Hochzeitsausstellung am 11. und 12. Jänner 2020 im wunderschönen Ambiente der Burg Schlaining ihr Angebot und zeigen den Gästen, wie vielseitig sich der „schönste Tag im Leben“ gestalten lässt. Das Programm wurde bei „Braut und Bräutigam by Balaskovics“ präsentiert.

Seit 13 Jahren veranstaltet der Tourismusverein Zukunft Schlaining die Hochzeitsausstellungen im außergewöhnlichen Rahmen der Burg Schlaining.

Im Jänner findet die Hochzeitsausstellung erstmals in Kooperation mit dem Heiratsparadies des Vereins „Südburgenland – Ein Stück vom Paradies“ statt.

Die Ticket-Automaten stehen, ab 3. Februar 2020 sollen in Oberwart rund um das Krankenhaus Parkgebühren eingeführt werden – ein ausgereiftes Konzept scheint zu fehlen.

Einer der Park Hot Spots in Oberwart ist vor dem GHZ neben dem Krankenhaus.

 

So viel ist fix: In Oberwart wird es ab 3. Februar erstmals Parkgebühren geben. Ticket-Automaten, die um das Krankenhaus weitläufig aufgestellt wurden, machen deutlich, dass jetzt Schluss ist mit Frei-Parken.

Gültig ist die Parkraumbewirtschaftung von Montag bis Freitag, von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr. Die ersten 15 Minuten ab Ankunft sind dabei gratis. Danach zahlt man 50 Cent für die erste halbe Stunde und 10 Cent in sechs Minuten-Schritten. Die maximale Parkdauer beträgt 180 Minuten.

In ausgewiesenen Straßenzügen (Ressel-, Kant-, Mitterhofer-, Kochgasse und Wartweg) sind keine Gebühren zu zahlen. Die Parkdauer beträgt hier 90 Minuten. Bürgermeister Georg Rosner betont dabei, dass die Situation laufend evaluiert und gegebenenfalls nachgebessert werde.

Fakt ist: Wenn Gebühren eingehoben werden, muss Parkraum für Dauerparker geschaffen werden. Dafür könnte auch das Inform-Areal herangezogen werden.

Einer der Parkticket-Automaten ist direkt vor dem Gesundheitszentrum (GHZ) zu finden. Die Parksituation ist hier mitunter durch Besucher des Krankenhauses besonders problematisch. Hier (und ebenso in der Sportlände) soll es für die Anrainer Ausnahmebewilligungen geben. „Ob diese auch für Mitarbeiter des GHZ herangezogen werden können und wie viele pro Geschäftslokal es sein könnten, müssen wir erst klären“, so Amtsleiter Roland Poiger. Eine Dauerparklösung soll aber noch vor Einführung der Parkgebühren am 3.2.2020 gefunden werden. Gespräche finden derzeit auch mit der OSG als Verwalter des Gebäudes statt.

Lösung Röntgengasse

OSG-Chef Alfred Kollar dazu: „Tatsache ist, dass in Summe für jede Wohnung und jedes Geschäftslokal bzw. Ordination zwei Parkplätze zur Verfügung stehen.“ Die Bestimmungen des Baugesetzes seien damit mehr als erfüllt und Kollar appelliert an die Besitzer einer Tiefgarage, diese auch zu benutzen und nicht Parkflächen im Freien zu verstellen. Die Parksituation soll zukünftig verstärkt kontrolliert werden. „Wir werden hier nicht davor zurückschrecken, Besitzstörungsklagen einzubringen, wenn die Plätze durch Dauerparker verstellt werden“, so Kollar.

Den Lösungsvorschlag, ein gegenüberliegendes Grundstück als Parkfläche heranzuziehen, lehnt Kollar strikt ab. „Ich wehre mich dagegen, ein Grundstück für die Schaffung von Parkplätzen zuzupflastern.“ Die Lösung des Parkplatzproblems sieht Kollar in der Verlängerung der Röntgengasse, die dann in die Dornburggasse (neben dem neuen OSG Gebäude) münden soll. Hier könnten rechts und links der Straße neue Parkplätze geschaffen werden. Baumrodungen zur Errichtung der Straße wurden bereits von der Gemeinde angekündigt.

Über Gratisparker ärgert sich Kollar auch an anderer Stelle: „Die Parkplätze beim STEP-Gästehaus werden ebenfalls von Besuchern des Krankenhauses unberechtigt in Anspruch genommen.“ Hier will der OSG-Chef durch Schranken das Problem beseitigen. Auch sei er dazu bereit, an einem Parkkonzept mitzuarbeiten. Die Gespräche laufen, versichert er.

Hier lesen Sie „Stadtgemeinde Oberwart startet Parkraumbewirtschaftung“ >>

Isabella Mikovits aus Oberwart ist Schneiderin. Aber nicht irgendeine. Mittelalterliche Kleidung ist ihr Spezialgebiet. Ihre gesamte Familie hat sich der Geschichte dieser Zeitepoche verschrieben. Und wenn sie dann alle in ihren Gewändern zu den diversen Festen erscheinen, ist das schon ein besonderes Szenario.

Michaela, Isabella und Alexandra mit Mitgliedern des (spanischen) Santiago-Ordens

 

 

Ein bodenlanges Kleid. Der Stoff aus feinster, teurer Wolle, die es nur in besonderen Läden gibt. Der tief ausgeschnittene Kragen und der Saum um Ärmel und Füße sind mit schwarzen Stulpen umnäht. Das Kleid selbst ist so stechend rot, dass die Farbe vor den Augen zu schimmern und zu tanzen beginnt. Rot wie Blut könnte man meinen. Und mit Herzblut hat die Geschichte auch ihren Anfang genommen.

Isabella Mikovits aus Oberwart hat das Schneiderinnenhandwerk erlernt. Schneidermeisterin heißt der eingetragene Beruf. Als sie mit der Ausbildung fertig war, hat sie vom Theater geträumt. Für Braut- und Abendmode hat sie schließlich geschneidert, und es brauchte bis zum Jahr 2003, bis sie ihre wirkliche Berufung fand. Isabella Mikovits ist eine der wenigen Schneiderinnen, die sich auf mittelalterliche Gewandung spezialisiert hat.

Und gleich vorweg: Den Begriff Kostüm mag sie dabei gar nicht. „Es geht ja dabei nicht um den Fasching oder darum, sich zu verkleiden“, sagt sie, während ihre Hand über den Wollstoff vor ihr streicht, in den sie gerade ein Wappen einstickt.

Leidenschaft

Begonnen hat alles vor rund 15 Jahren, als ihre Töchter in den Ferien auf der Burg Lockenhaus arbeiteten und sich dafür ein dementsprechendes mittelalterliches Kleid wünschten. „Also habe ich nach Fotos im Internet gesucht und drauflosgenäht“, erzählt Isabella Mikovits. Die beiden Mädchen waren mir dem Ergebnis glücklich – die gesamte Familie ist quasi „im Mittelalter hängengeblieben“, lacht Isabella Mikovits. Seither näht sie mittelalterliche Gewandung.

Für Vereine, Privatpersonen und – sehr beliebt – auch für Hochzeiten. Jedes ist natürlich ein Einzelstück, an dem die Schneidermeisterin stundenlang arbeitet. Damit alles original ist, wird zuvor oft tagelang gemeinsam mit den Töchtern recherchiert. Über Schnitte, Stoffe, Muster, Details am Gewand. Auch Kopfbekleidungen werden gefertigt. Darin hat sich Tochter Alexandra wirklich umfangreiches Wissen angeeignet.

Ihr Mann Wolfgang, eigentlich technischer Physiker, liefert historische Hintergrundinformationen, die nur einer ausfindig macht, der sich voll und ganz dem Thema verschrieben hat. In seiner Pension studiert er nun Archäologie. Besondere Höhepunkte im Jahr sind die gemeinsamen Auftritte als Familie in mittelalterlichem Gewand bei verschiedenen Festivals.

Die Töchter Michaela und Alexandra reizen diese Begeisterung noch mehr aus. Sie sind Mitglieder in einem Mittelalter-Verein, der bei Veranstaltungen Einblick in das mittelalterliche Leben vorführt. Wenn der Verein unterwegs ist, wird auch schon mal drei Nächte auf Strohsäcken geschlafen. Mutter Isabella liebt es, wenn ihre Töchter dann wieder nach Hause kommen.

„Die Kleider duften dann nach Lagerfeuer und Stroh. Das ist immer ganz besonders“, sagt sie und streicht wieder über den Stoff vor ihr. Automatisch lächelt sie bei dem Gedanken, dass ihre Kleider wieder ihren Auftritt hatten. Wenn die Burgfräulein, Bürgerinnen und Hofdamen in ihren Gewändern zwischen den Gauklern, Hofnarren und Handwerkern herummaschieren. Das ist dann ihre Bühne. Das ist dann jede Arbeitsstunde wert.

Eventtipp

Mittelalterlicher Christkindlmarkt Stadtschlaining
1. Dezember 2019

 

Mit ihrem Mann Wolfgang ist Isabella Mikovits auf diversen mittelalterlichen Veranstaltungen unterwegs – natürlich nur in Eigenkreationen:

 

Wohl die wenigsten Christen haben die Bibel vollständig gelesen und sind mit den Inhalten vertraut. Herbert Rehling aus Bad Tatzmannsdorf war das zu wenig – und er begann zu recherchieren.

In Gesprächen und Diskussionen mit Freunden und Bekannten musste Herbert Rehling feststellen, dass die Sprache immer wieder auf Inhalte der Bibel kam. Die Redewendung „Das steht schon in der Bibel“ ist keine seltene. Und weil Herbert Rehling ein geschichtsaffiner Mensch ist, setzte er sich jahrelang mit diesem Thema intensiv auseinander.

Entstanden ist dabei das Buch „Die Bibel – Das steht wirklich drin?“. Der studierte Mathematiker will damit keine Glaubensinhalte anzweifeln. „Ich will nur untersuchen, was die Bibel zu verschiedenen Themenfeldern sagt – oder auch nicht sagt.“

Dabei weiß er, dass die Bibel nicht lesbar ist wie ein Roman. Um das Lesen und Verstehen zu erleichtern, greift Rehling in seinem Buch Fragen auf, wie beispielsweise: „Was sagt die Bibel zur Abtreibung“, „Wie steht sie zur Homosexualität?“ oder zum „Schleier für Frauen“? Herbert Rehling hat zur Beantwortung all dieser Fragen die verschiedensten Übersetzungen der Bibel herangezogen.

Er selbst ist übrigens bereits vor rund 30 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Eine Richtung will das Buch nicht vorgeben, sondern das Verstehen der Bibel erleichtern.

prima! verlost ein Exemplar des Buches von Herbert Rehling.

Schreiben Sie eine Mail an: redaktion@prima-magazin.at

Die Bibel – DAS steht wirklich drin? Teil 1
Herbert Rehling
Eigenverlag
Preis 20 Euro
Kontakt: herbert.rehling@hotmail.com

Was sagt die Bibel über „Flüchtlinge“?

Dazu heißt es bei Mose 19: „Und wenn sich ein Fremder bei dir aufhält in eurem Lande, so sollt ihr ihn nicht bedrücken. Wie ein Landeseingeborener aus eurer Mitte soll euch der Fremde gelten, der sich bei euch aufhält, und du sollst ihn lieben, wie dich selbst…..“
(Aus dem Buch „Die Bibel – Das steht wirklich drin?“)

Knapp 130 Kilogramm hat er auf die Waage gebracht. Schon allein die kleinste körperliche Betätigung war für ihn wie ein Marathonlauf. „Ich bin einfach nicht mehr satt geworden“, sagt er heute rückblickend. Sein Arzt meinte, dass er auf dem besten Weg sei, Diabetiker zu werden. Von Wohlfühlen war absolut keine Rede mehr. Das war im Jahr 2015. Oberwarts Stadtwirt Raimund Schmidinger hat diesem Zustand ein Ende gesetzt – und abgenommen. 45 Kilogramm! Sein Gewicht hat er gehalten und ist seither rundum mit sich zufrieden. Wie er das schafft und was er für sich tut, hat er uns erzählt.

Deine Marke gibt deinen Weg vor

Deine Marke gibt deinen Weg vor

Sie hat ihn sich geholt. Einen der höchsten Preise in der österreichischen Werbewirtschaft: den AUSTRIACUS. Eveline Rabold ist Inhaberin der Oberwarter Agentur Rabold und Co. und hat mit der Werbelinie für das Bernsteiner Unternehmen „Karner Haustechnik“ Gold gewonnen. Für das Buch „Sätzchen“ bekam sie Bronze. prima! hat mit der Grafikdesignerin über gute Werbung gesprochen und wie wichtig der Begriff Marke ist.
Nicole MÜHL / 2. Jänner 2020

Am 26. Jänner wählt das Burgenland seinen Landtag. prima! hat die Spitzenkandidatin und die Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien zum Gespräch gebeten und auch die NEOS dazugeholt (somit alle Parteien, die bis Redaktionsschluss ihren Antritt zur Wahl bekannt gegeben haben).

Allen Spitzenkandidaten wurden dieselben Fragen gestellt. Alle hatten die gleichen Vorgaben. Kurz und prägnant war dabei das Ziel.

Wer diesen Rahmen am besten genutzt hat, um Inhalte zu vermitteln – lesen Sie selbst.

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Mein Wahlziel ist ein Plus gegenüber der letzten Landtagswahl. Damit wäre gewährleistet, dass es im Burgenland weiter stabile politische Verhältnisse gibt. Zu möglichen Regierungspartnern gelten für mich zwei Faktoren: einerseits eine möglichst große inhaltliche Übereinstimmung, andererseits Handschlagqualität. Ich schließe daher niemand im Vorhinein aus. Aber entscheidend ist: Zuerst sind die Wähler am Wort!

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Das Burgenland verfügt über ausgesprochen qualifizierte, tüchtige Facharbeiter. Leider sinkt die Zahl der ausbildenden Betriebe seit Jahren. Dem steuern wir durch überbetriebliche Ausbildungseinrichtungen entgegen – für fast zwanzig Prozent der Lehrlinge. Wir setzen außerdem auf Berufsorientierung im Vorfeld, Fördermittel in der Ausbildungszeit und unterstützen betroffene Menschen bedarfsgerecht, wenn der Arbeitsmarkt einen Wechsel erfordert. Mein Ziel ist eine attraktive Lehre durch faire Löhne und die Förderung von Zukunftsberufen.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Das Burgenland steht finanziell auf soliden Beinen. Wir bauen weiter Schulden ab, sind aber aufgrund eines guten Finanzmanagements in der Lage, in Zukunftsvorhaben zu investieren. Ich habe dem Landtag ein Budget für 2020 vorgelegt, das dieser Anforderung gerecht wird und erstmals einen Finanzierungsbeitrag für den Neubau des Krankenhauses Oberwart vorsieht. Ich bekenne mich dazu, dass wir in die Bereiche investieren, die für die Menschen vorrangig sind – da gehören Gesundheit, Pflege, Bildung und faire Einkommen sicher dazu.

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Die ÖBB haben 2011 nicht nur den Personenverkehr eingestellt. Es sollte auch der Infrastrukturbetrieb eingestellt werden, wodurch auch kein Güterverkehrsbetrieb mehr möglich gewesen wäre. Das Land hat die Verkehrsinfrastruktur Burgenland GmbH gegründet, um den Erhalt der Schieneninfrastruktur sicherzustellen. Seitdem ist das Transportvolumen deutlich angestiegen. Daher reaktivieren wir derzeit die Strecke nach Großpetersdorf und errichten eine neue Verladestelle in Rotenturm. Die Versorgung mit öffentlichem Verkehr ist insbesondere durch die Buslinie G1 sichergestellt, eine neue Bus-Verbindung nach Graz wird hinzukommen. Personenverkehr auf der Bahn wäre nur attraktiv, wenn die Infrastruktur deutlich verbessert würde. ÖBB und BMVIT waren bisher zur Finanzierung nicht bereit, das Burgenland alleine kann das nicht stemmen. Wir verfolgen aber ein völlig neues Konzept, das zwei große Verkehrsknotenpunkte – jeweils im Nord- und Südburgenland – vorsieht, über die Pendlerinnen und Pendler möglichst rasch per Bahn nach Wien kommen könnten. Wir sind da in konkreten Gesprächen mit ÖBB und Ministerium.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Das Land Burgenland hat das EU-geförderte Projekt „Grenzbahn“ initiiert, in dem die Machbarkeitsstudie erarbeitet wurde. In Nachfolgeprojekten werden Finanzierungsmöglichkeiten untersucht. Brüssel stellt derzeit leider nur Mittel für transeuropäische Netze zur Verfügung. Wir werden uns da aber weiter engagieren. Dieses Bahnprojekt kann zu einer positiven grenzüberschreitenden Entwicklung beitragen, wenn es auch wirtschaftlich sinnvoll ausgerichtet ist – aber da muss auch die EU mitspielen!

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Volksbegehren sind ein direktdemokratisches Instrument, mit dem die Bürger ihre Anliegen an die Politik artikulieren können. Ich bin daher skeptisch, wenn sich aktive Politiker zu sehr für oder gegen Volksbegehren in Szene setzen, und halte mich auch daran – mit Ausnahme des Raucherschutz-Volksbegehrens, wo ein persönliches Interesse dahinter stand. Klar ist, dass wir mit der Bio-Wende eine ähnliche Vorreiterrolle im Bereich der Landwirtschaft verfolgen, wie wir das mit der Energie-Wende schon geschafft haben. Den Menschen sind gesunde, regional produzierte Lebensmittel ein wichtiges Anliegen – und wir wollen die zusätzlichen Chancen nutzen, die sich daraus für die Landwirtschaft, aber auch für den Tourismus ergeben. Und mit der neuen Klima- und Energiestrategie legen wir uns die Latte ebenso hoch: Bis 2050 wollen wir den gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen beziehen und die Treibhausemissionen um 90 Prozent senken. Wir reden nicht nur über Klimaschutz, wir handeln!

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Mir ist ein Herzensanliegen, dass alle Menschen im Burgenland – natürlich auch im Südburgenland – gut und sicher leben können. Daher mein Einsatz für faire Löhne, kluges Wachstum und für Sicherheit in einem umfassenden Sinn.

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Wir wollen stärker werden und und dazu gewinnen. Wir schließen im Vorfeld keine Partei bezüglich einer gemeinsamen Regierungsbildung aus.

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Facharbeiter- aber auch der Lehrlingsmangel sind ein ernst zu nehmendes Thema. Wir im Burgenland gehen mit gutem Beispiel voran. Sowohl in der Verwaltung als auch in landesnahen Betrieben (Baudirektion, Landesthermen usw..) werden Lehrlinge ausgebildet. Auch die überbetriebliche Lehrlingsausbildung wird von Seiten des Landes unterstützt, u.a. durch Förderung von Schulpraktika wird vielen Schülern ein leichterer Einstieg in die Berufspraxis ermöglicht. Wir appellieren an alle Betriebe, Lehrlinge auszubilden.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Die Finanzierung der Maßnahmen, auch was das Krankenhaus Oberwart angeht, wurde schon im Vorfeld sichergestellt. Wir bauen doch kein Haus ohne Plan, und dabei ist die Frage der Finanzierung ganz wesentlich.

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Ausbau der Schiene (Personen- und Güterverkehr/Schieneninfrastruktur) ist wichtig und wird auch weiterhin forciert. Gütertransporte in Österreich gehören von der Straße auf die klimafreundliche Schiene. Da sind vermehrte Anstrengungen notwendig. Wichtig ist dies auch für die Lebensqualität und den Klimaschutz.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Siehe dazu vorige Frage: Ausbau der Schiene (Personen- und Güterverkehr/Schieneninfrastruktur) ist wichtig und wird auch weiterhin forciert. Gütertransporte in Österreich gehören von der Straße auf die klimafreundliche Schiene. Da sind vermehrte Anstrengungen notwendig. Wichtig ist dies auch für Lebensqualität und Klimaschutz.

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Das Burgenland soll Schritt für Schritt zum Bio-Vorzeigeland in Österreich werden.
Regionalität ist wichtig. Regionale Produkte müssen vermehrt in den Vordergrund treten. Die Menschen müssen schon von klein auf vermehrt für Bio- und regionale Produkte sensibilisiert werden.

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Das Thema Sicherheit – Sicherheit ist ein Grundbedürfnis.
Das Burgenland muss sicherstes Bundesland bleiben.

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Wir wollen stärker werden, um damit auch den Anspruch stellen zu können, im Land mitzuregieren. Das Land ein bisschen mehr türkiser machen. Türkis ist dabei mehr wie eine Farbe, es bedeutet eine enkelgerechte, transparente Politik zu machen und ist auch eine Frage des Stils. Und heißt, dass wir auch – genauso wie Sebastian Kurz im Bund – mit allen reden, die mit uns nachhaltige Lösungen im Sinne aller Menschen und vor allem unserer Kinder und Enkelkinder suchen.

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Im Bereich der Gastronomie haben wir ein eigenes Tourismus-Jobcenter vorgeschlagen. Damit wollen wir die Position des Burgenlandes im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte stärken und die Entwicklung von Qualifizierungsangeboten unterstützen. Für die immer wichtiger werdenden Mint-Fächer müssen wir die nächsten Generationen ebenfalls fit machen. Nämlich spielerisch mit Wissenschaftsecken in den Kindergärten. In Eisenstadt haben wir diese schon mit Erfolg eingeführt.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Politik machen ist immer eine Frage der Prioritätensetzung. Wo ist das Steuergeld am besten für die Menschen eingesetzt? Ich halte den Mindestlohn für Landesbedienstete oder die verordnete Gemeinnützigkeit in der Pflege für eine teure Placebo-Politik. Wir müssen Themen anpacken, die das Leben der Menschen im Südburgenland besser machen: Jobs, Infrastruktur und vor allem Mobilität. Wir brauchen praktikable, rasche Lösungen für unsere Pendler und flächendeckend schnelles Internet. Dort müssen wir investieren!

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Die Volkspartei hat immer für diese Linie gekämpft und wird es auch weiter tun. Nicht alles, was für die Menschen und die Entwicklung einer Region wichtig ist, ist auch wirtschaftlich rentabel. Hier muss die öffentliche Hand Geld in die Hand nehmen und die Strecke attraktivieren. Das ist also vor allem eine Frage des politischen Willens – und diesen haben wir, weil die Menschen und die Unternehmen diese Strecke brauchen. Dafür habe ich mich auch im Bund bei den Regierungsverhandlungen stark gemacht.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Unser Georg Rosner ist in ständigem Kontakt mit seinem Kollegen aus Szombathely. Beide forcieren diese Strecke vehement, weil sie eine absolute Wirtschaftsader ist. Wir brauchen diese Linie für die Pendler und um den steigenden Güterverkehr von der Straße wegzubekommen. Das ist von entscheidender Bedeutung für die ganze Region – und auch das habe ich in Wien deponiert.

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Ich will einen guten Mix aus Bio und Konventionell. Für uns ist – im Gegensatz zum rot-blauen Plan – Regionalität das Schlüsselwort. Mir ist das normale Hendl vom Nachbarhof schon alleine wegen dem CO2-Abdruck lieber wie das Bio-Hendl aus Chile. Tier- und Klimaschutz sind wichtige Themen. Aber trotz unterstützenswerter Punkte gibt es in beiden Volksbegehren Forderungen, die ich nicht unterschreiben kann. Die CO2-Steuer etwa würde vor allem die ländliche Bevölkerung und die Pendler massiv treffen.

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Mobilität bedeutet Lebensqualität und Lebenschancen. Dabei geht es um ordentliche Verbindungen in die Ballungszentren, aber auch die Zubringer und die Mikro-Mobilität. Ich will, dass sich jeder entscheiden kann, ob er mit dem Auto oder mit den Öffis zur Arbeit, zur Apotheke oder zur Oma fährt. Wir wollen mit unseren Burgenland-Bussen eine echte Mobilitätswende erreichen. Das sind kleine, gemeindeübergreifende Regionalbusse, die gut getaktet und leistbar in und zwischen den Gemeinden und zu den Verkehrsknotenpunkten unterwegs sind.

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Unser Ziel ist es, stärker zu werden, damit sich ein drittes Mandat mit dem damit verbundenen Klubstatus ausgeht. Daraus ergeben sich dann mehr parlamentarische Rechte. Darüber hinaus wollen wir aber so stark werden, dass wir in Regierungsverhandlungen mit der SPÖ treten können.

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Die Lehrberufe brauchen ein neues Image, denn sie sind gleichwertig wie Berufe mit höherer Ausbildung. Wir brauchen eine Weiterentwicklung der Lehrausbildung, die eine Kombination mehrerer Betriebe innerhalb einer Ausbildung ermöglicht, um Einzeldefizite aus Betrieben aufzufüllen, ohne dass der Betrieb gewechselt werden muss. Und es braucht Erhebungen, wo gesetzliche Regelungen ein Hindernis für eine Lehrlingsaufnahme sind. Ein wichtiger Beitrag wäre auch die Etablierung von sogenannten Brückenlehrgängen für ausländische Jugendliche und Erwachsene.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Das Projekt der Anstellung für pflegende Angehörige wollen die GRÜNEN gar nicht finanzieren, weil wir meinen, dass das Geld hier falsch eingesetzt wird. Es braucht vielmehr eine fachliche Unterstützung, eine Ansprechperson für die pflegenden Angehörigen vor Ort. Die Ankündigung eines zusätzlichen neuen Krankenhauses dürfte eher aus dem Wahlkampfteam der SPÖ entsprungen sein, hier fehlen noch fundierte Analysen der IST-Situation und des Bedarfs. Was die deutliche Erhöhung des Mindestlohns im Landesdienst betrifft, schlage ich vor, mit der Umsetzung noch zu warten und einen Changemanagement-Prozess zu starten. So eine grundlegende Änderung kann man nicht einfach von einem Tag auf den anderen umsetzen. Die Finanzierung des Gratiskindergartens geht sich dann mit den steigenden Ertragsanteilen aus.

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Gemeinsam mit dem Institut für Verkehrswissenschaften der TU Wien haben die GRÜNEN einen Klimaschutz-Verkehrsplan erarbeitet. Das Herzstück dieser Strategie ist ein modernes Schienennetz für das ganze Burgenland, dazu gehört sowohl der Strecken-Neubau wie auch die Reaktivierung stillgelegter Strecken. Alle zentralen Orte des Landes sollen über einen Bahnhof mit dem Zug erreichbar sein. Von dort sollen Busse die Pendlerinnen und Pendler zu ihren Wohnorten bringen. Was finanzierbar ist, ist immer politische Entscheidungen. Daher werde ich mich darum bemühen, für dieses Anliegen im Landtag Mehrheiten zustandezubringen.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Wenn wir im Burgenland die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir die Bahnverbindungen verstärken. Langfristig rechnet sich das auch, weil sich an den Linien des öffentlichen Verkehrs Betriebe ansiedeln und damit die Wirtschaftsregion gestärkt wird.

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Dass sich das Burgenland zum Bioland wandelt, ist ein wichtiger Schritt in Richtung ökologische Agrarwende, der von den GRÜNEN initiiert wurde. Wenn die Landwirtschaft weniger Dünger benötigt und weniger Lebensmittel importiert werden, ist das auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Das trifft natürlich auch auf artgerechte Tierhaltung zu. Ich habe selbstverständlich beide Volksbegehren unterschrieben.

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Für mich steht der Klimaschutz und alle damit verbundenden Bereiche ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Da der Verkehr im Burgenland für fast zwei Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich ist, muss hier rasch gegengesteuert werden. Als Verkehrslandesrätin würde ich unseren Klimaschutz-Verkehrsentwicklungsplan schrittweise umsetzen.

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Unser Wahlziel ist, gestärkt aus der Landtagswahl mit 3 Mandaten hervorzugehen. Eine gemeinsame Regierung schließen wir mit keiner Partei aus, weil wir uns wie in der Vergangenheit mit Vorschlägen und Ideen für die Menschen im Burgenland einsetzen.

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Die Wertschätzung der Facharbeiter muss wieder eine höhere werden. Wir wollen die Gehaltsschere schließen, die die Abwanderung der Facharbeiter in die Verwaltung zur Folge hat. Daher ist der von Landeshauptmann Doskozil eingeschlagene Weg, mit einer Erhöhung der Entlohnung nur für Landesbeamte, der falsche.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Seit Jahren wird über Neu- und Umbau des Krankenhaus Oberwart diskutiert. Millionen wurden für Planungen (13,7 Mio. Euro) in den Sand gesetzt. Bis jetzt wurde noch keine klare Entscheidung (Neu-, Umbau, …) getroffen und nun wird ein neues Wahlzuckerl versprochen. In den letzten Jahren wurden in Kittsee zig Mio. Euro an Investitionen getätigt. Es gibt keinen Gratiskindergarten, sondern Zuschüsse des Landes und der Gemeinden, und auch hier fehlt die Finanzierung. Daher wurde es erst ganz kurz vor der Wahl als weiteres Wahlzuckerl beschlossen.

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Jahrzehnte hat man im Süden nur versprochen, den öffentlichen Verkehr auszubauen. Das Gegenteil ist unter SPÖ+FPÖ und SPÖ+ÖVP passiert. Schienen verrosten und werden abgebaut. Wir haben uns immer dazu verwendet, den öffentlichen Verkehr in ganz Burgenland und im Speziellen im Südburgenland auszubauen und zu attraktivieren. Solche Projekte bedürfen mehr als 10 Jahre, daher ist eine Bahnlinie bis 2025 nicht realisierbar. Der erste Schritt, den wir in der nächsten Periode vorantreiben würden, ist eine umfassende Verkehrskonzept-Planung.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Es wird wie der Ausbau der Bahn im Südburgenland insgesamt halbherzig gearbeitet. Wir haben einige Betriebsbesuche gemacht (Stipits, Vossen, …), wo Schienen noch vorhanden wären. Damit könnten sehr viele Transporte auf die Schiene verlagert, Arbeitsplätze gesichert und auch geschaffen werden. Um hier endlich voranzukommen, bedarf es der Bewegung Bündnis Liste Burgenland.

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Bio und Regionalität darf kein Widerspruch sein. Jedoch kann und soll man niemanden zwingen, rein nur Bio zu produzieren oder zu essen. Am Beispiel des Spitals Oberpullendorf, wo ein langjährig verlässlicher Lieferant (2 km Nähe) nicht mehr liefern darf, und ein um 50 km weiter entfernter Lieferant ohne Ausschreibung zum Zug gekommen ist. Tierschutz und Klimaschutz sind uns ganz wichtig. Wo wir Verantwortung tragen, setzen wir auch die richtigen Maßnahmen für den Klimaschutz (Windenergie, Photovoltaik, Wasserstoff, …).

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Verbesserung der Lebensqualität im Burgenland (Schließung der sich immer weiter öffnenden Gehaltsschere zwischen Beamten und den Arbeitern und Angestellten in der Privatwirtschaft, Senkung der Kosten für Pendler, Senkung der Kosten für öffentliche Verkehrsmittel, Ausbau des öffentlichen Verkehrs).

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Unser klares Wahlziel ist der Einzug in den Burgenländischen Landtag. Nach vier erfolgreich geschlagenen Wahlen – Europawahlen, Nationalratswahlen und die beiden Landtagswahlen in Vorarlberg und der Steiermark – mit den jeweils besten Ergebnissen für eine liberale Partei sind wir sehr zuversichtlich, dass wir auch im Burgenland für frischen Wind und vor allem mehr Transparenz und Kontrolle sorgen werden.

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Einerseits müssen wir langfristig die beste Bildung ins Burgenland bringen, um die Fachkräfte bestmöglich auszubilden. Andererseits müssen wir kurzfristig auf bessere Ausbildungsmöglichkeiten für Arbeitssuchende setzen und AsylwerberInnen in der Lehre den Lehrabschluss ermöglichen. Denn die derzeitige Situation ist vollkommen absurd. Man bestraft dadurch die, die integrationswillig sind und mit ihrer Arbeit einen Beitrag für die Allgemeinheit leisten. In vielen Berufssparten suchen die Unternehmen händeringend nach Fachkräften.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Auf alle Fälle muss besser gewirtschaftet werden. Es darf in Zukunft kein Planungsdesaster wie beim Neubau des Krankenhaus Oberwart geben, wo laut Rechnungshof 10 Millionen Euro Planungskosten zum Fenster rausgeschmissen wurden. Die Landespolitik muss Vorhaben ordentlich umsetzen. Populistische und nicht durchdachte Wahlzuckerl auf Kosten der nächsten Generation wird es mit uns nicht geben. Daher wollen wir auch im Burgenland eine Schuldenbremse umsetzen, denn die Schulden von heute kosten der nächsten Generation nicht nur Geld, sondern auch Zukunft.

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Ja, natürlich wollen wir, dass die Pinkatalbahn so schnell wie möglich wieder reaktiviert wird. Seit Jahren treten wir NEOS dafür ein. Wir fordern den raschen Ausbau mit Wiederaufnahme des Personenverkehrs. Der Zug muss endlich auch wieder im Südburgenland fahren. Wir sind nach wie vor „Bahnstiefkind“ und am Abstellgleis der Landespolitik, das ist eine Schande und unverantwortlich. Generell ist der gesamte öffentliche Verkehr auszubauen, ohne Auto ist man im Südburgenland chancenlos.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Für uns NEOS ist diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn sehr wichtig. Es ist vollkommen unverständlich, warum die rot-blaue Landesregierung in den letzten fünf Jahren sich nicht mehr dafür eingesetzt hat. Ganz offensichtlich fehlt der politische Wille dazu, obwohl eine IHS-Studie sich für den Ausbau der Bahn bis nach Ungarn ausspricht und dem Projekt eine überdurchschnittliche Rentabilität und volkswirtschaftlichen Nutzen bescheinigt. Wir werden uns für die Grenzbahn einsetzen!

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Nachhaltigkeit ist einer unserer Kernwerte. Wir setzen uns für eine Ökologisierung der landwirtschaftlichen Förderpolitik ein. So sollen auch Aspekte des Tierschutzes stärker berücksichtigt werden. Dies würde Fleisch aus Massentierhaltung verteuern und nachhaltige Produktion begünstigen. Unser Konzept würde für eine ökologische Steuerrevolution regionale, mit hohen Standards produzierte Lebensmittel aufgrund der kürzeren Transportwege und der geringeren Emissionen fördern. Ja, das Volksbegehren habe ich unterschrieben!

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Mein Herzensanliegen ist ein gutes Leben auch im Südburgenland. Dafür braucht es mehr Arbeitsplätze und besseren öffentlichen Verkehr. Ich werde mich für einen „Masterplan Südburgenland“ einsetzen, eine integrierte Gesamtstrategie für das Südburgenland. Noch immer ist das Burgenland eine Region mit zwei Geschwindigkeiten. Das Südburgenland hat in vielen Bereichen nicht die gleichen Entwicklungschancen, daher braucht es mehr Dynamik und neue Akzente in der Regionalentwicklung. Konkrete Taten statt nur Ankündigungen und Reden sind gefragt!

... und das am liebsten tänzerisch. Die 22-jährige Pinkafelderin Laureen Drexler hat als Profitänzerin den Sprung von der freischaffenden Künstlerin an ein Theater mit Fix-Engagement geschafft. Wir haben sie an ihrer neuen Wirkstätte am Theater Regensburg erreicht und zum Interview gebeten.

Dein Traum war es immer, in einer Company aufgenommen zu werden und im Ausland Erfahrung zu sammeln. Du bist seit Kurzem Ensemblemitglied am Theater Regensburg, und die aktuelle Produktion („Juke Box Heroes“), an der du mitwirkst, ist ein voller Erfolg. Bist du nun am Ziel deiner Träume angelangt?

Laureen Drexler: Nein, sicher nicht, wenn dann ist das ein Zwischenziel. Ich bin megaglücklich dort, wo ich jetzt bin. Aber es geht natürlich immer irgendwie weiter. Ich möchte noch mehr Städte bereisen, noch mehr Häuser kennenlernen und auf noch mehr Bühnen tanzen.

Gab es in deiner noch jungen Karriere jemals Situationen, wo es schwierig war, die körperlichen Strapazen zu groß, wo es einfach nicht so lief, wie du dir das vorgestellt hast?

Laureen: Ja, immer wieder. Auf der Uni war es für mich ganz neu, dass wir jeden Tag Ballett hatten, denn ich bin eigentlich aus dem Musical- und Jazzbereich gekommen. Jeden Tag technisches Training zu haben, hat mich schon sehr gefordert. Auch wenn das Balletttraining natürlich sehr wichtig ist, um die Technik zu stärken. Dazu kommt, dass es im zeitgenössischen Tanz verschiedene Stile gibt, in die man sich erst reinfühlen muss. Ich mag es z.B., sehr flüssig zu tanzen. Aber es gibt auch Choreographien, wo man sehr aggressiv und abrupt arbeitet, was einem dann viel abverlangt.

Wie schwierig ist es, in Österreich eine Tanzkarriere aufzubauen oder anders gefragt, kann man in Österreich vom Tanz leben?

Laureen: Wir haben zwar im klassischen Bereich die Staatsoper und die Volksoper, aber im zeitgenössischen Bereich ist es in Österreich definitiv schwierig, weil es keine Companies gibt, bei denen man fix angestellt ist. Das heißt, wenn man zeitgenössisch tanzen will, muss man in Österreich freischaffend arbeiten. Das hab ich auch gemacht in den letzten zwei Jahren. Es lief ganz gut. Ich war immer beschäftigt, aus einem Projekt ergab sich oft das nächste. Aber irgendwie hatte ich dann nach zwei Jahren das Gefühl, dass ich angestanden bin, weil ich immer mit den gleichen Leuten zusammengearbeitet habe. Es gibt nur wenige Tänzer, die in Österreich freischaffend arbeiten. Das ist in London oder Berlin viel einfacher.

Du hast als kleines Mädchen mit drei Jahren die Liebe zum Tanz entdeckt. Jetzt ist es ja so, dass viele Mädchen in diesem Alter mit Ballettunterricht beginnen und Freude am Herumhopsen haben. Was lief bei dir anders von Anfang an?

Laureen: Ich war damals voller Energie und stand immer irgendwie im Mittelpunkt, ohne dass ich mir das ausgesucht hab. Meine Mutter war auch diejenige, die mir vorgeschlagen hat, in den Tanzunterricht zu gehen, weil ich zu Hause so viele Purzelbäume und Räder geschlagen hab. Es kommt mir heute zugute, dass ich als Kind nicht mit Ballett begonnen hab, sondern in der Musical- und Jazzgruppe in Pinkafeld war, weil ich auf diese Weise früh Bühnenerfahrung sammeln konnte.

Wie viele Stunden trainierst du am Tag und wie hältst du deinen Körper fit?

Laureen: Wir trainieren hier in Regensburg circa sieben Stunden pro Tag, wobei von den sieben Stunden sind eineinhalb Stunden wirkliches Training, also Ballett. Danach ist Proben angesagt, da studieren wir dann die verschiedenen Choreographien ein. Dadurch, dass wir von Montag bis Freitag, manchmal auch samstags, eingedeckt sind, muss ich mich außerhalb des Theaters nicht wirklich fit halten. Wenn, dann geh ich zu meinem eigenen Vergnügen ab und zu ins Fitnesscenter oder mach einen Akrobatik-Kurs.

Du bist jetzt 22. Ist das typischerweise jenes Alter, wo sich die Erfolge einstellen sollten, wenn man eine Profitanz-Karriere einschlagen will?

Laureen: Ja, ich glaub das passt ganz gut. Solange kann man als Tänzerin ja nicht auf der Bühne arbeiten. Es hilft einfach, wenn man rechtzeitig eine Company im Lebenslauf stehen hat, dann ist es auch viel leichter, in die nächste zu kommen. Für andere Companies ist es immer wichtig, dass man schon Theatererfahrung hat.

Du fokussierst dich jetzt voll auf deine Arbeit in Regensburg. Wenn du einen Wunsch frei hättest, was wäre dann dein nächstes Ziel? Wie soll’s weitergehen?

Laureen: Am liebsten würde ich nach London, weil ich diese Stadt einfach liebe. Und in London stehen mehrere Companies zur Auswahl. Mir geht’s eher darum, dass ich noch um die Welt kommen möchte, und London wäre definitiv die Stadt, wo ich mir ein Leben sehr gut vorstellen kann. Nach so einer Company-Karriere kann ich mir auch vorstellen, wieder zurück nach Wien zu kommen, um dann vielleicht eine eigene Company zu gründen. So etwas gibt es in Wien nämlich noch nicht. Aber jetzt gilt es mal, Erfahrung zu sammeln.

Dann alles Gute für deine weitere Karriere und vielen Dank für das Gespräch.

Laureen: Sehr gern.

Ab 1. Oktober können pflegende Angehörige beim Land angestellt werden – mit 1.700 Euro netto bei einer 40 Wochenstunden-Betreuung. Doch das ist nur der Anfang. Soziallandesrat Christian Illedits (SPÖ) im prima! Interview über das Burgenland als Vorreiter in Sachen Pflegemodell, über Chancen und zukünftige, zielgerichtete Pflegemaßnahmen.

Burgenlands Landesrat Christian Illedits (SPÖ) sieht in der Anstellung pflegender Angehöriger nur den Beginn weiterer Pflegeangebote, die das Land umsetzen will.

 

 

Ab 1. Oktober können Angehörige beim Land angestellt werden und die Pflege übernehmen. Wie intensiv ist die dafür nötige Ausbildung?

LR Christian Illedits: Es handelt sich um eine notwendige Grundausbildung, die 100 Stunden umfasst. Der pflegende Angehörige verdient bei einer Vollzeitanstellung von 40 Wochenstunden 1.700 Euro netto. Das heißt, es ist gerechtfertigt und wichtig, dass man eine gewisse Grundausbildung fordert. Auch, um die Qualität zu gewährleisten.

Angestellt ist man beim Land. Wie tritt dieses als Arbeitgeber auf?

LR Christian Illedits: Man bekommt ein Anstellungsverhältnis bei der Pflege Service Burgenland GmbH (100%-ige Tochter der KRAGES, die Teil der Landesholding Burgenland ist, Anm. d. Red.) und es ist ein normales Dienstverhältnis – inklusive Urlaub und Krankenstand. Man muss übrigens nicht im gemeinsamen Haushalt leben, um die Pflege zu übernehmen. Man muss aber natürlich die Stunden, die man angestellt ist, in der Betreuung verbringen. Für Interessierte haben wir die Pflegehotline 057/600-1000 eingerichtet.

Wie kann sich das Land das leisten?

LR Christian Illedits: Es wird finanziert, so wie jetzt auch die Altenwohn- und Pflegeheime. Zum Teil über das Pflegegeld. Zum anderen Teil auch über die Pension. Wir nehmen dafür den Ausgleichsrichtsatz her. Das bleibt. Alles was darüber ist, wird zur Finanzierung verwendet. So wie jetzt auch. Die Differenz zahlt das Land.

Was würde für das Land an Mehrkosten dazukommen?

LR Christian Illedits: Aufgrund einer Erhebung gehen wir von 400 bis 600 Personen aus, die jetzt Angehörige im Burgenland pflegen. Wenn diese alle angestellt werden, dann gehen wir von Mehrkosten von 13 Millionen Euro für das Land Burgenland aus.

Das Land Burgenland fördert seit 1.1.2018 die 24-Stunden-Betreuung mit bis zu 600 Euro. Wird es diese auch weiterhin geben?

LR Christian Illedits: Ja, die Förderung für die 24-Stunden-Betreuung wird es weiterhin geben. Das Land Burgenland gewährt seit 1. Januar 2018 österreichweit als erstes Bundesland zusätzlich zur bisherigen Förderung, die vom Sozialministerium abgewickelt wird, eine eigene Landesförderung für die 24-Stunden-Betreuung. Die durchschnittliche Förderhöhe beträgt 400 Euro. Die Förderung ist einkommensabhängig und mit bis zu 600 Euro pro betreuter Person (bzw. für ein Paar) und in Sonderfällen bis 800 Euro begrenzt.

Will das Land die privaten Agenturen ausschalten?

LR Christian Illedits: Nein. Diese wird es weiterhin geben. Wir haben auch von Landesseite die Idee, so etwas selbst zu organisieren, aber das hat jetzt nicht Priorität. Viele Menschen können sich die 24-Stunden-Betreuung nicht leisten, weil die Kosten steigen und es sich mit Pflegegeld und Pension nicht ausgeht. Aber was wir als Alternativmodell anbieten, ist eben die Anstellung von pflegenden Angehörigen. Das ist die Alternative dazu.

Wird man all diese Pflegekräfte brauchen?

LR Christian Illedits: Ja, es ist auch eine Chance für das Land. Wenn jemand daheim seinen Angehörigen pflegt, hat er im Pflegeberuf bereits angedockt. Es wäre nun eine Möglichkeit, dass jemand dann auch die Ausbildung zur Heimhilfe absolviert und in diesem Job bleibt. Die Grundausbildung, die ja bereits absolviert wurde, wird dann angerechnet. Für uns ist es eine Möglichkeit, diese Fachkraft in einem solchen Beruf einzusetzen. Und da brauchen wir sehr, sehr viele, weil wir unser  Angebot sehr stark erweitern werden. In jeder Facette der Pflege. Wir werden etwa sehr stark die mobile Hauskrankenpflege erweitern, weil wir natürlich sehen, wenn die Leute daheim bleiben, werden sie auch die mobile Krankenpflege mehr brauchen. Die Menschen werden älter. Wir haben jetzt ca. 30.000 über 75-Jährige im Burgenland. 2030 werden wir 37.000 haben. Das heißt, wir werden älter. Wir wollen, dass die Pflegepyramide sukzessive bedient wird. Wir wollen für jeden in der jeweiligen Situation das jeweils für ihn beste Angebot haben. Ganz am Ende ist dann erst das Altenwohn-, und Pflegeheim. Alles soll vorher bedient werden und deshalb werden wir auch ein ziemlich starkes Pflegenetz ausrollen. Da sind alle dabei: die Gemeinden mit den Angeboten wie betreutes Wohnen, betreubares Wohnen, betreubares Wohnen Plus und viele Initiativen, die auch privat passieren. Da sind viele Vermischungsformen mit freiwilliger Arbeit. Nicht zu vergessen natürlich die Seniorentageszentren.  Wir wollen das alles noch mehr verstärken, weil wir diese Angebote natürlich sehr wohnortnahe brauchen. Wir wollen schauen, dass wir den dörflichen Charakter beibehalten. Die Menschen sollen sich ähnlich wohl wie daheim fühlen, aber sie sollen raus kommen aus den vier Wänden. Man stelle sich jemanden vor, der noch nicht wirklich eine Pflege braucht, der aber den ganzen Tag daheim sitzt. Da passiert sehr schnell eine Vereinsamung und dieser Mensch wird schneller dement. Die Spirale dreht sich in die negative Richtung und das wollen wir mit vielen Maßnahmen so lange wie möglich hinausschieben, sodass es den Menschen in jedem Stadium gut geht. Wir wollen da viele Bausteine haben und für jeden das Angebot, das er braucht. Das ist natürlich eine finanzielle Frage. Aber nicht nur für uns. Wir sind jetzt im Burgenland in einer Vorreiterrolle. Wir sind  speziell mit dem Anstellungsangebot momentan ganz allein. Alle schauen auf uns. Alle beobachten uns. 

Wer kontrolliert die pflegenden Angehörigen?

LR Christian Illedits: Man ist im Normalfall Betreuerin. Das bedeutet, man braucht ja auch die Hauskrankenpflege – außer es handelt sich um Pflegestufe drei. Aber üblicherweise kommt ja auch die Hauskrankenpflege und diese nimmt bereits alles wahr, was passiert. Wie ist der Zustand des zu Betreuenden? usw…. Wir sehen das nicht als Kontrolle, sondern als Unterstützung. Alles wird dokumentiert. Diese Kontrollen werden gerade in eine Richtlinie gepackt. Es gibt auf den Bezirkshauptmannschaften die Pflegeberaterinnen, die sogenannten Case & Care Manager. Diese werden das auch machen. Aber ihre Besuche sind als Hilfestellung zu sehen. 

Wie dicht wird diese Kontrolle sein?

LR Christian Illedits: Es wird in dem notwendigen Ausmaß sein. Aber keiner braucht sich fürchten, dass die „Sozialpolizei“ kommt. Es wird jeder gerade am Anfang froh sein, wenn er Unterstützung bekommt. Die Case & Care Manager sind auch diejenigen, die angerufen werden können, wenn man nicht weiter weiß – auch bezüglich Förderungen. Diese Beratung ist wichtig und ist die unterste und breiteste Ebene in der Pflegepyramide. Das betone ich immer wieder: Das Case und Care Management ist das Wichtigste. Und das bauen wir aus. Wir haben dafür derzeit acht Personen angestellt im Burgenland und stocken gerade auf. Diese sind die erste Anlaufstelle. Es gibt eine Hotline geben für den Notfall. Das wollen wir professionalisieren. Wir wollen da auch die Gemeinden miteinbinden. Es gibt im Südburgenland bereits Gemeinden, die da mitmachen. Denn die Gemeinden sind auch Anlaufstelle. Wir  wollen das Informationsnetz ausbauen und natürlich das Pflegenetz. 

Wer springt ein, wenn ein pflegender Angehöriger Urlaub hat?

LR Christian Illedits: Wir haben dafür einen Pool an Fachkräften. Diese sind in der Pflege Service GmbH, eine Tochter der Krages, angestellt und von dort wird es Ersatz geben. Wir werden auch Kurzzeitpflege anbieten, wo es möglich ist. Das heißt, eine stationäre Einrichtung, wo dann die Möglichkeit für eine Kurzunterbringung besteht. Natürlich muss der bzw. die Betroffene einverstanden sein. Unser Vertragsverhältnis ist immer mit dem zu Pflegenden und nicht mit dem, der betreut. Der zu Pflegende bestimmt. Das ist unser Vertragspartner. 

Wo kann man die Grundausbildung absolvieren?

LR Christian Illedits: In den Erwachsenenbildungseinrichtungen, also BFI und WIFI. 

Soll man den Kurs bereits präventiv absolvieren?

LR Christian Illedits: Der Kurs sollte doch zeitnah absolviert werden, damit es zu keinem Wissensverlust kommt. In der Betreuung perfektioniert man ja das erlernte Wissen.

Das Land will zukünftig nur mehr Heime ab 60 Betten bauen. Warum?

LR Christian Illedits: Weil diese interprofessionell errichtet werden. Man macht fünf 12-er Einheiten, die man interprofessionell nutzen kann. Darum geht es eigentlich. Wir haben jetzt Menschen in den Heimen zwischen Pflegestufe 3 und 6 bzw. 7. Man hat Demenzpatienten, die muss man in eine andere Abteilung geben, um optimal betreut zu werden und auch zur Entlastung der anderen Patienten. Man kann hier auch Menschen mit Behinderung unterbringen. Diese brauchen eine andere Ausstattung. Und dann geht es um Menschen mit  COPD. Oder sogar Palliativbetreuung. Es gibt also viele Stadien, die man in einer solchen größeren Einrichtung unterbringen kann. Und auch die Kurzzeitpflege hat hier Platz. Die Case & Care Manager sind erstmalig mit solchen Kurzzeitpflegen vernetzt. 

Es heißt nicht, dass die kleineren Einheiten schlechter arbeiten, aber man hat dort aber nicht die Möglichkeit der interprofessionellen Arbeit. Dort sind Menschen von Pflegestufe 3 bis 6 oder 7 gemeinsam. Wir wollen verschiedene Abstufungen schaffen, um gezielter auf die jeweiligen Bedürfnisse einzugehen. Wir brauchen in jeder Versorgungsregion verschiedene Angebote. Wir werden ja auch nicht überall alles machen. Man kann ja nicht überall Behinderteneinrichtungen bauen, weil man sie ja auch nicht überall braucht. Aber wir müssen die vorhandenen qualitativ hochwertig und professionell betreuen können. Man kann sich auf professionelle Fachkräfte verlassen. In einer solchen größeren Einrichtungen kann man besser switchen. Man hat mehr Personalressourcen. Das macht Sinn.

Was wünschen Sie sich an Unterstützung von der Bundesregierung?

LR Christian Illedits: Wir wollen viele Dinge im Land selbst organisieren, aber gewisse Dinge müssen bundeseinheitlich geschaffen werden, und dazu gehört vor allem die Finanzierung. Ein konkreter Ansatz: Das Sozialministerium fördert derzeit die 24-Stunden-Betreuung mit 550 Euro (für 2 Betreuerinnen). Ich würde mir das auch für unser Anstellungsmodell im Burgenland wünschen. Alle unsere Vorschläge wurden in Wien überreicht. Die Gespräche waren sehr gut.

Sehen Sie sich nach der Landtagswahl im Jänner in der Regierung?

LR Christian Illedits: Ich habe mich in das Pflege-Thema richtig tief eingearbeitet, und es ist enorm spannend und wichtig. Es ist das Thema Nummer eins. Natürlich wünsche ich mir, dass die Sozialdemokratie weiter die führende Kraft im Land ist und dass wir weiter Verantwortung übernehmen und gestalten dürfen. Und wenn ich dabei sein darf, freue ich mich.

Das Interview finden Sie in gekürzter Form in der Printversion der September 2019 Ausgabe.

 

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Burgenland: Pflegende Angehörige können sich ab sofort melden

Seit 7. Mai 2019 kann man auf jedem Gemeindeamt oder online mittels Handysignatur das (überparteiliche) Tierschutzvolksbegehren unterzeichnen. Und gleich vorweg: Es geht nicht darum, auf Fleisch zu verzichten. Es geht um eine tierleidfreie Haltung, um die Förderung der Bio-Bauern und auch um eine genaue Kennzeichnung der Herkunft unserer Lebensmittel, damit der Konsument weiß, woher sein Fleisch kommt. Egal ob Veganer, Vegetarier, Fleischesser, Frutarier oder einfach Genießer: Je mehr Unterschriften gesammelt werden, desto größer ist die Chance, Tierleid zu verringern. prima! im Gespräch mit Initiator Sebastian Bohrn Mena.

Ein Verkehrsminister und ein Landeshauptmann aus dem Südburgenland – eine Chance dafür, die Bahn in dieser Region wieder aufleben zu lassen? Mit konkreten Plänen halten sich beide bedeckt. Während Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) die Grenzbahn nach Ungarn als nicht finanzierbar sieht (siehe Ausgabe prima! März 2019), hält Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) diese für wichtig. An Konzepten wird gearbeitet, und von beiden Seiten kommt die Ankündigung, dass Pläne demnächst gemeinsam präsentiert werden. Und Norbert Hofer verspricht, an Tempo zuzulegen.

Hans Peter Doskozil ist neuer Landeshauptmann des Burgenlandes. Der Südburgenländer ist bekannt dafür, dass er politische Hotspots übernimmt und gilt als der Mann fürs Schwierige. Über seinen Weg zum höchsten politischen Amt im Land, schicksalhafte Verstrickungen im Leben, worüber er Tacheles spricht und wie ihn seine Freundschaft zu Kurt Kuch geprägt hat.

Der unbeachtete Schmerz

Der unbeachtete Schmerz

Es geht um das Altwerden – und es geht vor allem um Schmerzen im Alter. Meist betrifft es Frauen. Sie sind um die 80 Jahre, leben in einer Pflegeeinrichtung – und sind dement. Doch selbst Ärzte erkennen die Schmerzen nicht, und Betroffene werden meist mit Psychopharmaka ruhig gestellt. Immer noch herrscht der Irrglaube, dass Demenzkranke weniger Schmerzen empfinden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Auch wenn sie sie nicht verbalisieren können – es gibt Anzeichen. Ein Experte klärt auf.
Nicole MÜHL / 29. April 2019

Nach der erfolgreichen Pilotphase des Gesundheitsservices „Wenn´s weh tut! 1450“ in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Vorarlberg wird der neue „Gesundheitswegweiser“ nun österreichweit eingeführt. Dabei handelt es sich um eine telefonische Erstberatung durch medizinisch geschultes Personal nach einem standardisierten Abfragesystem, das eine Dringlichkeitseinschätzung eines gesundheitlichen Problems ermöglicht. Im Burgenland startet der Service, der rund um die Uhr zur Verfügung steht, am 1. Mai 2019.

Die Tabuisierung verhindert eine gute Lebensqualität aller Betroffenen. Es gibt Unterstützung - sagen Sie „Ja“ dazu.

Die Erkrankung Alzheimerdemenz ist schicksalhaft, sie kann jeden von uns treffen, unabhängig von Bildung und Geschlecht. Es kommt zu einer zunehmenden Verschlechterung der Merkfähigkeit, der Orientierung, der Sprache und des praktischen Geschicks. Der Erkrankungsverlauf kann zwar derzeit durch Medikamente verzögert werden, die Erkrankung ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht heilbar. Empathie und Menschlichkeit für die Betroffenen und deren Angehörigen sind notwendig.

Gefordert ist aber auch ein mutigeres Verhalten von betroffener Seite, die Krankheit anzunehmen und sich aktiv und mit Offenheit damit auseinanderzusetzen, um der Vereinsamung zu entgehen. Auch die Angehörigen sind von der Erkrankung betroffen. Durch den erhöhten Betreuungsaufwand kommt es bei ihnen zu einer Abnahme der sozialen Kontakte und ebenfalls zu einer Vereinsamung.

Nehmen Sie Hilfe an!

Im Seniorengarten Oberwart, einer Tagesbetreuungsstätte für Menschen mit Demenzerkrankung, wurde ein strukturiertes Angebot geschaffen, welches das persönliche Vorleben jeder und jedes Einzelnen berücksichtigt. Der Seniorengarten besteht seit 2007. Er ist ein Betreuungsangebot für Menschen im Bezirk Oberwart. Ziel des Angebots ist es, die vorhandene Selbstständigkeit der Betroffenen zu stärken, die geistigen und praktischen Fähigkeiten zu fördern und die Angehörigen zu beraten und zu entlasten.

Laut Österreichischem Demenzbericht 2014 ergibt sich mit den Zusatzangeboten eine bessere Lebensqualität und eine Stabilisierung der praktischen Alltagsfähigkeiten.
Es werden Fähigkeiten gefördert, Defizite werden ebenfalls erkannt und möglicherweise korrigierend beeinflusst, aber nicht betont.

Das Leben in der Gemeinschaft verhindert die Vereinsamung, wir sehen, dass Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressionen und nächtliches Herumwandern positiv beeinflusst werden. Es braucht aber das JA der Betroffenen und der Angehörigen, Hilfe anzunehmen.

Durch die Tagesbetreuung kommt es:
• zu einer Verbesserung des Selbstwertgefühls
• zu einer längeren Selbstständigkeit in den Alltagsverrichtungen
• zu einer Entlastung der Angehörigen, diese haben mehr Geduld, und Geduld ist ein wichtiger Aspekt in der Betreuung.

Im Seniorengarten wird der einfühlsame Umgang mit diesen Menschen durch ein Team von engagierten Pflegehelferinnen gewährleistet.

Auskunft und Anmeldung:
Pflegedirektorin der Diakonie Oberwart: Maria Konrath,Tel: 03352/31200-10

 

 

Vortrag über Schmerzen bei Demenzerkrankten:

Bei mittelgradiger bis schwerer Demenz ist es oft schwierig zu erkennen, wann und ob der Betroffene Schmerzen hat. Der Demenzerkrankte ist nicht mehr in der Lage, diese zu artikulieren Doch es gibt Anzeichen!

Prim. Dr. Andreas Winkler richtet sich in seinem Vortrag an Ärzte, Pflegende und Angehörige

Do, 4. April 2019, 19.30 Uhr, Aula Neue Mittelschule
Oberwart, Eintritt freie Spende

Das Burgenland plant ein umfassendes Pflegekonzept - prima! berichtete. Im Vorfeld wurde eine große Umfrage bei der älteren Generation durch die FH Burgenland durchgeführt. 98,5 Prozent der Befragten wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Aber: Nur 44,3 Prozent glauben sich die Pflege daheim auch leisten zu können.

Roland Fürst von der FH Burgenland mit Sozial-Landesrat Christian Illedits

 

Präsentiert wurde die Umfrage am 6. März durch Sozial-Landesrat Christian Illedits und Roland Fürst von der FH Burgenland. „Die Sicherung der Pflege ist ein zentrales gesellschaftliches Thema, das aufgrund des demografischen Wandels weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Zahl der über 75-Jährigen wird burgenlandweit bis 2030 um 20 Prozent zunehmen“, so Illedits, der betont, dass das Burgenland bereits heute ein sehr gutes Pflegesystem mit einem differenzierten Leistungsangebot auf Basis der burgenländischen Pflegepyramide hat. So gewähre das Burgenland seit 1.1. 2018 – österreichweit als erstes Bundesland – zusätzlich zur bisherigen Förderung, die vom Sozialministeriumservice abgewickelt wird, eine eigene Landesförderung für die 24-Stunden-Betreuung. Bisher haben 485 pflegebedürftige Personen diese zusätzliche vom Einkommen abhängige Landesförderung in Anspruch genommen. Die durchschnittliche Förderhöhe beträgt 400 Euro, kann aber in Sonderfällen auf bis zu 800 Euro aufgestockt werden.

Die relativ hohe Sorge der Menschen, sich die Pflege zuhause, wenn es denn so weit ist, nicht leisten zu können, führt Illedits auch darauf zurück, „dass sich viele im Detail nicht präventiv damit beschäftigen, sondern erst, wenn die Betroffenheit unmittelbar ist.“ Dem will man einerseits mit dem neuen Pflege- und Betreuungsplan, andererseits mit mehr Information entgegensteuern.

Diese Umfrage bestätige die Warnungen der Volkspartei, so VP-Chef Thomas Steiner. Insbesondere sei es wichtig das Pflegeangebot auf die regionalen Bedürfnisse abzustimmen.

 

Nach dem Motto "Mehr als gesund" lud Mag. Helmut Eller zur offiziellen Geschäftseröffnung.

HPV (Humane Papillomviren) ist die am häufigsten sexuell übertragene Infektion. Vier von fünf Personen infizieren sich im Laufe ihres Lebens - meist unbemerkt - mit HPV. In den meisten Fällen heilt eine Infektion mit HPV wieder ab und bildet sich innerhalb weniger Jahre zurück. Bei 10 Prozent aller Infizierten kommt es allerdings zu einer andauernden Infektion, die langfristig zu Zellveränderungen und Krebserkrankungen führen kann. Durch die Initiative des Landes mit der Krebshilfe Burgenland, in Kooperation mit der Ärztekammer Burgenland, der Apothekerkammer Burgenland und der Herstellerfirma, wird der Impfstoff deutlich billiger angeboten. Ziel ist, dass möglichst jede Burgenländerin und jeder Burgenländer diese Impfung in Anspruch nehmen kann.

Sie ist gebürtige Oberwarterin, war lange leitende Oberärztin an den Londoner Spitälern Royal Free und Chase Farm und kehrt nun als Ärztliche Direktorin in ihre Heimat zurück.

Im Rahmen eines Festaktes wurde Priv. Doz. Dr. Astrid Mayer von KRAGES-Geschäftsführer Mag. (FH) Harald Keckeis und KRAGES-Aufsichtsratsvorsitzenden LR Mag. Hans-Peter Doskozil vorgestellt

 

„Von Oberwart nach London und zurück“ – mit diesen Worten wurde heute, 5. Feber 2019, die neue Ärztliche Leiterin des KRAGES-Schwerpunktspitals Oberwart offiziell begrüßt. Astrid Mayer ist seit 1. Feber in dieser Funktion und löst damit den interimistischen Ärztlichen Direktor Herbert Gruber ab.

Astrid Mayer hat in Oberschützen maturiert, studierte Medizin an der Universität Wien und promovierte dort im Jahr 1990. Danach absolvierte sie den Interdisziplinären Lehrgang für Krankenhausmanagement an der WU Wien. Es folgten die  Facharztdiplome für Innere Medizin und Hämato-Onkologie  und die Habilitation in der Krebstherapie. 1996 ging sie als Assistenzärztin nach London. Seit 2005 war sie Oberärztin am Royal Free Hospital, seit 2013 auch Leiterin der Onkologie.

Astrid Mayer arbeitete auch an internationalen Projekten in der Krebsforschung mit und hat zahlreiche Fachartikel, Kommentare und Buchbeiträge verfasst.

 

Im Jahr 2003 wurde diese unersetzbare Einrichtung im Krankenhaus Oberwart eröffnet.

v.l.n.r. Prim. Dr. Gerfried Gratze, Ilse Schuster aus Wörterberg, Pflegedirektor Andreas Schmidt, Rosi Pieber, ÖA Dr. Wolfgang Stangl, Elisabeth Stangl, Stationsleiterin Christine Magyar

 

Die Onkologie- und Palliativstation in Oberwart feiert heuer das 15-jährige Bestehen. OA Dr. Wolfgang Stangl sagt: „15 Jahre bedeuten, dass wir mehr als 37.500 mal Chemotherapie verabreicht haben, mehr  25.000 Patientinnen und Patienten stationär aufgenommen haben. Und dass wir mehr als 1500 Menschen in der Palliativstation an ihr Lebensende begleitet haben.“ Im Tumorboard der KRAGES haben Ärztinnen und Ärzte der verschiedensten Fachrichtungen die Krebserkrankungen von 8000 Menschen besprochen, um die jeweils bestmögliche Therapie auszuwählen. Dr. Stangl: „Unser Motto ist: Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. Alles, was wir geleistet haben, funktioniert deshalb so gut, weil wir offen kommunizieren. Mit den Patientinnen und Patienten, aber auch in unserem multidisziplinären Team. Durch eine intensive Fortbildung, durch den Erwerb von Expertise und vor allem durch viel Mitgefühl gegenüber Patientinnen und Patienten sowie den Angehörigen kann man auch sehr schwere Belastungen bewältigen.“

Neben Ärzten und dem Pflegeteam sind an der Onkologie in Oberwart auch DiätologInnen, PsychotherapeutInnen und spirituelle BegleiterInnen im Einsatz. Die Station ist außerdem beim „Forum Palliativ“ (Vorträge und Podiumsdiskussionen in der Neuen Mittelschule Oberwart) involviert, an dem in den Jahren 2009 bis 2018 rund fünftausend Personen teilgenommen haben.

15 Jahre Tradition

Seit 15 Jahren spenden die Damen der Adventkranzrunde aus Wörterberg an die Onkologie Oberwart aus dem Verkauf selbst geflochtener Adventkränze. Die Damen sind heuer zum letzten Mal im Einsatz und damit geht eine wertvolle Tradition zu Ende.

Seitens der  Wörterbergerinnen heißt es rückblickend: „Diese Spendenaktion war uns ein Bedürfnis, weil die Stationen der Onkologie Tolles geleistet haben. Sie waren immer für unsere erkrankten Angehörigen und Freunde da. Der Verkauf der Kränze ist für einen guten Zweck und unsere Spende gelangt direkt dorthin, wo sie gebraucht wird – ohne Bürokratie oder sonstigen Zwischenstationen. Das ist uns sehr wichtig.“

Mit allen Sinnen lustvoll genießen

Mit allen Sinnen lustvoll genießen

Erregung passiert auf unterschiedlichen Ebenen. In der Sexualtherapie sind diese durch fünf verschiedene Modi definiert. Die Königsdisziplin ist der wellenförmige Modus. Er beinhaltet quasi alle Sinne und führt zu vollkommener Lust.
Silvia MESSENLEHNER / 28. Jänner 2020
Liebe, Sex & Co.

Die Beziehung mit dem Sextoy

Die letzten Kolumnen haben sich mit dem Erregungs-Modus beschäftigt. Dabei geht es um die Art und Weise, wie wir gelernt haben, die Erregung bis zum Höhepunkt zu steigern. Diesmal beschreibe ich den vibrationsinduzierten Modus, also wenn Vibrator und Co. mit im Schlafzimmer sind.

Es ist ein Modus, den hauptsächlich Frauen gerne praktizieren. Sie spezialisieren sich auf die Erregung durch Vibration mit einem Hilfsmittel.

Bereits in der Kindheit lösen Mädchen durch gezielte Handbewegungen diese Erregung durch Stimulation der Oberflächenrezeptoren der Vulva und der Klitoris aus. Dies passiert durch Streicheln und Reibung (mechanisch), aber auch durch Druck und Muskelspannung (Anspannungsmodus). Diese Mechanik setzt sich fort durch Pressen auf einen Gegenstand (beim Rutschen, Turnen, Radfahren…)

Im Erwachsenenleben wird dieser Modus bei vielen Frauen weiter praktiziert, und sie benötigen die Vibration, um zur Erregung zu kommen (vibrationsinduzierter Modus). Das geht vom Wasserstrahl in der Dusche bis zu Sextoys.

Sextoy ja, aber nicht ausschließlich!

So wie bei Gerda. Der Partner-Sex war für sie nie befriedigend. Sie konnte viele Jahre keine orgastische Entladung erreichen. Daher hörte sie damit auf und ging eine „Beziehung“ mit ihrem Vibrator ein. Es wurde eine Gewohnheit. Sie musste sich dabei nicht selbst berühren – ihr Vibrator übernahm das. Somit hatte sie aber auch keinen Zugang zu ihrem weiblichen Geschlecht.

Für die Paar-Sexualität ist dieser Vibrations-Modus nicht kompatibel, da die Frau, wenn sie sich permanent mit einem Hilfsmittel selbstbefriedigt, irgendwann nicht mehr weiß, welche körperlichen Fähigkeiten sie einsetzen kann, um zum Orgasmus zu kommen.
Es besteht die Gefahr, dass ohne Vibration eine Entladung nicht mehr möglich ist – wie bei Gerda.

Sex ist aber auch ein Spiel miteinander, eine lustvolle Genuss-Reise, und manche Paare unterstützen dieses Spiel mit einem raffinierten Sextoy. Das ist absolut in Ordnung, wenn der „Point of no return“ auch mit dem eigenen Körpereinsatz erreicht wird und die unterschiedlichsten Formen der körperlichen Berührung eingebunden werden.

Gerda kehrte wieder ins Eheschlafzimmer zurück. Sie lernte, ihre sexuellen Kompetenzen zu erweitern, um mit ihrem Mann gemeinsam ins Land der sexuellen Erfüllung zu reisen.

Kurs:
Eine genussvolle Reise zur weiblichen Lust –
Eine Therapiegruppe für Frauen, ab März 2020

beratung@silviamessenlehner.at
www.silviamessenlehner.at

Liebe, Sex & Co.

Erregung durch Berührung

Was ist Erregung? Wie kommt es dazu? Und können wir sie beeinflussen? Die Erregung ist ein solch umfangreiches und breites Thema, das viele Fragen, aber auch viele Möglichkeiten aufwirft. Wer sich darauf einlässt, beginnt eine Reise mit allen Sinnen.

Als Sexualtherapeutin stelle ich immer wieder fest, dass ein Großteil meiner Klientinnen und Klienten mit Fragen rund um die Erregung konfrontiert ist. Die Probleme, die dabei auftreten, können umfassend sein und reichen von Orgasmus- und Erektionsstörungen bis hin zu Schmerzen beim Sex.

Im Zuge dieser Serie will ich versuchen, Bewusstsein für den Erregungszustand zu schaffen, denn sexuelle Erregung kann gesteigert werden. Dazu muss man allerdings wissen, dass die Erregung auf einer körperlichen und einer emotionalen Ebene basiert. Um sie zu steigern, können auf der körperlichen Ebene verschiedene Techniken eingesetzt werden. Es geht dabei um den Einsatz von Fantasien, der Berührung an allen möglichen Körperstellen, die Bewegung, die Muskelspannung, den Rhythmus bis hin zur Atmung.

Fünf solcher Erregungs-Modi gibt es, bei denen Körperstellen auf unterschiedliche Weise stimuliert werden, wodurch der Erregungs-Reflex ausgelöst wird. Und meine Botschaft gleich vorweg: Wer über diese Techniken Bescheid weiß, hat die Möglichkeit, seinen Erregungs-Spielraum zu vergrößern. Sehen wir uns diesmal also den „mechanischen Modus“ etwas genauer an.

Durch steigernde Berührung zum Orgasmus

Kurz zusammengefasst, geht es darum, dass es durch eine bestimmte Art der Berührung zum Orgasmus kommt. Bei diesem technischen Modus geht es vor allem um ein rhythmisches Reiben direkt am Penis bzw. der Klitoris. Diese Bewegung passiert schnell und mechanisch. Je höher die Erregung, umso rascher wird das Reiben beschleunigt. Der Körper hält dabei meist still und geht auch oft in einen hohen Anspannungsmodus. Die Atmung ist eingeengt, und der Fokus liegt auf der Entladung.

Die Vorteile dieser Technik

Die Wahrnehmung ist am Geschlecht. Der Körper meist eher unbewegt und angespannt. Die Bewegungen sind schnell und automatisch. Jeder weiß ganz genau, wie er den Erregungszustand schnell aufbauen und auch schnell entladen kann. Die Wahrnehmung beruht auf Oberflächenrezeptoren, aber wenige werden tatsächlich genutzt. Dieser Modus führt sehr schnell zum Orgasmus.

Grenzen und mögliche Probleme

Durch die muskuläre Anspannung im Becken und Rücken entstehen die typischen Rein-Raus-Bewegungen, welche für die Frau oft wenig stimulierend sind. Die sexuelle Lust ist begrenzt. Wenn die Frau diesen mechanischen Modus gewohnt ist und regelmäßig anwendet (meist in der Selbstbefriedigung), erlebt sie den Geschlechtsverkehr mit dem Partner dann oft wenig lustvoll und benötigt meist zusätzlich eine Stimulation der Klitoris, die der Partner aber selten beherrscht.
Beim Mann wiederum führt die hohe Muskelspannung im Beckenboden dazu, dass er rasch zur Entladung kommt, diese aber auch nicht steuern kann (auch Erektionsstörungen möglich).

Jeder hat sich seit Kindheit weg seine eigene Technik bzw. seinen eigenen Erregungs-Modus angeeignet. Es geht nicht um besser oder schlechter, sondern vielmehr darum, wie man seinen Körper einsetzen kann, um ans Ziel zu kommen. Ich möchte Sie dazu ermutigen, neue Techniken auszuprobieren und kennenzulernen, um Ihre Möglichkeiten der sexuellen Erregung zu erweitern.

Die einfache punktuelle Stimulierung des Geschlechts, wie sie hier beschrieben wurde, ohne Einsatz des Körpers ist sicherlich ein lustvolles Erleben, das zur Entladung führt. Aber die Aktivierung anderer Rezeptoren des Körpers, der Einsatz der Atmung, der Bewegung des Körpers führt im Sex mit dem Partner zu einer erfüllenden lustvollen Reise. Dazu mehr in der nächsten Ausgabe.

Liebe, Sex & Co.

Viele Wege zur Erregung

Sie erinnern sich? In der letzten Ausgabe habe ich die unterschiedlichen Erregungs-Modi kurz aufgezählt. Auf diese wollen wir nun ab dieser Ausgabe etwas genauer eingehen. Fünf Techniken gibt es. Der volle Körpereinsatz gilt als besonders intensives Erlebnis. Wer auch immer seine Technik dorthin erweitern will, kann es.

Es gibt also ganz typische Techniken, die eingesetzt werden, um die sexuelle Erregung zu steigern. Sexuelle Erregung findet auf zwei Ebenen statt: der emotionalen und der körperlichen. Die körperliche ist eigentlich ein Reflex und kann bis zu einem Höhepunkt gesteigert werden.

Ausgelöst wird sexuelle Erregung durch Erregungsquellen – alle Arten von Berührungen an allen möglichen Körperstellen. Dazu gehört das Spiel mit den Muskeln, mit der Bewegung und mit der Atmung, mit variablen Rhythmen. Jeder hat seine eigenen Fähigkeiten dazu entwickelt. Dadurch steigert sich die sexuelle Erregung bis zu einem Höhepunkt. Der Orgasmus-Reflex wird ausgelöst.

Übrigens: Manche Menschen sind erstaunt über ihre sexuellen Fantasien und meinen, dass sie diese in der Realität gar nicht ausleben wollen. Ich kann Sie beruhigen. Die sexuellen Fantasien sind meistens keine Bedürfnisse. Insbesondere in den ersten beiden Erregungs-Techniken entstehen diese durch die hohe Anspannung im Körper. Sehen wir uns nun also die erste Technik etwas genauer an:

Der Anspannungs-Modus

Das ist eine sehr schnelle Methode der sexuellen Erregung. Der Körper bewegt sich dabei nicht. Oft wird großer Druck auf das Geschlecht punktuell mit einem Kissen zwischen den Beinen oder durch Reiben auf einem Gegenstand, kreuzen der Beine uvm. ausgeübt. Durch diesen hohen Tonus werden die Tiefenrezeptoren des Gewebes angesprochen, die auf Druck reagieren, und eine Entladung wird ausgelöst. Dieser Erregungs-Modus wird in der Selbstbefriedigung gerne praktiziert, da er schnell sexuelle Befriedigung verschafft.

Helene kommt sehr schnell zum Höhepunkt. Sie holt sich gedanklich eine Fantasie herbei. Meistens wird dieser Modus von Fantasien unterstützt, in denen es hart und heftig zugeht. Dann kreuzt sie ihre Beine übereinander, spannt sie fest an, presst sie zusammen. Mit der Hand drückt sie auch manchmal auf den Unterbauch oder das Geschlecht, aber es geht auch nur mit der hohen Anspannung. Auch hält sie unbewusst die Atmung an, wenn sie dem Höhepunkt zusteuert. Durch diese hohe Muskelspannung und den Druck aktiviert sie ihre inneren Rezeptoren zur Erregungssteigerung und kann dadurch einen Orgasmus erlangen.

Das ist eine typische Technik, die eher Frauen einsetzen. Männer klemmen meist den Penis zwischen die Oberschenkel oder gegen einen anderen Gegenstand. Es ist immer ein intensives Pressen und Drücken.

Die Vorteile dieser Technik

Muskelspannung, Beckenbodenanspannung sind sehr erregend. Dadurch kann die Erregung sehr rasch bis zu einem Höhepunkt gesteigert werden. Das ist unkompliziert. Man muss sich dafür nicht einmal ausziehen und kann es sogar überall machen. Durch Muskelspannung und Druck werden Nervenendigungen in den Muskeln im Beckenbodenbereich stimuliert. Je öfter sie stimuliert werden, desto besser lernt das Gehirn, das als erregend zu erleben. Und wenn dies immer praktiziert wird, ist es im sensomotorischen Gehirn gut abgespeichert.

Die Grenzen und mögliche Probleme dieser Technik

Dieser Erregungs-Modus hat seine Grenzen in dem PartnerSex. Wenn nur diese Art der Erregungs-Steigerung bekannt ist, ist er nicht besonders Partner-kompatibel, da es kein lustvolles Erleben des Geschlechtsverkehrs gibt. Es kann sein, dass die Erregung bis zum Orgasmus wegen der Muskelarbeit als anstrengend erlebt wird und nur eine bestimmte Stellung – ein Reiben der Klitoris am Penis – möglich ist. Der Partner-Sex (Penetration) ist nicht befriedigend. Hohe Muskelspannung bedient auch eine hohe Beckenbodenspannung und kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und anderen Problemen in der Paarsexualität führen.

Beim Mann können Ejakulationsprobleme bestehen und Erektionsprobleme beim Geschlechtsverkehr. Die sexuelle Lust ist bei beiden eingeschränkt.

In meiner Praxis empfehle ich KlientInnen, die sich in diesem Anspannungs-Modus selbstbefriedigen, auch andere Körper-Stimulationen (Berührung anderer Körperteile, Bewegung, usw.) auszuprobieren. Damit erweitern sie ihr sexuelles Repertoire.

Liebe, Sex & Co.

Turn me on

Erregung ist auf der körperlichen Ebene ein reflektorisches Geschehen. Auch wenn sie durch bestimme Reize ausgelöst wird, kommt es nicht von alleine zur Entladung. Jeder hat sich seit der Kindheit seine eigene Technik bzw. seinen eigenen Erregungsmodus angeeignet, um den Point of no return zu erreichen.

Hier führen verschieden Wege ans Ziel. Einige sind kürzer und zielgerichtet, manche – obwohl sinnlich und lustvoll – erreichen trotzdem das Ziel des Höhepunktes nicht. Es ist eine wichtige Fähigkeit, diesen Weg von der Erregung bis zum Höhepunkt als eine lustvolle erotische Reise zu gestalten. Sie ist eine Kompetenz und Fähigkeit, die immer erweitert und ergänzt werden kann.

Es gibt fünf verschiedene Parameter, sprich Erregungs-Modi, um die Erregung zu steigern, und sie in einem Orgasmus zu entladen (oder auch nicht).

Über die Körperspannung zum Orgasmus (Anspannungsmodus)

Der Körper geht in eine hohe Anspannung und bewegt sich dabei nicht. Die Erregung wird ausgelöst, und es kommt relativ rasch zu einer Entladung. Oft wird großer Druck auf das Geschlecht punktuell ausgeübt. Dieser Erregungsmodus wird in der Selbstbefriedigung gerne praktiziert. Er hat aber seine Grenzen, wenn wir Sex mit dem Partner leben möchten.

Durch steigernde Berührung zum Orgasmus (mechanischer Modus)

Es geht dabei um ein mechanisches Reiben direkt am Penis bzw. der Klitoris. Die Bewegung ist monoton, der Rhythmus wird durch rasches Reiben beschleunigt. Dieser Modus ist sehr effizient und führt schnell zum Orgasmus. Auch bei diesem Modus können Schwierigkeiten beim Partner-Sex entstehen. Der Mann kann relativ rasch zum Höhepunkt kommen und entladen. Die Frau kann womöglich gar nicht zum Höhepunkt kommen, da sie nur durch diese eine besondere Form der Berührung erregt wird, die der Partner selten beherrscht oder die eben zu zweit nicht kompatibel ist.

Mit einem „Helferlein“ zum Orgasmus (Vibrationsmodus)

Für manche ist es prickelnd, das Genital mit einem Vibrator bis zum Höhepunkt zu stimulieren. Dabei werden aber andere Berührungen am Körper vernachlässigt. Die Gefahr besteht darin, dass man für Berührungen des Partners oder Selbstberührungen unempfänglich wird, sodass immer der Vibrator eingesetzt werden muss. Frauen, die Orgasmus-Probleme beim Sex mit dem Partner haben, empfehle ich, diesen Gebrauch einzuschränken, um einen anderen Zugang zu finden und auch anderen Rezeptoren die Möglichkeit zu geben, wieder aktiv zu werden.

Mit Bewegung und tiefer Atmung zur Befriedigung (ondulierender Modus)

Tanzen Sie gerne? So ist es hier mit diesem Modus. Der Körper ist in einer weichen, fließenden Bewegung, wie ein sinnlicher, langsamer Tanz. Durch die Bewegung ist der Körper wohlig warm, glücklich und zufrieden. Dieser besondere Modus ermöglicht auf der Partnerebene eine innige, liebevolle Verbindung, reich an Zärtlichkeit und Nähe. Viele beschreiben es als lustvolle Verschmelzung mit dem anderen. Es ist ein wunderbarer, inniger Modus. Er hat jedoch die Einschränkung, dass der Fokus auf die Erregungs-Steigerung fehlt, sodass es möglicherweise nicht zum Orgasmus kommt.

Mit vollem Körpereinsatz zum Orgasmus (wellenförmiger Modus)

Die Königsdisziplin! Der Körper drückt sein volles Potenzial aus. Atmung, Bewegung, Rhythmus sowie Anspannung und Entspannung werden kreativ eingesetzt. Die Erregung wird sowohl mit Hilfe gezielter Bewegungen des ganzen Körpers gesteigert. Es wird aber auch aktiv das Becken bewegt (wie eine wellenförmige Schaukel), sodass es zu einer lustvollen, befriedigenden Entladung kommt! Ergänzt wird das Ganze durch eine Balance in der Anspannung und der Entspannung und des tiefen Atmens. Dabei geht es auch mit darum, mit allen Sinnen wahrzunehmen.

Sehen, riechen, hören, schmecken, fühlen. Es geht um das Wollen, die Lust und die aktive Beteiligung beider Partner. Es ist die Begegnung zweier sehr gut gestimmter und eingeübter Körper. Wie Instrumente, die gemeinsam ein klangvolles Duett spielen, das zur Befriedigung führt und Lust nach mehr macht!

Welchen Modus auch immer Sie derzeit anwenden – Sie können ihn jederzeit erweitern. Immer mit dem Ziel, dass die Reise zum Höhepunkt für Sie und Ihren Partner eine lustvolle, befriedigende Reise ist.

Liebe, Sex & Co

Das Zentrum der Lust

Es ist das weibliche Sexualorgan schlechthin, und trotzdem wissen viele so wenig darüber: die Klitoris. Sie ist weitestgehend unsichtbar und wird auf einen Knopf reduziert. Dabei ist sie viel mehr und kann viel mehr! Aber es gibt immer noch Fragen: Wie groß ist sie? Was kann sie oder was mag sie? Und ist sie alleine für einen Orgasmus zuständig?

Ja, er ist da, der Sommer! Und damit auch die Lust auf Vergnügen und auf einen ereignisreichen, heißen Urlaub. Im Alltag finden die meisten wenig Zeit für Erholung und Worklife – und auch die Beziehung und der Sex kommen zu kurz. Aber im Urlaub soll nun alles aufgeholt werden.

Alles, wofür unterm Jahr keine Zeit bleibt, wird auf den Urlaub verschoben. Aber gerade diese Erwartungen bringen oftmals einiges an Enttäuschung mit sich.

Zeit für uns

Ein Paar verbringt im Urlaub eine intensive gemeinsame Zeit, die es im Alltag nicht hat. Für viele gehört der Sex einfach dazu. Außerdem soll er abwechslungsreicher als daheim sein. Im Meer, im Hotelzimmer, nachts am Strand. Je mehr Fantasien man diesbezüglich hat, desto besser!

Aber Achtung, wer mit der Erwartung in den Urlaub fährt, nun den besten Sex ever zu haben, kann auch enttäuscht werden. Wenn daheim im Alltag der Sex eingeschlafen ist, kann es schon schwierig werden, die Hemmschwelle zu überwinden. Manch ein Paar ist enttäuscht vom Urlaub wieder nach Hause gefahren.

Wenn Sie diese Enttäuschung vermeiden wollen, sprechen Sie das Thema Sex bereits zu Hause an. Manche ahnen die Erwartung ihres Partners und fühlen sich unter Druck gesetzt. Darüber zu reden macht Sinn.

Geben Sie sich am Urlaubsort auch Zeit, um sich zu erholen. Ein entspannter Körper hat mehr Lust. Zeigen Sie sich attraktiv für Ihren Partner. Verführen Sie! Warten Sie nicht ab. Beginnen Sie mit einer gegenseitigen Partnermassage.Berührungen, Küsse, den anderen bewusst wahnehmen, ist wichtig! Es muss nicht immer auf den „Point of no return“ hingearbeitet werden. Auch wenn ein Quickie seine Reize hat.

Und noch ein Tipp: Unternehmen Sie gemeinsam etwas! Gegenseitiges Interesse ist lustfördernd. Tanzen ist beispielsweise ein intimer erotischer Anfang. Oder wie wäre es mit einem romantischen Essen? Lassen Sie Ihre Fantasie walten!

Damit Sie in Ihrem kostbaren Urlaub das erleben, was Sie sich wünschen und vorstellen, besprechen Sie Ihre Erwartungen und Bedürfnisse schon daheim im Vorfeld. Ihre freie Zeit kann eine nachhaltige Kraftquelle für den Alltag sein und auch die Chance, mehr Erotik und Sex wieder in die Paarbeziehung zu bringen. Vorausgesetzt, man kennt die eigenen Erwartungen und die des Partners.

Schützen Sie sich!

Gerade für Singles ist der Urlaub oft besonders sexuell aufgeladen. Man will etwas erleben, und alle Sinne sind auf einen Urlaubsflirt eingestellt. Sex inklusive! Das ist auch in Ordnung, aber sorgen Sie vor und schützen Sie sich. Auch wenn Sie als Frau die Pille nehmen oder mit der Spirale verhüten. Bestehen Sie darauf, dass Ihr Sexpartner ein Kondom verwendet! Unter dem Begriff STI werden alle Infektionen zusammengefasst, die durch Sexualkontakte übertragen werden können! Laut Studien nehmen diese zu.

Auch als Mann ist es wichtig, sich zu schützen. Dennoch bevorzugen viele Männer ungeschützte One-Night-Stands und fordern dies sogar von der jeweiligen Sex Partnerin ein. Seien Sie verantwortungsvoll sich selbst gegenüber und packen Sie für den Urlaub genügend Kondome ein.

Somit wünsche ich Ihnen mit einem Lächeln im Herzen viele erotische, sinnliche Momente, einen schönen Urlaub und einen ereignisreichen Sommer!

Haben Sie auch eine Freundin, die sich immer Kerle aussucht, die ihr Ego vor sich hertragen und die sich mit Sicherheit nicht zu einem knuddeligen Couch-Potato verwandeln werden? Genau das wollen aber viele Frauen. Für Männer ist es oft schwierig, den Erwartungen zu genügen.

Für Stefanie und Christa ist ein richtiger Mann einer, der sich um seine Familie kümmert und ein aktiver Vater ist. Also ganz klar das Gegenteil von einem Macho. Roland meint, ein Mann muss autonom, authentisch und ehrlich sein.

Sie sehen, die Meinungen zu der Frage „Wann ist ein Mann ein Mann?“ gehen völlig auseinander. Für viele ist ein richtiger Kerl muskulös – sie definieren einen Mann über dessen Körper. Andere sagen, er muss gut zuhören können und spüren, was eine Frau will und muss natürlich im Haushalt helfen. Ein richtiger Mann muss selbstbewusst sein. Ach ja – gut im Bett sollte er auch sein. Eigentlich soll er ein Bad Boy und gleichzeitig ein Frauenversteher sein. Kein Wunder, dass „Mann“ bei dieser Schieflage an Rollenbildern unsicher wird. Es ist noch nicht so lange her, da gab es die klassische Rollenzuschreibung. Der Mann brachte das Geld nach Hause, er war der Versorger, aber dafür bestimmte er auch. Die Frau war zuhause und kümmerte sich um die Kindererziehung und den Haushalt. Auch heute noch haben Frauen die Hauptverantwortung in diesen Bereichen – mit dem einen Unterschied jedoch, dass die Frau heute zusätzlich noch berufstätig ist.

Der Mann und sein Körper

Die Fitnessstudios boomen mit Männern, die der stereotypen Zuschreibung, dass ein Mann Muskeln haben muss, entsprechen wollen. Vor allem junge Männer definieren sich über ihre Körper. Es steigert zumindest die Selbstsicherheit. Aber das stereotype Aussehen alleine macht noch keinen Mann. Dieses Bild auf Dauer aufrecht zu erhalten, ist schwer möglich und macht Stress.

Auch die Medien beeinflussen ungemein. Pornos zeigen stramme, große Penisse und Männer und Frauen, die stundenlang „können“. Doch das ist nicht real und sollte nicht als Ideal angesehen werden. Sex ist lustvoll, leidenschaftlich und sinnlich, und beide Partner sollen Spaß daran haben. Alles was schnell und hart ist, ist nur genitale Befriedung und keine Befriedigung auf allen Ebenen.

Wann fühlt sich ein Mann als Mann?

Die Kraft kommt aus den Geschlechtsorganen, die uns als Mann oder Frau unterscheiden. Der Mann, der eindringt (penetriert) und die Frau, die aufnimmt (sie ist rezeptiv).
Allein schon der phallische, aufstrebende Penis zeigt den Stolz des Mannes auf sein Glied und auf seine Männlichkeit. Beim Mann diente der Akt immer schon der Fortpflanzung, aber auch der Lust. Die Erektion ist die Identitätskarte des Mannes. Und genau da braucht es einen guten Zugang.

Immer mehr zeigt sich die Verunsicherung mancher Männer in unserer leistungsgeprägten Zeit. Wie soll ich denn nun sein? Was wollen denn die Frauen? Ist mein Penis groß genug? Kann ich auch die erwartete Leistung vollbringen? Diese Verunsicherungen führen oft zu Erektionsstörungen, verursacht durch Leistungsdruck, und Versagensangst.

Vom Macho zum Frauenversteher! Geht das?

Viele Frauen kennen das: Sie ziehen immer wieder den gleichen Typ Mann an. Narzissten mit einer überhöhten Selbstliebe. Auf viele Frauen wirken solche Männer, die vor Ego und Selbstbewusstsein strotzen, enorm anziehend. Leider haben diese auch oft einen ausgeprägten Jagdtrieb. Immer wieder höre ich Frauen jammern, dass sie sich schlecht behandelt und wenig wertgeschätzt fühlen. Sie fühlen sich regelrecht ausgesaugt und bezeichnen ihren Partner oft als rücksichtslosen Macho. Dazu muss festgehalten werden, dass Frauen ohnehin meistens emotionaler sind als Männer und gerade dieser Typus Mann auf der emotionalen Komponente leider wenig zu bieten hat. Frauen träumen jedoch oft davon, aus diesem Macho einen Softie zu machen. Sie sehen es als ihre Aufgabe, ihn ändern zu wollen. Aber es ist vergebliche Liebesmüh!

Niemand kann einen anderen Menschen ändern. Man(n) muss es selber wollen. Aus einem Womanizer wird kein Knuddeltyp, nur weil Frau denkt, dass gerade sie ihn ändert. Mein Rat an Frauen, die in dieser Situation sind und darunter leiden: Suchen Sie lieber einen Mann, der beides sein kann: selbstbewusst, aber auch emotional und fürsorglich. Und glauben Sie mir: Es gibt sie!

Der Schlüssel zur wahren Männlichkeit liegt in einem guten Zugang zum eigenen Geschlecht. Diese Männer sind stolz auf ihren Penis und stehen zu sich. Sie sind authentisch, autonom und wissen, was sie wollen. „Richtige Männer“ zeigen aber auch ihre Gefühle. Das macht sie echt. Sie sind aber auch bereit, sich weiterzuentwickeln. Das fördert das Selbstbewusstsein und die Selbstsicherheit und führt zu einer anziehenden Ausstrahlung. Dieser Schlüssel liegt in jedem Mann und kann jederzeit benutzt werden.

“So sind wir schon!“

“So sind wir schon!“

Alexander van der Bellens Zitat nach dem Auffliegen der Ibiza-Affäre „So sind wir nicht!“ stößt bei der ehemaligen Bundespräsidentschaftskandidatin Gertraud Knoll auf Widerspruch. 1994 wurde ihre Wahl zur ersten Evangelischen Superintendentin Österreichs zum Medienereignis, und sie war ein Jahr im Amt, als vor 25 Jahren – am 5. Feber 1995 – vier Männer in der Romasiedlung in Oberwart durch die von Franz Fuchs gelegte Sprengfalle ermordet wurden. Als engagierte Kämpferin für Menschlichkeit hielt sie weder als kirchliche Amtsträgerin noch später als SPÖ-Politikerin mit Kritik an Gesellschaft, Kirche und Politik nie hinter dem Berg. Ämter und Funktionen hat sie längst abgelegt, öffentliche Auftritte sind rar. Für „prima!“ stand sie nun Walter Reiss Rede und Antwort über Erinnerungen an das Attentat, und sie warnt nach wie vor vor unmenschlichem Schüren von Ängsten und Ausgrenzen von „Anderen“.
Walter REISS / 28. Jänner 2020

Dem gebürtigen Südburgenländer Gerhard Baumgartner ist das Schicksal der Burgenländischen Roma ans Forscher-Herz gewachsen. Nur 400 von 7.000 Burgenland-Roma haben den Holocaust überlebt. Wann immer es in der politischen Diskussion um das Aufzeigen von „braunen Flecken und Rülpsern“, Rassismus oder Antisemitismus geht, sind Expertinnen und Experten des von ihm geleiteten Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) am Wort. Gegen ständige Angriffe von rechts bekam das DÖW übrigens Schützenhilfe vom Staatsoberhaupt: Bundespräsident Alexander van der Bellen meinte nämlich, er könne „sich nicht vorstellen, dass sich jemand traut, das DÖW in seiner Existenz anzuzweifeln.“ Walter Reiss hat den Historiker und Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Dr. Gerhard Baumgartner, zum Gespräch getroffen.

Rede & Antwort

Der „Digitalrebell“

Walter Reiss im Gespräch mit dem grünen Ex-Landtagsabgeordneten und Ex-EU-Parlamentarier Michel Reimon über sein Polit-Comeback, mit welchen Themen er die Grünen wieder ins Parlament bringen will und welche Rolle für den studierten Journalisten die sozialen Medien spielen.

Michel Reimon

Die Online-Ausgabe des renommierten deutschen Magazins „DIE ZEIT“ nannte ihn „Österreichs erfolgreichsten Social-Media-Politiker“. Das war 2015, als er in sozialen Netzwerken unermüdlich gegen das Freihandelsabkommen TTIP mobilisiert hat. Auf Facebook und vor allem auf Twitter war Reimon rund um die Uhr präsent, noch lange, bevor HC Strache und Sebastian Kurz Massen von virtuellen Fans um sich geschart haben. Seine Politkarriere als Mandatar ist vor allem von zwei Stationen geprägt: 2010 bis 2014 war er für die Grünen im Burgenländischen Landtag, dann errang er auf dem zweiten Listenplatz der Grünen bei der EU-Wahl ein Mandat.

Im Oktober 2018 kündigte er seinen Rückzug an: Familie, Firmengründung, Doktoratsstudium und Bücherschreiben seien angesagt. Dann wirbelte das Ibiza-Video die heimische Innenpolitik durcheinander. Und der gelernte Journalist und nie um getwitterte Pointen verlegene Politiker liebäugelte sofort mit einem Polit-Comeback. Auf dem Bundeskongress der Grünen will sich der gebürtige Siegendorfer um ein Nationalratsmandat bewerben. Studium, Firma und Bücher können noch warten…

Update 6. Juli 2019

Am Grünen Bundeskongress am 6. Juli wurde Michel Reimon auf Platz 4 der Bundesliste gewählt.

 

Schon vor der Zeit als grüner Landtagsabgeordneter haben Sie 2009 die geplante Gründung einer Firma im Bereich „Organisationsentwicklung“ verschoben. Zehn Jahre später geben Sie – nach kurzem Rückzug – wieder der Politik den Vorzug. Warum?

Michel Reimon: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich wollte immer schon ein Politiker sein, der ein zweites berufliches Standbein hat. Aber Ibiza und die Folgen lassen einen politisch denkenden Menschen nicht kalt. Und Werner Kogler hat gemeint, er hätte mich gerne im Team.

Aber noch ist nix wirklich fix: Der Bundeskongress der Grünen Anfang Juli muss erst entscheiden, ob Michel Reimon wirklich einen aussichtsreichen Listenplatz für ein Nationalratsmandat bekommt.

Michel Reimon: Gegessen ist das Ganze natürlich noch nicht. Aber ich rechne mir gute Chancen aus für einen aussichtsreichen Listenplatz.

Seit dem Erfolg bei der EU-Wahl spüren die Grünen Aufwind, und politische „Oldies“ scheinen wieder voll da zu sein: Werner Kogler agiert als Parteispitze, Sigrid Maurer zeigt wieder auf, und Michel Reimon plant ein Comeback im Nationalrat…

Michel Reimon: Also, wenn man genau hinschaut, wer wo auf welchen Listen und Landeslisten kandidiert, dann dürften jene, die schon mal Abgeordnete waren, höchstens 30 Prozent ausmachen. Und ich denke, man wird die Erfahrung dieser Leute auch brauchen. Und ein paar bekannte Namen sind ja nicht unwichtig.

Stichwort Bekanntheit: Sie sind – Achtung Satire! – täglich 27 Stunden online…

Michel Reimon: Ja, so ungefähr…

… mit mehr als 70.000 Followern bringt man ja ein gewisses WählerInnenpotenzial mit. Ist das nicht auch Startkapital und Kalkül für die nunmehr dritte Politkariere?

Michel Reimon: Ich habe mir von einer Firma ausrechnen lassen, welchen Werbe- oder Marktwert so etwas haben könnte: Es sind etwa 50.000 Euro im Monat. Man rechne das jetzt um auf einen Wahlkampf, der mehrere Monate dauert. Das ist also nicht wenig und natürlich ein Faktor, wenn man Opposition macht, Aufmerksamkeit auf wichtige Themen lenken und Widerstand erzeugen muss.

Würden Sie sich als virtuellen Aktivisten bezeichnen?

Michel Reimon: Ich bin in der medialen Szene sehr gut vernetzt. Medienleute lesen ständig mit, was ich schreibe. Dadurch bin ich sehr unabhängig von statischen Presseaussendungen. Ich versuche ständig, auch neue Kommunikationskanäle auszuprobieren und präsent zu sein. Gerade im Nationalrat wird es notwendig sein, direkt aus der täglichen Arbeit heraus besser informieren und damit auch bessere Politik machen zu können. Es gilt, nicht von kurzen Sendezeiten im Fernsehen und Erscheinungsterminen von Printmedien abhängig zu sein. Wie das Beispiel des Ibiza-Videos gezeigt hat, bist du nur wenige Stunden nach Auffliegen der Sache als Partei voll im politischen Diskurs dabei.

Die Grünen sind ja aus dem Parlament rausgeflogen und hoffen nun als außerparlamentarische Opposition wieder auf den Einzug. Rechnet man eher mit der Rolle als Opposition oder gar mit einer möglichen Regierungsbeteiligung?

Michel Reimon: Das Wahrscheinlichste ist wohl die Opposition. Wie es derzeit ausschaut, gibt es – und das sagt ja übrigens auch SPÖ-Landeshauptmann Doskozil – zwei wahrscheinliche Regierungsvarianten: Türkis-Blau oder Türkis-Rot.

Ihr Kommentar zu diesen Regierungskonstellationen?

Michel Reimon: FPÖ und damit Rechtsextreme in der Regierung: Das geht nicht!

Gibt der Höhenflug der Grünen in Deutschland den Grünen in Österreich Rückenwind?

Michel Reimon: Nein. Jeder Vergleich mit Deutschland ist hier Humbug. Denn dort gibt es ja schon viermal hintereinander eine große Koalition. Das ist eine ganz andere politische Dynamik. Wäre das bei uns so gewesen, stünden die Grünen jetzt auch bei 12 Prozent. Was in Österreich aber sehr wohl möglich ist, dass innerhalb weniger Wochen Wählerbewegungen von bis zu 10 Prozent denkbar sind. Die Stammwähler von früher gibt es nicht mehr. Das ist demokratiepolitisch gut. Für die Parteien wird die Sache aber durch die mobil gewordenen Wählerinnen und Wähler schwerer vorhersehbar.

Ihre Prognose für das Abschneiden der Grünen am 29. September?

Michel Reimon: Von 3,8 Prozent kann es ja nur mehr aufwärts gehen. Jede Prognose halte ich übrigens für Kaffeesudlesen. Ich warne auch die eigenen Leute davor, von tollen Ergebnissen zu träumen. Ich bin da eher vorsichtig.

Zu den Wahlkampfthemen der Grünen: Wenn man Werner Kogler zuhört, ist die Rede von Klima, Klima und nochmals Klima…

Michel Reimon: Prinzipiell musst du als Partei alles mitdiskutieren, was gerade öffentliches Thema ist. Dass das Klima endlich zum Thema wird, haben wir uns ja schon vor Jahren gewünscht. Mit unseren Kampagnen sind wir medial nicht wahrgenommen worden, obwohl wir dasselbe gesagt haben wie nun Greta Thunberg. Durch die große internationale Aufmerksamkeit ist das auf einmal auch in Österreich ein wichtiges Thema.

Welchen Aufgaben wollen Sie sich als Ex-Landtagsabgeordneter und ehemaliger EU-Parlamentarier im Nationalrat widmen?

Michel Reimon: Aus beiden Funktionen bringe ich Erfahrungen mit: Zum Beispiel, dass man sich in die Logik politischer Kontrahenten einfühlen muss. Auf europäischer Ebene denken und handeln nicht immer alle Länder im Sinne eines großen gemeinsamen Anliegens. Da gibt es starke lokale Interessen. Da kann es auch sein, dass die Zustimmung Österreichs in einer Frage davon abhängt, ob dies einige Landeshauptleute blockieren. Das durchschaut man als politisch gelernter Österreicher. Und man sollte andererseits auch wissen, wie etwa in Litauen Mehrheiten entstehen. Und ich habe vor, mich um die Auswirkungen internationaler Handelsabkommen auf Österreich zu kümmern.

Werden Sie weiterhin auf digitalen Plattformen aktive Politik betreiben?

Michel Reimon: Ich halte es für extrem wichtig, dass wir Grüne und ökologisch Bewegte eigene Plattformen und Kanäle aufbauen. Die klassischen Medien sind ja mitten im Umbruch. Und was die türkis-blaue Regierung unter Sebastian Kurz mit dem ORF vorhatte, ist ja nun glücklicherweise gescheitert. Da bleibt natürlich die Frage, was die nächste Regierung plant. Es muss unbedingt die Unabhängigkeit von Redaktionen sichergestellt werden. Und als Politiker sollte man nicht von Medien abhängig sein. Ich habe großen Respekt vor Journalisten, die harte Fragen st