Thursday for Future

Thursday for Future

Gemeinden müssen in Sachen Klimaschutz einen Beitrag leisten. Zwei Öko-Initiativen haben sich nun zusammengetan und für steirische Gemeinden eine tolle Umwelt-Aktion ins Leben gerufen.
Olga SEUS / 4. Juli 2019
Portrait

Eine starke Frau

Dies sollte eine Geschichte werden, die Mut macht. Die davon erzählt, dass es sich lohnt, weiterzumachen. Nicht den Kopf hängen zu lassen, egal was kommt. Letztendlich ist es vor allem eines: Die Geschichte einer starken Frau und die Geschichte einer wahrhaft großen Liebe, die hält, was man sich bei der Hochzeit verspricht: In guten wie in schlechten Zeiten zueinander zu halten und füreinander da zu sein.

Die blaue Socke wirkt absichtlich über sein linkes Hosenbein gestrickt. Das zeigt sinnbildlich, wie ungewöhnlich er wirkt, dazu noch androgyn und ruhelos. „Ich schau gar nicht so verbraucht aus, wie ich innerlich bin“, gesteht er dann auf Nachfrage und rekapituliert das Konzert vom Vorabend in Wien mit den Worten: „Ja, cool, egal“. „Hektisch und extrem“ wird die Musik beschrieben, die der 36-Jährige macht, aber auch auf ihn trifft diese Bewertung durchaus zu. Bernd Supper selbst macht sich keinen Kopf, was Beschreibungen betrifft. Die feine Linie zwischen Unterhaltung, die verkaufbar sein muss, und Kunst, die polarisieren kann, zieht er aber bewusst. „Mainstream“ ist der Pinkafelder nämlich nicht, und seine Musik auch nicht.

Reportage

Schäferstündchen

Ebenfalls in Burgauberg, nur wenige Kilometer von Star-Friseur Markus Unger entfernt, treffen wir einen weiteren, sehr speziellen „Friseur“. Er macht Hausbesuche und lässt seine Kunden auf engem Raum zusammentreiben, bevor er kommt und im Angesicht seines Schweißes einem nach dem anderen einen neuen Look verpasst. Harald Mandl ist einer von nur etwa zwanzig hauptberuflichen Schafscherern in Österreich. Gemeinsam kümmern sie sich um die Fellpracht der rund 400.000 Schafe hierzulande. Das Scheren der Schafe ist Haralds Leidenschaft – die übrigens keine Leiden schafft.

Jede Gemeinde freut sich über Unternehmer im eigenen Ort. Nicht nur wegen der Kommunalsteuer, sondern auch aufgrund des Zuzugs an Einwohnern und des nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwungs. Fünf oststeirische Bürgermeister haben dabei aber nicht den Tunnelblick auf ihre eigene Gemeinde gerichtet, sondern die Weitwinkelbrille aufgesetzt und denken in etwas größeren Dimensionen.

Investoren Klaus und Patrick Glavanics mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil

 

Bei herrlichem Sommerwetter fand Mitte Juni in Oberwart der Spatenstich für ein Stadthotel statt. Es wird am Badplatz neben der historischen Raffel-Mühle und dem Telegraphenamt errichtet. Im März/April 2020 soll das Hotel bereits in Betrieb gehen. Es wird über 50 Betten, verteilt auf 18 Doppelzimmer und vier Suiten, verfügen. Außerdem wird es einen Lokalbereich geben. Initiiert wird das Projekt von Klaus Glavanics, seinem Bruder Patrick und zwei weiteren Investoren. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund drei Millionen Euro.

Das Thema Pflege wird zu D E R Herausforderung für die Politik und Gesellschaft. Die Menschen werden immer älter, und dadurch steigt auch der Bedarf an Pflege. Und zwar dramatisch in den nächsten Jahren. Im Burgenland wird an einem neuen Modell gearbeitet und auch auf Bundesebene kommt das Thema in Bewegung.

Wie wird die Pflege zukünftig organisiert? Ansätze kommen von den Ländern – vor allem aus dem Burgenland

 

Im Burgenland hat Landeshauptmann Hans Peter Doskozil das Thema Pflege zu einem seiner Schwerpunktbereiche erklärt und mit Experten ein eigenes Modell dafür entwickelt. Dieses neue Sozialhilfegesetz soll bereits mit 1. Oktober in Kraft treten. Kernpunkte dabei sind, dass pflegende Angehörige bis ins 2. Parentel – Großeltern, Eltern, Kinder und Enkelkinder sowie (Ehe)Partner, aber auch Seitenlinien wie Tante, Onkel, Nichten, Neffen – bei einer Landesgesellschaft (Pflegeservice Burgenland) angestellt werden und bei einer 40 Stundenbetreuung einen Mindestlohn von 1.700 Euro netto erhalten. Voraussetzung dafür ist aber die Absolvierung einer theoretischen und praktischen Ausbildung. Zusätzlich soll die Qualität durch regelmäßige Besuche der mobilen Hauskrankenpflege überprüft werden.

„Pflege darf kein Geschäft sein, sie muss gemeinnützig sein“, war eine der Kernvorgaben von Landeshauptmann Doskozil. Hier beginnen bereits die ersten Konfliktfelder. Denn ein Großteil der Betreuung funktioniert derzeit mit „selbstständigen“ ausländischen Pflegekräften, die über Agenturen vermittelt werden. Im Burgenland sind derzeit rund 3.500 selbstständige, meist weibliche, Pflegekräfte tätig.

Die Pflege über das Ausland

Wie urprünglich von Doskozil verlautbart, sollten diese privat geführten und gewinnorientierten Pflegeagenturen nicht mehr zum Zug kommen. Doch ganz so ohne diese wird es in Zukunft nicht gehen. Auch Gemeinnützige arbeiten mit Agenturen aus dem Ausland zusammen. So ist der Sitz der AIW (Altern in Würde), eine Agentur, die vom Roten Kreuz für die 24-Stunden-Pflege beansprucht wird, in Bratislava.

Und auch der Landeshauptmann versichert inzwischen, dass jene Menschen, die bereits jetzt die Pflege durch eine Privatagentur in Anspruch nehmen, diese auch weiterhin bekommen werden: „Unser Angebot mit der Anstellung von pflegenden Angehörigen und den gemeinnützigen Agenturen ist eine Ergänzung.“ Die bisherigen Leistungen der Privatagenturen bleiben also aufrecht. Entscheiden wird dies zukünftig der „Kunde“. Und das wird wohl von den Kosten abhängen (siehe www.prima-magazin.at/Im Fokus).

Rund 300 Pflegekräfte beschäftigt Thomas Oswald in seiner Agentur mit Sitz in Oberwart. „Grundsätzlich finde ich es gut, wenn das Land Burgenland das Thema Pflege zum Schwerpunkt macht“, meint er. Nur wie so oft stecke der Teufel im Detail. Denn ohne die Kräfte aus Osteuropa werde es auch in Zukunft nicht gehen. Etwa bei jenen Betroffenen, die keine Angehörigen haben oder wenn diese ganz woanders leben. Auch die Frage, wo die ausländischen Kräfte in Zukunft ihre Pflegeausbildung absolvieren müssen – in ihrem Heimatland oder in Österreich und wer die Kosten dafür trage – sei ungeklärt. Auch hier wird es möglicherweise neue Richtlinien und Vorschreibungen vom Land geben. Wie die Privatagenturen davon betroffen sind, ist noch unklar. „Mit mir hat bis heute niemand vom Land über das Thema gesprochen“, wundert sich Thomas Oswald und hofft auf Gespräche, konkret auf einen Runden Tisch, noch vor der Beschlussfassung durch den Landtag.

Chance für Frauen

Oswald sieht in der laufenden Diskussion auch eine Chance für Frauen um die 50, die derzeit keinen Job haben und präsentiert einen neuen Vorschlag: „Gerade Wiedereinsteigerinnen könnten sich um pflegebedürftige Nachbarn oder Anwohner in ihrer Umgebung kümmern.“

Sie hätten dann wieder eine Perspektive, eine Arbeit und ein Einkommen. Eine Linie, die auch das Land Burgenland vertritt. Statt mit dem Bus zu einem 900 Euro Job nach Wien zu pendeln, wäre die Pflege eine echte Alternative.

Der Bedarf nach Pflegekräften ist jedenfalls vorhanden. Nicht nur im Burgenland, auch in der Steiermark. So berichtet etwa Roswitha Schiefer, Pflegedienstleiterin des Roten Kreuzes für Hartberg und Fürstenfeld: „Wir haben derzeit 80 Mitarbeiter, die die Menschen zu Hause betreuen. Ich könnte sofort 15 weitere Personen aufnehmen, aber sie sind kaum zu finden. Der Bedarf wäre da.“

Soforthilfe vom Land derzeit schon möglich

Ist bei einem Angehörigen plötzlich Pflegebedarf gegeben, egal ob dauerhaft oder kurzfristig, wie etwa bei Unfall oder nach Operation, können sich die betroffenen Familien an das „Case & Care Management“ wenden. Dieses ist seit 1. Jänner bei allen Bezirkshauptmannschaften des Burgenlandes installiert und hier wird versucht, unbürokratisch die optimale Pflegeform zu finden. Dabei wird evaluiert, wie hoch der Pflegebedarf ist – ob dauerhaft oder temporär – und welche Unterstützungen gebraucht werden.

Außerdem will das Land einen Pool von Fachkräften schaffen, die in Pflege-Notfällen einspringen und die Betreuung sofort übernehmen können. Juristisch gilt es hier noch einiges abzuklären. Vom Regierungspartner FPÖ meint deren Klubobmann Géza Molnár, dass man hier Neuland betritt: „Nach absehbarer Zeit werden wir Evaluierungen (Anpassungen) vornehmen.“ Dafür wurde auch eine Frist gesetzt, nämlich 2022.

Änderungen auch für Pflegeheime

Auch die Einrichtungen werden von den Plänen der Regierung betroffen sein. So sollen künftig nur mehr Pflegeeinrichtungen ab 60 Betten vom Land gefördert werden. Genau diesen Punkt kritisiert die Grüne Landessprecherin Regina Petrik: „Diese neuen Förderrichtlinien halte ich für falsch, gerade kleinere Betriebe können viel persönlicher agieren.“

Nicht nur die Länder, auch der Bund hat eine Reform der Pflege im Visier. So lässt ÖVP-Chef Sebastian Kurz mit einer Pflegeversicherung aufhorchen.
Die Unternehmer sollen damit jedoch nicht belastet werden. Das Parlament will außerdem eine Valorisierung des Pflegegeldes (Anpassung an die Teuerung) demnächst umsetzen.

Das Thema Pflege ist in jedem Fall für die nächste Bundesregierung eine Herausforderung. Die Initiativen der Länder sind dennoch zu begrüßen, werden sich aber, wie im Burgenland, erst in der Praxis bewähren müssen.

 

 

Was in Zukunft pflegende Angehörige verdienen können und was das Land einbehält

 

Beispiel 1, Pflegestufe 3

 

Pflegebedürftige Person Anna

Pension monat. € 1150.-, davon der Teil bis zum Ausgleichszulagenrichtsatz (€933.-) an das Land Burgenland

Pflegegeld Stufe 3 € 451,80.- davon 90 Prozent an das Land Burgenland (ca €406)

Förderungen Land Burgenland ca €977.-

Pflegender Angehöriger Hans

Beschäftigung 20 Wochenstunden

Nettoeinkommen rd € 1050

Kosten Brutto + DG (Dienstgeber-Anteil) rd € 1600

 

Beispiel 2, Pflegestufe 5

 

Pflegebedürftige Person Franz

Pension monatlich: € 1150 davon der Teil bis zum Ausgleichszulagenrichtsatz (€ 933.-) an das Land Burgenland (€ 217)

Pflegegeld Stufe 5: € 920,30.- davon 80 Prozent an das Land Burgenland (ca €736.-)

Förderung Land Burgenland ca € 2147.-

Pflegende Angehörige Johanna

Beschäftigung Vollzeit/40h

Nettoeinkommen € 1700.-

Kosten Brutto + DG Anteil rd € 3100

Quelle: Land Burgenland

 

 

 

Kostenbeispiel 24h Pflege

Pflegestufe 0-4

Im ersten Monat (Kalendermonat)

Betreuerin pro Tag (50×28)                                       € 1400.-

Anreise/Abreise Pflegerin 2x€70                                € 140

Sozialversicherung für 1. Pflegerin                             € 171,85

Vermittlungspauschale an Agentur                            € 350

Gesamt                                                                           € 2061,85

Abzüglich Förderung Sozialministerium

für 1 Pflegerin ab Pflegestufe 3                                      € -275.-

————-

Gesamtbetrag                                                                 €1786,85

 

Zweite Monat (Kalendermonat)

Betreuerin pro Tag € 50 x 28                                      € 1400

Anreise/Abreise Pflegerin                                            € 140

Sozialversicherung 1. Pflegerin                                   € 171,85

Sozialversicherung 2. Pflegerin                                   € 171,85

Servicepauschale Agentur                                             € 150.-

Gesamt                                                                             € 2033,70.-

Abzüglich Förderung des Sozialministeriums

für 2 Pflegerinnen ab Pflegestufe 3                              € -550.-

————–

Gesamtbetrag                                                                 € 1483,70.-

 

Quelle: OK Altenpfleger

 

 

 

Bund beschließt Valorisierung des Pflegegeldes

 

Illedits: „Burgenland passt Sozialleistungen in Landeskompetenz an“ (Eisenstadt am 26. Juni 2019) – Im Finanzausschuss haben sich alle im Nationalrat vertretenen Parteien auf die Valorisierung des Pflegegeldes geeinigt. Im Burgenland werden davon mehr als 19.000 Personen profitieren.

Ab 1. Januar 2020 wird das Pflegegeld jährlich dem Pensionsanpassungsfaktor entsprechend erhöht – der Wert war in den letzten Jahren deutlich gesunken. Basis ist eine Novellierung des Bundespflegegeldgesetzes. Angaben des Bundes zufolge werden sich die Kosten auf 50 Millionen Euro jährlich belaufen. Soziallandesrat Christian Illedits begrüßt die Valorisierung. „Im Sinne der Chancengleichheit sind wir bestrebt, alle nötigen und möglichen Anpassungen so rasch wie möglich vorzunehmen,“ so Illedits, der im Burgenland Anpassungen in den in Landeskompetenz liegenden Sozialbereichen umsetzt: Das Taschengeld für behinderte Personen wird erhöht, auch die Tagsätze für Einrichtungen des Behindertenbereichs sowie der Kinder- und Jugendhilfe werden angehoben.

Das Taschengeld, das behinderte Personen in Tagesbetreuung, Beschäftigungstherapie und Werkstätten erhalten, wird erstmals seit 2013 angeglichen. „Die Erhöhung war längst überfällig, von allen Interessensvertreterinnen und Interessensvertretern zurecht gefordert und es freut mich, dass wir dem gerecht werden können,“ so Illedits. Die Erhöhung wird mehr als 12 Prozent pro Person betragen.

Die Tagsatz-Valorisierung für die Einrichtungen der Behindertenhilfe und die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe erfolgt nach Antrag verschiedenster Einrichtungen und gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2019. Im Burgenland werden 66 Einrichtungen von der Erhöhung um 3,34 Prozent profitieren.

Zahlen & Fakten

 

Die Pflege wird zu der großen Herausforderung für die Politik sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene. Während der Bund den Großteil der Kosten trägt, sind die Länder für die Organisation der Pflegebetreuung zuständig.

Derzeit beziehen rund 459.000 Personen Pflegegeld. 18 Prozent der Pflegenden werden in Heimen versorgt, 82 Prozent zu Hause von Angehörigen und mobilen Diensten. Die Republik gibt derzeit 2,6 Milliarden Euro für das Pflegegeld aus, die mobilen Dienste liegen in Summe bei 619 Millionen Euro, die Kosten für stationäre Dienste (Krankenhäuser, Pflegeheime etc.) schlagen in Summe mit 2,8 Milliarden zu Buche.

Die aktuelle Situation am Beispiel des Bezirkes Hartberg-Fürstenfeld. 2018 gab es hier 900 Pflegebetten, sechs Tageszentren im Bezirk. Die 24 Stunden Betreuung wird von 4 Prozent der Bevölkerung (Altersgruppe 65+) in Anspruch genommen. Die Gemeinden im Bezirk HF wenden dafür unter dem Titel Sozialwesen 8-9 Prozent der Einnahmen auf.

Die Bevölkerung wird immer älter. 2018 waren im Bezirk HF 19 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt. 2030 werden es bereits 27 Prozent sein und für 2050 werden sogar 33 Prozent prophezeit.

Ähnlich die Entwicklung bei den Hochbetagten (85 und älter). 2018 waren es 2,5 Prozent der Bevölkerung, 2050 werden es 8,3 Prozent sein.

Quellen: Forum Oststeiermark, Pflegedienst-Leistungsstatistik, Sozialministerium

Plätze und G'schichten

Das „Raffelhaus“

Eines der schönsten, typisch burgenländischen Arkadenhäuser steht in Oberwart: das Raffelhaus. Allein der Garten ist eine Geschichte für sich.

Im südlichen Hofbereich steht ein großer Nussbaum, der das Haus beschattet.

 

Etwa 200 Jahre ist es alt, das sogenannte „Raffelhaus“ und mitten im Zentrum von Oberwart gelegen. Der aufmerksame Besucher wird bemerken, dass es einen Meter tiefer liegt als der Gehsteig. Die Zufahrt war damals nur über die heutige Ganghofergasse möglich. Erst Ende 1950 wurde die Schulgasse errichtet. Auf die Höhenlage des Raffelhauses wurde dabei jedoch keine Rücksicht genommen, und so liegt es heute eben bis zu einem Meter tiefer als der Gehweg.

In Besitz der aus Tirol stammenden Familie Raffel kam das Haus um 1888. Mihaly Raffel war Lehrer in Neumarkt und kaufte das Haus samt der anschließenden Mühle für seinen Sohn János. Und dieser wiederum vermachte die Mühle seinem Sohn Johann, der in Oberwart als Müller stadtbekannt und sehr beliebt war. Besonders stolz war er auf seinen Sohn, der unter dem Namen Bubi Raffel als Tierarzt für Großvieh über die Grenzen der Stadt hinaus kein Unbekannter war. Bubi Raffel starb im September 1997. Seither wird das Arkadenhaus von seiner Witwe bewohnt – und auch der Garten wird von ihr nach wie vor mit viel Aufwand und Leidenschaft gepflegt. Übrigens: Auch Otto Wölfel, der bekannte Oberwarter Kantor und Volkschullehrer, wurde in diesem Haus (dem Elternhaus seiner Mutter) im Jahr 1924 geboren.

Das Arkadenhaus

Das Haus wurde um 1820 als Hakenhof errichtet. Wer es erbaute, ist gänzlich unbekannt.Die Mauern sind solide 60 cm stark. Auf der gesamten Südseite verläuft ein Arkadengang. Der westliche Quertrakt wurde 1905 dazugebaut. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde auch der heute mächtige Weinstock gepflanzt, der das Haus für sich eingenommen hat. Der eigentlich größere Garten, der nördlich gelegen war, wurde mit dem Bau der Schulgasse (1959-1960) an die Stadtgemeinde verkauft. Im Zuge dessen wurde auch der Wirtschaftstrakt abgetragen. In den 1960er Jahren war das Raffelhaus als Kükenbrutstätte bekannt. 1970 wurde diese endgültig geschlossen.

Danach wurde das Haus saniert, und die Zimmer sind heute noch in dem gediegenen Stil verschiedener Zeitepochen eingerichtet. 2006 wurde ein Wintergarten zugebaut, den Frau Raffel heute besonders als Heizung in der Übergangszeit schätzt. Aber kaum zu übertreffen ist der alte Nussbaum im südlichen Teil des Gartens. Es ist ein Ruhepol mitten in der Stadt, der sicherlich viel erzählen könnte.

Kinderstadtfest in Hartberg

Kinderstadtfest in Hartberg

Die kidsMANIA Bewegungstour 2019 macht am 26. und 27. Juli Station in der Hartberger Innenstadt.
Nicole MÜHL / 18. Juli 2019

Sensationeller Erfolg für den Oberwarter Golf-Profi Bernd Wiesberger. Er gewann im Stechen die Scottish Open und holte nach dem Turnier in Dänemark seinen zweiten Saisonsieg.

Der Südburgenländer spielt derzeit ein ganz außergewöhnliches Golf

 

Es war ein hochdramatisches Finale, das sich der Oberwarter Bernd Wiesberger mit dem Franzosen Benjamin Herbert beim Scottish Open in North Berwick lieferte. Die Entscheidung fiel erst am dritten Extraloch. Der Burgenländer darf sich über ein Preisgeld von über 1 Million Euro freuen. Mit dem Sieg übernahm er auch die Führung im „Race to Dubai“.

Mit OPTIMUM® startet das Quellenhotel Heiltherme Bad Waltersdorf ein Angebot, mit dem sich die eigene Gesundheit langfristig optimieren lässt.

In Siget in der Wart im Bezirk Oberwart werden in einem speziellen Ausbildungszentrum von "Jugend am Werk" Jugendliche zu Facharbeitern im Metallbereich ausgebildet. Vom hohen Niveau der Ausbildung überzeugte sich dieser Tage der zuständige Landesrat Christian Illedits (SPÖ).

Ein begeisterndes Konzert mit dem Geigen-Virtuosen Gidon Kremer erlebten dieser Tage Besucher des Kammermusikfestes Lockenhaus. Begleitet wurde der Maestro von Giedre Dirvanauskaite (Violoncello) und Yulianna Avdeeva (Klavier) vor ausverkauftem Haus in der Pfarrkirche Lockenhaus. Das 10-tägige Festival endet mit dem großen Finale am Samstag, 13. Juli 2019.

Rund 80.000 Burgenländerinnen und Burgenländer haben bis in die 1960er Jahre, meist aus wirtschaftlichen Gründen, ihre Heimat verlassen. Landtagspräsidentin Verena Dunst empfing Mitglieder der Burgenländischen Gemeinschaft (Verein zur Pflege der Heimatverbundenheit der Burgenländer in aller Welt) im Landtagssitzungssaal. Neben Vereinspräsident Dr. Walter Dujmovits waren die Vizepräsidenten Edi Nicka und Erwin Weinhofer sowie der amtierende Ehrenpräsident in New York Rudi Drau, die amtierende Miss Burgenland in New York Kristen Szoldatits und Rudolf Wolf, Präsident in New Jersey zu Gast.

Dies & Das

Wein und mehr…

Ein Sommer wie damals. Die Bäder sind voll, der regionale Tourismus und die Gastronomen freuen sich, denn laue Sommerabende laden zum langen Verweilen im Freien ein. Die neuerlichen Rekordtemperaturen sind aber auch bei den Winzern der Region ein Thema. Vergangenes Jahr wurden die Trauben bereits früh geerntet. Bleibt das Wetter gut, werden die Weintrauben auch heuer bereits Mitte August reif sein. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu tun. Im Weingut Schützenhof in Deutsch Schützen zum Beispiel wird die Zeit unter anderem mit Gästen beim „Tafeln im Weingarten“ überbrückt. (12. und 13.Juli 2019)

Ein Schuljahr lang bildeten sich 220 Schüler von neun Klassen aus drei Hartberger Schulen zum Thema Radfahren und Klimaschutz weiter. Am 3. Juli wurde das Klimaschulen Projekt "Früh übt sich wer ein Alltagsradler werden will" erfolgreich abgeschlossen.

Um den Modal Split, also die Verkehrsmittelverteilung, vom Auto zum Fahrrad hin zu verlagern, ist es wichtig bereits bei den Jüngsten zu beginnen, heißt es seitens der Organisatoren. Die Klima- und Energie Modellregion Hartberg hat daher das Projekt „Früh übt sich wer ein Alltagsradler werden will“ in drei Schulen umgesetzt.

Zahlreiche Aktionen wurden umgesetzt: Ein Workshops zu den Themen Klimawandel und Mobilität, eine Mobilitätserhebung an den teilnehmenden Schulen VS Hartberg, NMS Gerlitz und Gymnasiums Hartberg, Fahrradreparatur-Workshops mit der Firma Bike Total, ein Mal- und Zeichenwettbewerb „My Crazy Bike“, die Erhebung der Energieverbräuche und Aufdecken von Einsparpotentialen an den Schulen sowie Radtage mit den Stationen Radsicherheitstraining, Klimaquiz und Radausfahrt.

Feierlich abgeschlossen wurde das Projekt mit einem kleinen Fest beim Hartberger HERZ. „Mein besonderer Dank gilt allen Lehrern und Direktoren sowie allen beteiligten Organisationen und den Schülern. Wir schaffen in Hartberg nicht nur Infrastruktur für unsere Radfahrer, wir möchten auch die Vorteile des Radfahrens im Alltag unseren Kindern schon sehr früh vermitteln.“, fasst Bürgermeister Marcus Martschitsch zusammen.

Ziel des Klimaschulen-Projekts:

Ist die Steigerung des Radverkehrsanteils am Modal Split in der Region. Dabei soll neben der Nutzung des Fahrrades in der Freizeit vor allem die Nutzung des Fahrrades für Alltagswege (insbesondere Schulwege, aber auch Einkaufswege, Arbeitswege, u.a.) forciert werden. Die am Projekt teilnehmenden Schüler, Pädagogen und Eltern sollen dabei als Multiplikatoren für das Thema umweltfreundliche Mobilität in der Klima- und Energie Modellregion Kleinregion Hartberg dienen.

Teilnehmeranzahl:

3 Schulen, 9 Klassen, 220 SchülerInnen

Beteiligte Schulen:

Gymnasium Hartberg, Neue Mittelschule Gerlitz und Volksschule Hartberg

 

http://www.hartberg.at

 

Einfach, vegan und ohne Verschwendung

Einfach, vegan und ohne Verschwendung

Weltweit landet circa ein Drittel aller Lebensmittel im Müll. In Österreich fallen jährlich rund 760.000 Tonnen Lebensmittelabfälle an, in der EU mehr als 88 Millionen pro Jahr, was einem Wert von rund 143 Milliarden Euro entspricht. Verantwortlich dafür sind, neben der Landwirtschaft und dem Großhandel, überwiegend private Haushalte, in denen rund ein Viertel der Lebensmittel weggeworfen wird.
Karin WEINGRILL / 4. Juli 2019

Jetzt sind sie wieder im Trend… fermentierte Lebensmittel für unsere Gesundheit.

Fast waren sie in Vergessenheit geraten, die fermentierten Lebensmittel. Dabei sind gerade Sauerkraut, Joghurt & Co so gesund für unseren Darm und damit für unsere Gesundheit. Das Fermentieren bzw. die Milchsäuregärung von Gemüse und anderen Produkten gilt als jahrhundertlange Tradition und wurde einst vor allem zur Haltbarmachung von Lebensmitteln angewendet.

Durch den Fermentationsvorgang wird allerdings nicht nur die Haltbarkeit verlängert. Die dabei entstehenden Bakterien erhöhen auch die Verträglichkeit der Speisen und sie leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Darmgesundheit.

Und wenn auch nicht ganz bewusst, jeder von uns kennt und isst fermentierte Lebensmittel. Dazu gehören beispielsweise Sauerkraut oder Brot, das aus Sauerteig hergestellt wurde. Daneben sind auch Tempeh, Miso und Sojasoße Teil dieser Liste, da sie aus fermentierten Sojabohnen hergestellt werden, genauso wie Sojajoghurt, das durch die Fermentation der Sojamilch mit probiotischen Milchsäurebakterien entsteht.

Früher eine Notwendigkeit, heute ein Trend – das Fermentieren von verschiedensten Gemüsesorten, das Backen von selbstgemachtem Sauerteigbrot oder die Herstellung von Sojajoghurt ist nicht nur gesund, sondern macht auch Spaß.

info@enjoi.at
www.enjoi.at

So geht Vegan

Vegan gut versorgt

Kalzium sorgt für starke Knochen.

Das vegane Fenchelrisotto ist einfach zuzubereiten und ein richtiger Kalziumspender. (siehe Rezept unten)

 

 

Der quantitativ bedeutendste Mineralstoff unseres Organismus ist das Kalzium, das zu 99 Prozent in unserem Skelett und in den Zähnen gespeichert ist, wo es für die Stabilität unserer Knochen und für die Zahnbildung sorgt. Der Rest ist in den Körperzellen sowie im Blut zu finden und ist dort ein wichtiger Faktor für die Blutgerinnung, die Nervenreizübertragung und für die Muskelkontraktion.

Eine ausreichende Kalziumversorgung gilt als wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Osteoporose, eine chronische Erkrankung, bei der die Knochen zunehmend instabil und porös werden. Die empfohlene Kalziumzufuhr für eine erwachsene Person liegt bei 1000 mg pro Tag. In einer rein pflanzlichen Ernährung wurde Kalzium lange als sehr kritischer Nährstoff eingestuft, da für viele Menschen die Kuhmilch der Inbegriff für eine gute Knochengesundheit ist. Allerdings treten Osteoporose-bedingte Knochenbrüche vor allem in jenen Ländern auf, in denen ein hoher Milchkonsum vorliegt.

Heute weiß man, dass nicht nur der Kalziumgehalt in den Lebensmitteln wichtig ist, sondern die Verfügbarkeit dieses Mineralstoffes in unserem Körper ausschlaggebend ist. So spielen für die Nutzung des Kalziums sowohl fördernde Faktoren, wie Vitamin D und Fruchtsäuren, als auch hemmende Substanzen, wie Salz, Phosphat, Oxalsäure, Kaffee und Alkohol, eine entscheidende Rolle. Neben dem Kalzium als wichtiger Baustein kann eine langfristige Knochengesundheit allerdings nur durch eine ausreichende Vitamin D-Versorgung, der Zufuhr weiterer wichtiger Mineralstoffe und Vitamine sowie durch regelmäßige sportliche Betätigung erreicht werden.

Tipps für eine knochengesunde Lebensweise:

• Achten Sie auf eine bunte und abwechslungsreiche pflanzliche Lebensmittelauswahl
• Essen Sie täglich von den kalziumhaltigen Gemüsesorten, Nüssen und Samen
• Kaufen Sie pflanzliche Drinks, die mit kalziumhaltigen Algen angereichert sind
• Mineralwässer können eine gute Kalziumquelle sein – achten Sie auf das Etikett!
• Supplementieren Sie Vitamin D über die Wintermonate
• Vermeiden Sie Fertigprodukte mit hohem Salzgehalt
• Schränken Sie den Kaffeekonsum ein
• Vermeiden Sie das Rauchen und hohen Alkoholkonsum
• Betreiben Sie regelmäßig Sport.

Lebensmittel mit hohem Kalziumgehalt:

Sesamsamen, Brennnesseln, Chiasamen, Mandeln, Haselnüsse, Leinsamen, Tofu (mit Calciumsulfat), Petersilienblatt, Rucola, Hafer-, Soja-, Reisdrink (mit Calcium aus Algen), Fenchel, Walnüsse, Brokkoli

Hier ein Überblick über pflanzliche Kalziumquellen mit guter Bioverfügbarkeit

Lebensmittel mit Kalziumgehalt (mg/100 g)

Sesamsamen mit 783 mg
Brennnesseln mit 713 mg
Chiasamen mit 631 mg
Mandeln mit 252 mg
Haselnüsse mit 225 mg
Leinsamen mit 198 mg
Tofu (mit Calciumsulfat) mit 185 mg
Petersilienblatt mit 179 mg
Rucola mit 160 mg
Hafer-, Soja-, Reisdrink (mit Calcium aus Algen) mit 120 mg
Fenchel mit 109 mg
Walnüsse mit 87 mg
Brokkoli mit 58 mg

Cremiges Fenchelrisotto mit Orangensaft und Chili

Dieses vegane Risotto lässt sich schnell und einfach zubereiten. Der Fenchel eignet sich durch den hohen Kalziumgehalt perfekt für ein knochengesundes und schmackhaftes Gericht. Der Orangensaft sorgt für eine gute Bioverfügbarkeit des Kalziums und verleiht dem Risotto zusätzlich eine fruchtige Geschmacksnote. Mit den Chiliflocken können Sie die Schärfe dieses Gerichtes optimal steuern – ganz nach Lust und Laune… lassen Sie es sich schmecken!

Zutaten (für 4 Personen):

o 2 bis 3 große Fenchelknollen
o 250 g Risotto Reis
o 1 EL Olivenöl
o ½ Bund Jungzwiebel
o Ca. 800 ml Gemüsebrühe
o 2 Knoblauchzehen
o Chiliflocken nach Geschmack
o 2 EL Hefeflocken
o Saft von 2 Bio-Orangen
o Ca. 100 ml Hafer- oder Sojacreme
o Etwas Salz
o Pfeffer aus der Mühle
o Frische Petersilie

Zubereitung:

Fenchel putzen, halbieren, den Strunk herausschneiden und fein hobeln oder fein schneiden. Jungzwiebel waschen und putzen und in feine Ringe schneiden.

Gemüsebrühe mit dem klein geschnittenen Knoblauch und Chiliflocken nach Geschmack aufkochen und bereitstellen. Jungzwiebel und die Hälfte des Fenchels in Olivenöl anbraten. Reis zugeben und mit der Gemüsebrühe nach und nach unter mehrmaligem Rühren aufgießen. Ca. 10 bis 15 Minuten vor Ende der Garzeit die andere Hälfte des Fenchels unterrühren.

Saft von zwei Orangen pressen und zugeben. Wenn der Reis gar ist, mit Hafer- oder Sojacreme zügig cremig rühren. Mit Pfeffer, evtl. etwas Salz und den Hefeflocken abschmecken. Mit frischer Petersilie und buntem Salat servieren.

Rezept von Karin Weingrill

Sie wollen sich vegan ernähren, wissen aber nicht, wie Sie es angehen sollen? Keine Sorge – es muss nicht von heute auf morgen passieren. Hier sind acht Schritte, die Ihnen den Weg hin zu einer gesunden, pflanzlichen Ernährung vereinfachen.

1) Werden Sie sich Ihrer eigenen Motivationsgründe bewusst!
Es gibt viele Motive, sich vegan zu ernähren. Für die einen ist es die eigene Gesundheit, für die anderen stehen die ethischen Gründe und der Tierschutz im Vordergrund, und anderen wiederum geht es vor allem um die Umwelt und den Klimaschutz. Was auch immer der Anlass ist, sich vegan ernähren zu wollen, es sind die eigene Entscheidung und die persönliche Motivation, die zählen.

2) Sie bestimmen Ihr Tempo!
Man muss nicht von heute auf morgen alles umstellen und sämtliche tierischen Produkte aus dem Kühlschrank werfen. Am besten geht man es langsam an, Schritt für Schritt, ganz in seinem eigenen Tempo.

3) Informieren Sie sich über vegane Ernährung!
Je mehr man darüber weiß, welche Vorteile eine vollwertige pflanzliche Ernährungsweise mit sich bringt, umso besser gelingt es mit der richtigen Umsetzung. Informationen finden Sie im Internet, in zahlreichen Büchern und Videos oder bei einer persönlichen Ernährungsberatung.

4) Seien Sie achtsam mit sich selbst!
Der Einstieg in die Pflanzenwelt ist mit einer höheren Ballaststoffzufuhr verbunden. Werden mehr Vollkorngetreideprodukte, Salat, Obst und Gemüse gegessen, kann dies oftmals mit Blähungen und Völlegefühl einhergehen. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich die Mikroflora im Darm nicht so rasch an die neue Ernährungsweise anpassen kann. In diesem Fall ist es ratsam, es langsam anzugehen, sich wirklich Zeit zum Essen zu nehmen, gut zu kauen und den Magen-Darmtrakt mit Anis- oder Fencheltee zu beruhigen.

5) Gehen Sie auf pflanzliche Entdeckungsreise!
Die Welt der pflanzlichen Nahrungsmittel ist vielfältig, bunt und abwechslungsreich. Wer sich darauf einlässt, wird erstaunt sein, wie viele unterschiedliche Getreide-, Gemüse- und Obstsorten wir zur Verfügung haben. Regionale, frische Bio-Produkte bekommt man direkt bei den heimischen Produzenten oder auch im Supermarkt. Es beginnt eine spannende Entdeckungsreise!

6) Kochen Sie selbst und seien Sie kreativ!
Es muss ja nicht gleich das perfekte 5-Gang-Menü sein! Viele Lieblingsrezepte lassen sich ganz einfach für vegane Gerichte umwandeln, beispielsweise nimmt man Soja-, Hafer- oder Reis-Cuisine anstatt Rahm oder Obers. Eier sind oftmals nur wegen der gelben Färbung eine Zutat – mit etwas Kurkuma erhält man genau denselben Effekt. Viele Ideen und Tipps für die Zubereitung von veganen Speisen gibt es online und in zahlreichen Kochbüchern. Vegan kochen macht Spaß!

7) Wenn Sie belächelt werden, lächeln Sie zurück!
Wenn das eigene Umfeld auf die Entscheidung, vegan zu essen, mit Witzen und ach so lustigen Sprüchen reagiert, nimmt man es am besten mit Humor! Diskussionen und Überzeugungsarbeiten bringen meist nichts. Allein durch das Vorleben des veganen Lebensstils werden Freunde und Bekannte viel mehr beeinflusst, als man glaubt.

8) Gleichgesinnte finden!
„Gleich und Gleich gesellt sich gern“. Besonders am Anfang ist es vorteilhaft, sich mit anderen Veganerinnen und Veganern auszutauschen und zu vernetzen. Dies kann über Social Media Kanäle passieren oder bei regionalen veganen Stammtischen.

www.enjoi.at, info@enjoi.at

So geht vegan

So macht vegan schlank

Um die vegane Ernährung und ihre Kalorienzufuhr kursieren viele Gerüchte. Fix ist: Wer die Ernährungspyramide befolgt, ernährt sich ausgewogen, gesund und bleibt schlank.

Überschüssige Kilos haben die Österreicher mehr als genug, sind doch landesweit 3,4 Millionen unserer Einwohner übergewichtig oder adipös. Das Resultat aus zu viel tierischen Fetten und Transfetten, zu viel Zucker, zu viel Salz und zu wenig Bewegung. Dass sich das negativ auf die Gesundheit und auf die Lebenserwartung jedes Einzelnen auswirkt, liegt auf der Hand.

Und auch, wenn man es immer wieder mit neuer Motivation versucht, mit den Diäten und Hungerkuren, die einen raschen Gewichtsverlust versprechen, klappt es langfristig einfach nicht. Einzig die Änderung des Lebensstils mit achtsamer Ernährung, ausreichend Bewegung und Sport und genügend Schlaf und Zeit für Entspannung führt nachhaltig zum gewünschten Erfolg. Eine vegane Ernährung ist perfekt geeignet, den überschüssigen Fettpölsterchen den Kampf anzusagen – pflanzliche Produkte sind durchschnittlich kalorienärmer, enthalten aber gleichzeitig mehr Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und andere wichtige Vitalstoffe als Fleisch, Wurst, Käse & Co.

Aber auch eine vegane Ernährung bringt nicht den gewünschten Erfolg, wenn man häufig stark verarbeitete Produkte kauft oder wenn die Lebensmittelauswahl zu einseitig ist. Nur eine vollwertige und abwechslungsreiche Pflanzenkost mit Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Vollkorngetreide, Nüssen und Samen ist der richtige Weg zum Wunschgewicht und fördert auch das Wohlbefinden und die Gesunderhaltung.

Bei der praktischen Umsetzung unterstützt die vegane Lebensmittelpyramide mit dem Ziel, die Nahrungsmittel aus den einzelnen Ebenen in einem ausgewogenen Verhältnis zu sich zu nehmen. (siehe Abb. oben)

Die Devise, um zur Traumfigur zu gelangen, heißt also: vegan schlemmen und genießen, anstatt zu hungern!

 

Tipp für veganen Genuss:

Süßkartoffeln sind sehr bekömmlich, extrem fett- und kalorienarm und regen aufgrund des hohen Ballaststoffgehaltes die Verdauung an. Durch den hohen Gehalt an Antioxidantien in Form von Carotinoiden, die für die orange Farbe verantwortlich sind, und Anthozyanen schützen sie unseren Körper vor allem vor jenen Erkrankungen, die mit Entzündungen einhergehen, wie beispielsweise Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Alzheimer. Süßkartoffeln enthalten außerdem das zellschützende Vitamin E, das die Hautalterung verzögert.

Süßkartoffeln sind eine leckere Alternative zu den herkömmlichen Kartoffeln und lassen sich auf vielerlei Arten zu leckeren Speisen verarbeiten.

Tomaten, Paprika & Co finden wir das ganze Jahr über im Supermarktregal – doch muss das wirklich sein? Denn während sich die Jahreszeiten ändern, sollte sich eine naturgemäße Ernährung diesem Wechsel anpassen. Importe sind nicht notwendig - wir haben alles in der Region.

Die Auswahl an frischem Gemüse ist im Winter natürlich etwas eingeschränkt, aber gleichzeitig gibt es eine große Vielfalt an heimischen und regionalen Gemüsesorten, die auch in der kalten Jahreszeit Saison haben. Viele von ihnen sind richtige Vitaminbomben und bringen uns daher gestärkt und gesund durch die Kälte. Kauft man darüber hinaus Lebensmittel aus der Region, vermeidet man zusätzlich die oft sehr langen Transportwege und den enormen Wasserverbrauch in den trockenen Anbauländern.

Heimische Kraftspender

Typische Dauerbrenner sind natürlich Karotten, Kürbis, Rote Rüben, Kraut, Lauch, usw. – sie alle sorgen für eine schmackhafte, gesunde und abwechslungsreiche Winterküche. Daneben gibt es aber noch einige Fitmacher für die kalten Tage, die trotz ihrer Vorzüge heute von vielen Konsumenten schon fast in Vergessenheit geraten sind. Die Steckrübe beispielsweise wurde ursprünglich nur als Schweinefutter angebaut, heute weiß man diese vielseitig verwendbare Knolle mit ihrer krebshemmenden Wirkung immer mehr zu schätzen.

Ebenso beeindruckt der würzige Grünkohl durch seinen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und entzündungshemmenden Inhaltsstoffen und gilt als das Anti-Krebs-Gemüse schlechthin. Auch die mild und leicht nussig schmeckenden Pastinaken findet man wieder vermehrt auf so manchen regionalen Bauernmärkten. Sie schmecken nach dem Frost am besten, wenn durch die Kälte die Stärke bereits teilweise in Zucker umgewandelt wurde. Ein weiteres Superfood ist Topinambur, die leicht süßlich-nussig schmeckende kleine Knolle – sie ist kalorienarm und hat eine positive Wirkung auf die Verdauung und unser Immunsystem. Sie lässt sich wie Kartoffeln ganz unkompliziert für viele Speisen und Gerichte, wie zum Beispiel Aufläufe und Pürees, verarbeiten.

Und auch wenn draußen die Schneeflocken den Boden bedecken, muss man in der kalten Jahreszeit keineswegs auf einen frischen Salat verzichten. So lassen sich etwa mit Spinat, Chinakohl, Chicorée, Radicchio und Vogerlsalat bunte, schmackhafte und vitaminreiche Wintersalate zaubern.

Unser Darm ist die Zentrale unserer Gesundheit! Karin Weingrill hat sich auf vegane Ernährung spezialisiert und klärt auf, worauf es bei der Darmgesundheit ankommt.

Unser Darm ist mit einer Größe von etwa 300 Quadratmetern unser größtes Organ. Er ist weit mehr als nur ein „Verdauungsschlauch“, denn der Darm steht mit allen Organen unseres Körpers in einer Wechselbeziehung und ist damit die zentrale Drehscheibe für unsere Gesundheit. Der Darm ist besiedelt mit Billionen von Mikroorganismen und bietet für circa zwei Kilogramm Bakterien ein Zuhause. Das Mikrobiom, die Ansammlung dieser Mikroben, ist für unsere Gesundheit enorm wichtig, vor allem für unser Immunsystem und unser Wohlbefinden.

Da das Mikrobiom nicht nur von den „guten“, sondern auch von den krankmachenden Bakterien bewohnt wird, müssen wir auf ein gutes Gleichgewicht in der Darmflora achten. Denn wenn die „bösen“ Bakterien überwiegen, können entzündliche Darmerkrankungen, Allergien oder eine erhöhte Infektanfälligkeit die Folge sein. Auch erhöhtes psychisches Stress-empfinden oder chronische Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer haben oftmals ihren Anfang im Darm.

Die Zusammensetzung unserer Darmflora wird vor allem durch unsere tägliche Nahrungszufuhr bestimmt. Für ein gesundes Mikrobiom brauchen wir Ballaststoffe aus vollwertigen, pflanzlichen Lebensmitteln, wie Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst – diese fördern die positiven Darmbakterien und verdrängen krankmachende Keime. Tierische Lebensmittel mit hohem Eiweiß- und Fettanteil, Fertigprodukte und frittierte Speisen sowie auch Zucker und Süßigkeiten und ein regelmäßiger Alkoholkonsum beeinflussen die Funktion des Darms negativ.

Will man seinem Darm zusätzlich zur gesunden Pflanzenkost noch Gutes tun, kann man ihn mit fermentierten Lebensmitteln wie etwa Sauerkraut oder Tempeh, ein traditionelles Sojaprodukt aus Indonesien, unterstützen. Achtet man dann noch auf regelmäßige Bewegung und trinkt ausreichend Wasser oder Tee, sind damit die Grundsteine für eine gute Darmgesundheit gelegt.

Neues Gesetz im Kampf gegen Regweed

Neues Gesetz im Kampf gegen Regweed

Das Land Burgenland arbeitet intensiv an der umfassenden Bekämpfung und Eindämmung der Ausbreitung von Ragweed. Mit der Einrichtung einer Melde- und Koordinierungsstelle, bei der sich Betroffene melden können, wurde im Vorjahr bereits ein wichtiger Schritt gesetzt. Nun wurde der Entwurf für ein Regweed-Gesetz präsentiert, mit dem die Verbreitung dieser Pflanze eingedämmt werden soll.
Peter SITAR / 16. Juli 2019

Am 27. Juni 1989 – vor 30 Jahren – haben die damaligen Außenminister von Österreich und Ungarn, Alois Mock und Gyula Horn, im Beisein des burgenländischen Landeshauptmanns Hans Sipötz in einem symbolischen Akt ein Stück des „Eisernen Vorhangs“ durchschnitten. Heute trafen an diesem Grenzstein, der in einem Waldstück bei Sopron liegt, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und die Außenminister von Ungarn und Österreich, Peter Szijjártó und Alexander Schallenberg, zusammen und erinnerten an diesen Akt, der heute als historisches Zeichen des Endes der Diktaturen in Mittel- und Osteuropa gewertet wird.

Das von der Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB) in Angriff genommene Projekt der Verlegung der Holzverladestelle beim ÖBB-Bahnhof in Oberwart nach Rotenturm geht in die Umsetzung, heißt es seitens des Landes. „Alle wesentlichen Vorbereitungsetappen sind abgeschlossen. Ende Juli kann mit den konkreten Arbeiten begonnen werden. Das Land hält Wort und sorgt für die versprochene Entlastung der Bevölkerung von Oberwart“, erklärt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, SPÖ.

Kritik an der Verkehrspolitik das Landes übt ÖVP-Landtagsabgeordneter Bernhard Hirczy. Er fordert einen raschen Ausbau der Bahnverbindung und der Infrastruktur von Jennersdorf in Richtung Graz. Und verweist auf die Millionen-Investitionen für die Attraktivierung der Bahn in Niederösterreich.

Nach der Wahl von Regina Petrik zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2020, kürten die GRÜNEN Burgenland im Rahmen eines Wahlkonvents den Zweitplatzierten der Wahlliste. Nach dreistündigen Beratungen gab es im Wahlkonvent eine Mehrheitsentscheidung für Wolfgang Spitzmüller als der starken Stimme aus dem Südburgenland, der sich vor allem im Tierschutz und im Naturschutz bereits einen Namen machte. „Ich freue mich, dass ich für meine Arbeit im Landtag bestätigt wurde und werde verstärkt für Tier-, Natur- und Klimaschutz im Burgenland kämpfen“, sagt Wolfgang Spitzmüller.

Im Kultur- und Kongresszentrum Eisenstadt fand am Freitag der Landesparteirat der SPÖ Burgenland statt. Notwendig war dieser geworden, um die 24 burgenländischen Kandidatinnen und Kandidaten für die bevorstehende Nationalratswahl am 29. September zu wählen. 236 Delegierte aus dem ganzen Burgenland fanden sich ein. Die Landesliste wurde letztendlich mit überwältigender Mehrheit von 99,8 Prozent beschlossen. Spitzenkandidat im Wahlkreis Süd ist der 51-jährige Landtagsabgeordnete Christian Drobits aus Rotenturm im Südburgenland, der auch auf der Landesliste die Spitzenposition innehat. Spitzenkandidat im Wahlkreis Nord ist der 27-jährige Bezirksvorsitzende von Neusiedl, der Illmitzer Maximilian Köllner.

Um die wohnortnahe ärztliche Versorgung für die Zukunft abzusichern, wird es im Rahmen einer Kooperation des Landes Burgenland und der KRAGES mit der Danube Private University (DPU) in Krems ab dem Wintersemester 2019/20 jährlich fünf kostenlose Studienplätze für BurgenländerInnen geben. Die entsprechende Vereinbarung wurde von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil gemeinsam mit KRAGES-Geschäftsführer Harald Keckeis und der Führung der DPU präsentiert.

Jugend an die Macht

Es ist eigentlich zum Verzweifeln. Überall schrillen die Alarmglocken, aber wir steuern weiter unbeirrt in die Klimakatastrophe. Einzig die Jungen zeigen mit ihrer Bewegung „Fridays for Future“, dass sie sich ihre Zukunft nicht zerstören lassen wollen. Dem Einzelnen selbst bleibt die Eigeninitiative, etwa Regionalität beim Einkauf.
Peter SITAR / 4. Juli 2019
Gastkommentar

Rechte Selbstdemontage

Er gehört zu den bedeutendsten Literaten Österreichs. Der im Südburgenland lebende Peter Wagner ist nicht nur Schriftsteller, Regisseur und Liedermacher. Gerade bei politischen Themen meldet er sich zu Wort, wenn ihm etwas aufstößt und gilt nicht zuletzt deswegen als kritische Instanz im Land. Ein Gastkommentar des Literaten über den Fall der Populisten in Österreich und die Akte „FPÖ + Peter W.“:

Kommentar

Der Brexit und ich

Es ist schon komisch, in einem Land zu wohnen, das einen im Grunde gar nicht haben will und, wenn es wollte, ohne offizielle Aufenthaltsgenehmigung im Nu rausschmeißen könnte. Aber noch komischer ist es, wenn sich die eigenen Bürger von ihrem Land im Stich gelassen fühlen. Doch genau das hat der Brexit, der Austritt Englands aus der EU, angerichtet – seit Monaten heißt es nur noch jeder gegen jeden und alle gegen alles, denn bis jetzt fehlt von einem tatsächlichen Plan für den Austritt jede Spur, und es scheint, als würde man noch lange auf eine Einigung warten können.

Klimaziele, ein großes Selbstbewusstsein und eine starke Gemeinsamkeit sind der Motor für die mögliche Umsetzung oststeirischer Visionen.

Von Hartberg nach Oberwart sind es laut elektronischer Karte knappe 20 Kilometer. Dafür sollte man mit dem Pkw rund 20 Minuten benötigen. Was in der Realität bestenfalls ein grober Schätzwert ist. Zwar ist die Verbindung zwischen der oststeirischen Metropole Hartberg und dem burgenländischen Gegenüber, Oberwart, recht gut ausgebaut, aber wenn einem die Geringen Götter des Pendelverkehrs nicht geneigt sind, kann die Fahrzeit um einiges länger werden. Da reicht schon ein Mopedauto auf der B50, ein Traktor oder ein langsamer Lkw-Zug – oder die Kombination von mehreren dieser Faktoren. Mit dem dreispurigen Ausbau der B50 vor Oberwart hat sich die Verkehrssituation zu den Spitzenzeiten zwar etwas entspannt, trotzdem schafft es Oberwart immer wieder in den Verkehrsfunk wegen Verkehrsüberlastung.

In Hartberg kämpft man ebenfalls mit den Verkehrsspitzen. Treffen hier doch die wichtigen Bundesstraßen B50 und B54 aufeinander. Die Folge sind oft Staus und erhebliche Belastungen für die Anrainer durch die von den Kfz produzierten Abgase. Daher wird hier schon seit geraumer Zeit über eine zweite Autobahn-Anbindung zur Südautobahn diskutiert. Alternativ steht auch das Thema Umfahrung zur Debatte.

Zumindest was die Frage eines zweiten Autobahn-Anschlusses betrifft, herrscht weitgehende Einigkeit bei den im Hartberger Rathaus vertretenen Fraktionen. Egal ob Bürgermeister Marcus Martschitsch, Zukunftspakt oder Grüne, sie alle halten einen zweiten Autobahn-Anschluss für „wünschenswert“. Bis der jedoch kommt, wird noch viel Zeit vergehen. Jetzt sind Land und Bund sowie die ASFINAG gefordert.

Um innerstädtisch für Verkehrserleichterungen zu sorgen, setzt die Gemeinde auf den massiven Ausbau von Radwegen, vor allem entlang der B50 und der B54. Finanziell wird sie dabei tatkräftig vom Land Steiermark unterstützt. Eine Maßnahme, die sich etwa Oberwart zum Vorbild nehmen könnte. Hier ist das Radwegenetz bestenfalls Stückwerk.

Vor Kurzem ließ die Region Hartberg mit einer bemerkenswerten Petition aufhorchen. Unterschrieben von Herbert Baum von der Sport- und Gesundheitsinitiative Bad Waltersdorf, dem Bürgermeister von Bad Waltersdorf Josef Hauptmann, Hartbergs Bürgermeister Marcus Martschitsch, Günter Müller, Ortschef von St. Johann in der Haide, Franz Schnur von der Wirtschaftsregion Hartberg und Rainer Dunst von der Ökoregion Kaindorf. Gemeinsam fordern sie eine neue, direkte Eisenbahnverbindung von Hartberg über Bad Waltersdorf nach Gleisdorf. Zwar gibt es schon jetzt eine solche Bahnverbindung, doch die wird über Fehring und Feldbach, also quasi mit der Kirche ums Kreuz, nach Gleisdorf geführt. Geht der Wunsch der Unterzeichner in Erfüllung – was wohl noch Jahre dauern könnte – sollte es eine schnelle und attraktive Schnellbahnverbindung von Hartberg nach Graz geben.

Die Lehren, die vor allem für die Politiker im Bezirk Oberwart zu ziehen sind, die die Einstellung der Bahn einfach hingenommen haben: Tritt eine Region in einer Sache so geschlossen auf und lässt sich nicht auseinanderdividieren, hat sie ein ganz anderes Gewicht bei den Entscheidungsträgern. So erging die „Hartberger Petition“ auch selbstbewusst an Infrastrukturminister Norbert Hofer und die Steirische Landesregierung.

Was bei den oststeirischen Überlegungen zum Verkehr aber auch eine wichtige Rolle spielt, ist die Einhaltung der Klimaziele, zu denen sich Österreich verpflichtet hat. Gelingt das nicht, dann drohen millionenschwere Strafen. Was auch die Länder und in der Folge die Gemeinden schmerzhaft zu spüren bekämen.

Noch nie war eine Europawahl so spannend wie heuer. Sowohl was die Machtverhältnisse im Europaparlament betrifft als auch innenpolitisch. Wird sie doch auch eine Standortbestimmung geben, wo die heimischen Parteien stehen. Es zahlt sich daher aus, am 26. Mai zur Wahl zu gehen.

Ein demokratiepolitischer Renner war die Europawahl in Österreich bisher nicht. Zuletzt sank die Wahlbeteiligung zwischen Boden- und Neusiedler See auf 45 Prozent. Was eigentlich schade ist, denn immerhin beeinflussen die Entscheidungen, die in Brüssel und Straßburg getroffen werden, unser Leben doch erheblich. So sind über EU-Gelder Milliarden ins Burgenland geflossen, etwa in Tourismusprojekte. Und sowohl im Burgenland wie auch in der Steiermark profitieren Eltern vom sogenannten Erasmus-Programm, das den Kindern Lernen und Studieren im EU-Ausland ermöglicht.

Derzeit stellen von den 18 österreichischen Abgeordneten fünf die ÖVP, fünf die SPÖ, die Freiheitlichen vier, die Grünen drei und die Neos eine. Der Wahl kommt auch für die österreichische Innenpolitik große Bedeutung zu. Gilt sie doch im Vorfeld bereits als erste große Standortbestimmung für die österreichischen Parteien seit der Nationalratswahl 2017.

Die Ausgangslage für die antretenden Fraktionen ist durchaus unterschiedlich. Die ÖVP hofft mit ihrem derzeitigen Stimmungshoch, beim Wähler besonders gut abzuschneiden und spekuliert mit einem Zuwachs an Stimmen und Mandaten. Wobei es bei der ÖVP diesmal eine Besonderheit gibt. Wie Parteichef Sebastian Kurz angekündigt hat, wird nicht die Reihung auf der Wahlliste entscheiden, sondern die Zahl der tatsächlich erreichten Vorzugsstimmen. Danach wird bestimmt, wer an welcher Position ins Europäische Parlament einziehen wird. Wobei es zu einem spannenden Match zwischen dem glühenden Europabefürworter Othmar Karas und der Listenzweiten, Karoline Edtstadler, kommen könnte.

Ganz anders sieht es schon bei der SPÖ aus. Statt des ursprünglichen Kandidaten Christian Kern zieht nun Andreas Schieder als Frontmann für die Sozialdemokraten in den Kampf um Stimmen und Mandate. Das Abschneiden bei dieser Wahl ist auch für die neue Parteichefin Pamela Rendi-Wagner eine Nagelprobe. Sie braucht ein halbwegs passables Ergebnis ihrer Truppe, sonst steht ihr massiver Gegenwind aus der eigenen Fraktion ins Haus.

Für die Freiheitlichen geht es darum, ihre vier Mandate zu halten. Wobei spannend werden kann, wie FPÖ-Spitzenkandidat Harald Vilimsky seine Position im Wahlkampf definieren wird. Hat er doch ÖVP-Kandidaten Othmar Karas zumindest verbal den Fehdehandschuh entgegen geschleudert. In Wien bilden bekanntlich ÖVP und FPÖ die Bundesregierung. Das lässt einiges an Verbiegungen erwarten.

Für die Grünen und ihren Spitzenkandidaten Werner Kogler geht es schlicht um das politische Überleben. 2017 aus dem Nationalrat geflogen, versuchen sie jetzt über die Europaebene wieder zu einem nationalen Comeback zu kommen. Gelingt das nicht, dann könnten die Grünen für lange Zeit als Fußnote in den österreichischen Geschichtsbüchern verschwinden.

Welche Chancen in diesem Titanen-Kampf zwischen Rechts und Links und der Existenzfrage für die Grünen kleinere Parteien wie die Neos oder die Liste Jetzt (Pilz) haben, lässt sich schwer abschätzen. Das wird von der Wahlbeteiligung abhängen und auch wesentlich von der Frage, in welchem Maß es den Fraktionen gelingen wird, ihre Wähler zu motivieren, zur Wahl zu gehen. Allein schon das sollte diesmal Lust machen, sein Wahlrecht zu nutzen und am 26. Mai zur Wahl zu gehen. Denn Europa geht uns schließlich alle an. Mit oder ohne Großbritannien.

Für nicht nur mediale Aufmerksamkeit sorgen Überlegungen, möglicherweise zwischen Oberwart und Riedlingsdorf einen Sportflugplatz zu errichten. Er könnte jenen in Pinkafeld ersetzen. Doch zurzeit wirken die Diskussionen eher wie ein Sturm im Wasserglas.

Für helle Aufregung sorgen im Südburgenland Erstgespräche von Gemeindepolitikern, Vertretern der Wirtschaft und Flugbefürwortern über den möglichen Bau eines Sportflugplatzes (Pistenlänge rund 1.000 Meter) zwischen Riedlingsdorf und Oberwart. Strikt dagegen sind die Grünen, die gleich ganz tief in die Klassenkampf-Kiste greifen und mit Slogans wie „Züge statt Flüge“ und „kein Flugplatz für Superreiche und Promis“ agieren. Konkretes Projekt gibt es derzeit ebenso wenig, wie Betreiber, Finanzierung oder Grundstücke. Das Projekt, so es je eines werden soll, ist natürlich ein Geschenk für die um ihr politisches Überleben kämpfenden Grünen.

Doch zu den Fakten: Im Südburgenland gibt es zwei aktive Flugplätze. Einen in Pinkafeld (630 Meter Gras) und einen in Punitz (820 Meter Asphalt). In Pinkafeld setzt man vor allem auf den Segelflug, in Punitz, mit der festen Piste, auf die Motor-Piloten-Ausbildung. Die Platzverhältnisse in Pinkafeld sind überschaubar, eine Pistenverlängerung schwer realisierbar. Allerdings, so heißt es vom Pinkafelder Sportfliegerclub, bestehe derzeit absolut kein Handlungsbedarf. Langfristige Pachtverträge würden den Betrieb am derzeitigen Gelände auf Jahre hinaus garantieren. Sollte sich allerdings zwischen Oberwart und Riedlingsdorf eine interessante Alternative anbieten, könne man sich einen Standortwechsel überlegen, so die Pinkafelder.

Diskussionen über Flugprojekte gab es immer wieder: Ende der 1990er Jahre tauchte die Idee auf, bei Großpetersdorf einen internationalen Flughafen für Jets zu errichten. Ebenso schnell formierte sich massiver Widerstand dagegen. Es war fast schon ein Glaubenskrieg, der sich daraus entwickelte und in einer Volksabstimmung 1999 seinen Höhepunkt fand. Bei einer Wahlbeteiligung von 80 Prozent endete diese mit einer Mehrheit von zwei Stimmen für die Befürworter des Flughafen-Projektes. Allerdings beschied noch am Abstimmungsabend die Landespolitik das endgültige „Aus“ für das Vorhaben. Kurzfristig wurde dieses Projekt Ende 2018 wieder zur Diskussion gestellt. Da aber der Ortschef dem Ganzen sofort eine Absage erteilte, war es ebenso schnell vom Tisch, wie es aufgetaucht war.

Nun also der Standort Oberwart für einen Sportflugplatz. Als mögliches Gebiet wird ein Bereich auf halber Strecke zwischen Oberwart und Riedlingsdorf genannt. Für Linienjets völlig ungeeignet und absolut kein Thema. Die Befürworter des Projektes Sportflugplatz sehen darin eine Verbesserung der Erreichbarkeit und der Infrastruktur sowie die Chance einer regionalen Aufwertung. Die Gegner wiederum beklagen Umweltbelastung, Lärm und eine Beeinträchtigung der Bevölkerung. Das Traurige dabei ist, dass erst gar nicht sachlich diskutiert wird. Stattdessen werden – mit fast schon religiösem Eifer – klischeehafte Argumente verbreitet. Siehe „Superreiche“. Auch wenn es keine gibt.

Aber Widerstand um jeden Preis scheint aktueller denn je zu sein. Das lässt wenig Gutes erwarten. So war es auch bei der geplanten Landesgartenschau in Hartberg, und man erinnere sich an das jahrzehntelange Verfahren zum Bau der 380-kV-Leitung vom Burgenland in die Steiermark. Vom geplanten Bau einer dritten Piste in Wien-Schwechat ganz zu schweigen. Ähnliches ist auch zu befürchten, falls die Pläne für einen zweiten Autobahnanschluss für Hartberg realistisch werden.

Natürlich ist es legitim, gegen ein Projekt zu sein, ebenso wie es legitim ist, Ideen für die Region zu entwickeln. Doch bevor hier etwas entstehen könnte, wird es Behördenverfahren geben, die Jahre dauern. Wie gesagt: derzeit scheint das Projekt eher ein Sturm im Wasserglas zu sein.

27. Feber 2019

Flugplatz/Flughafen Oberwart scheint vom Tisch!

„Ich steige jetzt aus dem Projekt aus. Offensichtlich ist es nicht erwünscht, ich nehme das zur Kenntnis“. Das sagt Reinhard Kremsner, Leiter der am Flugplatz Punitz beheimateten Flugschule Punitz Flugbetriebe. Zuerst war die Rede von der möglichen Verlegung des Sportflugplatzes nach Oberwart. Zuletzt die Vision und das Hirngespinst eines Flughafens im Südburgenland. Ausdrücklich nicht nur am Standort Oberwart, sondern irgendwo im Bereich der Bezirke Oberwart, Güssing oder Jennersdorf – mit einer Pistenlänge von rund 2000 Meter, wo auch Verkehrsflieger landen könnten. Die Idee dahinter: Das wäre ein Plus für den Tourismus und es könnten hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen.

Bislang war davon in den Vorgesprächen keine Rede. Seine Überlegungen für einen Flughafen in dieser Größenordnung tauchten erst in den letzten Stunden in den Medien auf. Doch Kremsner hat in der Zwischenzeit, wie eingangs erwähnt, von einem Flughafen Abstand genommen.

Die Vision vom Flughafen trifft auch Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner völlig überraschend, denn mit ihm wurden auch nur Erstgespräche über die mögliche Errichtung eines Sportflugplatzes zwischen Oberwart und Riedlingsdorf geführt. Rosner: „Von einem Verkehrsflugplatz für große Passagiermaschinen kann keine Rede sein. Es ging lediglich um die Frage, ob der Pinkafelder Flugplatz hier einen neuen Standort finden könnte“. Aktuell gebe es zurzeit aber weder ein Projekt noch einen Betreiber oder Finanzierung, auch die Grundstücke sind zurzeit nicht gesichert. „Konkret kann ich dazu nichts sagen, da die Fakten fehlen“, so Rosner. Ein Verkehrsflugplatz bei Oberwart komme aber sicher nicht infrage!

Von Beginn an gegen das Projekt sind die Grünen aufgetreten. Aus jetziger Sicht ist die Errichtung eines Flugplatzes bzw. Flughafens in Oberwart unwahrscheinlicher denn je.

Eine große Steuerreform hat sich die Bundesregierung für die nächsten Jahre vorgenommen. Viele Details sind noch nicht bekannt, aber es scheint klar zu sein, dass die Ökologisierung dabei nicht im Vordergrund stehen dürfte.

Die Regierung Kurz/Strache plant für die nächsten Jahre eine umfassende Steuerreform (siehe dazu auch den Artikel „Das große Steuer-Fragezeichen“).

Davon sollen hauptsächlich Menschen profitieren, die Arbeit haben. Tenor: „Wer arbeiten geht, soll auch von der Steuerreform profitieren.“ Ein politischer Ansatz, den man durchaus vertreten kann. Und so sehen Experten die geplante Steuerreform grundsätzlich positiv. Aber es gibt auch Einschränkungen. So vermisst das Wirtschaftsforschungsinstitut, WIFO, eine stärkere Ökologisierung des Steuersystems. Denn gerade über dieses lassen sich viele Entwicklungen bewusst lenken – oder auch nicht. Gerade das heurige Jahr zeigte nachdrücklich, wie sehr der Klimawandel uns schon im Griff hat. Die westlichen Bundesländer, aber auch Gebiete in der Steiermark und Niederösterreich, ersticken im Schnee. Tagelang sorgte eine konstante Wetterlage für meterhohe Schneefälle. Zogen früher die Hoch- und Tiefdruckgebiete nach ein paar Tagen weiter, bleiben sie jetzt fast ortsfest. Das lässt für die Zukunft nichts Gutes erwarten.

Hier steuerliche Signale zu setzen, um die Erderwärmung einzubremsen, wäre ein Gebot der Stunde. In manchen Bereichen versucht die Regierung zwar Akzente zu setzen – etwa bei den Ölheizungen – aber es sind leider nur Ansätze. So sollen in den nächsten Jahren keine Ölheizungen mehr in Neubauten eingebaut werden dürfen. Dadurch soll der Kohlendioxyd-Anteil deutlich verringert werden.

Aber es gibt leider in anderen Bereichen noch viele unfertige Baustellen. Etwa im Bereich der Windkraft. Hier stagniert der Ausbau seit Jahren. So stellt die IG-Windkraft verärgert fest: „Die Bundesregierung verfolgt laut eigenen Angaben das Ziel, die Stromversorgung bis 2030 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen. Dafür müssten dann auch 7.500 MW Windkraftleistung am Netz sein. Das ist aber nur zu schaffen, wenn über den gesamten Zeitraum ein kontinuierlicher starker Ausbau sichergestellt wird. Davon kann jedoch derzeit keine Rede sein. Die Frage ist: Worauf wartet die Regierung? Seit 2015 nimmt die Anzahl der geförderten Windräder stetig ab, weil jedes Jahr weniger neue Anlagen errichtet werden als alte aus der Förderung fallen.“

Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten. Etwa ein anspruchsvolleres Fördersystem zum Ausbau von privaten Fotovoltaik-Anlagen. Dächer dafür gebe es in Österreich genug, allein es muss sich für den Hausbesitzer auch rechnen. Oder der Trend der Österreicher zu immer größeren und schwereren Geländefahrzeugen (SUV). Hier ließe sich steuerlich viel machen. Doch davon ist bisher in den Plänen der Bundesregierung nichts zu erkennen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Die moderne Arbeitswelt verlangt immer mehr nach Mobilität und Flexibilität der Arbeitnehmer. Aber es gibt noch immer zahlreiche Regionen, wo den Pendlern bestenfalls Busse zur Verfügung stehen und vorhandene Bahn-Infrastruktur schlicht nicht benutzt wird. In vielen Fällen bleibt den Pendlern dann nur noch, sich selbst hinter das Steuer des eigenen Autos zu klemmen, um rechtzeitig den Arbeitsplatz zu erreichen.

Noch hat die Bundesregierung ein paar Jahre Zeit für die Umsetzung der Steuerreform. Bleibt zu hoffen, dass darin auch ökologische Aspekte zum Tragen kommen.

Avicii’s letzter Abschiedsgruß

Avicii’s letzter Abschiedsgruß

Es war ein trauriger Tag für die Musikwelt, als am 20. April 2018 bekannt wurde, dass sich DJ Avicii, mit bürgerlichem Namen Tim Bergling, das Leben genommen hatte. Nun, knapp ein Jahr später, liefert sein posthumes Album „TIM“ zwölf neue Tracks, die zwar tanzbar sind wie eh und je, aber trotzdem die Frage hinterlassen – haben wir sein SOS überhört?
Laura WEINGRILL / 4. Juli 2019

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Für den einen oder anderen mag der Name wohl eher an ein Schimpfwort erinnern, doch für die Jungs der norwegischen Band Kakkmaddafakka ist er Programm. Denn was auf den ersten Blick auf eine ständig fluchende Hip-Hop Combo deuten könnte, entspringt laut eigenen Angaben einer Fantasiesprache und kann auf Deutsch als Partylöwe übersetzt werden. Und zurecht, denn feiern kann das Indie-Sechserpack aus Bergen – schon seit Jahren sind sie für ihre skurrilen, mit schlechten Witzen und energetischen Tanzeinlagen gespickten Live-Auftritte bekannt.

Inzwischen bringt die crazy Truppe aus dem Norden seit knapp 15 Jahren ihre einnehmende Mischung aus Indie und Pop mit massivem Mitsing- und Feier-Potential an den Mann und die Frau. Dabei fing 2004 alles noch relativ bedacht an, als die Brüder Axel und Pål Vindenes zum ersten Mal mit ihren Schulfreunden Stian Sævig und Jonas Nielsen in einem norwegischen Jugendzentrum auftraten. Kurze Zeit später trudelten immer mehr Nachfragen ein, bis 2007 ihre erste Platte mit dem Titel „Down to Earth“ erschien.

Seither, getrieben von der Wirkungskraft der sozialen Medien und der guten alten Mund-Propaganda, konnte die lebhafte Band eine treue Fangemeinde um sich scharen, die sich Ende März diesen Jahres mit dem Album „Diplomacy“ über den neuesten Streich der Norweger freuen durfte. Inspiriert von den letztjährigen tropischen Temperaturen, glänzt der sonnige Longplayer mit abermaligen Schmankerln aus dem weiten Feld des Indie-Pop. Mal dominiert eine warme Sanftheit in den Liedern, mal gewinnt der zackige Groove und zwischendurch lassen sich immer wieder klassisch fluffige Pop-Momente blicken. Eines ist jedoch immer gegeben – und zwar der Ruf nach guter Laune.

Und während es sich die Jungs von Kakkmaddafakka sich nicht nehmen lassen, ihre Party immer weiter zu feiern – ganz nach dem Motto der Hard-Working-Party-People eben – scheint es so, als wäre mit dem neuen Langspieler auch eine andere, noch unbekannte Seite der Band ins Rampenlicht gerückt worden. So drehen sich die schmucken Songs unter anderem um Themen wie die psychische Gesundheit und mentale Probleme, und zeigen die Band dabei so intim wie noch nie zuvor.

Damit beweisen die gaggig-verrückten Norweger ein erneutes Mal, dass sie sich gerne abseits vom musikalischen Mainstream bewegen. Gekonnt mischen sie die unterschiedlichsten Stilrichtungen wie Disco, Funk, Jazz, und Rock und machen sie so zu ihrer ganz eigenen Art von Musik, die sie mit ihren energiegeladenen, freakigen Live-Shows nur noch unterstreichen. Im Norden weiß man eben, wie man Party macht.

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Musikjournalistin Laura Weingrill über „Beirut“ mit Frontmann Zach Condon

 

 

Vier Jahre sind seit dem letzten Longplayer der Band Beirut vergangen, aber sie bleiben – beruhigend und bestürzend – noch immer ganz nah an ihrem originalen Sound, der manchmal stolz, manchmal wackelig, aber immer unbearbeitet daherkommt, um die gebrechliche Menschlichkeit ihrer Musik und ihrer Kunst zu unterstreichen. So auch bei ihrem neuesten Album mit dem Titel „Gallipolli“, welches diesen Februar veröffentlicht wurde und nach der italienischen Stadt benannt ist, in der es geschrieben wurde.

Und genau diese Exotik, die schon im Namen des Albums steckt, zeigt sich auch immer wieder in den eigentlichen Stücken des Werks. Es „liest“ sich wie ein Atlas, mit Liedern, die ihre Hörer musikalisch an Orte wie Bratislava, Berlin und die französische Provence reisen lassen.

Hinter der ganzen Magie steckt so wie schon seit dem Jahr 2006 Frontmann und Mastermind der Band, Zach Condon, der ursprünglich aus Santa Fe, New Mexiko, stammt und im Alter von 17 Jahren das erste Mal nach Europa reiste und von den Klängen der Welt so inspiriert war, dass er sie kurzerhand selbst wiedergeben musste. Porzellane Haut, gewelltes Haar, mit offenem Hemd und einem Musikinstrument aus einer anderen Zeit unter seinem Arm – eine Trompete oder ein Waldhorn oder eine Ukulele – seit damals hat sich nicht viel verändert.

Und auch die Stimme von Condon bleibt so unverkennbar wie immer: Ohne Angst vor skurrilem, wortlosem Jodeln und herzlichem Vibrato verleiht sie der Band ihr besonderes Gewicht. Mit seiner besonderen Art, Musik verschiedener Kulturen mit melancholischen Indie-Sounds zu kombinieren, hat Zach Condon von Beirut einer ganzen Generation Balkanklänge und französische Chansons nähergebracht.

Und so hat auch Beiruts neuestes Werk Gallipolli immer wieder schöne Momente. Songs wie Family Curse und We Never Lived Here erzählen dank Condons herzzerreißender Stimmeinlagen Geschichten von echter Traurigkeit, trotz der Melodien, die oft in wiederholten Mustern eingelegt werden. Und Stücke wie der Title-Track Gallipolli oder Varieties of Exile entführen einen mit ihren Indie-Fanfare-Melodien und typischen Ukulele-Sounds an die Küsten Italiens. Manchmal mag ja sogar schon ein Album gegen Fernweh helfen – hier auf jeden Fall.

Musik - Soundnerd

Die Poesie der Piloten

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Für Laura Weingrill dreht sich die ganze Welt um Musik. Wohin sie auch geht, egal ob nach Wien oder London, die Kopfhörer sind immer dabei.

 

Exakt ein Jahr schien es, als wären die Jungs der Band Twenty One Pilots vom Erdboden verschwunden. Keine Konzerte, keine Interviews, nicht einmal ein Posting auf Twitter. Doch am 6. Juli 2018 war es dann soweit, endlich ein Ende der Funkstille – und die ganze Musikwelt spielte verrückt. Denn Twenty One Pilots sind nicht nur eine Band, sie sind DIE Band.

Seit ihrem internationalen Durchbruch mit ihrem vierten Longplayer „Blurryface“ gelten die Piloten Tyler Joseph und Josh Dun, die gebürtig aus Ohio, USA, stammen, als die ultimative Post-Spotify-Indierockband. Dabei zeichnet sich ihr spezieller Sound nicht nur durch ihr eigens geschaffenes Genre „Schizophrenia-Pop“ aus, sondern auch durch das absichtliche Spielen mit ihrer Musik, welches den beiden zu unzähligen Hits wie „Stressed Out“ oder „Heathens“ verhalf und zu ihrem unverkennbaren Stil. Und auch wenn es gerade deswegen so scheinen mag, bei dem Indie-Duo passiert nichts ohne Grund und genauester Planung. Und obwohl die größten Konzerthallen in Sekunden ausverkauft werden, stellen sie sich aktiv gegen den Mainstream. Ihre Antwort? „Trench“, ein Konzeptalbum über eine fiktionale Welt voller erdrückender Dunkelheit und unverkennbarer Hoffnung.

Musikalisch bewegt sich ihre neueste Platte erneut auf einem extrem breiten musikalischen Spektrum und verbindet gekonnt minimalistischen Rap nahtlos mit Emo-Rock und Reggae-Einflüssen, während Josh Dun’s Talent auf dem Schlagzeug dem gesamten Werk den letzten Schliff verpasst. Lässt man sich einen Song nach dem anderen „in den Ohren zergehen“, spürt man zugleich wie neu und auch wieder altbekannt das Album klingt. Die Texte drehen sich immer noch um Angst, Depression und Unsicherheit – Themen, die Leadsänger und Songwriter Tyler Joseph seit seiner Kindheit verfolgen. Es herrscht noch immer ein Kampf zwischen Licht und Dunkel. Und während man immer tiefer in die Welt von Trench eintaucht, trifft man nicht nur auf bekannte Gesichter wie Blurryface (Joseph’s Verkörperung seiner Depressionen), sondern auch auf neue Charaktere, die der Geschichte einen Funken Mut verleihen.

Doch worum genau handelt diese Geschichte und was bedeutet eigentlich Trench? In unzählbaren Massen tauchten nach der Veröffentlichung der ersten Single „Jumpsuit“ Theorien der Fans im Internet auf, die sowohl die Lyrics als auch das dazugehörige Video in ihre kleinsten Bestandteile auseinandernahmen, nur um sie dann in Form einer vermuteten Story wieder zusammenzubringen. Ein Gerücht jagte das andere. Doch erst als das Album dann endlich das Licht der Welt erblickte, fingen manche Fantheorien an, Sinn zu ergeben, die dann später auch von den Machern selbst bestätigt wurden. So viel ist nun klar: Trench ist die Geschichte von Clancy, einer erneuten Verkörperung von Tyler Joseph’s Psyche, aber diesmal seiner positiven Seite. Dieser ist in der Stadt Dema gefangen, welche für seine negativen Gedanken steht, verursacht durch seine Ängste und Depressionen. Dema selbst wird von den neun „Bishops“, oder auch Bischöfen, beherrscht, die Clancy daran hindern, zu flüchten. Doch so wie die Dunkelheit durch die Bischöfe verkörpert wird, gibt es auch Hoffnung – und zwar in Form der Banditos, einer Gruppe von Rebellen, die versuchen, die Gefangenen der Bischöfe zu befreien. Bekannt ist nun auch, dass die Clique, also die Fans, sowie Joseph’s Familie und Freunde und auch Drummer und zweite Häfte Josh Dun zu diesen Banditos zählen. Im Verlauf des Albums versucht Clancy immer wieder mithilfe der Banditos zu flüchten, doch es gelingt ihm nicht, die Stadt zu verlassen. So endet Trench mit „Leave The City“, einer Hommage an die Fans und an die Hoffnung, in der sich Joseph direkt an seine Liebsten richtet und ihnen klarmacht, dass es ihm nun bessergeht und er beschlossen hat, in Dema zu bleiben, bis auch er eines Tages stark genug sein wird, diese zu verlassen. Ein bittersüßes Ende, und doch ein optimistisches, lebensbejahendes.

Zuletzt geht es in Trench jedoch um Tyler Joseph und nur ihn allein. Über seinen andauernden Kampf mit Depressionen und Angstzuständen („Morph“), über seine Selbstmordgedanken („Cut My Lip“), über den Verlust seines Großvaters („Legend“), seine Liebe zu seiner Frau Jenna Joseph („Smithereens“), seine alltäglichen Anstrengungen als Künstler und Songwriter („Pet Cheetah“ & „Chlorine“), über die Verherrlichung von Stars, die Selbstmord begehen („Neon Gravestones“), und über seine Beziehung zur Clique, ihrer Fanbase („The Hype“ & „Leave the City“). Blickt man erst einmal hinter die Fassade der beklemmenden Lyrics, mitreißenden Beats und durchdringenden Rhythmen, erkennt man schnell die tiefere Bedeutung der kryptischen Texte. So wird Trench von einem sehr guten Indierock-Album, zu einer umwerfend persönlichen, poetischen Geschichte über das Leben, die es wert ist, gehört zu werden.

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Musikjournalistin Laura Weingrill über Tom Rosenthal

 

Der Engländer und das Leben

In der heutigen Welt ist es nicht einfach, aus der Masse herauszustechen. Vor allem nicht im aufregenden Universum der Musik. Ein Singer-Songwriter reiht sich an den anderen, streitet sich darum, wer wohl die traurigsten Lieder singen kann und ob sie besser auf der Gitarre oder dem Piano klingen. Tom Rosenthal ist einer dieser Singer-Songwriter, noch dazu aus England, dem Geburtsort dieser wunderbaren Gattung, und doch ist er noch so viel mehr. Er hat es geschafft. Er ist jemand besonderes.

Einst als „Großbritanniens bester unbekannter Songwriter“ gekrönt, zieht Tom nun schon seit über 18 Jahren seine Wege im Kreis der Musik. In dieser Zeit konnte der 32-Jährige eine Vielzahl von LPs und EPs produzieren, insbesondere zwei Alben, die seinen Töchtern gewidmet sind: „Bess“ und „Fenn“. Der Großteil seiner Balladen besteht aus genau drei elementaren Zutaten: Toms rauchig-warmer Stimme, seinen manchmal sehr melancholischen, manchmal aber auch wahnsinnig komischen Songtexten und seinem treuesten Begleiter, seinem Piano. Zusammen ergeben sie das gewinnbringende Rezept, das Rosenthal bis heute aus der Menge herausragen lässt.

Doch nicht nur deshalb ist der Londoner eine Rarität der Branche. Bis heute macht Rosenthal das meiste noch selbst. Er hat weder Manager noch PR-Agent. Seine Songs produziert er alle alleine, zuhause in seinem eigenen Studio. Ganz aktiv stellt sich der Sänger gegen die Mainstream-Richtlinien der Musikwelt, was er mitunter auch anhand seiner Lyrics beweist. So nahm er etwa im März 2017 einen Song auf, in dem er direkt Melania Trump, die Frau des US-Präsidenten Donald Trump, darum bat, ihren Mann sprichwörtlich ins All zu schießen. Es sind genau diese überraschende Originalität, pure Ehrlichkeit und der fast beneidenswerte Mut, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und auch mal kontroverse Themen anzusprechen, die Tom Rosenthal unter anderem zu der Fangemeinde verhalfen, die nun innerhalb weniger Minuten seine Shows zu ausverkauften macht.

Letztlich sind es aber das einfache und umso mehr berührende Songwriting und der erfrischende englische Humor, die den Briten von der bekannten Singer-Songwriter-Liga unterscheiden. Er besingt leidenschaftlich gerne seine Liebe zu Pasta und Wassermelonen und ist sich dabei nicht zu schade, im Obstkostüm oder nudelbeklebten Anzug umher zu springen und Luftpiano zwischen Wiese, Wald und Fluss zu spielen. Nicht nur deshalb eignen sich seine preisgekrönten Musikvideos, die zumeist aus einer Kollaboration mit verschiedenen Künstlern und Illustratoren entstehen, gut als Stimmungsaufheller an grauen Tagen. Aber auch nachdenklich geht bei dem sympathischen Briten. Mal traurig leise, mal wütend laut singt er von Angst und Verlassenwerden, vom Vermissen und Vergessen, von schlechten Beziehungen und wahren Lieben. Letzten Endes macht ihn genau dies zu etwas Besonderem. Er singt vom Leben.

Soundnerd

Von prima! zur SUN

prima! Redakteurin Laura Weingrill lebt derzeit in Brighton. Kürzlich hat sie in der britischen Zeitung The Sun ihren ersten Artikel veröffentlicht.

Laura Weingrill aus Bad Tatzmannsdorf lebt derzeit in Brighton, wo sie sich dem Musikjournalismus widmet.

 

Für die auflagenstärkste britische Tageszeitung The Sun hat Laura Weingrill kürzlich in London den schottischen Singer-Songwriter Lewis Capaldi interviewt. prima! Leser haben von dem „Typ mit den traurigen Liedern und der umwerfend rauen Stimme“, bereits in der prima! Dezember Ausgabe in der Kolumne „Soundnerd“ der Musik-Journalistin gelesen. Von England ausgehend wird uns die gebürtige Bad Tatzmannsdorferin Laura Weingrill auch weiterhin monatlich auf Newcomer und Ausnahmemusiker aufmerksam machen.

Das Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Wenn der Aufstieg der amerikanischen Band Wallows bisher sehr stressfrei erschien, dann wohl deswegen, weil er genau das war – stressfrei. Sie mögen vielleicht ein wenig so klingen, als hätten die Mitglieder von The Strokes ein bisschen zu lange unter der kalifornischen Sonne gelegen, aber inzwischen haben es die Indie-Rocker aus Los Angeles geschafft, sich einen eigenen Sound und Namen zu schaffen. Denn was einst aus einer Sandkastenfreundschaft zwischen Braeden Lemasters (Gitarre und Gesang), Cole Preston (Schlagzeug) und Dylan Minnette (Gitarre und Gesang) als musikalisches Experiment begann, konnte sich inzwischen zu einer eigenen ausgefeilten Variante von mal sonnengetränktem, mal melancholisch gefärbtem, mal Post-Punk angehauchtem Alternative Rock entwickeln. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn hinter den Kaliforniern liegt ein Jahr, das man sonst nur aus Märchenerzählungen kennt.

So wie viele andere Bands begannen auch Wallows ihre Karriere damit, ihre Musik zuallererst einmal selbst zu veröffentlichen. Doch damit endet schon wieder die Gewöhnlichkeit, denn im Gegensatz zu vielen anderen Songs dieser Welt raste „Pleaser“ innerhalb weniger Wochen an die Spitze der Charts und verhalf der Musikgruppe zu einem Vertrag bei Atlantic Records. Kurze Zeit später, im April 2017, veröffentlichte das junge Trio dann ihre Debüt-EP „Spring“, auf der sie nicht nur Anekdoten des Erwachsenwerdens und idyllische musikalische Portraits von Aufrichtigkeit malen, sondern alles auch immer wieder mit einer Prise ihres unverkennbaren Witzes ergänzen. Und wenn sich nun jemand fragt, wie es sein kann, dass Musiker im Alter von gerade Anfang 20 einen Ohrwurm nach dem anderen produzieren, dann liegt das daran, dass die Jungs seit über einem Jahrzehnt an ihrem Handwerk arbeiten.

Vor der Kamera

Doch abgesehen vom quirligen Indie-Pop mit Hang zum Tropischem, haben Wallows auch noch eine ganz andere Schiene für sich entdeckt, denn während sie sich auf ihre musikalische Karriere und das vorbereiten, das im Jahr 2019 auf sie wartet, genießen Frontman Dylan Minnette und Co darüber hinaus noch ihren Crossover-Erfolg, den sie durch die Schauspielerei für sich gewinnen konnten (Minnette war etwa Teil der beliebten Netflix-Serie „13 Reasons Why“). Wer jetzt aber denkt, dass es sich bei Wallows um eine Band handelt, bei der ein Schauspieler zum Spaß eine Popband gegründet hat, liegt falsch. Die Frage vom Ei und dem Huhn stellt sich hier also nicht, die Band kam definitiv zuerst. Ein Fakt, bei dem es auch bleiben soll, denn neben der baldigen Veröffentlichung ihres Debüt-Albums, möchte die Indiegruppe ebenfalls ihre eigene Bandbreite immer weiter verstärken und einen Hörer nach dem anderen für sich einnehmen. Und nach getaner Arbeit bleibt dann zuletzt laut eigenen Aussagen der Jungs nur noch ein Ziel – die musikalische Weltherrschaft. Das nenne ich mal eine Band mit Ambitionen.

Eine starke Frau

Eine starke Frau

Dies sollte eine Geschichte werden, die Mut macht. Die davon erzählt, dass es sich lohnt, weiterzumachen. Nicht den Kopf hängen zu lassen, egal was kommt. Letztendlich ist es vor allem eines: Die Geschichte einer starken Frau und die Geschichte einer wahrhaft großen Liebe, die hält, was man sich bei der Hochzeit verspricht: In guten wie in schlechten Zeiten zueinander zu halten und füreinander da zu sein.
Olga SEUS / 4. Juli 2019

Das Tor zum Paradies öffnet sich, und ein Mann in gelbem T-Shirt begrüßt uns. Auffällig tätowiert, mit speziellen Stutzen um seine Waden, steht er inmitten seiner vier Magyar Viszla (Jagdhunde), die ihn umschwänzeln wie Bienen ihre Königin. Sofort beginnt er zu erzählen und nimmt uns mit auf eine Reise in seine Welt, die nun in Burgauberg ihren Mittelpunkt gefunden hat. Mit prima! spricht der Friseurweltmeister mit Helfersyndrom über seine Ideen, seine Tiere, die Liebe und sein Leben.

Kohla-Strauss ist einer der erfolgreichsten BMW und MINI Partner in Österreich. Das Geheimnis des Erfolges? In den modernen Autohäusern von Kohla-Strauss stehen die Kundinnen und Kunden mit ihren konkreten Anliegen und Wünschen im Mittelpunkt.

Die beiden Geschäftsführer Mag. Ernst Kohla und Dr. Monika Kohla-Strauss

 

 

Kompetenz in Werkstatt und Verkauf sowie professioneller Service am Kunden – bei Kohla-Strauss keine Lippenbekenntnisse. Eindrucksvoller Beleg dafür: 2017 vergab der BMW-Konzern den „Excellence in Sales Award“ an das südburgenländische Autohaus mit seinen Standorten in St. Michael im Burgenland und in Oberpullendorf. Mit dem 1. Platz in der Kategorie „Kundenbetreuung“ in der Region „Europa“ zählte Kohla-Strauss zu den sechs besten BMW und MINI Händlern weltweit. Darauf ist man natürlich mächtig stolz.

Für die beiden Geschäftsführer Dr. Monika Kohla-Strauss und Mag. Ernst Kohla ist diese Auszeichung Bestätigung und Verpflichtung zugleich. „Die Attraktivität unserer Marken BMW und MINI ist natürlich ein Teil unseres Erfolges. Umso wichtiger ist uns, dass unsere Kundinnen und Kunden auch den besten Service für ihren BMW oder MINI bekommen. Sie sollen die Kompetenz spüren, mit der wir auf ihre Anliegen eingehen.“, erklärt Dr. Monika Kohla-Strauss und ihr Mann Mag. Ernst Kohla ergänzt: „Dazu gehört selbstverständlich ein attraktives Ersatzfahrzeug aus der BMW- und MINI-Familie, das während der Arbeiten am Wagen zur Verfügung steht. Für sportliche Kunden steht ein BMW eBike inkl. Leihhelm bereit. Gerne holen wir Ihr Fahrzeug auch ab und bringen es wieder zurück – im Umkreis von 50 km kostenlos. Oder Sie warten gleich im Autohaus, genießen Kaffee, Säfte und Obst und verkürzen sich die Wartezeit mit Zeitschriften und gratis WLAN. Das ist Service, wie wir ihn verstehen.“

Kohla-Strauss ist einer der modernsten und größten BMW und MINI Partner in Südostösterreich. Die beiden Standorte in St. Michael im Burgenland und Oberpullendorf sind für Kundinnen und Kunden aus den Bezirken Oberwart, Güssing, Oberpullendorf sowie der angrenzenden Steiermark bzw. Niederösterreich die erste Adresse, wenn es um Fahrzeugkauf oder Reparatur- und Servicearbeiten an ihrem Fahrzeug geht.

Bei einem Besuch an einem der beiden Standorte kann man sich von der umfangreichen Auswahl an Neuwagen, Jahreswagen und Vorführwagen der Marken BMW und MINI sowie gut gepflegten Gebrauchtwagen überzeugen. Die bestens ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter garantieren Professionalität in Werkstatt und Verkauf. GF Mag. Ernst Kohla betont: „Wir optimieren laufend unsere Abläufe und Prozesse in der Werkstatt und in der gesamten Service-Abwicklung. Zur Zeit modernisieren wir unsere Werkstatt am Standort St. Michael und bringen sie auf den technischen Letztstand.“

Regelmäßig stattfindende Aktionstage mit attraktiven Angeboten bieten die ideale Gelegenheit für einen Besuch in den BMW und MINI Autohäusern in St. Michael und Oberpullendorf. Bei Kohla-Strauss freut man sich schon jetzt auf die kommenden Neuwagen-Präsentationen im Herbst: „Ende September erwarten wir in unseren Autohäusern in St. Michael und Oberpullendorf den neuen BMW 1er und den neuen MINI Clubman. Im Oktober folgt dann der neue BMW 3er Touring. Aber alle, die sich für die Marken BMW und MINI begeistern, sind natürlich jederzeit eingeladen, einfach mal so vorbeizuschauen.“

Kontakt

Kohla-Strauss GmbH
Oberwarter Straße 274, 7535 St. Michael | Telefon: +43 3327 8161-0
Stoob-Süd 24, 7350 Oberpullendorf | Telefon: +43 2612 43000-0
www.kohla-strauss.at | www.facebook.com/kohlastrauss

Die Sonne scheint und lässt das Rot des Weines im Glas vor ihm noch ein bisschen mehr leuchten. Und wie könnte die Sonne auch nicht scheinen, wenn sich Othmar König mit seiner illustren Freundesrunde beim Buschenschank in Hartberg trifft? 88 Jahre ist er, aber nicht alt, sondern erstaunlich jung. Etwas schüchtern fängt er an zu reden. Seine Freunde sagen, er ist immer für andere da, aber von sich selbst sprechen, das liegt ihm nicht. Dabei hat er einiges zu erzählen.

Im Jahr 2009 bekam Alexandra Wieseneder das Angebot der Rutter Gruppe zur Leitung des eo Einkaufszentrums Oberwart – und sie nahm an. Mit dem enormen Arbeitspensum hat sie nicht gerechnet. Nach wie vor lebt sie mit ihrem Mann und ihrem heute 15-jährigen Sohn in Brunn am Gebirge. Rund 50.000 Kilometer legt sie jährlich mit dem Auto zurück. Das Handy ist immer an ihrer Seite. Das eo immer in ihren Gedanken. Als Chefin sieht sie sich nicht gern. Eher als Teil eines tollen Teams. Und manchmal auch als „Hausmeister, mit sehr viel Marketing-Arbeit.“

Sie war Österreichs erste Agrarlandesrätin, aber kein Thema ist so mit ihr verbunden wie die Frauenpolitik. Verena Dunst ist seit über 40 Jahren Sozialdemokratin und gilt als Kampfrednerin für die Gleichberechtigung. Seit Ende Feber ist sie Landtagspräsidentin des Burgenlandes. Ohne ihren Mann hätte sie niemals ihren beruflichen Weg gehen können, sagt sie. Der isst übrigens gerne Butterbrote, und während seine Frau ihre 90 Stundenwoche absolviert, renoviert er in seiner Freizeit die Kellerstöckl der Familie.

Portrait

Die Frau am Bau

Tamara Ploy ist fürs „Grobe“ zuständig. Stahlbetondecken, statische Berechnungen und Betonrüttler sind ihr tägliches Brot. Sie ist technische Zeichnerin. Untypisch weiblich? Nicht wirklich, denn die starren Grenzen der stereotypen Geschlechterrollen werden langsam aber sicher aufgebrochen. Die Rauchwarterin macht ihre Arbeit ausgezeichnet und bringt mit ihrer weiblichen Seite viele Vorteile in ihr berufliches Umfeld. Zwischen Büroarbeit und Baustellen hat sie ihren Platz gefunden und reflektiert so den Wandel in der Gesellschaft: Frauen bleiben Frauen, aber sie können in so manch angestammter Männerdomäne ihren Mann stehen, ungeachtet ihres Geschlechts.

Schäferstündchen

Schäferstündchen

Ebenfalls in Burgauberg, nur wenige Kilometer von Star-Friseur Markus Unger entfernt, treffen wir einen weiteren, sehr speziellen „Friseur“. Er macht Hausbesuche und lässt seine Kunden auf engem Raum zusammentreiben, bevor er kommt und im Angesicht seines Schweißes einem nach dem anderen einen neuen Look verpasst. Harald Mandl ist einer von nur etwa zwanzig hauptberuflichen Schafscherern in Österreich. Gemeinsam kümmern sie sich um die Fellpracht der rund 400.000 Schafe hierzulande. Das Scheren der Schafe ist Haralds Leidenschaft – die übrigens keine Leiden schafft.
Nora SCHLEICH / 4. Juli 2019

Jede Gemeinde freut sich über Unternehmer im eigenen Ort. Nicht nur wegen der Kommunalsteuer, sondern auch aufgrund des Zuzugs an Einwohnern und des nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwungs. Fünf oststeirische Bürgermeister haben dabei aber nicht den Tunnelblick auf ihre eigene Gemeinde gerichtet, sondern die Weitwinkelbrille aufgesetzt und denken in etwas größeren Dimensionen.

Mit dem Ausbau des Standortes Oberwart stellt die Druckerei Schmidbauer die Weichen für die Zukunft. Die Produktionsfläche ist von 1.800 m2 auf mehr als 5.000 m2 angewachsen. Mit der Übersiedlung des Bürotraktes im kommenden Herbst werden die Bauarbeiten abgeschlossen. Ein Lokalaugenschein in einer der größten Druckereien Ostösterreichs, die auch seit 13 Jahren die
Produktionsstätte des prima! Magazins ist.

„Was brauchst du? Bist du hungrig? Bist du krank?“, das fragt Erwin Ringbauer täglich, wenn er sich um seine mittlerweile 350 Bonsais im Garten seiner Schwiegereltern kümmert. „Pflanzen sind Lebewesen“, betont er, und der Vergleich mit Haustieren liegt nahe, hört man ihn erzählen. „Manche Pflanzen brauchen weniger Aufmerksamkeit, einige andere sind dagegen wahre Mimosen“, erklärt er. Am liebsten sind ihm die hässlichen Entlein unter den Hölzern, so scheint es. Die, die nicht gerade gewachsen sind. Aus denen macht er die schönsten Bonsais. Er gießt, pflegt und kontrolliert die Bäumchen täglich, seit 28 Jahren. Der ehemalige Türsteher im Kamakura hat den perfekten Ausgleich zu seinem Arbeitsalltag als Produktionsleiter in Wien gefunden. Der Großpetersdorfer ist nun liebevoller Hüter seiner Bonsais.

Egal ob KFZ-Mechaniker, Büroangestellter oder Manager – auffallend viele Männer tragen wieder auffallend lange Bärte. Als Begleiterscheinung dieses Trends etablieren sich auch hierzulande hippe Barber Shops. Eine haarige Geschichte.

Man(n) trägt wieder Bart. Barber Shops sind daher voll im Trend, und die Inhaber sind natürlich selbst begeisterte Bartträger – wie Nenad Blagojevic aus Oberwart.

 

 

Eines gleich vorweg: Auch der Autor dieser Zeilen ist überzeugter Bartträger – weniger aus Eitelkeit, vielmehr vertritt er die Ansicht, dass Rasieren eine lästige, überschätzte Angelegenheit ist. Von dieser Art Bartträger soll hier nicht die Rede sein. In dieser Geschichte geht es um Bärte, die jeden Tag viel Aufmerksamkeit bekommen und erregen, die getrimmt, gekämmt, geölt, gegelt und nach einiger Zeit wieder zurechtgestutzt werden – und es geht um deren Träger, die viel Zeit und einiges an Geld in ihre Gesichtsbehaarung investieren.

Wie Alexander Fabsits. Der Kellner aus Leidenschaft ist auch Bartträger aus Leidenschaft, seit über 20 Jahren. Seinem Prachtstück widmet er jeden Morgen mindestens fünf bis zehn Minuten: Zuerst waschen, ölen, dann ein sogenanntes Grooming Tonic auftragen und fönen, um den Bart glatt zu streifen und in Form zu bringen. An diesem Ritual kommt man nicht vorbei, wenn der Bart schön aussehen soll. Und ein Mal im Monat ist ein Besuch im Barber Shop angesagt, um den Bart zu trimmen und zu schneiden.

Im Barber Club

Dominik Kaiser ruht gemütlich auf dem nach hinten geschwenkten Frisör-Stuhl. Auf seinem Gesicht ein angenehm warmes Handtuch, vor ihm ein Espresso und ein Glas Whiskey, im Hintergrund plätschert lässige Musik. „Natürlich bin ich wegen der Haare und des Bartes hier, aber mir geht’s vor allem um die eine Stunde runterkommen vom täglichen Stress. Es fühlt sich an wie ein kleiner Urlaub.“

Und dass Mann im Anschluss auch vernünftig aussieht, dafür sorgt Nenad Blagojevic. Seit Feber betreibt er in Oberwart seinen Barber Club, nicht Shop, darauf legt er Wert, denn er stehe für Business Class. Die drei wichtigsten Kriterien, die einen guten Barbier auszeichnen? Ein guter Kaffee, ein guter Whiskey, gute Pflegeprodukte – und wohl fühlt sich der Mann. Spätestens seit ein Frauenschwarm wie Bradley Cooper mit Hipster-Bart von der Kinoleinwand lacht und die Damen in Verzückung geraten, haben auch die Jungs im Südburgenland auf einmal ihre Männlichkeit entdeckt und nehmen wochenlanges Kratzen und Jucken in Kauf, bis ein haariges Prachtstück ihr Gesicht ziert. Wobei: Nicht jeder Bart passt in jedes Gesicht. Für Nenad kommt es darauf an, ob jemand groß oder klein, dick oder dünn ist, ein schmales oder ein breites Gesicht hat.

Je nachdem empfiehlt er einen langen oder einen kurzen Bart. Wenn das Gesicht schmal ist, darf der Bart ruhig buschiger sein. Bei einem breiten Gesicht sollte der Bart eher länger, dafür an den Backen nicht zu buschig sein. Auch die richtige Bartpflege will gelernt sein: Bart-Öl für den groben, starken Bart, Wachs oder Pomade für den weichen, buschigen Bart. Nenad, der Barbier und Bartträger, kennt sich damit aus. Er stellt selber Bart-Pflegeprodukte auf pflanzlicher Basis her, alles bio und vegan, eh klar. Und wenn der Bart schön ist und gut duftet, freut sich auch die Frau.

Nur für das Problem, wie man als Bartträger mit Anstand und Würde Nudelsuppe isst, hat auch der beste Barbier noch keine Lösung gefunden.

Es sind nicht einfach nur ein schwarzer Mantel und ein Hut, auch nicht nur eine Hellebarde und eine Laterne, die das Bild des Nachtwächters prägen. Im Mittelalter sah man ihn in größeren Städten durch die Gassen gehen. Schließlich musste er für Ruhe und Ordnung sorgen. Sah vieles, was gerne im Schutz der Dunkelheit geblieben wäre. Neben der Zeit sagte er auch die Sperrstunde an und sorgte für deren Einhaltung. In Hartberg dreht ein Nachtwächter regelmäßig seine Runden.

Reportage

Über den Wolken

Es ist ein klassisches Männerding, der Modellflug. Dabei dreht sich alles ums Tüfteln, Bauen, Bohren, Schleifen und Kleben, würde man denken. Aber es ist vor allem auch die Feinmotorik und die Vorstellungskraft, die die Besten unter den Besten kennzeichnen. Und dann ist da natürlich der Nervenkitzel des Fliegens an sich. Die Konzentration ist hoch – viel steht auf dem Spiel. Der Alltag, Ängste und Sorgen, die sind für kurze Zeit vergessen. Einer, der seit 35 Jahren all diese Klischees bedient, ist Manfred Weber aus Grafenschachen.

Mitten in den Hügeln Pannoniens liegt die Marktgemeinde Großpetersdorf. Einst ein agrarisches Zentrum, hat sich der Ort zur größten Industriegemeinde des Burgenlandes gewandelt.

Großpetersdorf hat sich sein typisch burgenländisches Dorfambiente bewahrt, obwohl es sich sukzessive zu einem Wirtschafts- und Industriestandort entwickelt hat.

 

„Wir sind eine moderne, allen Ansprüchen gerecht werdende, Schul-, Industrie- und Tourismusgemeinde und daher einfach besonders lebens- und liebenswert. Hier ist die Umwelt noch in Ordnung, die Luft sauber, und das Zusammenleben steht im Mittelpunkt“, erzählt Wolfgang Tauss, der seit 2012 Bürgermeister des idyllischen Örtchens ist. Kein Wunder, denn mit seinen knapp 3.600 Einwohnern kann sich die im Bezirk Oberwart liegende Marktgemeinde mit ihren Ortsteilen Kleinpetersdorf, Kleinzicken, Miedlingsdorf und Welgersdorf wirklich sehen lassen. Neben der schönen Lage kann der Ort vor allem durch seine Infrastruktur strahlen – von einem Kindergarten mit einer Kinderkrippe, Schulen, einem modernen Pflegekompetenzzentrum, praktischen Ärzten, einer Polizeisicherheitszentrale sowie einer E-Tankstelle bis hin zu vielen Einkaufsmöglichkeiten.

Ein großes Miteinander

Neben der besonderen Infrastruktur steht in Großpetersdorf das Zusammenleben im Mittelpunkt, wobei hier die über 50 Vereine in sportlicher, kultureller, freizeitgestaltender sowie ortsverschönernder Art und Weise tätig sind und einen großen Beitrag zur Gemeinschaft leisten. „Uns ist wichtig, dass es hier jedem möglich ist, seine Freizeit mit Gleichgesinnten im gesellschaftlichen Miteinander zu gestalten und bei den diversesten Veranstaltungen mitzuwirken. Auch wenn unsere Unternehmen immer zukunftsorientiert arbeiten, ist uns der Charakter eines typischen burgenländischen Dorfes mit all seiner Vielfalt erhalten geblieben“, so Bürgermeister Tauss. Es scheint also noch immer jeder jeden zu kennen, in dem Dorf, das zur Stadt wurde. Und tatsächlich – rund um die zahlreichen Sport-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, wie etwa dem Freischwimmbad, den Fußball- und Tennisplätzen, der gemeindeeigenen Dorfgalerie und dem „Alten Kino“, bietet der Ort unzählige Möglichkeiten, die Freizeit aktiv und kreativ zu gestalten.

Ein Platz für Künstler

Seit dem Jahr 2002 gibt es sie: Die „Großpetersdorf Galerie“. Das Gebäude im Herzen von Großpetersdorf wird von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Seele des Betriebes ist Alt-Landesrat Josef Tauber, dem es ein Anliegen ist, Künstler zu fördern und den Ort mit kreativem Leben zu füllen. Stolz erzählt er, dass sogar Sepp Laubner in der Galerie ausgestellt hat. Bis Anfang Juni läuft derzeit eine Ausstellung von Alfred Postmann. Die Galerie ist mittwochs und sonntags immer von 10-12 Uhr geöffnet.

Schlemmerparadies

Die Kulinarik wird in Großpetersdorf ebenso hochgehalten, und so startet der Weinfrühling heuer mit der Weintrophy am 3. Mai im Gasthaus Wurglits. Dabei werden der beste Blaufränkisch und Welschriesling der Region gekürt (Nähere Infos: www.paradiesfruehling.at). Darüber hinaus legt der Ort einen ganz besonderen Fokus auf Tradition, und ab Mai wird die Westernstadt Lucky Town eröffnet und ist den gesamten Sommer hindurch beliebter Treffpunkt in der Region. Auch der Charity Night Run des dorfeigenen Laufclubs, der am 15. Juni 2019 sein 10. Jubiläum feiert, ist aus Großpetersdorf nicht mehr wegzudenken. Für musikalischen Genuss im Ort sorgen der Musikverein Jugendkapelle Großpetersdorf sowie die Musikschule.

Immer am Puls der Zeit

„Die Gemeinde geht stets neue Wege der innovativen Betriebsansiedlung, um einerseits den Industriestandort zu stärken und bestehende Arbeitsplätze zu sichern, aber andererseits auch, um neue Betriebe und damit Beschäftigung zu schaffen. Unser Ziel ist es daher, die Infrastruktur nicht nur zu erhalten, sondern auch auszubauen. Die Umsetzung von Innovationen und Visionen steht damit im Mittelpunkt“, meint Bürgermeister Wolfgang Tauss. Ein solches Paradebeispiel ist das Traditionsunternehmen O.K. Energie Haus. Von Oberwart kommend, wurde gleich am Großpetersdorfer Ortsbeginn eine moderne Produktionsstätte errichtet, die erst vor wenigen Wochen im Beisein von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil eröffnet wurde. Gleichzeitig wurde auch das 15-Jahr Jubiläum des Unternehmens gefeiert, das auf wohngesundes und hochqualitatives Bauen setzt.

Im Eigentum der Gemeinde steht das gut besuchte 4-Sterne-Hotel GIP. Wochentags nutzen Businessgäste nicht nur die großzügige Übernachtungsmöglichkeit, sondern auch die Konferenz- und Seminarräume. Am Wochenende genießen vorwiegend Hochzeitsgäste das pannonische Flair des Hotels. Durch die unmittelbare Nähe zur Sportarena und Tennisanlage kann das Hotel auch für Trainingslager und Sportevents genutzt werden. Im Gebäudekomplex des Hotels sind unter anderem ein Steuerberater, ein Grafikstudio und zwei Ärztepraxen untergebracht und wird deshalb auch von der heimischen Bevölkerung als kleines Ortszentrum wahrgenommen.

Großpetersdorf wird dadurch zu einem Ort, der sowohl ein Gefühl der Moderne als auch den Reiz des sanften Tourismus und des florierenden Burgenlands verkörpert.

Thursday for Future

Thursday for Future

Gemeinden müssen in Sachen Klimaschutz einen Beitrag leisten. Zwei Öko-Initiativen haben sich nun zusammengetan und für steirische Gemeinden eine tolle Umwelt-Aktion ins Leben gerufen.
Olga SEUS / 4. Juli 2019

Das Thema Pflege wird zu D E R Herausforderung für die Politik und Gesellschaft. Die Menschen werden immer älter, und dadurch steigt auch der Bedarf an Pflege. Und zwar dramatisch in den nächsten Jahren. Im Burgenland wird an einem neuen Modell gearbeitet und auch auf Bundesebene kommt das Thema in Bewegung.

Wie wird die Pflege zukünftig organisiert? Ansätze kommen von den Ländern – vor allem aus dem Burgenland

 

Im Burgenland hat Landeshauptmann Hans Peter Doskozil das Thema Pflege zu einem seiner Schwerpunktbereiche erklärt und mit Experten ein eigenes Modell dafür entwickelt. Dieses neue Sozialhilfegesetz soll bereits mit 1. Oktober in Kraft treten. Kernpunkte dabei sind, dass pflegende Angehörige bis ins 2. Parentel – Großeltern, Eltern, Kinder und Enkelkinder sowie (Ehe)Partner, aber auch Seitenlinien wie Tante, Onkel, Nichten, Neffen – bei einer Landesgesellschaft (Pflegeservice Burgenland) angestellt werden und bei einer 40 Stundenbetreuung einen Mindestlohn von 1.700 Euro netto erhalten. Voraussetzung dafür ist aber die Absolvierung einer theoretischen und praktischen Ausbildung. Zusätzlich soll die Qualität durch regelmäßige Besuche der mobilen Hauskrankenpflege überprüft werden.

„Pflege darf kein Geschäft sein, sie muss gemeinnützig sein“, war eine der Kernvorgaben von Landeshauptmann Doskozil. Hier beginnen bereits die ersten Konfliktfelder. Denn ein Großteil der Betreuung funktioniert derzeit mit „selbstständigen“ ausländischen Pflegekräften, die über Agenturen vermittelt werden. Im Burgenland sind derzeit rund 3.500 selbstständige, meist weibliche, Pflegekräfte tätig.

Die Pflege über das Ausland

Wie urprünglich von Doskozil verlautbart, sollten diese privat geführten und gewinnorientierten Pflegeagenturen nicht mehr zum Zug kommen. Doch ganz so ohne diese wird es in Zukunft nicht gehen. Auch Gemeinnützige arbeiten mit Agenturen aus dem Ausland zusammen. So ist der Sitz der AIW (Altern in Würde), eine Agentur, die vom Roten Kreuz für die 24-Stunden-Pflege beansprucht wird, in Bratislava.

Und auch der Landeshauptmann versichert inzwischen, dass jene Menschen, die bereits jetzt die Pflege durch eine Privatagentur in Anspruch nehmen, diese auch weiterhin bekommen werden: „Unser Angebot mit der Anstellung von pflegenden Angehörigen und den gemeinnützigen Agenturen ist eine Ergänzung.“ Die bisherigen Leistungen der Privatagenturen bleiben also aufrecht. Entscheiden wird dies zukünftig der „Kunde“. Und das wird wohl von den Kosten abhängen (siehe www.prima-magazin.at/Im Fokus).

Rund 300 Pflegekräfte beschäftigt Thomas Oswald in seiner Agentur mit Sitz in Oberwart. „Grundsätzlich finde ich es gut, wenn das Land Burgenland das Thema Pflege zum Schwerpunkt macht“, meint er. Nur wie so oft stecke der Teufel im Detail. Denn ohne die Kräfte aus Osteuropa werde es auch in Zukunft nicht gehen. Etwa bei jenen Betroffenen, die keine Angehörigen haben oder wenn diese ganz woanders leben. Auch die Frage, wo die ausländischen Kräfte in Zukunft ihre Pflegeausbildung absolvieren müssen – in ihrem Heimatland oder in Österreich und wer die Kosten dafür trage – sei ungeklärt. Auch hier wird es möglicherweise neue Richtlinien und Vorschreibungen vom Land geben. Wie die Privatagenturen davon betroffen sind, ist noch unklar. „Mit mir hat bis heute niemand vom Land über das Thema gesprochen“, wundert sich Thomas Oswald und hofft auf Gespräche, konkret auf einen Runden Tisch, noch vor der Beschlussfassung durch den Landtag.

Chance für Frauen

Oswald sieht in der laufenden Diskussion auch eine Chance für Frauen um die 50, die derzeit keinen Job haben und präsentiert einen neuen Vorschlag: „Gerade Wiedereinsteigerinnen könnten sich um pflegebedürftige Nachbarn oder Anwohner in ihrer Umgebung kümmern.“

Sie hätten dann wieder eine Perspektive, eine Arbeit und ein Einkommen. Eine Linie, die auch das Land Burgenland vertritt. Statt mit dem Bus zu einem 900 Euro Job nach Wien zu pendeln, wäre die Pflege eine echte Alternative.

Der Bedarf nach Pflegekräften ist jedenfalls vorhanden. Nicht nur im Burgenland, auch in der Steiermark. So berichtet etwa Roswitha Schiefer, Pflegedienstleiterin des Roten Kreuzes für Hartberg und Fürstenfeld: „Wir haben derzeit 80 Mitarbeiter, die die Menschen zu Hause betreuen. Ich könnte sofort 15 weitere Personen aufnehmen, aber sie sind kaum zu finden. Der Bedarf wäre da.“

Soforthilfe vom Land derzeit schon möglich

Ist bei einem Angehörigen plötzlich Pflegebedarf gegeben, egal ob dauerhaft oder kurzfristig, wie etwa bei Unfall oder nach Operation, können sich die betroffenen Familien an das „Case & Care Management“ wenden. Dieses ist seit 1. Jänner bei allen Bezirkshauptmannschaften des Burgenlandes installiert und hier wird versucht, unbürokratisch die optimale Pflegeform zu finden. Dabei wird evaluiert, wie hoch der Pflegebedarf ist – ob dauerhaft oder temporär – und welche Unterstützungen gebraucht werden.

Außerdem will das Land einen Pool von Fachkräften schaffen, die in Pflege-Notfällen einspringen und die Betreuung sofort übernehmen können. Juristisch gilt es hier noch einiges abzuklären. Vom Regierungspartner FPÖ meint deren Klubobmann Géza Molnár, dass man hier Neuland betritt: „Nach absehbarer Zeit werden wir Evaluierungen (Anpassungen) vornehmen.“ Dafür wurde auch eine Frist gesetzt, nämlich 2022.

Änderungen auch für Pflegeheime

Auch die Einrichtungen werden von den Plänen der Regierung betroffen sein. So sollen künftig nur mehr Pflegeeinrichtungen ab 60 Betten vom Land gefördert werden. Genau diesen Punkt kritisiert die Grüne Landessprecherin Regina Petrik: „Diese neuen Förderrichtlinien halte ich für falsch, gerade kleinere Betriebe können viel persönlicher agieren.“

Nicht nur die Länder, auch der Bund hat eine Reform der Pflege im Visier. So lässt ÖVP-Chef Sebastian Kurz mit einer Pflegeversicherung aufhorchen.
Die Unternehmer sollen damit jedoch nicht belastet werden. Das Parlament will außerdem eine Valorisierung des Pflegegeldes (Anpassung an die Teuerung) demnächst umsetzen.

Das Thema Pflege ist in jedem Fall für die nächste Bundesregierung eine Herausforderung. Die Initiativen der Länder sind dennoch zu begrüßen, werden sich aber, wie im Burgenland, erst in der Praxis bewähren müssen.

 

 

Was in Zukunft pflegende Angehörige verdienen können und was das Land einbehält

 

Beispiel 1, Pflegestufe 3

 

Pflegebedürftige Person Anna

Pension monat. € 1150.-, davon der Teil bis zum Ausgleichszulagenrichtsatz (€933.-) an das Land Burgenland

Pflegegeld Stufe 3 € 451,80.- davon 90 Prozent an das Land Burgenland (ca €406)

Förderungen Land Burgenland ca €977.-

Pflegender Angehöriger Hans

Beschäftigung 20 Wochenstunden

Nettoeinkommen rd € 1050

Kosten Brutto + DG (Dienstgeber-Anteil) rd € 1600

 

Beispiel 2, Pflegestufe 5

 

Pflegebedürftige Person Franz

Pension monatlich: € 1150 davon der Teil bis zum Ausgleichszulagenrichtsatz (€ 933.-) an das Land Burgenland (€ 217)

Pflegegeld Stufe 5: € 920,30.- davon 80 Prozent an das Land Burgenland (ca €736.-)

Förderung Land Burgenland ca € 2147.-

Pflegende Angehörige Johanna

Beschäftigung Vollzeit/40h

Nettoeinkommen € 1700.-

Kosten Brutto + DG Anteil rd € 3100

Quelle: Land Burgenland

 

 

 

Kostenbeispiel 24h Pflege

Pflegestufe 0-4

Im ersten Monat (Kalendermonat)

Betreuerin pro Tag (50×28)                                       € 1400.-

Anreise/Abreise Pflegerin 2x€70                                € 140

Sozialversicherung für 1. Pflegerin                             € 171,85

Vermittlungspauschale an Agentur                            € 350

Gesamt                                                                           € 2061,85

Abzüglich Förderung Sozialministerium

für 1 Pflegerin ab Pflegestufe 3                                      € -275.-

————-

Gesamtbetrag                                                                 €1786,85

 

Zweite Monat (Kalendermonat)

Betreuerin pro Tag € 50 x 28                                      € 1400

Anreise/Abreise Pflegerin                                            € 140

Sozialversicherung 1. Pflegerin                                   € 171,85

Sozialversicherung 2. Pflegerin                                   € 171,85

Servicepauschale Agentur                                             € 150.-

Gesamt                                                                             € 2033,70.-

Abzüglich Förderung des Sozialministeriums

für 2 Pflegerinnen ab Pflegestufe 3                              € -550.-

————–

Gesamtbetrag                                                                 € 1483,70.-

 

Quelle: OK Altenpfleger

 

 

 

Bund beschließt Valorisierung des Pflegegeldes

 

Illedits: „Burgenland passt Sozialleistungen in Landeskompetenz an“ (Eisenstadt am 26. Juni 2019) – Im Finanzausschuss haben sich alle im Nationalrat vertretenen Parteien auf die Valorisierung des Pflegegeldes geeinigt. Im Burgenland werden davon mehr als 19.000 Personen profitieren.

Ab 1. Januar 2020 wird das Pflegegeld jährlich dem Pensionsanpassungsfaktor entsprechend erhöht – der Wert war in den letzten Jahren deutlich gesunken. Basis ist eine Novellierung des Bundespflegegeldgesetzes. Angaben des Bundes zufolge werden sich die Kosten auf 50 Millionen Euro jährlich belaufen. Soziallandesrat Christian Illedits begrüßt die Valorisierung. „Im Sinne der Chancengleichheit sind wir bestrebt, alle nötigen und möglichen Anpassungen so rasch wie möglich vorzunehmen,“ so Illedits, der im Burgenland Anpassungen in den in Landeskompetenz liegenden Sozialbereichen umsetzt: Das Taschengeld für behinderte Personen wird erhöht, auch die Tagsätze für Einrichtungen des Behindertenbereichs sowie der Kinder- und Jugendhilfe werden angehoben.

Das Taschengeld, das behinderte Personen in Tagesbetreuung, Beschäftigungstherapie und Werkstätten erhalten, wird erstmals seit 2013 angeglichen. „Die Erhöhung war längst überfällig, von allen Interessensvertreterinnen und Interessensvertretern zurecht gefordert und es freut mich, dass wir dem gerecht werden können,“ so Illedits. Die Erhöhung wird mehr als 12 Prozent pro Person betragen.

Die Tagsatz-Valorisierung für die Einrichtungen der Behindertenhilfe und die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe erfolgt nach Antrag verschiedenster Einrichtungen und gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2019. Im Burgenland werden 66 Einrichtungen von der Erhöhung um 3,34 Prozent profitieren.

Zahlen & Fakten

 

Die Pflege wird zu der großen Herausforderung für die Politik sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene. Während der Bund den Großteil der Kosten trägt, sind die Länder für die Organisation der Pflegebetreuung zuständig.

Derzeit beziehen rund 459.000 Personen Pflegegeld. 18 Prozent der Pflegenden werden in Heimen versorgt, 82 Prozent zu Hause von Angehörigen und mobilen Diensten. Die Republik gibt derzeit 2,6 Milliarden Euro für das Pflegegeld aus, die mobilen Dienste liegen in Summe bei 619 Millionen Euro, die Kosten für stationäre Dienste (Krankenhäuser, Pflegeheime etc.) schlagen in Summe mit 2,8 Milliarden zu Buche.

Die aktuelle Situation am Beispiel des Bezirkes Hartberg-Fürstenfeld. 2018 gab es hier 900 Pflegebetten, sechs Tageszentren im Bezirk. Die 24 Stunden Betreuung wird von 4 Prozent der Bevölkerung (Altersgruppe 65+) in Anspruch genommen. Die Gemeinden im Bezirk HF wenden dafür unter dem Titel Sozialwesen 8-9 Prozent der Einnahmen auf.

Die Bevölkerung wird immer älter. 2018 waren im Bezirk HF 19 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt. 2030 werden es bereits 27 Prozent sein und für 2050 werden sogar 33 Prozent prophezeit.

Ähnlich die Entwicklung bei den Hochbetagten (85 und älter). 2018 waren es 2,5 Prozent der Bevölkerung, 2050 werden es 8,3 Prozent sein.

Quellen: Forum Oststeiermark, Pflegedienst-Leistungsstatistik, Sozialministerium

Wie sieht eine Biene aus der Nähe aus? Wie schleudert man Honig, und was unterscheidet eine Arbeiterbiene von einer Bienenkönigin? Das sind Fragen, die im Zuge der Diskussionen über das Bienensterben und den Klimawandel immens wichtig sind. Das weiß man auch in Hartberg und hat ein besonderes Projekt ins Leben gerufen. Ganz im Sinne von „Wir treffen heute unsere Freundin Biene Maja.“

Lehrer Lämpel hat es mit Max und Moritz schon nicht leicht gehabt. Weit vorbei an Lausbubenstreichen war vor wenigen Wochen aber der „Spuckvorfall“ an der HTL Ottakring. Das Video offenbart, dass ein neues Niveau an Respektlosigkeit erreicht scheint. Warum das Lehrersein offiziell unter Schwerarbeit fällt und wie sich Schule verändern muss, um zu bestehen, erklärt Alfred Lehner aus Buchschachen, der seit 35 Jahren den Beruf des Lehrers zu seiner Berufung gemacht hat.

"Eine der größten Chancen auf Integration ist die Eingliederung von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt.“

Karl Reiter

Angehende Lehrlinge sind heiß umworben: Bereits zum 2. Mal organisiert die Wirtschaftsregion Hartberg daher ein Speed Dating für künftige Lehrlinge. Mit dem Speed Dating für künftige Lehrlinge schafft die Wirtschaftsregion Hartberg gemeinsam mit Sales Teams & More ein neues Vermittlungsformat, dass Betrieben und Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich im Rahmen eines Bewerbungsgesprächskennenzulernen, einen ersten Eindruck zu gewinnen und ganz konkret den künftigen Lehrplatz oder den künftigen Lehrling zu finden.

Viele Künstler bleiben im Schatten, da ihr Potenzial durch den Druck des wirtschaftlichen Überlebens blockiert wird. Zehn südburgenländische und oststeirische Unternehmer möchte dem entgegenwirken und den kulturellen Mehrwert in der Region steigern.

Im Weingut Schiefer in Welgersdorf startete das „Crowd Patronage“-Kunstprojekt, das von Wilfried Drexler (links mit seiner Gattin Gabriela) ins Leben gerufen wurde. Auch Martin Schwartz (4.v.l.) und Uwe Schiefer (sitzend) gehören zu den Förderern. Als Künstler wurde Josef Sulek (re.,hier mit seiner Frau Monika) ausgewählt.

 

 

Josef Sulek ist freischaffender Bildhauer und Maler – er lebt in Dürnbach im Südburgenland. In der Kunstszene ist er kein Unbekannter. In jungen Jahren studierte er Bildhauerei und Industriedesign bei Professor Peter Lehocky. Seine Werke wurden unter anderem sogar in der Gallery Lindenberg in New York ausgestellt.

Josef Sulek ist das Paradebeispiel eines Künstlers, der für das neu ins Leben gerufene Projekt „Crowd Patronage“ in Frage kommt. Der Gedanke dahinter ist schnell erklärt: Künstlerinnen und Künstler sollen sich ohne wirtschaftlichen Druck auf ihr Schaffen konzentrieren können. „Die Notwendigkeit der finanziellen Erwerbstätigkeit nimmt ihnen oft ihre Kreativität und ihr persönliches Leistungspotenzial“, erklärt Wilfried Drexler aus Pinkafeld, der das Projekt mit Josef Spindler aus Pöllau ins Leben gerufen hat. „Crowd Patronage“ nennen sie das Kunstförderungsprojekt. Zehn regionale Unternehmerinnen und Unternehmer stehen dahinter und wollen einen Künstler bzw. eine Künstlerin auf die Dauer von rund einem Jahr unterstützen. „Die Förderer ermöglichen dem Künstler bzw. der Künstlerin durch eine finanzielle Vorausleistung eine Auszeit, in der sich diese ihrer künstlerischen Schaffenskraft widmen können“, so Wilfried Drexler. Am Ende der Förderperiode können sie eines der geschaffenen Werke zu einem vergünstigten Preis erwerben.

Auswahlkriterien

Jährlich wird für das Projekt ein Künstler oder eine Künstlerin ausgewählt. „Wichtig ist eine hohe Professionalität, ein hohes handwerkliches Können und eine Auseinandersetzung mit Techniken, die in der Regel durch eine Ausbildung im Kunstbereich fundiert ist“, erklärt Wilfried Drexler. Für das erste Projekt wurde Josef Sulek ausgewählt, da er sich durch seine langjährige, anspruchsvolle künstlerische Arbeit auszeichne.

Die Mäzengruppe will nicht nur Künstlerinnen und Künstler aus dem Bereich der Malerei und Bildhauerei fördern, sondern auch aus den Fächern Musik, Tanz, Literatur, Schauspiel und Film.

www.josefsulek.com

„crowd patronage“ für regionale Kunstprojekte – von Wilfried Drexler und Josef Spindler

Viele Unternehmen haben sich in der Vergangenheit als auch heute dem kulturellen Sponsoring zugewandt, dies aufgrund unterschiedlichster Motivationen und Prinzipien. Dieses Sponsoring wird aus Sicht der betroffenen Künstlerinnen und Künstler positiv bewertet, in manchen Fällen haben diese Ergebnisse das Publikum in größerer Anzahl erreicht. Gesellschaftlich gesehen waren die siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts, konkret in Österreich, in Hinsicht auf Kultur- und Kunstförderung sozusagen in staatlicher Hand. Danach hat sich der Staat Schritt für Schritt von dieser Aufgabe abgewandt. Es wird nicht behauptet, dass weiterhin das kulturelle Budget nicht finanziell ausgestattet ist, aber der größte Teil dieses Geldes wird zu Finanzierung der großen kulturellen Ereignissen verwendet,  auch mit den Gedanken, dass eine große Anzahl von Besucherinnen und Besucher die Kassen füllt. Die vielen Kultur- und  Kunstfreischaffenden bleiben in großer Anzahl im Schatten stehen.

Die Idee des gegenständlichen Projektes ist, dass sich Firmen in der Region zusammentun und auf der Basis der „crowd patronage“ eine temporäre, finanzielle Begleitung für eine Künstlerin bzw. einen Künstler schaffen.

Die Idee der „crowd patronage“ wurde am „world-changing-ideas“ Summit in 2014 erstmals vorgestellt und ist neu und noch wenig bekannt. Während es im Ausland langsam Fuß fasst, gibt es in Österreich noch wenig Aufmerksamkeit für das Thema.

Was versteht man unter „crowd patronage“?

„crowd patronage“ ist mehr oder weniger das „Mäzenatentum 2.0“ unserer Zeit. Via Internet-Plattform wird ein Kunstprojekt einer regionalen Künstlerin oder eines regionale Künstler vorgestellt, bei dem sich potenzielle Förderer beteiligen können. D.h. die Förderer bzw. „patrons“ ermöglichen durch die Übernahme der Patronage und der Vorausleistung einer Geldzahlung an die Künstlerin oder den Künstler, dass sich diese die notwendige Auszeit nehmen können. Dadurch kann ihre künstlerischer Schaffenskraft und Energie freigesetzt werden und es werden womöglich noch bessere Leistungen entfaltet.

Im Gegenzug kann der „patron“ – nach Projektumsetzung bzw. –fertigstellung – ein entstandenes Kunstprodukt zu einem vergünstigten Preis erwerben.

Welche Methodik steht dahinter?

Die Funding-Kampagne richtet sich an eine „closed group of interested partners“ – also eingegrenzte, kleine Gruppe von kunstinteressierten Personen bzw. Unternehmen, die das kulturelles Potential regionaler Künstler unterstützen wollen und somit zur Schaffung eines kulturellen Mehrwerts in der Region beitragen.

Wer wurde als erster Künstler ausgewählt?

Für das erste Projekt wurde der Bildhauer und Maler Josef Sulek aus Dürnbach ausgewählt. Josef Sulek hat in seiner 40-jährigen professionellen Tätigkeit viele künstlerisch wertvolle Arbeiten hervorgebracht. Seine Arbeitsweise ist anspruchsvoll und benötigt Zeit sowie Freiraum. Um einen umfassenden Zyklus weiterer Werke entstehen lassen zu können, soll er durch  erste „crowd partronage“ Projekt unterstützt werden.

Wer steht hinter diesem Erstprojekt?

Wilfried Drexler und Josef Spindler wollen mit der Idee der „crowd patronage“  die Entstehung und Entwicklung von Kunstprojekten von Künstlerinnen und Künstler aus unserer Region unterstützen und fördern. Es soll damit ein Initialprojekt gestartet und ein Beispiel geschaffen werden, welches hoffentlich viele Nachahmungen in den unterschiedlichen Ausprägungen findet. 

Umseitig finden sich dazu die wesentlichen Eckpunkte der potenziellen Bereiche und die Kriterien für die Auswahl der Künstlerlinnen bzw. Künstler.

Auswahl des Künstlers

Für das erste Projekt wurde der Bildhauer und Maler Josef Sulek aus Dürnbach aufgrund folgender Kriterien ausgewählt:

– Hohes künstlerisches Potential 

– Große Kreativität

– Anspruchsvolle Auswahl von Materialien

– Hohes handwerkliches Können

– In seiner Arbeit manifestiert sich Wissen und Lebenserfahrung.

www.josefsulek.com

Wenn eine begeisterte Hobbygärtnerin und eine Schlossherrin gemeinsam Kaffee trinken, kann schon die eine oder andere verrückte Idee geboren werden. Bei Martina Schabhüttl und Sarah Keil war es der Beginn eines Veranstaltungreigens. Die Gartentage sind dabei ein Fixtermin.

Sarah Keil und Martina Schabhüttl

 

 

Der Garten des zauberhaften Schloss Kohfidisch ist die Kulisse der vierten Gartentage, die heuer am 1. und 2. Juni stattfinden. Martina Schabhüttl und Schlossherrin Sarah Keil hatten vor vier Jahren die Idee, „eine hochwertige Veranstaltung für begeisterte Gärtner und Naturliebhaber zu kreieren.“ Neben alten und seltenen Pflanzen bieten die Aussteller auch individuelle und kreative Dekos, Allerlei für den Garten, Outdoormöbel bis hin zu Gartenwerkzeug, das man nicht so leicht im Handel findet. Wer Keramik und Kunsthandwerk liebt, der ist hier richtig. „Kitschbefreit“ sollte die Veranstaltung von Anfang an sein und ist es heute noch. Darauf achtet Organisatorin Martina Schabhüttl besonders bei der Auswahl der Aussteller. Wer hier ausstellen möchte, muss schon etwas ganz Besonderes für anspruchsvolle Gärtner bieten. Und weil der Anspruch der beiden Veranstalterinnen an sich selbst auch immens hoch ist, haben sie sich in diesem Jahr von Alice im Wunderland inspirieren lassen.

Viele magische Momente wird es heuer geben, und womöglich wird man in einem unerwarteten Moment einem Hutmacher begegnen, oder eine Herzkönigin blickt zwischen dem Gestrüpp hervor. „Es wird einen Croquetplatz, weiße und rote Rosenbäumchen, Karten mit wunderbaren Sprüchen aus der Geschichte geben und Grinsekatze, Kaninchen und Blaue Raupe werden ebenfalls vorbeikommen“, verraten die Veranstalterinnen. Mit vollem Bauch sollte man keinesfalls zu den Gartentagen kommen, denn Sarah Keil, die für den kulinarischen Part zuständig ist, hat allerlei Schmankerl organisiert. Und neben regionalen Weinen darf es in einem englischen Garten natürlich nicht an Gin fehlen. Wohlgemerkt – Gin aus dem Burgenland.

 

Blühende Gartenträume

Wertvoller Gedankenaustausch übers „Garteln“, begeistert Menschen aus nah und fern, viel Gartenleidenschaft und jede Menge Grünzeug – von Garten Must Haves bis zu speziellen Raritäten.  All das findet man bei den Gartentagen auf Schloss Kohfidisch im Südburgenland, die heuer bereits zum vierten Mal über die Bühne gehen.

Gartenliebhaber finden hier heimische und exotische Pflanzen und Pflanzen für jede Gartensituation, sowie ausgesuchte Gartenmöbel und Accessoires, aber auch hochwertiges Kunsthandwerk und Keramik aus kleinen Manufakturen.

Das Herzstück der Gartentage ist natürlich das ausgewählte Pflanzenangebot für Kenner und Liebhaber: Rosen, Prachtstauden, Clematis und Hortensien, Bonsai, Sukkulenten und Kakteen, Schattenpflanzen und Präriestauden, alte Obstbaumsorten und Beerensträucher;  Orchideen, Alpen- und Steingartenpflanzen, Zitrusgewächse, Speisepilze, Blütensträucher, Alleebäume, Gehölze mit besonderer Herbstfärbung und vieles, vieles mehr.

Das Ambiente im historischen Schlossgarten regt zum Flanieren und Verweilen an und bietet den perfekten Rahmen für einen geselligen Gedankenaustausch mit gleichgesinnten Gartenfreunden. Für den Genussfaktor sorgen südburgenländische Weine und viele kulinarische Leckerbissen.

Speisen wie im Urlaub soll heuer das Motto sein. Der beliebte Gartenchor „Chorissimo“ und die  Long Beard Brothers sorgen für musikalische Unterhaltung.

Die Gartentage im Schloss Kohfidisch sind eine ganz besondere Veranstaltung, die man nicht versäumen darf. Sie finden bei jedem Wetter statt. Hunde sind nicht erlaubt!

1. & 2. Juni 2019 ab 10 Uhr!

Viel gibt es zum Elternsein zu sagen, doch keine noch so ausführliche Erklärung ersetzt das Gefühl, wenn man sein Kind in den jeweiligen Altersstadien und Entwicklungen begleitet. Oft hätte man dann gerne jemanden, der einen sprichwörtlich an der Hand nimmt, einem zeigt, wie man nun mit dieser Situation umgeht. Jemand, der weiß, worauf es ankommt. Für den Fall des Mutter- bzw. Vaterwerdens gibt es das Elternberatungszentrum (EBZ) Hartberg. Und das seit zehn Jahren.

Ihre Unterschrift gegen Tierleid

Ihre Unterschrift gegen Tierleid

Seit 7. Mai 2019 kann man auf jedem Gemeindeamt oder online mittels Handysignatur das (überparteiliche) Tierschutzvolksbegehren unterzeichnen. Und gleich vorweg: Es geht nicht darum, auf Fleisch zu verzichten. Es geht um eine tierleidfreie Haltung, um die Förderung der Bio-Bauern und auch um eine genaue Kennzeichnung der Herkunft unserer Lebensmittel, damit der Konsument weiß, woher sein Fleisch kommt. Egal ob Veganer, Vegetarier, Fleischesser, Frutarier oder einfach Genießer: Je mehr Unterschriften gesammelt werden, desto größer ist die Chance, Tierleid zu verringern. prima! im Gespräch mit Initiator Sebastian Bohrn Mena.
Nicole MÜHL / 29. Mai 2019

Hans Peter Doskozil ist neuer Landeshauptmann des Burgenlandes. Der Südburgenländer ist bekannt dafür, dass er politische Hotspots übernimmt und gilt als der Mann fürs Schwierige. Über seinen Weg zum höchsten politischen Amt im Land, schicksalhafte Verstrickungen im Leben, worüber er Tacheles spricht und wie ihn seine Freundschaft zu Kurt Kuch geprägt hat.

prima! im Gespräch mit Burgenlands neuem Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und seinem klaren Statement zur Zukunft der Grenzbahn.

Man hat den Eindruck, dass das, was Sebastian Kurz bei den NR-Wahlen 2017 für die ÖVP war, auf burgenländischer Landesebene bei der SPÖ Hans Peter Doskozil ist. Wäre es nicht ein sehr reizvoller Gedanke, diesen Hype um Ihre Person zu nutzen, die Wahl vorzuverlegen, um den Koalitionspartner FPÖ loszuwerden?

Hans Peter Doskozil: Bei mir geht es bei Wahlen nicht darum, den Koalitionspartner loszuwerden. Es gibt auch keinen Grund dazu. Für mich gibt es zwei Grundparameter. Das erste ist ein entsprechendes Vertrauensverhältnis. In der letzten Regierung (Koalition SPÖ/ÖVP, Anm. d. Red.) hat es dieses Vertrauensverhältnis nicht gegeben, und man hat immer aufpassen müssen, kommt jetzt wieder eine Grätsche von links oder rechts.

Vice versa, sag‘ ich ganz offen. Und das ist keine Art, eine Koalition zu führen. Mit dem jetzigen Koalitionspartner (FPÖ, Anm. d. Red.) funktioniert das. Es gibt ein Vertrauensverhältnis, und man kann sich darauf verlassen, was gesagt wird, hält. Der zweite Punkt ist die inhaltliche Übereinstimmung im Rahmen eines Regierungsprogramms. Und das ist aktuell der Fall. Deshalb gibt es keinen Grund, Wahlen vorzuverlegen, um den Koalitionspartner loszuwerden. Diese Sichtweise gilt auch für die Zukunft.

Thema Pflege: Sie möchten die Agenturen ausschalten und die Pflege von gemeinnützigen Vereinen durchführen lassen. Wie soll das genau funktionieren?

Hans Peter Doskozil: Man schafft eine Plattform für gemeinnützige Trägerorganisationen. Gemeinnützig heißt: keinen Gewinn zu erwirtschaften. Derzeit fördert das Land die 24-Stunden-Pflege mit bis zu 600 Euro. Zukünftig fördern wir diese nur mehr, wenn die Pflege über eine gemeinnützige Organisation kommt. Wir haben über diese Plattform dann die Chance, Schritt für Schritt Qualitätsmerkmale zu setzen.

Das Ziel ist auch, die pflegenden Angehörigen über diese Plattform in eine Einkommenssituation zu bringen.

Thema Bahn im Südburgenland. Könnte man Ihren Vorgänger Hans Niessl diesbezüglich beim Wort nehmen, hätten wir ja schon einen Bahnverkehr Richtung Szombathely und Richtung Wien. Dem ist nicht so. Können Sie dazu eine verbindliche Aussage machen, ob und wann es eine Bahnverbindung von Oberwart nach Wien bzw. nach Ungarn geben wird?

Hans Peter Doskozil: Ich möchte Verkehrsminister Norbert Hofer nichts über die Medien ausrichten. Wir werden dazu möglicherweise gemeinsam etwas präsentieren. Aber grundsätzlich: Es ist leicht zu sagen: Super, wir machen einen Personenverkehr Richtung Szombathely, im Wissen, dass die Ungarn das nicht finanzieren können. Eine Schiene im Personenverkehr ist immens teuer. Die Verbindung Oberwart–Szombathely steht in finanzieller Sicht in keinem realistischen Verhältnis. Und ich glaube nicht, dass man den Südburgenländern zumuten kann, dass sie zukünftig von Oberwart nach Wien über Szombathely pendeln, wenn gleichzeitig die Verbindung Friedberg Richtung Wien jetzt schon mit dem Zug eine Stunde und 22 Minuten dauert. Da verstehe ich den Sinn dahinter nicht. Da ist es besser, man attraktiviert diese Wechselbahn Richtung Wiener Neustadt in einem vertretbaren Maß, konzentriert sich auf die Örtlichkeit Friedberg, und von dort fährt man Richtung Wien.

Die Verbindung Oberwart-Szombathely kostet hunderte Millionen Euro. Hunderte Millionen also für eine Pendlerstrecke, auf der man länger fahren würde als auf der Strecke Friedberg–Wien. Das ist aus meiner Sicht eine Verschwendung von Steuermitteln und ist nicht vertretbar.

Welche Herausforderungen werden Ihre Ära prägen?

Hans Peter Doskozil: Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man die EU-Förderungen globaler betrachtet. Wir müssen auch danach trachten, dass Ungarn mitzieht – europa-, wirtschafts-, sozialpolitisch, fördertechnisch. Wenn heute in Ungarn das BIP nicht steigt, wenn heute in Ungarn beispielsweise das Lohnniveau nicht steigt, wird das mittelfristig eine negative Auswirkung auf das Burgenland haben. Das gilt es zu verhindern, indem wir in Brüssel darauf Einfluss nehmen, wie Förderpolitik gestaltet wird. Wir müssen mit Ungarn möglicherweise intensivere Formen der grenzüberschreitenden Projekte und Kooperationen forcieren. Ich glaube, das bringt beiden etwas.

Auch das Bio-Thema mag für den einen oder anderen noch utopisch klingen, aber die Frage, wie ernähren wir uns in Zukunft? Wie gut ist unsere Lebensmittelqualität? Wie weit werden unsere Lebensmittel transportiert? Was essen wir tagtäglich? – das sind meiner Meinung nach ganz wichtige Zukunftsfragen. Da als Musterregion zu gelten, das nehmen wir uns vor. Das hätte nicht nur im Kernbereich dieser Thematik einen großen Effekt, sondern auch auch touristisch – und generell.

Hier das komplette Interview >>

Das Interview mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Im September des Vorjahres haben Sie den Start für das Projekt „Masterplan Burgenlands Spitäler“ gegeben. Vorgesehen ist die Vernetzung der Spitäler der KRAGES sowie des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt. Was muss man sich darunter vorstellen?

Hans Peter Doskozil: Das ist ein Prozess, der über ein Jahr unter Einbindung des Joanneums und auch unter Einbindung des Ministeriums läuft. Es ist wichtig, dass das abgestimmt ist. Es ist auch wichtig, die Gebietskrankenkasse miteinzubinden und – die Mitarbeiter. Es ist ein umfassender Prozess und die Herausforderung ist, die Standortgarantie aller fünf Spitäler, die Mitarbeiteranzahl bzw. die Arbeitsplätze nachhaltig abzusichern. Das sollte funktionieren mit einer internen Schwerpunktsetzung.

Beispielsweise: Wir haben derzeit eine Situation, wo die REMO (Remobilisierung, Anm. d. Red.) in Vorau und in Feldbach stattfindet. Das sind Elemente, die man möglicherweise in die kleinen Häuser geben kann, um Tätigkeiten zu kompensieren und dann Spezialisierungen vorzunehmen. Das heißt, es wird fachliche Schwerpunkte geben. Es ist die große Frage, ob in kleinen Häusern überhaupt die Intensivmedizin stattfinden muss oder nur selektiv. Es ist auch die Frage, ob man Richtung Ambulatorien eine Erweiterung vornimmt. Das sind alles Fragen, die noch nicht beantwortet sind. Man hätte dann vor Ort durch die öffentliche Hand alle Fächer im Facharztspektrum abgedeckt. Auch die Frage der Transporte muss abgeklärt werden. Wir haben immer die Frage zwischen ASB (Arbeiter-Samariter-Bund, Anm.d. Red.) und dem Roten Kreuz. Und grundsätzliche Fragen müssen beantwortet werden, wie etwa: Wie können wir Einnahmen lukrieren.

Wenn Sie sagen, dass Spitäler die Möglichkeit bekommen sollen, Einnahmen zu lukrieren – was bedeutet das konkret…?

Hans Peter Doskozil: Das Spital muss jetzt in der Entwicklung frei denken und überlegen. Wo brauchen wir etwas? Wo brauchen wir neue Tätigkeitsfelder? Macht es Sinn, die Kurbad AG vielleicht auch zur KRAGES zu implementieren? Macht es einen Sinn mit der Gebietskrankenkasse eine Vereinbarung zu schaffen, dass die Labortätigkeiten für den niedergelassenen Bereich in Anspruch genommen werden? Dieses Beispiel mit den MRT-Geräten, diese Öffnung der Spitäler für alle Patienten mit Kassenverträgen ist ja nur eine ganz kleine Facette und ein Beispiel, wo es hingehen könnte. Da haben wir Einahmen, wir haben Kassenverträge zu den MRT-Leistungen. Innerhalb von 14 Tagen hat jeder seinen MRT-Termin. Alles auf Kasse – der Patient braucht also nirgends etwas bezahlen und ich glaube, dort muss es hingehen.

Also es wird kein Stein auf dem anderen bleiben?!

Hans Peter Doskozil: Es wird sich alles konzentrieren um Oberwart – abgestimmt auf Oberpullendorf und Güssing. Und es wird sich hier alles konzentrieren auf Eisenstadt abgestimmt mit dem Standort Seewinkel und mit der großen Frage, wie können wir die Fläche facharzttechnisch abdecken?

Das Thema ist ja schon seit Jahren auf dem Tisch – wird es auch eine Zusammenarbeit mit der Steiermark geben? Oberwart-Hartberg ist nur einen Steinwurf voneinander entfernt …

Hans Peter Doskozil: Das ist ein riesiges Thema. Ich für mich kann nur so viel sagen, dass zu jedem Zeitpunkt – ob das nun heuer, nächstes Jahr oder übernächstes Jahr sein sollte – das Angebot am Tisch liegt, das Leistungsspektrum aufeinander abzustimmen. So wie wir jetzt versuchen das im Südburgenland zu organisieren, also beispielsweise in den Spitälern Oberpullendorf, Oberwart und Güssing überregional zu denken und aufeinander abzustimmen – dieses Angebot muss in weiterer Folge weiter gedacht werden. Da liegt der Ball bei der Steiermark. Die müssen entscheiden – wie wir für uns entscheiden – wann das Zeitfenster das richtige ist. Die Bereitschaft erkenne ich dazu.

Aber es sollte doch möglichst zeitnah sein?

Hans Peter Doskozil: Naja, wir sind ja mitten im Prozess. Der Bau des Krankenhaus Oberwart ist so konzipiert, dass durch diese „Finger“ (der Plan des Krankenhauses sieht einen Baukörper mit sieben Finger vor, Anm. d. Red.) und durch eine gewisse statische Ausgestaltung, nach oben, aber auch in die Fläche erweitert werden kann.

Thema Pflege: Sie möchten die Agenturen ausschalten und die Pflege von gemeinnützigen Vereinen durchführen lassen. Wie soll das genau funktionieren?

Hans Peter Doskozil: Wir werden dies Anfang März in einem Gesamtkonzept bekanntgeben. Es wird in den nächsten Wochen sicherlich noch einige Diskussionen darüber geben. Aber grundsätzlich wird das eine Variante sein: Man schafft eine gemeinnützige Plattform, wo sich jene Institutionen beteiligen können, die sich mit Pflege auseinandersetzen. Hilfswerk, Volkshilfe, also alle, die hier involviert sind. Es geht um gemeinnützige Trägerorganisationen. Und gemeinnützig heißt: keinen Gewinn zu erwirtschaften. Ich bin davon überzeugt, dass der Bereich Pflege nicht diesem gewinnorientierten Wirtschaftstreiben ausgeliefert sein darf.

Was heißt das finanziell für die Betroffenen?

Hans Peter Doskozil: Das Land fördert die 24-Stunden-Pflege derzeit mit bis zu 600 Euro. Wir wollen diese 600 Euro nur mehr fördern, wenn eine 24-Stunden Kraft über eine gemeinnützige Organisation kommt. Alle, die da drinnen sind, wie beispielsweise die Volkshilfe, das Rote Kreuz, das Hilfswerk, die sind eh international vernetzt und haben in Rumänien, Bulgarien und Ungarn ihre Ansprechpartner und können dort die Vermittlerrolle wahrnehmen. Wir haben über diese Plattform dann die Chance, auch Schritt für Schritt – dies aber vorsichtig und abgestimmt mit den anderen Bundesländern – Qualitätsmerkmale zu setzen.

Das Zweite ist, dass die Frage des pflegenden Angehörigen im Familienbereich über diese Plattform beantwortet werden kann. Wenn man sich anschaut, ein Pflegeheimplatz wird derzeit finanziert über 80% der Pension, also erst einmal über den Tagsatz, den der Betreiber seitens des Landes bekommt. Zwischen drei und dreieinhalbtausend Euro im Monat sind das pro Platz. Und refinanziert wird es über die Pension und über das Pflegegeld. Da kommt ungefähr 40% der Tagsatzgelder in das Budget zurück. Das ist das Verhältnis derzeit. Jetzt kann man aber jemandem, der daheim ist mit Pflegestufe 4 oder möglicherweise 5, nicht 80% der Pension wegnehmen. Pflegegeld möglicherweise schon. Wir müssen definieren, was an Geld können wir einbehalten? Was an Förderungen müssen wir zuschießen? Wie soll das Verhältnis einer pflegenden Angehörigen bzw. eines pflegenden Angehörigen zur Person sein, die sie pflegt – 1:1, 1:2, 1:3, damit sie dann bei dieser Plattform beschäftigt wird und einen Lohn bekommt. Das werden wir Ende Feber präsentieren. Das Ziel ist, die pflegenden Angehörigen über die Plattform in eine Einkommenssituation zu bringen.

Thema Wahlen: Sie haben in einem Kurier-Interview gesagt, dass es beim Wahltermin 2020 bleibt. Sie gelten als der Troubleshooter – viele Baustellen im Burgenland hat man Ihnen umgehängt (Esterházy, Spitalsbau,…..) – man hat einfach den Eindruck, dass das, was Sebastian Kurz bei der NR-Wahl 2017 für die ÖVP war (und ist), ist auf burgenländischer Landesebene Hans Peter Doskozil bei der SPÖ. Wäre es nicht ein sehr reizvoller Gedanke, die Wahl jetzt vorzuverlegen, den Hype um Ihre Person zu nutzen – um den Koalitionspartner FPÖ loszuwerden?

Hans Peter Doskozil: Bei mir geht es bei Wahlen nicht darum, den Koalitionspartner loszuwerden. Es gibt auch keinen Grund, den aktuellen Koalitionspartner loszuwerden. Und ich glaube auch, der Vergleich mit der ÖVP hinkt ein bisschen. Für mich gibt es zwei Grundparameter. Für eine funktionierende Koalition aktuell und pro futura gilt: Man muss einmal gewählt werden. Man kann nie sagen, was in Zukunft kommt. Das Erste ist ein entsprechendes Vertrauensverhältnis. In der letzten Regierung (Koalition der SPÖ mit der ÖVP, Anm. d. Red.), wo ich noch in Wien war oder auch in der Vergangenheit bei entsprechenden Koalitionen im Burgenland hat es dieses Vertrauensverhältnis nie gegeben und man hat immer aufpassen müssen, kommt jetzt wieder eine Grätsche von links oder rechts. Vice versa, sag ich ganz offen. Und das ist keine Art, eine Koalition zu führen. Das ist der eine Punkt und das funktioniert mit dem jetzigen Koalitionspartner (FPÖ, Anm. d. Red.). Es gibt ein Vertrauensverhältnis und man kann sich darauf verlassen, was gesagt wird, hält.

Der zweite Punkt ist die inhaltliche Übereinstimmung im Rahmen eines Regierungsprogramms. Und das ist aktuell der Fall. Deshalb gibt es keinen Grund, irgendwelche Wahlen vorzuverlegen, um den Koalitionspartner loszuwerden. Überhaupt nicht und diese Sichtweise gilt auch für die Zukunft.

Wann werden Ihrer Meinung nach dann die Wahlen 2020 durchgeführt?

Hans Peter Doskozil: Wir haben programmgemäß die Wahlen 2020. Wir müssen für uns die Entscheidung treffen, wann wählen wir 2020 tatsächlich. Das müssen wir noch mit dem Koalitionspartner besprechen. Wichtig ist, dass eine Wahlauseinandersetzung, die es ja geben wird, so kurz wie möglich gehalten wird und die Arbeitsphasen im Wahljahr trotzdem noch evident und lang genug sind.

Thema Bahn im Südburgenland. Könnte man Ihren Vorgänger Hans Niessl diesbezüglich beim Wort nehmen, hätten wir ja schon einen Bahnverkehr Richtung Szombathely und Richtung Wien. Dem ist nicht so. Nun rechnet man sich aber durch Minister Norbert Hofer, der ja bekanntlich aus dem Südburgenland kommt, gute Chancen aus, dass der Personenverkehr wieder Realität wird. Können Sie dazu eine verbindliche Aussage machen, ob und wann es eine Bahnverbindung von OW nach Wien bzw. nach Ungarn geben wird?

Hans Peter Doskozil: Also wir haben natürlich schon gewisse Vorstellungen, was den öffentlichen Verkehr betrifft und was alle Landesteile betrifft. Das nördliche Burgenland, den Raum Eisenstadt und natürlich auch das Südburgenland – aber ich möchte zum jetzigen Zeitpunkt dem Verkehrsminister, der ja auch im Südburgenland lebt, nichts über die Medien ausrichten. Es ist aus meiner Sicht wichtig, dass das mit ihm abgestimmt wird, dass man diskutiert, ob das der richtige Weg ist, so wie wir uns das vorstellen und da wird es möglicherweise in den nächsten Wochen oder Monaten noch die eine oder andere Überraschung geben können – vorsichtig gesagt. Aber mein grundsätzlicher Zugang ist jener, wenn man die Personenverkehrsthematik anspricht OW-Friedberg oder die Verbindung Richtung Szombathely: Es ist wie bei den Spitälern. Wir hätten es uns da ganz einfach machen können und sagen können, alles bleibt wie es ist, in dem Wissen, dass man es auf Sicht nicht mehr finanzieren kann und dann nach den Wahlen sperrt man halt das eine oder andere zu. Das wäre die leichteste Variante für die Politik gewesen.

Und es ist leicht zu sagen: Super, wir machen einen Personenverkehr Richtung Szombathely, im Wissen, dass die Ungarn das nicht finanzieren werden können. Eine Schiene im Personenverkehr ist immens teuer. Die Verbindung Oberwart-Szombathely und was man daraus in Folge auf weite Sicht erreicht, steht in finanzieller Sicht in keinem realistischen Verhältnis. Auch wenn man den öffentlichen Verkehr finanzieren will und dieser bei uns durchaus im Fokus steht. Wir werden da sicherlich Akzente setzen. Es muss aber gewährleistet sein, dass er in einem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis steht. Historisch gesehen hätte bei einer Verbindung Oberwart-Friedberg jeder Fahrgast, der dort gefahren ist, einmal im Jahr durch die Förderung einen PKW finanziert bekommen können (der Personenverkehr auf der Strecke Friedberg Oberwart wurde 2011 eingestellt, Anm.d. Red.).

So kann man mit öffentlichen Geldern nicht umgehen. Das geht einfach nicht. Und ich glaube nicht, dass man den Oberwartern, den Südburgenländern, die in dieser Region leben, zumuten kann, dass sie zukünftig von Oberwart nach Wien über Szombathely pendeln, wenn gleichzeitig die Verbindung Friedberg Richtung Wien jetzt schon mit dem Zug eine Stunde und 22 Minuten dauert. Da verstehe ich den Sinn dahinter nicht. Da ist es besser man attraktiviert diese Wechselbahn Richtung Wr. Neustadt in einem vertretbaren Maß, konzentriert sich auf die Örtlichkeit Friedberg und von dort fährt man Richtung Wien.

Die Verbindung OW-Szombathely kostet hunderte Millionen Euro. Hunderte Millionen also für eine Pendlerstrecke, auf der man länger fahren wird, wie auf der Strecke Friedberg-Wien. Das ist aus meiner Sicht eine Verschwendung von Steuermitteln und ist nicht vertretbar. Wir wissen, dass es eine gewisse Lobby dafür gibt. Aber aus meiner Sicht ist es nicht vertretbar, Steuergelder dafür auszugeben, um das zu realisieren. Aber ich sehe die Notwendigkeit, dass es einen ordentlichen öffentlichen Verkehr, eine Bahnverbindung, nach Wien geben muss. Und auch eine Verbindung Richtung Graz.

Also können Sie sich vorstellen den Personenverkehr über Friedberg Richtung Wien wieder zu reaktivieren?

Hans Peter Doskozil: Das ist etwas, das wir mit dem Minister besprechen wollen. Das möchte ich mit ihm ausdiskutieren und ihm nicht ausrichten lassen. Und möglicherweise werden wir dann auch gemeinsam etwas präsentieren.

Was glauben Sie, war in Ihrer Laufbahn der entscheidende Moment für Ihre Karriere und Ihren Weg zum Landeshauptmann?

Hans Peter Doskozil: Das kann man nie sagen. Es gibt immer entscheidende Momente im Leben, wo man sagt, man hat Glück gehabt, dass man richtig abgebogen ist. Ich glaube, dass ich in gewissen Situationen einfach Glück gehabt habe. Und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war.

Was wäre so ein Beispiel? War das die Flüchtlingskrise?

Hans Peter Doskozil: Ich glaube, das hat schon viel früher angefangen. Ich hatte immer schon die Intention nach Wien als Polizist zu gehen und nebenbei zu studieren. Ein Missgeschick, ein Dienstunfall hat dazu geführt, dass ich es realisiert habe. Ich war im Krankenstand und das hat dazu geführt, dass ich studiere. Wenn ich den Dienstunfall nicht gehabt hätte, hätte ich nicht studiert. Ich bin fertig geworden mit dem Studium im Jahr 2000. Ich hab jahrelang warten müssen, dass ich in das Innenministerium gekommen bin, bin aber nur in einen Bereich hineingekommen, den niemand wollte – das Fremden- und Asylwesen.

Genau dieses Fremden- und Asylwesen hat in weiterer Folge sehr viel dazu beigetragen, dass ich mich dort ausgekannt und gefestigt habe und Dinge dann so gemacht habe, wie es war. Oder der Umstand, dass ich Hans Niessl kennengelernt habe. 2008 ist der damalige Oberwarter Bezirkshauptmann Alois Heiling verstorben. Ich musste damals immer pendeln und ich dachte, dass auf der BH Oberwart vielleicht jemand gesucht wird – vielleicht als Referent. Das war damals der Gedanke. Das habe ich bei einer Gelegenheit den Landeshauptmann gefragt und er hat mir gesagt, dass in Oberwart ein Überstand bestehe und dass das dort derzeit kein Thema sei.

Drei Wochen später hat er mich angerufen und mir gesagt, dass von seinem Büro jemand weggehe und ob ich dorthin will. Es waren also oft negative Erlebnisse, wie ein Dienstunfall oder der Tod eines Bezirkshauptmannes, aber das waren halt alles Umstände, die das alles in meinem Leben in weiterer Folge ermöglicht haben. Das sind die Zufälle im Leben. Und dann natürlich das Thema Flüchtlingskrise. Das war sicherlich ausschlaggebend für diesen Sprung. Aber erst einmal dort hinzukommen, Landespolizeidirektor zu sein, dieses Wissen und diese Erfahrung zu haben, vor allem im Fremden- und Asylbereich –  das hat schon viel früher angefangen.

Was sind Ihrer Meinung nach Ihre Stärken?

Hans Peter Doskozil: Ich habe in den verschiedensten Bereichen beruflich immer spontan meine Entscheidungen getroffen. Also nie lange nachgedacht, ob ich mich als Landespolizeidirektor bewerbe, ob ich das Asylthema im Innenministerium mache. Es waren immer Sofortentscheidungen. Auch Minister zu werden. Ich habe beim Bundesheer die Erfahrung gemacht – weil das Bundesheer sehr defensiv und pessimistisch war und man immer geglaubt hat, dass man eh nichts bekommt – man muss ganz einfach in diesem großen öffentlichen Bereich 120 fordern, um 80 zu bekommen. (HP Doskozil war von 2016-2017 Verteidigungsminister. Er verhandelte ein Sonderinvestitionsprogramm für das Heer – bis 2020 sind es 1,3 Mrd. Euro, Anm.d.Red.).

Sie haben aber auch nie die Scheu gehabt, große Themen anzugreifen. Sind Sie cool und haben Sie stahlharte Nerven?

Hans Peter Doskozil: Ich bin natürlich von gewissen Dingen geprägt, wie jeder Mensch von Erfahrungen geprägt ist. Ich habe mir mit Sicherheit alles erkämpfen müssen. Die Ausbildung, das Studium – alles. Ich habe ja nebenberuflich studiert. Ich hatte den Background, wie in andere teilweise haben, nicht. Und ich bin auch sehr geprägt von Sichtweisen, die Kurt Kuch (Investigativjournalist bei NEWS und Initiator der Anti-Rauch-Initiative „Don’t smoke“, Kurt Kuch verstarb am 3. Jänner 2015 im Alter von 42 Jahren an Lungenkrebs, Anm. d. Red.) gehabt hat, weil wir uns immer wieder ausgetauscht haben. Er war sicherlich einer meiner besten Freunde. Wir haben gleich getickt. Daher hat sich auch meine Aversion gegen alle Formen von Korruption intensiviert. Daher war es mir ein Riesen-Anliegen die ganze Eurofighter-Thematik nochmals aufzuarbeiten (Doskozil entschied sich als Verteidigungsminister für die Stilllegung der Eurofighter und den Umstieg auf ein neues System. Er begründete dies mit einem Einsparungspotenzial von zwei Milliarden Euro auf die nächsten 30 Jahre. Die Entscheidung über die Zukunft der Eurofighter wird von seinem Nachfolger Mario Kunasek (FPÖ) voraussichtlich bis Mitte 2019 getroffen, da Kunasek dies nochmals von Experten prüfen lässt, Anm. d. Red.).

Wenn ich überzeugt davon bin, dass das moralisch und inhaltlich richtig ist, hat es nie ein Kalkül gegeben. Da wird der Weg dann auch nicht infrage gestellt. Dieses Kalkül, was passieren könnte, gibt es dann nicht.

Hans Niessl hat in den beinahe 20 Jahren als Landeshauptmann das Burgenland massiv verändert, da seine Ära in die Zeit der großen EU Förderungen fiel. Thermen-Ausbau, Bildung, FHs, Technologiezentren, Wirtschaftsstandort. Da ist einiges passiert. Blicken wir 18 Jahre vor – unter welchem Begriff soll die Ära Doskozil rückblickend gesehen werden. Was würden Sie sich wünschen?

Hans Peter Doskozil: Es gibt im Burgenland einige Herausforderungen zu bewältigen. Wenn ich mir anschaue, dass wir in Güssing und Jennersdorf sinkende Bevölkerungszahlen haben, dann ist es eine Herausforderung zu schauen, dass man die Strukturen dort aufrechterhält. Und ich glaube, das Wichtigste ist, dass man, die EU Förderungen globaler betrachtet. Dass wir ganz einfach, bei all den positiven Effekten, die wir durch die EU mitbekommen haben – Stichwort EU-BIP Entwicklung zu 90 Prozent – bedenken, dass wir in einer Region leben, wo man überlegen muss, was neben uns passiert. Ungarn ist weit hinten, was beispielsweise den Arbeitsmarkt betrifft. Und vieles mehr. Wir müssen auch danach trachten, dass diese Regionen mitziehen, europa-, wirtschafts-, sozialpolitisch, fördertechnisch. Wenn heute in Ungarn das BIP nicht steigt, wenn heute in Ungarn beispielsweise das Lohnniveau nicht steigt, wird das mittelfristig eine negative Auswirkung auf das Burgenland haben. Das gilt es zu verhindern. Indem wir in Brüssel darauf Einfluss nehmen, wie Förderpolitik gestaltet wir. Wir müssen mit Ungarn möglicherweise intensivere Formen der grenzüberschreitenden Projekte und Kooperationen forcieren.

Ich habe letzte Woche mit einem Direktor von einer höheren Schule in Jennersdorf gesprochen, die auch Textilberufe ausbilden – dort gibt es eine Form der Ausbildung „Matura mit Lehre“, (nicht umgekehrt). Der steirische Betrieb ADA hat beispielsweise in Ungarn einen Standort und die Führungskräfte sind Österreicher, die nach Ungarn pendeln und dort arbeiten. Es geht auch umgekehrt. Diese Art der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und Kooperation muss man zulassen. Ich glaube, das bringt beiden etwas.

Auch das Bio-Thema mag für den einen oder anderen noch utopisch klingen, aber die Frage, wie ernähren wir uns in Zukunft? Wie gut ist unsere Lebensmittelqualität? Wie weit werden unserer Lebensmittel transportiert? Was essen wir tagtäglich? – das sind für die Menschen meiner Meinung nach eine ganz wichtige Zukunftsfragen. Da als Musterregion zu gelten, das nehmen wir uns vor. Das hätte nicht nur im Kernbereich dieser Thematik einen großen Effekt, sondern auch auch touristisch – und generell.

Wie möchten Sie also nach 18 Jahren in Erinnerung bleiben?

Hans Peter Doskozil: Also wenn man nach 18 Jahren sagen würde, das Burgenland ist der schönste Platz zum Leben, dann wäre das perfekt.

40 Prozent - so lautet die Zahl des wohl größten Wahlversprechens der derzeitigen österreichischen Regierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz. Denn auf genau diese Zahl möchte man in den nächsten Jahren die Steuer- und Abgabenquote senken.

Neben dem bereits beschlossenen Familienbonus von rund 1,5 Milliarden Euro, soll die geplante Steuerreform bis 2020 die Bürger und Unternehmen Österreichs um weitere 3,5 Milliarden Euro entlasten. Doch mit diesem großen Vorhaben ergeben sich genauso große Fragen über die Vorteile und wer davon betroffen ist.

prima! hat Mag. iur. Gernot Ritter, Landesvizepräsident des Burgenlandes der Kammer für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer über Änderungen in Sachen Steuer befragt.

 

Was darf man an Steuerentlastungen erwarten?

Mag. Ritter: Der Familienbonus Plus tritt bereits ab diesem Jahr in Kraft. Laut den Regierungsvertretern soll auch in den nächsten Jahren mit weiteren Einkommensteuersenkungen zu rechnen sein. Diese wirken sich generell für alle Steuerzahler positiv aus – also für Angestellte, Arbeiter und Unternehmer in gleichem Maße.

Inwiefern werden die Arbeitnehmer profitieren? Inwiefern die Unternehmen?

Mag. Ritter: Im Grunde sollten alle Steuerzahler von künftig geplanten Steuersenkungen profitieren. Der aktuell bereits geltende Familienbonus wirkt sich dann positiv aus, wenn Eltern von ihrem Einkommen auch die Einkommensteuer bzw. Lohnsteuer bezahlen – ab einem monatlichen Bruttoverdienst von 1.853 Euro wird der Familienbonus Plus für ein Kind voll ausgenutzt.

Worum genau handelt es sich bei dem Familienbonus?

Mag. Ritter: Der Familienbonus Plus ist ein Steuerabsetzbetrag. Das bedeutet, dass er unmittelbar die zu zahlende Einkommensteuer vermindert (und nicht etwa die Berechnungsgrundlage der Steuer wie der noch vor 2019 geltende Kinderfreibetrag). Er gilt für Familien, deren Eltern in Österreich einer Beschäftigung nachgehen und für deren Kinder Familienbeihilfe bezogen wird.

Ist es möglich, den Familienbonus bereits bei der aktuellen Arbeitnehmerveranlagung geltend zu machen?

Mag. Ritter: Der Familienbonus kann entweder nachträglich bei der Arbeitnehmerveranlagung 2019 – also nach Ablauf des Jahres 2019 – oder bereits ab Jänner 2019 monatlich vom Arbeitgeber berücksichtigt werden. Dazu muss das ausgefüllte Formular E30 für den Bonus gemeinsam mit einer Bestätigung über den Erhalt der Familienbeihilfe beim Arbeitgeber abgegeben werden und schon bleibt ab sofort mehr Netto vom Brutto.

Was bedeutet der Familienbonus konkret für eine Familie mit zwei Kindern?

Mag. Ritter: Eine Familie darf sich über eine maximale Steuerentlastung in der Höhe von 3.000 Euro freuen. Durch den Wegfall der Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten und des Kinderabsetzbetrags ist die tatsächliche Steuerentlastung jedoch niedriger. Der Vorteil gegenüber den Optionen im Jahr 2018 liegt bei einer um 1.082 Euro höheren Entlastung, wenn bisher der Kinderfreibetrag und die Kinderbetreuungskosten in voller Höhe abgesetzt wurden.

Welche sonstigen Erneuerungen können bereits bei der aktuellen Arbeitnehmerveranlagung bzw. beim Steuerausgleich geltend gemacht werden?

Mag. Ritter: Seit dem Steuerjahr 2017 müssen der Kirchenbeitrag und Spenden an begünstigte Empfänger von diesen elektronisch an das Finanzamt gemeldet werden – diese Zahlungen sollten dann auch bei der elektronischen Arbeitnehmerveranlagung „automatisch“ bei der Steuererklärung der Betroffenen berücksichtigt werden. Wird vom Finanzamt dann unter Berücksichtigung dieser Beträge eine „automatische Arbeitnehmerveranlagung“ durchgeführt, kann der Steuerpflichtige selbst dennoch wie bisher innerhalb von fünf Jahren eine Steuererklärung bzw. Arbeitnehmerveranlagung durchführen, falls er etwa noch andere Werbungskosten oder Sonderausgaben sowie außergewöhnliche Belastungen geltend machen will.

Wird es im Rahmen der Steuerreform auch neue Steuern geben?

Mag. Ritter: Regierungsvertreter haben bis dato erklärt, dass zusätzlich zum bereits geltenden Familienbonus Plus in den nächsten Jahren mit weiteren Steuersenkungen zu rechnen ist: unter anderem war etwa von der Anhebung des steuerlichen Existenzminimums (derzeit 11.000 Euro pro Jahr) sowie einer Senkung der unteren Progressionsstufen der Einkommensteuer die Rede. Dabei soll diese „Gegenfinanzierung“ der Steuersenkungen nicht über neue Abgaben, sondern über ein „Sparen im System“ erfolgen.

Die Schülerhilfe zählt zu den führenden Anbietern von Nachhilfe in Österreich. In Oberwart wird heuer das 10-jährige Jubiläum gefeiert. prima! hat mit Inhaberin Dr. Christiane Hammer über das Bildungssystem und die Herausforderungen für Schüler und Lehrende gesprochen.

Administratorin Elisabeth Sulyok und Inhaberin Dr. Christiane Hammer.

 

Die Schülerhilfe gibt es in Oberwart seit 10 Jahren. In Hartberg geht man bereits ins 18te Jahr. Wie haben sich die Herausforderungen für Nachhilfeinstitute in dieser Zeit verändert?

Dr. Hammer: Immer mehr Schülerinnen und Schüler und auch deren Eltern erwarten, dass die Nachhilfe ihnen das Lernen abnimmt. Das ist natürlich nicht möglich, wir können Wissenslücken schließen, den Schülern dabei helfen, in der Schule besser mitzukommen, motivieren und das Selbstbewusstsein stärken. Das gelingt sehr gut, wenn unsere Tipps angenommen werden, die Schüler regelmäßig kommen und aktiv mitarbeiten. Andernfalls wird es schwierig, denn die Zauber-Spritze, die über Nacht wirkt und automatisch zu guten Noten führt, ist (leider) noch nicht erfunden.

Wenn Sie die Entwicklung des Bildungssystems und seine Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler betrachten – was kritisieren Sie?

Dr. Hammer: In der Volksschule würde ich mir im Sinne der Kinder mehr Zeit und Ruhe für die Vermittlung von grundlegenden Fähigkeiten (sinnerfassendes Lesen; das Erlernen der Schrift und gutes Formulieren; Grundrechnungsarten) wünschen. Das Erkennen und die individuelle Förderung von Kindern mit diagnostizierten Lernproblemen wie Legasthenie, Dyskalkulie oder Sprachstörungen sollten selbstverständlich sein, von den Krankenkassen finanziert und allen Eltern angeboten werden.

Generell wird in der Bildungsdebatte am Kern der Sache vorbeigeredet, denn das Allerwichtigste sind sehr gute Lehrerinnen und Lehrer, die freilich auch unterstützt und wertgeschätzt gehören.

Ich würde mir eine viel strengere Zugangsbeschränkung zum Lehramtsstudium wünschen, damit diesen für unsere Gesellschaft so wichtigen Beruf nur die mental und fachlich Besten ergreifen, denn das haben sich unsere Kinder verdient.
Auf der anderen Seite macht es mich betroffen, wenn Menschen die Schule an sich schlechtreden, den Kindern Angst vor der Schule machen („der Ernst des Lebens“, „du wirst schon noch sehen“….) und so wenig Respekt gegenüber der Lehrerschaft besteht, statt dankbar dafür zu sein, dass wir in einem Land leben, in dem Bildung selbstverständlich und kostenlos ist – trotz aller berechtigter Kritikpunkte.

Jahrzehntelange Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern – da gibt es sicherlich besondere Erlebnisse?

Dr. Hammer: Im Laufe so vieler Jahre erlebt man natürlich vieles, das unvergesslich bleibt und das meine Sicht auf meine Arbeit geprägt hat. Ich hatte einmal einen Schüler mit einer ausgeprägten Legasthenie.  Deutsch und Englisch waren  seine Angstfächer. Doch er war sehr fleißig und hat sowohl die Hauptschule als auch die Handelsschule geschafft. Heute hat er seine eigene Firma im Versicherungsbereich mit einigen Mitarbeitern. Wir freuen uns immer, wenn wir einander zufällig begegnen. Unlängst meinte er grinsend:  „Und das Tollste, Frau Hammer, ist, dass ich jetzt eine eigene Sekretärin habe, die alles für mich schreibt!“ Er hat mir gezeigt, dass man mit viel Fleiß, einem starken Willen und einem positiven, liebenswürdigen Wesen jede Hürde überwinden kann.

Bereits bei der Liste Pilz war er für den Tierschutz zuständig. Nach seinem Partei-Austritt im Vorjahr plant Sebastian Bohrn Mena nun ein politisch unabhängiges Tierschutzvolksbegehren.
Im kommenden Jahr geht es los. Im prima! Interview erklärt er, was sich in Österreich dringend ändern muss, warum die Landwirte miteingebunden werden müssen und weshalb die Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln so wichtig wäre.

Der unbeachtete Schmerz

Der unbeachtete Schmerz

Es geht um das Altwerden – und es geht vor allem um Schmerzen im Alter. Meist betrifft es Frauen. Sie sind um die 80 Jahre, leben in einer Pflegeeinrichtung – und sind dement. Doch selbst Ärzte erkennen die Schmerzen nicht, und Betroffene werden meist mit Psychopharmaka ruhig gestellt. Immer noch herrscht der Irrglaube, dass Demenzkranke weniger Schmerzen empfinden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Auch wenn sie sie nicht verbalisieren können – es gibt Anzeichen. Ein Experte klärt auf.
Nicole MÜHL / 29. April 2019

Die Tabuisierung verhindert eine gute Lebensqualität aller Betroffenen. Es gibt Unterstützung - sagen Sie „Ja“ dazu.

Die Erkrankung Alzheimerdemenz ist schicksalhaft, sie kann jeden von uns treffen, unabhängig von Bildung und Geschlecht. Es kommt zu einer zunehmenden Verschlechterung der Merkfähigkeit, der Orientierung, der Sprache und des praktischen Geschicks. Der Erkrankungsverlauf kann zwar derzeit durch Medikamente verzögert werden, die Erkrankung ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht heilbar. Empathie und Menschlichkeit für die Betroffenen und deren Angehörigen sind notwendig.

Gefordert ist aber auch ein mutigeres Verhalten von betroffener Seite, die Krankheit anzunehmen und sich aktiv und mit Offenheit damit auseinanderzusetzen, um der Vereinsamung zu entgehen. Auch die Angehörigen sind von der Erkrankung betroffen. Durch den erhöhten Betreuungsaufwand kommt es bei ihnen zu einer Abnahme der sozialen Kontakte und ebenfalls zu einer Vereinsamung.

Nehmen Sie Hilfe an!

Im Seniorengarten Oberwart, einer Tagesbetreuungsstätte für Menschen mit Demenzerkrankung, wurde ein strukturiertes Angebot geschaffen, welches das persönliche Vorleben jeder und jedes Einzelnen berücksichtigt. Der Seniorengarten besteht seit 2007. Er ist ein Betreuungsangebot für Menschen im Bezirk Oberwart. Ziel des Angebots ist es, die vorhandene Selbstständigkeit der Betroffenen zu stärken, die geistigen und praktischen Fähigkeiten zu fördern und die Angehörigen zu beraten und zu entlasten.

Laut Österreichischem Demenzbericht 2014 ergibt sich mit den Zusatzangeboten eine bessere Lebensqualität und eine Stabilisierung der praktischen Alltagsfähigkeiten.
Es werden Fähigkeiten gefördert, Defizite werden ebenfalls erkannt und möglicherweise korrigierend beeinflusst, aber nicht betont.

Das Leben in der Gemeinschaft verhindert die Vereinsamung, wir sehen, dass Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressionen und nächtliches Herumwandern positiv beeinflusst werden. Es braucht aber das JA der Betroffenen und der Angehörigen, Hilfe anzunehmen.

Durch die Tagesbetreuung kommt es:
• zu einer Verbesserung des Selbstwertgefühls
• zu einer längeren Selbstständigkeit in den Alltagsverrichtungen
• zu einer Entlastung der Angehörigen, diese haben mehr Geduld, und Geduld ist ein wichtiger Aspekt in der Betreuung.

Im Seniorengarten wird der einfühlsame Umgang mit diesen Menschen durch ein Team von engagierten Pflegehelferinnen gewährleistet.

Auskunft und Anmeldung:
Pflegedirektorin der Diakonie Oberwart: Maria Konrath,Tel: 03352/31200-10

 

 

Vortrag über Schmerzen bei Demenzerkrankten:

Bei mittelgradiger bis schwerer Demenz ist es oft schwierig zu erkennen, wann und ob der Betroffene Schmerzen hat. Der Demenzerkrankte ist nicht mehr in der Lage, diese zu artikulieren Doch es gibt Anzeichen!

Prim. Dr. Andreas Winkler richtet sich in seinem Vortrag an Ärzte, Pflegende und Angehörige

Do, 4. April 2019, 19.30 Uhr, Aula Neue Mittelschule
Oberwart, Eintritt freie Spende

Das Burgenland plant ein umfassendes Pflegekonzept - prima! berichtete. Im Vorfeld wurde eine große Umfrage bei der älteren Generation durch die FH Burgenland durchgeführt. 98,5 Prozent der Befragten wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Aber: Nur 44,3 Prozent glauben sich die Pflege daheim auch leisten zu können.

Roland Fürst von der FH Burgenland mit Sozial-Landesrat Christian Illedits

 

Präsentiert wurde die Umfrage am 6. März durch Sozial-Landesrat Christian Illedits und Roland Fürst von der FH Burgenland. „Die Sicherung der Pflege ist ein zentrales gesellschaftliches Thema, das aufgrund des demografischen Wandels weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Zahl der über 75-Jährigen wird burgenlandweit bis 2030 um 20 Prozent zunehmen“, so Illedits, der betont, dass das Burgenland bereits heute ein sehr gutes Pflegesystem mit einem differenzierten Leistungsangebot auf Basis der burgenländischen Pflegepyramide hat. So gewähre das Burgenland seit 1.1. 2018 – österreichweit als erstes Bundesland – zusätzlich zur bisherigen Förderung, die vom Sozialministeriumservice abgewickelt wird, eine eigene Landesförderung für die 24-Stunden-Betreuung. Bisher haben 485 pflegebedürftige Personen diese zusätzliche vom Einkommen abhängige Landesförderung in Anspruch genommen. Die durchschnittliche Förderhöhe beträgt 400 Euro, kann aber in Sonderfällen auf bis zu 800 Euro aufgestockt werden.

Die relativ hohe Sorge der Menschen, sich die Pflege zuhause, wenn es denn so weit ist, nicht leisten zu können, führt Illedits auch darauf zurück, „dass sich viele im Detail nicht präventiv damit beschäftigen, sondern erst, wenn die Betroffenheit unmittelbar ist.“ Dem will man einerseits mit dem neuen Pflege- und Betreuungsplan, andererseits mit mehr Information entgegensteuern.

Diese Umfrage bestätige die Warnungen der Volkspartei, so VP-Chef Thomas Steiner. Insbesondere sei es wichtig das Pflegeangebot auf die regionalen Bedürfnisse abzustimmen.

 

Nach dem Motto "Mehr als gesund" lud Mag. Helmut Eller zur offiziellen Geschäftseröffnung.

HPV (Humane Papillomviren) ist die am häufigsten sexuell übertragene Infektion. Vier von fünf Personen infizieren sich im Laufe ihres Lebens - meist unbemerkt - mit HPV. In den meisten Fällen heilt eine Infektion mit HPV wieder ab und bildet sich innerhalb weniger Jahre zurück. Bei 10 Prozent aller Infizierten kommt es allerdings zu einer andauernden Infektion, die langfristig zu Zellveränderungen und Krebserkrankungen führen kann. Durch die Initiative des Landes mit der Krebshilfe Burgenland, in Kooperation mit der Ärztekammer Burgenland, der Apothekerkammer Burgenland und der Herstellerfirma, wird der Impfstoff deutlich billiger angeboten. Ziel ist, dass möglichst jede Burgenländerin und jeder Burgenländer diese Impfung in Anspruch nehmen kann.

Sie ist gebürtige Oberwarterin, war lange leitende Oberärztin an den Londoner Spitälern Royal Free und Chase Farm und kehrt nun als Ärztliche Direktorin in ihre Heimat zurück.

Im Rahmen eines Festaktes wurde Priv. Doz. Dr. Astrid Mayer von KRAGES-Geschäftsführer Mag. (FH) Harald Keckeis und KRAGES-Aufsichtsratsvorsitzenden LR Mag. Hans-Peter Doskozil vorgestellt

 

„Von Oberwart nach London und zurück“ – mit diesen Worten wurde heute, 5. Feber 2019, die neue Ärztliche Leiterin des KRAGES-Schwerpunktspitals Oberwart offiziell begrüßt. Astrid Mayer ist seit 1. Feber in dieser Funktion und löst damit den interimistischen Ärztlichen Direktor Herbert Gruber ab.

Astrid Mayer hat in Oberschützen maturiert, studierte Medizin an der Universität Wien und promovierte dort im Jahr 1990. Danach absolvierte sie den Interdisziplinären Lehrgang für Krankenhausmanagement an der WU Wien. Es folgten die  Facharztdiplome für Innere Medizin und Hämato-Onkologie  und die Habilitation in der Krebstherapie. 1996 ging sie als Assistenzärztin nach London. Seit 2005 war sie Oberärztin am Royal Free Hospital, seit 2013 auch Leiterin der Onkologie.

Astrid Mayer arbeitete auch an internationalen Projekten in der Krebsforschung mit und hat zahlreiche Fachartikel, Kommentare und Buchbeiträge verfasst.

 

Im Jahr 2003 wurde diese unersetzbare Einrichtung im Krankenhaus Oberwart eröffnet.

v.l.n.r. Prim. Dr. Gerfried Gratze, Ilse Schuster aus Wörterberg, Pflegedirektor Andreas Schmidt, Rosi Pieber, ÖA Dr. Wolfgang Stangl, Elisabeth Stangl, Stationsleiterin Christine Magyar

 

Die Onkologie- und Palliativstation in Oberwart feiert heuer das 15-jährige Bestehen. OA Dr. Wolfgang Stangl sagt: „15 Jahre bedeuten, dass wir mehr als 37.500 mal Chemotherapie verabreicht haben, mehr  25.000 Patientinnen und Patienten stationär aufgenommen haben. Und dass wir mehr als 1500 Menschen in der Palliativstation an ihr Lebensende begleitet haben.“ Im Tumorboard der KRAGES haben Ärztinnen und Ärzte der verschiedensten Fachrichtungen die Krebserkrankungen von 8000 Menschen besprochen, um die jeweils bestmögliche Therapie auszuwählen. Dr. Stangl: „Unser Motto ist: Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. Alles, was wir geleistet haben, funktioniert deshalb so gut, weil wir offen kommunizieren. Mit den Patientinnen und Patienten, aber auch in unserem multidisziplinären Team. Durch eine intensive Fortbildung, durch den Erwerb von Expertise und vor allem durch viel Mitgefühl gegenüber Patientinnen und Patienten sowie den Angehörigen kann man auch sehr schwere Belastungen bewältigen.“

Neben Ärzten und dem Pflegeteam sind an der Onkologie in Oberwart auch DiätologInnen, PsychotherapeutInnen und spirituelle BegleiterInnen im Einsatz. Die Station ist außerdem beim „Forum Palliativ“ (Vorträge und Podiumsdiskussionen in der Neuen Mittelschule Oberwart) involviert, an dem in den Jahren 2009 bis 2018 rund fünftausend Personen teilgenommen haben.

15 Jahre Tradition

Seit 15 Jahren spenden die Damen der Adventkranzrunde aus Wörterberg an die Onkologie Oberwart aus dem Verkauf selbst geflochtener Adventkränze. Die Damen sind heuer zum letzten Mal im Einsatz und damit geht eine wertvolle Tradition zu Ende.

Seitens der  Wörterbergerinnen heißt es rückblickend: „Diese Spendenaktion war uns ein Bedürfnis, weil die Stationen der Onkologie Tolles geleistet haben. Sie waren immer für unsere erkrankten Angehörigen und Freunde da. Der Verkauf der Kränze ist für einen guten Zweck und unsere Spende gelangt direkt dorthin, wo sie gebraucht wird – ohne Bürokratie oder sonstigen Zwischenstationen. Das ist uns sehr wichtig.“

Endlich Urlaub! Und jetzt wird alles besser! Oder?

Ja, er ist da, der Sommer! Und damit auch die Lust auf Vergnügen und auf einen ereignisreichen, heißen Urlaub. Im Alltag finden die meisten wenig Zeit für Erholung und Worklife – und auch die Beziehung und der Sex kommen zu kurz. Aber im Urlaub soll nun alles aufgeholt werden.
Liebe, Sex & Co

Die Weibliche Ejakulation

Ja, es gibt ihn – den weiblichen Erguss. Squirting („abspritzen“) heiß der Begriff in der Medizin. Doch was steckt hinter der geheimnisvollen Flüssigkeit?

Das Wissen um die eigene Sexualität und die Funktionalität des Körpers ist noch immer gering. Nach wie vor ist es ein Tabu-Thema. Auch sexuelle Störungen werden hingenommenen in der Annahme, dass „das eben so ist“ und dass es keine Hilfe gibt. Es herrschen viele Mythen und Klischees vor zu diesem Thema.

Die Zuschreibung der weiblichen Lust ist noch jung. Eine hohe Anzahl an Frauen hat kein Lustempfinden. Sie sind der Meinung, dass sie nicht orgasmusfähig sind oder dass sie ihren Körper der Lust des Mannes unterordnen müssen. Im Zuge der Frauenbewegung in den 60er Jahren begannen Frauen auch ihre Selbstbestimmung und ihre eigene Sexualität zu entdecken. Sie begannen darüber zu reden, besorgten sich Vibratoren und wollten auch ergründen, was sie denn brauchten, um zum Orgasmus zu kommen.

Auch die weibliche Ejakulation musste erst nach und nach entdeckt werden. Dabei war sie schon dem Naturphilosophen Aristoteles und dem Mediziner Hippokrates bekannt. Doch bis heute ist der spezielle Flüssigkeitsaustritt während des Liebesspiels nicht abschließend erforscht. Vor der Frauenbewegung in den 1960er-Jahren wurde die Ejakulation von Frauen fast 150 Jahre lang komplett ignoriert.

Fest steht allerdings: Die weibliche Ejakulation ist kein Mythos.

Daniela ist eine offene sexuelle interessierte und orgastische Frau. Sie genießt Sex. Sie ist bereits in ihrem 40sten  Lebensjahr, als es das erste Mal passierte. Sie wusste zwar, dass es die weibliche Ejakulation gibt, hatte es aber bis dato nie erlebt. Sie war total überrascht, aber auch überfordert, als sie das erste Mal am Höhepunkt ihrer Lust eine Flüssigkeit ausspritzte. Auch schämte sie sich eine bisschen vor ihrem Sex-Partner, den sie erst seit einigen Monaten kannte. Anfangs hielt sie die Flüssigkeit auch für Urin.

Was ist dahinter?

Für die weibliche Ejakulation verantwortlich ist die „Skene-Drüse“ oder auch Paraurethraldrüse genannt. Die Bezeichnung „Skene-Drüse“ leitet sich von Alexander Skene ab, der Ende des 19. Jahrhunderts dieses Drüsengewebe entdeckte. Es spielen eine essenzielle Rolle bei der weiblichen Ejakulation und ist noch weitgehend unbekannt.

Die Szene Drüse wird oft auch als weibliche Prostata bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein dichtes Venen-Geflecht (es sieht aus wie Zotten), das die Harnröhre umgibt, die in unmittelbarer Nähe der Vagina liegt. Durch Stimulation der Zone entlang der Harnröhre – manche gehen auch davon aus, dass der G-Punkt hier liegt und stimuliert wird – bildet sich bei einigen Frauen eine wässrige Flüssigkeit, die als „weibliches Ejakulat“ bezeichnet wird. Diese wird während der Erregung bzw. des Orgasmus über Öffnungen in der Harnröhre und der Vulva ausgeschüttet. Es kann, muss aber nicht passieren. Viele Frauen glauben, sie seien inkontinent, und das die Flüssigkeit eben Harn sei.

Der G-Punkt ist übrigens kein Punkt! Er wird auch vielfach als Organ bezeichnet und liegt im Bereich der Vaginalwand. Er ist im oberen ersten Drittel der Vagina als ein schwammiger geriffelter Bereich ertastbar.

Woraus besteht den nun diese Flüssigkeit aus den Skene-Drüsen?

In einer Studie wurde die Flüssigkeit, die während des Orgasmus aus der Harnröhre von Frauen freigesetzt wurde, untersucht. Dabei kam heraus, dass sich diese aus zwei verschiedenen Flüssigkeiten zusammensetzt.

Die erste Flüssigkeit, war dünnflüssig und durchsichtig und enthielt niedrige Konzentrationen von Harnsäure, Kreatinin und Harnstoff. Diese Stoffe sind – in viel höherer Konzentration – auch im Urin enthalten. Es ähnelte auch dem männlichen Ejakulat. Die zweite enthielt eine relativ hohe Menge an PSA (Prostata-spezifisches Antigen) und scheint aus der Skene-Drüse zu kommen. Das weibliche Ejakulat enthält zusätzlich auch Glukose (Zucker), das durch die Ejakulation in die Scheide gelangen kann und von den Spermien für die Energiegewinnung genützt wird. So könnte die Flüssigkeit aus den Skene-Drüsen die Spermien auf ihrem Weg zur Eizelle stärken.

Wie viel Flüssigkeit wird ejakuliert?

Die Flüssigkeitsmenge ist unterschiedlich und variiert von einigen Tropfen bis zu 250 Milliliter. Eine Ejakulation muss nicht bei jeder Frau und bei jedem Orgasmus auftreten. Es ist eher selten.

Fazit: Frauen können also ejakulieren! Ob es dazu kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig ist, dass sie sich keinen Druck machen, auch nicht vom Partner (manche Männer sehen als ein Zeichen ihrer eigenen Potenz). Wenn Sie nicht zu dieser Gruppe gehören, nehmen Sie es gelassen und genießen Sie den Sex, wie er Ihnen gefällt. Wichtig ist, dass Sie ihn lust- und genussvoll genießen.

 

 

Liebe, Sex & Co.

Die Liebe aus dem Internet

Es ist eine lange Palette an Beweggründen, sich bei einem Dating Portal anzumelden. Es ist ein Kick, ein Spiel, eine Faszination. Es kann aber auch anstrengend, zeitraubend und deprimierend sein. Im Netz treffen sich Menschen mit den unterschiedlichsten Beweggründen. Diese Form des Kennenlernens ist okay – aber achten Sie auf Ihre Erwartungen.

Die Gründe sind unterschiedlich, weshalb sich Menschen auf Dating Plattformen anmelden. Bei manchen ist es die Sehnsucht nach der großen Liebe, andere suchen unkomplizierten, geheimen Sex und lieben die Spannung. Dann gibt es solche, die einen Partner fürs Leben finden möchten. Für viele ist es Neugier, oder sie wollen einfach den eigenen „Marktwert“ testen.

Aber wie sieht die Realität aus? Lassen sich diese Erwartungen auch tatsächlich erfüllen?

Martina und Gerald sind Mitte dreißig. Sie hatten beide schon einige Beziehungen hinter sich und waren wieder auf der Suche nach einem Partner. Es sollte die große Liebe sein, die fürs Leben hält, und bei beiden war der Wunsch nach Familiengründung sehr ausgeprägt. Im Alltag war es für sie schwierig, jemanden kennenzulernen. Also meldeten sie sich bei einer Dating Plattform an – und sie hatten Glück. Gerald datete Martina sehr schnell. Sie schrieben sich einige Male, tauschten sich aus, fanden sich sympathisch, und bald gab es ein Treffen. Mittlerweile sind drei Jahre vergangen. Sie sind verheiratet und erwarten ihr erstes Kind. Im Laufe der Jahre habe ich beruflich – als Therapeutin – und auch privat einige Paare kennengelernt, die auf einer Dating Plattform zueinander gefunden haben.

Aber leider gibt es auch viele Suchende, die bei dieser Form des Kennenlernens enttäuscht werden.

So wie Tina. Nachdem sie sich auf einer Dating Plattform angemeldet und ihr Profilbild hochgeladen hatte, kam eine richtige Flut an Anfragen auf sie zu. Leider auch sehr viele unseriöse Aufforderungen zu außergewöhnlichen Sexpraktiken. Auch Fotos von Geschlechtsteilen wurden gleich mitgeschickt. Bereits nach wenigen Tagen meldete sich Tina wieder ab, weil sie damit absolut nicht umgehen konnte.

Neben der Sehnsucht nach einer festen Partnerschaft, ist es oft auch die Absicht nach einem unkomplizierten sexuellen Abenteuer, die hinter den Profilen so mancher User und Userinnen steckt. Oft sind diese auch noch in festen Beziehungen und suchen die Spannung. Es sind reine Jägerinnen und Jäger, die mit ihren Verführungskünsten im Netz die idealen Voraussetzungen finden.

Dating Plattformen – ja oder nein?

Dating Plattformen sind mittlerweile ein großer Wirtschaftsfaktor. Die Erfolgsquote, Menschen zu Paaren zusammenzubringen, ist nicht zu verleugnen. Doch wer sich anmeldet, um sein Glück zu finden, dem ist zu raten, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Vor allem bei jenen, die schon lange alleine sind und eine große Sehnsucht nach Zweisamkeit haben. Diese Menschen neigen oft dazu, eine Partnerschaft zu idealisieren, und sie interpretieren vieles in Menschen, mit denen sie erst ein paar Mal gechattet haben. Kommt dann ein Treffen doch nicht zustande oder hört man nichts mehr von dem bzw. der anderen, ist die Enttäuschung enorm.

Auch für Menschen, die schüchtern sind, ist das Netz der perfekte Rahmen. Sie können anonym bleiben und statt echter sozialer Kontakte „draußen“ widmen sie sich intensiv den Kontakten im Netz. Leider neigen auch viele, die wenig Selbstbewusstsein haben, dazu, Fake-Fotos anstelle eines eigenen Fotos hochzuladen. Doch die Enttäuschung folgt spätestens dann, wenn es dann doch einmal zu einem persönlichen Treffen mit der Person kommt, die man online kennengelernt hat. Wer vorgibt, jemand anderer zu sein und ein falsches Bild von sich vermittelt, muss mit herben Reaktionen rechnen.

Seien Sie einfach ehrlich und stehen Sie dazu, wer und was Sie sind – und auch, was Sie im Netz suchen (es ist ok, „nur“ einen Sex-Partner zu suchen, für alles gibt es die richtige Plattform – aber kommunizieren Sie das dann auch ehrlich!). Ehrlichkeit und Authentizität sind wichtige Aspekte im Leben. Wir wählen unsere Partner nach gewissen unbewussten Attraction Codes aus. Die fünf Sinne spielen dabei eine wichtige Rolle: Kann ich ihn bzw. sie riechen, mag ich mein Gegenüber berühren oder berührt werden. Gefällt mir, was ich sehe? Wie angenehm ist die Stimme, usw. Das ist im Netz nur begrenzt möglich. Wenn Sie also sicher sein wollen, ob der Mensch, den Sie im Netz kennengelernt haben, ihren Vorstellungen entspricht, vereinbaren Sie ein Treffen. Aber schrauben Sie Ihre Erwartungen runter! Je höher diese sind, umso schmerzvoller ist die Enttäuschung.

Und noch etwas Wichtiges sei zum Ghosting (vollständiger Kontaktabbruch ohne Ankündigung) gesagt. Wenn sich der Mensch, den sie getroffen haben, nicht mehr meldet, haken Sie ihn ab, verschwenden Sie keine Zeit mehr damit. Und vor allem: Nehmen Sie es nicht persönlich. Sie wissen nicht, welche Zwecke derjenige verfolgt.

Dating Plattformen sind eine Erscheinung unserer Zeit und haben auch Gutes an sich – solange Sie vorsichtig sind, die Dinge hinterfragen und solange Sie selbst ehrlich bleiben. Aber vergessen Sie darüber eines nicht: Gehen Sie hinaus und haben Sie den Mut, Beziehungen einzugehen. Verstecken Sie sich nicht in der Anonymität des Internets. Sie sind perfekt, genauso wie Sie sind!

 

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Sexualität ist Normalität. Es liegt an den Eltern, ihren Kindern eine gesunde sexuelle Entwicklung zu ermöglichen. Kinder fragen nicht, wenn sie im Umfeld keine Anregung erhalten. Kinder fragen nicht, wenn sie sich nicht ausdrücken können. Kinder fragen nicht, wenn sie keine Sprache zu Sexualität erhalten haben.

Wir alle sind sexuelle Wesen - auch Kinder. Neben der Förderung ihrer sozialen Kompetenzen ist eine Förderung der sexuellen Entwicklung gleichermaßen wichtig - für ein gesundes und erfülltes Leben und auch zum Selbstschutz. Als Sexualpädagogin weiß Silvia Messenlehner aber, wie wenig Kinder dabei unterstützt werden.

Wann und wie soll man sein Kind aufklären?

Ab der achten Schwangerschaftswoche entscheidet sich bereits die Geschlechtszugehörigkeit durch das Hormon Testosteron. Der Erregungsreflex ist angeboren und bei allen Menschen vorhanden. Am Ultraschallbild sieht man auch bereits erste vorgeburtliche Erektionen. Sexualität ist also ab dem Zeitpunkt unserer Entstehung vorhanden und ist ab der Geburt ein Entwicklungs- und Lernprozess. Wer meint, das Thema Sexualität erst mit seinem Kind besprechen zu müssen, wenn es in die Pubertät kommt, der irrt.

Als Sexualpädagogin nehme ich aber immer wieder wahr, wie wenig über das Thema bekannt ist. Die Sexualität eines Kindes hat nichts mit der Sexualität eines Erwachsenen zu tun. Das muss man unbedingt trennen. Für Kinder ist es normal, sich am Penis oder an der Scheide zu berühren. Wenn ein Kind explorieren (erkunden) darf und ihm seine Eltern begleitend wichtige Informationen mitgeben, ist ein Aufklärungsgespräch nicht notwendig. Und noch etwas: Wenn Eltern in ihrer Sexualität stabil und gut verankert sind, geben sie bereits ein gutes Vorbild ab und wie wir wissen, orientieren sich Kinder am Verhalten, den Haltungen und Einstellungen der Eltern.

Bis zu welchem Alter darf man mit dem Kind baden?

Ein stabiles Kind, das in seinem Körper sehr gut verankert ist, zeigt im Normalfall selber die Grenzen auf. Und man soll sich da auf sein Gespür verlassen und aufmerksam sein.

Gestern noch war es vielleicht in Ordnung, ins Bad zu kommen, während die Tochter oder der Sohn unter der Dusche steht und am nächsten Tag, steht man plötzlich vor versperrter Tür. Es wichtig, diese Privatsphäre zu achten und sie nicht als lächerlich abzutun.

Achten und respektieren Erwachsene den Wunsch des Rückzuges des Kindes, unterstützen sie es in seiner Selbstsicherheit.

Sollen sich Eltern vor dem Kind überhaupt nackt zeigen?

Ab dem 2. Lebensjahr beginnt beim Kind die Phase der Geschlechtszugehörigkeit. Das Kind entdeckt, dass Mama und Papa anders aussehen. Es ist neugierig und vergleicht sich selber, um sich eben einem Geschlecht zuzuordnen und zugehörig zu fühlen. Die Identitätsbildung (ich bin ein Bub/Mädchen) setzt ein und es muss auch einen Stolz entwickeln dürfen auf sein eigenes Geschlecht.

Eltern, die selbstsicher und stabil in ihrem eigenen Körper verankert sind, zeigen sich auch nackt und zeigen damit dem Kind, dass der Körper in Ordnung ist. Aber auch hier gilt wieder, die Bedürfnisse, Grenzen und die Privatsphäre des Kindes zu respektieren. Wichtig ist auch, das Kind nicht zu überfordern.

Wer soll aufklären – Vater oder Mutter?

Beide sollen begleiten, denn beide prägen das Kind in ihrer Vorbildwirkung.

Wie vermittle ich meinem Kind ein gutes Körperbewusstsein?

Jeder Mensch hat eine Abbildung aller Körperteile im Gehirn – im sensomotorischen Kortex. Es braucht viele Wiederholungen, um diese Abbilder zu speichern.

Mit positiven Reaktionen der Eltern auf das Explorieren, wenn das Kind seinen Körper entdecken will, wird dieses Körperbild gefestigt und gespeichert und es erzeugt eine gute Körpererfahrung. Ich empfehle Eltern, von Anbeginn weg mit dem Kind zu reden. Also, beispielsweise beim Wickeln die Geschlechtsorgane richtig zu benennen. Kosenamen dürfen natürlich auch sein.

Wenn Eltern den Kindern zeigen, wie man sich wäscht, vermitteln sie, dass es wichtig ist, auf seinen Körper zu achten und ihn zu pflegen – denn er ist einzigartig.

Eltern müssen aber auch die Grenzen wahren, wenn ein Kind etwas nicht will (z.B. ein Bussi geben). Es ist wichtig, Kindern zu zeigen, dass sie auch NEIN sagen dürfen. Dadurch werden sie in ihrer Selbstsicherheit gestärkt, können sich schützen und lernen Entscheidungen zu treffen.

Ein NEIN des Kindes soll nicht zu einer Kränkung der Bezugsperson führen. Das Kind soll lernen, seine Grenzen wahren zu dürfen. Die beste Haltung, die Eltern ihren Kindern vermitteln können, ist: Was ich kenne und schätze, kann ich schützen!

Beziehungskrisen sind für beide Partner belastend. Jeder leidet still vor sich hin. Die gegenseitigen Anfeindungen und Vorwürfe werden immer schlimmer. Der Gedanke an eine Paartherapie kommt auf. Doch viele scheuen sich davor, sich einem Fremden zu öffnen und haben auch falsche Vorstellungen. Damit räumen wir auf.

Wann ist es ratsam, eine Paartherapie zu machen?

Vereinfacht gesagt: Meistens dann, wenn die eigenen Lösungsstrategien nicht wirksam sind. Wenn die Probleme überhand nehmen und sich ein Gefühl der Hilflosigkeit und Lähmung breitmacht. Wenn Kränkungen an der Tagesordnung stehen und man sich die Frage stellt: Wie soll es weitergehen?

In solchen Situationen kann eine Paarberatung helfen, den eigentlichen Ursachen auf den Grund zu gehen und einen Blick auf die Gesamtheit der Beziehung zu werfen.

Bringt es etwas, wenn ein Partner eine Therapie will, der andere aber nicht?

Das ist sicher sinnvoll. Es bietet die Möglichkeit einmal alleine darüber zu reden und zu reflektieren und Lösungen zu definieren. Diese nimmt man nämlich in die Beziehung mit hinein. Wenn man sich oder eine Situation verändert, wirkt sich das auch auf den Menschen an seiner Seite aus.

Der Partner wird die Veränderung auch merken! Und es gibt immer die Möglichkeit, dass er ab einem späteren Zeitpunkt zu den Sitzungen dazukommt.

Viele kommen ja mit dem Wunsch, dass sich der Partner bzw. die Partnerin ändern muss. Was raten Sie diesen Klienten?

Eine Paarberatung ist keine Reparaturwerkstätte, in der man seine alte Beziehung abgibt und eine neue bekommt.

Sie ist auch keine Reparaturwerkstätte für den jeweils anderen Partner. Es geht niemals darum, den Partner zu verändern. Beide Beteiligten sollten aktiv an dem Beziehungsproblem arbeiten, um die Beziehung so zu verändern, wie BEIDE es wollen. Wichtig ist auch, aus der Schuldfrage auszusteigen.

Niemand hat Schuld, beide haben zur Situation beigetragen. Das Problem des einen ist auch das Problem des anderen!

Was ist das Ziel einer Paartherapie?

In Sitzungen von eineinhalb Stunden haben beide Partner – unter Anleitung des Therapeuten bzw. der Therapeutin – genügend Zeit und Raum, ihre Anliegen in Ruhe zu formulieren. Dies passiert unter anderem durch Kommunikationsregeln, die für einen geschützten und wertschätzenden Rahmen sorgen.

Es geht um das ICH, das DU und das WIR. Es geht in der Paartherapie nie um die Wiederherstellung eines früheren Zustandes, auch wenn sich viele Paare das wünschen. Es geht um Weiterentwicklung.

So können Beziehungskrisen bewältigt werden. Das öffnet den Weg zu einem neuen Miteinander. Das Ziel ist immer auch, ein gemeinsames Ziel zu definieren.

Wie oft sollte man zum Therapeuten gehen?

Eine erfolgreiche Paarberatung braucht einmal als Grundvoraussetzung die Bereitschaft und den Willen BEIDER Parteien. Nur dann kann das gemeinsam Definierte erreicht werden! Ablauf und Intensität richten sich nach dem Anliegen der Beteiligten und dem gemeinsam definierten Ziel. Es geht auch darum, dass das Paar sich unter Anleitung und mit Unterstützung eines Therapeuten auf einen gemeinsamen Suchprozess einlässt.

Das Problem muss erfasst und verstanden werden, um dann angemessene Lösungsschritte zu erarbeiten. Da gibt es keine konkrete Zeitangabe.

Was ist der erste wichtige Schritt, den man setzen kann, um aus der Beziehungskrise zu kommen?

Der Mensch hat ein unheimliches Sicherheitsbedürfnis. Es braucht Mut und Kraft, ehrlich hinzusehen und Gefühle auch an- und auszusprechen. Seien Sie mutig und sprechen Sie bewusst und ehrlich mit Ihrem Partner über Ihre Ängste und über die Probleme, die Sie in der Beziehung haben. Aber machen Sie keine Vorwürfe oder Schuldzuweisungen!

Die Auseinandersetzung mit dem Beziehungsproblem führt zu einem Wandlungsprozess. Die Beziehung entwickelt sich weiter und kann verschiedene Ebenen erreichen. Sie wird zwar nicht mehr „die alte“. Ihre Beziehung wird anders – und vielleicht auch besser, tiefer und inniger werden, als sie war. Das ist die Chance auf ein erfülltes Leben zu zweit. Und wenn noch ein Funken an Liebe da ist, zahlt es sich immer aus zu investieren.

Ein Seitensprung verändert in einer Beziehung meist alles. Für den Betrogenen ist die Welt plötzlich aus den Fugen geraten. Aber auch der Partner, der fremdgeht, ist oft in einem Dilemma. Eine Standard-Lösung gibt es nicht - aber ein paar wichtige Erfahrungswerte dazu.

Wann ist ein Seitensprung für die Beziehung gefährlich?

Grundsätzlich geht es dabei um die Frage, ob es sich „nur“ um Sex handelt oder ob es um eine Bindung zu einem anderen Menschen geht. Beim klassischen Seitensprung steht grundsätzlich schneller Sex im Zentrum. Die Beziehung zum Partner kann deswegen trotzdem gut funktionieren.

Beginnt beim Fremdgehen aber das Kuscheln, wünscht man sich mehr Zeit miteinander und beginnt Probleme zu besprechen, geht es bereits in Richtung Bindung. Die Treffen werden intensiver mit immer kürzeren Abständen. Man fühlt sich besser verstanden als vom eigenen Partner.

Die Gefühle spielen verrückt, man ist verwirrt, verunsichert und weiß nicht, was man machen soll. Lügen und Heimlichkeiten dominieren das Leben. Es ist ein Kick, aber auch gleichzeitig eine Belastung. Man kommt in eine Konfliktsituation.

Soll man einen Seitensprung gestehen?

Gestehen oder nicht? Immer wieder erlebe ich, dass ein einmaliger Seitensprung passiert ist und bereut wird. Viele kommen mit dem schlechten Gewissen nicht zurecht und gestehen dem Partner ihren Ausrutscher. Tut man dies, muss man sich dessen bewusst sein, dass man den Partner damit enorm belastet und in eine Krisensituation stürzt. Meist verursacht ein solches Geständnis Ängste, Verletzungen und die Beziehung wird auf den Kopf gestellt. Der geständige Partner hat sich selber reingewaschen und erwartet eine Absolution. Die Verantwortung wird an den Betrogenen abgegeben. Eine Krise hat immer zwei Seiten: das Belastende, aber auch die Chance auf etwas anderes.

Entweder die Beziehung endet, weil der Vertrauensbruch zu groß erlebt wird oder beide nutzen die Chance, dahinter zu sehen, zu verstehen, zu reflektieren und Altes aufzubrechen, um sich wieder gemeinsam neu zu definieren. In diesem Fall nutzen sie die Krise als Entwicklungschance.
Verzeihen ist aber eine Voraussetzung, damit der Neubeginn auch funktionieren kann.

Wenn das Verzeihen unmöglich ist oder die Außen-Beziehung immer noch eine Rolle spielt, ist eine Versöhnung und ein Zueinanderfinden zum Partner nicht möglich. Es braucht die aktive Bereitschaft beider Partner, ihre Beziehung neu zu gestalten. Aber seien Sie sich dessen bewusst, dass es auch Zeit braucht, damit die Verletzungen und Kränkungen heilen und wieder Vertrauen entstehen kann.

Der Partner geht fremd! Was soll man tun?

Viele wollen nicht wahrhaben, dass der Partner fremdgeht. Sie beschreiben die Situation wie einen Schockzustand und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Die meisten suchen dann Beweise – kontrollieren Mails, Handy und den Tagesablauf des Betroffenen. Manche stellen sich selbst in Frage und suchen die Schuld bei sich.

Und andere wollen den Partner bestrafen. Sexentzug ist eine Folge. Sie behandeln ihn herablassend oder demütigen ihn im Freundeskreis mit bösartigen Äußerungen.

Wie man reagiert, hängt von den Konfliktbewältigungsstrategien ab, die man im Laufe seines Lebens erlernt hat. Der beste Weg ist, die Heimlichtuerei zu durchbrechen und die Sitution ansprechen. Doch das erfordert Mut. Der betrogene Partner will Gewissheit, traut sich aber oft nicht, der Wahrheit ins Gesicht zu blicken.

Viele haben Angst vor der Antwort, wenn sie ihren Partner mit dem Verdacht oder Beweisen konfrontieren. Also gehen die Heimlichkeiten weiter. Wichtig ist: Jeder Menschen kann seine Bewältigungsstrategien erweitern. Professionelle Hilfe (Paartherapie) kann eine wertvolle Unterstützung sein, um diese Krise zu bewältigen und Entscheidungen treffen zu können.

Wann merkt man, dass man den Partner verloren hat?

Wenn einer der Partner nicht bereit ist, an der Beziehung zu arbeiten und sich nicht mehr einbringt, ist es schwierig, die Krise als Chance zu sehen.

Die Gründe sind unterschiedlich. Vielleicht ist aus der Affäre eine Beziehung entstanden, die man nicht aufgeben will. Vielleicht ist die Affäre aber auch nur Auslöser dafür gewesen, um aufzuzeigen, dass in der Beziehung daheim vieles nicht stimmt und man längst getrennte Wege gehen möchte.

Verloren hat man den Partner auch, wenn das Verzeihen unmöglich ist. Dann sollte jeder für sich die Chance auf einen Neuanfang nutzen.

Der „Digitalrebell“

Der „Digitalrebell“

Walter Reiss im Gespräch mit dem grünen Ex-Landtagsabgeordneten und Ex-EU-Parlamentarier Michel Reimon über sein Polit-Comeback, mit welchen Themen er die Grünen wieder ins Parlament bringen will und welche Rolle für den studierten Journalisten die sozialen Medien spielen.
Walter Reiss / 4. Juli 2019

Erst wenige Wochen ist das Jahr 2019 alt, und acht Frauen wurden brutal ermordet. Die Bundesregierung will Gewaltdelikte stärker bestrafen und Maßnahmen für mehr Opferschutz einführen. Walter Reiss hat mit Karin Gölly, Leiterin des Gewaltschutzzentrums (GSZ) Burgenland, gesprochen – über Ängste und was das Gerede im Ort auslösen kann. Vor allem geht es um die wichtige Botschaft an betroffene Frauen, sich Hilfe zu holen. Die Beratungen im Gewaltschutzzentrum sind anonym und kostenlos!

18 Jahre war Helmut Bieler als Landesrat für die Finanzen, den Straßenbau, Kunst und Kultur im Burgenland zuständig. Dann musste er für den Heimkehrer Hans Peter Doskozil den Platz räumen. Im Interview mit Walter Reiss erzählt das politische Urgestein mit dünner Haut offen über Parteifreundschaften und lässt zwischen den Zeilen auch Enttäuschungen durchblicken. Etwa über Noch-Landeshauptmann Hans Niessl, der Ende Feber ebenfalls sein Amt an Doskozil abgibt.

Sie war die erste Frau im burgenländischen Landtag und war als Politikerin dafür bekannt, dass sie auch mal ordentlich auf den Tisch haute: Christa Krammer (SPÖ) war Landesrätin, Gesundheitsministerin, Nationalratsabgeordnete und Volksanwältin. Mit Journalist Walter Reiss redet sie über Frauen an der Parteispitze, Machtmänner und warum eine gute Schulbildung so wichtig ist.

Rede & Antwort

Unser Mann in Havanna

Seine Kindheit und Schulzeit hat Stefan Weidinger in Güssing verbracht. Dann trieb es ihn sozusagen in die Welt hinaus. Für die kommenden fünf Jahre wird er nun mit seiner Familie in Havanna ein Zuhause finden, denn er wurde erst vor wenigen Tagen zum Botschafter der Republik Österreich für diesen Inselstaat bestellt. Wohlgemerkt - nur einer seiner Zuständigkeitsbereiche. Walter Reiss hat mit dem gebürtigen Burgenländer über Weltpolitik geredet, über unberechenbare Staatschefs und - über Bohnensterz.

An die regelmäßigen Besuche bei seiner Großtante Margit kann sich Sacha Batthyány noch gut erinnern. Es gehörte einfach zu den Familienritualen. Erst als Erwachsener erfuhr er vom Massaker in Rechnitz im März 1945, vom Fest seiner Tante Margit mit den Nazis in ihrem Schloss und von den 180 Juden, die in jener Nacht ermordet wurden. Sacha Batthyány hat sich mit seiner Familiengeschichte auseinandergesetzt und das Buch „Und was hat das mit mir zu tun?“ geschrieben. Walter Reiss hat den Journalist und Autor zu einem sehr offenen Gespräch getroffen.

Für die Lösung der Probleme des Südburgenlandes sollte er eingesetzt werden. Seither sind fast zwei Jahre vergangen. Walter Reiss im Gespräch mit Südburgenland-Manager Werner Unger über politische Mascherl, Ziele und was man auch ohne Budget erreichen kann.

Bald 20 Monate lang sind Sie nun Südburgenland-Manager. Im ersten Jahr haben Sie 600 Gespräche geführt, wie viele sind es jetzt?

Werner Unger:  920.

Manager werden ja daran gemessen, was sie zustande bringen: Wie viele neue Arbeitsplätze sind durch Ihre Mitwirkung geschaffen worden?

Werner Unger: Da würde ich sagen: So um die 120. Und ich muss feststellen, dass das wesentlich mühsamer und aufwändiger ist, als ich jemals gedacht hätte.  Es gilt hier, geduldig und beharrlich mit Firmen zu verhandeln. Es wäre schön, wenn manche Standortentscheidung schneller fallen könnte. Da ist mir die Schlagzahl zu gering.

Früher Manager bei Coca Cola und nun Südburgenland-Manager: Sind das zwei Paar Schuhe?

Werner Unger: Ja. Aber ich habe schon gewusst, worauf ich mich da einlasse. Und ich wurde ja nicht gezwungen, diesen Job zu machen. Ich glaube fest daran, dass wir in dieser Region etwas weiterbringen, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen und wir uns nicht gegenseitig aufstacheln oder ständig jammern, was alles nicht geht. Ich musste lernen, dass alles ein wenig langsamer geht.

Ihre vielen Gespräche führen Sie mit Landespolitikern, Bürgermeistern, Firmenchefs, Konzernvertretern und Beamten. Wer sind die schwierigsten Partner?

Werner Unger: Das Herausforderndste ist die Kommunalpolitik: Da gilt es, über Gemeindegrenzen hinweg Verständnis für die großen Zusammenhänge zu schaffen. Das sind oft sehr langwierige Gespräche, aber ich muss sagen: Kein Gespräch war sinnlos. Ich erlebe die Gemeindepolitiker mir gegenüber als sehr offen, egal von welcher Partei sie kommen. Man fühlt sich nicht gleich abgestempelt. Ich weiß schon: Man hat nicht gerade auf mich gewartet. Und ich bin nicht der Wunderwuzzi, der alles lösen wird. Manchmal erlebe ich die Haltung: „Was will der denn da?“. Und dann stellt sich oft heraus, dass ich doch mithelfen konnte, gute Kontakte zum Land herzustellen.

Sind Sie da nicht eher mehr Kommunikator als Manager? Sie können über keine einzige Betriebsansiedlung entscheiden, verfügen nicht über Macht, Budget und Förderungen. Was und wo ist da Ihre Kompetenz, irgendwo zwischen Landespolitik, Gemeinden, Burgenlandholding oder Regionalmanagement Burgenland?

Werner Unger: Entscheidungen im Sinne eines Managers habe ich hier nicht zu treffen, die Politik schafft die Rahmenbedingungen. Und doch bin ich mehr als nur Kommunikator. Meine Aufgabe ist es, Lösungsvorschläge zu liefern. Oft wüsste ich schon das Ziel, aber die anderen sehen es noch nicht. Wie Sie schon gesagt haben, verfüge ich über kein Budget. Ich werde manchmal gefragt: „Wie viel Geld hast du für uns?“ Meine Antwort: „Ich gebe kein Geld her, habe aber auch keines“. Wenn schon die Anfrage verrät, dass es nur um Geld geht, ist das Gespräch schnell wieder beendet.

Gerade deshalb ist vielen Leuten noch immer nicht klar, wo eigentlich Ihre Befugnisse liegen, was Sie konkret tun, was Sie bewirken oder durchsetzen können.

Werner Unger: Ja, aber mit der Zeit kennt man mich und meine Arbeit immer besser. Gerade durch die schon erwähnten vielen Gespräche. Das Hauptaugenmerk liegt darin, Betriebe anzusiedeln. Dann folgen Schaffung und Optimierung von Infrastruktur: Etwa die Nutzung der vom Land erworbenen Bahnstrecken Friedberg – Oberwart oder Oberwart – Großpetersdorf. Lokale Betriebe brauchen die Bahn. Auf meine Initiative hin werden etwa die ÖBB und das Land Steiermark in die über Jennersdorf laufende internationale Achse Szentgotthard – Graz investieren.

Die Zeiten mit dem Füllhorn der Ziel-1 Förderungen sind vorbei. EU-Mittel – wenn auch etwas weniger – soll es weiterhin für das Burgenland geben. Trotzdem hält sich hartnäckig eine Art Südburgenland-Komplex: Der Norden wird bevorzugt, der Süden bleibt über.

Werner Unger: Grundsätzlich zu den Förderungen: Oft wurden Projekte nur deshalb gemacht, weil es Fördermittel gab. Das war meist kurzlebig und nicht nachhaltig. Zur Nord-Südproblematik: Der Norden verfügt schon durch die Nähe zu Wien über eine ganz andere Infrastruktur. Das ist Faktum. Was ich hier im Süden kritisiere, ist einerseits die Neigung zum Jammern und andererseits die mangelnde Bereitschaft, über Grenzen hinaus zu denken. Man ignoriert zum Beispiel die Nähe der Stadt Szombathely/Steinamanger. Wir sollten großräumiger denken.

Erwartungen werden ja oft mit Personen verknüpft: Seit so gut wie fix ist, dass SPÖ-Shootingstar und Landesrat Hans Peter Doskozil der nächste Landeshauptmann wird, hoffen viele Südburgenländer unter dem Motto „Unser Dosko wird’s schon richten“ auf einen starken Mann aus dem Süden. Braucht es da noch einen Südburgenland-Manager?

Werner Unger: Egal, ob Landespolitik oder Institutionen des Landes: Mein Job wird immer sein, diesen zuzuarbeiten. Man sollte überhaupt mehr darüber reden, was alles schon an Positivem passiert ist: Viele gute Projekte von Südburgenland-Plus oder das RMB (Regionalmanagement Burgenland), das mit der Initiative für die Kellerstöckl einen sehr guten Job macht.

Als Landeshauptmann Niessl zum ersten Mal von einem Südburgenland-Manager gesprochen hat, gab es gleich parteipolitischen Wirbel. Dann war Funkstille, bis die rot-blaue Landesspitze später Sie in dieser Funktion präsentiert hat. Ist es da nicht logisch, dass Sie und Ihre Funktion ins parteipolitische Fahrwasser geraten und Ihre Arbeit in die Schusslinie der schwarzen und grünen Opposition gerät?

Werner Unger:  Das war am Anfang so und hat sich gelegt. Ich habe ja zum Beispiel auch im ÖVP-Landtagsklub meine Arbeit und meine Visionen präsentiert. Man sieht in mir keinen Politiker und keinen Widersacher.

Aber aus parteipolitischer Sicht sind Sie ein Manager mit rotem Mascherl?

Werner Unger: Könnte man so interpretieren, ja. Aber ich bin bestrebt, mit allen gut zusammenzuarbeiten und im Übrigen hat mir gegenüber noch niemand kritisch gesagt: „Du bist ja ein Roter!“

Wäre das Südburgenland eine Firma, was würden Sie als Manager zuerst ändern?

Werner Unger: Das Marketing. Wir verkaufen uns schlecht und jammern zu viel. Die junge Generation zeigt da schon mehr Selbstbewusstsein. Und was mir noch positiv auffällt: Ins Burgenland zugereiste Manager großer Betriebe entwickeln eine innige Beziehung zum Land und werden zu selbstbewussten und überzeugten Südburgenländern. Von ihnen sollten wir lernen.

Laut Vertrag sind Sie Südburgenland-Manager bis 2021. Was wollen Sie bis dahin erreichen?

Werner Unger: Sehr vieles möchte ich da bewirken: Nicht als Person Werner Unger, sondern durch meine Funktion. Ein Beispiel wäre da die Schaffung von Pendlerverbindungen nach Graz, die Ansiedlung von Betrieben entlang vorhandener Bahnlinien und überhaupt der Anstieg der Zahl der Betriebsansiedlungen.

Wollen Sie nach diesen ersten 5 Jahren weitermachen?

Werner Unger: Ja.

Haben Südburgenländer ein Recht darauf, zu erfahren, was ein für sie eingesetzter Manager verdient?

Werner Unger: Sagen wir es einmal so: Darüber redet man nicht. Ich sage Ihnen nur: Es ist wesentlich weniger als ich vorher verdient habe. Ich mache diesen Job nicht des Geldes wegen, muss aber sagen: Was nichts kostet, ist nichts wert.

Town & Country Haus Oberwart – Einladung zur Hausbesichtigung

Town & Country Haus Oberwart – Einladung zur Hausbesichtigung

Die Bauherrn und Town & Country Haus Oberwart laden Sie ein, das Massivhaus FLAIR 143 zu besichtigen.
Dieses Haus bietet viel Platz und Freiraum für die ganze Familie.
Elke IFKOVITS / WERBUNG / 08.06.2019
Planen-Bauen-Wohnen

Burgenland: Bauen wird einfacher

Der Burgenländische Landtag hat das neue Baugesetz beschlossen. Es bringt den Bauherrn künftig Vereinfachungen und weniger Bürokratie. Für die Bürgermeister, Baubehörde der 1. Instanz, gibt es mehr Rechtssicherheit.

Das Bauen wird im Burgenland einfacher und unbürokratischer

 

Anzeige- und Bewilligungsverfahren für alle größeren Bauvorhaben werden auf einem vereinfachten Niveau zusammengelegt – sodass in Zukunft keine mündliche Bauverhandlung mehr nötig ist, wenn sich der Bauwerber und seine Nachbarn vorher einigen. Für die Gemeinden bedeutet das mehr Rechtssicherheit, für die Bürger mehr Eigenverantwortlichkeit.Ein weiterer Vorteil: Durch den Entfall des Bauverfahrens ersparen sich die Bürger Abgaben, die Behörden Arbeit. Die Gemeinden können nun auch im „einfachen“ Bewilligungsverfahren – also wenn alle Nachbarn schon unterschrieben haben – einfache Auflagen in den Baubescheid aufnehmen, wenn die Nachbarinteressen nicht beeinflusst werden. Dadurch erspart man sich eine nochmalige Bauverhandlung und somit Zeit und Kosten.

Anzeige- und Bewilligungsverfahren für alle größeren Bauvorhaben werden auf einem vereinfachten Niveau zusammengelegt – sodass in Zukunft keine mündliche Bauverhandlung mehr nötig ist, wenn sich der Bauwerber und seine Nachbarn vorher einigen. Für die Gemeinden bedeutet das mehr Rechtssicherheit, für die Bürger mehr Eigenverantwortlichkeit.

Ein weiterer Vorteil: Durch den Entfall des Bauverfahrens ersparen sich die Bürger Abgaben, die Behörden Arbeit. Die Gemeinden können nun auch im „einfachen“ Bewilligungsverfahren – also wenn alle Nachbarn schon unterschrieben haben – einfache Auflagen in den Baubescheid aufnehmen, wenn die Nachbarinteressen nicht beeinflusst werden. Dadurch erspart man sich eine nochmalige Bauverhandlung und somit Zeit und Kosten.

Konkret:

Vereinfachte Meldepflicht für unter anderem folgende Vorhaben:

  • Einfache Gartenhütten
  • Swimmingpools bis 50m² Fläche
  • Fenstertausch und Dachsanierung
  • Umbauten im Innenraum eines Gebäudes
  • Wärmepumpen und Klimaanlagen mit einem Betriebsgeräusch von max. 35 Dezibel

 

Komplett genehmigungsfrei sind unter anderen

  • Kinderspielplätze und Spielplatzeinrichtungen,
  • der Gartengestaltung dienende Bauvorhaben wie Zierbrunnen, Gartenteiche, Steingärten, Hochbeete, Grillkamine und dergleichen,
  • Ladestationen für Elektrofahrzeuge,
  • Photovoltaikanlagen bis 10 Kilo-Watt

Für den zuständigen Landesrat Heinrich Dorner, ist das neue Baugesetz ein „echter Meilenstein.“

 

"Ressourcenschonung" und "effizientes Bauen" - das sind die Schlagworte, die die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) beim aktuellen Projekt in der Marktgemeinde Bernstein umsetzt.

Planen-Bauen-Wohnen

Bauen, Sanieren, Energiesparen

Bis zum 3. Februar bietet die Baumesse in Oberwart einen breiten Überblick zu den Themen Bauen, Planen, Wohnen, Sanieren und Energiesparen. Über 300 Aussteller bieten ihre Produkte und Ideen zu diesen Themen an. 88 Prozent der Burgenländer sind im Besitz eines Eigenheims. Und in der Oststeiermark und im südlichen Niederösterreich sieht es ähnlich aus.

Planen-Bauen-Wohnen

Mutig seiner Zeit voraus

Die Moderne hat uns eingeholt, in unserer Reihe „Planen-Bauen-Wohnen“. Wobei dieses Haus technisch gesehen nicht so modern ist, wie man glauben möchte. „Modern“ ist eben Definitionssache, sieht man sich so manch ein Juwel aus den „goldenen Zwanzigern“ an, an denen sich dieses Haus mitunter orientiert. Viele Inputs und ein Händchen für Design machen das Haus in Großpetersdorf zu einem zeitlosen Schmuckstück – cool und dennoch gemütlich.

Eingebettet in die bezaubernde Hügellandschaft der Oststeiermark, liegt ein Schloss. Es ragt empor aus den winterlichen Nebelschwaden, die das Haus noch mystischer und imposanter wirken lassen, als es ohnehin schon anmutet. Erst auf den zweiten Blick sieht man den Kontrast aus urigen und modernen Details am alten Gemäuer. Das Verbindende: die künstlerischen Aspekte, die Schloss Aichberg und seinen Besitzer umgeben.
Der Held dieser Geschichte ist Cajetan Gril. Und der ist auf den ersten Blick genauso schwer einzuschätzen wie die Gemäuer, die ihn umgeben.

Stil ist eine Frage der Persönlichkeit. Das Interieur unterstreicht den Charakter des Erschaffers und spiegelt so nicht nur Geschmack, sondern auch seine Ansichten wider. Wir zeigen Domizile bekannter Persönlichkeiten aus der Region und geben so nicht nur Design-Impulse für die eigenen vier Wände, sondern rücken gleichzeitig die Bewohner in den Mittelpunkt. Diesmal waren wir in einem Haus zu Gast, das den Besucher mit Charme, Kunst und Geschichte in seinen Bann zieht.

Planen-Bauen-Wohnen

Home Sweet Home

Wohnung oder Haus? Neu bauen oder renovieren? Kaufen oder mieten? Der Immobilienmarkt in unserer Region ist vielfältig und es gilt einige Faktoren zu beachten, um die richtige Entscheidung zu treffen. Auch wenn es sich bei uns im Österreich-Vergleich noch relativ günstig wohnen lässt, von billig kann keine Rede sein, denn die Baukosten sind überall hoch.

Das „Raffelhaus“

Das „Raffelhaus“

Eines der schönsten, typisch burgenländischen Arkadenhäuser steht in Oberwart: das Raffelhaus. Allein der Garten ist eine Geschichte für sich.
Ing. Wilhelm HODITS / 4. Juli 2019
Plätze und G'schichten

Die Kaserne Oberwart

1932 wurde die Kaserne in Oberwart eröffnet. 2013 wurde sie geschlossen. Auf dem Areal, das im Eigentum der OSG steht, wird aber bald wieder reges Leben herrschen. Patroullieren wird hier jedoch niemand mehr. Mancher Zeitzeuge erinnert sich noch daran zurück.

Die Sporck-Kaserne in Oberwart. Das Mannschaftsgebäude steht unter Denkmalschutz. Das Stabsgebäude wurde 2018 abgetragen.

 

 

Wohl mancher Senior, der heute am ehemaligen Kasernenareal in der Prinz-Eugen-Straße in Oberwart vorbeispaziert, wird an seine Jugend denken, als er hier als junger Mann nachts im Hof seine Runden drehen musste. Solche Nächte konnten nicht nur sehr kalt, sondern auch sehr finster sein. Heute stellt sich die Frage, was man wohl getan hätte, wäre tatsächlich jemand über die Mauer geklettert. In jedem Fall war es unter den Wachsoldaten üblich, dass man bei diversen Manövern, die man zu absolvieren hatte, immer ein paar Platzpatronen übrig ließ – natürlich ohne dass es bemerkt wurde. So fühlte man sich – damals in den 1960ern – während der Wache dann doch ein wenig sicherer, denn die Fantasie eines jungen Menschen kann in der Finsternis schon gewaltig ausufern.

Oberwart und die Kaserne

Schon ab dem Jahr 1848 ist die Einquartierung von Soldaten in Oberwart belegbar. 50 Dragoner wurden damals in jenem Gebäude mit Stallungen einquartiert, wo heute das Hochhaus steht. Von dieser Einquartierung wurde später der Anspruch eines Kasernenneubaus in Oberwart abgeleitet. Doch es sollte noch beinahe hundert Jahre dauern, bis Oberwart seine Kaserne bekam.

Die noch junge Republik Österreich hatte 1921 die unangenehme militärische Situation, dass die bis zum Ende des Ersten Weltkrieges bestehenden ungarischen Garnisonen Komáron, Koszeg und Szombathely mit 1921 wegfielen. Dieses westungarische Regiment bezog seine Soldaten hauptsächlich aus dem Ergänzungsbezirk Szombathely. Mehr als die Hälfte der im Ersten Weltkrieg gefallenen Oberwarter sind diesen Truppen zuzurechnen. Der Bezirk Oberwart – und hier besonders Oberwart – bot sich daher schon aus geographischen und geschichtlichen Gründen als Stationierungsort für die Heeresverbände an. Die Oberwarter Gemeinderäte haben diese Entwicklung jedoch nicht wahrgenommen.

Im Gemeinderat wurde die Errichtung einer Kaserne immer wieder abgelehnt, mit der Begründung, dass die Stationierung der vielen Soldaten eine moralische Gefährdung für die Oberwarter Frauen und Mädchen wäre. In Pinkafeld sah man die Sache anders. Schon im November 1926 ging der Beschluss eines Kasernenbaus über die Bühne.

Wie Oberwart doch noch eine Kaserne bekam

Der Oberwarter Gewerbeverein erkannte aber den wirtschaftlichen Entgang, wenn es nicht zum Bau einer Kaserne käme und übte auf den Gemeinderat ordentlich Druck aus. Ab 1928 urgierte also eine Delegation aus Oberwart immer wieder bei beim damaligen Bundeskanzler Ignaz Seipel und beim Heeresminister Carl Vaugoin. Immerhin erreichte man einen Teilerfolg und bekam die Stationierung einer Kompanie zugesprochen. Die Masse der Verbände wurde jedoch in der neuen Pinkafelder Jägerkaserne stationiert und auch das Bataillonkomando blieb in Pinkafeld.

Am 27. Juli 1930 erfolgte die Grundsteinlegung für die Kaserne in Oberwart am Gelände des ehemaligen Viehmarktes. Die Fertigstellung war am 31. Juli 1932. In einer Wandnische am Eingang des Mannschaftsgebäudes sind diese Daten mit Metallbuchstaben heute noch angebracht. In Oberwart wurde die dritte Kompanie des Feldjägerbatallions mit 90 Mann aus der Kaserne Neusiedl am See stationiert.

Die Kaserne bestand aus einem Mannschaftsgebäude, das heute unter Denkmalschutz steht und einem Stabsgebäude, in dem auch eine Kommandantenwohnung bis 1985 existierte. Im Jahr 2018 wurde dieses Gebäude abgetragen. Im Dachgeschoß des Mannschaftsgebäudes befand sich viele Jahre eine Brieftauben- und Funkstation. Für die Meldung nach Pinkafeld benötigte eine Taube etwa zwölf Minuten.

Der Zweite Weltkrieg

Mit dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich wurde auch das Bundesheer in die Wehrmacht überführt. Bis Kriegsausbruch im Jahr 1939 blieb die Kaserne die Heimstätte der 2. Kompanie des Gebirgsjägerregiments 138. Kommandeur war General Eduard Diehl. 1940 war auch das Wehrmeldeamt in der Kaserne untergebracht. Die Pinkafelder Kaserne diente ab 1941 übrigens als Reservelazarett. Die Oberwarter Kaserne wurde erst Anfang 1944 zu einem Lazarett adaptiert.

Ab Mitte des Jahres 1944 war eine bosnische SS-Einheit in der Kaserne Oberwart untergebracht. Diese Einheit wurde für die Bewachung der Schanzarbeiten bei Ortsbefestigungen im Kreis Oberwart und am Südostwallabschnitt Rechnitz eingesetzt.

Wie Zeitzeugen berichten, war das Verhältnis dieser SS-Einheit mit den Oberwarter Bürgerinnen und Bürgern nicht negativ. Im Gegenteil. Es sollen sich sogar Romanzen der SS-Soldaten mit der weiblichen Bevölkerung entwickelt haben. Mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in Oberwart wurde auch die Kaserne besetzt.

Die Rote Armee forderte von der Gemeinde Oberwart die Bereitstellung eines 1.600 Hektar großen Übungsplatzes für ihre Truppen. Dies entsprach rund 40 Prozent der Ackerfläche der Stadt. Durch geschicktes Verhandeln konnten die Sowjets von ihrer unmöglichen Forderung abgebracht werde. Es wurden ihnen Flächen im Ried Wartenau zur Verfügung gestellt.

Die Sowjetarmee war in der Kaserne Oberwart bis zum Staatsvertrag 1955 beherbergt. Laut Zeugenaussagen soll es sich dabei um die gefürchtete Einheit des sowjetischen Geheimdienstes GPU gehandelt haben.

Bei ihrem Abzug überreichte der sowjetische Kasernenkommandant dem Oberwarter Bürgermeister Gustav Brunner offiziell und feierlich den Schlüssel der Kaserne. Als die Oberwarter Gemeindevertreter dann die Kaserne betraten, mussten sie erstaunt feststellen, dass die Sowjets nicht nur die Kaserne völlig leergeräumt, sondern auch Türen und Schlösser ausgebaut und mitgenommen hatten.

Ab Ende des Jahres 1955 wurde die Kaserne von einer Einheit der B-Gendarmerie benutzt. Doch bereits am 15. Oktober 1956 richteten sich die ersten Wehrpflichtigen in der Kaserne Oberwart ein. Doch diese waren nicht lange in Oberwart. Bereits zehn Tage später wurden sie an die ungarische Grenze verlegt, weil in Ungarn der Volksaufstand ausgebrochen war. 1957 wurden die in Oberwart stationierten Verbände zum Jägerbataillon 19 umbenannt.

Erinnerungen

Die Wehrdiener hatten auch eine Alpine Ausbildung in den Seetaleralpen zu absolvieren. Ein Zeitzeuge, der seinen Dienst Anfang der 1960-er Jahre absolvierte, erinnert sich, dass die Fahrt im Konvoi von Oberwart aus startete – mit 62 km/h und fast den gesamten Tag dauerte. In einem Haflinger ohne Heizung und nur mit einem Planendach, war es den jungen Männern ordentlich kalt und man musste schon viel Gewand anziehen – einschließlich der sogenannten „Russenhaube“ mit Pelz, um nicht Frostschäden davonzutragen. Für die meisten Oberwarter Präsenzdiener waren die ersten Tage auf Schiern dementsprechend anstrengend, da die meisten hier erstmals damit in Berührung kamen. Es gab jedoch eine Möglichkeit, dieser Alpinen Ausbildung auszuweichen, indem man sich als Bereitschaftsfahrer meldete. Der Nachteil dabei war, dass dieser Fahrer bei jeder Witterung und oft mitten in der Nacht den Film, der zur Unterhaltung der Soldaten am Abend gespielt wurde, zurück ins Kino nach Judenburg bringen musste. Es war immer eine recht abenteuerliche Fahrt und ein Risiko, ob man nicht etwa auf der steilen Alpenstraße steckten blieb und sich selbst aus der misslichen Lage befreien musste.

Der Name Sporck-Kaserne geht übrigens auf einen gewissen Graf Johann von Sporck, einem General aus dem 17. Jahrhundert, zurück. Die Kaserne Oberwart wurde im Jahr 1967 nach ihm benannt.

Ein neues Zeitalter

Die Heeresreform 2010 bedeutete schließlich das Ende des Kasernenstandortes Oberwart. Die Kaserne in Güssing wurde ausgebaut, und mit 13. Dezember 2013 wurden die Wehrpflichtigen in der neuen Kaserne, der Montecuccoli Kaserne in Güssing, stationiert.
Am Abend fand im Stadtpark Oberwart eine Verabschiedung der Jägerkompanie statt. Oberst Thomas Erkinger übergab am Ende dieser Feier das Wappen der 1. Jägerkompanie (siehe Foto) an Bürgermeister Georg Rosner. Den Abschluss bildet der große Zapfenstreich, den ein Soldat von einem Balkon des Hochhauses mit der Trompete spielte. Damit war die Kaserne Oberwart endgültig Geschichte.

Im September 2014 wurde die Kaserne Oberwart von der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) gekauft. 2018 wurde das Kommandogebäude abgetragen. Hier wird eine neue Postfiliale mit einer Größe von 230 m2 entstehen, und bereits Ende des Jahres 2019 soll diese eröffnet werden. Außerdem werden in diesem Gebäude auch 18 Wohnungen entstehen. Das unter Denkmalschutz stehende Hauptgebäude – das ehemalige Mannschaftsgebäude – wird in ein Ärztezentrum umgewandelt, mit ausreichenden Parkflächen auf dem Areal.

Und es geht weiter: Ebenfalls in Planung ist hier ein drittes Gebäude. Kleinwohnungen – barrierefrei und besonders für Senioren geeignet – sollen hier entstehen. Wo also einst junge Männer Wache hielten, wird bald anderes reges Leben herrschen.

 

Johann von Sporck, ab 1647 Freiherr, ab 1664 Graf von Sporck (* 6. Januar 1600[1] auf dem Sporckhof in Westerloh im Fürstbistum Paderborn; † 6. August 1679 auf Schloss Hermannstädtel, Böhmen) war ein bayerischer und später kaiserlicher General der Kavallerie.

Sporck wurde um 1600 als Sohn des Franz Nolte genannt Sporck und einer Tochter des Jobst Sporck auf dem Sporckhof, einer Bardenhauerstätte (Viertelmeier)[2] in Westerloh, geboren. Die Ehe brachte wohl vier Söhne und eine Tochter hervor, zwei Söhne machten ebenfalls eine Militärkarriere.[3]

Sporck ging in jungen Jahren als Reiter in bayrische Dienste, in dem er fast den gesamten Dreißigjährigen Krieg mitmachte. Lange Zeit diente Sporck als Cornett im Bönninghausischen Regiment.[4] Die erste Schlacht, an der er teilnahm, war 1620 die Schlacht am Weißen Berg bei Prag. Für sein tapferes Verhalten in der Schlacht bei Jankau im März 1645 wurde Sporck Generalmajor. Nach dem Ulmer Waffenstillstand im März 1647 trat er mit Johann von Werth in kaiserliche Dienste, wurde zum Feldmarschallleutnant ernannt, am 12. Oktober 1647 in den Freiherrnstand erhoben und mit dem böhmischen Indigenat (Staatsangehörigkeit) beliehen.

Später diente Sporck unter General Raimondo Montecuccoli gegen die Schweden in Polen wie auch bei dem verbündeten Heer, das von 1657 bis 1660 die Schweden aus Schleswig-Holstein und Dänemark vertrieb, wobei bei diesem Feldzug Sporck die gesamte Kavallerie befehligte.[5] Dann kämpfte er in Ungarn mit Montecuccoli gegen die Türken und hatte mit seinen Reiter-Regimentern den wesentlichen Anteil am Sieg bei St. Gotthardt an der Raab am 1. August 1664. Zum Lohn wurde er am 23. August zum Reichsgrafen und zum General über die gesamte Kavallerie ernannt. Auch bei der ungarischen Zrinski-Frankopan-Verschwörung gegen Kaiser Leopold I. kämpfte Sporck 1670 erfolgreich gegen die Aufständischen. Zuletzt diente er mit Montecuccoli 1674/1675 gegen die Franzosen in den Niederlanden und am Rhein.

Sporck nahm dann seinen Abschied und starb am 6. August 1679 auf seinem Schloss in Hermannstädtel in Böhmen. Er war Gutsherr auf sieben Gütern in Böhmen, die Kaiser Leopold I. ihm für seine treuen Dienste geschenkt hatte. Sein umtriebiger ältester Sohn Franz Anton erbte den Großteil seines Besitzes. Sporck liegt in der in seinem Auftrag erbauten Dekanatskirche in Lissa an der Elbe begraben.

Quelle: Wikipedia

Johann von Sporck, ab 1647 Freiherr, ab 1664 Graf von Sporck (* 6. Januar 1600[1] auf dem Sporckhof in Westerloh im Fürstbistum Paderborn; † 6. August 1679 auf Schloss Hermannstädtel, Böhmen) war ein bayerischer und später kaiserlicher General der Kavallerie.

Sporck wurde um 1600 als Sohn des Franz Nolte genannt Sporck und einer Tochter des Jobst Sporck auf dem Sporckhof, einer Bardenhauerstätte (Viertelmeier)[2] in Westerloh, geboren. Die Ehe brachte wohl vier Söhne und eine Tochter hervor, zwei Söhne machten ebenfalls eine Militärkarriere.[3]

Sporck ging in jungen Jahren als Reiter in bayrische Dienste, in dem er fast den gesamten Dreißigjährigen Krieg mitmachte. Lange Zeit diente Sporck als Cornett im Bönninghausischen Regiment.[4] Die erste Schlacht, an der er teilnahm, war 1620 die Schlacht am Weißen Berg bei Prag. Für sein tapferes Verhalten in der Schlacht bei Jankau im März 1645 wurde Sporck Generalmajor. Nach dem Ulmer Waffenstillstand im März 1647 trat er mit Johann von Werth in kaiserliche Dienste, wurde zum Feldmarschallleutnant ernannt, am 12. Oktober 1647 in den Freiherrnstand erhoben und mit dem böhmischen Indigenat (Staatsangehörigkeit) beliehen.

Später diente Sporck unter General Raimondo Montecuccoli gegen die Schweden in Polen wie auch bei dem verbündeten Heer, das von 1657 bis 1660 die Schweden aus Schleswig-Holstein und Dänemark vertrieb, wobei bei diesem Feldzug Sporck die gesamte Kavallerie befehligte.[5] Dann kämpfte er in Ungarn mit Montecuccoli gegen die Türken und hatte mit seinen Reiter-Regimentern den wesentlichen Anteil am Sieg bei St. Gotthardt an der Raab am 1. August 1664. Zum Lohn wurde er am 23. August zum Reichsgrafen und zum General über die gesamte Kavallerie ernannt. Auch bei der ungarischen Zrinski-Frankopan-Verschwörung gegen Kaiser Leopold I. kämpfte Sporck 1670 erfolgreich gegen die Aufständischen. Zuletzt diente er mit Montecuccoli 1674/1675 gegen die Franzosen in den Niederlanden und am Rhein.

Sporck nahm dann seinen Abschied und starb am 6. August 1679 auf seinem Schloss in Hermannstädtel in Böhmen. Er war Gutsherr auf sieben Gütern in Böhmen, die Kaiser Leopold I. ihm für seine treuen Dienste geschenkt hatte. Sein umtriebiger ältester Sohn Franz Anton erbte den Großteil seines Besitzes. Sporck liegt in der in seinem Auftrag erbauten Dekanatskirche in Lissa an der Elbe begraben.

Quelle: Wikipedia

Johann von Sporck, ab 1647 Freiherr, ab 1664 Graf von Sporck (* 6. Januar 1600[1] auf dem Sporckhof in Westerloh im Fürstbistum Paderborn; † 6. August 1679 auf Schloss Hermannstädtel, Böhmen) war ein bayerischer und später kaiserlicher General der Kavallerie.

Sporck wurde um 1600 als Sohn des Franz Nolte genannt Sporck und einer Tochter des Jobst Sporck auf dem Sporckhof, einer Bardenhauerstätte (Viertelmeier)[2] in Westerloh, geboren. Die Ehe brachte wohl vier Söhne und eine Tochter hervor, zwei Söhne machten ebenfalls eine Militärkarriere.[3]

Sporck ging in jungen Jahren als Reiter in bayrische Dienste, in dem er fast den gesamten Dreißigjährigen Krieg mitmachte. Lange Zeit diente Sporck als Cornett im Bönninghausischen Regiment.[4] Die erste Schlacht, an der er teilnahm, war 1620 die Schlacht am Weißen Berg bei Prag. Für sein tapferes Verhalten in der Schlacht bei Jankau im März 1645 wurde Sporck Generalmajor. Nach dem Ulmer Waffenstillstand im März 1647 trat er mit Johann von Werth in kaiserliche Dienste, wurde zum Feldmarschallleutnant ernannt, am 12. Oktober 1647 in den Freiherrnstand erhoben und mit dem böhmischen Indigenat (Staatsangehörigkeit) beliehen.

Später diente Sporck unter General Raimondo Montecuccoli gegen die Schweden in Polen wie auch bei dem verbündeten Heer, das von 1657 bis 1660 die Schweden aus Schleswig-Holstein und Dänemark vertrieb, wobei bei diesem Feldzug Sporck die gesamte Kavallerie befehligte.[5] Dann kämpfte er in Ungarn mit Montecuccoli gegen die Türken und hatte mit seinen Reiter-Regimentern den wesentlichen Anteil am Sieg bei St. Gotthardt an der Raab am 1. August 1664. Zum Lohn wurde er am 23. August zum Reichsgrafen und zum General über die gesamte Kavallerie ernannt. Auch bei der ungarischen Zrinski-Frankopan-Verschwörung gegen Kaiser Leopold I. kämpfte Sporck 1670 erfolgreich gegen die Aufständischen. Zuletzt diente er mit Montecuccoli 1674/1675 gegen die Franzosen in den Niederlanden und am Rhein.

Sporck nahm dann seinen Abschied und starb am 6. August 1679 auf seinem Schloss in Hermannstädtel in Böhmen. Er war Gutsherr auf sieben Gütern in Böhmen, die Kaiser Leopold I. ihm für seine treuen Dienste geschenkt hatte. Sein umtriebiger ältester Sohn Franz Anton erbte den Großteil seines Besitzes. Sporck liegt in der in seinem Auftrag erbauten Dekanatskirche in Lissa an der Elbe begraben.

Quelle: Wikipedia

Johann von Sporck, ab 1647 Freiherr, ab 1664 Graf von Sporck (* 6. Januar 1600 auf dem Sporckhof in Westerloh im Fürstbistum Paderborn; † 6. August 1679 auf Schloss Hermannstädtel, Böhmen) war ein bayerischer und später kaiserlicher General der Kavallerie.

Sporck wurde um 1600 als Sohn des Franz Nolte genannt Sporck und einer Tochter des Jobst Sporck auf dem Sporckhof, einer Bardenhauerstätte (Viertelmeier) in Westerloh, geboren.

Sporck ging in jungen Jahren als Reiter in bayrische Dienste, in dem er fast den gesamten Dreißigjährigen Krieg mitmachte. Lange Zeit diente Sporck als Cornett im Bönninghausischen Regiment. Die erste Schlacht, an der er teilnahm, war 1620 die Schlacht am Weißen Berg bei Prag. Für sein tapferes Verhalten in der Schlacht bei Jankau im März 1645 wurde Sporck Generalmajor. Nach dem Ulmer Waffenstillstand im März 1647 trat er mit Johann von Werth in kaiserliche Dienste, wurde zum Feldmarschallleutnant ernannt, am 12. Oktober 1647 in den Freiherrnstand erhoben und mit dem böhmischen Indigenat (Staatsangehörigkeit) beliehen.

Später diente Sporck unter General Raimondo Montecuccoli gegen die Schweden in Polen wie auch bei dem verbündeten Heer, das von 1657 bis 1660 die Schweden aus Schleswig-Holstein und Dänemark vertrieb, wobei bei diesem Feldzug Sporck die gesamte Kavallerie befehligte. Dann kämpfte er in Ungarn mit Montecuccoli gegen die Türken und hatte mit seinen Reiter-Regimentern den wesentlichen Anteil am Sieg bei St. Gotthardt an der Raab am 1. August 1664. Zum Lohn wurde er am 23. August zum Reichsgrafen und zum General über die gesamte Kavallerie ernannt. Auch bei der ungarischen Zrinski-Frankopan-Verschwörung gegen Kaiser Leopold I. kämpfte Sporck 1670 erfolgreich gegen die Aufständischen. Zuletzt diente er mit Montecuccoli 1674/1675 gegen die Franzosen in den Niederlanden und am Rhein.

Sporck nahm dann seinen Abschied und starb am 6. August 1679 auf seinem Schloss in Hermannstädtel in Böhmen. Er war Gutsherr auf sieben Gütern in Böhmen, die Kaiser Leopold I. ihm für seine treuen Dienste geschenkt hatte. Sein umtriebiger ältester Sohn Franz Anton erbte den Großteil seines Besitzes. Sporck liegt in der in seinem Auftrag erbauten Dekanatskirche in Lissa an der Elbe begraben.

Quelle: Wikipedia

Im Rekordtempo wurde 1902/03 die Bahn von Oberwart über Tatzmannsdorf nach Oberschützen gebaut. Warum dafür die Oberschützer 60.000 Ziegel für den Bahnhof bereitstellten und warum ein Oberwarter der erste Busunternehmer der Region wurde.

Ende der 1950-er Jahre bis 1987 gab es eine tägliche Direktverbindung von Wien nach Bad Tatzmannsdorf – genannt „der Blaue Blitz“

 

 

Es hat gewaltige Aufbruchsstimmung im Jahr 1888 im der Region Oberwart, die damals zu Ungarn gehörte, geherrscht. Die Bahnstrecke Steinamanger – Rechnitz – Oberwart – Pinkafeld 1888 war gerade eröffnet geworden und schon bemühten sich einflussreiche Kreise um eine Weiterführung der Bahnverbindung nach Tatzmannsdorf und Oberschützen sowie die Verlängerung der Strecke bis an die Landesgrenze Österreichs (dem heutigen NÖ).

Der Oberwarter Fuhrwerksbesitzer Johann Ochsenhofer, der damals nicht damit rechnete, dass die Bahnverbindung nach Tatzmannsdorf so rasch gebaut werden würde, nützte den immer größer werdenden Tourismusstrom und kaufte 1892 einen neuen Omnibus zur Fahrt nach Tarcsa (Tatzmannsdorf). Damit nahm er den ersten Linienbetrieb von Oberwart nach Tatzmannsdorf auf. Das erste Busunternehmen in Oberwart war geboren. Für die damalige Zeit ein echter Luxusbus. Eine Investition, die sich für den weitblickenden Busunternehmer sehr bald rechnete. Er soll auch bereits die ersten Schulkinder von Oberwart nach Oberschützen befördert haben.

Eröffnung 1903

1896 beantragte ein gewisser Adolf Stern in Steinamanger den Bau einer Eisenbahnlinie von Großpetersdorf über Stadtschlaining nach Tatzmannsdorf. Als weitere Variante gab es auch die Streckenführung von Oberwart nach Tatzmannsdorf. Dem Antrag wurde 1896 stattgegeben. Stern entschloss sich aus Kostengründen für die kürzere Variant über Oberwart nach Tatzmannsdorf und die Strecke bis Oberschützen zu verlängern. Die Finanzierung bereitete allerdings Probleme, der Bau verzögerte sich.

Im Juni 1899 wurde die Bewilligung um ein weiteres Jahr verlängert. Neuer Eigentümer der Strecke wurde Ludwig Fabian, der die Finanzierung stemmte. Am 18. Juni 1902 wurde der Spatenstich für die neue Strecke vorgenommen. Am 26. Juni 1902 wurde die Oberwarter, Tatzmannsdorfer, Oberschützer Localbahn mit Sitz in Budapest gegründet. Mitte Dezember 1902 erreichten die Gleise bereits Oberschützen. Die Gemeinde Oberschützen stellte für den Bau des Bahnhofs ca. 60.000 Ziegel zur Verfügung, bestand aber darauf, dass das Gebäude mindestens so groß sein musste, wie jenes in Tatzmannsdorf. Überlegt wurde auch ein Weiterbau der Strecke bis Kirchschlag.

Am 24. März 1903 erfolgte die feierliche Eröffnung. Zwei Züge am Morgen, einer zu Mittag und zwei am Abend verbanden nun Oberwart mit Tatzmannsdorf und Oberschützen. Betreiber war die ungarische Bahn, die Abfahrtszeiten wurden nach den Bedürfnissen der Gymnasiums-Schüler abgestimmt.

Seilbahn nach Tatzmannsdorf

Der 1. Weltkrieg änderte viel. Aber auch für den Güterverkehr hatte die Bahn besondere Bedeutung. Völlig in Vergessenheit geraten ist auch, dass das Burgenland eine Seilbahn hatte. Von 1920 bis 1929 führte diese von Glashütten nach Tatzmannsdorf, um Antimon zu transportieren. Diese Seilbahn ruhte auf 73 Holzstützen, die eine Höhe von bis zu 28 Metern hatte. 1929 wurde sie eingestellt. Nach dem 2. Weltkrieg profitierte die Bahn stark vom Kohlebergbau in Tauchen. Ab 1953 brachte eine Materialseilbahn die Kohle vom Bergwerk in Tauchen nach Oberschützen, wo sie auf die Bahn verladen wurde.
Der Bahnvorstand war über die Zunahme der Kohlentransporte sehr erfreut, jedoch nicht seine Frau. Aber auch die anderen Frauen in der Umgebung hatten mit dem Kohlenstaub keine Freude. Bei windigem, trockenem Wetter, wurde nicht nur die gesamte Bahnanlage, sondern auch die frisch zum Trocknen aufgehängte Wäsche mit Kohlenstaub bedeckt. Auf das Rekordjahr 1965 für den Bahnhof Oberschützen mit 15.589 Wagons, davon wurden 9307 mit Kohle beladen, erfolgte der Absturz ins Bodenlose. 1967 wurde der Kohlebergbau in Tauchen eingestellt.

Direktverbindung von Wien Süd nach Bad Tatzmannsdorf

Ende der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts entschlossen sich die ÖBB eine Direktverbindung von Wien Süd nach Bad Tatzmannsdorf täglich mit dem „Blauen Blitz“ anzubieten. Bis zur Einstellung des Betriebes durch die ÖBB am 30. Juni 1987. Viele Schüler wechselten schon vorher auf die Busse. Die ÖBB nutzten die Strecke als Parkraum für Güterwaggons. 1987 entfernten Unbekannte die Bremsschuhe, die Waggons verkeilten sich untereinander, der Sachschaden war gewaltig. Von 1989 bis 1997 betrieb die private Südburgenländische Regionalbahn (SRB) hier einen Nostalgiebetrieb. Ab 1997 wurde die Strecke aufgegeben.

Am 5. August 2003 erhielt der Verein „Schiene Südburgenland“ die Nutzungsrechte für die Strecke. In der Folge wurden von den Vereinsmitgliedern etwa 30.000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet und die Strecke befahrbar gemacht. Mit Draisinen betrieb man einen erfolgreichen Publikumsverkehr, auch Moor-Erlebnisfahrten. 2011 gab es 5000 Fahrgäste.

Doch das Aus kam: Die Bezirkshauptmannschaft Oberwart hat den im Feber 2012 eingebrachten Antrag auf Verlängerung der Betriebsbewilligung abgelehnt. Ein versprochener Ankauf durch das Land kam nicht zustande. Die Fahrzeuge kamen nach Niederösterreich, 2018 wurde die Bahnbrücke zwischen Oberschützen und Bad Tatzmannsdorf abgetragen. Damit ist Oberschützen übers Gleis nicht mehr erreichbar, die historische Strecke scheint Vergangenheit. Ende April 2019 gab die Südburgenländische Regionalbahn bekannt, das Teilstück zwischen Oberschützen und Bad Tatzmannsdorf abzubauen – schade.

 

Plätze und G'schichten

Die Szombathely-Pinkafeld Lokalbahn

Eine Bahnstrecke nach Szombathely und Wien – und das Südburgenland im Zentrum. Was wir hatten und wieder verloren haben.

Der Bahnhof in Rechnitz. Seit 1888 war er in Betrieb. 1955 endete hier die Verbindung nach Ungarn. Auch Altpinkafeld hatte einen Bahnhof. Bis zum Jahr 2011 war er in Betrieb. Der Bahnhof in Schachendorf (Foto unten) wurde bereits 1989 geschlossen. Fotos unten: Güterzug am Bahnhof Rotenturm im Jahr 1985. Bahnhof Großpetersdorf. Bis 2011 war hier Betrieb durch den Gütertransport und die Märchenbahn.

 

 

Kalt muss es gewesen sein, als die Grafen Julius Erdödy und Karl Batthyány die Bahnstrecke Szombathely-Pinkafeld feierlich eröffneten. Es war der 16. Dezember des Jahres 1888, also eine Woche vor Weihnachten, als der feierliche Festakt am Bahnhof Oberwart stattfand.

Befahren wurde die Strecke ja bereits seit dem 28. Oktober 1888, und der erste Zug war natürlich mit Kränzen und Fähnchen geschmückt. Es war ein einzigartiges Ereignis. Immerhin wurde seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts der Ruf nach einer Bahnverbindung von Szombathely nach Pinkafeld immer lauter. Vor allem der Agrarhandel und das Gewerbe litten unter den schlechten Verkehrsanbindungen. Nicht zuletzt ist es den eingangs genannten Grafen zu verdanken, dass der Ausbau der Bahnstrecke Realität wurde. So trafen sich am 11. Mai des Jahres 1881 im Schloß des Grafen Stefan Erdödy in Rotenturm namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft, um intensiv über die Frage zu diskutieren, ob die Region Oberwart eine Bahnverbindung braucht und ob der Bau überhaupt finanzierbar und durchführbar wäre. Angedacht wurde dabei vieles. So war von einer weniger luxuriös ausgestatteten Vizinalbahn (Eisenbahn zur Erschließung des ländlichen Raumes) ebenso die Rede wie von einer Schmalspurbahn. All diese Versuche, die Kosten für die Errichtung zu senken, wurden wieder verworfen. Die Wirtschaft war von einem gut funktionierenden Bahnsystem einfach abhängig.

Namhafte Industriebetriebe und Institutionen, wie das Antimonbergwerk in Bergwerk und Goberling, das Kohlenbergwerk in Mariasdorf, die Loden- und Kotzen (Name für eine Art Umhang) -fabrik in Pinkafeld, aber auch die Lehranstalt in Oberschützen und die Kuranstalt in Bad Tatzmannsdorf waren besonders stark an einem Bahnsystem interessiert. Auch die Kohlefunde in Kohlstätten im Jahr 1884 wurden als Dringlichkeitsgrund für die Bahn angeführt. Nicht zuletzt verwies auch die „Oberwarther Sonntagszeitung“ in ihren Leitartikeln immer wieder auf die Wichtigkeit der Bahnstrecke.

Bahn frei!

Im September 1886 kam es dann zur entscheidenen Begehung der Strecke Szombathely-Rechnitz-Oberwart-Pinkafeld. Die Kostenschätzung für diese rund 52 Kilometer lag bei 1.492.000 Gulden (heute rund 20 Mio. Euro). Nach vielen Überlegungungen und zähen Verhandlungen war es am 6. Dezember 1887 schließlich soweit: Der Bau der „Steinamanger-Pinkafelder Lokal-Eisenbahn“ wurde bewilligt. Die Trasse führte von Steinamanger über Rechnitz, Hannersdorf, Großpetersdorf, Rotenturm und Oberwart nach Pinkafeld.
Interessantes Detail am Rande: Es ist dieser Bahnstrecke geschuldet, dass die kroatischen Ortschaften Schachendorf und Schandorf, die eigentlich nach Ungarn tendierten, aufgrund des Trassenverlaufes 1921 zu Österreich kamen.

Am 10. April 1888 wurde mit dem Bau der Strecke begonnen. Zwei Fahrten pro Tag waren geplant. Die Höchstgeschwindigkeit der Dampflok wurde mit bis zu 30 Kilometer pro Stunde genehmigt. Wie eingangs erwähnt, befuhr der erste Zug die gesamte Strecke bereits am 28. Oktober des Jahres 1888.

Eine wichtige Rolle für die Bahn spielte die Reformierte Kirche Oberwart. Pfarrer Alexander Gueth war anfangs einer der größten Skeptiker, wurde später aber zu einem großen Förderer der Bahn und Mitglied des Direktoriums. Die evangelische Pfarrgemeinde HB war auch einer der Hauptaktionäre der Eisenbahngesellschaft. Ohne sie wäre die Bahn entweder gar nicht oder erst sehr viel später gebaut worden.

An die Anbindung der Bahn von Pinkafeld nach Aspang hatte weder die ungarische Krone noch die österreichische Bahn Interesse. Das dauerte immerhin bis zum Jahr 1925. Das südliche Burgenland war ab diesem Zeitpunkt also mit Szombathely und über die Aspangbahn auch mit Wien verbunden. Was für ein Segen! Von Wien über Aspang-Friedberg-Oberwart-Rechnitz-bis nach Szombathely reichte damals das Bahnnetz. 1925 war das Südburgenland in Sachen Bahn-Infrastruktur somit besser aufgestellt, als es heute der Fall ist.

Das Ende der Zugverbindung nach Szombathely

Es war der Eiserne Vorhang, der die Verbindung Österreich-Ungarn radikal und quasi über Nacht durchtrennte. Die Grenze nach Ungarn wurde dicht gemacht, und die Strecke Rechnitz-Buscu/Torony 1953 stillgelegt. Mit Ende der russischen Besatzungsmacht im Jahr 1955 wurde die Bahntrasse Rechnitz bis zur Staatsgrenze endgültig aufgelassen und die Schienen zum Teil abmontiert. Die Bahn nach Ungarn war Geschichte.

Doch das Ende ging weiter! Mit Beginn des Sommerfahrplanes 1984 wurde der Personenverkehr auf der Strecke Oberwart-Rechnitz eingestellt. Vier Jahre später, am 31. Dezember 1988, fuhr auch der letzte Gütertransport. Es war die Großpetersdorfer Busunternehmer-Familie Schuch, die dann ab 1989 den Güterverkehr zwischen Großpetersdorf und Rechnitz als „Südburgenländische Regionalbahn (SRB)“ weiterführte und aufrecht erhielt. Sie war auch für die legendäre Nostalgie-Märchenbahn auf dieser Zugstrecke (von 1989 bis 2011) verantwortlich, die am Wochenende und an Feiertagen ein beliebtes Ausflugsziel war.
Ungeklärt blieb aber letztlich die Frage der Finanzierung dieser Gütertransportstrecke, die zu unüberbrückbaren Differenzen zwischen der SRB und dem Land Burgenland führte. Adolf Schuch, Geschäftsführer der SRB, stellte den Betrieb 2011 ein – obwohl die Strecke Oberwart-Großpetersdorf zuvor saniert wurde. Seither erfolgt auch auf der Strecke Oberwart-Rechnitz kein Güterverkehr mehr.

Auch die Strecke Friedberg-Oberwart musste ums Überleben bangen. Der Personenverkehr wurde 2011 eingestellt. Der Güterverkehr wurde von der Steiermarkbahn im Auftrag der Rail Cargo übernommen. Versprechungen von Seiten der Politik über eine Reaktivierung der Strecke Oberwart-Friedberg und eine Realisierung der Grenzbahn nach Szombathely gab es in der Vergangenheit zur Genüge.

Wie wichtig die Anbindung des Südburgenlandes an das nationale und internationale Bahnnetz ist, steht außer Frage.

Firmen wie die international tätigen Unternehmen Unger Stahlbau und MMM Energie sind von der Bahn abhängig. Seit 2004 verfügen die in Oberwart ansässigen Unternehmen über einen eigenen Bahnanschluss. Auch die Holzindustrie ist von der Bahn abhängig. Über die Verladesituation und die Anlieferungen mit LKW wurde jahrelang ergebnislos diskutiert.
Aktuell lässt die Meldung aufhorchen, dass die Verladestation von Oberwart nach Rotenturm nun tatsächlich realisiert werden und die Bahnstrecke Oberwart-Großpetersdorf reaktiviert werden soll. Die Politik ist am Zug, ihre Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen und diese Infrastruktur wieder zum Leben zu erwecken.

130 Jahre gibt es den Bahnhof in Oberwart. Seit 2011 wird hier nur Frachtgut verladen. Um den Personenverkehr wird diskutiert.

Der Bahnhof in Oberwart wurde 1888 eröffnet. Damals waren natürlich Dampfloks unterwegs

 

Es ist der 31. Juli 2011, abends, um 19 Uhr 42. Der letzte Zug von Friedberg fährt langsam in den Bahnhof Oberwart ein. Er ist mit einem Trauerflor geschmückt. Rund 500 Menschen stehen betroffen an den Bahngleisen. Nach 122 Jahren ist dies der letzte Personenverkehrszug am Oberwarter Bahnhof. Eine Infrastruktur wurde damit zerstört. Als Zeichen der Empörung legen die Demonstranten auch vor dem Oberwarter Rathaus einen Kranz nieder. Zu wenig Fahrgäste, wurde als einer der Hauptgründe für die Einstellung des Bahnverkehrs auf der Strecke Oberwart-Friedberg von den politisch Verantwortlichen angegeben.

Mühsamer Start

Man schrieb das Jahr 1888, als der erste Bauabschnitt des Bahnhofs Oberwart fertiggestellt wurde, inklusive einer kleinen Gaststätte. Doch scheinbar blieb der große Ansturm damals aus. So wird berichtet, dass im März 1889 kein einziges Tier in Oberwart für den Transport nach Wien verladen wurde. Der Zug musste nämlich von Oberwart zunächst nach Steinamanger und von dort über Ödenburg bis nach Wien fahren. Eine teure Fahrt, die sich kaum ein Bauer leisten konnte.

Um das zu umgehen, trieben die Landwirte ihr Vieh bis nach Aspang, wo es auf den Zug nach Wien verladen wurde. Eine Strapaz für Mensch und Tier. 1891 sah es um die Nutzung der Bahn schon besser aus. So berichtete die „Oberwarther Sonntagszeitung“ am 1. März 1891, dass beim Jahrmarkt ein solcher Andrang war, dass alle acht Zugwaggons zum Bersten voll waren. 906 Menschen seien mit dem Zug damals von Oberwart abgefahren. In weiteren sechs Waggons wurden Rinder und Pferde verladen.

Erschütternde Szenen

Ab März 1938 spielten sich am Bahnhof Oberwart grausame Tragödien ab. Juden, Gegner des Naziregimes und Roma wurden in Viehwaggons verladen und unter unmenschlichen Bedingungen in Konzentrationslager transportiert. Am Oberwarter Bahnhof begann ihre Fahrt in die Hölle. Über diesen Abtransport gibt es erschütternde Zeitzeugenberichte.

Bahnhofs-G’schichtn

Ende der 1980er Jahre wurde der Posten des Streckenbegehers aufgelassen. Dieser Bahnbedienstete hatte die Aufgabe, die Strecke Pinkafeld-Rechnitz abschnittsweise abzugehen und auf Mängel abzusuchen. Er hatte eine große Ledertasche mit Werkzeug umgehängt, und besonders auffällig war dabei der große Gabelschlüssel. Mit diesem zog er lockere Schrauben an den Bahngleisen fest.

Bis Ende der 1990er Jahre wurden die Tiere nach dem Viehmarkt vom Rotundenareal über den Oberwarter Hauptplatz in die Bahnhofstraße getrieben und am Bahnhof verladen. Natürlich war es jedes Mal ein Spektakel, wenn ein Tier ausriss und nur mit viel Mühe eingefangen werden konnte. Das Bahnpersonal, das mit dem letzten Zug in Oberwart ankam und am nächsten Tag gleich wieder Dienst hatte, übernachtete in dem langgestreckten Gebäude an der Ecke Prinz Eugen-Straße. Der Bahnhofvorstand wohnte direkt im Bahnhofsgebäude. Die Wohnung ist heute privat vermietet. Im Jahr 2010 wurde die Gaststätte am Bahnhof, eine Oberwarter Institution, aufgelassen. Dieser Gebäudeteil steht heute noch leer.

Fahle Versprechung

Nachdem der Personenverkehr 2011 eingestellt wurde, übernahm nach langen Verhandlungen die Steiermarkbahn im Jahr 2013 den Güterverkehr. Die Firma Unger Stahlbau, die Ölfirma MMM Energie und die heimische Holzindustrie sind auf den Transport mit der Bahn angewiesen. Eine Schwierigkeit in der Oberwarter Innenstadt stellt der Holztransport mit LKW durch die Stadt zum Bahnhof dar. Eine Lösung wird seit Jahren von der Politik versprochen – ebenso erfolglos, wie die Bekundungen, den Personenverkehr wieder aufleben zu lassen. Auch wird seit Jahren über einen autonomen Zugverkehr diskutiert, der auf der Strecke Oberwart-Friedberg getestet werden soll.

Wie man sich denken kann, ist auch dies nur eine Idee, die bislang nicht verwirklicht wurde. Die Chancen, dass der Bahnhof Oberwart wieder reaktiviert wird, könnten mit dem Infrastrukturminister aus Pinkafeld und dem neuen Landeshauptmann – ebenfalls aus dem Südburgenland – steigen. Es gilt die Devise: Wenn nicht jetzt, dann wohl nie.

 

TIPP: Lesen Sie das nächste Mal über die Bahnstrecke Steinamanger-Oberwart

Seit 1961 besteht eine zentrale Volksschule am Standort Schulgasse. Als Institution gab es die Volksschule in Oberwart natürlich schon viel länger, und eigentlich waren es früher deren vier.

Dass eine Kleinstadt wie Oberwart jahrhundertelang über drei, später dann sogar vier Volksschulen verfügte, ist schon etwas Besonderes und der Tatsache geschuldet, dass in dem Ort drei Konfessionen nebeneinander bestehen. Jede Pfarrgemeinde achtete auf die schulische Bildung ihrer „Schäfchen“, da es in früheren Zeiten kein staatlich organisiertes Schulwesen gab.

Die Anfänge

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts existierte in Oberwart eine katholische Schule, die im Zuge der Reformation in eine reformierte Schule (HB) umgewandelt wurde und für etwa 100 Jahre bestand. Natürlich sehr zum Missmut der Katholiken, die schließlich mit der Gegenreformation den reformierten Pfarrer samt Lehrer vertrieben und den Pfarrhof sowie die Schule der reformierten Gemeinde zerstörten. Letztlich führte der Konflikt dazu, dass es für einige Jahre gar keine Schule in Oberwart gab. Die reformierte Gemeinde war erst ab 1681 wieder in der Lage, eine eigene Schule zu errichten. Die katholische Schule ist erst ab 1757 wieder belegt.

Die evangelische Gemeinde AB war damals sehr klein und verfügte über keine eigene Schule, weshalb die wenigen Kinder die reformierte Schule besuchten. Keine leichte Aufgabe für die reformierten Lehrer, die sich dadurch mit der Schulbehörde oft Zores einhandelten.

Schwierige Verhältnisse

Die erste evangelische Schule AB wurde 1792 aus Holz errichtet, 1830 übersiedelte man in jenes Gebäude, an dessen Platz heute das Alten-und Pflegeheim der Diakonie steht.

Die reformierte Gemeinde baute im 19. Jahrhundert sukzessive ihre Schulstandorte im Umfeld der Kirche sowie eine „Notschule“ in der Grazerstraße aus. Davon sind heute nur noch ein Gebäude – mittlerweile ein Wohnhaus – und drei Nussbäume übrig. Unterrichtet wurde damals unter schwierigsten Bedingungen. So gab es 1865 in der katholischen Schule nur einen Unterrichtsraum für 114 Kinder.

Die vierte Volksschule in Oberwart war die sogenannte Staatsschule, die – gegründet um 1910 – in erster Linie der Magyarisierung von Beamtenkindern sowie der Einschulung der Romakinder diente. Als 1921 das Burgenland zu Österreich kam, wurde diese Schule aufgelassen.

Auch dunkle Zeiten gab es in der Volksschule Oberwart: 1932 ordnete der Bezirksschulinspektor die Zwangseinschulung der sogenannten „Zigeuenerkinder“ in die katholische Volksschule an. Der Schulstuhl (Schulleitung) wehrte sich dagegen massiv mit dem Hinweis auf gesundheitliche Rücksichtnahme in Hinblick auf die anderen Kinder. Man schlug vor, die zuvor aufgelassene Staatsschule dafür wieder zu installieren. Zustande gekommen ist dies aber nie. Damit war der Analphabetismus der „Zigeunerkinder“ in der Ersten Republik endgültig besiegelt.

Die israelitische Kultusgemeinde unterhielt übrigens keine eigene Volksschule. Die jüdischen Kinder besuchten ausnahmslos die evangelische Volksschule. Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurden alle konfessionellen Schulen aufgelöst. An ihre Stelle trat die allgemeine öffentliche Schule. Unterrichtet wurde aber weiterhin in den ehemals konfessionellen Schul-Gebäuden. Dieser Umstand sorgte auch noch nach 1945 dafür, dass sich viele Oberwarter Kinder erst in der Hauptschule das erste Mal begegnet waren. Die allgemeine Armut nach dem Krieg traf auch die Schulkinder, die mit Brennholz unter dem Arm in die Schule gingen.

Zentrale Volksschule

1957 wurde der Neubau einer zentralen Volksschule am heutigen Standort beschlossen. Diese nahm 1961 ihren Betrieb auf. 1984 wurde hier die erste „integrierte Klasse“ Österreichs installiert. Um den hohen pädagogischen Ansprüchen durch eine zeitgemäße Schularchitektur gerecht zu werden, wird seitens der Gemeinde über einen Neubau der Zentralschule nachgedacht. Vielleicht ein weiteres, wichtiges Kapitel in der langen Geschichte der Volksschule Oberwart.

 

Stadtführungen mit
Ing. Wilhelm Hodits
unter 0664/50 44 554

Die Volksschule Oberwart

In der Volksschule Oberwart werden derzeit 320 Schülerinnen und Schüler in 18 Klassen von 30 Lehrerinnen und Lehrer unterrichtet. Die Oberwarter Volksschule ist eine der größte Volksschulen im Burgenland.

Der Schwerpunkt der Volksschule liegt in der sprachlichen Vielfalt (ungarisch, kroatisch englisch) sowie im musikalischen und digitalen Bereich – und im Bewusstsein, dass man nur gemeinsam stark ist. Die Förderung der Kinder erfolgt unter dem Motto: „Nicht für alle das Gleiche, sondern für jeden das Beste.“

Das soziale Lernen und das Zusammenleben in der Schule (wertschätzender Umgang, Respekt, gegenseitiges Helfen, Freude und Vertrauen) sind Grundprinzipien, die in der Schule vermittelt werden.

Die VS Oberwart ist auch MINT-Schule (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und hat dafür das Gütesiegel.

Seit 1995-1996 gibt es Ungarisch-Klassen, die zweisprachig geführt werden.
Von 1995-2004 gab es auch Romanes-Sprachübungen.
Seit 2009 wird eine Englischklasse geführt.
Seit 2005 gibt es eine Kroatischklasse.
Seit 2006 gibt es in Kooperation mit der Musikschule auch Musikklassen.

Neben der digitalen Bildung wird täglich eine Turnstunde angeboten. Es gibt Talenteförderung und Leseförderung in Kooperation mit Bücherwurm und der Bücherei.

Seit 27 Jahren gibt es die Schulpartnerschaft mit einer Schule in Szombathely. Auch die Neuen Medien sind ein großes Thema in der Volksschule Oberwart.

Der Hort ist von Montag bis Freitag bis 17 Uhr geöffnet. 138 Schülerinnen und Schüler werden hier betreut und verköstigt, wobei großer Wert auf gesunde Ernährung gelegt wird.

Plätze und G'schichten

Verneigung vor einem Baukulturgut

„Ausgezeichnetes Arkadenhaus 1975“ - dieses Schild glänzt an der Fassade des Hauses von Gustav Brunner in der Oberwarter Raimundgasse - verliehen von der Stadtgemeinde. Grund genug, für einen Besuch.

Das Arkadenhaus in der Raimundgasse in Oberwart wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut. Von wem, ist leider unbekannt. Um das Jahr 1990 wurde das Arkadenhaus von Gustav Brunner generalsaniert. Auch die 200 Jahre alte Holzdecke im Wohnbereich ist im Originalzustand.

 

Über den Erbau dieses außergewöhnlichen Hauses ist nicht viel bekannt. Es dürfte wohl Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden sein. Die erste bekannte Eigentümerin war Maria Brunner, die Urgroßmutter des heutigen Besitzers Gustav. Das Arkadenhaus ist als Doppelhakenhof angelegt. Eine Bauform, die man heute selten zu Gesicht bekommt. Imposant ist das Eingangstor, das segmentbogenförmig auf der Straßenseite den Besucher empfängt.

Es erfordert schon ein wenig Kraft, dieses große Holztor zu öffnen – beinahe ein wenig Respekt einflößend wirkt es. Wer ein Auge für Architektur hat, dem wird die Decke der Einfahrt sofort auffallen, denn diese zeigt eine Gewölbekonstruktion, wie sie heute kaum mehr zu sehen ist.

Im Innenhof kommt der Doppelhakenbau voll zur Geltung. Auf der Südseite der Einfahrt befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Schusterwerkstätte von Ludwig Brunner, dem Onkel des heutigen Eigentümers Gustav Brunner. Dieser kann sich heute noch gut daran erinnern, welch Freude es ihm und seinen Schwestern Mitzi und Helga bereitete, Holznägel in die Schusterbank zu schlagen. Bis dem Onkel das Treiben zu bunt wurde und die Kinder aus der Werkstatt verbannt wurden. Heute wird dieser Trakt als Gästezimmer verwendet.

Das angebaute Waschkesselhaus wurde nicht nur zum Wäscheauskochen genützt. Angeblich spielte es auch eine zentrale Rolle, wenn es ums Schnapsbrennen ging. Aber darüber schweigt die Chronik wohlweislich.

Im rechten Trakt war der Wohnraum – und ist es heute noch. Wenn die gesamte Brunner-Familie zusammentraf, dann wurde der Schlafraum schon mal zum Wohn- und Speiseraum umfunktioniert und ordentlich gefeiert.

Wie es bei den Arkadenhäusern üblich ist, waren natürlich auch die obligate Tenne und landwirtschaftliche Lagerräume vorhanden. Schweine- und Hühnerstall gab es hier bis in die 70-er Jahre und natürlich einen großen Misthaufen. Das gibt es alles längst nicht mehr, doch worüber sich der Hausherr besonders freut, ist der Brunnen, der auch heute noch in Verwendung ist.

Das Wohngefühl in diesem Arkadenhaus ist einzigartig. 90 Zentimeter dicke Außenmauern und 60 Zentimeter dicke tragende Innenwände, die aus gebrannten Ziegeln hergestellt wurden, sorgen für ein unvergleichbares Raumklima.

Die Türrahmen sind übrigens im Originalzustand mit einer Höhe von 1,70 Metern erhalten. Beim Durchgehen, muss man somit immer den Oberkörper ein wenig bücken – als würde man sich verneigen. Dem Eigentümer gefällt dies, denn für ihn ist dies eine Art Ehrbekundung gegenüber dem Erbauer dieses besonderen Hauses.

Die Geschichte der Arkadenhäuser:

Die Geschichte der Arkadenhäuser:

 

Quelle: Die Obere Wart. Festschrift zum Gedenken an die Wiedererrichtung der Oberen Wart im Jahre 1327 Triber, Ladislaus [Bearb.]. Stadtgemeinde Oberwart [Hrsg.]. – Oberwart (1977)

 

Quelle: Die Obere Wart. Festschrift zum Gedenken an die Wiedererrichtung der Oberen Wart im Jahre 1327 Triber, Ladislaus [Bearb.]. Stadtgemeinde Oberwart [Hrsg.]. – Oberwart (1977)

Plätze und G'schichten

Legendäre Zeitungsgeschichte

Zeitungen sind meinungsbildend und Zeitzeugen der Geschichte. Oberwart hat im vorigen Jahrhundert mit der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“, aus der später die legendäre OZ hervorging, nicht nur das Land mitgestaltet. Damit wurde auch Geschichte geschrieben.

Von 1880 bis 1947 erschien die Oberwarther Sonntags-Zeitung. Dannach wurde sie in die Oberwarter Zeitung umbenannt.

 

Der Oberwarter Ludwig Schodisch gründete die „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ im Jahr 1880 als „nichtpolitisches Wochenblatt“, das jeden Sonntag, großformatig in A3, erschien. Ludwig Schodisch hatte bereits im Jahr 1876 eine kleine Buchdruckerei in der heutigen Grazerstraße 49 geführt (im Nebengebäude war später die Fleischerei Benkö und danach die Bar von Otto Heigl und Alfons Pagany). Dass die Zeitung in deutscher Sprache erschien, war damals mehr als ungewöhnlich. Die Amtssprache war Ungarisch und die Regierung setzte alles daran, die Landessprache zu schützen. Ludwig Schodisch stellte deshalb gleich in der ersten Ausgabe im Vorwort klar, dass man sehr wohl die ungarische Landessprache schätze und ehre und das Vaterland liebe.

Es war aber eindeutig, dass die Zeitung gegen die Magyanisierung der deutschsprachigen Bevölkerung vorging. Doch die Redaktion der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ positionierte sich offiziell als Blatt der verschiedensten Vereine, wogegen die Regierung nicht vorgehen konnte. Im Laufe der Jahre erschienen aber immer mehr Artikel über wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Vorkommnisse. Heute geben auch die Werbeeinschaltungen ein aufschlussreiches Zeugnis über die Geschäfte und Berufssparten der damaligen Zeit.

Goldene Zeiten

Die „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ wurde bis zum Jahr 1911 von Ludwig Schodisch geführt. In diesem Jahr kaufte der Oberwarter Friedrich Reiß die Zeitung und die Druckerei, baute ein eigenes Objekt in der damaligen Tempelgasse (heute Ambrosigasse 5) und übersiedelte die Redaktion und die Druckerei in das neue Gebäude, in dem er auch ein Bücher- und Papierwarengeschäft führte. Nach dem Ersten Weltkrieg verpachtete Friedrich Reiß die Druckerei an die Styria Graz. 1931 wurde der Standort Oberwart von dieser aber überraschend aufgelassen.

Doch die Druckmaschinen blieben nicht lange still, denn Alois Gräml kaufte die Druckerei samt der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ und führte sie bis 1936. Als er verstarb, war sein Sohn Hugo noch zu klein, um das Erbe antreten zu können. Interimsmäßig sprang also dessen Tante, Käthe Pankowski-Fuith, ein, die das Blatt und die Druckerei bis zum Kriegsende 1945 leitete.

Aus „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ wird Oberwarter Zeitung

Nachdem Hugo Gräml 1946 aus der englischen Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, machte er mit dem angestellten Schriftsetzer Josef Fuith einen Gesellschaftsvertrag und so wurde die Firma auf den Namen „Gräml und Fuith“ geändert. Später übergab Hugo Gräml auch seine Anteile an Josef Fuith, der damit Alleineigentümer der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ wurde. Zeitgleich wurde der Name auch auf „Oberwarter Zeitung“ geändert und der Erscheinungstag auf Freitag verlegt.

Über 20 Jahre lang war die „Oberwarter Zeitung“ ein fixer Bestandteil in den regionalen Haushalten. Als Josef Fuith dann Ende der 1960-er Jahre schwer erkrankte, übernahmen seine beiden Neffen kurzfristig die Leitung der Druckerei – bis diese im Jahr 1970 in den Konkurs schlitterte. Doch das sollte noch längst nicht das Ende des Blattes sein.

Die Ära Steflitsch

Der Oberwarter Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Steflitsch und seine Frau Gertrude übernahmen noch im Jahr 1970 die „Oberwarter Zeitung“ von Josef Fuith und damit begann die Ära der legendären OZ, die jeden Mittwoch über 25 Jahre lang erschien. Die Redaktion der OZ wurde in die Ganghofergasse 3 und die Druckerei in die Steinamangererstraße 57 (blaues Haus, das vor einigen Wochen abgetragen wurde) verlegt. Für die Gestaltung engagierte das Ehepaar Steflitsch den Oberwarter Grafiker Erwin Morawitz. Die OZ bezeichnete sich selbst als vollständig unabhängige Zeitung, die Redakteure und Mitarbeiter seien nur ihrem Gewissen verpflichtet.

Sie wurde auch in Eisenstadt spürbar wahrgenommen, denn es wird berichtet, dass bereits am Dienstag im Landhaus ängstlich spekuliert wurde, wer von Wolfgang Steflitsch ins Visier genommen wurde. Steflitsch war dafür bekannt, dass er sich kein Blatt vor den Mund nahm. Oftmals auch auf Kosten einer neutralen Berichterstattung, wie Kritiker behaupten.

Die legendäre Gautschfeier

Dem Ehepaar Steflitsch ist es zu verdanken, dass am 7. September 1996 ein letztes Mal der alte Buchdruckerbrauch des Gautschens am Hauptplatz in Oberwart durchgeführt wurde. 36 frisch gebackene Buchbinder, Drucker und Setzer wurden im Zuge einer feierlichen Zeremonie, bei der die Teilnehmer in mittelalterlichen Gewändern auftraten, unter dem Gelächter zahlreicher Zuschauer in einen Wasserbottich getaucht. Anschließend mussten sie aus einem Tonkrug ein Maß Bier trinken und es wurde ihnen der Gautschbrief vorgelesen. Auch der bekannte Oberwarter Unternehmer Thomas Barabas (Beschriftung Barabas) war unter den Gesellen.

Das Ehepaar Steflitsch führte die OZ noch weitere sechs Jahre, bis zum Jahr 2002. Mit der Pensionierung von Gertrude Steflitsch war dann das Ende der legendären OZ besiegelt.

Das Gautschfest

Gautschen ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdruckerbrauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einer Bütte untergetaucht und/oder auf einen nassen Schwamm gesetzt wird.

In seiner ursprünglichen Bedeutung bezeichnet der Begriff „Gautschen“ den ersten Entwässerungsschritt nach dem Schöpfen des Papiers, das Ablegen des frisch geschöpften Papierbogens vom Sieb auf eine Filzunterlage. Dem Lehrling wird nicht mitgeteilt, wann genau er gegautscht wird. Gelingt es ihm nämlich, den Packern und somit dem Gautschen zu entfliehen, muss er das Gautschfest nicht selber bezahlen.

Auf den Ruf des Gautschmeisters „Packt an!“ wird der Jünger gefasst, in eine mit Wasser gefüllte Bütte oder, wenn die Beteiligten es weniger drastisch gestalten wollen, auf einen mit Wasser durchtränkten Schwamm gesetzt. Bei manchen Druckereien wird zur Taufe ein in der Nähe des Betriebes liegender Brunnen herangezogen. Jedenfalls muss zumindest dafür gesorgt werden, dass das Hinterteil gehörig angefeuchtet wird. Da aber der Jünger sich oft tapfer wehrt, um sich schlägt und beißt, gelingt das Anpacken oft nicht auf den ersten Angriff. Je mehr er sich wehrt, desto mehr wird er auch noch von oben herab begossen, sodass der Jünger am ganzen Körper pudelnass wird.

Während des Gautschens hält der Schwammhalter eine launige Ansprache an den Jünger und das umstehende Publikum.

Dazu der Text eines Gautschbriefes (hier als Beispiel von der VEB Graphischen Kunstanstalten in Leipzig vom 28. Juni 1952): „Von Gutenbergs Gnaden thun wir Jünger Gutenbergs zu Leipzig jedem unserer Kunstgenossen kund und zu wissen / dass der Jünger der wohledlen Buchdruckerkunst Eckert, Paul nach altem Brauch und Herkommen heut mit Zuziehung der Gesellen untbenamster Offizin die Wassertauf ad posteriora erhalten hat und damit in sämtliche uns von dem Kaiser Friedrich III. verliehenene Rechte und Privilegien eingeführet ist. Kraft derselben gebieten wir allen unseren Kunstgenossen obenbenamsten Jünger Gutenbergs als ehrbaren Schwartzkünstler und rechtmäßigen Gesellen anzuerkennen.“

In einem anderen Gautschbrief aus Bern um 1900 heißt es: „Den alten Kunstgebrauch zu ehren, Thät er sich weder sträuben noch wehren. Erhielt die üblichen drei Stöße auf den Arsch. Und zappelte dabei wie ein Barsch. Darauf bezahlte er blank und bar Das altbekannte Gautschhonorar.“

Den Gautschbrief, der seine Taufe als Jünger Gutenbergs bestätigt, erhält der Gäutschling erst am Gautschfest, zu dem er seine Betriebskollegen nach der Gautschete einzuladen hat.
Quelle: Wikipedia

Tierschützer für Verbot von Vollspaltenböden

Tierschützer für Verbot von Vollspaltenböden

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) tritt schon seit Längerem für ein Verbot der Vollspaltenböden bei der Schweinehaltung ein. Dabei gerät nun FPÖ-Parteiobmann Norbert Hofer in die Kritik der Tierschützer. Sie werfen ihm Zwiespältigkeit vor.
2. Juli 2019 / Peter SITAR

Im Evang. Pfarrzentrum in Großpetersdorf findet heuer wieder ein Brunch des Tierschutzvereins „Wir fürs Tier“ statt – mit tollen Gewinnen.

Von herzhaften Speisen über burgenländische Spezialitäten bis hin zu süßen Verführungen lässt das kalte und warme Buffet keine Wünsche offen. Natürlich sind wieder alle Zutaten rein pflanzlich und größtenteils regional und biologisch.

Gewinnen Sie ein Mountainbike und weitere tolle Preise!

Um 13.00 Uhr findet dann direkt vor Ort die große Tombola statt, mit über 100 Preisen im Gesamtwert von über 3.000 Euro! Lose werden noch direkt vor Ort zu kaufen sein. Hauptpreise sind unter anderem ein Mountainbike (von Zweirad Fassl) im Wert von 500 Euro, Burgenlandgutscheine im Wert von 350 Euro (von Bank Burgenland) und ein 200 Euro Gutschein für Nächtigung und Wein vom Weingut Schützenhof.

Der Reinerlös der Veranstaltung kommt regionalen Tierschutzprojekten zugute!

„Wir fürs Tier“- Brunch mit großer Tombola,
am 15. Juni 2019, ab 10 Uhr,
Evangelisches Pfarrzentrum Großpetersdorf

Jede Katze – egal ob männlich oder weiblich – die sich im Freien aufhält, muss kastriert sein. Katzenbesitzer sind dafür verantwortlich! Dieses Gesetz hat seinen Grund, denn Katzen vermehren sich in kürzester Zeit ums Vielfache. Das Leid der Streuner ist unermesslich.

Tierschützer von „Wir fürs Tier“ helfen, Streunerkatzen einzufangen und kastrieren zu lassen. Sie legen sich dafür in ihrer Freizeit stundenlang auf die Lauer. Würde jeder Katzenhalter sein Tier kastrieren lassen, könnten Streunerkatzen reduziert werden.

 

 

Jedes Jahr aufs Neue sind wir Tierschutzvereine mit unfassbarem Katzenleid konfrontiert. Leid, das ganz einfach verhindert werden könnte: durch Kastration.

Die Kastrationspflicht für Freigängerkatzen gilt nun seit über zehn Jahren, doch noch immer halten sich nicht alle daran. Auch Bauernhöfe und Landwirtschaften sind mittlerweile nicht mehr aus dieser gesetzlichen Verpflichtung ausgenommen. Eine Ausnahme stellen lediglich Zuchtkatzen dar, die aber behördlich gemeldet und gechippt sein müssen.

Ewige Ausreden und Mythen von wegen „kastrierte Katzen fangen weniger Mäuse“ sind schlichtweg falsch und längst widerlegt. Auch vor dem Aussterben der Hauskatze muss sich niemand fürchten. Im Gegenteil! Tierheime und Tierschutzvereine gehen jedes Jahr über. Die Faktenlage ist also klar, doch noch immer scheinen einige Menschen zu glauben, sie könnten sich der Kastrationspflicht für ihre Katze entziehen. Tierschützer verbringen unzählige Stunden damit, das daraus entstehende Leid einzudämmen. Unsummen an Spendengeldern werden dafür aufgewendet, dieses Tierleid ein wenig zu lindern. Letztendlich ist das nicht gerecht: Die Verursacher sollten ebenso zur Verantwortung gezogen werden.

Wir vom Tierschutzverein „Wir fürs Tier“ setzen uns für die Kastration ein, werden aber heuer auch verstärkt beginnen, bei uneinsichtigen Fällen Anzeigen einzubringen. Denn eines ist sicher: So kann es nicht weitergehen.

Wer Hilfe beim Einfangen und Kastrieren benötigt, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen: Telefonisch unter:
0676/6412875 (vormittags) oder per Mail unter: office@wirfuerstier.at

Im Sinne der Tiere werden wir gemeinsam eine Lösung finden.

Ostern und die lieben Eier! Im Supermarkt sollte man beim Griff ins Regal aber behutsam vorgehen. Was die Nummern auf den Eiern über die Haltung der Hennen aussagt und warum ist es wichtig auch bei Nudeln und Co. das Kleingedurckte zu lesen! Alice Pichler ist im Rahmen des Tierschutzunterrichts des „Vereins gegen Tierfabriken“, in Schulen unterwegs. Vor Ostern geht es um das Konsumverhalten.

In der Steiermark gibt es ihn bereits, nun bietet der Verein gegen Tierfabriken auch Schulen im Burgenland gratis Tierschutzunterricht an. Durchgeführt wird dieser von Alice Pichler, Obfrau vom Verein Wir fürs Tier.

Im neuen Landessicherheitsgesetz soll durch eine Begrenzung der Tierzahl mehr Sicherheit im Zusammenleben mit Hunden geschaffen werden. Leider eine weitere Maßnahme, die nicht an der Ursache des Problems ansetzt: Beißvorfälle passieren durch mangelnde Schulung der Halter und Opfer. Vor allem Unfälle mit Kindern kommen leider häufig vor. Tierschutzunterricht ist eine Präventivmaßnahme für Mensch und Tier, die nachhaltig zu mehr Sicherheit beiträgt.

Vor allem in der Volksschule ist das Thema des richtigen Umgangs mit Hunden wichtig. Zentrale Fragen dabei sind: Reden Hunde mit uns? Wie erkennen wir, ob sie freundlich sind? Wann darf ich einen Hund streicheln? Was mache ich, wenn ein freilaufender Hund auf mich zukommt? Wie behandle ich einen Hund richtig und respektvoll? Was brauchen Hunde, um artgerecht leben zu können? Warum sind Hunde, die nur in einem Zwinger leben müssen, gefährlicher als andere?

Immer wieder lässt sich im Gespräch mit den Kindern feststellen, dass Hunde keine Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen oder sogar noch in Zwingern oder dergleichen gehalten werden. Voraussetzungen, die ein erhöhtes Gefahrenpotenzial bedeuten können. Allein durch das Wissen um die Bedürfnisse und die Körpersprache von Hunden könnte eine Vielzahl von Unfällen vermieden werden. Der Unterricht bietet einen Einblick in die Kommunikation des Hundes und schult die Kinder, mehr darauf zu achten, was Hunde uns mitteilen wollen und wann sie sich unwohl fühlen, damit diese erst gar nicht knurren oder beißen.

„Regeln“ für den Umgang mit Hunden

Ziel des Tierschutzunterrichtes ist auch, mit den Kindern Regeln für den Umgang mit Hunden zu erarbeiten.

• Wir wollen nicht gestreichelt werden, wenn wir essen. Wir lassen deshalb auch Hunde während der Nahrungsaufnahme in Ruhe und nehmen ihnen niemals das Essen weg.

• Ein Hund will seine Ruhe haben, wenn er schläft. Auch wenn er sich zurückzieht, respektieren wir das, denn Tiere sind fühlende Lebewesen mit Bedürfnissen.

• Hunde sind Familienmitglieder, die auch bei ihrer Familie leben wollen. Genauso wenig wie wir immer ausgeschlossen werden wollen, will ein Hund ständig weggesperrt werden.

• Fremde Hunde dürfen wir nicht streicheln, auch wenn sie noch so freundlich aussehen.

• Sollte ein freilaufender Hund auf mich zukommen, brauche ich keine Angst haben, ich laufe nicht weg, sondern bleibe ruhig stehen.

Der Unterricht ist ein erster Schritt für Kinder, sicherer mit Hunden leben zu können. Natürlich nimmt das nicht die Verantwortung von den Erwachsenen, von den Haltern und von den Eltern, die ebenso informiert sein sollten. Das Wissen um die Bedürfnisse unserer Vierbeiner und bewusstseinsbildende Maßnahmen tragen nachhaltig dazu bei, harmonisch mit Hunden zusammenleben zu können und sind daher der sinnvolle Weg zu mehr Sicherheit.

Vortrag

„Sicherheit geht vor“ – Wie ein sicheres Zusammenleben zwischen Mensch und Hund funktionieren kann

1. März 2019, 17 Uhr,
Gasthaus Drobits Oberwart,
Vortragende: Tierschutzqualifizierte Hundetrainerin Petra Frey

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN ist ein (partei)unabhängiger Verein mit dem Ziel, Mitgefühl und Respekt gegenüber Tieren in der Gesellschaft zu verankern.Kernidee des Vereins ist der Schutz des Lebens und Wohlbefindens ausnahmslos aller Tiere, egal ob Haustiere, sogenannte Nutztiere oder Wildtiere in Freiheit oder Gefangenschaft.

Jedes Lebewesen mit Bewusstsein ist leidensfähig und hat einen eigenen Willen sich sein Leben selbst zu gestalten. Der Verein hat seinen Sitz in Wien und agiert österreichweit durch bewusstseinsbildende Maßnahmen wie Informationskampagnen oder Tierschutzunterricht.
www.vgt.at

„Wir fürs Tier“ Oberwart ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Ziel es ist, die Lebensbedingungen von Tieren nachhaltig zu verbessern. Der Verein agiert vor allem regional in der Oststeiermark, dem Mittel- und Südburgenland. Hinter dem ehrenamtlichen Vereinsvorstand, stehen viele engagierte Mitglieder, die sehr viel von ihrer Freizeit für Tiere in Not opfern. Der Großteil von ihnen ist berufstätig. Alice Pichler ist Gründerin und Obfrau des Vereins.
www.wirfuerstier.at

Hundeerziehung

„Die Basis jeder Beziehung sollte gegenseitiges Verständnis sein. Das ist unter Menschen schon schwer genug – in der Tier-Mensch Beziehung mit völlig verschiedener Sprache, Ausdrucksweise und Wahrnehmung, ist das noch viel schwieriger.

Erziehung des Hundes

„muss“ (auch als Hundeanfänger) nicht zwangsläufig in einer Hundeschule erfolgen, um mit seinem Hund glücklich zusammenzuleben. Wichtig ist, sich Wissen rund um seinen Hund anzueignen und bei der Erziehung jegliche Art von Gewalt abzulehnen. Als sehr hilfreicher Unterstützer bei der Hundeerziehung hat sich der Clicker bewährt. Vorsicht geboten ist vor allem vor sogenannten Hundeflüsterern (vor allem im Fernsehen!). Die gezeigten Methoden sind meist alles andere als gewaltlos und können falsch angewendet oft genau Gegenteiliges bewirken oder sogar zu Unfällen führen.

Moderne Hundeerziehung ohne Gewalt

Hunde sehen Bewegungen besser als wir, selbst kleinste Veränderungen in unserer Mimik fallen ihnen bereits auf. Sie kommunizieren primär mit ihrer Körpersprache, wesentlich seltener findet Kommunikation über Lautgebung statt. Auch spielt die Kommunikation über Gerüche – die sogenannte olfaktorische Kommunikation – eine gewisse Rolle, diese Form der Kommunikation ist für uns Menschen jedoch nur bedingt erlernbar, dafür ist unsere Nase zu wenig entwickelt.
Die Hauptkommunikation bei Hunden findet nonverbal über bewusst und unbewusst gesendete Signale mittels Körpersprache statt. Diese Signale sind oft so fein, werden vom ungeübten Menschenauge nicht wahrgenommen und deswegen schlichtweg ignoriert.

Viele Dinge, die unser Hund uns mitteilen will, nehmen wir also nicht einmal wahr!

Dieses Dilemma führt nicht zuletzt oft zu Verhaltensproblemen… Setzt der Hund nämlich ein feines Signal (z.B. Blinzeln) und dieses wird nicht erkannt, lernt der Hund, „stärkere“ Signale einzusetzen: z.B. Bellen, Knurren, Schnappen oder gar Beißen. Das Erlernen der hundlichen Körpersprache trägt also nicht zuletzt zur Sicherheit bei. Viele Verhaltensprobleme entstehen aufgrund der Überforderung der Hunde. Um zu erkennen, ob der Hund mit einer Situation klarkommt, muss man die Signale erkennen können.

Diese können sein:
• gähnen
• abwenden des Kopfes
• abwenden des ganzen Körpers
• züngeln (über Nasenrücken lecken)
• auf dem Boden schnüffeln (ohne erkennbaren Grund)
• Pfote heben
• im Bogen gehen
• erstarren
• tiefstellen des Vorderkörpers
• sich hinsetzen oder hinlegen
• sich kratzen

Dies sind nur einige Signale, die bewusst oder unbewusst gesetzt werden. Um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um ein körpersprachliches Signal handelt oder der Hund z.B. wirklich nur schnuppert, muss die Gesamtsituation beurteilt werden: Also in welchem Zusammenhang zeigt der Hund welche Signale wie oft. Eines der am meisten fehlinterpretierten Signale des Hundes ist übrigens das Bogengehen. Wenn man seinen Hund herbeiruft und er dabei nicht in gerader Linie herankommt, sondern in einem Bogen, dies sogar noch langsam und eventuell noch dabei am Boden schnüffelt, so  wird das oft als „Ungehorsam“ interpretiert, der Hund zeigt hier allerdings lediglich hundliches, deeskalierendes Verhalten.

Zur Person Petra Frey

Hundetrainerin und Verhaltensberaterin Petra Frey besitzt zwei umfassende Hundetrainerausbildungen, eine davon hat sie bei der International Dog and Behaviour Trainings School (IDBTS) absolviert, die andere bei Animal Learn. Zusätzlich besucht sie regelmäßig Fortbildungen und Fachtagungen. Petra Frey arbeitet hauptsächlich mit Tierschutzhunden, betreut diese im Tierheim und bietet Hilfestellung nach der Vermittlung an. Sie lebt momentan mit einem Hund zusammen: einer American Staffordshire Terrier aus dem Tierheim. Nähere Informationen zu ihrer Philosophie, Person und ihrem Training: Hundeschule DogDialog (Wien).

Quelle: https://www.wirfuerstier.at/wissenswertes/hundeerziehung/

Im Jänner soll der Landtag eine Neuregelung der Tierhaltung beschließen. Wer mehr als vier Hunde und / oder acht Katzen hat, braucht dafür eine Genehmigung des Amtstierarztes.

Landesvize Johann Tschürtz mit Tierschutz-Ombudsfrau Gabriele Velich

 

„Tierhaltung“ ist einer von fünf Abschnitten des neuen Landessicherheitsgesetzes, das im Jänner vom Landtag beschlossen werden soll. Das Gesetz sieht ein Bewilligungsverfahren unter Einbindung des Amtstierarztes für das Halten von mehr als vier Hunden und / oder acht Katzen vor

Am 24. Jänner soll das neue Landessicherheitsgesetz, das das aus dem Jahr 1986 stammende Polizeistrafgesetz ersetzt, vom Landtag beschlossen werden. Fünf Abschnitte umfasst das neue Gesetz – einer davon regelt die „Tierhaltung“ neu. So soll künftig das Halten von mehr als vier Hunden und / oder acht Katzen an ein Bewilligungsverfahren durch die Gemeinde gebunden sein. Im Verfahren hat die Gemeinde den Amtstierarzt als Amtssachverständigen beizuziehen. Es habe in der Vergangenheit vermehrt Bissattacken gegeben, erklärt Tschürtz. „Wir wollen mit dem Gesetz eine Situation schaffen, wo jeder so mit seinen Tieren umgeht, dass von ihnen keine Gefährdung ausgeht. Der Amtstierarzt hat jetzt ein wesentliches Mitspracherecht, er kann am besten beurteilen, ob die Haltung einer größeren Anzahl von Hunden und Katzen tiergerecht und auch für die Menschen ohne Probleme möglich ist. Es kann nicht zielführend sein, in einer 50 Quadratmeter-Wohnung sechs Hunde oder zwölf Katzen zu halten“. Velich sieht die Neuregelung vor allem aus Sicht des Tierschutzes positiv. „Die Tiere finden bessere Bedingungen vor, Hunde können auch ein besseres Sozialverhalten entwickeln“. Mit dem Gesetz sei nun auch eine Möglichkeit geschaffen worden, gegen illegalen Hundehandel vorzugehen.

Scharfe Kritik kommt von den Grünen. Abgeordneter Wolfgang Spitzmüller: „Die GRÜNEN Burgenland sehen in der geforderten Bewilligung einen unnötigen generellen Verdacht gegenüber TierhalterInnen im Burgenland, die zudem noch einen großen bürokratischen Mehraufwand mit sich bringt.

Spitzmüller: „Völlig fragwürdig ist auch, warum einmal mehr, wie bei der Kastrationspflicht für Katzen, landwirtschaftliche Betriebe ausgenommen sind. Sogar das Halten von gefährlichen Wildtieren, das generell verboten ist, ist Bauern und Bäuerinnen damit erlaubt.
Das bedeutet, dass das Horten von Tieren zwar verboten wird, aber am Bauernhof ist es weiter zulässig. Das macht keinen Sinn, weder im Sinne der Sicherheit noch im Sinne der Tierhaltung.“ Ein Passus des Gesetztes widerspricht laut Spitzmüller sogar dem Tierschutzgesetz,
in dessen §6 (1) ganz klar steht: „ Es ist verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten.“ Das Landessicherheitsgesetz steht mit der Möglichkeit der Tötung eines Tieres dem entgegen. In § 27 (4) heißt es: „Ist eine Unterbringung ….. unmöglich, können diese Tiere auf Kosten des Verursachers nach Anhörung der Tierschutzombudsstelle ……..schmerzlos getötet werden.“ Spitzmüller: „Hier geht es um abgenommene Tiere, für die man keinen Platz findet, dies ist eindeutig kein ‚vernünftiger Grund‘ ein Tier zu töten.“ Die GRÜNEN fordern einmal mehr die Tierhaltung aus dem Landessicherheitsgesetz heraus
zunehmen und ein eigenes Tierhaltungsgesetz zu verfassen.

 

http://www.burgenland.at

 

Katzen sind sehr sensible Tiere. Ihr Problemverhalten, wie etwa Unsauberkeit, kann den Katzenhalter zur Verzweiflung treiben.

Aus der aggressiven Liv ist ein richtiger Schmusetiger geworden.

 

Unsauberkeit, aggressives Verhalten oder Unverträglichkeit sind Probleme, mit denen Katzenhalter oftmals zu kämpfen haben. Eine Katze ist ein Familienmitglied. Nur weil es Probleme im Zusammenleben gibt, ist das also niemals ein Grund, die Katze abzugeben. Doch was kann man tun, wenn die Samtpfote wirklich Problemverhalten zeigt?

Tipp 1: Lernen Sie, Ihre Katze zu verstehen.

Jeder Katzenhalter sollte sich mit der Kommunikation und dem Ausdrucksverhalten seiner Samtpfote auseinandersetzen. Nur so kann man auch erkennen, ob die Katze in jeweiligen Situationen gestresst, wütend, unsicher, entspannt oder zufrieden ist. Hinzu kommt die Überlegung, wie Katzen ihre Umgebung wahrnehmen. So hören sie beispielsweise sehr gut, was auch bedeutet, dass sie sensibler auf Geräusche reagieren als wir. Grundlagen der Schmerzerkennung bei Katzen und Wissen um spezielle Verhaltensweisen sind ebenso Bereiche, über die der verantwortungsvolle Katzenhalter informiert sein sollte. So fressen Katzen normalerweise Kleintiere und daher über zwanzig Mal am Tag, was möglicherweise ihr beständiges Betteln um Futter etwas verständlicher erscheinen lässt.

Tipp 2: Suchen Sie nach den Ursachen.

Bestrafung führt nicht dazu, unerwünschtes Verhalten zu beseitigen, sondern bestenfalls dieses zu unterdrücken, führt aber gleichzeitig unweigerlich zu einem Vertrauensbruch zwischen Ihnen und Ihrem Vierbeiner. Mit ihrem Problemverhalten, so es eines ist, will uns unsere Katze lediglich mitteilen, dass es ihr nicht gut geht, dass sie gestresst, unsicher, unzufrieden ist oder sogar Schmerzen hat. Die erste Überlegung muss also sein, warum die Katze sich nicht wohlfühlt. Hat sich etwas verändert? Ist ein neues Tier in den Haushalt gekommen? Lebt die Katze nun mit einem Baby zusammen? Wurde die Katzentoilette an einen anderen Ort gestellt? Wurde das Futter umgestellt? Das sind nur einige wichtige Fragen, die man sich durch den Kopf gehen lassen sollte.

Tipp 3: Was kann ich tun?

Je nach Ursache des Problems unterscheidet sich natürlich die „Therapie“ oder das Training. Prinzipiell muss als zuerst ausgeschlossen werden, dass die Katze Schmerzen hat. Daher ist ein tierärztlicher Rundumcheck unumgänglich.

Bei Unsauberkeit sollte man kontrollieren, ob genug Katzentoiletten vorhanden sind und diese regelmäßig sauber gehalten werden sowie an ruhigen Orten aufgestellt sind. Gegebenenfalls kann es bereits hilfreich sein, die Anzahl der Katzentoiletten zu erhöhen. Gerade bei Katzen, die mit Kindern oder auch anderen Tieren zusammenleben, muss sichergestellt sein, dass sie genug Rückzugsmöglichkeiten haben. Ideal wäre dafür ein eigener Raum oder, wenn das nicht möglich ist, könnte man der Katze mehrere erhöhte Rückzugsmöglichkeiten schaffen, wo sie ungestört sein kann. Katzen sind sehr vielschichtig, nicht immer verstehen wir sofort, was sie uns mitteilen wollen oder warum sie sich unwohl fühlen.

Das Wichtigste ist also, Geduld zu haben. Wenn man nicht mehr weiter weiß, kann der Gang zu einem Experten helfen. Es gibt mittlerweile einige Menschen, die sich auf das Problemverhalten von Katzen spezialisiert haben und die mit Rat zur Seite stehen können.

 

www.wirfuerstier.at

Der sichere City SUV

Der sichere City SUV

Im Vorjahr wurde der Volvo XC40 in Europa zum Auto des Jahres 2018 gewählt. Heuer erhielt er den Marcus Award, den wichtigsten österreichischen Sicherheitsautomobilpreis.
29. April 2019

Es ist was los im Autohaus Kohla-Strauss! Die MINI Modelle mit dem Black Premium Package sind seit Anfang November erhältlich.

Der MINI 3-Türer in der Black Premium Edition.

 

Die MINI Modelle gibt es jetzt mit einer exklusiven Ausstattung und das zu unglaublich tollen Konditionen. Der 3-Türer ist bereits ab 99 Euro pro Monat erhältlich. Der 5-Türer ab 119 Euro. Open-Air-Feeling gibt es mit dem MINI Cabrio schon ab 129 Euro und den Clubman mit fein verarbeiteten Polsteroptionen und hochwertigen Designakzenten kann man ab 169 Euro sein Eigen nennen. Mit dem möglichen ALL4-Allradsystem des Countryman und der Premium-Cockpit-Technologie erobert man jedes Terrain – und das bereits ab 199 Euro im Monat.

Die Black Premium Edition bietet individuelle Konfigurationsmöglichkeiten und ein exklusives Ausstattungspaket mit Sportsitzen, LED-Scheinwerfern, schwarzen 16-Zoll-Leichtmetallrädern, Victory Spoke, Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion sowie Park Distance Control.

Mit seiner angenehmen Haptik und Optik begeistert das Interieur des MINI Premium Black Package selbst die anspruchsvollsten Fahrer. Hochwertige, weiche Materialien und ein meisterhaftes Design bieten exklusiven Komfort. Die luxuriöse Polsterung und die glatten Oberflächen der Armaturen und Türeinsätze sind alle in klassischem Piano Black gehalten. Im Inneren der MINI Modelle mit Premium Black Package befindet sich das MINI Centre Instrument mit 6,5 Zoll Display.

Dank Tempomat am Multifunktionslenkrad können Sie mit Ihrem treuen Reisebegleiter komfortabel auch längere Touren unternehmen und dank Freisprecheinrichtung bequem mit der Außenwelt kommunizieren. Die LED Rückleuchten, die eine stilisierte und moderne Interpretation der britischen Flagge zeigen, verleihen den MINIs einen edlen Look.

Autohaus Kohla-Strauss, www.kohla-strauss.mini.at

Sie sind derzeit hoch im Kurs. Nicht zuletzt, weil die Regierung - allen voran Infrastrukturminister Norbert Hofer - die Elektro-Autos fördern will. prima! hat daraufhin gleich mal den neuen Hyundai KONA Elektro getestet.

Der neue Hyundai KONA Elektro. Testauto vom Autohaus Fürst in Unterwart.

 

Das Ding ist leise, sehr leise. Legt aber eine atemberaubende Beschleunigung hin und klebt förmlich auf der Straße. Kein Nicken, keine Schräglage – unglaublich. Gut, Allrad hat er nicht, aber dafür sticht er in allen anderen Bereichen unglaublich hervor. Dass Hyundai seine Hausaufgaben mehr als gründlich erledigt hat, sieht man an der Tatsache, dass die Aufpreis-Liste lediglich drei Punkte umfasst: Metallic-Lack, Glasdach und Ledersitze. Alles andere ist bereits serienmäßig verbaut.

So stehen auf der sehr, sehr langen Liste der Standardausstattung so Dinge, wie jede Menge Airbags, ABS, eine Alarmanlage, Assistenzsysteme wie ein autonomer Notbrems-assistent mit Fußgängererkennung, eine elektrische Servolenkung, Einparkhilfen, vorne und hinten. Für das Handy gibt es eine Ladestation, Freisprecheinrichtung wird auch angeboten.

Beim Licht gibt es einen Fernlichtassistenten, LED-Scheinwerfer und natürlich eine Zentralverriegelung. Serienmäßig dabei ist ein Audio-Navi, Bluetooth-Einheit mit Spracherkennung, Klimaanlage, elektrisch verstellbare Sitze, Tempomat und noch vieles mehr. Ein riesiger Bildschirm am Armaturenbrett informiert über alle wesentlichen News, wie Navi, Radio etc.

Knapp 500 km mit einer Ladung

Der Hyundai KONA Elektro beweist neben sportlichen auch ausgeprägte Langstreckenqualitäten: Die Batteriekapazität beträgt in der 150-kW-Version stattliche 64 Kilowattstunden, die in Kombination mit dem effizienten Elektroantrieb eine Reichweite von bis zu 482 Kilometern nach WLTP möglich macht. Die Lithium-Polymer-Akkumulatoren punkten mit kompakter Bauweise und schnellen Ladezeiten.

In nur knapp 40 Minuten wird der Elektro-SUV an einer 100-kW-Schnellladestation bis zu 90% aufgeladen. An einer für die heimische Garage geeigneten Wallbox kann man den KONA Elektro in gut neun Stunden vollständig laden. Im Betriebsmodus stehen 150 kW oder 204 PS auf Abruf bereit und beschleunigen das Fahrzeug unglaublich.

Wer diesen außergewöhnlichen Elektro-SUV sein Eigen nennen will, ist ab 45.790 Euro mit dabei.

Mazda kann es einfach nicht lassen und hat den CX-5 weiterentwickelt. Seit September ist die neue Generation verfügbar und der Test zeigt, dass sich das Herumtüfteln ausgezahlt hat.

Der Mazda CX-5 ist in der zweiten Generation noch raffinierter.

 

Bereits die erste Generation des CX-5 konnte sich sehen lassen. Die Japaner zeigen hier aber einen Hang zur Perfektion, dem sie nachgegangen sind und das spürt man nun bei den Details. Dabei ist sich Mazda seiner Stärken bei diesem Modell aber durchaus bewusst und ist diesen treu geblieben.

So wurde das Design kaum verändert. Lediglich der Kühlergrill wurde ein wenig verbreitert und die Lichter sind ein wenig schmaler, was dem Modell mehr Pfiff verleiht. KODO nennt Mazda das Design und mit seiner speziellen Lackierung unterstreicht er die Linien, sodass diese noch markanter wirken.

Im Innenraum steht Mazda weiterhin zu seiner konservativen Linie. Zusätzlich zur Touch-Bedienung kann das System auch per Dreh-Drückknopf gesteuert werden.

Das Head-up-Display macht es möglich, dass der Blick auf der Straße bleibt, denn wichtige Informationen wie Geschwindigkeit, werden direkt auf die Windschutzscheibe projiziert.

Herumgebastelt haben die Japaner an der Aerodynamik und der Isolierung, was dazu führt, dass die Außengeräusche minimal sind. Die Lenkung überträgt direkt. Auf längeren Strecken kommt die Stärke des Tempomats zum Tragen – dieser regelt die Geschwindigkeit, abhängig vom Vordermann. Im Stadtverkehr ist die Start-Stopp-Funktion unverzichtbar – der neue Mazda CX-5 wird dadurch noch mehr eins mit dem Fahrer.

Besonders fein ist das G-Vectoring-Control System, das zu einer souveränen Straßenlage und einem kontrollierten Kurvenverhalten führt und unbemerkt sanft in die Drehmomentverteilung eingreift. Auch bei rutschigen Fahrbedingungen ist dadurch Sicherheit gewährleistet. Flottes Fahren in den Kurven ist dank präziser Lenkung möglich.

Mazda hat bei seinem CX-5 also nochmals ordentlich nachgerüstet und mit der neuen Generation ein ziemlich hohes Level im SUV-Segment vorgelegt.

Gesehen ab EUR 25.990,-

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, 24 Stunden lang Auto zu fahren? Ja? Dann wird Ihnen diese Geschichte gefallen. Nein? Dann lesen Sie aufmerksam, vielleicht bekommen Sie ja Lust darauf. Denn es gibt im Bezirk ein paar Menschen, die werden genau das tun: an einem 24-Stunden-Rennen teilnehmen.

Polizist Wolfgang Hansl aus Siget hat den Verein „Police Racing Team“ gegründet.

 

Die meisten Männer träumen doch davon, an einem „Schrottauto“ herumzuschrauben, es so wieder auf Vordermann zu bringen und dann damit herumzudüsen, vielleicht sogar auf einer Rennstrecke. Wolfgang Hansl aus Siget macht genau das! Der Polizist tut sich dabei allerdings nicht ganz so schwer, da er auch gelernter Mechaniker ist. Er ist einer der 15 Mitglieder vom „Police Racing Team“, die in diesem Jahr an drei verschiedenen Rennen teilnehmen werden. „Das alles ist ein Low- Budget-Projekt. Wir suchen uns günstige Autos und bauen sie im Team so um, dass wir damit an den Start gehen können.“ Und da kann es dann schon passieren, dass man zum Beispiel zwei Mazda um 300 Euro erbeutet.

 

24 Stunden lang heißt es: „Gib Gummi!“

24 Stunden Motorsport wie bei den Profis, allerdings mit Fahrzeugen, die so manch anderer nur mehr zum Schrotthändler bringen würde, anstatt damit an einem 24- Stunden-Rennen teilzunehmen. Unmögliches möglich zu machen, auch wenn das Auto während des Rennens nicht mehr so will wie der Fahrer. Darum geht es beim „24 Hours of Racing“, das im ungarischen Nyirad, in der Nähe des Plattensees, stattfindet. Die Autos werden auf Asphalt, Schotter und Lehm über die Rennstrecke, welche sogar den Sicherheitsstandards der FIA entspricht, gejagt. In 5er Teams wird immer wieder gewechselt, bis die 24 Stunden um sind. „Uns geht es wirklich nur um den Spaß, es wird eine Herausforderung, das Auto überhaupt so lange am Leben zu halten”, erzählt Wolfgang Hansl mit einem Grinsen im Gesicht. Zu seinen Teammitgliedern für das Rennen am 26./27. Mai gehört unter anderen auch der Oberwarter Alexander Fabsits.

 

Damenteam startet im September

An der Seite von Wolfgang steht seine Lebensgefährtin Theodora Adler, die genauso motorsportbegeistert ist und da wäre es ja gelacht, wenn man nicht auch ein Damenteam zustande bringt. Fünf Ladies fahren zu denselben Bedingungen 24 Stunden durch. „Keine von uns ist jemals ein Rennen gefahren, geschweige denn so lange hinterm Steuer gesessen, aber genau das ist der Reiz an der Sache und wir freuen uns schon riesig darauf!“ Das Damenteam startet beim Rennen im September auf derselben Rennstrecke. Insgesamt gibt es 75 Teams pro Rennen, es herrscht absolutes Berührungsverbot und Fairplay steht im Vordergrund.
Das Auto der Herren wurde übrigens am 21. April bei einer Fahrzeugpräsentation im Tamdhu Oberwart feierlich vorgestellt. Bei all dem Spaß steht auch im Vordergrund Gutes zu tun, deswegen spendet der Verein elf Prozent der Sponsoreinnahmen an „Fight Cancer“, um ein Zeichen gegen Krebs zu setzen.

 

… und dieses ist der dritte Streich

Und weil diese zwei Rennen noch immer nicht genug sind, fahren Dora und Wolfgang auch beim Pothole Rodeo 2018 als eines von 145 Teams mit. 11 Länder, 4.000 Kilometer und jede Menge Nervenkitzel wartet dort auf die beiden.

Beitrag aus Ausgabe 05/2018

...hat 1.800 PS unter der Haube, beschleunigt in 2,6 Sekunden auf 100 km/h und knallt eine Höchstgeschwindigkeit von 355 km/h auf den Asphalt. Dass dieser Bolide derart in Schuss ist, liegt auch an einem gewissen Franz Polster und seinem Konzern „PIK-AS“ in Mariasdorf.

DI Christina Polster und Mag. Franz Polster. Das Tochter-Vater-Gespann leitet das Unternehmen PIK-AS, das ein Relais für den „Rimac“ liefert.

 

In den Wochen vor Weihnachten legt Franz Polster den Telefonhörer kaum aus der Hand, bimmelt auch sein Handy unentwegt – „gerade hab ich Weihnachtsbeleuchtung nach Bayern verkauft“, verrät der Seniorchef von PIK-AS International mit Sitz in Mariasdorf. Neben seiner Stammfirma hat er vor Jahren nämlich auch das Unternehmen X-AS gegründet und produziert handgemachte Weihnachtsbeleuchtung. „Als Gegenpol zur Billigware aus China“, wie er sagt. Bis zu einen Meter im Durchmesser sind diese Girlanden, Glühlampen und dergleichen groß.

Beim gedanklichen Schwenk in die Automobil-Industrie beginnen Polsters Augen – offiziell wird der erfolgreiche Konzern für elektrotechnische Fabrikate bereits von Tochter Christina geleitet – freilich um einen Deut strahlender zu leuchten. Wenn man das „schnellste Elektro-Auto der Welt“, den „Rimac Concept One“, nämlich genauer unter die Lupe nimmt, läuft er nur dank eines feinen Relais aus dem Hause PIK-AS.

Der Flitzer hat sage und schreibe 1.800 PS unter der Haube, Polsters Relais bringt 12 Volt, 600 Ampere und schaltet in 2,6 (!) Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht in 14 Sekunden die 300 km/h-Marke. Unfassbare 355 km/h Highspeed bringt der flotte Wagen auf die Piste, bei einer maximalen Reichweite von 600 Kilometern.

Lediglich drei solcher Elektro-Boliden sind derzeit in Europa unterwegs, die Besitzer bleiben streng geheim, Franz Polster verrät lediglich, „dass ein Münchner, ein Mailänder und ein Genfer“ das Vehikel ihr Eigen nennen dürfen. Müssig anzumerken, dass jeder aus dem illustren Trio millionenschwer sein dürfte, sonst würden sich die drei Herren kaum den Kaufpreis von rund 1,5 Millionen Euro leisten können. 25 Rimac „Concept One“ sind angeblich derzeit weltweit unterwegs.
Franz Polsters „Einsätze“ erstrecken sich freilich auch noch auf andere Betätigungsfelder – „wir liefern und verkaufen unsere Relais bzw. Kippschalter weltweit genauso an Hersteller von LKW, Kettenfahrzeugen, klein-motorischen Flugzeugen oder sogar an das amerikanische Militär.“

Das Geheimnis des Erfolgs? „Harte Arbeit“, lacht Franz Polster, „viel Zeit widmen wir natürlich auch der Erforschung fortschrittlicher Technologien. Denn in unserem Markt geht es nicht nur darum, dass die Elektronik funktioniert, sondern wichtig ist auch, wie Kraft und Drehzahl geregelt sind.“

Beitrag aus Ausgabe 12/2017

Auto-Journalisten knien angeblich vor ihm nieder. Volvo bezeichnet ihn als persönliches Meisterstück und weltweit hat die schwedische Marke seit 2008 beinahe eine Million Exemplare verkauft. Klar, dass auch prima! den Volvo XC60 unbedingt testen muss.

Wer sich für diesen edlen SUV entscheidet, setzt auf Komfort, Design und Sicherheit. Schon die Ecken und Kanten am Heck implizieren, dass dieses Auto von einem starken Charakter gefahren werden muss. Der XC60 ist dezent und doch selbstbewusst, aufgeräumt und einfach schön.
Ein SUV, der Kraft und Dynamik ausstrahlt. Also, rein in die 4,7 Meter lange Festung und erst einmal die Atmosphäre des Luxus-Wohnzimmers genießen. Die Zeit braucht man, bis man den tabletartigen Touchscreen mit einer Diagonale von 22,9 cm und das Volvo-Infotainmentsystem genau ins Visier genommen hat. Sämtliche Bedienfelder sind logisch nachvollziehbar. Eine Anleitung ist nicht extra notwendig. Farben und Symbole sorgen dafür, dass man das System noch einfacher als in der Volvo 90er-Reihe bedienen kann.

Sicher wie eine Burg
Im Stadtverkehr zeigt natürlich das City Safety System, dass Volvo das Thema Sicherheit voll im Griff hat. Das System greift in einem Geschwindigkeitsbereich zwischen 4 bis 60 km/h ein. Auffahrunfälle haben die Schweden in ihren Volvos damit maßgeblich reduziert.
Bei den Assistenzsystemen wurde beim XC60 generell nochmals ein Zahn zugelegt. So erkennt der SUV durch ein weiteres Sicherheitssystem eine ausweichende Lenkbewegung des Fahrers und unterstützt ihn beim Umfahren eines Hindernisses.

Komfort und Dynamik
Im freien Gelände zieht der XC60 trotz seiner knapp 1,9 Tonnen vom Start weg kraftvoll nach. In 7,2 Sekunden ist er auf Tempo 100. Verantwortlich dafür ist ein Behälter, der den Luftdruck speichert und den Turbolader bei niedrigen Drehzahlen in Schwung bringt.
Ein stylisches Bedienelement in der Mittelkonsole stellt die unterschiedlichen Fahrmodi ein. Beim Test stellen wir fest, dass der „Comfort“-Status Fahrbahnunebenheiten sanft ausgleicht und das schwedische Schwergewicht sanft dahingleitet. Für eine Landstraßentour optimal. Verantwortlich dafür ist das adaptive Luftfahrwerk, das den SUV nach oben pumpt. Im „Dynamik“-Status wird die Karosserie gesenkt, Lenkung, Federung und Getriebe agieren sportlicher.
Aufgrund dieser Möglichkeiten lässt der XC60 den Fahrer selbst entscheiden, ob er dahingleiten will oder eher eine agilere Fahrweise bevorzugt. Der SUV stellt sich in jedem Fall auf den individuellen Stil des Fahrers ein.

Erhältlich ist der Volvo XC60 als Diesel, beginnend mit dem 190 PS starken D4. Die nächste Klasse ist der 235 PS starke D5-Selbstzünder. Als Benziner ist er als T5 mit 254 PS und als T6 mit 320 PS am Markt.
Die Topmotorisierung bildet der T8-Plug-in-Hybrid mit 407 PS.
Der XC60 hat Allradantrieb und eine Achtgangautomatik an Bord. Wer möchte, kann aber auch ein Sechsgang-Schaltgetriebe anfordern.
Der Einstiegspreis für den 190 PS-Diesel liegt bei 48.300 Euro. (Stand September 2017)

Beitrag aus Ausgabe 09/2017

Aller Anfang ist schwer

Aller Anfang ist schwer

17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung wurden von der UNO im Jahr 2015 definiert und sollen weltweit einen tiefgreifenden Wandel auslösen. Das hat auch die Schüler der 4b der Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) in Oberwart intensiv beschäftigt.
Ute Reicher und Lena Feichtinger haben sich dabei vor allem mit dem Thema Müll auseinandergesetzt.

In der prima! Serie „Am Schulhof“ interessiert uns die Meinung der Schüler aus den regionalen Oberstufen. In dieser Ausgabe ist es Rosa Nutz (16) von der 2. Klasse der HAK Oberwart, die prima! zu Wort bittet:
Nun ist es wieder mal soweit, die nächste Schulreform überrollt unsere Klassenzimmer. Die „Neue Oberstufe“ soll mehr Chancen, Individualität und Unterstützung bringen. Doch sind wir ehrlich - kann ein System, das den Druck auf die Schüler noch mehr erhöht, wirklich der Weg zu einem besseren Abschluss sein? Aus Eigenerfahrung sage ich „Nein“! „Nein“ zum System – „Nein“ zu seinen Versprechungen! Denn in den Himmel Gelobtes wie Individualitätsförderung und bessere Motivation lassen sich in den oft großen Klassen kaum umsetzen. Auch mit einer Semesterprüfung einen Fünfer auszubessern, ist meiner Ansicht nach sehr schwierig: wie soll der einst schon nicht verstandene Stoff in einem aufbauenden Gegenstand positiv absolviert werden, wenn im Unterricht aufgrund der Lehrstofffülle schon das nächste Kapitel durchgenommen werden muss. Der Druck, den ich mir selbst als gute Schülerin aufbaue, wenn ich wieder mal mitten in der Schularbeitsphase stecke, gleicht dem eines Topmanagers.

Nina Leitgeb besucht die 1. Klasse der HLW Pinkafeld. In ihrer Freizeit arbeitet sie beim Roten Kreuz.

Für mich ist es ein unbeschreibliches Gefühl, die Ehre zu haben, meine Zeit dem Roten Kreuz schenken zu dürfen.
Warum? Weil ich Menschen helfen möchte.

Voller Stolz kann ich behaupten, dass ich mit Leib und Seele bei diesem wundervollen Verein tätig bin. Seit 5 Jahren absolviere ich diverse Schulungen (mehrere 16-stündige Erste-Hilfe-Kurse, Kindernotfall-, Drogennotfall-Kurs…) und erhalte dadurch eine profunde Ausbildung.

Um mein Wissen anzuwenden und zu trainieren bzw. zur regelmäßigen Überprüfung meiner Rotkreuz-Kenntnisse, nehme ich an Landes- und Bezirksbewerben teil. Wissen und Erfolg – höchstes Glücksgefühl!

Bereits am ersten Tag habe ich erkannt, dass ich genau an diesem Ort meine Zeit verbringen möchte. Innerhalb der ersten Minuten habe ich mich selber gesehen, in der Sanitäter–Uniform bei einem Einsatz. Und ich habe gespürt, dass ich so meine Zukunft verbringen möchte. Aus Liebe zum Menschen!

Ausgabe 01/2018

Am Schulhof

#metoo? Nein, danke!

Clemens Köfalvi ist Schüler des 5. Jahrganges der Abteilung Produktmanagement & Präsentation an der HBLA Oberwart. In unserer Rubrik „Am Schulhof“ spricht er über seine Sicht zur #metoo-Debatte.

In jüngster Zeit kursiert der berüchtigte Hashtag „meetoo“ durch die Medien – ausgelöst aufgrund der Vorwürfe der sexuellen Belästigung von Frauen durch hohe Politiker wie Peter Pilz oder Prominente wie Harvey Weinstein.
Dies führt dazu, dass manche Frauen, welche auf der neuesten Welle des Feminismus mitschwimmen, selbst definieren, was sexuelle Belästigung ist. Man denke etwa an den Fall Hugh Mungus aus den USA. Zur Erklärung: Eine Feministin veröffentlichte im August des Vorjahres ein Video auf YouTube, in dem sie lautstark einen Mann beschimpft und beschuldigt, sie sexuell belästigt zu haben. Der Mann hatte auf ihre Frage nach seinem Namen geantwortet, dass er „Hugh Mungus“ heiße. Sie empfand dies als Anspielung auf seinen Penis. „Humongous“ heißt nämlich riesig, gigantisch.

Was genau sexuelle Belästigung bedeutet, ist im Gesetz klar definiert und wird dementsprechend geahndet. Das ist gut und richtig. Immer wieder aber möchte man die „bösen“ Männer für lächerlich harmlose oder absolut unschuldige Handlungen oder Aussagen zur Rechenschaft ziehen. Diverse Damen verstecken sich dann hinter der Anonymität des Internets, stellen Behauptungen über sexuelle Belästigung auf und verlangen manchmal sogar horrende Summen zur Wiedergutmachung.

Dass sexuelle Belästigung nicht toleriert werden darf, steht natürlich außer Frage.
Das Problem dabei ist, dass diese ganze Diskussion wieder ein gefundenes Fressen für die Bestie namens „Political Correctness“ ist – eine Ideologie, welche den Menschen zu „globalisieren“ droht und seine Identität und Kultur einschränkt und auch zerstört. Dabei geht es darum, den Menschen vorzuschreiben, was sie zu sagen, und wie sie zu denken haben. Für mich ist das ein Konflikt mit dem Recht zur freien Meinungsäußerung.
Somit ist diese Debatte rund um „#meetoo“ weitgehend redundant. Die Öffentlichkeit sollte ihr Auge auf wesentlich wichtigere und dringlichere Probleme richten.

Ausgabe 12/2017

Hannah Halwax, Susanne Schedl, Tina Reinfeld und Anika Kirnbauer sind Schülerinnen der 5. Klasse der HLW in Pinkafeld und arbeiten für ihre Matura an der Diplomarbeit. Da Hannah selbst eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat, haben sich die vier Maturantinnen intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. In der prima! Serie „Am Schulhof“ berichten sie über ihre Ergebnisse - und haben auch ein Rezept parat.

In der prima! Serie „Am Schulhof“ kommen Schüler der regionalen Oberstufen zu Wort. Sara Hoffmann vom Wimmer Gymnasium in Oberschützen hat vor wenigen Wochen die Matura erfolgreich bestanden. Ihre Erfahrungen mit der Zentralmatura kommentiert sie:

Das Wort „Zentralmatura“, hört man immer wieder in den Medien. Als ich jedoch in die Oberstufe kam, habe ich mich wenig für meinen Abschluss interessiert und wusste deswegen auch nicht, was mich erwarten wird. Ich habe mich immer über alle Zusatz-Hausübungen, die wir mit der Begründung „das ist gleich Übung für die Matura“ (auch schon 3 Jahre vorher) bekamen, aufgeregt. Doch rückblickend kann ich diese nur befürworten.

Wir wurden in unserer Schule auf das Format der Zentralmatura vorbereitet – was meiner Meinung nach das Wichtigste ist. Wenn man nicht weiß, wie die Fragen gestellt oder gewertet werden, kann man sich auch nicht richtig auf sie vorbereiten. Zum Beispiel muss man wissen, dass es in Mathematik nur zwei Bewertungen gibt. „Richtig“ bedeutet, man bekommt einen Punkt. „Falsch“ heißt, es gibt keinen Punkt – auch, wenn man nur einen Fehler in der gesamten Aufgabe hat.

Zu kritisieren gibt es an der Zentralmatura noch manches. Sie ist ziemlich neu und es wirkt so, als ob sich momentan weder Schüler noch Lehrer bei den formalen Richtlinien genau auskennen würden. Zusätzlich zu dem Prüfungsstress, der bereits auf den Schülern lastet, kommt nämlich auch organisatorisch einiges auf sie zu. So gibt es beispielsweise bei der Deutsch-Matura zwei Arten von Zettel, die die Schüler bekommen und es ist unklar, welchen man für Notizen und welchen man für die Reinschrift verwenden darf. Meiner Meinung nach sollten die Lehrer ihre Schüler bereits früher auch über den organisatorischen Ablauf der Matura aufklären und auch sich selbst bei den Zuständigen erkundigen. Inhaltlich wurden wir von unseren Lehrern aber sehr gut auf die Zentralmatura vorbereitet. Das Bewertungssystem war mir bereits durch die Schularbeiten vertraut und deshalb habe ich sie – trotz formaler Unklarheiten vor Ort – dennoch als fair erlebt.

Ausgabe 07/2017

Die virtuelle Welt ist Teil unserer Realität geworden. Doch ist sie die maßgebliche? Nico Gabriel von der HTL Pinkafeld über die Generation Google.

Wichtig ist also für uns Jugendliche, die „maßgebliche Welt“ nicht aus den Augen zu verlieren – wobei diese „maßgebliche Welt“ wohl immer noch die reale ist.
Und diese reale Welt gilt es – dort, wo es Sinn macht – durch die virtuelle Welt zu ergänzen, um das Leben zu vereinfachen.
Fakt ist, dass das Internet die Gesellschaft und somit uns Jugendliche prägt. Für uns ist es allerdings nicht nur Segen, sondern auch eine tägliche Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Internet bedeutet auf der einen Seite rasche Informationsbereitstellung, Erleichterung vieler Lebensbereiche, Ermöglichen kommunikativen Austauschs – aber Internet bedeutet auch Suchtpotienzial, Hasspostings, Fake-News, Cybermobbing und Ähnliches.
Viele müssen erst lernen, sich im digitalen Dschungel zurechtzufinden. Die virtuelle Welt mit Gewinn zu nutzen heißt, den Verstand zu benutzen.

Das ist auch Aufgabe der Bildungseinrichtungen – eine neue „Kulturtechnik“, der gewinnbringende Umgang mit dem Internet, muss erst erlernt werden.
Medienkompetenz zu entwickeln, ist heute von großer Bedeutung – für das Bewältigen der Herausforderungen, die die Zukunft bringen wird. Medienkompetenz ist wichtig, um Gerüchte von der Wahrheit zu unterscheiden, aber auch um wichtige Informationen zu finden.
Fazit: Mit der Geburt des Internets wurden zwar einige Probleme beseitigt, aber auch viele neue geschaffen.

Ausgabe 06/2017

„Gemeinderat Oberwart, nicht immer gemeinsam“

„Gemeinderat Oberwart, nicht immer gemeinsam“

"Oberwarter Gemeinderat nicht immer gemeinsam"
Josef Klepits / 27. Dezember 2018

881.569 Unterschriften gab es letztlich für das „Don’t smoke“ Volksbegehren. Knapp an der 900.000er-Marke vorbei, die sich die Regierung als Limit für eine verbindliche Volksbefragung gesetzt hat. Doch der ÖVP ist die Räson in der Koalition mit der FPÖ scheinbar wichtiger, als die Willenskundgebung der Bürger.

Dieser Tage wurde seitens der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung Bilanz über das erste Jahr in Regierungsverantwortung gezogen. Und die ist durchaus herzeigbar. Sebastian Kurz und HC Strache, beziehungsweise ÖVP und FPÖ, liegen hervorragend in den Umfragen, haben die Themenführerschaft und sehen sich einer Opposition gegenüber, die hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt ist.

Nach den unerträglichen Streitereien der vergangenen Jahre fast eine perfekte Bilanz. Wenn da die blöde Sache mit dem Rauchen nicht wäre. Nebenbei zeigt die Angelegenheit auch, wie sich die politische Sichtweise plötzlich dramatisch verändert, wenn man sich, wie die FPÖ aus der Opposition kommend, in der Regierung wiederfindet.

Man möge sich den Sturm der Entrüstung bei einer oppositionellen FPÖ nur vorstellen, wenn ein Volksbegehren mit knapp 900.000 Unterschriften schlicht schubladisiert würde. „Ungeheuerlich“, würden das Strache & Co wohl bezeichnen.

Sachlich gibt es an einem Rauchverbot in der Gastronomie wohl nichts zu deuteln. Dass Rauchen schädlich ist, steht wohl außer Frage. Österreich wird international ohnehin schon als der Aschenbecher Europas verspottet. Aber Kanzler Kurz stellt in dieser Frage die Harmonie in der Regierung höher, als die Gesundheitspolitik. Möglicherweise sein erster Fehler in der Rolle als Kanzler. Und er pokert hoch. Hofft mit neuen Themen, die leidige Raucherdiskussion zu umschiffen. Als da wären, ein respektvoller Umgang mit Schöpfung und Umwelt, verstärktes Arbeiten am Zusammenhalt Europas, Ausbau der digitalen Infrastruktur und verstärkte Hilfe im Sozial- und Pflegebereich.
Ohne Zweifel, alles wichtige Themen.

Aber es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Befürworter eines Rauchverbotes in der Gastronomie, sich nicht so einfach geschlagen geben werden. Das Thema wird – ob es der Regierung nun passt, oder nicht – in den nächsten Jahren weiter am Kochen gehalten werden. Inhaltlich wird dagegen kaum zu argumentieren sein.
Und die Opposition, auch wenn sie derzeit in den Ringseilen hängt, wie ein Boxer in der 13. Runde, wird sich irgendwann erfangen. Das Thema Rauchen ist ein hochbrisantes. Die Menschen sind sehr mobil geworden, reisen viel durch Europa, und wissen, wie dieses Thema anderswo abgehandelt wird. Dieses Thema könnte sehr wohl zum Lindenblatt auf der Schulter des türkis-blauen ÖVP-Siegfried, Sebastian Kurz, werden. Mit kaum absehbaren Konsequenzen.

Denn über eins kann sich Kanzler Kurz sicher sein: die Opposition sucht äußerst intensiv nach einem Makel, mit dem sie den aktuellen Kanzler dieser Republik etwas ans Zeug flicken kann. Warum Kurz dieses Risiko eingeht, weiß wohl nur er allein. Das Murren vieler ÖVP-Funktionäre ist schon jetzt nicht zu überhören.

Ich kann mich noch schwach an eine Zeit erinnern, in der mir so langweilig war, dass ich die Wiederholung der Wiederholung einer unnützen Sendung auf ORF1 gesehen habe und dabei eingeschlafen bin. Tagsüber wohlgemerkt. Oft hatte ich so viel Zeit, dass ich aus purem Zeitüberfluss eine Runde joggen gegangen bin. Wenn mir klar wurde, dass ich so jung mit meinen Freunden nicht mehr zusammenkommen würde und ich abends länger weg war, dann war das kein Problem, denn ich hatte Zeit. Im Notfall auch am nächsten Tag.

Heute ist mein Leben getaktet (und morgen auch). Familie, Hund, Haus, Beruf, Berufung und der Freizeitstress meiner Kinder haben dazu beigetragen, dass ich schon lange keine ganze Sendung mehr auf ORF1 gesehen habe. Weder tagsüber noch abends. Freunde beschweren sich zynisch, wann wir uns denn wiedersehen und fügen ein leises „könnten“ hinzu. Meine Standardantwort ist mittlerweile „in 18 Jahren“. Ich weiß nicht warum, aber diese Antwort scheint meine Freunde auf merkwürdige Weise zufriedenzustellen.

Meine Zeit ist also begrenzt, meine Tage vergehen wirklich schneller als früher und dass mein Sohn bereits nächstes Jahr „Schulkind“ genannt werden kann, das will mein Kopf nicht fassen. Vom ersten Sonnenstrahl geküsst, wache ich nur auf, wenn ich nicht müsste und Hahn haben wir in der Nachbarschaft schon lange keinen mehr. Kurzum, das Thema Zeitumstellung ist bezüglich Zeitmanagement und Biorhythmus das geringste meiner Probleme.

Die Frage der Zeitumstellung ist für mich sowieso eine Lose-Lose-Situation, in der die Nachteile aller Varianten überwiegen. Außerdem gestehe ich: wann ich den kleinen Zeiger nun nach vorne oder hinten drehen muss, kann ich mir auch nach 35 Jahren nicht merken und überhaupt hätte ich gerne ewigen Sommer. Und wieder erinnere ich mich an meine Großeltern, die zwar auch das Gefühl hatten, dass die Zeit verfliegt, die aber ohne Facebook und Co. bestimmt mehr Momente bewusst und in Ruhe erleben konnten. Aber auch, wenn ich manchmal gerne ein bisschen mehr Zeit hätte, am Ende des Tages bin ich mehr als zufrieden!

LAbg. Mag. Christian Drobits

 

Die Burgenländerinnen und Burgenländer halten durch die Entrichtung von Beiträgen unser leistungsstarkes System der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung am Laufen. Die geplante Sozialversicherungsreform der Bundesregierung darf deshalb nicht über die Interessen des Burgenlandes und der Versicherten drüberfahren. Da zukünftig Kassenmanager in Wien die Entscheidungen über die jeweiligen Leistungsansprüche der Versicherten treffen sollen, muss gerade jetzt für die Region des Südburgenlandes eine wohnortnahe Servicestelle und gleiche Leistungen, wie in ganz Österreich, eingefordert werden.

Längere Wartezeiten, weitere Selbstbehalte und ein Ausverkauf des Gesundheitssystems sind zu verhindern. Die Kreditkarte darf nicht wichtiger werden, wie unsere e-Card, auch wenn zukünftig Kassenmanager und eine Wirtschaftselite als vollzentralisierte Einheitskasse das Sagen hat. Denn gerade im Burgenland haben wir durch den sozialen Missbrauch und unfairen Wettbewerb, infolge von Lohn- und Sozialdumping, eine schlechtere Ausgangsposition für die Erhaltung der sozialen Sicherheit. Es darf keine weitere Schwächung des ländlichen Raumes geben, insbesondere die Schließung von Außenstellen der Krankenkassen.

Mein Herz schlägt für ein soziales Burgenland, daher fordere ich: die Burgenländerinnen und Burgenländer müssen gleiche Leistungen in der Sozialversicherung, wie alle anderen ÖsterreicherInnen erhalten. Das ist für mich soziale Gerechtigkeit. Eine Verschlechterung in der Gesundheitsversorgung der Regionen ist für mich ein absolutes „No-Go“.

Seit Jahren empören sich etliche Oberwarter Bürger über sich wiederholende Baumschlägerungen im Stadtgebiet und im nahen Erholungsbereich. Einzelne Bäume und gesamte Alleen wurden bereits an mehreren Orten gerodet. Die Öffentlichkeit bzw. die Einwohner wurden bisher nicht informiert und vor gegebene Tatsachen gestellt. Es wurden bislang auch keine Gründe und Ursachen für diverse Rodungen bekannt gegeben. Auch hier fehlen nachweisliche Informationen.

Außerdem fehlt in Oberwart ein Baumkataster, um die Bestände und diverse Vorgehen zu dokumentieren und nachvollziehbar zu machen. Ersatz- bzw. Nachpflanzungen werden oft erst nach Protesten mit zu kleinen Pflanzen vorgenommen, welche erst nach Jahrzehnten die gerodeten Bäume einigermaßen ersetzen können. Im gesamten Burgenland existiert kein Baumschutzgesetz (wie z.B. in Wien, Graz…), deshalb fehlen auch rechtliche Grundlagen, um die Schlägerungen der Bäume zu minimieren. Es entsteht der Eindruck, dass zu wenig getan wird, um die Fällungen zu vermeiden und Alternativmaßnahmen vorzunehmen.

Wir möchten uns deshalb um den Schutz und den Erhalt der bestehenden Bäume sowie um Neupflanzungen bemühen. Dazu bedarf es einer Bewusstwerdung in der Bevölkerung, um initiativ zu werden. Es braucht einen konstruktiven und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur in Oberwart, um die hohe Lebensqualität zu erhalten und künftig zu steigern.

Unsere Argumente für den Erhalt des Baumbestandes:
Die Funktionen der Bäume sind mannigfaltig und positiv. Sie sind lebendige Organismen und keine tote Materie. Sie gehören zu unserem natürlichen, biologischen Umfeld – im Gegensatz zu Beton und Asphalt, mit dem wir unsere Böden immer mehr versiegeln. Bäume bieten Lärm- und Lichtschutz, sind Staubfilter und sind für unsere Gesundheit förderlich. Sie wirken gegen den Klimawandel, indem sie Co2 aufnehmen und Sauerstoff produzieren.

Weiters sind Bäume kulturelles Erbe und verschönern unsere Stadt. Sie erfreuen die Einwohner und wirken durch ihre grüne Farbe beruhigend. Nicht zuletzt haben Bäume auch eine ökonomische Komponente.

Wir möchten nun in einem ersten Schritt die Bürger, die Gemeinde und die verantwortlichen Institutionen zur Zusammenarbeit mit uns einladen, um unser Oberwart zu einer noch lebenswerteren, grünen und blühenden Stadt zu machen.

Kontakt:
Dr. Andrzej Krasnowiecki
a.krasno@gmx.at

In der Steiermark und im Burgenland sind die nächsten Landtagswahlen für 2020 angesagt. Möglicherweise werden die Wähler aber schon früher zu den Stimmurnen gebeten. Denn derzeit ist vieles im Fluss - etwa der Kern/Pamela Rendi-Wagner-Wechsel in der Bundes-SPÖ.

Im Burgenland hat die SPÖ alles klar gemacht: am 8. September wurde Hans Peter Doskozil zum neuen Parteichef mit respektablen 98,4 Prozent gekürt. Er löst damit nach 18 Jahren Hans Niessl als ersten Mann in der Partei ab. Und am 28. Februar 2019 soll er ihn auch als Landeshauptmann beerben. Koalitionspartner FPÖ hat seine Zustimmung bereits signalisiert. Doch dann kam der Wirbel um SP-Bundeschef Christian Kern, der nach Brüssel wechselt. Pamela Rendi-Wagner soll jetzt seine Nachfolge antreten. Doskozil wurde auch als möglicher Nachfolger genannt. Der winkte aber gleich ab, denn bei einem Wechsel nach Wien bräuchte er sich nach diesem Landesparteitag bei den Genossen im Burgenland erst gar nicht mehr anschauen lassen.

Im Burgenland will Doskozil inhaltlich neue Akzente setzen. Wie etwa einen Mindestlohn von 1.700 Euro bei den landeseigenen Betrieben, sich intensiv mit dem Thema Pflege auseinandersetzen, ebenso mit der Migration. Der Südburgenländer möchte eine neue, ernsthafte Note in die Landespolitik bringen. Dazu wird es etwa notwendig sein, das bisher eher als Potemkin’sche Dorf erlebte Konstrukt, der Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB), mit Leben zu erfüllen und endlich den Schienenverkehr zwischen Friedberg – Oberwart und Großpetersdorf, zu aktivieren. Offen ist auch noch immer die Frage, wie und in welchen Bereichen die Spitäler in Oberwart und Hartberg kooperieren oder getrennte Wege gehen.

Die burgenländische FPÖ hätte wohl auch nichts dagegen, die Koalition mit der SPÖ fortzusetzen. Vor der ÖVP wird Doskozil sich derzeit wohl eher nicht fürchten müssen, denn die weiß noch immer nicht, wer als Spitzenkandidat antreten soll. Diese Entscheidung soll 2019 fallen und der Ansturm möglicher Herausforderer ist zurzeit durchaus überschaubar. Durchaus gute Gründe für die SPÖ im Burgenland an vorgezogene Wahlen zu denken.

Etwas anders schaut es in der Steiermark aus: Dort sitzen ÖVP und SPÖ gemeinsam in der Landesregierung. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer wird wohl wieder antreten. Ebenso SP-Chef Michael Schickhofer, dessen klares Ziel es ist, selbst Landeshauptmann zu werden, wie er auf Anfrage von prima! bestätigt. Dass die steirische Landesregierung und ihre Proponenten einer türkis-blauen Bundesregierung gegenübersitzen, führt vor allem in der Landes-SPÖ immer wieder zu Irritationen und Spannungen. Wie etwa in der Frage des 12-Stunden-Arbeitstages. Zwar ist Schickhofer dagegen, die Gewerkschaft fordert aber ein härteres Auftreten gegen den Bund.

Herausforderer in der grünen Mark ist eindeutig die FPÖ. Verteidigungsminister Mario Kunasek will als Frontmann die schwarz-rote Landesregierung in Bedrängnis bringen. Ihm wäre ein vorgezogener Wahltermin mehr als willkommen. Den er auch immer wieder einfordert.

Bleibt sowohl im Burgenland wie auch in der Steiermark die große Frage, ob und wenn ja in welcher Form die Bundespolitik in die jeweiligen Länder hineinspielt. Für die FPÖ im Burgenland wäre ein Verbleib in der Landesregierung durchaus wünschenswert. In der Steiermark hätten die Freiheitlichen wohl auch nichts dagegen, mitregieren zu dürfen.

Wann das entschieden wird, ist derzeit noch im Fluss. Die geschätzten Wähler in beiden Bundesländern sollten aber damit rechnen, nicht erst 2020 in die Wahlzelle gerufen zu werden.

Wird es jetzt was mit dem Ausbau der Bahn im Bezirk Oberwart? Landesspitze, Infrastrukturminister und Bezirkschefs sagen ja. Nun müssen aber endlich Taten folgen, von leeren Versprechungen hat die Bevölkerung genug. Dabei geht es auch um die Glaubwürdigkeit der Politik.

„Ziel ist die Wiederaufnahme des Personenverkehrs!“ Das sagte Landeshauptmann Hans Niessl im Juli, anlässlich des Kaufes der Bahnstrecke von Oberwart über Rotenturm bis Großpetersdorf, durch die landeseigene Gesellschaft, Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB).

Worte, die durchaus als politischer Nachlass zu werten sind und die gelernten Südburgenländer in Erstaunen versetzen. Denn als zweiten Schwerpunkt nannte der Landeshauptmann die Wiederherstellung der Bahnverbindung von Oberwart ins ungarische Steinamanger, die Grenzbahn.

Nicht, dass diese Forderung etwas Neues wäre, darüber diskutiert man bereits seit 1989, dem Fall des Eisernen Vorhanges. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges bestand zwischen den beiden Metropolen eine direkte Bahnverbindung.

Wobei die Menschen des Bezirkes Oberwart immer wieder mit leeren Versprechungen hingehalten wurden. Niessl, der seit 2000 Landeshauptmann des Burgenlandes ist, hat sich zu Beginn seiner Amtszeit durchaus für die Bahn im Bezirk Oberwart eingesetzt. Die Verbindungen von Oberwart nach Wien wurden verstärkt und beschleunigt, über 7 Millionen Euro flossen in die Sanierung der Strecke bis Großpetersdorf. Bloß fand hier nie ein regelmäßiger Bahnverkehr statt.

2011 erfolgte dann aber ohne jegliche Not die Einstellung des Personenverkehrs zwischen Oberwart und Friedberg.
Jetzt rudert das Land Burgenland offensichtlich zurück. Mit Hilfe von EU-Millionen soll die Strecke nach Steinamanger realisiert werden. Fraglich ist, wie ernst das alles gemeint ist.

Ein großer Befürworter dieses Projektes ist Infrastrukturminister Norbert Hofer (FP), der darin einen ganz starken Impuls für den Bezirk, aber auch die angrenzenden Regionen in der Steiermark – Hartberg und Friedberg – sieht. Denn mit der „Grenzbahn“ wäre auch die Wechselbahn von Hartberg bis Fehring abgesichert. Zuvor müssen aber die Mühen der Ebene bewältigt werden. So ist immer noch nicht klar, wo künftig die Holzverladung, die bisher am Bahnhof Oberwart erfolgte, abgewickelt werden soll. Im Raum Rotenturm, heißt es seitens der VIB. Hier kommt die Regionalpolitik ins Spiel. Oberwarts Bürgermeister, VP-Landtagsabgeordneter und Bezirkschef Georg Rosner, lässt um 350.000 Euro die Bahnhofstraße generalsanieren. Er kann kein Interesse daran haben, dass dieser Straßenzug vom Schwerverkehr der Holztransporter wieder demoliert wird.

Auch sein politisches Gegenüber, SP-Bezirkschef, Landesrat und voraussichtlich künftiger Landeshauptmann Hans Peter Doskozil sollte jedes Interesse haben, die Bahnverbindung im Bezirk zu reaktivieren und bis Steinamanger auszubauen. Verzweifelt wird auch an einem Nebenschauplatz gearbeitet, die Bahnstrecke von Oberwart über Bad Tatzmannsdorf bis Oberschützen zu erhalten. Hier wäre es notwendig, dass Oberwart, unter Bürgermeister Georg Rosner, Leadership übernimmt. Bad Tatzmannsdorf und Oberschützen wären dazu bereit. Anfragen im Landtag zu stellen, wird zu wenig sein. Die größte Tourismusgemeinde des Burgenlandes, ohne Bahnanschluss, wäre ein knallender Burgenländer-Witz.

Momentan gibt es ein Zeitfenster für den Bahnausbau im Bezirk Oberwart. Daher wäre es mehr als notwendig, dass Minister, Landesspitze und die Bezirkschefs, über alle Parteigrenzen hinweg, die Ärmel hochkrempeln und aktiv werden. Immerhin geht es um die Glaubwürdigkeit der Herrn Niessl, Hofer, Doskozil und Rosner.

Österreich hat bis Jahresende den EU-Ratsvorsitz. Da lauern gewaltige Herausforderungen. Kanzler Kurz kann sich hier auf dem internationalen Bankett profilieren oder in nationaler Schönheit scheitern.

Sebastian Kurz ist ein hochtalentierter Politiker. Er schaffte es vom jüngsten Außenminister zum Bundeskanzler und rettete die ÖVP – jetzt türkis – vor dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. Nun hat Österreich, und damit Kurz, auch noch den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Ein höchst verantwortungsvolles Amt. Steckt doch die EU in einer der größten Krisen – die Flüchtlingsfrage und der Austritt Großbritanniens.

Vor allem das Flüchtlingsthema beschäftigt nicht nur Europa, sondern auch Österreich. Hier hat sich im Land das Klima deutlich zu Ungunsten der Asylwerber verändert. Unbestritten ist, dass niemand die Bilder von 2015 jemals wiedersehen will. Als zigtausend Flüchtlinge völlig unkontrolliert über die Grenzen stürmten. Die meisten mit dem Ziel Deutschland. Trotzdem haben viele auch in Österreich Asylanträge gestellt.

Seit 2015 hat sich das Klima in der Migrationsfrage in Europa deutlich gedreht. Ungarn und die anderen Visegrád-Staaten, wie die Slowakei, Polen, Tschechien, wollen überhaupt keine Flüchtlinge aufnehmen. Aber auch in Deutschland – Seehofer/Merkel – führte diese Frage zu einer handfesten Regierungskrise. Immer mehr Länder der EU machen ihre Grenzen dichter, Grenzzäune werden errichtet, nationale Alleingänge werden mehr. Kurz meint, man müsse die EU-Außengrenzen schützen. Richtig, nur ist das überhaupt möglich? Woher sollen die Geldmittel kommen, um die Außengrenzen von Griechenland, Italien, Frankreich oder Spanien zu schützen? Abkommen mit Schurkenstaaten, wie etwa dem, was von Libyen übriggeblieben ist, sind eine Verhöhnung der Menschenrechte.

Weltweit sind derzeit knapp 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Wer soll die stoppen? Hier kann es nur eine EU-einheitliche Lösung geben. Nationale Alleingänge reichen da sicher nicht aus. Die EU muss einen Modus Vivendi mit den afrikanischen Staaten finden und die Fluchtursachen vor Ort bekämpfen. Ebenso mit Staaten, wie Afghanistan oder Tschetsche-nien. Gelingt das nicht, droht die EU zu zerbröseln. Auf Österreich heruntergebrochen heißt das, die hier lebenden Asylwerber und Flüchtlinge auch zu integrieren. Einen entsprechenden Vorschlag hat der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer gemacht. Er verlangt ein humanitäres Bleiberecht für Flüchtlinge, die sich bei uns in Ausbildung befinden. Und will das mit Sebastian Kurz auch entsprechend ausdiskutieren. Gewaltige Aufgaben für die österreichische Ratspräsidentschaft.

So schlecht kann die so oft gescholtene Europäische Union nicht sein, wenn man sich das Theater ansieht, was derzeit in Großbritannien abläuft. Dort fürchten sich Betriebe, Konzerne und Banken vor einem harten Brexit, dem Abbrechen aller Brücken zu Europa und drohen mit der Verlagerung ihrer Standorte auf den Kontinent. Auch das fällt unter den österreichischen Ratsvorsitz.

Migration und Brexit sind gewaltige Herausforderungen. Hier kann sich Sebastian Kurz profilieren oder die europäische Kompetenz verspielen. Mit Letzterem in die Geschichte einzugehen, wäre wohl nicht wirklich wünschenswert, sondern blamabel.

p.sitar@prima-magazin.at