Gonzo, der brave Hahn

Gonzo, der brave Hahn

Die vergangenen Wochen waren medial vor allem von einem Aspekt geprägt: Umweltbewusstsein. Klima-, Tier- und Umweltschutz stehen momentan im Fokus der Aufmerksamkeit. Das Burgenland etwa soll laut Landespolitik „BIO“ werden. Ein Tierschutzvolksbegehren, initiiert von Sebastian Bohrn Mena, zielt darauf ab, Tierqual zu beenden, wobei Nutztiere wie auch Hühner im Fokus stehen. Und dass sich vor allem Schüler und Schülerinnen um unseren Planeten sorgen, ist spätestens seit Greta Thunbergs Auftritt klar. Sie ist das Gesicht weltweiter Schülerproteste für die Umwelt. Im steirischen Schäffern, da leistet ebenfalls ein junges Mädchen seinen Beitrag. Daniela Pfeffer hat sich ihren Hühnern verschrieben und zeigt, wie schön und wichtig artgerechte Haltung ist.
Nora SCHLEICH / 28. März 2019

Die Biene ist wichtig für die Bestäubung der Blüten. Das wissen wir quasi alle. Und sie kann stechen, aber ist eigentlich nicht böse. Höchstens gefährlich für Allergiker. Sie produziert Honig und lebt in Schwärmen. So weit, so gut, und so die Fakten aus dem Lehrbuch. Doch wie ist die Biene „privat“? Wir haben einem über die Schultern geschaut, der es wissen muss: Imker Josef Kogler.

Draußen steigen die Temperaturen, die Knospen sprießen, und neben dem zarten Duft der ersten, richtig warmen Sonnenstrahlen auf der Haut liegt auch Liebe in der Luft. Frühlingsgefühle sind nicht zu leugnen, und die werden heutzutage auch online befriedigt – schnell und unbürokratisch, oft auch unromantisch. Spätestens seit es Tinder gibt, ist klar: Tugenden wie Genügsamkeit, Enthaltsamkeit oder Verzicht sind out. Jennifer Vass (30) beschreibt uns ihre Suche nach der großen Liebe, zwischen magischen Momenten des Kribbelns und dem enttäuschenden Überangebot an beischlafwilligen Partnern.

Jede Katze – egal ob männlich oder weiblich – die sich im Freien aufhält, muss kastriert sein. Katzenbesitzer sind dafür verantwortlich! Dieses Gesetz hat seinen Grund, denn Katzen vermehren sich in kürzester Zeit ums Vielfache. Das Leid der Streuner ist unermesslich.

Tierschützer von „Wir fürs Tier“ helfen, Streunerkatzen einzufangen und kastrieren zu lassen. Sie legen sich dafür in ihrer Freizeit stundenlang auf die Lauer. Würde jeder Katzenhalter sein Tier kastrieren lassen, könnten Streunerkatzen reduziert werden.

 

 

Jedes Jahr aufs Neue sind wir Tierschutzvereine mit unfassbarem Katzenleid konfrontiert. Leid, das ganz einfach verhindert werden könnte: durch Kastration.

Die Kastrationspflicht für Freigängerkatzen gilt nun seit über zehn Jahren, doch noch immer halten sich nicht alle daran. Auch Bauernhöfe und Landwirtschaften sind mittlerweile nicht mehr aus dieser gesetzlichen Verpflichtung ausgenommen. Eine Ausnahme stellen lediglich Zuchtkatzen dar, die aber behördlich gemeldet und gechippt sein müssen.

Ewige Ausreden und Mythen von wegen „kastrierte Katzen fangen weniger Mäuse“ sind schlichtweg falsch und längst widerlegt. Auch vor dem Aussterben der Hauskatze muss sich niemand fürchten. Im Gegenteil! Tierheime und Tierschutzvereine gehen jedes Jahr über. Die Faktenlage ist also klar, doch noch immer scheinen einige Menschen zu glauben, sie könnten sich der Kastrationspflicht für ihre Katze entziehen. Tierschützer verbringen unzählige Stunden damit, das daraus entstehende Leid einzudämmen. Unsummen an Spendengeldern werden dafür aufgewendet, dieses Tierleid ein wenig zu lindern. Letztendlich ist das nicht gerecht: Die Verursacher sollten ebenso zur Verantwortung gezogen werden.

Wir vom Tierschutzverein „Wir fürs Tier“ setzen uns für die Kastration ein, werden aber heuer auch verstärkt beginnen, bei uneinsichtigen Fällen Anzeigen einzubringen. Denn eines ist sicher: So kann es nicht weitergehen.

Wer Hilfe beim Einfangen und Kastrieren benötigt, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen: Telefonisch unter:
0676/6412875 (vormittags) oder per Mail unter: office@wirfuerstier.at

Im Sinne der Tiere werden wir gemeinsam eine Lösung finden.

Eine einheitliche, touristische Datenbank für das Südburgenland soll mehr Gäste bringen. Davon sollen auch die Kleinstbetriebe profitieren.

Die Touristiker des Burgenlandes – allen voran Tourismus Burgenland GF Hannes Anton (2.v.l.) und LR Alexander Petschnig (3.v.l.)sowie Bad Tatzmannsdorfs Tourismusdirektor Dietmar Lindau (re.) – bei der Präsentation der touristischen Datenbank.

 

 

Es soll ein Meilenstein für die Tourismusbetriebe und -vereine des Südburgenlandes werden. „Feratel“ heißt das System, mit dem alle touristischen Dienstleister erfasst werden. Über ein weiteres System werden dann auch alle Outdoor-Angebote aufgenommen. Tourismus-Landesrat Alexander Petschnig bringt das Ziel der einheitlichen Datenbank auf den Punkt: „Wir haben einzigartige touristische Angebote im Südburgenland, und die soll der potenzielle Gast auch sehr einfach finden und im besten Fall gleich buchen.“ Diese touristischen Grunddaten müssen deshalb nun flächendeckend erfasst werden. 302.000 Euro sind die Gesamtkosten des Projektes, das zu 66 Prozent aus Leader Mitteln gefördert wird.

Region um Bad Tatzmannsdorf

Ein zweiter Abschnitt betrifft die Daten- und Marketingvernetzung der fünf Gemeinden rund um Bad Tatzmannsdorf (Bernstein, Mariasdorf, Stadtschlaining, Oberschützen und Oberwart). „Die touristisch relevanten Angebote der beteiligten Gemeinden sollen aufbereitet und die Betriebe in ihrer online Präsenz unterstützt werden“, so Dietmar Lindau, Tourismusdirektor von Bad Tatzmannsdorf. Die Region Bad Tatzmannsdorf soll als Erlebnisraum wahrnehmbar werden, mit dem Ziel, dass der Gast seinen Aufenthalt verlängert bzw. gerne wiederkommt. Den Betrieben entstehen dadurch keine Kosten.

Plätze und G'schichten

Die Szombathely-Pinkafeld Lokalbahn

Eine Bahnstrecke nach Szombathely und Wien – und das Südburgenland im Zentrum. Was wir hatten und wieder verloren haben.

Der Bahnhof in Rechnitz. Seit 1888 war er in Betrieb. 1955 endete hier die Verbindung nach Ungarn. Auch Altpinkafeld hatte einen Bahnhof. Bis zum Jahr 2011 war er in Betrieb. Der Bahnhof in Schachendorf (Foto unten) wurde bereits 1989 geschlossen. Fotos unten: Güterzug am Bahnhof Rotenturm im Jahr 1985. Bahnhof Großpetersdorf. Bis 2011 war hier Betrieb durch den Gütertransport und die Märchenbahn.

 

 

Kalt muss es gewesen sein, als die Grafen Julius Erdödy und Karl Batthyány die Bahnstrecke Szombathely-Pinkafeld feierlich eröffneten. Es war der 16. Dezember des Jahres 1888, also eine Woche vor Weihnachten, als der feierliche Festakt am Bahnhof Oberwart stattfand.

Befahren wurde die Strecke ja bereits seit dem 28. Oktober 1888, und der erste Zug war natürlich mit Kränzen und Fähnchen geschmückt. Es war ein einzigartiges Ereignis. Immerhin wurde seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts der Ruf nach einer Bahnverbindung von Szombathely nach Pinkafeld immer lauter. Vor allem der Agrarhandel und das Gewerbe litten unter den schlechten Verkehrsanbindungen. Nicht zuletzt ist es den eingangs genannten Grafen zu verdanken, dass der Ausbau der Bahnstrecke Realität wurde. So trafen sich am 11. Mai des Jahres 1881 im Schloß des Grafen Stefan Erdödy in Rotenturm namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft, um intensiv über die Frage zu diskutieren, ob die Region Oberwart eine Bahnverbindung braucht und ob der Bau überhaupt finanzierbar und durchführbar wäre. Angedacht wurde dabei vieles. So war von einer weniger luxuriös ausgestatteten Vizinalbahn (Eisenbahn zur Erschließung des ländlichen Raumes) ebenso die Rede wie von einer Schmalspurbahn. All diese Versuche, die Kosten für die Errichtung zu senken, wurden wieder verworfen. Die Wirtschaft war von einem gut funktionierenden Bahnsystem einfach abhängig.

Namhafte Industriebetriebe und Institutionen, wie das Antimonbergwerk in Bergwerk und Goberling, das Kohlenbergwerk in Mariasdorf, die Loden- und Kotzen (Name für eine Art Umhang) -fabrik in Pinkafeld, aber auch die Lehranstalt in Oberschützen und die Kuranstalt in Bad Tatzmannsdorf waren besonders stark an einem Bahnsystem interessiert. Auch die Kohlefunde in Kohlstätten im Jahr 1884 wurden als Dringlichkeitsgrund für die Bahn angeführt. Nicht zuletzt verwies auch die „Oberwarther Sonntagszeitung“ in ihren Leitartikeln immer wieder auf die Wichtigkeit der Bahnstrecke.

Bahn frei!

Im September 1886 kam es dann zur entscheidenen Begehung der Strecke Szombathely-Rechnitz-Oberwart-Pinkafeld. Die Kostenschätzung für diese rund 52 Kilometer lag bei 1.492.000 Gulden (heute rund 20 Mio. Euro). Nach vielen Überlegungungen und zähen Verhandlungen war es am 6. Dezember 1887 schließlich soweit: Der Bau der „Steinamanger-Pinkafelder Lokal-Eisenbahn“ wurde bewilligt. Die Trasse führte von Steinamanger über Rechnitz, Hannersdorf, Großpetersdorf, Rotenturm und Oberwart nach Pinkafeld.
Interessantes Detail am Rande: Es ist dieser Bahnstrecke geschuldet, dass die kroatischen Ortschaften Schachendorf und Schandorf, die eigentlich nach Ungarn tendierten, aufgrund des Trassenverlaufes 1921 zu Österreich kamen.

Am 10. April 1888 wurde mit dem Bau der Strecke begonnen. Zwei Fahrten pro Tag waren geplant. Die Höchstgeschwindigkeit der Dampflok wurde mit bis zu 30 Kilometer pro Stunde genehmigt. Wie eingangs erwähnt, befuhr der erste Zug die gesamte Strecke bereits am 28. Oktober des Jahres 1888.

Eine wichtige Rolle für die Bahn spielte die Reformierte Kirche Oberwart. Pfarrer Alexander Gueth war anfangs einer der größten Skeptiker, wurde später aber zu einem großen Förderer der Bahn und Mitglied des Direktoriums. Die evangelische Pfarrgemeinde HB war auch einer der Hauptaktionäre der Eisenbahngesellschaft. Ohne sie wäre die Bahn entweder gar nicht oder erst sehr viel später gebaut worden.

An die Anbindung der Bahn von Pinkafeld nach Aspang hatte weder die ungarische Krone noch die österreichische Bahn Interesse. Das dauerte immerhin bis zum Jahr 1925. Das südliche Burgenland war ab diesem Zeitpunkt also mit Szombathely und über die Aspangbahn auch mit Wien verbunden. Was für ein Segen! Von Wien über Aspang-Friedberg-Oberwart-Rechnitz-bis nach Szombathely reichte damals das Bahnnetz. 1925 war das Südburgenland in Sachen Bahn-Infrastruktur somit besser aufgestellt, als es heute der Fall ist.

Das Ende der Zugverbindung nach Szombathely

Es war der Eiserne Vorhang, der die Verbindung Österreich-Ungarn radikal und quasi über Nacht durchtrennte. Die Grenze nach Ungarn wurde dicht gemacht, und die Strecke Rechnitz-Buscu/Torony 1953 stillgelegt. Mit Ende der russischen Besatzungsmacht im Jahr 1955 wurde die Bahntrasse Rechnitz bis zur Staatsgrenze endgültig aufgelassen und die Schienen zum Teil abmontiert. Die Bahn nach Ungarn war Geschichte.

Doch das Ende ging weiter! Mit Beginn des Sommerfahrplanes 1984 wurde der Personenverkehr auf der Strecke Oberwart-Rechnitz eingestellt. Vier Jahre später, am 31. Dezember 1988, fuhr auch der letzte Gütertransport. Es war die Großpetersdorfer Busunternehmer-Familie Schuch, die dann ab 1989 den Güterverkehr zwischen Großpetersdorf und Rechnitz als „Südburgenländische Regionalbahn (SRB)“ weiterführte und aufrecht erhielt. Sie war auch für die legendäre Nostalgie-Märchenbahn auf dieser Zugstrecke (von 1989 bis 2011) verantwortlich, die am Wochenende und an Feiertagen ein beliebtes Ausflugsziel war.
Ungeklärt blieb aber letztlich die Frage der Finanzierung dieser Gütertransportstrecke, die zu unüberbrückbaren Differenzen zwischen der SRB und dem Land Burgenland führte. Adolf Schuch, Geschäftsführer der SRB, stellte den Betrieb 2011 ein – obwohl die Strecke Oberwart-Großpetersdorf zuvor saniert wurde. Seither erfolgt auch auf der Strecke Oberwart-Rechnitz kein Güterverkehr mehr.

Auch die Strecke Friedberg-Oberwart musste ums Überleben bangen. Der Personenverkehr wurde 2011 eingestellt. Der Güterverkehr wurde von der Steiermarkbahn im Auftrag der Rail Cargo übernommen. Versprechungen von Seiten der Politik über eine Reaktivierung der Strecke Oberwart-Friedberg und eine Realisierung der Grenzbahn nach Szombathely gab es in der Vergangenheit zur Genüge.

Wie wichtig die Anbindung des Südburgenlandes an das nationale und internationale Bahnnetz ist, steht außer Frage.

Firmen wie die international tätigen Unternehmen Unger Stahlbau und MMM Energie sind von der Bahn abhängig. Seit 2004 verfügen die in Oberwart ansässigen Unternehmen über einen eigenen Bahnanschluss. Auch die Holzindustrie ist von der Bahn abhängig. Über die Verladesituation und die Anlieferungen mit LKW wurde jahrelang ergebnislos diskutiert.
Aktuell lässt die Meldung aufhorchen, dass die Verladestation von Oberwart nach Rotenturm nun tatsächlich realisiert werden und die Bahnstrecke Oberwart-Großpetersdorf reaktiviert werden soll. Die Politik ist am Zug, ihre Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen und diese Infrastruktur wieder zum Leben zu erwecken.

Es geht eigentlich um nur 60 Euro jährlich, die könnten aber Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP) erhebliche Probleme bereiten.

Früher entsorgte die Gemeinde den Grünschnitt. Seit einem Jahr müssen die Oberwarter selbst zum UDB fahren und monatlich 5 Euro bezahlen.

 

 

Im Gemeinderat formiert sich eine große Front gegen den Abfallbehandlungsbeitrag, den jeder Haushalt in Oberwart und St. Martin seit etwa einem Jahr zu zahlen hat.

Zur Chronologie: Im Mai 2018 wurde von der Gemeinde ein Abfallbehandlungsbeitrag eingeführt. Mit den Stimmen der ÖVP. Seither werden den Bürgern von Oberwart und St. Martin pro Quartal 15 Euro vorgeschrieben. Jährlich also 60 Euro – pro Haushalt. Egal, ob man eine OSG-Wohnung hat oder ein Haus mit Garten sein Eigen nennt.

Stadtrat Ewald Hasler (SPÖ) und die FPÖ-Gemeinderätin Barbara Benkö-Neudecker finden die nun geltende Regelung äußerst ungerecht: „Wir verlangen eine faire Lösung. Warum soll jemand in einer Wohnung gleichviel bezahlen wie in einem Einfamilienhaus?“ Seit 2018 muss der Grünschnitt nun selbst von den Betroffenen aus Oberwart und St. Martin am Gelände hinter dem Umweltdienst Burgenland (UDB) entsorgt werden.

SPÖ und FPÖ verlangen die sofortige Aufhebung der entsprechenden Verordnung durch die Gemeinde und ein Zurück an den Start. Benkö-Neudecker: „Es muss Gespräche mit allen Fraktionen geben und eine vernünftige und gerechte Lösung gesucht werden.“ Ewald Hasler: „Wir haben immer das Gespräch gesucht, das hat die ÖVP aber abgelehnt und den Beitrag beschlossen.“
Mittlerweile droht der Gemeinde nämlich auch schon juristisches Ungemach.

Juristische Schritte

Mehrere Betroffene, darunter auch die OSG, haben Beschwerde eingelegt. Das Landesverwaltungsgericht beurteilte das Vorgehen der Gemeinde kritisch. Rechtsanwalt Claus Peter Steflitsch, der einige Betroffene vertritt: „In drei Fällen hat das Verwaltungsgericht die Vorgangsweise der Gemeinde als gesetzwidrig erachtet.“ Sollte das Landesverwaltungsgericht (LVG), wo die Beschwerden derzeit liegen, Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Verordnung haben, kann es beim Verfassungsgerichtshof eine Verordnungsprüfung beantragen. „Diese Entscheidung dürfte vom LVG im April getroffen werden“, so der Anwalt. Im schlimmsten Fall für die Stadtgemeinde könnte die Verordnung aufgehoben werden.

Für Bürgermeister Georg Rosner ist das Vorgehen der Opposition und die Beschwerde unverständlich. Inhaltlich sei für ihn an der Verordnung nichts zu beanstanden. Lediglich bei der Zustellung an einige Adressaten sei der Gemeinde ein Formal-Fehler unterlaufen. „Inhaltlich handelt die Gemeinde aber korrekt. Die Abteilung 2 des Landes Burgenland hat uns bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass wir die Abgaben anpassen müssen – so, wie es auch in allen anderen burgenländischen Gemeinden üblich ist. Wir haben jährlich bis zu 300.000 Euro an Müllkosten. Bei dem Beitrag handelt sich um eine Musterverordnung vom Land Burgenland. Wenn diese nun vom LVG als nicht rechtens befunden wird, dann würde mich das sehr wundern, und das wäre auch für alle anderen Gemeinden ein Problem“, so Rosner.

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Musikjournalistin Laura Weingrill über „Beirut“ mit Frontmann Zach Condon

 

 

Vier Jahre sind seit dem letzten Longplayer der Band Beirut vergangen, aber sie bleiben – beruhigend und bestürzend – noch immer ganz nah an ihrem originalen Sound, der manchmal stolz, manchmal wackelig, aber immer unbearbeitet daherkommt, um die gebrechliche Menschlichkeit ihrer Musik und ihrer Kunst zu unterstreichen. So auch bei ihrem neuesten Album mit dem Titel „Gallipolli“, welches diesen Februar veröffentlicht wurde und nach der italienischen Stadt benannt ist, in der es geschrieben wurde.

Und genau diese Exotik, die schon im Namen des Albums steckt, zeigt sich auch immer wieder in den eigentlichen Stücken des Werks. Es „liest“ sich wie ein Atlas, mit Liedern, die ihre Hörer musikalisch an Orte wie Bratislava, Berlin und die französische Provence reisen lassen.

Hinter der ganzen Magie steckt so wie schon seit dem Jahr 2006 Frontmann und Mastermind der Band, Zach Condon, der ursprünglich aus Santa Fe, New Mexiko, stammt und im Alter von 17 Jahren das erste Mal nach Europa reiste und von den Klängen der Welt so inspiriert war, dass er sie kurzerhand selbst wiedergeben musste. Porzellane Haut, gewelltes Haar, mit offenem Hemd und einem Musikinstrument aus einer anderen Zeit unter seinem Arm – eine Trompete oder ein Waldhorn oder eine Ukulele – seit damals hat sich nicht viel verändert.

Und auch die Stimme von Condon bleibt so unverkennbar wie immer: Ohne Angst vor skurrilem, wortlosem Jodeln und herzlichem Vibrato verleiht sie der Band ihr besonderes Gewicht. Mit seiner besonderen Art, Musik verschiedener Kulturen mit melancholischen Indie-Sounds zu kombinieren, hat Zach Condon von Beirut einer ganzen Generation Balkanklänge und französische Chansons nähergebracht.

Und so hat auch Beiruts neuestes Werk Gallipolli immer wieder schöne Momente. Songs wie Family Curse und We Never Lived Here erzählen dank Condons herzzerreißender Stimmeinlagen Geschichten von echter Traurigkeit, trotz der Melodien, die oft in wiederholten Mustern eingelegt werden. Und Stücke wie der Title-Track Gallipolli oder Varieties of Exile entführen einen mit ihren Indie-Fanfare-Melodien und typischen Ukulele-Sounds an die Küsten Italiens. Manchmal mag ja sogar schon ein Album gegen Fernweh helfen – hier auf jeden Fall.

Gemeinde Oberwart erwirtschaftet 2018 Überschuss

Gemeinde Oberwart erwirtschaftet 2018 Überschuss

Gut gewirtschaftet hat die Gemeinde Oberwart im Jahr 2018. Sowohl im ordentlichen Haushalt und auch im außerordentlichen Haushalt wurde ein Überschuss erzielt. Aber auch der Schuldenstand konnte verringert werden.
Peter SITAR / 15. April 2019

Was vereint eine Songtext-Autorin, Komponistin und Hausfrau, eine Köchin, eine Bürokauffrau, eine Redakteurin, zwei Lehrer, eine Standesbeamtin, einen Weinbauern und Laboranten für Weinanalyse, eine Familientherapeutin und eine Pflegeassistentin? Es ist die Liebe zum Gedichte schreiben.

Das Projekt läuft bereits seit 2014 erfolgreich im Bezirk Oberpullendorf im Rahmen einer überparteilichen Gemeindekooperation und wird nun seit 2019 auf andere Bezirke des Burgenlandes, auch auf Oberwart, ausgedehnt. 17 Gemeinden machen bereits mit. Es werden soziale Dienste (Fahr- und Begleitdienste zur medizinischen Versorgung, zum Einkauf, Besuchsdienste zum plaudern, Kartenspielen, gemeinsames Spazierengehen, Recherche zu sozialen Themen) angeboten, von Teilzeitangestellten koordiniert und von versicherten Ehrenamtlichen - kostenlos - ausgeführt.

In der Vila Vita in Pamhagen wurden die erfolgreichsten Sportler des Burgenlandes im Rahmen des Festaktes "Nacht des Sports" von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Christian Illedits geehrt.

Die Preisträger mit LH Hans Peter Doskozil und LR Christian Illedits

 

„Sportlerin des Jahres“ wurde Snowboard-Olympiasiegerin Julia Dujmovits. Bei den Herren konnte sich Fußballer Christopher Trimmel, Kapitän des 1. FC Union Berlin, durchsetzen. Die Wahl zum „Trainer des Jahres“ entschied Dietmar Kühbauer vom SK Rapid Wien für sich. In der Kategorie „Team des Jahres“ fiel die Wahl auf die WM-Segler Tanja Frank und Lorena Abicht. Die Preise der „Wolfgang Mesko Talente-Trophy“ wurden an Alexander Székely, ESU Eisenstädter Schwimmunion, Dominik Horvath, Schachverein Pamhagen, Charlize Mörz, ASKÖ Kunstturnen Mattersburg, und Clara Petschel, Union Yachtclub Neusiedlersee, vergeben. Über den Ehrenpreis des Landeshauptmannes konnte sich Mag. Christian Buchhas, BSSM Oberschützen, freuen. Der Titel „Aufsteiger des Jahres“ ging an Philipp Siegl vom Fußball-Bundesligaverein TSV Hartberg.

„Ich halte es für sehr wichtig, erfolgreiche Persönlichkeiten des burgenländischen Sportgeschehens ins Rampenlicht zu holen, denn sie sind Vorbilder, sind wichtige Botschafter des Burgenlandes bei nationalen und internationalen Wettkämpfen und tragen wesentlich zum positiven Erscheinungsbild des Sportlandes-Burgenland bei. Den oft schwierigen Weg der Sportlerinnen und Sportler zum Erfolg bestmöglich zu begleiten und ihr soziales Umfeld größtmöglich zu unterstützen muss deshalb auch in Zukunft unser Ziel sein“, betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

„Das Burgenland ist das erste Bundesland, in dem die flächendeckende Versorgung der Digitalfunkstationen mit mobilen Notstromaggregaten im Ernstfall gewährleistet ist“, informierte Sicherheitsreferent Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz in Bad Sauerbrunn. Die Kosten belaufen sich auf rund 80.000 Euro.

Die neuen Notstromaggregate sollen für Kommunikationssicherheit beim Behördenfunk sorgen

 

Um weitere 6 auf nunmehr 66 Funkstationen wurde das Digitalfunknetz (BOS Austria) im Burgenland in den letzten Jahren ausgebaut, womit eine flächendeckende Versorgung mit Digitalfunk sichergestellt ist. Als zentrales Kommunikationsnetz stehen die Stationen allen mit Sicherheitsaufgaben befassten Behörden und Organisationen (BOS) zur Verfügung. Der 24 Stunden-Betrieb, die Wartung und Entstörung der Stationen erfolgt durch ausgebildete Techniker der Landessicherheitszentrale Burgenland (LSZ). Das Funknetz dient zur Kommunikation zwischen den Einsatzkräften und zur Leitstelle der LSZ ebenso wie zur Auslösung der Funksirenensteuerungen der Feuerwehren sowie der Sturmwarnanlage am Neusiedler See. Für erhöhte Ausfallsicherheit wurden nun 45 ausgewählte Funkstationen in Kooperation mit dem Ministerium mit mobilen Notstromaggregaten ausgerüstet.

Nach Jahren wurde nun endlich mit dem Bau der S 7 begonnen. Sie verbindet die Südautobahn bei Riegersdorf (Stmk) mit dem Grenzübergang Heiligenkreuz im Burgenland. Dieser Tage besuchte der neue burgenländische Verkehrs-Landesrat Heinrich Dorner die Baustelle beim Herzstück der S7, dem Tunnel Rudersdorf. Der Landesrat hob dabei die enorme Bedeutung der neuen Schnellstraße für die gesamte Region hervor. "Mit dem Bau der Schnellstraße werden zum einen die Anrainer entlastet, die Verkehrsbelastung und damit die Belastung durch Lärm und Abgase sinkt beträchtlich".

Es war bereits der insgesamt 67. Redewettbewerb für Schülerinnen und Schüler der Höheren Schulen des Burgenlandes. Der aktuelle fand im KUZ Oberschützen statt. Bildungsdirektor Heinz Zitz und Bildungs-Landesrätin Daniela Winkler zeigten sich von den Leistungen der Teilnehmer beeindruckt.

Die beiden Siegerinnen der Kategorien Klassische Rede, Lara Schlappal vom Lisztgymnasium Oberpullendorf, und Spontanrede, Anna Bauer vom BG/BRG Mattersburg, mit LR Daniela Winkler und BD Heinz Zitz 

 

Dreizehn TeilnehmerInnen in der Klassischen und sechs TeilnehmerInnen in der Spontanrede traten im Landesfinale im KUZ Oberschützen an. Die Redezeit betrug 2 bis 4 Minuten für eine Rede in der jeweiligen Kategorie zu aktuellen Themen. Siegerin in der Klassischen Rede wurde Lara Schlappal vom Lisztgymnasium Oberpullendorf mit einer Rede zum Thema „Sexismus“. Als Siegerin in der Kategorie Spontanrede ging Anna Bauer vom BG/BRG Mattersburg hervor; ihr Thema: „Religion, Sekten, Weltanschauungen“. Die beiden werden vom 25. bis 29. Mai 2019 das Burgenland beim Bundesredewettbewerb in Wien vertreten. Weitere Preise gingen an die HTL Pinkafeld, BG/BRG Oberschützen und BG/BRG Eisenstadt.

„Mit der Teilnahme an dem Wettbewerb haben die Jugendlichen ihre Sprachkompetenz überzeugend unter Beweis gestellt und weiter gestärkt. Gratulation zu den tollen Leistungen“, sagte Bildungs-Landesrätin Winkler. „Einen herzlichen Glückwunsch an die Siegerinnen und Sieger, aber besonders möchte ich mich bei allen für die rege Teilnahme bedanken, denn ohne sie könnten wir diesen Bewerb gar nicht veranstalten“, erklärte Bildungsdirektor Heinz Zitz.

 

Erstmalig in der Geschichte des Vereins präsentierten sich alle 61 Mitgliedsbetriebe des Vereins „Südburgenland – Ein Stück vom Paradies ©“ im Rahmen eines Networking-Events am 1. April 2019 auf Burg Schlaining.

Vegan gut versorgt

Vegan gut versorgt

Kalzium sorgt für starke Knochen.
Karin WEINGRILL / 28. März 2019
So geht vegan

So macht vegan schlank

Um die vegane Ernährung und ihre Kalorienzufuhr kursieren viele Gerüchte. Fix ist: Wer die Ernährungspyramide befolgt, ernährt sich ausgewogen, gesund und bleibt schlank.

Überschüssige Kilos haben die Österreicher mehr als genug, sind doch landesweit 3,4 Millionen unserer Einwohner übergewichtig oder adipös. Das Resultat aus zu viel tierischen Fetten und Transfetten, zu viel Zucker, zu viel Salz und zu wenig Bewegung. Dass sich das negativ auf die Gesundheit und auf die Lebenserwartung jedes Einzelnen auswirkt, liegt auf der Hand.

Und auch, wenn man es immer wieder mit neuer Motivation versucht, mit den Diäten und Hungerkuren, die einen raschen Gewichtsverlust versprechen, klappt es langfristig einfach nicht. Einzig die Änderung des Lebensstils mit achtsamer Ernährung, ausreichend Bewegung und Sport und genügend Schlaf und Zeit für Entspannung führt nachhaltig zum gewünschten Erfolg. Eine vegane Ernährung ist perfekt geeignet, den überschüssigen Fettpölsterchen den Kampf anzusagen – pflanzliche Produkte sind durchschnittlich kalorienärmer, enthalten aber gleichzeitig mehr Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und andere wichtige Vitalstoffe als Fleisch, Wurst, Käse & Co.

Aber auch eine vegane Ernährung bringt nicht den gewünschten Erfolg, wenn man häufig stark verarbeitete Produkte kauft oder wenn die Lebensmittelauswahl zu einseitig ist. Nur eine vollwertige und abwechslungsreiche Pflanzenkost mit Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Vollkorngetreide, Nüssen und Samen ist der richtige Weg zum Wunschgewicht und fördert auch das Wohlbefinden und die Gesunderhaltung.

Bei der praktischen Umsetzung unterstützt die vegane Lebensmittelpyramide mit dem Ziel, die Nahrungsmittel aus den einzelnen Ebenen in einem ausgewogenen Verhältnis zu sich zu nehmen. (siehe Abb. oben)

Die Devise, um zur Traumfigur zu gelangen, heißt also: vegan schlemmen und genießen, anstatt zu hungern!

 

Tipp für veganen Genuss:

Süßkartoffeln sind sehr bekömmlich, extrem fett- und kalorienarm und regen aufgrund des hohen Ballaststoffgehaltes die Verdauung an. Durch den hohen Gehalt an Antioxidantien in Form von Carotinoiden, die für die orange Farbe verantwortlich sind, und Anthozyanen schützen sie unseren Körper vor allem vor jenen Erkrankungen, die mit Entzündungen einhergehen, wie beispielsweise Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Alzheimer. Süßkartoffeln enthalten außerdem das zellschützende Vitamin E, das die Hautalterung verzögert.

Süßkartoffeln sind eine leckere Alternative zu den herkömmlichen Kartoffeln und lassen sich auf vielerlei Arten zu leckeren Speisen verarbeiten.

Tomaten, Paprika & Co finden wir das ganze Jahr über im Supermarktregal – doch muss das wirklich sein? Denn während sich die Jahreszeiten ändern, sollte sich eine naturgemäße Ernährung diesem Wechsel anpassen. Importe sind nicht notwendig - wir haben alles in der Region.

Die Auswahl an frischem Gemüse ist im Winter natürlich etwas eingeschränkt, aber gleichzeitig gibt es eine große Vielfalt an heimischen und regionalen Gemüsesorten, die auch in der kalten Jahreszeit Saison haben. Viele von ihnen sind richtige Vitaminbomben und bringen uns daher gestärkt und gesund durch die Kälte. Kauft man darüber hinaus Lebensmittel aus der Region, vermeidet man zusätzlich die oft sehr langen Transportwege und den enormen Wasserverbrauch in den trockenen Anbauländern.

Heimische Kraftspender

Typische Dauerbrenner sind natürlich Karotten, Kürbis, Rote Rüben, Kraut, Lauch, usw. – sie alle sorgen für eine schmackhafte, gesunde und abwechslungsreiche Winterküche. Daneben gibt es aber noch einige Fitmacher für die kalten Tage, die trotz ihrer Vorzüge heute von vielen Konsumenten schon fast in Vergessenheit geraten sind. Die Steckrübe beispielsweise wurde ursprünglich nur als Schweinefutter angebaut, heute weiß man diese vielseitig verwendbare Knolle mit ihrer krebshemmenden Wirkung immer mehr zu schätzen.

Ebenso beeindruckt der würzige Grünkohl durch seinen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und entzündungshemmenden Inhaltsstoffen und gilt als das Anti-Krebs-Gemüse schlechthin. Auch die mild und leicht nussig schmeckenden Pastinaken findet man wieder vermehrt auf so manchen regionalen Bauernmärkten. Sie schmecken nach dem Frost am besten, wenn durch die Kälte die Stärke bereits teilweise in Zucker umgewandelt wurde. Ein weiteres Superfood ist Topinambur, die leicht süßlich-nussig schmeckende kleine Knolle – sie ist kalorienarm und hat eine positive Wirkung auf die Verdauung und unser Immunsystem. Sie lässt sich wie Kartoffeln ganz unkompliziert für viele Speisen und Gerichte, wie zum Beispiel Aufläufe und Pürees, verarbeiten.

Und auch wenn draußen die Schneeflocken den Boden bedecken, muss man in der kalten Jahreszeit keineswegs auf einen frischen Salat verzichten. So lassen sich etwa mit Spinat, Chinakohl, Chicorée, Radicchio und Vogerlsalat bunte, schmackhafte und vitaminreiche Wintersalate zaubern.

Unser Darm ist die Zentrale unserer Gesundheit! Karin Weingrill hat sich auf vegane Ernährung spezialisiert und klärt auf, worauf es bei der Darmgesundheit ankommt.

Unser Darm ist mit einer Größe von etwa 300 Quadratmetern unser größtes Organ. Er ist weit mehr als nur ein „Verdauungsschlauch“, denn der Darm steht mit allen Organen unseres Körpers in einer Wechselbeziehung und ist damit die zentrale Drehscheibe für unsere Gesundheit. Der Darm ist besiedelt mit Billionen von Mikroorganismen und bietet für circa zwei Kilogramm Bakterien ein Zuhause. Das Mikrobiom, die Ansammlung dieser Mikroben, ist für unsere Gesundheit enorm wichtig, vor allem für unser Immunsystem und unser Wohlbefinden.

Da das Mikrobiom nicht nur von den „guten“, sondern auch von den krankmachenden Bakterien bewohnt wird, müssen wir auf ein gutes Gleichgewicht in der Darmflora achten. Denn wenn die „bösen“ Bakterien überwiegen, können entzündliche Darmerkrankungen, Allergien oder eine erhöhte Infektanfälligkeit die Folge sein. Auch erhöhtes psychisches Stress-empfinden oder chronische Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer haben oftmals ihren Anfang im Darm.

Die Zusammensetzung unserer Darmflora wird vor allem durch unsere tägliche Nahrungszufuhr bestimmt. Für ein gesundes Mikrobiom brauchen wir Ballaststoffe aus vollwertigen, pflanzlichen Lebensmitteln, wie Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst – diese fördern die positiven Darmbakterien und verdrängen krankmachende Keime. Tierische Lebensmittel mit hohem Eiweiß- und Fettanteil, Fertigprodukte und frittierte Speisen sowie auch Zucker und Süßigkeiten und ein regelmäßiger Alkoholkonsum beeinflussen die Funktion des Darms negativ.

Will man seinem Darm zusätzlich zur gesunden Pflanzenkost noch Gutes tun, kann man ihn mit fermentierten Lebensmitteln wie etwa Sauerkraut oder Tempeh, ein traditionelles Sojaprodukt aus Indonesien, unterstützen. Achtet man dann noch auf regelmäßige Bewegung und trinkt ausreichend Wasser oder Tee, sind damit die Grundsteine für eine gute Darmgesundheit gelegt.

So geht vegan

Wie (un)gesund ist Soja?

In der veganen Ernährung ist Soja ein wesentlicher Bestandteil am Speiseplan. Dabei ist die Bohne gerade in letzter Zeit immer wieder kritisch beäugt worden. Karin Weingrill hat sich auf vegane Ernährung spezialisiert und klärt auf, was beim Verzehr von Soja wichtig ist.

Die Sojabohne ist in der veganen Ernährung als vielseitiges Lebensmittel besonders wichtig, sei es als Tofu, Sojadrink, Sojajoghurt uvm.

Sojabohnen sind nicht nur protein- und fettreicher als alle anderen Hülsenfrüchte, sie stechen vor allem durch den hohen Gehalt an Isoflavonen, den sogenannten Phytoöstrogenen, also pflanzlichen hormonähnlichen Inhaltsstoffen, hervor. Doch diese sind mitunter oftmals der Grund, warum Soja sehr kontrovers diskutiert wird. Entgegen mancher Schlagzeilen, dass Soja das Risiko für hormonabhängige Krebserkrankungen erhöhen könnte, sind sich sämtliche führenden Ernährungs- und Gesundheitsorganisationen darüber einig, dass der Konsum von Sojabohnen viele gesundheitliche Vorteile bringt. Soja und daraus hergestellte Produkte bieten eine gute Eiweißquelle und sind damit eine perfekte Alternative zu Fleisch und Fisch.

Sojagegner befürchten aber auch die Auswirkungen des Sojaanbaus auf die Rodungen im Regenwald. Stellt man sich allerdings die weltweite Sojaernte von 2016/2017 mit rund 351 Millionen Tonnen Soja vor, werden davon nur etwa sechs Prozent für die menschliche Ernährung verarbeitet – der überwiegende Anteil geht in die Fütterung der Nutztiere in der Massentierproduktion bzw. in andere Industriezweige.

Wichtig ist daher beim Kauf von Sojaprodukten darauf zu achten, dass die Sojabohnen aus heimischem Anbau stammen und zudem auch BIO-zertifiziert sind, denn dann dürfen diese auch nicht gentechnisch verändert werden.

Eine aktuelle Metaanalyse von 88 Studien zeigt Lebensmittel auf, die das Diabetesrisiko entweder erhöhen oder reduzieren. Und wie wir wissen, ist es ja bekanntlich der Typ-2 Diabetes, der ernährungs- und lebensstilabhängig ist.

So kann ein täglicher Konsum an Vollkorngetreide, Obst und Gemüse das Risiko, an Diabetes Typ-2 zu erkranken, um ein Viertel reduzieren. Wer täglich Weißmehlprodukte und Kuchen, rotes und verarbeitetes Fleisch, Eier und zuckerhaltige Limonaden zu sich nimmt, erhöht hingegen sein Diabetesrisiko.

Eine vegane, vollwertige und naturbelassene Ernährung mit Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst und Nüssen ist nicht nur reich an Ballaststoffen, die auf den Blutzuckerspiegel sehr positiv wirken, sie enthält auch wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Diese verbessern die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber dem Insulin, helfen die Blutfettwerte zu senken und schützen somit auch Herz und Gefäße. Vegane Ernährung ist somit ein wertvoller präventiver und effektiver therapeutischer Ansatz, um dem erhöhten Blutzuckerspiegel entgegenzuwirken und um gesund zu bleiben.

So geht vegan

Vegan für Einsteiger

Kommen wir tatsächlich ohne tierische Produkte aus? Was ist dran an dem Nährstoffmangel, den vegane Ernährung angeblich verursacht? Und was bedeutet vegan wirklich? Karin Weingrill räumt auf mit Irrtümern rund um den veganen Ernährungsstil.

Karin Weingrill lebt seit ihrem 16. Lebensjahr vegan. Auch beruflich beschäftigt sie sich mit dieser Lebens- und Ernährungsform

 

Ein gesunder Lebensstil ist für immer mehr Menschen ein definiertes Ziel, das erreicht werden will. Das stärker werdende Bewusstsein über seine eigene Lebensweise, über die Umwelt und die Auswirkungen des eigenen Konsums führt dazu, sich auch über seine Ernährung Gedanken zu machen. Eine gesunde Ernährung ist der Grundbaustein für einen gesunden Körper. Aber wann ist nun eine Ernährung gesund?

Karin Weingrill hat ihren Berufsweg als Diätologin begonnen, hat dann das Studium für Gesundheitsmanagement abgeschlossen und eine Ausbildung zur veganen Ernährungsberaterin absolviert. Auf dieses Fachgebiet hat sie sich auch spezialisiert. Sie selbst ernährt sich seit ihrem 16. Lebensjahr vegan. Was vor Jahren noch als Spinnerei belächelt wurde, ist heute eine Lebensweise, der sich immer mehr Menschen anschließen.

„Ich bin der optimistischen Meinung, dass ein nachhaltiger Wertewandel vor sich geht. Ob man sich nun aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen für eine vegane Ernährung interessiert – entscheidend ist, dass man sich seiner eigenen Lebensweise und deren Auswirkungen bewusst wird“, betont Weingrill. Und eines ist ihr dabei wichtig zu betonen: „Es geht um keine Bewertung darüber, ob jemand Fleisch isst oder nicht. Jeder muss wissen, was gut für ihn ist.“ Sie selbst ist davon überzeugt, dass eine vegane, also eine rein pflanzliche, vollwertige Ernährung, die besten Voraussetzungen schafft, um sich vor Krankheiten zu schützen, leistungsfähig zu sein und um ein hohes Lebensalter zu erreichen.

Doch wie wird man ohne tierische Produkte satt?

In den meisten Haushalten besteht der Speiseplan hauptsächlich aus tierischen Produkten. Was bleibt, wenn man diese streicht? „Eine vegane Ernährung ist viel mehr als Fleisch, Fisch, Eier, Milch, Käse und sämtliche Milchprodukte wegzulassen, um sich dann hauptsächlich von den sogenannten Beilagen oder von Süßem zu ernähren“ erklärt Weingrill. Das sei eine der Fehlannahmen. Eine rein pflanzliche Kost ist vielfältig, abwechslungsreich und bietet köstliche Geschmackserlebnisse. „Wer sich darauf einlässt, wird viele neue kulinarische Erfahrungen machen. Die vegane Küche ist eine Geschmacksexplosion am Gaumen“, sagt die Ernährungsexpertin.
Und über Irrtümer und Mythen rund um die vegane Ernährung wird Karin Weingrill ab dieser Ausgabe mit einer monatlichen Kolumne aufklären – immer zu einem speziellen Thema. Und auf der prima! Website gibt es passend dazu ein veganes Rezept zum Nachkochen.

Egal ob unter der Sonne des Südens, auf dem Balkon oder am gemütlichen Küchentisch, dieser Salat bringt Urlaubsflair auf deinen Teller.

 

Zutaten

für 2 Personen

Dauer 20-25 Minuten

 

Für den marinierten Tofu mind. 24 Stunden, besser 3 Tage ziehen lassen:

250 g Tofu natur

1 TL Steinsalz

40 ml Olivenöl

1 EL mediterrane Kräuter, getrocknet

Saft einer halben Zitrone

Für den Salat:

250 g Kirsch-Tomaten

1 Salatgurke

1 gelber Paprika

2-3 EL schwarze Oliven

½ TL Steinsalz

2 EL Balsamico-Essig

Frische Basilikum-Blätter oder Rucola

 

Zubereitung

1. Den Natur-Tofu in ca. 1 cm Würfel schneiden und in einer Schüssel mit dem Salz bestreuen.

2. Olivenöl, Kräuter und den Zitronensaft dazu geben und alles gut miteinander vermischen. Dann ein großes sauberes Schraubglas oder Einweckglas mit den Tofu-Würfeln füllen, verschließen und im Kühlschrank mindestens 24 Stunden, am besten bis zu 3 Tage durchziehen lassen.

3. Für den bunten Salat zuerst die Salatgurke in halbe Scheiben, den Paprika in Würfel und die Zwiebel in dünne Ringe schneiden. Zuletzt die Oliven halbieren und alles in einer Salatschüssel locker miteinander vermengen.

4. Salz und Balsamico drüber gießen und nun den marinierten Tofu aus dem Glas samt dem Olivenöl dazu geben und einige Male umrühren.

5. Zuletzt kommen die Mini-Tomaten in den Salat und werden nur mehr untergehoben, sollen dabei nicht aufplatzen.

Serviert wird der Griechische Salat mit grob gehackten Basilikum oder Rucola Blättern garniert und einem frischen Baguette oder Toastbrot.

 

Karin Weingrill empfiehlt außerdem dazu: Als zusätzliches Eiweißtopping eignen sich geröstete Chiasamen. Diese einfach in einer Pfanne leicht anrösten und über den fertigen Salat streuen.

Griechischer Salat mit mariniertem Tofu

Egal ob unter der Sonne des Südens, auf dem Balkon oder am gemütlichen Küchentisch, dieser Salat bringt Urlaubsflair auf deinen Teller.

 

Zutaten 

für 2 Personen

Dauer 20-25 Minuten

 

Für den marinierten Tofu mind. 24 Stunden, besser 3 Tage ziehen lassen:

250 g Tofu natur

1 TL Steinsalz

40 ml Olivenöl

1 EL mediterrane Kräuter, getrocknet

Saft einer halben Zitrone

Für den Salat:

250 g Kirsch-Tomaten

1 Salatgurke

1 gelber Paprika

2-3 EL schwarze Oliven

½ TL Steinsalz

2 EL Balsamico-Essig

Frische Basilikum-Blätter oder Rucola

 

Zubereitung

1. Den Natur-Tofu in ca. 1 cm Würfel schneiden und in einer Schüssel mit dem Salz bestreuen.

2. Olivenöl, Kräuter und den Zitronensaft dazu geben und alles gut miteinander vermischen. Dann ein großes sauberes Schraubglas oder Einweckglas mit den Tofu-Würfeln füllen, verschließen und im Kühlschrank mindestens 24 Stunden, am besten bis zu 3 Tage durchziehen lassen.

3. Für den bunten Salat zuerst die Salatgurke in halbe Scheiben, den Paprika in Würfel und die Zwiebel in dünne Ringe schneiden. Zuletzt die Oliven halbieren und alles in einer Salatschüssel locker miteinander vermengen.

4. Salz und Balsamico drüber gießen und nun den marinierten Tofu aus dem Glas samt dem Olivenöl dazu geben und einige Male umrühren.

5. Zuletzt kommen die Mini-Tomaten in den Salat und werden nur mehr untergehoben, sollen dabei nicht aufplatzen.

Serviert wird der Griechische Salat mit grob gehackten Basilikum oder Rucola Blättern garniert und einem frischen Baguette oder Toastbrot.

 

Quelle: www.veggimaeggi.at

Karin Weingrill empfiehlt außerdem dazu: Als zusätzliches Eiweißtopping eignen sich geröstete Chiasamen. Diese einfach in einer Pfanne leicht anrösten und über den fertigen Salat streuen.

Bio-Wende in Burgenlands Spitälern

Bio-Wende in Burgenlands Spitälern

Bis Jahresende plant die KRAGES, ihren Bio-Anteil bei den eingekauften Lebensmitteln zu verdoppeln, denn die Bio-Qualität ist für die KRAGES ein Mehrwert. Seit dem Vorjahr schauen nämlich die KRAGES-Einkäufer, die pro Jahr rund 1,1 Millionen Euro für den Einkauf von Lebensmittel für die landeseigenen Spitäler ausgegeben, auch bewusst darauf, dass darunter immer mehr Bio-Lebensmittel sind.
Peter SITAR / 12. April 2019

Im Diesel-Kino in Oberwart präsentierte die SPÖ-Burgenland, mit Spitzenkandidaten Christian Dax und Lejla Visnjic, ihr Programm für die kommenden EU-Wahlen. Parteichef Hans Peter Doskozil ruft zur Wahlteilnahme auf und wünscht sich eine hohe Wahlbeteiligung.

Christian Dax mit Lejla Visnjic und Parteichef Hans Peter Doskozil

 

Klimaschutz, sichere Grenzen und ein friedliches Miteinander sind die Hauptthemen der SPÖ Burgenland für die EU-Wahl am 26. Mai. „Das Burgenland ist beim Klimaschutz Vorreiter für Europa“, so Dax. So erzeuge das Burgenland seit Jahren mehr umweltfreundlichen Strom als es selber verbrauche, vor allem aus Windenergie. Lejla Visnjic trat für ein Europa der Menschen und nicht der Konzerne auf. Dax ist auf der SPÖ-Liste als Nummer 7 gereiht, bisher besetzte die SPÖ fünf Mandate im EU-Parlament.

Aufhorchen ließ Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit einer klaren Kritik an der EU-Förderpolitik für das Ziel-1-Gebiet Ungarn: „Es ist schon wichtig strukturarmen Gebieten beim Ausbau der Infrastruktur zu helfen. Aber die Gelder müssen schließlich auch bei den Menschen ankommen!“ So liege das Lohnniveau in Ungarn bei 400 bis 600 Euro. Zum Vergleich: Im Burgenland wird aktuell über einen Mindestlohn von 1700 Euro netto im Landesbereich diskutiert.

Die Oststeiermark, konkret der Wirtschaftsraum Hartberg und die Thermenregionen, wollen eine leistungsfähige Bahnverbindung aus dem Raum Hartberg über Bad Waltersdorf nach Gleisdorf als Neubaustrecke. Von dort soll die Strecke über das bestehende Netz nach Graz führen. Langfristiger Wunsch: Eine Schnellbahnverbindung von Hartberg über Bad Waltersdorf nach Gleisdorf und Graz. Eine entsprechende Petition wurde im Rathaus Hartberg unterfertigt.

Jetzt wurde das neue Pflegekonzept für das Burgenland von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Sozial-Landesrat Christian Illedits präsentiert. Es setzt auf die Pflege daheim, auf Gemeinnützigkeit und finanzielle Absicherung von pflegenden Angehörigen. Kritik kommt von der ÖVP.

Landesrat Christian Illedits, LH Hans Peter Doskozil und Sonja Windisch von der Sozialabteilung

 

Die Pflege daheim hat oberste Priorität; um die Qualität der Pflege im Land weiter zu verbessern, setzt der Plan auf die Gemeinnützigkeit und pflegende Angehörige sollen entlastet werden. So sieht der Plan ein Modell zur finanziellen Absicherung für pflegende Angehörige der Pflegestufen 5, 4 und 3 vor. Darüber hinaus werden stationäre- und teilstationäre Pflegeeinrichtungen ebenso ausgebaut wie alternative Wohnformen und mobile Pflegeangebote. Grundsätzlich wird die Pflege nur mehr auf gemeinnütziger Basis erfolgen. Das gelte für jeden Anbieter, „wer auch immer im Burgenland in diesem Segment tätig ist. Pflege ist für mich eine besondere Form der Daseinsvorsorge. Eine Gewinnabsicht hat aus meiner Sicht in diesem Bereich keine Berechtigung“, so Doskozil.
Ein wichtiger Teil des Pflegekonzepts ist es, pflegende Angehörige bei der Finanzierung des Lebensunterhaltes inklusive Versicherung noch besser zu unterstützen und abzusichern. Dazu wurde ein Modell zur finanziellen Absicherung für pflegende Angehörige für die Pflegestufen 3, 4, und 5 ausgearbeitet. Zur Abwicklung dieses Modells wird ein gemeinnütziger Rechtsträger, die Burgenländische Pflege und Service GmbH, gegründet, wo Personen, die Angehörige pflegen, angestellt werden.

Pflege daheim „44 Altenwohn- und Pflegeheime mit 2.226 stationären Plätzen gab es Ende 2018 im Burgenland. Bis zum Jahr 2021 sieht der Zukunftsplan im gesamten Burgenland bis zu 305 neue Pflegebetten vor, bis zum Jahr 2030 sind es bis zu 635 neue Pflegebetten“, so Sozial-Landesrat Christian Illedits. Gleichzeitig werden bis 2021 die Einsatzstunden im Bereich mobile Pflegedienste von 320.371 im Jahr 2018 auf mindestens 354.264 ansteigen.
Um die Bedürfnisse der älteren Generation zu erheben, wurde das Department Soziales der FH Burgenland mit einer Umfrage beauftragt. Demnach wollen 98,5 % der Befragten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben, jedoch nur 44,3 % sind der Meinung, sich die Pflege zuhause leisten zu können.

Kritik kommt von der ÖVP: Sie spricht von Zeitverschwendung und einem enttäuschenden Ergebnis. Parteiobmann Thomas Steiner: „Der Arbeitskreis war offensichtlich eine Farce!“

Sehr gut angenommen wurde der erste burgenländische Bürgermeister-Dialog, zu dem Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landtagspräsidentin Verena Dunst, am 18. März, eingeladen haben. Rund 170 Gemeindemandatarinnen und -mandatare folgten der Einladung ins Landhaus in Eisenstadt. Die Politik sei kein Selbstzweck, sondern müsse auf allen Ebenen gemeinsam für die Menschen arbeiten, so Doskozil.

Vier große Themen hat sich die SPÖ bei einer zweitägigen Klausur in Bad Tatzmannsdorf formuliert und will sie bis zum Ende der Legislaturperiode bis 2020 umsetzen. Ein neues Pflegekonzept, die Biowende in der Landwirtschaft, Englisch schon in der Volksschule und die Einführung von 1700 Euro netto als Mindestlohn.

Bei ihrem Auftritt präsentierte das SPÖ-Team Geschlossenheit

 

Ein neuer Chef, ein neuer Stil: Bei der SPÖ Klausur in Bad Tatzmannsdorf trat die Führungsspitze, Landeshauptmann und die SP-Landesräte, Klubobfrau sowie Landtagspräsidentin Verena Dunst gemeinsam vor die Presse und präsentierten ihre Vorhaben bis zur Landtagswahl 2020. Der neue Landeshauptmann Hans Peter Doskozil will bei der Wahl daran gemessen werden, was von den Vorhaben umgesetzt worden ist.

Ihm ist die Einführung eines Mindestlohnes von 1700 Euro netto ein ganz wichtiges Anliegen. Zunächst soll der im Landesbereich, in den Landesbetrieben und bei der Krankenhausgesellschaft Krages umgesetzt werden. Doskozil: „In einem dritten oder vierten Schritt hoffe ich, dass dieser Mindestlohn auch von der Privatwirtschaft übernommen wird“. Er sieht in diesem Projekt auch eine Einladung an den Bund, das Burgenländische Modell zu übernehmen. „Wir werden den Beweis im Burgenland antreten, dass das möglich ist“, so der Landeschef. Dieser Mindestlohn soll aber auch jenen Angehörigen zukommen, die daheim einen Angehörigen Vollzeit pflegen.

Viele haben schon geglaubt, dass das nie etwas wird, mit der versprochenen Verlegung der Holzverladung vom Bahnhof Oberwart zum Bahnhof Rotenturm, direkt an der Bundesstraße. Doch jetzt setzt das Land Burgenland und die landeseigene Verkehrsinfrastruktur-Gesellschaft (VIB), konkrete Maßnahmen.

Die Holzverladung soll künftig bei der Firma Fischer Holz am Bahnhof Rotenturm erfolgen

 

„Wir sind der Bevölkerung von Oberwart im Wort, dass die Holzverladung künftig in Rotenturm abgewickelt wird.“ Das erklärt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Verkehrs-Landesrat Heinrich Dorner. Derzeit wird die zuletzt nicht bewirtschaftete Bahnstrecke Oberwart – Rotenturm von Verwuchs befreit, danach finden Vermessungsarbeiten auf und entlang der Bahnstrecke statt. Deren Ergebnisse werden dann als Grundlage für das einzureichende Anschlussbahnverfahren sowie für die Planungsleistungen zur neuen Holzverladestelle herangezogen. Dafür sollen bis Ende März zwei Umsetzungsvarianten erarbeitet werden. Mitte April, so der derzeitige Umsetzungshorizont der Verkehrsinfrastruktur Burgenland, werden die konkreten Bauarbeiten zur Holzverladestelle ausgeschrieben; parallel dazu soll das Behördenverfahren zur Reaktivierung der Strecke gestartet werden. Die Ergebnisse der aktuell durchgeführten Arbeiten fließen auch als Grundlage in die Unterlagen zur Abwicklung der Bundesfördermittel mit der SCHIG, der Bundesförderstelle für Anschlussbahnen, ein.

„Die derzeitige Situation, dass Schwerlaster durch das Stadtzentrum von Oberwart Holz zum Bahnhof transportieren, ist untragbar. Mit der Verlagerung der Holzverladestelle nach Rotenturm wird für eine nachhaltige Entlastung der betroffenen Anrainer gesorgt. Gleichzeitig geht es mit der Reaktivierung der Bahnstrecke Unterwart-Großpetersdorf als Anschlussbahn auch um eine Aufwertung der Infrastruktur in der Region Oberwart“, betonen LH Doskozil und Landesrat Dorner. Angesichts der Dimension des Gesamtprojektes sei es wichtig und erfreulich, dass alle Partner – Land, Verkehrsinfrastruktur Burgenland, ÖBB und die Gemeinden – konstruktiv zusammenarbeiten, so der Landeshauptmann.

Die Firma Logserv – eine Tochter der voestalpine GmbH – wurde von der VIB mit der Betriebsführung auf der Bahnstrecke Unterwart-Großpetersdorf beauftragt. Gleichzeitig übernimmt Logserv die Projektabwicklung zur Verlegung der Holzverladestelle auf den nun fixierten Standort in Rotenturm – unmittelbar vor der Firma Fischer Holz.

 

Diesmal Europa wagen

Noch nie war eine Europawahl so spannend wie heuer. Sowohl was die Machtverhältnisse im Europaparlament betrifft als auch innenpolitisch. Wird sie doch auch eine Standortbestimmung geben, wo die heimischen Parteien stehen. Es zahlt sich daher aus, am 26. Mai zur Wahl zu gehen.
Peter SITAR / 28. März 2019

Für nicht nur mediale Aufmerksamkeit sorgen Überlegungen, möglicherweise zwischen Oberwart und Riedlingsdorf einen Sportflugplatz zu errichten. Er könnte jenen in Pinkafeld ersetzen. Doch zurzeit wirken die Diskussionen eher wie ein Sturm im Wasserglas.

Für helle Aufregung sorgen im Südburgenland Erstgespräche von Gemeindepolitikern, Vertretern der Wirtschaft und Flugbefürwortern über den möglichen Bau eines Sportflugplatzes (Pistenlänge rund 1.000 Meter) zwischen Riedlingsdorf und Oberwart. Strikt dagegen sind die Grünen, die gleich ganz tief in die Klassenkampf-Kiste greifen und mit Slogans wie „Züge statt Flüge“ und „kein Flugplatz für Superreiche und Promis“ agieren. Konkretes Projekt gibt es derzeit ebenso wenig, wie Betreiber, Finanzierung oder Grundstücke. Das Projekt, so es je eines werden soll, ist natürlich ein Geschenk für die um ihr politisches Überleben kämpfenden Grünen.

Doch zu den Fakten: Im Südburgenland gibt es zwei aktive Flugplätze. Einen in Pinkafeld (630 Meter Gras) und einen in Punitz (820 Meter Asphalt). In Pinkafeld setzt man vor allem auf den Segelflug, in Punitz, mit der festen Piste, auf die Motor-Piloten-Ausbildung. Die Platzverhältnisse in Pinkafeld sind überschaubar, eine Pistenverlängerung schwer realisierbar. Allerdings, so heißt es vom Pinkafelder Sportfliegerclub, bestehe derzeit absolut kein Handlungsbedarf. Langfristige Pachtverträge würden den Betrieb am derzeitigen Gelände auf Jahre hinaus garantieren. Sollte sich allerdings zwischen Oberwart und Riedlingsdorf eine interessante Alternative anbieten, könne man sich einen Standortwechsel überlegen, so die Pinkafelder.

Diskussionen über Flugprojekte gab es immer wieder: Ende der 1990er Jahre tauchte die Idee auf, bei Großpetersdorf einen internationalen Flughafen für Jets zu errichten. Ebenso schnell formierte sich massiver Widerstand dagegen. Es war fast schon ein Glaubenskrieg, der sich daraus entwickelte und in einer Volksabstimmung 1999 seinen Höhepunkt fand. Bei einer Wahlbeteiligung von 80 Prozent endete diese mit einer Mehrheit von zwei Stimmen für die Befürworter des Flughafen-Projektes. Allerdings beschied noch am Abstimmungsabend die Landespolitik das endgültige „Aus“ für das Vorhaben. Kurzfristig wurde dieses Projekt Ende 2018 wieder zur Diskussion gestellt. Da aber der Ortschef dem Ganzen sofort eine Absage erteilte, war es ebenso schnell vom Tisch, wie es aufgetaucht war.

Nun also der Standort Oberwart für einen Sportflugplatz. Als mögliches Gebiet wird ein Bereich auf halber Strecke zwischen Oberwart und Riedlingsdorf genannt. Für Linienjets völlig ungeeignet und absolut kein Thema. Die Befürworter des Projektes Sportflugplatz sehen darin eine Verbesserung der Erreichbarkeit und der Infrastruktur sowie die Chance einer regionalen Aufwertung. Die Gegner wiederum beklagen Umweltbelastung, Lärm und eine Beeinträchtigung der Bevölkerung. Das Traurige dabei ist, dass erst gar nicht sachlich diskutiert wird. Stattdessen werden – mit fast schon religiösem Eifer – klischeehafte Argumente verbreitet. Siehe „Superreiche“. Auch wenn es keine gibt.

Aber Widerstand um jeden Preis scheint aktueller denn je zu sein. Das lässt wenig Gutes erwarten. So war es auch bei der geplanten Landesgartenschau in Hartberg, und man erinnere sich an das jahrzehntelange Verfahren zum Bau der 380-kV-Leitung vom Burgenland in die Steiermark. Vom geplanten Bau einer dritten Piste in Wien-Schwechat ganz zu schweigen. Ähnliches ist auch zu befürchten, falls die Pläne für einen zweiten Autobahnanschluss für Hartberg realistisch werden.

Natürlich ist es legitim, gegen ein Projekt zu sein, ebenso wie es legitim ist, Ideen für die Region zu entwickeln. Doch bevor hier etwas entstehen könnte, wird es Behördenverfahren geben, die Jahre dauern. Wie gesagt: derzeit scheint das Projekt eher ein Sturm im Wasserglas zu sein.

27. Feber 2019

Flugplatz/Flughafen Oberwart scheint vom Tisch!

„Ich steige jetzt aus dem Projekt aus. Offensichtlich ist es nicht erwünscht, ich nehme das zur Kenntnis“. Das sagt Reinhard Kremsner, Leiter der am Flugplatz Punitz beheimateten Flugschule Punitz Flugbetriebe. Zuerst war die Rede von der möglichen Verlegung des Sportflugplatzes nach Oberwart. Zuletzt die Vision und das Hirngespinst eines Flughafens im Südburgenland. Ausdrücklich nicht nur am Standort Oberwart, sondern irgendwo im Bereich der Bezirke Oberwart, Güssing oder Jennersdorf – mit einer Pistenlänge von rund 2000 Meter, wo auch Verkehrsflieger landen könnten. Die Idee dahinter: Das wäre ein Plus für den Tourismus und es könnten hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen.

Bislang war davon in den Vorgesprächen keine Rede. Seine Überlegungen für einen Flughafen in dieser Größenordnung tauchten erst in den letzten Stunden in den Medien auf. Doch Kremsner hat in der Zwischenzeit, wie eingangs erwähnt, von einem Flughafen Abstand genommen.

Die Vision vom Flughafen trifft auch Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner völlig überraschend, denn mit ihm wurden auch nur Erstgespräche über die mögliche Errichtung eines Sportflugplatzes zwischen Oberwart und Riedlingsdorf geführt. Rosner: „Von einem Verkehrsflugplatz für große Passagiermaschinen kann keine Rede sein. Es ging lediglich um die Frage, ob der Pinkafelder Flugplatz hier einen neuen Standort finden könnte“. Aktuell gebe es zurzeit aber weder ein Projekt noch einen Betreiber oder Finanzierung, auch die Grundstücke sind zurzeit nicht gesichert. „Konkret kann ich dazu nichts sagen, da die Fakten fehlen“, so Rosner. Ein Verkehrsflugplatz bei Oberwart komme aber sicher nicht infrage!

Von Beginn an gegen das Projekt sind die Grünen aufgetreten. Aus jetziger Sicht ist die Errichtung eines Flugplatzes bzw. Flughafens in Oberwart unwahrscheinlicher denn je.

Eine große Steuerreform hat sich die Bundesregierung für die nächsten Jahre vorgenommen. Viele Details sind noch nicht bekannt, aber es scheint klar zu sein, dass die Ökologisierung dabei nicht im Vordergrund stehen dürfte.

Die Regierung Kurz/Strache plant für die nächsten Jahre eine umfassende Steuerreform (siehe dazu auch den Artikel „Das große Steuer-Fragezeichen“).

Davon sollen hauptsächlich Menschen profitieren, die Arbeit haben. Tenor: „Wer arbeiten geht, soll auch von der Steuerreform profitieren.“ Ein politischer Ansatz, den man durchaus vertreten kann. Und so sehen Experten die geplante Steuerreform grundsätzlich positiv. Aber es gibt auch Einschränkungen. So vermisst das Wirtschaftsforschungsinstitut, WIFO, eine stärkere Ökologisierung des Steuersystems. Denn gerade über dieses lassen sich viele Entwicklungen bewusst lenken – oder auch nicht. Gerade das heurige Jahr zeigte nachdrücklich, wie sehr der Klimawandel uns schon im Griff hat. Die westlichen Bundesländer, aber auch Gebiete in der Steiermark und Niederösterreich, ersticken im Schnee. Tagelang sorgte eine konstante Wetterlage für meterhohe Schneefälle. Zogen früher die Hoch- und Tiefdruckgebiete nach ein paar Tagen weiter, bleiben sie jetzt fast ortsfest. Das lässt für die Zukunft nichts Gutes erwarten.

Hier steuerliche Signale zu setzen, um die Erderwärmung einzubremsen, wäre ein Gebot der Stunde. In manchen Bereichen versucht die Regierung zwar Akzente zu setzen – etwa bei den Ölheizungen – aber es sind leider nur Ansätze. So sollen in den nächsten Jahren keine Ölheizungen mehr in Neubauten eingebaut werden dürfen. Dadurch soll der Kohlendioxyd-Anteil deutlich verringert werden.

Aber es gibt leider in anderen Bereichen noch viele unfertige Baustellen. Etwa im Bereich der Windkraft. Hier stagniert der Ausbau seit Jahren. So stellt die IG-Windkraft verärgert fest: „Die Bundesregierung verfolgt laut eigenen Angaben das Ziel, die Stromversorgung bis 2030 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen. Dafür müssten dann auch 7.500 MW Windkraftleistung am Netz sein. Das ist aber nur zu schaffen, wenn über den gesamten Zeitraum ein kontinuierlicher starker Ausbau sichergestellt wird. Davon kann jedoch derzeit keine Rede sein. Die Frage ist: Worauf wartet die Regierung? Seit 2015 nimmt die Anzahl der geförderten Windräder stetig ab, weil jedes Jahr weniger neue Anlagen errichtet werden als alte aus der Förderung fallen.“

Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten. Etwa ein anspruchsvolleres Fördersystem zum Ausbau von privaten Fotovoltaik-Anlagen. Dächer dafür gebe es in Österreich genug, allein es muss sich für den Hausbesitzer auch rechnen. Oder der Trend der Österreicher zu immer größeren und schwereren Geländefahrzeugen (SUV). Hier ließe sich steuerlich viel machen. Doch davon ist bisher in den Plänen der Bundesregierung nichts zu erkennen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Die moderne Arbeitswelt verlangt immer mehr nach Mobilität und Flexibilität der Arbeitnehmer. Aber es gibt noch immer zahlreiche Regionen, wo den Pendlern bestenfalls Busse zur Verfügung stehen und vorhandene Bahn-Infrastruktur schlicht nicht benutzt wird. In vielen Fällen bleibt den Pendlern dann nur noch, sich selbst hinter das Steuer des eigenen Autos zu klemmen, um rechtzeitig den Arbeitsplatz zu erreichen.

Noch hat die Bundesregierung ein paar Jahre Zeit für die Umsetzung der Steuerreform. Bleibt zu hoffen, dass darin auch ökologische Aspekte zum Tragen kommen.

Mit der Reform des Pflegesystems hat sich die Bundesregierung für 2019 einen gewaltigen Brocken vorgenommen. Dabei sollen alle Varianten wertfrei zur Diskussion stehen. Eine Lösung dieses Themas ist schon mehr als überfällig.

Man muss nicht einverstanden sein, mit dem was die Bundesregierung in ihrem ersten Jahr so alles gemacht hat. Aber man muss wohl anerkennen, dass sie auch große Themen angeht. Für 2019 steht etwa eine große Pflegereform auf dem Plan. Und das geht uns alle an. Das kann kurzfristig sein, wenn man etwa mit einem Oberschenkelbruch im Gips zu Hause liegt, oder langfristig, wenn man auf Grund des Alters auf Pflege, Betreuung und medizinische Versorgung angewiesen ist.

Die Menschen werden zum Glück immer älter, damit steigt aber auch der Pflegebedarf. Und mit der Abschaffung des sogenannten Pflegeregresses – Zugriff auf das Vermögen der Pflegenden und ihrer Angehörigen – ist das jetzige System an seinen Belastungsgrenzen endgültig angekommen. Die meisten Menschen wünschen sich Pflege in den eigenen vier Wänden. Wobei die Pflege zu Hause ohne die Heerscharen der fast weiblichen Helferinnen aus dem Osten schon längst zusammengebrochen wäre.

Die Arbeit dieser Frauen muss entsprechend bewertet werden. Die Kürzung des Familiengeldes für ihre im Ausland, in der Slowakei, Ungarn oder Rumänien lebenden Kinder ist aber alles andere als hilfreich gewesen, sondern schlicht kontraproduktiv. Die Summen, die sich die Republik dabei erspart, sind mehr als überschaubar, die Auswirkungen auf die Motivation der Betroffenen jedoch tiefgehend.

Die Bundesregierung hat angekündigt, bei der Reform mit allen Beteiligten im Vorfeld sprechen zu wollen. Also Heimträgern, Hilfsorganisationen oder Sozialversicherungen. Das wird auch gut sein, denn je breiter der Konsens ist, der dabei erzielt wird, umso besser für die Reform. Denn rund fünf Milliarden Euro gibt derzeit der Staat für die Pflege aus. Tendenz nach oben stark steigend.

Zur Diskussion stehen derzeit zwei Finanzierungssysteme: Ein Umlageverfahren über Sozialversicherungsbeiträge oder eine Versicherungspflicht wie bei der Haftpflichtversicherung. Beide Systeme haben ihre Vorteile, aber auch Schwachpunkte. Worauf man sich letztlich einigt, soll das Jahr 2019 zeigen.

Wichtig ist, dass eine Lösung gefunden wird, die den Betroffenen im Falle eines Pflegebedarfes rasch hilft und jene Pflege zur Verfügung stellt, die von ihnen auch gewünscht wird. Denn das wird das große Thema und die Herausforderung für die kommenden Jahrzehnte sein und wie gesagt, wohl jeden betreffen.

Politisch interessant wird dabei sein, wie sich die SPÖ verhalten wird. Ob sie hier Konkretes einzubringen vermag oder stur auf Opposition schalten wird. Den Österreicherinnen und Österreichern ist zu wünschen, dass die Sozialdemokraten ihre staatspolitische Verantwortung wahrnehmen.

Ganz wichtig wäre es, wenn es im Rahmen der Pflegereform auch zu einer abgestimmten Kooperation der Bundesländer kommt. Denn die Pflege kann nicht von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt werden. Abgestimmte Angebote der Bundesländer gehören dabei ebenso dazu, wie Harmonisierungen der angebotenen Leistungen. Denn die Qualität der Pflege darf nicht davon abhängen, ob man in St. Johann in der Haide oder in Markt Allhau zu Hause ist.

Es ist wahrlich eine Marathon-Aufgabe, die sich die Bundesregierung mit der Pflegereform vorgenommen hat. Aber sie hat es wenigstens in Angriff genommen.

Möge die Übung gelingen.

Auch wenn gerne und viel über die Europäische Union geschimpft wird: die Vorteile überwiegen die Nachteile bei Weitem. Daher kommt der Europawahl im Mai 2019 eine entscheidende Bedeutung zu. Es geht dabei schlicht um die Frage, in was für einem Europa künftige Generationen aufwachsen werden.

Mit Ende Dezember geht der sechsmonatige Ratsvorsitz Österreichs in der Europäischen Union zu Ende. 2019 übernehmen dann Rumänien und Finnland. Die Bilanz Österreichs ist eher durchwachsen. Standen doch auch schwierige Probleme auf der Agenda: Wie der Austritt Großbritanniens aus der EU oder das Vorgehen gegen illegale Migration.

Auffallend ist, dass die Stimmen eines gemeinsamen Europas immer mehr zu einem Diskant verkommen. Immer mehr Länder der EU versuchen ihr nationales Süppchen, etwa in der Migrationsfrage, zu kochen. Eine Entwicklung, die Gift ist für ein vereintes Europa. Daher wissen viele Experten und erfahrene Politiker, dass den EU-Wahlen 2019 eine entscheidende Rolle zukommt. Dabei geht es schlicht um die Frage, ob der Erosionsprozess der Nationalisten sich weiter fortsetzt oder ob jene Gruppierungen die Oberhand behalten, die in einem starken, übernationalen Europa die Zukunft des Kontinents sehen.

Herausforderungen gibt es genug. Etwa in der Person des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, dem ein zerstrittenes Europa wesentlich lieber erscheint, als ein Europa, das mit einer Stimme spricht und als geschlossene Wirtschaftsmacht für die USA eine Herausforderung ist. Daneben gibt es noch den boomenden asiatischen Bereich, angeführt von China, das Europa schlicht nicht ignorieren darf. Sonst droht die Gefahr, dass die EU zwischen den USA und Asien aufgerieben wird.

Zwar gibt es so manche Unsinnigkeiten, die Brüssel den Mitgliedsländern auf die Augen drückt. Etwa in der Frage der Sommerzeit. Soll sie abgeschafft werden, die Mehrheit sagt ja, über das Wie fehlt aber die Klarheit. Immer neue Varianten tauchen auf.

Dabei hat die EU durchaus gewichtige Vorteile. Etwa eine Währung, wie den Euro, der das lästigen Geldwechseln in vielen Staaten Europas unnötig macht. Oder die Chance für Jugendliche, an Schulen oder Universitäten im EU-Ausland, problemlos studieren zu können.
Oder das Beispiel Burgenland. Seit dem EU Beitritt Österreichs sind inklusive der Kofinanzierung rund zwei Milliarden Euro in das ehemalige Grenzland am Eisernen Vorhang geflossen. Für das Land war das ein unglaublicher Wirtschafts-Turbo. Und es gibt reale Chancen, dass auch nach 2020 – dem Auslaufen der jetzigen Förderperiode – weiter Geld aus Brüssel ins Burgenland fließt. Dafür lobbyieren burgenländische Politiker seit geraumer Zeit bei den Entscheidungsträgern.

Wermutstropfen dabei ist leider, dass die Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungskraft zwischen dem Nord- und dem Südburgenland noch immer nicht beseitigt werden konnten. Aber das sollte eine der wichtigsten Aufgaben der neuen Landesregierung ab 2019 werden. Denn mit Anfang März kommenden Jahres soll ja Hans Peter Doskozil (SPÖ) neuer Landeshauptmann im Burgenland werden. Mit einem neuen Team wird er sich auch dieser Herausforderung stellen müssen. Wobei hier der Frage des öffentlichen Personenverkehrs im Pendlerland Südburgenland eine zentrale Rolle zukommen wird. Hier gibt es entsprechende Förderprogramme der EU. Allerdings muss man sie auch abrufen.

In Wahrheit ist eine starke, übernationale Europäische Union alternativlos. Alles andere wären Konzepte aus vergangenen Zeiten. Das wissen auch die meisten Menschen in Österreich und vor allem in der Ostregion. Darauf können die Politiker im Bund und in den Ländern auch bauen. Damit auch die kommenden Generationen in einem geeinten, prosperierenden Europa aufwachsen können. Das haben sie sich nämlich verdient.

Der Klang von Fernweh

Der Klang von Fernweh

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.
Laura WEINGRILL / 28. März 2019

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Musikjournalistin Laura Weingrill über Tom Rosenthal

 

Der Engländer und das Leben

In der heutigen Welt ist es nicht einfach, aus der Masse herauszustechen. Vor allem nicht im aufregenden Universum der Musik. Ein Singer-Songwriter reiht sich an den anderen, streitet sich darum, wer wohl die traurigsten Lieder singen kann und ob sie besser auf der Gitarre oder dem Piano klingen. Tom Rosenthal ist einer dieser Singer-Songwriter, noch dazu aus England, dem Geburtsort dieser wunderbaren Gattung, und doch ist er noch so viel mehr. Er hat es geschafft. Er ist jemand besonderes.

Einst als „Großbritanniens bester unbekannter Songwriter“ gekrönt, zieht Tom nun schon seit über 18 Jahren seine Wege im Kreis der Musik. In dieser Zeit konnte der 32-Jährige eine Vielzahl von LPs und EPs produzieren, insbesondere zwei Alben, die seinen Töchtern gewidmet sind: „Bess“ und „Fenn“. Der Großteil seiner Balladen besteht aus genau drei elementaren Zutaten: Toms rauchig-warmer Stimme, seinen manchmal sehr melancholischen, manchmal aber auch wahnsinnig komischen Songtexten und seinem treuesten Begleiter, seinem Piano. Zusammen ergeben sie das gewinnbringende Rezept, das Rosenthal bis heute aus der Menge herausragen lässt.

Doch nicht nur deshalb ist der Londoner eine Rarität der Branche. Bis heute macht Rosenthal das meiste noch selbst. Er hat weder Manager noch PR-Agent. Seine Songs produziert er alle alleine, zuhause in seinem eigenen Studio. Ganz aktiv stellt sich der Sänger gegen die Mainstream-Richtlinien der Musikwelt, was er mitunter auch anhand seiner Lyrics beweist. So nahm er etwa im März 2017 einen Song auf, in dem er direkt Melania Trump, die Frau des US-Präsidenten Donald Trump, darum bat, ihren Mann sprichwörtlich ins All zu schießen. Es sind genau diese überraschende Originalität, pure Ehrlichkeit und der fast beneidenswerte Mut, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und auch mal kontroverse Themen anzusprechen, die Tom Rosenthal unter anderem zu der Fangemeinde verhalfen, die nun innerhalb weniger Minuten seine Shows zu ausverkauften macht.

Letztlich sind es aber das einfache und umso mehr berührende Songwriting und der erfrischende englische Humor, die den Briten von der bekannten Singer-Songwriter-Liga unterscheiden. Er besingt leidenschaftlich gerne seine Liebe zu Pasta und Wassermelonen und ist sich dabei nicht zu schade, im Obstkostüm oder nudelbeklebten Anzug umher zu springen und Luftpiano zwischen Wiese, Wald und Fluss zu spielen. Nicht nur deshalb eignen sich seine preisgekrönten Musikvideos, die zumeist aus einer Kollaboration mit verschiedenen Künstlern und Illustratoren entstehen, gut als Stimmungsaufheller an grauen Tagen. Aber auch nachdenklich geht bei dem sympathischen Briten. Mal traurig leise, mal wütend laut singt er von Angst und Verlassenwerden, vom Vermissen und Vergessen, von schlechten Beziehungen und wahren Lieben. Letzten Endes macht ihn genau dies zu etwas Besonderem. Er singt vom Leben.

Soundnerd

Von prima! zur SUN

prima! Redakteurin Laura Weingrill lebt derzeit in Brighton. Kürzlich hat sie in der britischen Zeitung The Sun ihren ersten Artikel veröffentlicht.

Laura Weingrill aus Bad Tatzmannsdorf lebt derzeit in Brighton, wo sie sich dem Musikjournalismus widmet.

 

Für die auflagenstärkste britische Tageszeitung The Sun hat Laura Weingrill kürzlich in London den schottischen Singer-Songwriter Lewis Capaldi interviewt. prima! Leser haben von dem „Typ mit den traurigen Liedern und der umwerfend rauen Stimme“, bereits in der prima! Dezember Ausgabe in der Kolumne „Soundnerd“ der Musik-Journalistin gelesen. Von England ausgehend wird uns die gebürtige Bad Tatzmannsdorferin Laura Weingrill auch weiterhin monatlich auf Newcomer und Ausnahmemusiker aufmerksam machen.

Das Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Wenn der Aufstieg der amerikanischen Band Wallows bisher sehr stressfrei erschien, dann wohl deswegen, weil er genau das war – stressfrei. Sie mögen vielleicht ein wenig so klingen, als hätten die Mitglieder von The Strokes ein bisschen zu lange unter der kalifornischen Sonne gelegen, aber inzwischen haben es die Indie-Rocker aus Los Angeles geschafft, sich einen eigenen Sound und Namen zu schaffen. Denn was einst aus einer Sandkastenfreundschaft zwischen Braeden Lemasters (Gitarre und Gesang), Cole Preston (Schlagzeug) und Dylan Minnette (Gitarre und Gesang) als musikalisches Experiment begann, konnte sich inzwischen zu einer eigenen ausgefeilten Variante von mal sonnengetränktem, mal melancholisch gefärbtem, mal Post-Punk angehauchtem Alternative Rock entwickeln. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn hinter den Kaliforniern liegt ein Jahr, das man sonst nur aus Märchenerzählungen kennt.

So wie viele andere Bands begannen auch Wallows ihre Karriere damit, ihre Musik zuallererst einmal selbst zu veröffentlichen. Doch damit endet schon wieder die Gewöhnlichkeit, denn im Gegensatz zu vielen anderen Songs dieser Welt raste „Pleaser“ innerhalb weniger Wochen an die Spitze der Charts und verhalf der Musikgruppe zu einem Vertrag bei Atlantic Records. Kurze Zeit später, im April 2017, veröffentlichte das junge Trio dann ihre Debüt-EP „Spring“, auf der sie nicht nur Anekdoten des Erwachsenwerdens und idyllische musikalische Portraits von Aufrichtigkeit malen, sondern alles auch immer wieder mit einer Prise ihres unverkennbaren Witzes ergänzen. Und wenn sich nun jemand fragt, wie es sein kann, dass Musiker im Alter von gerade Anfang 20 einen Ohrwurm nach dem anderen produzieren, dann liegt das daran, dass die Jungs seit über einem Jahrzehnt an ihrem Handwerk arbeiten.

Vor der Kamera

Doch abgesehen vom quirligen Indie-Pop mit Hang zum Tropischem, haben Wallows auch noch eine ganz andere Schiene für sich entdeckt, denn während sie sich auf ihre musikalische Karriere und das vorbereiten, das im Jahr 2019 auf sie wartet, genießen Frontman Dylan Minnette und Co darüber hinaus noch ihren Crossover-Erfolg, den sie durch die Schauspielerei für sich gewinnen konnten (Minnette war etwa Teil der beliebten Netflix-Serie „13 Reasons Why“). Wer jetzt aber denkt, dass es sich bei Wallows um eine Band handelt, bei der ein Schauspieler zum Spaß eine Popband gegründet hat, liegt falsch. Die Frage vom Ei und dem Huhn stellt sich hier also nicht, die Band kam definitiv zuerst. Ein Fakt, bei dem es auch bleiben soll, denn neben der baldigen Veröffentlichung ihres Debüt-Albums, möchte die Indiegruppe ebenfalls ihre eigene Bandbreite immer weiter verstärken und einen Hörer nach dem anderen für sich einnehmen. Und nach getaner Arbeit bleibt dann zuletzt laut eigenen Aussagen der Jungs nur noch ein Ziel – die musikalische Weltherrschaft. Das nenne ich mal eine Band mit Ambitionen.

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Für Laura Weingrill dreht sich die ganze Welt um Musik. Wohin sie auch geht, egal ob nach Wien oder London, die Kopfhörer sind immer dabei. Wer Teil ihrer musikalischen Reise sein möchte, der ist hier genau richtig.

 

Der mollige Sänger mit den traurigen Liedern – so stellt sich der Singer-Songwriter Lewis Capaldi immer wieder gegenüber seinen Fans im Internet vor. Eine Beschreibung von sich selbst, dich nicht jeder sofort freiwillig übernehmen würde. Und auch bei dem Sänger, der gebürtig aus dem schottischen Whitburn stammt, steckt viel mehr hinter der Fassade, als man zuerst zu ahnen vermag.

Denn der Typ mit den traurigen Liedern und der umwerfend rauen Stimme bringt alles zu einem Mix, wonach heute bei Künstlern gesucht wird – Sympathie, eine gute Portion Humor und jede Menge Talent. Eine Mischung, die Capaldi innerhalb der letzten zwei Jahre zu einer Karriere als Musiker verhalf, die man sonst nur von Filmen oder Märchenbüchern kennen würde. Schon im Alter von 12 Jahren schlich sich der Sänger in Pubs und Bars, um bei Open Mic Nights aufzutreten, bis er dann Ende März 2017 seine erste Herzschmerz-Single „Bruises“ veröffentlichte, und das ganz alleine, ohne Manager oder ein Label. Von da an ging es steil bergauf. Seither veröffentlichte der 22-Jährige zwei EPs, mehrere Singles, ging unter anderem mit Sam Smith und Rag N Bone Man auf Tour und konnte den einen oder anderen Newcomer-Award mit nach Hause nehmen.

Doch Zahlen und Auszeichnungen sind nicht alles und Capaldi wäre nicht der erste Künstler, der auf dem Papier besser ankommen könnte, als live. Wie also macht sich der Sänger nun auf der Bühne? Zurzeit tourt der sympathische Schotte mit seiner beinahe ausverkauften Tour durch die Städte Europas, was einem zuerst verrückt vorkommen mag, da Capaldi bis heute noch kein einziges Album veröffentlicht hat. Ein Umstand, dem er sich selbst sehr bewusst ist und auch immer wieder gerne darüber scherzt, wie ich bei einer seiner ausverkauften Shows persönlich erleben durfte: „Ich habe ja eigentlich erst sieben Songs oder so, aber okay.“ Und es blieb nicht nur bei diesem einem Witz, denn über das ganze Set hinweg gaben sich Songs über Herzschmerz, qualvolle Trennungen und vergangene Lieben, bei denen man sich die einen oder andere Tränen verdrücken musste, und schelmenhafte Scherze über die eigene Person und die Musikindustrie die Hand.

Aber wie steht es um die musikalische Zukunft des Sängers, der ja im Grunde erst am Beginn seiner Karriere steht? Wie bei vielen Dingen will er sich auch hier zu hundert Prozent treu bleiben und plant daher sich zuerst auf das Touren zu konzentrieren und nicht einfach ein Album nach dem anderen in die Welt zu stoßen. Eine Einstellung, die schnell eines zeigt – auch wenn der junge Künstler erst seit kurzem im Geschäft ist, man merkt sofort, er weiß genau was er tut und ist definitiv gekommen um zu bleiben. Und am Ende bleibt sein bilderbbuchartiger Aufstieg auch keine Überraschung, denn Capaldis Songs, bei denen es sich zumeist um wunderschöne Balladen handelt, glänzen mit emotionalen Texten und seiner unglaublich kraftvollen Stimme. Sie brechen einem das Herz und lassen einen kurz den Atem anhalten, aber auf die bestmögliche Art und Weise.

 

Musik

Soundnerd

Das Leben ist ein Soundtrack – so sieht es Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Für Laura Weingrill dreht sich die ganze Welt um Musik. Wohin sie auch geht, egal ob nach Wien oder London, die Kopfhörer sind immer dabei.

 

Auf der dunklen Seite des Campus

Wohl jeder Musiker kennt die Crux des zweiten Albums. Das Debüt war ein voller Erfolg und brachte genau den Anstoß, den man brauchte. Aber wie nimmt man diesen Schwung nun auch mit zum nächsten Album? Genau diese Frage stellte sich auch die fünfköpfige Indieband Hippo Campus, die 2013 in Minnesota, USA, gegründet wurde. Denn mit ihrer ersten LP „Landmark“ schaffte das Quintett nicht nur den Durchbruch, sondern legte ebenfalls ihren Signature-Sound fest: packende Beats, leichte Melodien, sonnige Texte und fröhliche Gitarren-Riffs.

Mit ihrem neuen, am 28. September veröffentlichten Album entschied sich die Indiegruppe jedoch dazu, einen etwas neueren Weg einzuschlagen. So klingt „Bambi“ an manchen Stellen dunkler, beinahe eindringlich und vor allem die Texte scheinen realer und bedeutungsvoller. Hippo Campus scheut nicht davor zurück, den Ängsten und Emotionen dieser Generation zu begegnen und nutzt ihr Album dazu, diese zu verarbeiten. Tracks wie „Why Even Try“ und „Think It Over“ verleihen dem Album ein Gefühl von Zärtlichkeit, während die Songs „Bubbles“ und „Golden“ zwar sanft beginnen, dann aber starke Rhythmen aufbauen. Das Element der Überraschung ist dabei immer vorhanden.

Dennoch kam die Trennung von ihrem alten Sound nicht von allein. In erster Linie bedeutete es eine Änderung der Arbeitsmethoden für die Indierocker. Denn während in der Vergangenheit alle ihre Tracks gemeinsam im Studio geschrieben wurden, sollte Bambi eine neue Facette ans Tageslicht bringen. Kurzerhand entscheid man sich für einen neuen Prozess. So wurden über die Zeit der Produktion hinweg vielfach Songs von einzelnen Mitgliedern geschaffen, wodurch sich am Ende eine bunte Zusammenstellung aus mehreren Stücken fand, aus der die Gruppe dann nur noch ihre Favoriten auswählen mussten. Ein Hang zur Perfektion, der sich schon ab dem ersten Titel „Mistakes“ hören lässt.

Doch warum dieser Umbruch? Laut Frontmann und Sänger Jake Luppen hätte die Band zwar genau erkannt, dass ihre Fangemeinde überwiegend aus weiblichen Personen bestand, sie aber genau dies noch mehr dazu motiviert hätte, als nächsten Schritt ein Album zu produzieren, dass näher auf die Emotionen und Unsicherheiten junger Männer eingehe, wie auch auf die Frage der toxischen Männlichkeit. Ein Umstand, der sich deutlich beim Hören des Records bemerkbar macht. Das lyrische Unbehagen passt zu den unangenehmen, sozial unsicheren Zeiten, über die die Band während der Produktion nachdachte. Das Album schwankt zwischen glückseliger Ruhe und überschwänglichem Chaos, ähnlich wie unsere sich ständig verändernde Welt.

Getragen von dem Wunsch, tiefer in sich selbst zu blicken, ist „Bambi“ ein ehrlicher Spiegel des Hippo Campus. Älter, klüger, aber nicht weniger aufregend, sind sie eine Band, die die heutige Zeit repräsentieren will.

Lehrlinge höchst wertgeschätzt

Lehrlinge höchst wertgeschätzt

Steiermarkweit sind es 25.000 Fachkräfte, die der Wirtschaft fehlen. 2018 waren im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld rund 5.000 Arbeitsstellen verfügbar, davon etwa 2.500 beim Arbeitsmarktservice gemeldet. Trotz dringendem Bedarf und starken Bemühungen konnte eine Vielzahl dieser Stellen nicht besetzt werden. Ein Grund für den Mangel an technisch ausgebildeten Mitarbeitern sei das Fehlen einer Höheren Technischen Lehranstalt im Bezirk, so die Wirtschaftskammer.
Peter SITAR / 25. März 2019

Astrid Eisenkopf, nun auch für die Landwirtschaft zuständig, präsentierte ihre Initiativen für diesen Bereich. Konkret denkt sie an eine Road-Tour zu den Bauern und einen Agrar Think-Thank.

Landesrätin Astrid Eisenkopf mit DI Manfred Cadilek

 

Erreicht werden sollen all diese Zielsetzungen mit ganz konkreten Initiativen. Ein Ziel dabei: Das Burgenland zum Bio-Land Nr. 1 zu machen. So sollen sich im Rahmen einer Agrar Think-Tank Expertinnen und Experten mit Fragen beschäftigen, wie die Zukunft der Landwirtschaft im Burgenland aussehen muss, welche Rahmenbedingungen künftige Landwirtinnen und Landwirte brauchen und wie sie zukunftsfit gemacht werden kann. Eisenkopf dazu: „Wir brauchen konkrete Maßnahmen, die auf das Burgenland zugeschnitten sind. Ich erwarte mir einen Pool mit frischen Ideen für das Agrarressort, denn wir müssen uns den Herausforderungen der Zukunft stellen“.

Die zweite Initiative von Landesrätin Eisenkopf ist eine Road-Tour durch das Burgenland. Dabei wird Eisenkopf die Bäuerinnen und Bauern auf ihren Höfen besuchen. „Ich möchte den Landwirten die Hand reichen, ihnen genau zuhören, um zu wissen, wo der Schuh drückt, vor allem aber, was sie brauchen, denn jeder landwirtschaftliche Betrieb hat seine eigenen Herausforderungen. Dabei liegt mir der Erhalt und die Vielfalt unserer burgenländischen kleinstrukturierten Landwirtschaft besonders am Herzen, denn das zeichnet unser Burgenland aus und das werde ich weiterhin unterstützen.“

Als gewaltige Herausforderung sieht die Arbeiterkammer den Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping im Bereich der Wirtschaft. Aber auch Unternehmer fordern gezielte Maßnahmen gegen unfaire Konkurrenz aus dem Osten.

Arbeiterkammer will mit Unternehmern gegen Lohn- und Sozialdumping vorgehen

 

Einen eher ungewöhnlichen Ort haben sich AK-Präsident Gerhard Michalitsch und Regionalstellenleiter Christian Drobits für die Präsentation ihres Kampfes gegen Lohn- und Sozialdumping ausgesucht – die Malerei Janisch in Oberwart. Christian Janisch: „Für uns wird das Lohn- und Sozialdumping zu einem immer größeren Problem. Vor allem Firmen aus dem Osten machen uns das Leben schwer.“

Wie das in der Realität abläuft, schildert Christian Drobits: „Das gibt es einen Unternehmer, der zwar seine Bediensteten korrekt angemeldet hat. Die mussten aber 30 bis 40 Prozent ihres Lohnes wieder dem Unternehmer zurückgeben“. Dagegen können heimische Betriebe kaum bestehen. Klare Worte findet Gerhard Michalitsch: „Das ist Betrug am Staat, an den Mitarbeitern und den Mitbewerbern.“ Konkret werden längere Fristen gefordert, um Klagen einzubringen sowie eine Aufstockung der Finanzpolizei. Im Juni soll es dazu auf der Friedensburg in Stadtschlaining eine Enquete geben.

http://bgld.arbeiterkammer.at

„Ich hab’ eine Aversion gegen jede Form der Korruption“

„Ich hab’ eine Aversion gegen jede Form der Korruption“

Hans Peter Doskozil ist neuer Landeshauptmann des Burgenlandes. Der Südburgenländer ist bekannt dafür, dass er politische Hotspots übernimmt und gilt als der Mann fürs Schwierige. Über seinen Weg zum höchsten politischen Amt im Land, schicksalhafte Verstrickungen im Leben, worüber er Tacheles spricht und wie ihn seine Freundschaft zu Kurt Kuch geprägt hat.
Nicole MÜHL / 1. März 2019
Die Frau am Bau

Die Frau am Bau

Tamara Ploy ist fürs „Grobe“ zuständig. Stahlbetondecken, statische Berechnungen und Betonrüttler sind ihr tägliches Brot. Sie ist technische Zeichnerin. Untypisch weiblich? Nicht wirklich, denn die starren Grenzen der stereotypen Geschlechterrollen werden langsam aber sicher aufgebrochen. Die Rauchwarterin macht ihre Arbeit ausgezeichnet und bringt mit ihrer weiblichen Seite viele Vorteile in ihr berufliches Umfeld. Zwischen Büroarbeit und Baustellen hat sie ihren Platz gefunden und reflektiert so den Wandel in der Gesellschaft: Frauen bleiben Frauen, aber sie können in so manch angestammter Männerdomäne ihren Mann stehen, ungeachtet ihres Geschlechts.
Nora SCHLEICH / 1. März 2019

... ein pensionierter Busfahrer, der von seinen Abenteuern erzählt. Von atemberaubenden Landschaften, fremden Kulturen und Menschen aller Art. Der Oststeirer Gerhart Gschiel verbindet in seinem Buch seine persönlichen Erfahrungen mit historischen Ereignissen auf unserem Kontinent. Er hat Geschichte hautnah erlebt und nimmt uns mit auf eine Zeitreise durch „sein“ Europa.

Ende Februar wird Hans Niessl sein Amt als Landeshauptmann an seinen Wunschnachfolger Hans Peter Doskozil übergeben. Länger als Hans Niessl war nur Theodor Kery Landeschef, nämlich 21 Jahre. Es waren durchaus bewegte Zeiten, in denen der Frauenkirchner die Geschicke des östlichsten Bundeslandes leitete. Ein Rückblick.

Hans Niessl ist seit 28. Dezember 2000 Burgenlands Landeshauptmann. Der Ausbau der Thermen (im Foto St. Martins Therme) war eines der Hauptprojekte in der Ära Niessl.

 

Der Zug zur Macht war dem Nordburgenländer nie ein fremder. Vom Zivilberuf Lehrer, ab 1996 dann schon Direktor der Hauptschule in Frauenkirchen. Ab 1987 Bürgermeister. Von 1996 bis 2000 SP-Abgeordneter im Burgenländischen Landtag, ab 1999 Klubobmann. Dann flog der SPÖ der Bank Burgenland Skandal um die Ohren. Dort hatte sich eine Lücke von 2,35 Milliarden Schilling aufgetan, das Land unter Landeshauptmann Karl Stix musste eine Garantieerklärung abgeben, um die Bank vor der Pleite zu bewahren. Im September platzte die Landesregierung, im Dezember 2000 kam es zu Neuwahlen.

Hans Niessl trat für die SPÖ als Spitzenkandidat an. Das Problem: Vor allem im Landessüden war der Seewinkler weitgehend unbekannt. Man setzte Niessl – anfangs viel belächelt – als Fußballer und Teamspieler in Szene. Am Wahlabend verging den Spöttern das Lachen. Niessl konnte nicht nur das Ergebnis für die SPÖ halten, er legte sogar um 2,1 Prozent auf 46,55 Prozent zu. ÖVP und FPÖ verloren leicht. Der 2000er Landtagswahlkampf, so sind sich politische Beobachter einig, war für den unerfahrenen Niessl wohl der schwierigste Landtagswahlkampf. Von der Bank Burgenland musste sich das Land in einem langwierigen Privatisierungsprozess trennen. SPÖ und ÖVP einigten sich auf eine Regierungszusammenarbeit.

Der Nordburgenländer hatte mitunter ein ausgezeichnetes Händchen bei der Wahl seiner Mitarbeiter. Sie waren extrem loyal und fleißig und hielten dem „Chef“ weitgehend den Rücken frei. Auch wenn er alles andere als ein leichter Chef war. Widerspruch vertrug er nur schlecht. Davon können noch heute viele ein Lied singen. Aber auch das Verhältnis von Niessl zur Presse war nicht ungetrübt. Was vor allem die Redakteure des ORF zu spüren bekamen.

Höhen und Tiefen

Wahlpolitisch sein größter Erfolg war die Landtagswahl 2005 wo die SPÖ 52 Prozent der Stimmen erreichte. 2010 schaffte die SPÖ 48,26 Prozent der Stimmen, Rot-Schwarz wurde fortgesetzt. Ende 2010 hatte Niessl ein ganzes Heer von Schutzengeln. Am Silvesternachmittag brach er allein beim Eislaufen in der Darscho-Lacke bei Apetlon ein – konnte sich aber selbst befreien.

Veränderungen kündigten sich bereits 2014 an. Der Landtag beschloss mit den Stimmen von SPÖ (trotz Widerstand in den eigenen Reihen), ÖVP und Grünen die Abschaffung des Proporzes im Burgenland. Der sorgte bisher dafür, dass die stimmenstärksten Parteien sich automatisch in der Landesregierung wiederfanden.

Eine Karte, die Niessl nach der Landtagswahl 2015 zog. Niessl entschloss sich – trotz herber Verluste der Großparteien – zu einer Zusammenarbeit mit der FPÖ und schickte die ÖVP auf die harte Oppositionsbank. Ein Schock, von dem sich die ÖVP-Burgenland bis heute noch nicht erholt hat.

Zuvor, 2014, musste der Landeshauptmann eine schwere Krise durchmachen. Ein Wochenmagazin unterstellte ihm, er hätte von einem Tiroler Unternehmer ein Kuvert mit 10.000 Euro angenommen, was Niessl vehement zurückwies. Nach Klagen und einem Gerichtsurteil musste das Magazin diesem Vorwurf widerrufen.

2018 gab dann Hans Niessl am Parteitag in Oberwart bekannt, dass er am 28. Februar 2019 sein Amt an Landesrat Hans Peter Doskozil übergeben wird.

Was bleibt

Politisch ist die Bilanz von Hans Niessl eine durchaus gemischte. Nachhaltig verändert hat er das Burgenland auf Generationen hinaus durch die Abschaffung des Proporzes. Mit der St. Martins Therme hat er im Seewinkel ein bauliches Zeichen gesetzt. Thema Personennahverkehr: Während er die Neusiedler See Bahn dank großer Investitionen zu einem Erfolgsmodell machte und auch die Raaber Bahn nach Kräften unterstützte, wurde der Personen-Bahnverkehr im Bezirk Oberwart aus fadenscheinigen Gründen eingestellt. Riesen Probleme gab es in den letzten Jahren auch mit der Domäne Esterházy, der KRAGES und der Zusammenarbeit der Krankenhäuser zwischen dem Burgenland und der Steiermark. Einiges davon konnte Hans Peter Doskozil – mit viel Geld – bereits abarbeiten, aber es ist noch genug offen. Stichwort S7, Bahnverbindung Jennersdorf – Graz.

Unterm Strich lässt sich sagen, Hans Niessl hat sein Amt nicht schlecht geführt. Luft nach oben bleibt aber immer. Danke, Hans Niessl, und viel Gesundheit.

Sie betritt das Lokal und – ohne dass sie selbst davon Notiz nimmt – drehen sich sämtliche Köpfe nach ihr um. Lippenstift, pechschwarze Haare, blasse Haut – ihr Gang aufrecht und ihr Blick zielgerichtet. Für kurze Zeit tauchen wir ein in die glamouröse Welt der Likes, Tags und Posts. Sandra Corinna Kinzl lebt für ihren Fashion- und Beauty-Blog und lässt uns an ihrem Lifestyle teilhaben.

„Du bist Rauchfangkehrer - hat dich das Glück besonders geküsst?“ „Nicht geküsst. Ich hatte harten Sex mit dem Glück!“ So beginnt ein Gespräch mit Jerome Thek, das sich in eine ganz andere Richtung entwickelt als vorerst angenommen.

Rauchfangkehrer gelten als Glücksbringer. Jerome Thek aus Kemeten hat seinen Beruf geliebt. Auch wenn nicht alles im Leben geradlinig verläuft, fühlt er sich doch als Glückskind.

 

„Bring mir Glück“, das rufen ihm heute noch Menschen zu, wenn sie den Rauchfangkehrer auf der Straße sehen, obwohl er seit über einem Jahr nicht mehr als solcher arbeitet. „Glück ist aus, aber Reichtum oder Schönheit hätte ich noch“, antwortet er dann für gewöhnlich. Die Menschen freuen sich eben, wenn sie einen wahrhaftigen „Glücksbringer“ sehen. „Rauchfangkehrer sind nicht alltäglich, sie kümmern sich ums Wohl der Kunden und sorgen für Sicherheit. Die Menschen lieben uns!“, sagt Jerome, der sich immer noch als Rauchfangkehrer bezeichnet.

„Es sind so viele Leute abergläubisch, auch junge, man glaubt es kaum.“ Im Fall von Jerome Thek hatten viele Südburgenländer besonders viel Glück, denn er hat sich um seine Kundschaft über alle Maßen gekümmert. Er hat sich Zeit genommen, ist gerne auf einen Kaffee oder eine Flasche Bier geblieben, hat den Menschen zugehört und viel gesehen. Geurteilt habe er aber nie und weiter erzählt habe er auch nie etwas, stellt er entschlossen fest. „Mir sind die Menschen nicht egal! Ich habe einfach gerne nachgefragt.“ Und auch wir fragen nach und bekommen Antworten. „Es ist kein Gerücht: wenn die grüne Witwe alleine zuhause ist, dann kommt der Rauchfangkehrer. So manch eine Dame im Bezirk setzt das sogar voraus!“ lacht er laut und setzt fort: „Ein Schelm, der Böses denkt. Aber das ist wahr.“ Wir gehen nicht ins Detail. Aber dass Jerome kein Kind von Traurigkeit ist, setzen wir voraus und die eine oder andere derbe Geschichte hat er natürlich auf Lager.

Als Rauchfangkehrer erlebt man eben viel. Zum Beispiel junge Frauen, die den Rauchfangkehrer antanzen lassen, weil ihr Holzofen nicht funktioniert. „Man hilft, wo man kann, ich habe ihr dann also gesagt, dass man schon Holz dazu braucht. Sie dachte das würde automatisch gehen, also Ofen gekauft, hingestellt und fertig.“ Beschwerden über den urigen Typen aus Siget, der heute in Kemeten lebt, gab es übrigens nie – außer einmal. „Ich war wegen einer Ölheizung im Haus. Der Mann war in der Nachtschicht. Der weiße Schäferhund des Paares hat an mir geschnüffelt. Und dann hat der Hund am Frauchen geschnüffelt. Und als der Gatte ein paar Minuten später nach Hause gekommen ist, war der Hund weg und die Frau war schwarz im Schritt.“ Suboptimal.

„Als Schauspieler bin ich Amateur“

Jerome Thek ist authentisch. Immer. Und das zeichnet ihn auch als Schauspieler aus. Seit 2011 ist er Komparse für die internationale Erfolgsserie „Games of Thrones“ und im neuesten Landkrimi „Grenzland“, der am 15.1.2019 im ORF Premiere feiert, hat er eine Nebenrolle ergattert. Gelernt hat der 35-Jährige die Schauspielerei freilich nicht, wovon sich so manch ein „echter“ Schauspieler bedroht fühlen könnte. Ein mittlerweile guter Freund, der etablierter Schauspieler in Österreich ist, hat gesagt: „Bist eh gut. Aber Schauspieler bist keiner!“ Niemand möchte von einem Amateur vertrieben werden. Obwohl ihm der Erfolg im Showbiz durchaus recht gibt, steckt sein Herzblut in den Kaminen der Region. Die Welt des Fernsehens macht ihn nicht vollends glücklich. Lange hat er aber eine Fassade aufrechterhalten. Nun legt er die Maske ab.

„Ich glaube nicht an Astrologie. Widder sind von Haus aus skeptisch“

Das Leben ist nicht Hollywood. „Als ich bei der Premiere des neuen Landkrimis vor einigen Wochen tosenden Applaus geerntet hab‘, habe ich nichts empfunden, keine Freude, keinen Stolz. Da wusste ich konkret, dass etwas nicht stimmt. Ich konnte nicht mehr lachen.“ Schwere Depressionen und Suizidgedanken machten eine Reha im Dezember notwendig. „Ich hab den Lustigen gespielt. In Wahrheit fehlt mir mein Job als Rauchfangkehrer. Ich würde alles dafür geben, wieder in der Region in diesem Beruf arbeiten zu können, auch wenn bei einem Lungenvolumen von 40 Prozent dieser Job bestimmt nicht das Richtige für mich ist. Mir fehlt aber die Zuneigung, die Freundlichkeit und die ehrliche Freude, die mir als Rauchfangkehrer entgegengebracht wurde. Das war besser als jeder Applaus für mich als Nebendarsteller.“

Trotzdem fühlt er sich als Glückskind. „Mein Leben hätte aufgrund von Unfällen schon mindestens drei Mal vorbei sein können, aber ich hatte immer Glück. Auch was meinen Namen betrifft. Mein Bruder heißt Schilbääär (Gilbert), den hat’s als Kind in Siget hart getroffen. Aber im Ernst: ich trinke und rauche maßlos und esse rotes Fleisch. Weil ich leben möchte!“

Wir wünschen dem Rauchfangkehrer der Herzen, dass er vom Glück weiterhin zumindest geküsst wird!

Warum gelten Rauchfangkehrer als Glücksbringer?

Die schwarzen Männer und Frauen gelten in weiten Teilen der Welt als volkstümliche Glücksbringer. Wer sie berührt oder am Knopf der Kleidung dreht, habe Glück im neuen Jahr.

Rauchfangkehrer gibt es bereits seit dem Mittelalter. Früher war es eine Katastrophe für den Haushalt, wenn der Kamin verstopft war oder schlecht zog. Die Feuerstelle war das Zentrum des Heims. Sie sorgte für Wärme und für eine warme Mahlzeit.

Im 16. Jahrhundert in Italien im Gebiet von Mailand gingen die „ Spatza Kamino“ mit einem Reisigbesen von Haus zu Haus und säuberten die ersten errichteten Schlote. Die Hausbrände gingen zu diesem Zeitpunkt massiv zurück. Damals gab es noch nicht viele Rauchfangkehrer, also war es ein Glück, wenn man einen Kaminkehrer für die Dienste erwischen konnte.

In Wien wurde die erste Konzession im Jahr 1512 von Kaiser Maximilian I. An einen gewissen Hans von Mailand erteilt.

Der Geschichte der Wiener Rauchfangkehrer ist ein eigenes Museum gewidmet:

Rauchfangkehrermuseum
1040 Wien, Klagbaumgasse 4
Telefon: 734 35 40 bzw. 514 50/2275
Kontakt: info@rauchfangkehrermuseum.at

Hier weist ein gestickter Spruch übrigens darauf hin, warum der Rauchfangkehrer noch als Glücksbringer gilt: Er sorgt für das Glück in der Ehe, weil ein müder, hungriger Mann, durch die Kochkünste der Frau milde gestimmt wird:

„O Rauchfangkehrer, lieber Mann, putz doch den Rauchfang, dass ich kochen kann.“

Auf dem Posten in Hartberg kennt man die Polizistin als hilfsbereit und lebensfroh. Freundlich, humorvoll und „wie ein richtiger Kieberer“, so würden sie Freunde beschreiben. Männer finden sie oft zu stark und zu selbstbewusst, sagt die Single-Frau. Nach einem Schicksalsschlag blieb ihr nichts anderes übrig, als nach dem Motto zu leben: „Aufgeben oder alles geben“. prima! erzählt die Geschichte, wie Elisabeth Schützenhofer aus Grafenschachen ihr eigenes Schicksal zum Anlass genommen hat, um Obdachlosen zu helfen.

Ihr Aussehen ist bemerkenswert, ihre Offenheit bewundernswert. Nicht jeder würde so ehrlich über die Höhen und Tiefen eines sehr ungewöhnlichen Lebens erzählen. Sie hat viel erlebt: die Schrecken des Krieges, die Bombardierung Dresdens, die Entstehung der DDR und später ein nicht immer einfaches Leben an der Seite eines begnadeten Dirigenten. Es ist umso verwunderlicher, dass sie gerade jetzt die schwierigste Zeit ihres Lebens durchzumachen scheint. Sie lesen das Portrait einer Frau, die den Mut hatte, ungewöhnliche Wege zu gehen.

Gonzo, der brave Hahn

Gonzo, der brave Hahn

Die vergangenen Wochen waren medial vor allem von einem Aspekt geprägt: Umweltbewusstsein. Klima-, Tier- und Umweltschutz stehen momentan im Fokus der Aufmerksamkeit. Das Burgenland etwa soll laut Landespolitik „BIO“ werden. Ein Tierschutzvolksbegehren, initiiert von Sebastian Bohrn Mena, zielt darauf ab, Tierqual zu beenden, wobei Nutztiere wie auch Hühner im Fokus stehen. Und dass sich vor allem Schüler und Schülerinnen um unseren Planeten sorgen, ist spätestens seit Greta Thunbergs Auftritt klar. Sie ist das Gesicht weltweiter Schülerproteste für die Umwelt. Im steirischen Schäffern, da leistet ebenfalls ein junges Mädchen seinen Beitrag. Daniela Pfeffer hat sich ihren Hühnern verschrieben und zeigt, wie schön und wichtig artgerechte Haltung ist.
Nora SCHLEICH / 28. März 2019

Die Biene ist wichtig für die Bestäubung der Blüten. Das wissen wir quasi alle. Und sie kann stechen, aber ist eigentlich nicht böse. Höchstens gefährlich für Allergiker. Sie produziert Honig und lebt in Schwärmen. So weit, so gut, und so die Fakten aus dem Lehrbuch. Doch wie ist die Biene „privat“? Wir haben einem über die Schultern geschaut, der es wissen muss: Imker Josef Kogler.

Draußen steigen die Temperaturen, die Knospen sprießen, und neben dem zarten Duft der ersten, richtig warmen Sonnenstrahlen auf der Haut liegt auch Liebe in der Luft. Frühlingsgefühle sind nicht zu leugnen, und die werden heutzutage auch online befriedigt – schnell und unbürokratisch, oft auch unromantisch. Spätestens seit es Tinder gibt, ist klar: Tugenden wie Genügsamkeit, Enthaltsamkeit oder Verzicht sind out. Jennifer Vass (30) beschreibt uns ihre Suche nach der großen Liebe, zwischen magischen Momenten des Kribbelns und dem enttäuschenden Überangebot an beischlafwilligen Partnern.

Ostern und die lieben Eier! Im Supermarkt sollte man beim Griff ins Regal aber behutsam vorgehen. Was die Nummern auf den Eiern über die Haltung der Hennen aussagt und warum ist es wichtig auch bei Nudeln und Co. das Kleingedurckte zu lesen! Alice Pichler ist im Rahmen des Tierschutzunterrichts des „Vereins gegen Tierfabriken“, in Schulen unterwegs. Vor Ostern geht es um das Konsumverhalten.

Reportage

Wald-Reich

Der Wald ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Allerdings setzen ihm der Klimawandel und ein kleiner Käfer ganz schön zu. Trotzdem ist er nach dem Tourismus der zweitwichtigste Devisenbringer und gibt vielen Menschen Arbeit.

Mit über 60 Prozent gehören die Steiermark und Kärnten zu den waldreichsten Bundesländern Österreichs. Im Bereich der Bezirksforstregion Hartberg liegt die Waldfläche bei rund 48 Prozent. Dagegen nimmt sich das Burgenland mit einer Waldfläche von rund einem Drittel des Landes fast schon bescheiden aus. Aber auch im Burgenland hat die Waldwirtschaft eine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung: Jährlich entsteht dadurch eine Wertschöpfung von 50 Millionen Euro und beschäftigt rund 4.000 Menschen.

Waldbesitzern und Experten treiben allerdings der deutlich spürbare Klimawandel und der Borkenkäfer Sorgenfalten auf die Stirn. Wetterlagen, die sich über Wochen oder Monate nicht ändern, können den Bäumen arg zusetzen. 2018 war so ein Jahr. Nördlich der Alpen regnete es kaum oder fast gar nicht, südlich davon sorgten heftige Niederschläge für Überschwemmungen und Vermurungen. Dabei kamen das Burgenland und die Oststeiermark 2018 durchaus glimpflich davon.

Herausforderung Klimawandel

„Das Klima ist eine Herausforderung für den Wald und seine Besitzer“, bestätigt der Leiter der Landesforstinspektion Burgenland, Hofrat Hubert Iby. Vor allem lange Hitze- und Trockenperioden bedeuten Stress für die Bäume. Daher setzt man seitens der Forstämter auf permanente Kontrollen des Waldzustandes. Besonders betroffen sind dabei Fichten-Monokulturen, wo in der Folge oft der Borkenkäfer sein Unwesen treibt. Kommt es zu einem Käferbefall, müssen die geschädigten Bäume so rasch wie möglich aus dem Wald geschafft werden. Da kommen dann oft die Fachleute vom Burgenländischen Waldverband zum Zug. „Wir bieten Waldbesitzern von der Beratung, Begutachtung, Durchforstung bis zur Vermarktung des Holzes ein großes Paket an Dienstleistungen an“, erläutert Obmann DI Klaus Friedl im prima! Gespräch.

Friedl kennt als Forstreferent der steirischen Landwirtschaftskammer den Zustand der Wälder beiderseits der Lafnitz in- und auswendig. Im Norden des Bezirks Hartberg gebe es wirklich großflächige Waldbesitzungen, während die Grundstücke gegen Süden, etwa im Raum Fürstenfeld, wieder kleinstrukturierter werden. Ganz anders im Südburgenland. Hier haben laufende Erbteilungen zu einer kaum noch überschaubaren Struktur des Waldbesitzes geführt. Friedl: „Oft sind die Waldgrundstücke gerade einen halben Hektar groß.“

Mit der Folge, dass Waldbesitzer oft gar nicht wissen, wo sich ihr Grundstück befindet und viele weder Gerätschaften noch das Wissen haben, wie ihr Wald zu pflegen oder zu durchforsten ist. Diese Serviceleistungen bietet der Waldverband an. Allein im Burgenland gibt es über 26.000 Waldeigentümer.

Preise

Mit dem Holzmarkt und den dort gehandelten Preisen ist man beim Verband derzeit durchaus zufrieden. Geschäftsführer DI Herbert Stummer: „Vor allem Qualitätsholz ist sehr gefragt.“ Der Markt, auf dem man agiert, ist ein globaler. Holz wird bis in die USA, nach Japan und vor allem nach Italien exportiert. Wobei drei Klassen von Holz anfallen. Das meiste Geld gibt es für Sägerundholz, gefolgt vom Industrieholz – etwa für die Papierindustrie und schließlich das sogenannte Energieholz. Heuer gibt es durchaus Unwägbarkeiten: „Derzeit ist noch nicht klar, wie viel Schäden die Herbststürme in den Wäldern in Oberitalien, Tschechien oder Deutschland angerichtet haben und welche Mengen auf den Markt kommen“, erläutert Herbert Stummer. Denn große Mengen an Schadholz würden sich vorübergehend wohl negativ auf die Preise auswirken. Vermarktet wird das Holz global, und daher haben die Weltmarktpreise auch direkte Auswirkungen auf die einzelnen Waldbesitzer. Die sind es aber ohnehin gewohnt, in größeren zeitlichen Horizonten zu denken. Denn von der Auspflanzung bis zur Ernte können schon 100 Jahre und mehr vergehen.

Förderungen

So ist erklärtes politisches Ziel im Burgenland, weg von den anfälligen Monokulturen zum widerstandsfähigeren Mischwald zu kommen. Agrar-Landesrätin Verena Dunst, die das Ressort ab 28. Feber an Astrid Eisenkopf übergibt: „Wir fördern den Umbau der heimischen Wälder jährlich mit 1,3 Millionen Euro“.

Für 2019 müsse man jetzt aber abwarten, so die Forstexperten, wie sich Klima und die Borkenkäfer-Situation entwickeln werde. Sie wünschen sich, dass die Bäume heuer weniger Stress durch Käferbefall und Trockenheit ausgesetzt werden.

Welche Bedeutung die Holzwirtschaft für Österreich hat, zeigt sich schon daran, dass sie nach dem Tourismus der zweitgrößte Devisenbringer ist. So hat Österreich 2017 Holz um sechs Milliarden importiert, aber um über 10 Milliarden Euro Holz exportiert. Überschuss: Vier Milliarden. Und nicht zu vergessen: Die Waldbesitzer denken in längerfristigen Zeiträumen.

Bad Tatzmannsdorf ist die größte Tourismusgemeinde des Burgenlandes. Um das auch zu bleiben, muss der Ort einiges bieten. Immerhin möchte man neue Gästeschichten ansprechen und sich weiterhin zu einem begehrten Wohnort mit hoher Lebensqualität etablieren.

Wer in Bad Tatzmannsdorf wohnt, hat’s gut. Das „Tatz-Taxi“ fährt gratis von 7 Uhr früh bis 23 Uhr am Abend und chauffiert Einheimische wie Gäste. Zu jedem E-Bike, das sich die Bewohner des Ortes privat anschaffen, zahlt die Gemeinde gegen Vorlage der Rechnung 100 Euro dazu. Die vor zwei Jahren eröffnete Kinderkrippe ist eine Folge des starken Zuzugs, den die Gemeinde nach wie vor spürt.

Vom umfangreichen gastronomischen Angebot sowie von allen anderen Infrastruktureinrichtungen wie Therme, Golfplatz, Lauf- und Walkingarena etc. profitieren natürlich auch die Einwohner von Bad Tatzmannsdorf, wie Bürgermeister Gert Polster (SPÖ) betont: „All diese Angebote gibt es nur, weil es den Tourismus gibt. Und dieser wiederum sichert in unserer Gemeinde knapp 1.400 Arbeitsplätze. Darauf sind wir sehr stolz.“

Neue Gäste werden angesprochen

Das österreichweit einzigartige Vorkommen von drei Heilmitteln an einem Ort – kohlensäurehaltiges Heilwasser, Heilmoor und Thermalwasser – hat aus Bad Tatzmannsdorf einen traditionsreichen Kur- und Gesundheitsort ersten Ranges gemacht. Für das Gros der mehr als 500.000 Nächtigungen im Jahr sind die drei großen Leitbetriebe Reduce, Avita und Reiter’s verantwortlich. Dazu kommen die Einrichtungen der BVA und der PVA sowie zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe. Letztere stellen zehn Prozent der Betten und segeln im Fahrwasser der Großen mit, was sie aber auch unter starken Investitionsdruck bringt, wie der Obmann des Regionalmarketingvereines Martin Pinezich – er betreibt selbst ein kleines Hotel – erklärt: „Auch in Privatpensionen erwartet der Gast mittlerweile Annehmlichkeiten wie Boxspringbetten oder eine Klimaanlage.

Diese Updates nicht zu verpassen, ist gerade für die kleinen und mittleren Betriebe überlebenswichtig. Vor allem die junge Generation wechselt gern zwischen 5-Stern-Hotel und gemütlicher Frühstückspension mit persönlichem Touch. Daher brauchen wir einen breiten Angebotsmix für unsere Gäste.“ Und die sollen künftig vermehrt auch aus Osteuropa kommen. „Wir wollen die Ungarn, Slowaken und Rumänen nicht nur als Arbeitskräfte, sondern auch als Gäste gewinnen“, so Pinezich, der generell einen Wandel der Gästeschicht vom klassischen Kurgast hin zum Wellness- und Gesundheitsgast feststellt. Ein vor Kurzem angestellter Coach soll den Tourismusbetrieben dabei genauso auf die Sprünge helfen wie ein neues touristisches Leitbild, in dem der Slogan von Bad Tatzmannsdorf „Slow down and relax“ übersetzt wird mit „Komm runter und tanke Kraft!“

Geschwindigkeitszonen als Gesprächsthema

Apropos runterkommen: „Runter vom Gas“ heißt es für alle, die mit dem Auto durch den Kurort unterwegs sind. Ein Verkehrskonzept, das unterschiedliche Geschwindigkeitszonen vorsieht, sorgt seit etwa einem Jahr für Gesprächsstoff und wurde bei der Einführung mit gemischten Gefühlen aufgenommen. „Ich nehme mich da selber nicht aus“, so Bürgermeister Gert Polster, der diese Thematik sozusagen von seinem Amtsvorgänger geerbt hat. „Die Hebung der Verkehrssicherheit steht natürlich im Fokus. Klar ist aber auch, dass es eine Regelung braucht, die für alle praktikabel bzw. akzeptabel ist und von der Polizei effektiv überwacht werden kann.

Aus diesem Grund haben wir einen Experten hinzugezogen, mit dem wir folgende Geschwindigkeitszonen ausgearbeitet haben: 20 km/h in der Begegnungszone im Zentrum, 30 km/h in der Kernzone rund um den Kurpark im Ortsgebiet von Bad Tatzmannsdorf und 40 km/h in den Randzonen sowie in den Ortsteilen Sulzriegel und Jormannsdorf, wo es dann knapp vor Ortseinfahrt in den ‚gewohnten‘ 50er übergeht.“ Damit hofft man, eine für alle tragbare Regelung für die Zukunft gefunden zu haben.

Viel los in Zukunft

In den nächsten Monaten warten weitere spannende Herausforderungen auf den Bürgermeister und sein Tourismusteam rund um Direktor Dietmar Lindau und Obmann Martin Pinezich. Stehen doch im nächsten Jahr die Feierlichkeiten zum 400 Jahr-Jubliläum von Bad Tatzmannsdorf als Kurort an, so Bürgermeister Gert Polster: „Da stecken wir mitten in der Vorbereitung. Soviel kann ich schon verraten, dass es einen großen Festakt am 23. Juli 2020, ausgehend vom Schlossareal in Jormannsdorf, geben wird.“

Außerdem soll ein neuer Kreisverkehr bei der evangelischen Kirche alle Gäste willkommen heißen und zielsicher in den Ort leiten. Im Mittelpunkt eines touristischen Leuchtturmprojektes steht der Kurpark, der komplett neugestaltet und ausgebaut werden soll. Und das wiederum kommt allen – den Gästen wie der einheimischen Bevölkerung – zugute.

„Gutenachtgeschichte statt Verkehrsfunk“, „Strafraum statt Stauzone“, „Ruhe statt Hupkonzert“ – das sind die Slogans der neuen Initiative der Wirtschaftsregion Hartberg. Ziel ist die „Stärkung des Standortes“. Dazu wurde ein Folder mit offenen Stellen in der Wirtschaftsregion erstellt, der an über 13.600 Haushalte verschickt wurde. Knapp 80 Stellenangebote aus allen Bereichen für 3.138 „echte“ Pendler, also solche, die täglich schon ordentlich Kilometer machen. Da gehört auch eine Portion Glück zum Jobwechseln dazu. prima! sprach mit zweien, die das hatten.

In der Nacht auf den 5. Februar 1995 entdeckten Josef Simon, Peter Sarközi, Karl Horvath und Erwin Horvath nahe der Roma-Siedlung in Oberwart eine gut getarnte Sprengfalle mit einem Schild "Roma zurück nach Indien". Bei dem Versuch dieses Schild zu entfernen, explodierte die Sprengfalle und tötete die vier Roma. Wie sich später herausstellte, war Franz Fuchs dafür verantwortlich.

Das Südburgenland sichtbar machen

Das Südburgenland sichtbar machen

Eine einheitliche, touristische Datenbank für das Südburgenland soll mehr Gäste bringen. Davon sollen auch die Kleinstbetriebe profitieren.

Es geht eigentlich um nur 60 Euro jährlich, die könnten aber Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP) erhebliche Probleme bereiten.

Früher entsorgte die Gemeinde den Grünschnitt. Seit einem Jahr müssen die Oberwarter selbst zum UDB fahren und monatlich 5 Euro bezahlen.

 

 

Im Gemeinderat formiert sich eine große Front gegen den Abfallbehandlungsbeitrag, den jeder Haushalt in Oberwart und St. Martin seit etwa einem Jahr zu zahlen hat.

Zur Chronologie: Im Mai 2018 wurde von der Gemeinde ein Abfallbehandlungsbeitrag eingeführt. Mit den Stimmen der ÖVP. Seither werden den Bürgern von Oberwart und St. Martin pro Quartal 15 Euro vorgeschrieben. Jährlich also 60 Euro – pro Haushalt. Egal, ob man eine OSG-Wohnung hat oder ein Haus mit Garten sein Eigen nennt.

Stadtrat Ewald Hasler (SPÖ) und die FPÖ-Gemeinderätin Barbara Benkö-Neudecker finden die nun geltende Regelung äußerst ungerecht: „Wir verlangen eine faire Lösung. Warum soll jemand in einer Wohnung gleichviel bezahlen wie in einem Einfamilienhaus?“ Seit 2018 muss der Grünschnitt nun selbst von den Betroffenen aus Oberwart und St. Martin am Gelände hinter dem Umweltdienst Burgenland (UDB) entsorgt werden.

SPÖ und FPÖ verlangen die sofortige Aufhebung der entsprechenden Verordnung durch die Gemeinde und ein Zurück an den Start. Benkö-Neudecker: „Es muss Gespräche mit allen Fraktionen geben und eine vernünftige und gerechte Lösung gesucht werden.“ Ewald Hasler: „Wir haben immer das Gespräch gesucht, das hat die ÖVP aber abgelehnt und den Beitrag beschlossen.“
Mittlerweile droht der Gemeinde nämlich auch schon juristisches Ungemach.

Juristische Schritte

Mehrere Betroffene, darunter auch die OSG, haben Beschwerde eingelegt. Das Landesverwaltungsgericht beurteilte das Vorgehen der Gemeinde kritisch. Rechtsanwalt Claus Peter Steflitsch, der einige Betroffene vertritt: „In drei Fällen hat das Verwaltungsgericht die Vorgangsweise der Gemeinde als gesetzwidrig erachtet.“ Sollte das Landesverwaltungsgericht (LVG), wo die Beschwerden derzeit liegen, Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Verordnung haben, kann es beim Verfassungsgerichtshof eine Verordnungsprüfung beantragen. „Diese Entscheidung dürfte vom LVG im April getroffen werden“, so der Anwalt. Im schlimmsten Fall für die Stadtgemeinde könnte die Verordnung aufgehoben werden.

Für Bürgermeister Georg Rosner ist das Vorgehen der Opposition und die Beschwerde unverständlich. Inhaltlich sei für ihn an der Verordnung nichts zu beanstanden. Lediglich bei der Zustellung an einige Adressaten sei der Gemeinde ein Formal-Fehler unterlaufen. „Inhaltlich handelt die Gemeinde aber korrekt. Die Abteilung 2 des Landes Burgenland hat uns bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass wir die Abgaben anpassen müssen – so, wie es auch in allen anderen burgenländischen Gemeinden üblich ist. Wir haben jährlich bis zu 300.000 Euro an Müllkosten. Bei dem Beitrag handelt sich um eine Musterverordnung vom Land Burgenland. Wenn diese nun vom LVG als nicht rechtens befunden wird, dann würde mich das sehr wundern, und das wäre auch für alle anderen Gemeinden ein Problem“, so Rosner.

Die Wirtschaft sucht dringend Fachkräfte und Lehrlinge. Eine Chance, die auch viele Asylwerber ergreifen. Trotz Lehrvertrag droht ihnen die Abschiebung. Unternehmer fordern ein Umdenken. Für einen Asylwerber im Bezirk Oberwart kommen diese Bemühungen zu spät. Ihm drohte die Abschiebung, er brach die Ausbildung ab und flüchtete.

Trotz Fachkräftemangel werden arbeitswillige Asylwerber abgeschoben. Wirtschaftstreibende fordern daher „Ausbildung statt Abschiebung“.

 

 

Das ist keine schöne Geschichte. Es geht um verpasste Chancen, zerstörte Hoffnungen und ein Abtauchen in die Anonymität. Dabei handelt es sich um kein Einzelschicksal, sondern um Tragödien, wie sie täglich in Österreich vorkommen.

Die Wirtschaft sucht dringend Fachkräfte und Lehrlinge. Deshalb veranstaltet das AMS auch regelmäßig sogenannte Lehrlings-Castings, wo junge Menschen und Betriebe leichter zusammenkommen sollen. So auch im Februar 2018 in Oberwart. Eines der teilnehmenden Unternehmen war das bekannte Reiters Reserve Südburgenland. Dabei kam die Leiterin des Supreme 5* Hauses, Sonja Fassl, ins Gespräch mit einem jungen Mann, der sehr an einer Tätigkeit in der Gastronomie interessiert war. Es handelte sich um den damals 19-jährigen Amir Z. (Name von der Redaktion geändert), einen afghanischen Asylwerber. Man einigte sich sehr rasch, und Amir begann eine Ausbildung als Restaurantfachmann-Lehrling. Natürlich wurde er bei den zuständigen Behörden angemeldet und die Ämter informiert. Diese erteilten auch die notwendige Bewilligung, ein Lehrvertrag wurde erstellt.

Der junge Mann fand im hauseigenen Mitarbeiterwohnhaus Unterkunft und schmiss sich mit voller Energie in die Ausbildung. Er lernte nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch die für den Beruf nötigen Fachausdrücke. Aus den Arbeitskollegen wurden Freunde. Dann brach für den jungen Mann die Welt zusammen. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, er aufgefordert, sich „abreisebereit zu halten.“

Seitens des Dienstgebers und von Unterstützern wurde versucht, alle Hebel in Bewegung zu setzen – vergeblich. Sogar Eigentümer Karl Reiter wandte sich mit einem Schreiben an den damaligen Sozial-Landesrat Norbert Darabos, um ein Umdenken zu erreichen: „Die Abschiebung von Asylwerbern in Lehre schadet nicht nur den Unternehmerinnen und Unternehmern, sie verhindert auch eine der erfolgreichsten Integrationsmöglichkeiten. Eine der größten Chancen auf Integration ist die Eingliederung von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt. Schließlich bringt eine Lehrstelle Fachausbildung, Sprachkompetenz, Freundschaften und Einbindung in die österreichische Gesellschaft.“

Auf dieses Schreiben gab es nicht einmal eine Antwort. Da Amir nicht darauf warten wollte, bis er abgeschoben wird, brach er die Ausbildung ab und tauchte unter. Dem Vernehmen nach soll er sich in Südeuropa aufhalten.

Ausbildung statt Abschiebung

Karl Reiter ist nicht der einzige Unternehmer, der das Vorgehen der Behörden in Sachen Abschiebung von Asylsuchenden in Lehre nicht verstehen kann. Oberösterreichs Grüner Landesrat, Rudi Anschober, kämpft schon seit geraumer Zeit gegen diese Praxis. Er wünscht sich ein Modell, wie es in Deutschland erfolgreich praktiziert wird, das 3-plus-2 Modell. Drei Jahre Lehre plus zwei Jahre Bleiberecht für die Betroffenen. Dabei bekommt Anschober Unterstützung von den Chefs von so großen Betrieben wie Spar und Rewe (Merkur, Billa, etc.).

Diese Initiative „Ausbildung statt Abschiebung“ wird von so prominenten Persönlichkeiten wie Voest-Chef Wolfgang Eder und anderen Industriellen unterstützt. Aber auch Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll rät in dieser Frage der Politik zum Nachdenken. Allesamt sicher keine „Linken Träumer“. So wie der Industrielle Hans Peter Haselsteiner, der Humanismus und Menschenrechte einfordert und von einer „klassischen Dummheit“ spricht. Derzeit sind in Österreich rund 700 Asylwerber in Lehre von Abschiebung betroffen.

Das sagt die Wirtschaftskammer dazu:

Wirtschaftskammer: „Humane Lösung für Asylwerber als Lehrlinge“
Volles Verständnis für persönliche Betroffenheit von Lehrlingen und Betrieben, geltende Gesetze müssen aber eingehalten werden

Für eine „humane Lösung“ spricht sich Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), in der laufenden Diskussion über Asylwerber, die als Lehrlinge beschäftigt sind, aus: „Natürlich ist die persönliche Betroffenheit von Lehrlingen und Betrieben zu 100 Prozent nachvollziehbar. Geltende Gesetze müssen aber selbstverständlich eingehalten werden und Recht muss Recht bleiben.“

Gefragt – und im Sinne aller Betroffenen – sei vor allem eine saubere Trennung von Zuwanderungsformen, betont Kopf. „Fachkräfte-Zuwanderung und Asyl sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe.“ Ziel müsse sein, „viel früher Klarheit und Sicherheit für die Unternehmen und Auszubildenden zu schaffen, ob jemand hierbleiben darf oder in sein Land zurückkehren muss. Das oberste Ziel sollten daher rasche Asylverfahren sein“.

Dies würde zu rascher Rechtssicherheit für alle Beteiligten führen und auch die Frage des Arbeitsmarktzugangs würde sich dann nicht stellen. Um den Bedürfnissen der Betriebe gerecht zu werden, strebe die Wirtschaftskammer zudem eine humane Lösung an. „Der WKÖ-Präsident Harald Mahrer ist dazu mit der Regierung im Gespräch“, so Kopf.

In der gesamten Diskussion um den Fachkräftemangel sei die Frage Asylwerber als Lehrlinge lediglich ein Teil der Gesamtthematik. Hier arbeite die Wirtschaftskammer an einer umfassenden Strategie, die vor allem auf innerösterreichische Maßnahmen setzt, so der WKÖ-Generalsekretär abschließend.

https://www.wko.at/site/fachkraeftepotenzial/start.html

Das sagt die Wirtschaftskammer dazu:

Wirtschaftskammer: „Humane Lösung für Asylwerber als Lehrlinge“
Volles Verständnis für persönliche Betroffenheit von Lehrlingen und Betrieben, geltende Gesetze müssen aber eingehalten werden.

Für eine „humane Lösung“ spricht sich Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), in der laufenden Diskussion über Asylwerber, die als Lehrlinge beschäftigt sind, aus: „Natürlich ist die persönliche Betroffenheit von Lehrlingen und Betrieben zu 100 Prozent nachvollziehbar. Geltende Gesetze müssen aber selbstverständlich eingehalten werden und Recht muss Recht bleiben.“

Gefragt – und im Sinne aller Betroffenen – sei vor allem eine saubere Trennung von Zuwanderungsformen, betont Kopf. „Fachkräfte-Zuwanderung und Asyl sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe.“ Ziel müsse sein, „viel früher Klarheit und Sicherheit für die Unternehmen und Auszubildenden zu schaffen, ob jemand hierbleiben darf oder in sein Land zurückkehren muss. Das oberste Ziel sollten daher rasche Asylverfahren sein“.

Dies würde zu rascher Rechtssicherheit für alle Beteiligten führen und auch die Frage des Arbeitsmarktzugangs würde sich dann nicht stellen. Um den Bedürfnissen der Betriebe gerecht zu werden, strebe die Wirtschaftskammer zudem eine humane Lösung an. „Der WKÖ-Präsident Harald Mahrer ist dazu mit der Regierung im Gespräch“, so Kopf.

In der gesamten Diskussion um den Fachkräftemangel sei die Frage Asylwerber als Lehrlinge lediglich ein Teil der Gesamtthematik. Hier arbeite die Wirtschaftskammer an einer umfassenden Strategie, die vor allem auf innerösterreichische Maßnahmen setzt, so der WKÖ-Generalsekretär abschließend.

https://www.wko.at/site/fachkraeftepotenzial/start.html

„Bernstein Trail“ nennt sich der erste buchbare burgenländische Weitwanderweg. Der Wanderer erlebt die Sehenswürdigkeiten in der malerischen pannonischen Landschaft und wird über eine eigene Plattform von A-Z betreut.

Günter Mussnig (Train Angels), Tourismus-LR Alexander Petschnig, Landeshauptmann Hans Niessl und Burgenland-Tourismus GF Hannes Anton.

 

Dem Wandern neue Impulse geben – diesem Ziel hat sich die Burgenland Tourismus GmbH verschrieben und gemeinsam mit den Tourismusverbänden das Leuchtturm-Projekt „Bernstein Trail“ gestartet. Damit wird eine interessante Route in Verbindung mit der antiken Bernsteinstraße neu erschlossen. Auf einer Webplattform erhält der Gast nicht nur Informationen zu den Touren, sondern findet auch Nächtigungsmöglichkeiten, buchbare Packages und Infos zu Gepäcktransfer oder Shuttleservice. „Das Burgenland setzt dabei auf das ‚Genusswandern‘. Wanderer können sich nicht nur auf einheitlich markierte Wanderwege und eine reizvolle Landschaft freuen, sondern auch auf ein reichhaltiges kulturelles und kulinarisches Angebot entlang der Routen. Ab Herbst soll der Gast den Bernstein Trail online buchen können,“ erklärt Hannes Anton, Geschäftsführer der Burgenland Tourismus GmbH.

Die Route

Der Routenverlauf wird gerade ausgearbeitet und folgt zum Teil der historischen Bernsteinstraße. Geplant ist eine Ostroute mit 324 Kilometern und 14 Etappen und eine 370 Kilometer lange Westroute mit 17 Etappen.
Die Ostroute soll durch den Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel und die Freistadt Rust führen und – über Abstecher nach Ungarn – weiter ins mittlere Burgenland sowie durch die beiden Naturparke Geschriebenstein/ Írottkő und Weinidylle.

Die Westroute führt entlang des Leithagebirges, durch Eisenstadt und Rust und über einige Abstecher nach Ungarn, durchs Mittelburgenland und durch die südburgenländischen Thermenorte Bad Tatzmannsdorf und Stegersbach.

Der Start für beide Routen ist in Petronell-Carnuntum geplant und soll in St. Martin an der Raab enden.

"Eine der größten Chancen auf Integration ist die Eingliederung von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt.“

Karl Reiter

Die einzigartige Erfolgsgeschichte des Naturkosmetikherstellers RINGANA geht in die nächste Bauphase.

Bgm. Marcus Martschitsch, Michael Russ, Ulla und Michael Wannemacher, Andreas Wilfinger, Landes-Vize Michael Schickhofer und Bgm. Günter Müller

 

Ein kalter Morgen ist es, am Rand von St. Johann in der Haide. Nichts ist zu sehen außer einer großen Fläche verschneiter kahler Felder. Doch genau die haben es in sich. Soeben wurden 12 Hektar von der Gemeinde St. Johann in der Haide an den Frischekosmetikhersteller Ringana verkauft, der dort Mitte 2019 beginnen wird, ein neues Werk zu bauen. Es soll die modernste Kosmetikproduktion in Europa werden. 30 bis 40 Millionen Euro wird das neue Gebäude kosten. Bürgermeister Günter Müller sieht darin ein „Leuchtturmprojekt für die gesamte Region, das einige hundert Arbeitsplätze schaffen wird.“

Eine Erfolgsgeschichte

1996 gegründet und anfangs noch als kleines Familienunternehmen geführt, arbeiten inzwischen rund 250 Mitarbeiter in den verschiedenen Standorten im Hartberger Schloss, im Hauptgelände auf dem ehemaligen Magnetareal in Hartberg oder in der eben erst neu in Betrieb genommene Fabrik in Schildbach, der Produktionsstätte für den hauseigenen Energy-Shot, RINGANAchi. Die Nachfrage nach ebendiesem Getränk ist im Jahr 2018 um 60 Prozent gestiegen und auch in den anderen Bereichen expandiert Ringana weiter. So musste bereits bei Inbetriebnahme des Standortes Schildbach ein neues, größeres Gelände gesucht werden und man wurde in St. Johann in der Haide fündig.

Hauptsache steirisch

Der Neubau in St. Johann freut auch Hartbergs Bürgermeister Marcus Martschitsch als Sprecher der Wirtschaftsregion Hartberg. „Ob in St. Johann oder Hartberg – wichtig ist, dass Ringana für sein neuestes Projekt in der Region bleibt. Weh getan hätte es nur, wenn dieser Leitbetrieb ins Burgenland ausgewandert wäre“, so Martschitsch.

Alles für RINGANAchi

Bleibt die Frage nach dem Geheimnis des RINGANAchi – dem Energy-Shot und jüngsten Erfolgsprodukt von Ringana. „Ingwer, Maca, Ginseng und natürliches Koffein“, erklärt Juniorchef Michael Wannemacher. „Das weckt natürliche Energien und trägt zur Verringerung von Müdigkeit bei und fördert die mentalen Kapazitäten“. Und ein persönlicher Tipp von Chefin Ulla Wannemacher: „Am besten morgens oder wenn eine Erkältung naht, RINGANAchi mit viel heißem Wasser wie einen Ingwertee trinken. Das wärmt und belebt von innen.“

Der Flower-Power-Bewegung galt die Blume als Zeichen des Friedens und der Einigkeit. Nun, wir sind weder in Amerika noch in den 60er-Jahren. Hartberg, Januar 2019. Hier spaltet die „Blümchenfrage“ den Gemeinderat und das Gartenfestival wird zum Symbol einer gescheiterten Kommunikation.

Zukunftspakt Hartberg stellt Antrag auf Gemeinderatssitzung und spricht sich gegen Gartenfestival aus.

 

Das Problem beginnt nicht erst in jener Gemeinderatssitzung am 17. 12.2018, als die Opposition vor allem wegen des geplanten Gartenfestivals geschlossen gegen das von der regierenden ÖVP vorgelegte Budget stimmt. Anfangs, so sind sich die Vertreter des „Zukunftspakts für Hartberg“ einig, sei man dafür gewesen, doch letztendlich sei der Preis zu hoch. Genauer gesagt um 1 Million Euro. Diese Kreditsumme steht jedenfalls fürs Gartenfestival im Budget. Nun beantragt der Zukunftspakt eine Gemeinderatssitzung, schnellstmöglich, um wenigstens ein Notbudget fürs erste Quartal zu beschließen. Fürs endgültige Budget, so die Forderung, muss das Festival abgesagt werden und es sollen Expertenrunden für sinnvolle und nachhaltige Spar- und Investitionsformen stattfinden.

Doch was ist mit der Million? prima! erhält von Bürgermeister Marcus Martschitsch die Auskunft, dass es sich um einen Überbrückungskredit handle. „Die von drei Förderstellen des Landes und der Tourismus- und der Regionalverband-REO zugesagten über 1,5 Millionen Euro können erst endgültig mit einem Regierungsbeschluss bewilligt werden, wenn das im Gemeinderat beschlossene, ausgeglichene Budget vorliegt und dürfen somit ins Budget nicht eingearbeitet werden. Um das Budget ohne die Fördermittel ausgeglichen darzustellen, benötigt die Stadt den Kredit. Dieser Kredit dient zur Überbrückung der Zeit von der Investition bis zur Auszahlung der Förderung nach Abrechnung der Leistungen“, erklärt der Bürgermeister.

Seine vorrangige Aufgabe sehe Martschitsch nun darin, Ruhe im Gemeinderat zu schaffen, um überhaupt ein Budget für das laufende Jahr festlegen zu können; ohne Budget keine Sport-, Fotovoltaik- und sonstigen Förderungen. Dieser Zustand, so sind sich alle einig, muss schnellstens beendet werden. Fest steht jedenfalls, dass es 2020 kein Gartenfestival geben wird, ob später, ist unklar.

Die Firma Ringana Frischekosmetik hat sich in den letzten Jahren vom Sieben-Mitarbeiter-Unternehmen zu einem europaweiten Keyplayer in der Frischekosmetik mit 250 Mitarbeitern fulminant entwickelt. In der Wirtschaftsregion Hartberg, am Standort St. Johann in der Haide, wird auf einer Fläche von 12 Hektar eine neue nachhaltige Produktionsstätte errichtet.

Die Zeitreise in die Vergangenheit von Franz (94) und Mary (89) Thaller aus Hartberg gibt manch jungem Pärchen, das heutzutage heiratet, Mut. Denn es ist eine Geschichte über die Bedeutung des Versprechens, zusammen alt zu werden. Es ist eine Geschichte über die Liebe.

Am 7. August 1948 haben Mary und Franz in Hartberg geheiratet … über 70 Jahre später lieben sich Franz (94) und Mary (89) immer noch.

 

Fototermin mit einem verliebten Paar: Sie glättet noch schnell die Haare, zupft am Pullover, er rückt die Brille zurecht. Doch kaum sitzen sie zusammen, geht alles von allein. Ihre Hände finden sich, ihre Blicke kreuzen sich, sie harmonieren auch ohne Worte. Kein Wunder, schließlich sind die beiden schon 70 Jahre verheiratet.

Kennengelernt haben sie sich in jungen Jahren. Mary, wie jeder Annemarie nennt, war 17, Franz 22. Im Jahr 1946, bei der Einweihung der Hartberger Ringwarte. Beide haben ein Zwinkern im Auge, wenn die Rede von jenem Fest ist. Ob sie sich gleich gemocht haben? „Der Franz? Na klar, der hat mir sofort gefallen“ weiß Mary noch. Er braucht nichts zu sagen, sein Blick spricht Bände. Das ist seine geliebte Mary, von Anfang an und ist es immer noch.

Geheiratet wurde zwei Jahre später, 1948. „Damals war das so, da war man nicht so lange einfach zusammen, da wurde schneller geheiratet“, erinnern sich die beiden. Tja, danach ging es noch schneller, am ersten Hochzeitstag war Mary schon im Spital, frisch entbunden mit dem ersten Kind. Ja, dass der Franz so ein Familienmensch ist, immer gut für seine Familie gesorgt hat und immer verlässlich war, das schätzte seine Mary an ihm damals schon und liebt ihn bis heute dafür. Dass Liebe durch den Magen geht, da ist offensichtlich etwas dran, denn Franz ergänzt, dass er seit jeher die Kochkünste von Mary schätzt und zum Glück bis heute nahezu täglich genießen darf.

Man merkt sofort, da sind zwei, die sich kennen und genau wissen, was sie am jeweils anderen haben. Die sich aufeinander verlassen können, eben „in guten wie in schlechten Zeiten“ meint Mary.

Krisen? Nein, sie hatten Glück. Natürlich gab es Auf und Abs wie überall, aber nichts, über das nach all den Jahren noch zu sprechen wäre.

Die erste Wohnung zu finden, war ein Abenteuer

„Wir haben immer in Hartberg gelebt“, das kommt mit Überzeugung. Innerhalb der Stadt ist man ein paar Mal umgezogen, nie ganz weg. Ja, und die erste Wohnung nach der Heirat zu bekommen, das war ein Problem, damals – so kurz nach dem Krieg – herrschte Wohnungsnot, man musste sich an das Wohnungsamt wenden und wurde vermittelt. Das Paar wurde privat über einen Kollegen fündig und musste dafür sogar eine Ordnungsstrafe zahlen, aber sie durften in der Wohnung bleiben. Heute eine undenkbare Situation. „Mei, das war was“, sagt Mary. Und da ist er wieder der Blick, mit dem sich beide ansehen, die gemeinsame Erinnerungen teilen. Das Vertraute, das nur über die Jahre so wachsen kann. Die beiden brauchen keine Worte, sie verstehen sich auch so.

Gemeinsame Interessen halten zusammen

Da stellt sich die Frage, wie man es schafft, so lange verheiratet zu sein und zu bleiben. Franz antwortet spontan: „Aus Liebe“ und Mary ergänzt pragmatisch, „klar, aus Liebe, gäbe es die nicht, würde man ja nicht heiraten. Aber zum Zusammenbleiben braucht es Durchhaltevermögen, Toleranz und auch, dass man dem anderen – natürlich nur in gewissen Grenzen – seinen Freiraum lässt. Und gemeinsame Interessen sind natürlich hilfreich.“ Die beiden haben viel Sport miteinander gemacht. Skifahren im Winter, wandern und baden gehen im Sommer. Heute geht das leider nicht mehr, da kann man nicht mehr so, wie man gerne möchte – mit rund 90 Jahren.

Viel Familie – viel Glück

Da brauchen die beiden auch manchmal die Unterstützung ihrer beiden Söhne, inzwischen längst selbst stolze Großväter. Als Familienmenschen sind Franz und Mary besonders glücklich im Kreise ihrer Lieben. Wie bei ihrer Gnadenhochzeit, die im Sommer 2018 gefeiert wurde, mit den vier Enkelkindern und den damals noch fünf, inzwischen bereits sechs Urenkerln, mit denen Mary sogar noch das Tanzbein geschwungen hat. Natürlich besuchen die Enkel mit den Urenkeln ihre „Urlis“ oft in ihrer Wohnung, in der die beiden schon lange leben. Ein Umzug ins Seniorenheim ist nicht geplant, auch wenn es manchmal einfacher wäre, doch die zwei lieben ihre Unabhängigkeit.

Was die beiden vom Leben noch wollen? „Ein Busserl, das wäre schön“, sagt Franz mit einem liebevollen Blick auf seine Mary. „Mei, Franz“ sagt sie und wird fast ein wenig rot. Für einen Moment scheint das junge Paar von einst durch, das sich 1946 kennengelernt hat.

Hochzeitsjubiläen

1 Jahr: Papier-Hochzeit
Die Partnerschaft ist noch papierdünn.

2 Jahre: Baumwoll-Hochzeit
Die Verbindung wurde bereits kräftiger. Man schenkt Praktisches (z.B. ein baumwollenes Tuch).

3 Jahre: Leder-, Freundschafts-, Frucht-, Weizen-Hochzeit
Zäh wie Leder, so soll die Ehe halten.

4 Jahre: Seiden-, Bernstein-, Leinen-, Wachs-Hochzeit
Das kritische 4. Jahr wird mit empfindlichem Stoff verglichen.

5 Jahre: Holz-Hochzeit
Die Ehe scheint Bestand zu haben, sie gibt nun Wärme und macht behaglich. Man schenkt Beständiges (z.B. Holzgeschnitztes).

6 Jahre: Zucker-Hochzeit
Eine gute Partnerschaft macht das Leben süß.

6 ½ Jahre: Zinn-Hochzeit
Die Ehe sollte von Zeit zu Zeit wieder aufpoliert werden.

7 Jahre: Kupfer-Hochzeit
Die scheint so beständig zu sein, dass sie Patina anzusetzen verspricht. Man schenkt Kupferpfennige als Unterpfand des Glücks.

8 Jahre: Bronze-, Blech-, Nickel-, Salz-Hochzeit
Die Ehe hat ihren alltäglichen und nutzbringenden Weg gefunden. Beliebtes Geschenk sind Kuchenformen.

9 Jahre: Keramik-, Fayence-, Glas-, Wasser-, Weiden-Hochzeit
Der weiche Ton ist im Ehe-Ofen gehärtet und farbig geworden.

10 Jahre: Rosen-Hochzeit
Die Blumen der Liebe kennzeichnen den ersten runden Jubeltag. Es ist schon ein Fest mit Gästen.

11 Jahre: Stahl-, Fastnacht-, Korallen-Hochzeit
Die Treue zueinander ist nun hart wie Stahl.

12 Jahre: Leinen-, Erden-, Nickel-, Seiden-Hochzeit
Ein kräftiges, unzerreißbares Gewebe verbindet.

12 ½ Jahre: Petersilien-, Kupfer-, Blech-, Nickel-Hochzeit
Die Ehe soll grün und würzig bleiben. Gäste bringen mit, was an diesem Tag Schmackhaftes verzehrt werden soll.

13 Jahre: Spitzen-, Maiglöckchen-, Salz-Hochzeit
Die Ehe ist wie kostbare geklöppelte oder gehäkelte Textilien.

14 Jahre: Elfenbein-, Achat-, Blaue-Hochzeit
Die Ehe ist hart wie die Stoßzähne eines Elefanten.

15 Jahre: Glas-, Kristall-, Flaschen-Hochzeit
Durchsichtig und klar sehen einander die Partnerin/der Partner. Als Geschenk bieten sich Gläser und Kristall an, denn einiges davon mag in der Ehe bereits in Scherben gegangen sein.

20 Jahre: Porzellan-, Kupfer-, Chrysanthemen-, Dornen-Hochzeit
Fest, glänzend und zugleich empfindlich ist die Ehe geworden. Neues Geschirr kann eingeweiht werden.

25 Jahre: Silberne Hochzeit
Ein Vierteljahrhundert hat bleibende Werte geschaffen. Das Jubelpaar trägt Silberkranz und Silbersträußchen beim Fest.

30 Jahre: Perlen-Hochzeit
Die Ehejahre reihen sich aneinander wie die Perlen einer Kette. Es ist Gelegenheit, der Ehefrau eine Perlenkette zu schenken.

35 Jahre: Leinwand-Hochzeit
Wie gute Leinwand hat sich die Ehe als unzerreißbar erwiesen. Manches ist bereits aufgebraucht – der Wäscheschrank muss neu aufgefüllt werden.

37 ½ Jahre: Aluminium-Hochzeit
Die Ehe und das Glück waren dauerhaft. Als Geschenk ist all das geeignet, was mit Erinnerungen zu tun hat.

40 Jahre: Rubin- ,Granat-, Smaragd-Hochzeit
Das Feuer der Liebe hält und trägt immer noch. Der Ehering bekommt mit dem Rubin den Edelstein der Liebe und des Feuers.

50 Jahre: Goldene Hochzeit
Wie Gold hat die Ehe allem standgehalten und sich als fest und kostbar erwiesen. Manche Ehepaare wechseln neue Ringe.

60 Jahre: Diamantene Hochzeit
Nichts kann die Ehe mehr angreifen. Die Partnerschaft ist unzerstörbar wie der wertvollste Edelstein.

65 Jahre: Eiserne Hochzeit
Eiserne Bande überstehen auch die stärksten Stürme.

67 ½ Jahre: Steinerne Hochzeit
Hart wie Fels ist die Verbindung der Eheleute.

70 Jahre: Gnaden-, Platin-Hochzeit
Gottes Gnade und Güte zeigt sich im langen, gemeinsamen Leben.

72 ½ Jahre: Juwelen-Hochzeit
Wertvoll und unzerstörbar ist die Verbindung der Eheleute.

75 Jahre: Kronjuwelen-, Radium-Hochzeit
Der Ehe werden die kostbarsten Edelsteine aufgesetzt.

 

Quelle: www.help.gv.at

Hochzeitsjubiläen

 

1 Jahr: Papier-Hochzeit
Die Partnerschaft ist noch papierdünn.

2 Jahre: Baumwoll-Hochzeit
Die Verbindung wurde bereits kräftiger. Man schenkt Praktisches (z.B. ein baumwollenes Tuch).

3 Jahre: Leder-, Freundschafts-, Frucht-, Weizen-Hochzeit
Zäh wie Leder, so soll die Ehe halten.

4 Jahre: Seiden-, Bernstein-, Leinen-, Wachs-Hochzeit
Das kritische 4. Jahr wird mit empfindlichem Stoff verglichen.

5 Jahre: Holz-Hochzeit
Die Ehe scheint Bestand zu haben, sie gibt nun Wärme und macht behaglich. Man schenkt Beständiges (z.B. Holzgeschnitztes).

6 Jahre: Zucker-Hochzeit
Eine gute Partnerschaft macht das Leben süß.

6 ½ Jahre: Zinn-Hochzeit
Die Ehe sollte von Zeit zu Zeit wieder aufpoliert werden.

7 Jahre: Kupfer-Hochzeit
Die scheint so beständig zu sein, dass sie Patina anzusetzen verspricht. Man schenkt Kupferpfennige als Unterpfand des Glücks.

8 Jahre: Bronze-, Blech-, Nickel-, Salz-Hochzeit
Die Ehe hat ihren alltäglichen und nutzbringenden Weg gefunden. Beliebtes Geschenk sind Kuchenformen.

9 Jahre: Keramik-, Fayence-, Glas-, Wasser-, Weiden-Hochzeit
Der weiche Ton ist im Ehe-Ofen gehärtet und farbig geworden.

10 Jahre: Rosen-Hochzeit
Die Blumen der Liebe kennzeichnen den ersten runden Jubeltag. Es ist schon ein Fest mit Gästen.

11 Jahre: Stahl-, Fastnacht-, Korallen-Hochzeit
Die Treue zueinander ist nun hart wie Stahl.

12 Jahre: Leinen-, Erden-, Nickel-, Seiden-Hochzeit
Ein kräftiges, unzerreißbares Gewebe verbindet.

12 ½ Jahre: Petersilien-, Kupfer-, Blech-, Nickel-Hochzeit
Die Ehe soll grün und würzig bleiben. Gäste bringen mit, was an diesem Tag Schmackhaftes verzehrt werden soll.

13 Jahre: Spitzen-, Maiglöckchen-, Salz-Hochzeit
Die Ehe ist wie kostbare geklöppelte oder gehäkelte Textilien.

14 Jahre: Elfenbein-, Achat-, Blaue-Hochzeit
Die Ehe ist hart wie die Stoßzähne eines Elefanten.

15 Jahre: Glas-, Kristall-, Flaschen-Hochzeit
Durchsichtig und klar sehen einander die Partnerin/der Partner. Als Geschenk bieten sich Gläser und Kristall an, denn einiges davon mag in der Ehe bereits in Scherben gegangen sein.

20 Jahre: Porzellan-, Kupfer-, Chrysanthemen-, Dornen-Hochzeit
Fest, glänzend und zugleich empfindlich ist die Ehe geworden. Neues Geschirr kann eingeweiht werden.

25 Jahre: Silberne Hochzeit
Ein Vierteljahrhundert hat bleibende Werte geschaffen. Das Jubelpaar trägt Silberkranz und Silbersträußchen beim Fest.

30 Jahre: Perlen-Hochzeit
Die Ehejahre reihen sich aneinander wie die Perlen einer Kette. Es ist Gelegenheit, der Ehefrau eine Perlenkette zu schenken.

35 Jahre: Leinwand-Hochzeit
Wie gute Leinwand hat sich die Ehe als unzerreißbar erwiesen. Manches ist bereits aufgebraucht – der Wäscheschrank muss neu aufgefüllt werden.

37 ½ Jahre: Aluminium-Hochzeit
Die Ehe und das Glück waren dauerhaft. Als Geschenk ist all das geeignet, was mit Erinnerungen zu tun hat.

40 Jahre: Rubin- ,Granat-, Smaragd-Hochzeit
Das Feuer der Liebe hält und trägt immer noch. Der Ehering bekommt mit dem Rubin den Edelstein der Liebe und des Feuers.

50 Jahre: Goldene Hochzeit
Wie Gold hat die Ehe allem standgehalten und sich als fest und kostbar erwiesen. Manche Ehepaare wechseln neue Ringe.

60 Jahre: Diamantene Hochzeit
Nichts kann die Ehe mehr angreifen. Die Partnerschaft ist unzerstörbar wie der wertvollste Edelstein.

65 Jahre: Eiserne Hochzeit
Eiserne Bande überstehen auch die stärksten Stürme.

67 ½ Jahre: Steinerne Hochzeit
Hart wie Fels ist die Verbindung der Eheleute.

70 Jahre: Gnaden-, Platin-Hochzeit
Gottes Gnade und Güte zeigt sich im langen, gemeinsamen Leben.

72 ½ Jahre: Juwelen-Hochzeit
Wertvoll und unzerstörbar ist die Verbindung der Eheleute.

75 Jahre: Kronjuwelen-, Radium-Hochzeit
Der Ehe werden die kostbarsten Edelsteine aufgesetzt.

 

Quelle: www.help.gv.at

Bahn-Strategie für das Südburgenland in Ausarbeitung

Bahn-Strategie für das Südburgenland in Ausarbeitung

Ein Verkehrsminister und ein Landeshauptmann aus dem Südburgenland – eine Chance dafür, die Bahn in dieser Region wieder aufleben zu lassen? Mit konkreten Plänen halten sich beide bedeckt. Während Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) die Grenzbahn nach Ungarn als nicht finanzierbar sieht (siehe Ausgabe prima! März 2019), hält Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) diese für wichtig. An Konzepten wird gearbeitet, und von beiden Seiten kommt die Ankündigung, dass Pläne demnächst gemeinsam präsentiert werden. Und Norbert Hofer verspricht, an Tempo zuzulegen.
Nicole MÜHL / 28. März 2019

Hans Peter Doskozil ist neuer Landeshauptmann des Burgenlandes. Der Südburgenländer ist bekannt dafür, dass er politische Hotspots übernimmt und gilt als der Mann fürs Schwierige. Über seinen Weg zum höchsten politischen Amt im Land, schicksalhafte Verstrickungen im Leben, worüber er Tacheles spricht und wie ihn seine Freundschaft zu Kurt Kuch geprägt hat.

prima! im Gespräch mit Burgenlands neuem Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und seinem klaren Statement zur Zukunft der Grenzbahn.

Man hat den Eindruck, dass das, was Sebastian Kurz bei den NR-Wahlen 2017 für die ÖVP war, auf burgenländischer Landesebene bei der SPÖ Hans Peter Doskozil ist. Wäre es nicht ein sehr reizvoller Gedanke, diesen Hype um Ihre Person zu nutzen, die Wahl vorzuverlegen, um den Koalitionspartner FPÖ loszuwerden?

Hans Peter Doskozil: Bei mir geht es bei Wahlen nicht darum, den Koalitionspartner loszuwerden. Es gibt auch keinen Grund dazu. Für mich gibt es zwei Grundparameter. Das erste ist ein entsprechendes Vertrauensverhältnis. In der letzten Regierung (Koalition SPÖ/ÖVP, Anm. d. Red.) hat es dieses Vertrauensverhältnis nicht gegeben, und man hat immer aufpassen müssen, kommt jetzt wieder eine Grätsche von links oder rechts.

Vice versa, sag‘ ich ganz offen. Und das ist keine Art, eine Koalition zu führen. Mit dem jetzigen Koalitionspartner (FPÖ, Anm. d. Red.) funktioniert das. Es gibt ein Vertrauensverhältnis, und man kann sich darauf verlassen, was gesagt wird, hält. Der zweite Punkt ist die inhaltliche Übereinstimmung im Rahmen eines Regierungsprogramms. Und das ist aktuell der Fall. Deshalb gibt es keinen Grund, Wahlen vorzuverlegen, um den Koalitionspartner loszuwerden. Diese Sichtweise gilt auch für die Zukunft.

Thema Pflege: Sie möchten die Agenturen ausschalten und die Pflege von gemeinnützigen Vereinen durchführen lassen. Wie soll das genau funktionieren?

Hans Peter Doskozil: Man schafft eine Plattform für gemeinnützige Trägerorganisationen. Gemeinnützig heißt: keinen Gewinn zu erwirtschaften. Derzeit fördert das Land die 24-Stunden-Pflege mit bis zu 600 Euro. Zukünftig fördern wir diese nur mehr, wenn die Pflege über eine gemeinnützige Organisation kommt. Wir haben über diese Plattform dann die Chance, Schritt für Schritt Qualitätsmerkmale zu setzen.

Das Ziel ist auch, die pflegenden Angehörigen über diese Plattform in eine Einkommenssituation zu bringen.

Thema Bahn im Südburgenland. Könnte man Ihren Vorgänger Hans Niessl diesbezüglich beim Wort nehmen, hätten wir ja schon einen Bahnverkehr Richtung Szombathely und Richtung Wien. Dem ist nicht so. Können Sie dazu eine verbindliche Aussage machen, ob und wann es eine Bahnverbindung von Oberwart nach Wien bzw. nach Ungarn geben wird?

Hans Peter Doskozil: Ich möchte Verkehrsminister Norbert Hofer nichts über die Medien ausrichten. Wir werden dazu möglicherweise gemeinsam etwas präsentieren. Aber grundsätzlich: Es ist leicht zu sagen: Super, wir machen einen Personenverkehr Richtung Szombathely, im Wissen, dass die Ungarn das nicht finanzieren können. Eine Schiene im Personenverkehr ist immens teuer. Die Verbindung Oberwart–Szombathely steht in finanzieller Sicht in keinem realistischen Verhältnis. Und ich glaube nicht, dass man den Südburgenländern zumuten kann, dass sie zukünftig von Oberwart nach Wien über Szombathely pendeln, wenn gleichzeitig die Verbindung Friedberg Richtung Wien jetzt schon mit dem Zug eine Stunde und 22 Minuten dauert. Da verstehe ich den Sinn dahinter nicht. Da ist es besser, man attraktiviert diese Wechselbahn Richtung Wiener Neustadt in einem vertretbaren Maß, konzentriert sich auf die Örtlichkeit Friedberg, und von dort fährt man Richtung Wien.

Die Verbindung Oberwart-Szombathely kostet hunderte Millionen Euro. Hunderte Millionen also für eine Pendlerstrecke, auf der man länger fahren würde als auf der Strecke Friedberg–Wien. Das ist aus meiner Sicht eine Verschwendung von Steuermitteln und ist nicht vertretbar.

Welche Herausforderungen werden Ihre Ära prägen?

Hans Peter Doskozil: Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man die EU-Förderungen globaler betrachtet. Wir müssen auch danach trachten, dass Ungarn mitzieht – europa-, wirtschafts-, sozialpolitisch, fördertechnisch. Wenn heute in Ungarn das BIP nicht steigt, wenn heute in Ungarn beispielsweise das Lohnniveau nicht steigt, wird das mittelfristig eine negative Auswirkung auf das Burgenland haben. Das gilt es zu verhindern, indem wir in Brüssel darauf Einfluss nehmen, wie Förderpolitik gestaltet wird. Wir müssen mit Ungarn möglicherweise intensivere Formen der grenzüberschreitenden Projekte und Kooperationen forcieren. Ich glaube, das bringt beiden etwas.

Auch das Bio-Thema mag für den einen oder anderen noch utopisch klingen, aber die Frage, wie ernähren wir uns in Zukunft? Wie gut ist unsere Lebensmittelqualität? Wie weit werden unsere Lebensmittel transportiert? Was essen wir tagtäglich? – das sind meiner Meinung nach ganz wichtige Zukunftsfragen. Da als Musterregion zu gelten, das nehmen wir uns vor. Das hätte nicht nur im Kernbereich dieser Thematik einen großen Effekt, sondern auch auch touristisch – und generell.

Hier das komplette Interview >>

Das Interview mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Im September des Vorjahres haben Sie den Start für das Projekt „Masterplan Burgenlands Spitäler“ gegeben. Vorgesehen ist die Vernetzung der Spitäler der KRAGES sowie des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt. Was muss man sich darunter vorstellen?

Hans Peter Doskozil: Das ist ein Prozess, der über ein Jahr unter Einbindung des Joanneums und auch unter Einbindung des Ministeriums läuft. Es ist wichtig, dass das abgestimmt ist. Es ist auch wichtig, die Gebietskrankenkasse miteinzubinden und – die Mitarbeiter. Es ist ein umfassender Prozess und die Herausforderung ist, die Standortgarantie aller fünf Spitäler, die Mitarbeiteranzahl bzw. die Arbeitsplätze nachhaltig abzusichern. Das sollte funktionieren mit einer internen Schwerpunktsetzung.

Beispielsweise: Wir haben derzeit eine Situation, wo die REMO (Remobilisierung, Anm. d. Red.) in Vorau und in Feldbach stattfindet. Das sind Elemente, die man möglicherweise in die kleinen Häuser geben kann, um Tätigkeiten zu kompensieren und dann Spezialisierungen vorzunehmen. Das heißt, es wird fachliche Schwerpunkte geben. Es ist die große Frage, ob in kleinen Häusern überhaupt die Intensivmedizin stattfinden muss oder nur selektiv. Es ist auch die Frage, ob man Richtung Ambulatorien eine Erweiterung vornimmt. Das sind alles Fragen, die noch nicht beantwortet sind. Man hätte dann vor Ort durch die öffentliche Hand alle Fächer im Facharztspektrum abgedeckt. Auch die Frage der Transporte muss abgeklärt werden. Wir haben immer die Frage zwischen ASB (Arbeiter-Samariter-Bund, Anm.d. Red.) und dem Roten Kreuz. Und grundsätzliche Fragen müssen beantwortet werden, wie etwa: Wie können wir Einnahmen lukrieren.

Wenn Sie sagen, dass Spitäler die Möglichkeit bekommen sollen, Einnahmen zu lukrieren – was bedeutet das konkret…?

Hans Peter Doskozil: Das Spital muss jetzt in der Entwicklung frei denken und überlegen. Wo brauchen wir etwas? Wo brauchen wir neue Tätigkeitsfelder? Macht es Sinn, die Kurbad AG vielleicht auch zur KRAGES zu implementieren? Macht es einen Sinn mit der Gebietskrankenkasse eine Vereinbarung zu schaffen, dass die Labortätigkeiten für den niedergelassenen Bereich in Anspruch genommen werden? Dieses Beispiel mit den MRT-Geräten, diese Öffnung der Spitäler für alle Patienten mit Kassenverträgen ist ja nur eine ganz kleine Facette und ein Beispiel, wo es hingehen könnte. Da haben wir Einahmen, wir haben Kassenverträge zu den MRT-Leistungen. Innerhalb von 14 Tagen hat jeder seinen MRT-Termin. Alles auf Kasse – der Patient braucht also nirgends etwas bezahlen und ich glaube, dort muss es hingehen.

Also es wird kein Stein auf dem anderen bleiben?!

Hans Peter Doskozil: Es wird sich alles konzentrieren um Oberwart – abgestimmt auf Oberpullendorf und Güssing. Und es wird sich hier alles konzentrieren auf Eisenstadt abgestimmt mit dem Standort Seewinkel und mit der großen Frage, wie können wir die Fläche facharzttechnisch abdecken?

Das Thema ist ja schon seit Jahren auf dem Tisch – wird es auch eine Zusammenarbeit mit der Steiermark geben? Oberwart-Hartberg ist nur einen Steinwurf voneinander entfernt …

Hans Peter Doskozil: Das ist ein riesiges Thema. Ich für mich kann nur so viel sagen, dass zu jedem Zeitpunkt – ob das nun heuer, nächstes Jahr oder übernächstes Jahr sein sollte – das Angebot am Tisch liegt, das Leistungsspektrum aufeinander abzustimmen. So wie wir jetzt versuchen das im Südburgenland zu organisieren, also beispielsweise in den Spitälern Oberpullendorf, Oberwart und Güssing überregional zu denken und aufeinander abzustimmen – dieses Angebot muss in weiterer Folge weiter gedacht werden. Da liegt der Ball bei der Steiermark. Die müssen entscheiden – wie wir für uns entscheiden – wann das Zeitfenster das richtige ist. Die Bereitschaft erkenne ich dazu.

Aber es sollte doch möglichst zeitnah sein?

Hans Peter Doskozil: Naja, wir sind ja mitten im Prozess. Der Bau des Krankenhaus Oberwart ist so konzipiert, dass durch diese „Finger“ (der Plan des Krankenhauses sieht einen Baukörper mit sieben Finger vor, Anm. d. Red.) und durch eine gewisse statische Ausgestaltung, nach oben, aber auch in die Fläche erweitert werden kann.

Thema Pflege: Sie möchten die Agenturen ausschalten und die Pflege von gemeinnützigen Vereinen durchführen lassen. Wie soll das genau funktionieren?

Hans Peter Doskozil: Wir werden dies Anfang März in einem Gesamtkonzept bekanntgeben. Es wird in den nächsten Wochen sicherlich noch einige Diskussionen darüber geben. Aber grundsätzlich wird das eine Variante sein: Man schafft eine gemeinnützige Plattform, wo sich jene Institutionen beteiligen können, die sich mit Pflege auseinandersetzen. Hilfswerk, Volkshilfe, also alle, die hier involviert sind. Es geht um gemeinnützige Trägerorganisationen. Und gemeinnützig heißt: keinen Gewinn zu erwirtschaften. Ich bin davon überzeugt, dass der Bereich Pflege nicht diesem gewinnorientierten Wirtschaftstreiben ausgeliefert sein darf.

Was heißt das finanziell für die Betroffenen?

Hans Peter Doskozil: Das Land fördert die 24-Stunden-Pflege derzeit mit bis zu 600 Euro. Wir wollen diese 600 Euro nur mehr fördern, wenn eine 24-Stunden Kraft über eine gemeinnützige Organisation kommt. Alle, die da drinnen sind, wie beispielsweise die Volkshilfe, das Rote Kreuz, das Hilfswerk, die sind eh international vernetzt und haben in Rumänien, Bulgarien und Ungarn ihre Ansprechpartner und können dort die Vermittlerrolle wahrnehmen. Wir haben über diese Plattform dann die Chance, auch Schritt für Schritt – dies aber vorsichtig und abgestimmt mit den anderen Bundesländern – Qualitätsmerkmale zu setzen.

Das Zweite ist, dass die Frage des pflegenden Angehörigen im Familienbereich über diese Plattform beantwortet werden kann. Wenn man sich anschaut, ein Pflegeheimplatz wird derzeit finanziert über 80% der Pension, also erst einmal über den Tagsatz, den der Betreiber seitens des Landes bekommt. Zwischen drei und dreieinhalbtausend Euro im Monat sind das pro Platz. Und refinanziert wird es über die Pension und über das Pflegegeld. Da kommt ungefähr 40% der Tagsatzgelder in das Budget zurück. Das ist das Verhältnis derzeit. Jetzt kann man aber jemandem, der daheim ist mit Pflegestufe 4 oder möglicherweise 5, nicht 80% der Pension wegnehmen. Pflegegeld möglicherweise schon. Wir müssen definieren, was an Geld können wir einbehalten? Was an Förderungen müssen wir zuschießen? Wie soll das Verhältnis einer pflegenden Angehörigen bzw. eines pflegenden Angehörigen zur Person sein, die sie pflegt – 1:1, 1:2, 1:3, damit sie dann bei dieser Plattform beschäftigt wird und einen Lohn bekommt. Das werden wir Ende Feber präsentieren. Das Ziel ist, die pflegenden Angehörigen über die Plattform in eine Einkommenssituation zu bringen.

Thema Wahlen: Sie haben in einem Kurier-Interview gesagt, dass es beim Wahltermin 2020 bleibt. Sie gelten als der Troubleshooter – viele Baustellen im Burgenland hat man Ihnen umgehängt (Esterházy, Spitalsbau,…..) – man hat einfach den Eindruck, dass das, was Sebastian Kurz bei der NR-Wahl 2017 für die ÖVP war (und ist), ist auf burgenländischer Landesebene Hans Peter Doskozil bei der SPÖ. Wäre es nicht ein sehr reizvoller Gedanke, die Wahl jetzt vorzuverlegen, den Hype um Ihre Person zu nutzen – um den Koalitionspartner FPÖ loszuwerden?

Hans Peter Doskozil: Bei mir geht es bei Wahlen nicht darum, den Koalitionspartner loszuwerden. Es gibt auch keinen Grund, den aktuellen Koalitionspartner loszuwerden. Und ich glaube auch, der Vergleich mit der ÖVP hinkt ein bisschen. Für mich gibt es zwei Grundparameter. Für eine funktionierende Koalition aktuell und pro futura gilt: Man muss einmal gewählt werden. Man kann nie sagen, was in Zukunft kommt. Das Erste ist ein entsprechendes Vertrauensverhältnis. In der letzten Regierung (Koalition der SPÖ mit der ÖVP, Anm. d. Red.), wo ich noch in Wien war oder auch in der Vergangenheit bei entsprechenden Koalitionen im Burgenland hat es dieses Vertrauensverhältnis nie gegeben und man hat immer aufpassen müssen, kommt jetzt wieder eine Grätsche von links oder rechts. Vice versa, sag ich ganz offen. Und das ist keine Art, eine Koalition zu führen. Das ist der eine Punkt und das funktioniert mit dem jetzigen Koalitionspartner (FPÖ, Anm. d. Red.). Es gibt ein Vertrauensverhältnis und man kann sich darauf verlassen, was gesagt wird, hält.

Der zweite Punkt ist die inhaltliche Übereinstimmung im Rahmen eines Regierungsprogramms. Und das ist aktuell der Fall. Deshalb gibt es keinen Grund, irgendwelche Wahlen vorzuverlegen, um den Koalitionspartner loszuwerden. Überhaupt nicht und diese Sichtweise gilt auch für die Zukunft.

Wann werden Ihrer Meinung nach dann die Wahlen 2020 durchgeführt?

Hans Peter Doskozil: Wir haben programmgemäß die Wahlen 2020. Wir müssen für uns die Entscheidung treffen, wann wählen wir 2020 tatsächlich. Das müssen wir noch mit dem Koalitionspartner besprechen. Wichtig ist, dass eine Wahlauseinandersetzung, die es ja geben wird, so kurz wie möglich gehalten wird und die Arbeitsphasen im Wahljahr trotzdem noch evident und lang genug sind.

Thema Bahn im Südburgenland. Könnte man Ihren Vorgänger Hans Niessl diesbezüglich beim Wort nehmen, hätten wir ja schon einen Bahnverkehr Richtung Szombathely und Richtung Wien. Dem ist nicht so. Nun rechnet man sich aber durch Minister Norbert Hofer, der ja bekanntlich aus dem Südburgenland kommt, gute Chancen aus, dass der Personenverkehr wieder Realität wird. Können Sie dazu eine verbindliche Aussage machen, ob und wann es eine Bahnverbindung von OW nach Wien bzw. nach Ungarn geben wird?

Hans Peter Doskozil: Also wir haben natürlich schon gewisse Vorstellungen, was den öffentlichen Verkehr betrifft und was alle Landesteile betrifft. Das nördliche Burgenland, den Raum Eisenstadt und natürlich auch das Südburgenland – aber ich möchte zum jetzigen Zeitpunkt dem Verkehrsminister, der ja auch im Südburgenland lebt, nichts über die Medien ausrichten. Es ist aus meiner Sicht wichtig, dass das mit ihm abgestimmt wird, dass man diskutiert, ob das der richtige Weg ist, so wie wir uns das vorstellen und da wird es möglicherweise in den nächsten Wochen oder Monaten noch die eine oder andere Überraschung geben können – vorsichtig gesagt. Aber mein grundsätzlicher Zugang ist jener, wenn man die Personenverkehrsthematik anspricht OW-Friedberg oder die Verbindung Richtung Szombathely: Es ist wie bei den Spitälern. Wir hätten es uns da ganz einfach machen können und sagen können, alles bleibt wie es ist, in dem Wissen, dass man es auf Sicht nicht mehr finanzieren kann und dann nach den Wahlen sperrt man halt das eine oder andere zu. Das wäre die leichteste Variante für die Politik gewesen.

Und es ist leicht zu sagen: Super, wir machen einen Personenverkehr Richtung Szombathely, im Wissen, dass die Ungarn das nicht finanzieren werden können. Eine Schiene im Personenverkehr ist immens teuer. Die Verbindung Oberwart-Szombathely und was man daraus in Folge auf weite Sicht erreicht, steht in finanzieller Sicht in keinem realistischen Verhältnis. Auch wenn man den öffentlichen Verkehr finanzieren will und dieser bei uns durchaus im Fokus steht. Wir werden da sicherlich Akzente setzen. Es muss aber gewährleistet sein, dass er in einem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis steht. Historisch gesehen hätte bei einer Verbindung Oberwart-Friedberg jeder Fahrgast, der dort gefahren ist, einmal im Jahr durch die Förderung einen PKW finanziert bekommen können (der Personenverkehr auf der Strecke Friedberg Oberwart wurde 2011 eingestellt, Anm.d. Red.).

So kann man mit öffentlichen Geldern nicht umgehen. Das geht einfach nicht. Und ich glaube nicht, dass man den Oberwartern, den Südburgenländern, die in dieser Region leben, zumuten kann, dass sie zukünftig von Oberwart nach Wien über Szombathely pendeln, wenn gleichzeitig die Verbindung Friedberg Richtung Wien jetzt schon mit dem Zug eine Stunde und 22 Minuten dauert. Da verstehe ich den Sinn dahinter nicht. Da ist es besser man attraktiviert diese Wechselbahn Richtung Wr. Neustadt in einem vertretbaren Maß, konzentriert sich auf die Örtlichkeit Friedberg und von dort fährt man Richtung Wien.

Die Verbindung OW-Szombathely kostet hunderte Millionen Euro. Hunderte Millionen also für eine Pendlerstrecke, auf der man länger fahren wird, wie auf der Strecke Friedberg-Wien. Das ist aus meiner Sicht eine Verschwendung von Steuermitteln und ist nicht vertretbar. Wir wissen, dass es eine gewisse Lobby dafür gibt. Aber aus meiner Sicht ist es nicht vertretbar, Steuergelder dafür auszugeben, um das zu realisieren. Aber ich sehe die Notwendigkeit, dass es einen ordentlichen öffentlichen Verkehr, eine Bahnverbindung, nach Wien geben muss. Und auch eine Verbindung Richtung Graz.

Also können Sie sich vorstellen den Personenverkehr über Friedberg Richtung Wien wieder zu reaktivieren?

Hans Peter Doskozil: Das ist etwas, das wir mit dem Minister besprechen wollen. Das möchte ich mit ihm ausdiskutieren und ihm nicht ausrichten lassen. Und möglicherweise werden wir dann auch gemeinsam etwas präsentieren.

Was glauben Sie, war in Ihrer Laufbahn der entscheidende Moment für Ihre Karriere und Ihren Weg zum Landeshauptmann?

Hans Peter Doskozil: Das kann man nie sagen. Es gibt immer entscheidende Momente im Leben, wo man sagt, man hat Glück gehabt, dass man richtig abgebogen ist. Ich glaube, dass ich in gewissen Situationen einfach Glück gehabt habe. Und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war.

Was wäre so ein Beispiel? War das die Flüchtlingskrise?

Hans Peter Doskozil: Ich glaube, das hat schon viel früher angefangen. Ich hatte immer schon die Intention nach Wien als Polizist zu gehen und nebenbei zu studieren. Ein Missgeschick, ein Dienstunfall hat dazu geführt, dass ich es realisiert habe. Ich war im Krankenstand und das hat dazu geführt, dass ich studiere. Wenn ich den Dienstunfall nicht gehabt hätte, hätte ich nicht studiert. Ich bin fertig geworden mit dem Studium im Jahr 2000. Ich hab jahrelang warten müssen, dass ich in das Innenministerium gekommen bin, bin aber nur in einen Bereich hineingekommen, den niemand wollte – das Fremden- und Asylwesen.

Genau dieses Fremden- und Asylwesen hat in weiterer Folge sehr viel dazu beigetragen, dass ich mich dort ausgekannt und gefestigt habe und Dinge dann so gemacht habe, wie es war. Oder der Umstand, dass ich Hans Niessl kennengelernt habe. 2008 ist der damalige Oberwarter Bezirkshauptmann Alois Heiling verstorben. Ich musste damals immer pendeln und ich dachte, dass auf der BH Oberwart vielleicht jemand gesucht wird – vielleicht als Referent. Das war damals der Gedanke. Das habe ich bei einer Gelegenheit den Landeshauptmann gefragt und er hat mir gesagt, dass in Oberwart ein Überstand bestehe und dass das dort derzeit kein Thema sei.

Drei Wochen später hat er mich angerufen und mir gesagt, dass von seinem Büro jemand weggehe und ob ich dorthin will. Es waren also oft negative Erlebnisse, wie ein Dienstunfall oder der Tod eines Bezirkshauptmannes, aber das waren halt alles Umstände, die das alles in meinem Leben in weiterer Folge ermöglicht haben. Das sind die Zufälle im Leben. Und dann natürlich das Thema Flüchtlingskrise. Das war sicherlich ausschlaggebend für diesen Sprung. Aber erst einmal dort hinzukommen, Landespolizeidirektor zu sein, dieses Wissen und diese Erfahrung zu haben, vor allem im Fremden- und Asylbereich –  das hat schon viel früher angefangen.

Was sind Ihrer Meinung nach Ihre Stärken?

Hans Peter Doskozil: Ich habe in den verschiedensten Bereichen beruflich immer spontan meine Entscheidungen getroffen. Also nie lange nachgedacht, ob ich mich als Landespolizeidirektor bewerbe, ob ich das Asylthema im Innenministerium mache. Es waren immer Sofortentscheidungen. Auch Minister zu werden. Ich habe beim Bundesheer die Erfahrung gemacht – weil das Bundesheer sehr defensiv und pessimistisch war und man immer geglaubt hat, dass man eh nichts bekommt – man muss ganz einfach in diesem großen öffentlichen Bereich 120 fordern, um 80 zu bekommen. (HP Doskozil war von 2016-2017 Verteidigungsminister. Er verhandelte ein Sonderinvestitionsprogramm für das Heer – bis 2020 sind es 1,3 Mrd. Euro, Anm.d.Red.).

Sie haben aber auch nie die Scheu gehabt, große Themen anzugreifen. Sind Sie cool und haben Sie stahlharte Nerven?

Hans Peter Doskozil: Ich bin natürlich von gewissen Dingen geprägt, wie jeder Mensch von Erfahrungen geprägt ist. Ich habe mir mit Sicherheit alles erkämpfen müssen. Die Ausbildung, das Studium – alles. Ich habe ja nebenberuflich studiert. Ich hatte den Background, wie in andere teilweise haben, nicht. Und ich bin auch sehr geprägt von Sichtweisen, die Kurt Kuch (Investigativjournalist bei NEWS und Initiator der Anti-Rauch-Initiative „Don’t smoke“, Kurt Kuch verstarb am 3. Jänner 2015 im Alter von 42 Jahren an Lungenkrebs, Anm. d. Red.) gehabt hat, weil wir uns immer wieder ausgetauscht haben. Er war sicherlich einer meiner besten Freunde. Wir haben gleich getickt. Daher hat sich auch meine Aversion gegen alle Formen von Korruption intensiviert. Daher war es mir ein Riesen-Anliegen die ganze Eurofighter-Thematik nochmals aufzuarbeiten (Doskozil entschied sich als Verteidigungsminister für die Stilllegung der Eurofighter und den Umstieg auf ein neues System. Er begründete dies mit einem Einsparungspotenzial von zwei Milliarden Euro auf die nächsten 30 Jahre. Die Entscheidung über die Zukunft der Eurofighter wird von seinem Nachfolger Mario Kunasek (FPÖ) voraussichtlich bis Mitte 2019 getroffen, da Kunasek dies nochmals von Experten prüfen lässt, Anm. d. Red.).

Wenn ich überzeugt davon bin, dass das moralisch und inhaltlich richtig ist, hat es nie ein Kalkül gegeben. Da wird der Weg dann auch nicht infrage gestellt. Dieses Kalkül, was passieren könnte, gibt es dann nicht.

Hans Niessl hat in den beinahe 20 Jahren als Landeshauptmann das Burgenland massiv verändert, da seine Ära in die Zeit der großen EU Förderungen fiel. Thermen-Ausbau, Bildung, FHs, Technologiezentren, Wirtschaftsstandort. Da ist einiges passiert. Blicken wir 18 Jahre vor – unter welchem Begriff soll die Ära Doskozil rückblickend gesehen werden. Was würden Sie sich wünschen?

Hans Peter Doskozil: Es gibt im Burgenland einige Herausforderungen zu bewältigen. Wenn ich mir anschaue, dass wir in Güssing und Jennersdorf sinkende Bevölkerungszahlen haben, dann ist es eine Herausforderung zu schauen, dass man die Strukturen dort aufrechterhält. Und ich glaube, das Wichtigste ist, dass man, die EU Förderungen globaler betrachtet. Dass wir ganz einfach, bei all den positiven Effekten, die wir durch die EU mitbekommen haben – Stichwort EU-BIP Entwicklung zu 90 Prozent – bedenken, dass wir in einer Region leben, wo man überlegen muss, was neben uns passiert. Ungarn ist weit hinten, was beispielsweise den Arbeitsmarkt betrifft. Und vieles mehr. Wir müssen auch danach trachten, dass diese Regionen mitziehen, europa-, wirtschafts-, sozialpolitisch, fördertechnisch. Wenn heute in Ungarn das BIP nicht steigt, wenn heute in Ungarn beispielsweise das Lohnniveau nicht steigt, wird das mittelfristig eine negative Auswirkung auf das Burgenland haben. Das gilt es zu verhindern. Indem wir in Brüssel darauf Einfluss nehmen, wie Förderpolitik gestaltet wir. Wir müssen mit Ungarn möglicherweise intensivere Formen der grenzüberschreitenden Projekte und Kooperationen forcieren.

Ich habe letzte Woche mit einem Direktor von einer höheren Schule in Jennersdorf gesprochen, die auch Textilberufe ausbilden – dort gibt es eine Form der Ausbildung „Matura mit Lehre“, (nicht umgekehrt). Der steirische Betrieb ADA hat beispielsweise in Ungarn einen Standort und die Führungskräfte sind Österreicher, die nach Ungarn pendeln und dort arbeiten. Es geht auch umgekehrt. Diese Art der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und Kooperation muss man zulassen. Ich glaube, das bringt beiden etwas.

Auch das Bio-Thema mag für den einen oder anderen noch utopisch klingen, aber die Frage, wie ernähren wir uns in Zukunft? Wie gut ist unsere Lebensmittelqualität? Wie weit werden unserer Lebensmittel transportiert? Was essen wir tagtäglich? – das sind für die Menschen meiner Meinung nach eine ganz wichtige Zukunftsfragen. Da als Musterregion zu gelten, das nehmen wir uns vor. Das hätte nicht nur im Kernbereich dieser Thematik einen großen Effekt, sondern auch auch touristisch – und generell.

Wie möchten Sie also nach 18 Jahren in Erinnerung bleiben?

Hans Peter Doskozil: Also wenn man nach 18 Jahren sagen würde, das Burgenland ist der schönste Platz zum Leben, dann wäre das perfekt.

40 Prozent - so lautet die Zahl des wohl größten Wahlversprechens der derzeitigen österreichischen Regierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz. Denn auf genau diese Zahl möchte man in den nächsten Jahren die Steuer- und Abgabenquote senken.

Neben dem bereits beschlossenen Familienbonus von rund 1,5 Milliarden Euro, soll die geplante Steuerreform bis 2020 die Bürger und Unternehmen Österreichs um weitere 3,5 Milliarden Euro entlasten. Doch mit diesem großen Vorhaben ergeben sich genauso große Fragen über die Vorteile und wer davon betroffen ist.

prima! hat Mag. iur. Gernot Ritter, Landesvizepräsident des Burgenlandes der Kammer für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer über Änderungen in Sachen Steuer befragt.

 

Was darf man an Steuerentlastungen erwarten?

Mag. Ritter: Der Familienbonus Plus tritt bereits ab diesem Jahr in Kraft. Laut den Regierungsvertretern soll auch in den nächsten Jahren mit weiteren Einkommensteuersenkungen zu rechnen sein. Diese wirken sich generell für alle Steuerzahler positiv aus – also für Angestellte, Arbeiter und Unternehmer in gleichem Maße.

Inwiefern werden die Arbeitnehmer profitieren? Inwiefern die Unternehmen?

Mag. Ritter: Im Grunde sollten alle Steuerzahler von künftig geplanten Steuersenkungen profitieren. Der aktuell bereits geltende Familienbonus wirkt sich dann positiv aus, wenn Eltern von ihrem Einkommen auch die Einkommensteuer bzw. Lohnsteuer bezahlen – ab einem monatlichen Bruttoverdienst von 1.853 Euro wird der Familienbonus Plus für ein Kind voll ausgenutzt.

Worum genau handelt es sich bei dem Familienbonus?

Mag. Ritter: Der Familienbonus Plus ist ein Steuerabsetzbetrag. Das bedeutet, dass er unmittelbar die zu zahlende Einkommensteuer vermindert (und nicht etwa die Berechnungsgrundlage der Steuer wie der noch vor 2019 geltende Kinderfreibetrag). Er gilt für Familien, deren Eltern in Österreich einer Beschäftigung nachgehen und für deren Kinder Familienbeihilfe bezogen wird.

Ist es möglich, den Familienbonus bereits bei der aktuellen Arbeitnehmerveranlagung geltend zu machen?

Mag. Ritter: Der Familienbonus kann entweder nachträglich bei der Arbeitnehmerveranlagung 2019 – also nach Ablauf des Jahres 2019 – oder bereits ab Jänner 2019 monatlich vom Arbeitgeber berücksichtigt werden. Dazu muss das ausgefüllte Formular E30 für den Bonus gemeinsam mit einer Bestätigung über den Erhalt der Familienbeihilfe beim Arbeitgeber abgegeben werden und schon bleibt ab sofort mehr Netto vom Brutto.

Was bedeutet der Familienbonus konkret für eine Familie mit zwei Kindern?

Mag. Ritter: Eine Familie darf sich über eine maximale Steuerentlastung in der Höhe von 3.000 Euro freuen. Durch den Wegfall der Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten und des Kinderabsetzbetrags ist die tatsächliche Steuerentlastung jedoch niedriger. Der Vorteil gegenüber den Optionen im Jahr 2018 liegt bei einer um 1.082 Euro höheren Entlastung, wenn bisher der Kinderfreibetrag und die Kinderbetreuungskosten in voller Höhe abgesetzt wurden.

Welche sonstigen Erneuerungen können bereits bei der aktuellen Arbeitnehmerveranlagung bzw. beim Steuerausgleich geltend gemacht werden?

Mag. Ritter: Seit dem Steuerjahr 2017 müssen der Kirchenbeitrag und Spenden an begünstigte Empfänger von diesen elektronisch an das Finanzamt gemeldet werden – diese Zahlungen sollten dann auch bei der elektronischen Arbeitnehmerveranlagung „automatisch“ bei der Steuererklärung der Betroffenen berücksichtigt werden. Wird vom Finanzamt dann unter Berücksichtigung dieser Beträge eine „automatische Arbeitnehmerveranlagung“ durchgeführt, kann der Steuerpflichtige selbst dennoch wie bisher innerhalb von fünf Jahren eine Steuererklärung bzw. Arbeitnehmerveranlagung durchführen, falls er etwa noch andere Werbungskosten oder Sonderausgaben sowie außergewöhnliche Belastungen geltend machen will.

Wird es im Rahmen der Steuerreform auch neue Steuern geben?

Mag. Ritter: Regierungsvertreter haben bis dato erklärt, dass zusätzlich zum bereits geltenden Familienbonus Plus in den nächsten Jahren mit weiteren Steuersenkungen zu rechnen ist: unter anderem war etwa von der Anhebung des steuerlichen Existenzminimums (derzeit 11.000 Euro pro Jahr) sowie einer Senkung der unteren Progressionsstufen der Einkommensteuer die Rede. Dabei soll diese „Gegenfinanzierung“ der Steuersenkungen nicht über neue Abgaben, sondern über ein „Sparen im System“ erfolgen.

Die Schülerhilfe zählt zu den führenden Anbietern von Nachhilfe in Österreich. In Oberwart wird heuer das 10-jährige Jubiläum gefeiert. prima! hat mit Inhaberin Dr. Christiane Hammer über das Bildungssystem und die Herausforderungen für Schüler und Lehrende gesprochen.

Administratorin Elisabeth Sulyok und Inhaberin Dr. Christiane Hammer.

 

Die Schülerhilfe gibt es in Oberwart seit 10 Jahren. In Hartberg geht man bereits ins 18te Jahr. Wie haben sich die Herausforderungen für Nachhilfeinstitute in dieser Zeit verändert?

Dr. Hammer: Immer mehr Schülerinnen und Schüler und auch deren Eltern erwarten, dass die Nachhilfe ihnen das Lernen abnimmt. Das ist natürlich nicht möglich, wir können Wissenslücken schließen, den Schülern dabei helfen, in der Schule besser mitzukommen, motivieren und das Selbstbewusstsein stärken. Das gelingt sehr gut, wenn unsere Tipps angenommen werden, die Schüler regelmäßig kommen und aktiv mitarbeiten. Andernfalls wird es schwierig, denn die Zauber-Spritze, die über Nacht wirkt und automatisch zu guten Noten führt, ist (leider) noch nicht erfunden.

Wenn Sie die Entwicklung des Bildungssystems und seine Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler betrachten – was kritisieren Sie?

Dr. Hammer: In der Volksschule würde ich mir im Sinne der Kinder mehr Zeit und Ruhe für die Vermittlung von grundlegenden Fähigkeiten (sinnerfassendes Lesen; das Erlernen der Schrift und gutes Formulieren; Grundrechnungsarten) wünschen. Das Erkennen und die individuelle Förderung von Kindern mit diagnostizierten Lernproblemen wie Legasthenie, Dyskalkulie oder Sprachstörungen sollten selbstverständlich sein, von den Krankenkassen finanziert und allen Eltern angeboten werden.

Generell wird in der Bildungsdebatte am Kern der Sache vorbeigeredet, denn das Allerwichtigste sind sehr gute Lehrerinnen und Lehrer, die freilich auch unterstützt und wertgeschätzt gehören.

Ich würde mir eine viel strengere Zugangsbeschränkung zum Lehramtsstudium wünschen, damit diesen für unsere Gesellschaft so wichtigen Beruf nur die mental und fachlich Besten ergreifen, denn das haben sich unsere Kinder verdient.
Auf der anderen Seite macht es mich betroffen, wenn Menschen die Schule an sich schlechtreden, den Kindern Angst vor der Schule machen („der Ernst des Lebens“, „du wirst schon noch sehen“….) und so wenig Respekt gegenüber der Lehrerschaft besteht, statt dankbar dafür zu sein, dass wir in einem Land leben, in dem Bildung selbstverständlich und kostenlos ist – trotz aller berechtigter Kritikpunkte.

Jahrzehntelange Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern – da gibt es sicherlich besondere Erlebnisse?

Dr. Hammer: Im Laufe so vieler Jahre erlebt man natürlich vieles, das unvergesslich bleibt und das meine Sicht auf meine Arbeit geprägt hat. Ich hatte einmal einen Schüler mit einer ausgeprägten Legasthenie.  Deutsch und Englisch waren  seine Angstfächer. Doch er war sehr fleißig und hat sowohl die Hauptschule als auch die Handelsschule geschafft. Heute hat er seine eigene Firma im Versicherungsbereich mit einigen Mitarbeitern. Wir freuen uns immer, wenn wir einander zufällig begegnen. Unlängst meinte er grinsend:  „Und das Tollste, Frau Hammer, ist, dass ich jetzt eine eigene Sekretärin habe, die alles für mich schreibt!“ Er hat mir gezeigt, dass man mit viel Fleiß, einem starken Willen und einem positiven, liebenswürdigen Wesen jede Hürde überwinden kann.

Bereits bei der Liste Pilz war er für den Tierschutz zuständig. Nach seinem Partei-Austritt im Vorjahr plant Sebastian Bohrn Mena nun ein politisch unabhängiges Tierschutzvolksbegehren.
Im kommenden Jahr geht es los. Im prima! Interview erklärt er, was sich in Österreich dringend ändern muss, warum die Landwirte miteingebunden werden müssen und weshalb die Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln so wichtig wäre.

„Wir haben konsolidiert, Vertrauen hergestellt, Synergien genutzt, Einsparungen vorgenommen“ - das ist ein Auszug des Resümees von Stefan Lorenzoni, der vor rund einem Jahr die Geschäftsführung der Stadtwerke Hartberg übernommen hat. Wir haben mit ihm über die Umstrukturierung gesprochen - und über die Entwicklung des Ökoparks.

Im Zuge des Prüfberichtes der Gemeindeaufsicht waren die Stadtwerke Hartberg Anfang 2017 ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Grund war unter anderem der krakenförmige, undurchsichtige Aufbau. Ein Umbau des Unternehmens war die Folge – und ein Wechsel in der Geschäftsführung. Stefan Lorenzoni trat am 1. Dezember 2017 seinen „Dienst“ als neuer Geschäftsführer der Stadtwerke Hartberg und des Ökoparks an.

Seit knapp einem Jahr leiten Sie die Stadtwerke Hartberg. Vor Ihnen lag die große Aufgabe, den Betrieb umzustrukturieren. Ist das gelungen?

Lorenzoni: Das Entscheidende war, wieder eine Vertrauensbasis zu schaffen zwischen Gemeinderat, Bürgermeister, Aufsichtsrat der Stadtwerke und Geschäftsführung. Das ist gut gelungen – durch Transparenz und weil ich ein Mensch bin, der sehr offen auf andere zugeht. Das trägt Früchte. Mit Bürgermeister Marcus Martschitsch findet einmal pro Woche ein gegenseitiger Austausch statt. Diese Kommunikation zwischen Gemeinde und Stadtwerke ist wichtig. Und in den Aufsichtsratssitzungen kommt es durchwegs zu gemeinsamen Beschlüssen – auch, wenn heftigst diskutiert wird. Wir kommen Schritt für Schritt voran.

Wenn Sie heute kurz zurückblicken – was hat sich in diesem Jahr verändert?

Lorenzoni: Einiges! Man muss sich vorstellen, dass der Betrieb fast ein Jahr führungslos war. Als ich begonnen habe, habe ich in den ersten drei Monaten versucht, in feuerwehrartigen Aktionen die Dinge zu stabilisieren. In der Zeit sind auch die Wohnungen der Stadt vom Ökopark Immobilienmanagement übernommen worden. Ich habe gesehen, dass es wichtig ist, dass wir in diesem Bereich jemanden ins Boot holen, der Erfahrung hat und mit Wolfgang Friesenbichler haben wir jemanden mit fachlicher und sozialer Kompetenz gefunden. Im Bereich der Elektroinstallationen und des Planungsunternehmens sind wir gut aufgestellt. Hier geht es darum, verstärkt Führungsaufgaben zu leisten. Da herrscht Nachholbedarf.

Thema Stadtwerke als Energieversorger. Wie kann man sich in einem liberalisierten Energiemarkt gegen den Mitbewerb behaupten?

Lorenzoni: Im Versorgungsgebiet von Hartberg sind wir DER Energieversorger. Diese Position muss man aber weiterentwickeln, um sie nicht zu verlieren. Kundennähe ist unsere Stärke. Darauf bauen wir. Und wir brauchen innovative Ansätze. Wir haben beispielsweise derzeit eine Sonderförderaktion für Photovoltaikanlagen in der Höhe von rund 1.400 Euro laufen und es gibt dazu ein Energiemanagementsystem, damit der Eigenverbrauch noch mehr optimiert werden kann. Das Projekt haben wir mit der Forschung Burgenland und mit anderen innovativen Unternehmen gestartet.

Wir müssen eine regionale Marke schaffen und das Unternehmen entsprechend positionieren. Mit Doris Salchinger haben wir jemanden ins Marketing geholt, wo wir Synergien mit der Stadt im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und der Marketingaufgaben nutzen. Stadt und Stadtwerke müssen in diesen Bereichen Hand in Hand gehen.

Sie sind ja auch Geschäftsführer des Ökoparks, der heuer sein 20-jähriges Bestehen feiert. Vor wenigen Monaten wurde der Spatenstich für eine Algenproduktionsanlage der BDI – BioLife Science gesetzt. Wie sieht es mit weiteren Betriebsansiedelungen aus?

Lorenzoni: Die Anfragen sind vorhanden. Aber ganz wesentlich ist die Entscheidung, dass wir den Ökopark weiterentwickeln. Das haben wir auch schon vom Aufsichtsrat eingeholt. Es ist in den Ökopark in den letzten fünf bis sieben Jahren nicht wirklich investiert worden. Deshalb habe ich mit Wolfgang Friesenbichler ein Konzept ausgearbeitet. Bevor wir weitere Betriebe ansiedeln, muss erst einmal ein Angebot geschaffen werden. Leerflächen müssen zu hochwertigen Büroflächen umfunktioniert werden, wie etwa das Restaurant oder Bereiche im Forschungshaus. Außerdem werden angrenzende Grundstücksflächen angeschafft, um sie Interessenten anbieten zu können. Wir sind jetzt also in der Phase, Flächen aufzubereiten, um dann Betriebe anzusiedeln. Die Nachfrage ist da. Die Firma CPH wird eine weitere Halle errichten. Wir müssen ein Angebot für Firmen im Green Tech-Cluster schaffen.

Wird es das Großformatkino Maxoom und die Sonderausstellungen in fünf Jahren noch geben?

Lorenzoni: Derzeit ist eine Arbeitsgruppe mit einem Konzept zur Positionierung dieses Angebots beschäftigt. Die Besucherfrequenzen in der Region Herberstein, Stubenberg und Riegersburg sind enorm. Da kann man auch in Hartberg etwas anbieten. Wir werden die Möglichkeiten im Aufsichtsrat diskutieren und auf dieser Basis die Positionierung vornehmen. Es gibt hier Potenzial, aber wir werden dafür Geld in die Hand nehmen müssen.

Wie wichtig ist eine zweite Autobahnanbindung für diese Entwicklung des Ökoparks?

Lorenzoni: Sehr wichtig und da habe ich ein enges Einvernehmen mit dem Bürgermeister. Eine zweite Abfahrt hätte für uns den Vorteil, dass man direkt zum Ökopark kommt und nicht durch die Stadt müsste.

Ökopark Hartberg

Im Jahr 1998 wurde der Ökopark von den Stadtwerken Hartberg gegründet. Er verbindet die Bereiche Gewerbe, Forschung und Erlebnis an einem Standort. Es ist der Weitsicht einer Gruppe von Visionären zu verdanken, dass dieses Projekt verwirklicht wurde. Allen voran war es der damalige Geschäftsführer der Stadtwerke OBR DI Reinhard Fink, der dieses Projekt vorantrieb und zum Erfolg führte.

Der Ökopark wurde am Standort des ehemaligen Ziegelwerkes, das 1992 stillgelegt wurde, errichtet. 1998 fand die Eröffnung statt. In den Jahren 2007 bis 2009 wurde der Erlebnisbereich ausgebaut, 2011 folgte das Science-Center.


Der Ökopark Hartberg basiert auf vier Säulen

1) Gewerbepark: Betriebe mit umweltrelevanten Schwerpunkten finden hier ein attraktives Umfeld. Mittlerweile sind es rund 50 Betriebe, die hier angesiedelt sind. Sämtliche Betriebs- und Bürogebäude werden Co2-neutral mit Strom, Wärme und Kälte versorgt.

2) Der Forschungspark: Einer der Erfolgsfaktoren des Ökoparks ist das einmalige Netzwerk vor Ort. Die Betriebe arbeiten problembezogen und ergebnisorientiert zusammen. Der Ökopark führt angewandte Forschung und Wirtschaft zusammen. Bürokratische Hürden bei der Produktentwicklung werden abgebaut. Jedem Betrieb soll bei Bedarf seine eigne Entwicklungsabteilung ermöglicht werden.

3) Ökopark Erlebnisreich: Das Science-Center! Der Erlebnispark soll spielerisch und leicht verständlich ökologische Themen vermitteln. Österreichs einziges Großbildkino, interaktive Ausstellungen und zahlreiche Veranstaltungen sind nur einige des einzigartigen Angebote. Derzeit wird an einem Konzept gearbeitet, um den Erlebnisbereich noch weiter auszubauen und touristisch zu nutzen.

4) Neben diesen drei genannten Hauptsäulen bietet der Ökopark ein umfasendes Bildungsangebot. Herzstück ist der DAVINCI Kindergarten und die Schule. Im Zuge der Montagakademie können Interessierte kostenlos das Programm mit hochkarätigen Referenten nutzen.

Genauere Infos unter: www.oekopark.at

 

Die Stadtwerke Hartberg

Sie sind DER regionale Energieversorger, haben sich darüber hinaus aber auch zu einem vielfältigen Dienstleistungsunternehmen entwickelt.

Die Bereiche:
1) Photovoltaik
2) Elektroinstallation
3) Planung
4) Ökopark

Genauere Infos unter: www.stadtwerke-hartberg.at

Dr. Astrid Mayer ist die neue Ärztliche Leiterin im Krankenhaus Oberwart

Dr. Astrid Mayer ist die neue Ärztliche Leiterin im Krankenhaus Oberwart

Sie ist gebürtige Oberwarterin, war lange leitende Oberärztin an den Londoner Spitälern Royal Free und Chase Farm und kehrt nun als Ärztliche Direktorin in ihre Heimat zurück.
Nicole MÜHL / 5. Feber 2019

Im Jahr 2003 wurde diese unersetzbare Einrichtung im Krankenhaus Oberwart eröffnet.

v.l.n.r. Prim. Dr. Gerfried Gratze, Ilse Schuster aus Wörterberg, Pflegedirektor Andreas Schmidt, Rosi Pieber, ÖA Dr. Wolfgang Stangl, Elisabeth Stangl, Stationsleiterin Christine Magyar

 

Die Onkologie- und Palliativstation in Oberwart feiert heuer das 15-jährige Bestehen. OA Dr. Wolfgang Stangl sagt: „15 Jahre bedeuten, dass wir mehr als 37.500 mal Chemotherapie verabreicht haben, mehr  25.000 Patientinnen und Patienten stationär aufgenommen haben. Und dass wir mehr als 1500 Menschen in der Palliativstation an ihr Lebensende begleitet haben.“ Im Tumorboard der KRAGES haben Ärztinnen und Ärzte der verschiedensten Fachrichtungen die Krebserkrankungen von 8000 Menschen besprochen, um die jeweils bestmögliche Therapie auszuwählen. Dr. Stangl: „Unser Motto ist: Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. Alles, was wir geleistet haben, funktioniert deshalb so gut, weil wir offen kommunizieren. Mit den Patientinnen und Patienten, aber auch in unserem multidisziplinären Team. Durch eine intensive Fortbildung, durch den Erwerb von Expertise und vor allem durch viel Mitgefühl gegenüber Patientinnen und Patienten sowie den Angehörigen kann man auch sehr schwere Belastungen bewältigen.“

Neben Ärzten und dem Pflegeteam sind an der Onkologie in Oberwart auch DiätologInnen, PsychotherapeutInnen und spirituelle BegleiterInnen im Einsatz. Die Station ist außerdem beim „Forum Palliativ“ (Vorträge und Podiumsdiskussionen in der Neuen Mittelschule Oberwart) involviert, an dem in den Jahren 2009 bis 2018 rund fünftausend Personen teilgenommen haben.

15 Jahre Tradition

Seit 15 Jahren spenden die Damen der Adventkranzrunde aus Wörterberg an die Onkologie Oberwart aus dem Verkauf selbst geflochtener Adventkränze. Die Damen sind heuer zum letzten Mal im Einsatz und damit geht eine wertvolle Tradition zu Ende.

Seitens der  Wörterbergerinnen heißt es rückblickend: „Diese Spendenaktion war uns ein Bedürfnis, weil die Stationen der Onkologie Tolles geleistet haben. Sie waren immer für unsere erkrankten Angehörigen und Freunde da. Der Verkauf der Kränze ist für einen guten Zweck und unsere Spende gelangt direkt dorthin, wo sie gebraucht wird – ohne Bürokratie oder sonstigen Zwischenstationen. Das ist uns sehr wichtig.“

Schockiert ist Agrar- und Konsumentenschutz-Landesrätin Verena Dunst über Meldungen, wonach polnische Tiefkühlerdbeeren auf dem Markt sind, die laut Experten Hepatitis A Erregerviren enthalten könnten.

Landesrätin Verena Dunst zeigt sich schockiert

 

Es soll schon 14 Erkrankungen deswegen geben, so Dunst. „Jeder von uns kann mit seinem Kaufverhalten unmittelbar auf seine Gesundheit einwirken. Unser burgenländischen Erzeuger liefern hervorragende saisonale Produkte. Beim Griff ins Regal trifft somit jeder nicht nur einen Entscheidung, die Wertschöpfung in der eigenen Region zu belassen, sondern viel mehr auch, dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun“, fährt Landesrätin Dunst fort. „Egal ob frisches oder tiefgefrorenes Obst und Gemüse – ein Blick auf die Herkunft lohnt sich immer. Es müssen nicht immer Erdbeeren oder Kirschen im Winter sein. Aus diesem Grund gibt es in Zusammenarbeit mit dem Familienreferat Burgenland einen ‚Regionalen Saisonkalender für Obst und Gemüse‘.“

Der Saisonkalender ist kostenlos über die E-Mailadresse mailto:familienland@bgld.gv.atzu beziehen. Darin enthalten sind die Saisonzeitpunkte für alle gängigen Obst- und Gemüsesorten.

Rund 600.000 Diabetes Erkrankte finden sich laut Bundesministerium für Gesundheit in Österreich - mit steigender Tendenz. Doch vielen ist nicht bewusst, was die Erkrankung nun tatsächlich bedeutet. Muss man auf Kaffee und Kuchen verzichten? Verkürzt Diabetes die Lebenserwartung? Oder sind das alles nur Horrorgeschichten? Ein Einblick in das Leben mit der Zuckerkrankheit.

Dr. Klaus Hohensinner, Susanne Anether und Viola Raith (Genericon Pharma),Dr. Gerhard Racz und Manfred Marlovits bei der Übernahme des Defibrillators

Das Gesundheitszentrum Oberwart (GHZ) ist endlich mit einem Defibrillator ausgestattet“, freut sich Initiator Dr. Klaus Hohensinner. Und fügt als wichtigen Appell für die Besucher hinzu: „Man kann nichts falsch machen, da das Gerät nur dann tätig wird, wenn tatsächlich ein Herzstillstand beim Patienten vorliegt. Also, keine Scheu davor, es auch anzuwenden. Es kann Leben retten.“ Der Defibrillator wird von der Firma Genericon Pharma zur Verfügung gestellt

...wenn es einen Stammzellenspender gibt. "Vor allem bei Kindern und Jugendlichen sind die Heilungschancen durch einen Spender fast bei 100 Prozent", sagt Walter Brenner vom Verein "Leben spenden". Doch die Chancen, den richtigen "Zwilling" zu finden, liegen bei 1: 500.000. Deshalb der dringende Aufruf: Lassen Sie sich typisieren. Es ist so einfach, ein Leben zu retten!

„Krebs durch Armut, Armut durch Krebs“ - wie dramatisch das Überleben Betroffener vom sozialen Umfeld abhängt, darüber berichtete Prof. Dr. Alexander Gaiger, Spezialist für Hämatoonkologie und onkologische Rehabilitation am AKH Wien, im Rahmen seines Vortrags beim „Forum Palliativ“ in Oberwart.

Dr. Klaus-Peter Schuh und Eva Marlovits vom Mobilen Palliativteam, Vortragende Bettina Pußwald und Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger und Moderatorin Christine Marold

 

Dass es die sogenannte „Zweiklassen-Medizin“ in unserem Lande längst gibt, ist nicht neu. Dass sich eine schwere Erkrankung im Erste-Klasse-Bett wahrscheinlich psychisch leichter ertragen lässt als im Vierbett-Zimmer, wird auch niemanden überraschen. Wie sehr allerdings soziale Ungleichheit, niedriges Einkommen und geringes Bildungsniveau die Überlebenschancen krebskranker Menschen drastisch vermindern – damit hat Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger die Besucher der 13. Auflage des „Forum Palliativ“ in Oberwart regelrecht aufgerüttelt. Und dass das Thema interessiert, konnte Veranstalter Dr. Klaus-Peter Schuh an den 220 Besuchern in der Aula der NMS Oberwart feststellen.
Krebs muss kein Todesurteil mehr sein, das ist die erfreuliche, bemerkenswerte Botschaft der Medizin anno 2018 – „dank zahlreicher neuer Therapien schaffen wir es, viele Patienten mit Tumorerkrankungen vor einem raschen Tod zu bewahren und sie in den Status der Chronifizierung zu begleiten“, so Gaiger. „Menschen sterben seltener am Krebs, sie sterben eines Tages mit dieser chronischen Krebserkrankung.“

„Einen Tumor zu besiegen, ist so hart, wie den Everest zu bezwingen“
Zahlen machen freilich betroffen: „Über 300.000 Menschen leiden in Österreich an einem Tumor, in zehn Jahren werden es über eine halbe Million sein“, zeichnet Prof. Gaiger ein düsteres Bild. „Und: Wir kennen in der Medizin zur Zeit über 1.000 verschiedene Tumorarten. Kein Krankheitsverlauf ist ähnlich – dafür begehen viele Patienten denselben Fehler, nämlich für jede Erkrankung eine Begründung zu suchen. Hauptsache, jemand hat Schuld, das ist in unseren Köpfen offenbar fest verankert!“

Dabei sei es viel wichtiger, keine Gründe für den Krebs zu suchen, sondern alle Kräfte zu sammeln, um zu überleben. „Seit 30 Jahren habe ich es jeden Tag mit Krebspatienten zu tun – und ich bewundere sie von Tag zu Tag mehr“, so Gaiger. „Einen Tumor zu besiegen, ist so anstrengend, wie den Everest zu besteigen. Es erfordert dieselben Strapazen, die sich ein Marcel Hirscher in einer ganzen Weltcup-Saison antut. Jeder dieser Patienten hat das Recht, von der Therapie müde zu sein.“

„Geld hilft, wenn man krank wird“
Und jetzt, so Gaiger, sollte sich jeder den Unterschied zwischen der 1-Million-Dollar teuren Rehabilitation eines Michael Douglas auf Hawaii und jener eines Langzeitarbeitslosen oder einer Mindestrentnerin vorstellen.

Wie unterschiedlich die Überlebenschance aufgrund seelischer und sozialer Faktoren sei, belegen laut Gaiger europaweit anerkannte Studien. „Bei gleichem Tumorstadium, gleichem Risiko und gleicher Behandlung ist die Sterblichkeitsrate bei Menschen mit geringem Einkommen und niedrigem Bildungsstandard zwischen 40 und 60 Prozent höher. Egal, ob bei Brust-, Darm- oder Prostatakrebs.“ Gaiger im Original: „Geld macht nicht glücklich, aber es hilft, wenn man krank wird. Weniger sozialer Standard bedeutet meist auch den vermehrten Hang zur Depressivität. Und das Schlimmste ist die Ignoranz der Gesellschaft. Arm und krank zu sein, darüber redet man doch nicht.“

Patientin kann Unterstützung gut brauchen
Und sie redet doch: Pamela Sitter-Trollmann, dreifache Mama (3, 6, 22), Ehefrau, seit zwei Jahren Krebspatientin. Zwei Jahre lebt die Burgenländerin zwischen Hoffen und Bangen. Und in Nöten. „Ohne die finanzielle Unterstützung der Krebshilfe wär‘s kaum gegangen. Ich bin der Geschäftsführerin, Andrea Konrath, unendlich dankbar.“
Trotz Chemotherapie, drei Operationen und Strahlentherapie ist es für die Lehr-Hebamme (noch) nicht möglich, in den Berufsalltag zurückzukehren. „Man hat ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Partner, den Berufskolleginnen – andererseits will ich in erster Linie gesund werden!“

Dass Rezeptgebühren, Honorarnoten für Ärzte sowie Kosten für Medikamente und Heilbehelfe das Familienbudget belasten, liegt auf der Hand. „Dazu müssen mein Mann und ich auch für die teilweise unumgängliche Kinderbetreuung bezahlen. Das belastet zusätzlich.“
Zwischendurch musste sich Pamela Sitter-Trollman Geld von der besten Freundin borgen. „Aber wir schaffen das, meine Familie und ich – auch wenn es nicht leicht ist.“

Beitrag aus Ausgabe 05/2018

„Goldgrube“ Apotheke? Dr. Gerhard Kobinger, Präsident der Steirischen Apothekerkammer, über Generika, Konkurrenz aus dem Online-Handel und eine drohende Verschlechterung der Gesundheitsversorgung.

Generika sind in Österreich seit Mitte der 1980er Jahre auf dem Markt. Wie sinnvoll sind sie für unsere Gesundheitsversorgung?
Generika kommen dann auf den Markt, wenn das Patent für ein Originalpräparat abgelaufen ist. Sie wirken nicht besser oder schlechter als Originalpräparate, gelten aber als Mittel zur „Preisdämpfung“ und helfen somit, ein leistbares Gesundheitswesen sicherzustellen.

Wir sprechen also von durchwegs positiven Aspekten?
Ja, auf den ersten Blick – zumindest für die Kunden. Als erfahrener Apotheker habe ich aber nicht unbedingt Freude mit der Vielzahl an identen Präparaten. Nehmen wir als Beispiel den Wirkstoff Pantoprazol, der als Magenschutz häufig verschrieben wird: Rund 15 verschiedene Firmen bieten Generika in zwei Wirkungsstärken sowie in drei verschiedenen Packungsgrößen an. Hat man als Apotheker lediglich Präparate von 12 Anbietern und das verschriebene gerade nicht auf Lager, braucht es eine telefonische Rückfrage beim Arzt bzw. eine Bestellung, was naturgemäß einen zweiten Besuch des Kunden erfordert. Dasselbe Thema kann auch bei Blutdrucksenkern oder Psychopharmaka auftreten, weil keine Apotheke alle Generika auf Lager haben kann.

Das klingt nach hohem Aufwand – und wie sieht der Weg aus dem Dilemma aus?
Er funktioniert nur mit dem nötigen Fingerspitzengefühl. Gibt der verschreibende Arzt sein „Okay“, kann das am Rezept vermerkt werden und der Patient erhält ein Medikament einer anderen Firma, das aber denselben Wirkstoff enthält und genau gleich anwendbar ist. Prinzipiell wird ein Arzt heutzutage meist Generika verschreiben, weil sie eben günstiger sind und genauso gut wirken wie das Original.

Früher einmal galt eine Apotheke als „Goldgrube“ – wie weit gilt diese These noch?
Diese Zeiten sind lange vorbei! Die Wandlung vom Erzeuger über den Logistiker bis zum modernen Gesundheits-Dienstleister ist längst erfolgt. Dass eine Apotheke im Schnitt 5.000 verschiedene Artikel, etwa 20.000 Packungen und einen Warenwert von rund 150.000 Euro lagernd hat, gilt als selbstverständlich. Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln haben wir eine Spanne von 15,4 Prozent, damit scheint klar, dass sich das Bestehen eines Unternehmens nur durch Umsätze im Privatbereich aufrechterhalten lässt. Beratungen unserer Kunden sind natürlich kostenfrei. Wird das Vergütungssystem jedenfalls nicht bald reformiert, wird in den nächsten Jahren ein Drittel der Apotheken große Probleme bekommen. In der Steiermark gibt es aktuell 197 Standorte, im Burgenland sind es 38.

Wie stehen Sie der Konkurrenz des Online-Handels bzw. dem möglichen Einstieg von Drogerieketten in den Markt gegenüber?
Naturgemäß skeptisch. In Österreich gibt es derzeit rund 40 Online-Anbieter, von denen nicht einmal fünf kostendeckend arbeiten. Online-Apotheken bieten jedenfalls keine direkte Beratung, keinen Nachtdienst und der Kunde hat mit Versandkosten und längerer Lieferzeit zu rechnen. Außerdem wäre ich bei Produkten aus dem Online-Bereich vorsichtig, da sie häufig aus dem Ausland kommen und möglicherweise gefälscht sind.

Dennoch ist die Online-Konkurrenz aufgrund von Preisnachlässen wohl nicht zu unterschätzen – wie kann die heimische Apothekerschaft reagieren?
Mit entsprechendem Service, persönlicher Ansprache und Stammkunden-Bindung. Was jeder Konsument bedenken sollte: Weniger Apotheken-Standorte, vor allem im ländlichen Bereich, bedeuten zwangsläufig eine schlechtere Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung.

Und jetzt bitte noch ein paar Tipps, wie man die letzten Wochen des Winters gut und gesund überstehen kann!
Eine Grippeimpfung macht für mich sehr viel Sinn, für diesen Winter ist es jetzt schon fast zu spät. Ich rate zu vernünftiger Lebensweise, also Bewegung an der frischen Luft, ausreichend trinken sowie genügend Schlaf und häufiges Händewaschen bzw. Desinfizieren. Natürlich macht auch die Einnahme von Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen Sinn, aber da fragt man am besten den Apotheker seines Vertrauens.

Interview aus Ausgabe 02/2018

Die Liebe aus dem Internet

Die Liebe aus dem Internet

Es ist eine lange Palette an Beweggründen, sich bei einem Dating Portal anzumelden. Es ist ein Kick, ein Spiel, eine Faszination. Es kann aber auch anstrengend, zeitraubend und deprimierend sein. Im Netz treffen sich Menschen mit den unterschiedlichsten Beweggründen. Diese Form des Kennenlernens ist okay – aber achten Sie auf Ihre Erwartungen.
Silvia MESSENLEHNER / 28. März 2019

Wir alle sind sexuelle Wesen - auch Kinder. Neben der Förderung ihrer sozialen Kompetenzen ist eine Förderung der sexuellen Entwicklung gleichermaßen wichtig - für ein gesundes und erfülltes Leben und auch zum Selbstschutz. Als Sexualpädagogin weiß Silvia Messenlehner aber, wie wenig Kinder dabei unterstützt werden.

Wann und wie soll man sein Kind aufklären?

Ab der achten Schwangerschaftswoche entscheidet sich bereits die Geschlechtszugehörigkeit durch das Hormon Testosteron. Der Erregungsreflex ist angeboren und bei allen Menschen vorhanden. Am Ultraschallbild sieht man auch bereits erste vorgeburtliche Erektionen. Sexualität ist also ab dem Zeitpunkt unserer Entstehung vorhanden und ist ab der Geburt ein Entwicklungs- und Lernprozess. Wer meint, das Thema Sexualität erst mit seinem Kind besprechen zu müssen, wenn es in die Pubertät kommt, der irrt.

Als Sexualpädagogin nehme ich aber immer wieder wahr, wie wenig über das Thema bekannt ist. Die Sexualität eines Kindes hat nichts mit der Sexualität eines Erwachsenen zu tun. Das muss man unbedingt trennen. Für Kinder ist es normal, sich am Penis oder an der Scheide zu berühren. Wenn ein Kind explorieren (erkunden) darf und ihm seine Eltern begleitend wichtige Informationen mitgeben, ist ein Aufklärungsgespräch nicht notwendig. Und noch etwas: Wenn Eltern in ihrer Sexualität stabil und gut verankert sind, geben sie bereits ein gutes Vorbild ab und wie wir wissen, orientieren sich Kinder am Verhalten, den Haltungen und Einstellungen der Eltern.

Bis zu welchem Alter darf man mit dem Kind baden?

Ein stabiles Kind, das in seinem Körper sehr gut verankert ist, zeigt im Normalfall selber die Grenzen auf. Und man soll sich da auf sein Gespür verlassen und aufmerksam sein.

Gestern noch war es vielleicht in Ordnung, ins Bad zu kommen, während die Tochter oder der Sohn unter der Dusche steht und am nächsten Tag, steht man plötzlich vor versperrter Tür. Es wichtig, diese Privatsphäre zu achten und sie nicht als lächerlich abzutun.

Achten und respektieren Erwachsene den Wunsch des Rückzuges des Kindes, unterstützen sie es in seiner Selbstsicherheit.

Sollen sich Eltern vor dem Kind überhaupt nackt zeigen?

Ab dem 2. Lebensjahr beginnt beim Kind die Phase der Geschlechtszugehörigkeit. Das Kind entdeckt, dass Mama und Papa anders aussehen. Es ist neugierig und vergleicht sich selber, um sich eben einem Geschlecht zuzuordnen und zugehörig zu fühlen. Die Identitätsbildung (ich bin ein Bub/Mädchen) setzt ein und es muss auch einen Stolz entwickeln dürfen auf sein eigenes Geschlecht.

Eltern, die selbstsicher und stabil in ihrem eigenen Körper verankert sind, zeigen sich auch nackt und zeigen damit dem Kind, dass der Körper in Ordnung ist. Aber auch hier gilt wieder, die Bedürfnisse, Grenzen und die Privatsphäre des Kindes zu respektieren. Wichtig ist auch, das Kind nicht zu überfordern.

Wer soll aufklären – Vater oder Mutter?

Beide sollen begleiten, denn beide prägen das Kind in ihrer Vorbildwirkung.

Wie vermittle ich meinem Kind ein gutes Körperbewusstsein?

Jeder Mensch hat eine Abbildung aller Körperteile im Gehirn – im sensomotorischen Kortex. Es braucht viele Wiederholungen, um diese Abbilder zu speichern.

Mit positiven Reaktionen der Eltern auf das Explorieren, wenn das Kind seinen Körper entdecken will, wird dieses Körperbild gefestigt und gespeichert und es erzeugt eine gute Körpererfahrung. Ich empfehle Eltern, von Anbeginn weg mit dem Kind zu reden. Also, beispielsweise beim Wickeln die Geschlechtsorgane richtig zu benennen. Kosenamen dürfen natürlich auch sein.

Wenn Eltern den Kindern zeigen, wie man sich wäscht, vermitteln sie, dass es wichtig ist, auf seinen Körper zu achten und ihn zu pflegen – denn er ist einzigartig.

Eltern müssen aber auch die Grenzen wahren, wenn ein Kind etwas nicht will (z.B. ein Bussi geben). Es ist wichtig, Kindern zu zeigen, dass sie auch NEIN sagen dürfen. Dadurch werden sie in ihrer Selbstsicherheit gestärkt, können sich schützen und lernen Entscheidungen zu treffen.

Ein NEIN des Kindes soll nicht zu einer Kränkung der Bezugsperson führen. Das Kind soll lernen, seine Grenzen wahren zu dürfen. Die beste Haltung, die Eltern ihren Kindern vermitteln können, ist: Was ich kenne und schätze, kann ich schützen!

Beziehungskrisen sind für beide Partner belastend. Jeder leidet still vor sich hin. Die gegenseitigen Anfeindungen und Vorwürfe werden immer schlimmer. Der Gedanke an eine Paartherapie kommt auf. Doch viele scheuen sich davor, sich einem Fremden zu öffnen und haben auch falsche Vorstellungen. Damit räumen wir auf.

Wann ist es ratsam, eine Paartherapie zu machen?

Vereinfacht gesagt: Meistens dann, wenn die eigenen Lösungsstrategien nicht wirksam sind. Wenn die Probleme überhand nehmen und sich ein Gefühl der Hilflosigkeit und Lähmung breitmacht. Wenn Kränkungen an der Tagesordnung stehen und man sich die Frage stellt: Wie soll es weitergehen?

In solchen Situationen kann eine Paarberatung helfen, den eigentlichen Ursachen auf den Grund zu gehen und einen Blick auf die Gesamtheit der Beziehung zu werfen.

Bringt es etwas, wenn ein Partner eine Therapie will, der andere aber nicht?

Das ist sicher sinnvoll. Es bietet die Möglichkeit einmal alleine darüber zu reden und zu reflektieren und Lösungen zu definieren. Diese nimmt man nämlich in die Beziehung mit hinein. Wenn man sich oder eine Situation verändert, wirkt sich das auch auf den Menschen an seiner Seite aus.

Der Partner wird die Veränderung auch merken! Und es gibt immer die Möglichkeit, dass er ab einem späteren Zeitpunkt zu den Sitzungen dazukommt.

Viele kommen ja mit dem Wunsch, dass sich der Partner bzw. die Partnerin ändern muss. Was raten Sie diesen Klienten?

Eine Paarberatung ist keine Reparaturwerkstätte, in der man seine alte Beziehung abgibt und eine neue bekommt.

Sie ist auch keine Reparaturwerkstätte für den jeweils anderen Partner. Es geht niemals darum, den Partner zu verändern. Beide Beteiligten sollten aktiv an dem Beziehungsproblem arbeiten, um die Beziehung so zu verändern, wie BEIDE es wollen. Wichtig ist auch, aus der Schuldfrage auszusteigen.

Niemand hat Schuld, beide haben zur Situation beigetragen. Das Problem des einen ist auch das Problem des anderen!

Was ist das Ziel einer Paartherapie?

In Sitzungen von eineinhalb Stunden haben beide Partner – unter Anleitung des Therapeuten bzw. der Therapeutin – genügend Zeit und Raum, ihre Anliegen in Ruhe zu formulieren. Dies passiert unter anderem durch Kommunikationsregeln, die für einen geschützten und wertschätzenden Rahmen sorgen.

Es geht um das ICH, das DU und das WIR. Es geht in der Paartherapie nie um die Wiederherstellung eines früheren Zustandes, auch wenn sich viele Paare das wünschen. Es geht um Weiterentwicklung.

So können Beziehungskrisen bewältigt werden. Das öffnet den Weg zu einem neuen Miteinander. Das Ziel ist immer auch, ein gemeinsames Ziel zu definieren.

Wie oft sollte man zum Therapeuten gehen?

Eine erfolgreiche Paarberatung braucht einmal als Grundvoraussetzung die Bereitschaft und den Willen BEIDER Parteien. Nur dann kann das gemeinsam Definierte erreicht werden! Ablauf und Intensität richten sich nach dem Anliegen der Beteiligten und dem gemeinsam definierten Ziel. Es geht auch darum, dass das Paar sich unter Anleitung und mit Unterstützung eines Therapeuten auf einen gemeinsamen Suchprozess einlässt.

Das Problem muss erfasst und verstanden werden, um dann angemessene Lösungsschritte zu erarbeiten. Da gibt es keine konkrete Zeitangabe.

Was ist der erste wichtige Schritt, den man setzen kann, um aus der Beziehungskrise zu kommen?

Der Mensch hat ein unheimliches Sicherheitsbedürfnis. Es braucht Mut und Kraft, ehrlich hinzusehen und Gefühle auch an- und auszusprechen. Seien Sie mutig und sprechen Sie bewusst und ehrlich mit Ihrem Partner über Ihre Ängste und über die Probleme, die Sie in der Beziehung haben. Aber machen Sie keine Vorwürfe oder Schuldzuweisungen!

Die Auseinandersetzung mit dem Beziehungsproblem führt zu einem Wandlungsprozess. Die Beziehung entwickelt sich weiter und kann verschiedene Ebenen erreichen. Sie wird zwar nicht mehr „die alte“. Ihre Beziehung wird anders – und vielleicht auch besser, tiefer und inniger werden, als sie war. Das ist die Chance auf ein erfülltes Leben zu zweit. Und wenn noch ein Funken an Liebe da ist, zahlt es sich immer aus zu investieren.

Ein Seitensprung verändert in einer Beziehung meist alles. Für den Betrogenen ist die Welt plötzlich aus den Fugen geraten. Aber auch der Partner, der fremdgeht, ist oft in einem Dilemma. Eine Standard-Lösung gibt es nicht - aber ein paar wichtige Erfahrungswerte dazu.

Wann ist ein Seitensprung für die Beziehung gefährlich?

Grundsätzlich geht es dabei um die Frage, ob es sich „nur“ um Sex handelt oder ob es um eine Bindung zu einem anderen Menschen geht. Beim klassischen Seitensprung steht grundsätzlich schneller Sex im Zentrum. Die Beziehung zum Partner kann deswegen trotzdem gut funktionieren.

Beginnt beim Fremdgehen aber das Kuscheln, wünscht man sich mehr Zeit miteinander und beginnt Probleme zu besprechen, geht es bereits in Richtung Bindung. Die Treffen werden intensiver mit immer kürzeren Abständen. Man fühlt sich besser verstanden als vom eigenen Partner.

Die Gefühle spielen verrückt, man ist verwirrt, verunsichert und weiß nicht, was man machen soll. Lügen und Heimlichkeiten dominieren das Leben. Es ist ein Kick, aber auch gleichzeitig eine Belastung. Man kommt in eine Konfliktsituation.

Soll man einen Seitensprung gestehen?

Gestehen oder nicht? Immer wieder erlebe ich, dass ein einmaliger Seitensprung passiert ist und bereut wird. Viele kommen mit dem schlechten Gewissen nicht zurecht und gestehen dem Partner ihren Ausrutscher. Tut man dies, muss man sich dessen bewusst sein, dass man den Partner damit enorm belastet und in eine Krisensituation stürzt. Meist verursacht ein solches Geständnis Ängste, Verletzungen und die Beziehung wird auf den Kopf gestellt. Der geständige Partner hat sich selber reingewaschen und erwartet eine Absolution. Die Verantwortung wird an den Betrogenen abgegeben. Eine Krise hat immer zwei Seiten: das Belastende, aber auch die Chance auf etwas anderes.

Entweder die Beziehung endet, weil der Vertrauensbruch zu groß erlebt wird oder beide nutzen die Chance, dahinter zu sehen, zu verstehen, zu reflektieren und Altes aufzubrechen, um sich wieder gemeinsam neu zu definieren. In diesem Fall nutzen sie die Krise als Entwicklungschance.
Verzeihen ist aber eine Voraussetzung, damit der Neubeginn auch funktionieren kann.

Wenn das Verzeihen unmöglich ist oder die Außen-Beziehung immer noch eine Rolle spielt, ist eine Versöhnung und ein Zueinanderfinden zum Partner nicht möglich. Es braucht die aktive Bereitschaft beider Partner, ihre Beziehung neu zu gestalten. Aber seien Sie sich dessen bewusst, dass es auch Zeit braucht, damit die Verletzungen und Kränkungen heilen und wieder Vertrauen entstehen kann.

Der Partner geht fremd! Was soll man tun?

Viele wollen nicht wahrhaben, dass der Partner fremdgeht. Sie beschreiben die Situation wie einen Schockzustand und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Die meisten suchen dann Beweise – kontrollieren Mails, Handy und den Tagesablauf des Betroffenen. Manche stellen sich selbst in Frage und suchen die Schuld bei sich.

Und andere wollen den Partner bestrafen. Sexentzug ist eine Folge. Sie behandeln ihn herablassend oder demütigen ihn im Freundeskreis mit bösartigen Äußerungen.

Wie man reagiert, hängt von den Konfliktbewältigungsstrategien ab, die man im Laufe seines Lebens erlernt hat. Der beste Weg ist, die Heimlichtuerei zu durchbrechen und die Sitution ansprechen. Doch das erfordert Mut. Der betrogene Partner will Gewissheit, traut sich aber oft nicht, der Wahrheit ins Gesicht zu blicken.

Viele haben Angst vor der Antwort, wenn sie ihren Partner mit dem Verdacht oder Beweisen konfrontieren. Also gehen die Heimlichkeiten weiter. Wichtig ist: Jeder Menschen kann seine Bewältigungsstrategien erweitern. Professionelle Hilfe (Paartherapie) kann eine wertvolle Unterstützung sein, um diese Krise zu bewältigen und Entscheidungen treffen zu können.

Wann merkt man, dass man den Partner verloren hat?

Wenn einer der Partner nicht bereit ist, an der Beziehung zu arbeiten und sich nicht mehr einbringt, ist es schwierig, die Krise als Chance zu sehen.

Die Gründe sind unterschiedlich. Vielleicht ist aus der Affäre eine Beziehung entstanden, die man nicht aufgeben will. Vielleicht ist die Affäre aber auch nur Auslöser dafür gewesen, um aufzuzeigen, dass in der Beziehung daheim vieles nicht stimmt und man längst getrennte Wege gehen möchte.

Verloren hat man den Partner auch, wenn das Verzeihen unmöglich ist. Dann sollte jeder für sich die Chance auf einen Neuanfang nutzen.

Fremdgehen! Männer tun es - Frauen ebenso. Natürlich spielt der Sex dabei eine große Rolle. Aber nicht immer geht es nur darum. Die Gründe sind oft komplexer und erfordern Mut von den Betroffenen, genauer hinzusehen. Und nicht immer muss es das Ende einer Ehe bedeuten.

Fritz ist ein notorischer Fremdgeher. Er meint, mit seiner Ehe hat es nichts zu tun. Er liebe seine fleißige Frau, die es nicht verdient, verlassen zu werden. Sie haben sich ein gemeinsames Leben mit Kindern aufgebaut. Er arbeitet viel und belohnt sich mit Sex mit anderen Frauen. Da diese selbst in festen Beziehungen leben, gibt es auch keine Ansprüche. Gleich vorweg: Fremdgehen ist nicht gleich Fremdgehen. Nicht immer steht der Sex – wie bei Fritz – im Vordergrund. Die Gründe sind viel komplexer und tiefgründiger.

Fremdgehen als Ausdruck einer Beziehungskrise?

Elfriede lebte in einem gesicherten sozialen Umfeld. Aber trotzdem war sie unglücklich. Sie konnte es aber nicht benennen. Der Sex, das Begehren und die Aufmerksamkeit in der Ehe waren für sie unbefriedigend. Sie hatte wechselnde Sexpartner. Vor sich selber rechtfertigte sie die außerehelichen Beziehungen als Ausgleich zu dem, was sie Zuhause nicht bekam: Lust, Leidenschaft und das Gefühl der Verliebtheit. Sie war unglücklich und suchte deshalb Trost im Sex mit anderen Männern. Ein Seitensprung ist oft Medizin für die Seele und befriedigt unbewusst die Sehnsucht und Bedürfnisse.
Aber Elfriede musste sich schließlich eingestehen, dass diese Kontakte unbefriedigend waren und ihr Problem nicht lösten. Erst als sie genauer hinsah, erkannte sie, wie belastend ihre Ehe für sie war und dass es enorme Schieflagen gab. Für sie und ihren Mann gab es keine Gesprächsbasis mehr und auch keine Bereitschaft, daran zu arbeiten. In diesem Fall war die Trennung die Chance für beide auf etwas Neues.

Feuer und Flamme

Der Mensch sucht das Gefühl des Begehrens, der Verliebtheit, das Liebesgeflüster, das Geheime, den neuen Anreiz. Das verliert sich in einer längeren Beziehung leider. Deshalb muss daran immer wieder bewusst und aktiv investiert werden. Bedenken Sie, dass auch eine neue Beziehung irgendwann die Spannung verliert.
So wie bei Gerhard. Er trennte sich von seiner Frau, stellte die neue Partnerin in den Vordergrund – auch vor seine Kinder. Aber nach zwei Jahren war auch das zu Ende. Eine süße Pille mit bitterem Ende. Gerhard ist ein ewig Suchender nach der Spannung und dem Knistern in seinem Leben. Würde er in seine aktuelle Beziehung investieren, könnte er diese Suche aufgeben und eine erfüllende Beziehung führen – sofern es noch ein Fundament gibt, auf das man aufbauen kann. Elfriede und Gerhard zeigen nur zwei Beispiele der unendlich vielen Gründe für das Fremdgehen auf.

Nicht gleich trennen

Ist ein Seitensprung gleich das Ende einer Beziehung? Bei vielen Paaren ist es ein unverzeihlicher Fehltritt. Besonders dann, wenn es nicht nur um Sex geht, sondern wenn daraus eine Beziehung entstanden ist.
Aber es muss nicht immer das Ende einer Ehe oder Lebensgemeinschaft bedeuten. Viele Paare kommen in die Paarberatung und wollen, dass es wieder so wird wie früher. Meine Antwort: Wie früher wird es nicht, aber es kann anders werden – vielleicht sogar besser als vorher. In jedem Fall kann es eine Chance sein, sich als Paar neu zu definieren. Das braucht aber eine klare Entscheidung für den anderen – und das Schließen aller anderen Türen.

Beziehung bedeutet Investieren und das kann auch mitunter mühevoll sein, denn das Hinsehen löst Angst und Unsicherheit aus. Aber es bedeutet auch, die Chance zu haben, etwas aktiv verändern zu können. Denken Sie immer daran: Wenn Sie sich in der Beziehung schlecht fühlen, können Sie davon ausgehen, dass es Ihrem Partner/Ihrer Partnerin nicht besser geht. Die Lösung kann also nur lauten: Reden Sie miteinander und nehmen Sie sich dafür bewusst Zeit!

Anregungen für ein Gespräch miteinander

Stellen Sie sich und Ihrem Partner/Ihrer Partnerin folgende Fragen:
Wie fühlen Sie sich in Ihrer Paarbeziehung?
Was finden Sie anziehend, erotisch an dem Menschen an Ihrer Seite – und vor allem: weiß er/sie das auch?
Sprechen Sie über Ihre sexuellen Wünsche und Bedürfnisse?
Reden Sie überhaupt über Sex und über Ihre Beziehung?
Was wünschen Sie sich ?
Hören Sie Ihrem Partner zu und kennen Sie seine/ihre Wünsche und Bedürfnisse?
Fragen Sie danach?

Eine Beziehung muss leben! Paare müssen miteinander „spielen“, und es braucht das aktive Miteinander von beiden.
Seien Sie mutig und reden Sie mit Ihrem Partner, wenn Sie sich unzufrieden in der Beziehung fühlen. Jede Reaktion ist besser als Schweigen.

In der vorigen Ausgabe habe ich den Schwerpunkt auf die Frauen und ihre Lust im Alter gelegt. Ob und wie sexuell aktiv eine Frau bis ins hohe Alter ist, entscheidet jede für sich selbst. Alles ist möglich und völlig ok. Diesmal stehen die Männer im Fokus.

Männern wurde seit jeher die Lust auf Sex zugestanden. Man(n) kann immer – so ist die allgemeine Vorstellung. Doch wie ist das im Alter?

Männer haben eine kürzere Lebenserwartung als Frauen, sind aber meistens länger sexuell aktiv. Zwischen dem 18ten und 25sten Lebensjahr ist der Mann am aktivsten – die Sexualhormone haben ihren Höchststand. Dann beginnt er langsam „abzubauen“. Im Laufe der Jahre verändert sich natürlich der Körper. Auch die Geschlechtsorgane sind dieser Veränderung unterworfen. Der Hormonhaushalt verändert sich, Erektionen entwickeln sich langsamer. Man(n) braucht mehr Reize und Stimulation, um zum Höhepunkt zu kommen, der Penis verliert an Elastizität und auch die Sensibilität nimmt ab.

Dieses Älterwerden wird für viele als eine Bedrohung ihrer Männlichkeit gesehen. Sie nehmen wahr, dass der Penis, die Erektion oder der Samenerguss nicht mehr so „funktionieren“ und können damit nicht oder nur schwer umgehen.

Es gibt viele Einflussfaktoren, die die Lust des Mannes beeinflussen können und über die er Bescheid wissen sollte.

Der männliche Wechsel

Manche Männer kommen mit zunehmendem Alter in eine Art von Wechseljahre, denn auch der Mann ist einer Hormonveränderung unterworfen. In dieser Zeit nimmt die Testosteron-Produktion ab und das kann einen Rückgang der Libido bewirken. Symptome der Lustlosigkeit, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, um nur einige zu nennen, sind die Folge. Viele sind sich dessen nicht bewusst und können ihre Stimmung nicht zuordnen.

Gesundheit

Was auf das Lustempfinden ebenfalls Einfluss hat, sind Krankheiten, die meist im zunehmenden Alter auftreten.Medikamente werden eingenommen, die sich auf die Libido und die Erektion auswirken können. Bei Erektionsstörungen sollte deshalb zuerst eine medizinische Abklärung erfolgen.

Alles ist möglich

Im Gegensatz zur Frau sind Männer in der Selbstbefriedigung aktiver. Experten raten sogar einige Male in der Woche zur Selbstbefriedigung, um die Prostata gesund zu erhalten.

Fritz (66,) ist seit 44 Jahren verheiratet. Er hat immer Lust, seine Frau allerdings nicht. Sie leben schon lange keine gemeinsame Sexualität mehr. Fritz hatte Sexbeziehungen mit anderen Frauen, die ihn auf Dauer aber in Stress brachten. Er liebt seine Frau und möchte nicht, dass sie nur ihm zuliebe Sex mit ihm hat. Also unterdrückt er sein Bedürfnis oder macht Selbstbefriedigung.

Gerda (60) und Josef (80) sind seit 40 Jahren ein Paar und sie sind nach wie vor sexuell aktiv – obwohl beide gesundheitlich beeinträchtig sind. Es hat sich zwar im Alter verändert, aber sie begegnen sich nach wie vor.

Rudolf hatte mit 62 eine Prostata-Operation. Er war mit seiner Frau bis dahin sexuell aktiv – nun ist er in der Erektion eingeschränkt. Sie haben viel darüber geredet und Neues entdeckt. Beide sind zufrieden und glücklich.

Kurz gesagt

Sofern sie keine körperlichen Beeinträchtigungen haben oder Nebenwirkungen von Medikamente dies verhindern, kann die Mehrzahl der Männer Sex bis ins hohe Alter haben und ihn auch genießen. Aber auch dann gibt es Hilfe und Möglichkeiten, Lust zu erleben.

Sie können auch im Alter neue, andere Techniken lernen und Ihr Wissen erweitern!

Ihr Körper verändert sich, akzeptieren Sie das! Ihre Partnerin/Ihr Partner durchläuft auch eine Veränderung, aber sprechen Sie darüber. Das unterstützt und entlastet und Sie haben die Möglichkeit, Ihre Beziehung neu zu gestalten und zu definieren (wie Rudolf nach der Prostata-OP).

In der Sexualität ist es wie mit Ihrem Körper: Um sie zu erhalten, muss sie trainiert werden. Also geben Sie Ihrer Sexualität genügend Raum und Zeit und genießen Sie sich selbst!

Als sexuelle Wesen und als Menschen mit Bedürfnissen gehört Sex zu unserem Leben dazu. Auch älter werdende Menschen haben Bedürfnisse und die Sehnsucht nach Nähe und Körperkontakt. Dafür gibt es kein Ablaufdatum. Ob und wie lange Sie das möchten, entscheiden Sie selbst.

 

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Liebe, Sex & Co

Sex hat kein Ablaufdatum

Sex im Alter - ist das angebracht? Vor allem Frauen halten ihr Bedürfnis danach geheim, da in der Gesellschaft die Meinung vorherrscht – im Alter darf das nicht mehr sein. Doch Fakt ist: Der Mensch ist ein sexuelles Wesen mit körperlichen Bedürfnissen. Ein Leben lang!

Helene ist 73, ihr Mann ist vor vier Jahren gestorben, seither lebt sie alleine. Sie erzählt, wie toll er im Bett war. Sie vermisst ihn noch immer. Aber nachdem die Trauer abgeklungen war, verspürte sie einfach wieder das Verlangen nach Sex. Sie datet Männer und ist wieder sexuell aktiv. Aber niemand weiß davon. Schon gar nicht ihre Familie. Sie meint, dass diese nicht verstehen würde, dass sie in ihrem Alter noch sexuelle Bedürfnisse habe.

So wie Helene geht es vielen Frauen, die ein Leben lang sexuell aktiv waren. Sie haben auch im Alter ein Bedürfnis nach Sex. Da Frauen aber eine höhere Lebenserwartung als Männer haben, gibt es oft keine Partner in ihrem Alter. Der Partnersex hört dann meist ungewollt auf und viele Frauen trauern dem nach. Sie vermissen außerdem die Berührungen und Zärtlichkeiten.

Männermangel? Dann halt Selbstbefriedigung

Selbstbefriedigung ist eine Art der Sexualität und ermöglicht es bis ins hohe Alter, die sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen und Erregung und Lust zu verspüren. Auch im Alter kann Frau eine Beziehung zu ihrem Geschlecht aufbauen und sich kennenlernen.

Neben denjenigen Frauen, die immer sexuell aktiv waren und Sex auch im Alter möchten, gibt es viele, die ihr Leben lang weniger oder nie Spaß an Sex hatten. Für sie ist es eine Erleichterung, wenn der Sex im Alter aufhört.

So wie Klara. Ihr Mann stellt sexuelle Ansprüche, aber sie möchte nicht mehr und fragt im Zuge einer Therapiestunde, wann „es“ denn endlich aufhört? Aber ich muss sie enttäuschen. Wir Menschen sind sexuelle Wesen von der Geburt bis zum Tod. Sex kennt keine Altersgrenze. Viel eher entscheidet der Spaß am Sex und wie man ein Leben lang damit umgegangen ist, darüber, wie und ob man Sex auch im Alter genießt. Beides ist natürlich völlig in Ordnung!

Einflussfaktoren

Das ganze Leben unterliegt Veränderungen. Aber besonders im Älterwerden verändert sich natürlich einiges, das auch den Sex beeinflusst. Der Körper verändert sich und manche sind von Krankheit betroffen (OPs, Diabetes, Depressionen, Krebs, Erektionsstörungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, uvm.). Bei vielen Frauen ist die Lubrikation (Feuchtwerden der Scheide) nicht mehr so vorhanden. Das erzeugt Schmerzen beim Eindringen des Penis – das wirkt sich auf die Lust und die Erregung aus und erschwert eine genussvolle Sexualität. Und auch Hormonschwankungen haben Einfluss auf den Sex, da sie psychische und physische Unstimmigkeiten verursachen können. Diese Einflussfaktoren müssen berücksichtigt werden, wenn es darum geht, mit den Veränderungen im Alter und mit den Auswirkungen auf die Sexualität zurechtzukommen.

Sex im Wechsel

Die Annahme, dass mit dem Wechsel der Frau auch der Sex aufhört, stimmt nicht. Helene war immer sexuell aktiv. Sie liebt es, Sex zu haben und hat tolle Orgasmen. Aber sie hatte Angst, dass mit dem Wechsel auch die Lust aufhört. Dann war es soweit. Die Regel blieb aus und sie wartete auf die Lustlosigkeit! Doch siehe da – mittlerweile ist sie schon viele Jahre in ihrer neuen Lebensphase und genießt den Sex nach wie vor. Sie meint, dass dieser sogar noch besser sei. Die Fähigkeit, sexuell erregt und lustvoll zu sein und einen Höhepunkt zu erleben, bleibt auch nach der Menopause erhalten!

Sie entscheiden

In der heutigen Zeit ist es sicher eine Herausforderung, den älter werdenden Körper auch anzunehmen. Aber der Mensch ist ein sexuelles Wesen und Lust und der körperlicher Genuss gehören zu unserem Leben dazu. Sex ist mehr als nur Geschlechtsverkehr. Es geht darum, mit allen Sinnen zu genießen und wahrzunehmen. Sexualität ist eine lebenslange Entwicklung und ein permanenter Lernprozess. Erlauben Sie sich Sex auch im Alter und genießen Sie ihn.

Doch es ist auch völlig in Ordnung zu sagen „ich bin fertig damit“. Es kann auch eine Erleichterung sein, damit abzuschließen. So, wie Sie es praktizieren, passt es! Es gibt kein Richtig oder Falsch.

„Die Brutalität der Übergriffe nimmt zu“

„Die Brutalität der Übergriffe nimmt zu“

Erst wenige Wochen ist das Jahr 2019 alt, und acht Frauen wurden brutal ermordet. Die Bundesregierung will Gewaltdelikte stärker bestrafen und Maßnahmen für mehr Opferschutz einführen. Walter Reiss hat mit Karin Gölly, Leiterin des Gewaltschutzzentrums (GSZ) Burgenland, gesprochen – über Ängste und was das Gerede im Ort auslösen kann. Vor allem geht es um die wichtige Botschaft an betroffene Frauen, sich Hilfe zu holen. Die Beratungen im Gewaltschutzzentrum sind anonym und kostenlos!
Walter REISS / 1. März 2019

Sie war die erste Frau im burgenländischen Landtag und war als Politikerin dafür bekannt, dass sie auch mal ordentlich auf den Tisch haute: Christa Krammer (SPÖ) war Landesrätin, Gesundheitsministerin, Nationalratsabgeordnete und Volksanwältin. Mit Journalist Walter Reiss redet sie über Frauen an der Parteispitze, Machtmänner und warum eine gute Schulbildung so wichtig ist.

Rede & Antwort

Unser Mann in Havanna

Seine Kindheit und Schulzeit hat Stefan Weidinger in Güssing verbracht. Dann trieb es ihn sozusagen in die Welt hinaus. Für die kommenden fünf Jahre wird er nun mit seiner Familie in Havanna ein Zuhause finden, denn er wurde erst vor wenigen Tagen zum Botschafter der Republik Österreich für diesen Inselstaat bestellt. Wohlgemerkt - nur einer seiner Zuständigkeitsbereiche. Walter Reiss hat mit dem gebürtigen Burgenländer über Weltpolitik geredet, über unberechenbare Staatschefs und - über Bohnensterz.

An die regelmäßigen Besuche bei seiner Großtante Margit kann sich Sacha Batthyány noch gut erinnern. Es gehörte einfach zu den Familienritualen. Erst als Erwachsener erfuhr er vom Massaker in Rechnitz im März 1945, vom Fest seiner Tante Margit mit den Nazis in ihrem Schloss und von den 180 Juden, die in jener Nacht ermordet wurden. Sacha Batthyány hat sich mit seiner Familiengeschichte auseinandergesetzt und das Buch „Und was hat das mit mir zu tun?“ geschrieben. Walter Reiss hat den Journalist und Autor zu einem sehr offenen Gespräch getroffen.

Für die Lösung der Probleme des Südburgenlandes sollte er eingesetzt werden. Seither sind fast zwei Jahre vergangen. Walter Reiss im Gespräch mit Südburgenland-Manager Werner Unger über politische Mascherl, Ziele und was man auch ohne Budget erreichen kann.

Bald 20 Monate lang sind Sie nun Südburgenland-Manager. Im ersten Jahr haben Sie 600 Gespräche geführt, wie viele sind es jetzt?

Werner Unger:  920.

Manager werden ja daran gemessen, was sie zustande bringen: Wie viele neue Arbeitsplätze sind durch Ihre Mitwirkung geschaffen worden?

Werner Unger: Da würde ich sagen: So um die 120. Und ich muss feststellen, dass das wesentlich mühsamer und aufwändiger ist, als ich jemals gedacht hätte.  Es gilt hier, geduldig und beharrlich mit Firmen zu verhandeln. Es wäre schön, wenn manche Standortentscheidung schneller fallen könnte. Da ist mir die Schlagzahl zu gering.

Früher Manager bei Coca Cola und nun Südburgenland-Manager: Sind das zwei Paar Schuhe?

Werner Unger: Ja. Aber ich habe schon gewusst, worauf ich mich da einlasse. Und ich wurde ja nicht gezwungen, diesen Job zu machen. Ich glaube fest daran, dass wir in dieser Region etwas weiterbringen, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen und wir uns nicht gegenseitig aufstacheln oder ständig jammern, was alles nicht geht. Ich musste lernen, dass alles ein wenig langsamer geht.

Ihre vielen Gespräche führen Sie mit Landespolitikern, Bürgermeistern, Firmenchefs, Konzernvertretern und Beamten. Wer sind die schwierigsten Partner?

Werner Unger: Das Herausforderndste ist die Kommunalpolitik: Da gilt es, über Gemeindegrenzen hinweg Verständnis für die großen Zusammenhänge zu schaffen. Das sind oft sehr langwierige Gespräche, aber ich muss sagen: Kein Gespräch war sinnlos. Ich erlebe die Gemeindepolitiker mir gegenüber als sehr offen, egal von welcher Partei sie kommen. Man fühlt sich nicht gleich abgestempelt. Ich weiß schon: Man hat nicht gerade auf mich gewartet. Und ich bin nicht der Wunderwuzzi, der alles lösen wird. Manchmal erlebe ich die Haltung: „Was will der denn da?“. Und dann stellt sich oft heraus, dass ich doch mithelfen konnte, gute Kontakte zum Land herzustellen.

Sind Sie da nicht eher mehr Kommunikator als Manager? Sie können über keine einzige Betriebsansiedlung entscheiden, verfügen nicht über Macht, Budget und Förderungen. Was und wo ist da Ihre Kompetenz, irgendwo zwischen Landespolitik, Gemeinden, Burgenlandholding oder Regionalmanagement Burgenland?

Werner Unger: Entscheidungen im Sinne eines Managers habe ich hier nicht zu treffen, die Politik schafft die Rahmenbedingungen. Und doch bin ich mehr als nur Kommunikator. Meine Aufgabe ist es, Lösungsvorschläge zu liefern. Oft wüsste ich schon das Ziel, aber die anderen sehen es noch nicht. Wie Sie schon gesagt haben, verfüge ich über kein Budget. Ich werde manchmal gefragt: „Wie viel Geld hast du für uns?“ Meine Antwort: „Ich gebe kein Geld her, habe aber auch keines“. Wenn schon die Anfrage verrät, dass es nur um Geld geht, ist das Gespräch schnell wieder beendet.

Gerade deshalb ist vielen Leuten noch immer nicht klar, wo eigentlich Ihre Befugnisse liegen, was Sie konkret tun, was Sie bewirken oder durchsetzen können.

Werner Unger: Ja, aber mit der Zeit kennt man mich und meine Arbeit immer besser. Gerade durch die schon erwähnten vielen Gespräche. Das Hauptaugenmerk liegt darin, Betriebe anzusiedeln. Dann folgen Schaffung und Optimierung von Infrastruktur: Etwa die Nutzung der vom Land erworbenen Bahnstrecken Friedberg – Oberwart oder Oberwart – Großpetersdorf. Lokale Betriebe brauchen die Bahn. Auf meine Initiative hin werden etwa die ÖBB und das Land Steiermark in die über Jennersdorf laufende internationale Achse Szentgotthard – Graz investieren.

Die Zeiten mit dem Füllhorn der Ziel-1 Förderungen sind vorbei. EU-Mittel – wenn auch etwas weniger – soll es weiterhin für das Burgenland geben. Trotzdem hält sich hartnäckig eine Art Südburgenland-Komplex: Der Norden wird bevorzugt, der Süden bleibt über.

Werner Unger: Grundsätzlich zu den Förderungen: Oft wurden Projekte nur deshalb gemacht, weil es Fördermittel gab. Das war meist kurzlebig und nicht nachhaltig. Zur Nord-Südproblematik: Der Norden verfügt schon durch die Nähe zu Wien über eine ganz andere Infrastruktur. Das ist Faktum. Was ich hier im Süden kritisiere, ist einerseits die Neigung zum Jammern und andererseits die mangelnde Bereitschaft, über Grenzen hinaus zu denken. Man ignoriert zum Beispiel die Nähe der Stadt Szombathely/Steinamanger. Wir sollten großräumiger denken.

Erwartungen werden ja oft mit Personen verknüpft: Seit so gut wie fix ist, dass SPÖ-Shootingstar und Landesrat Hans Peter Doskozil der nächste Landeshauptmann wird, hoffen viele Südburgenländer unter dem Motto „Unser Dosko wird’s schon richten“ auf einen starken Mann aus dem Süden. Braucht es da noch einen Südburgenland-Manager?

Werner Unger: Egal, ob Landespolitik oder Institutionen des Landes: Mein Job wird immer sein, diesen zuzuarbeiten. Man sollte überhaupt mehr darüber reden, was alles schon an Positivem passiert ist: Viele gute Projekte von Südburgenland-Plus oder das RMB (Regionalmanagement Burgenland), das mit der Initiative für die Kellerstöckl einen sehr guten Job macht.

Als Landeshauptmann Niessl zum ersten Mal von einem Südburgenland-Manager gesprochen hat, gab es gleich parteipolitischen Wirbel. Dann war Funkstille, bis die rot-blaue Landesspitze später Sie in dieser Funktion präsentiert hat. Ist es da nicht logisch, dass Sie und Ihre Funktion ins parteipolitische Fahrwasser geraten und Ihre Arbeit in die Schusslinie der schwarzen und grünen Opposition gerät?

Werner Unger:  Das war am Anfang so und hat sich gelegt. Ich habe ja zum Beispiel auch im ÖVP-Landtagsklub meine Arbeit und meine Visionen präsentiert. Man sieht in mir keinen Politiker und keinen Widersacher.

Aber aus parteipolitischer Sicht sind Sie ein Manager mit rotem Mascherl?

Werner Unger: Könnte man so interpretieren, ja. Aber ich bin bestrebt, mit allen gut zusammenzuarbeiten und im Übrigen hat mir gegenüber noch niemand kritisch gesagt: „Du bist ja ein Roter!“

Wäre das Südburgenland eine Firma, was würden Sie als Manager zuerst ändern?

Werner Unger: Das Marketing. Wir verkaufen uns schlecht und jammern zu viel. Die junge Generation zeigt da schon mehr Selbstbewusstsein. Und was mir noch positiv auffällt: Ins Burgenland zugereiste Manager großer Betriebe entwickeln eine innige Beziehung zum Land und werden zu selbstbewussten und überzeugten Südburgenländern. Von ihnen sollten wir lernen.

Laut Vertrag sind Sie Südburgenland-Manager bis 2021. Was wollen Sie bis dahin erreichen?

Werner Unger: Sehr vieles möchte ich da bewirken: Nicht als Person Werner Unger, sondern durch meine Funktion. Ein Beispiel wäre da die Schaffung von Pendlerverbindungen nach Graz, die Ansiedlung von Betrieben entlang vorhandener Bahnlinien und überhaupt der Anstieg der Zahl der Betriebsansiedlungen.

Wollen Sie nach diesen ersten 5 Jahren weitermachen?

Werner Unger: Ja.

Haben Südburgenländer ein Recht darauf, zu erfahren, was ein für sie eingesetzter Manager verdient?

Werner Unger: Sagen wir es einmal so: Darüber redet man nicht. Ich sage Ihnen nur: Es ist wesentlich weniger als ich vorher verdient habe. Ich mache diesen Job nicht des Geldes wegen, muss aber sagen: Was nichts kostet, ist nichts wert.

Die Interviews mit ihm sind rar. Hans Sipötz, der von 1987 bis 1991 unerwartet SPÖ-Landeshauptmann des Burgenlandes wurde, steht Walter Reiss Rede und Antwort. Ein Blick in die Vergangenheit und eine kritische Analyse der politischen Entwicklung.

1991 sind Sie als Landeshauptmann zurückgetreten, weil Sie wegen falscher Zeugenaussage angeklagt waren. Später folgte der Freispruch. Liegt Ihnen das Ganze immer noch im Magen?

Hans Sipötz: Ohne Zweifel: Ja! Es war meine Entscheidung, nicht die der Partei, aus der ersten Reihe zurückzutreten. Vielleicht war ich nicht hart genug. Aber wenn ich so zurückdenke: Wer weiß, ob ich mit 77 noch so gesund wäre…

Wie Ihr Ende als Landeshauptmann lief ja der Beginn auch nicht ganz nach Plan: Ein ÖVP-FPÖ-Deal, Franz Sauerzopf zu wählen, hielt nicht. Unerwartet waren Sie gewählt. Es folgte eine bitterkalte Eiszeit zwischen SPÖ und ÖVP. Da scheint sich, wenn man Ihrem Nach-Nachfolger Hans Niessl glaubt, nichts geändert zu haben.

Hans Sipötz: Die ÖVP macht immer noch den gleichen Fehler: Sie glaubt, dass ihr der Landeshauptmann – trotz nur 30 Prozent der Stimmen – von Gottes Geheiß zustehen würde. Damals war ja das Verhältnis meiner Partei zur FPÖ nicht schlecht: Der damalige Landesparteichef Rauter hat vorerst auch zugesagt, man würde mich wählen. Plötzlich war Funkstille und dann hieß es: Jörg Haider sei da gewesen. Und wenn der sagt: Nicht mit der SPÖ, sondern mit der ÖVP, dann habe das zu geschehen. Dann kam es doch anders. Als wir nach der überraschenden Wahl ins ausgeräumte LH-Büro gekommen sind, gab es nichts, um die Gäste zu bewirten. Der Protokollchef hat rasch Wein besorgt.

Sie waren 1989 mit dabei, als Alois Mock und Gyula Horn vor den Kameras der Weltpresse den Stacheldraht durchtrennt haben. Heute sagt man, das sei reine Inszenierung gewesen.

Hans Sipötz: Ja. Es heißt, dass ein Mitarbeiter von Außenminister Mock die Idee dazu hatte. Aber ich war schon deshalb mit dabei, weil an diesem Tag das Ministertreffen in Eisenstadt und dann eine Pressekonferenz in Sopron stattgefunden haben.

Damals erwartete man den raschen Wandel Ungarns in eine moderne westliche Demokratie. Heute läuft dort aber Vieles in Richtung Autokratie.

Hans Sipötz: Ich fürchte, dass die Orbanisierung auch andere Länder in Europa erfasst hat und noch erfassen wird. Der Nationalismus nimmt zu und Europa als Ganzes wird kaum eine Rolle spielen. Da Sie gerade in blauem

Hemd und Sakko vor mir sitzen, frage ich Sie – nicht allein deshalb – zur Landespolitik: Hans Niessl habe, so sagt er immer wieder, mit Rot-Blau eine gute Entscheidung getroffen. Nicht wenige überzeugte Sozialdemokraten meinen, das sei ein politischer Tabubruch. Was meinen Sie?

Hans Sipötz: Es war ein Schritt, um zu überleben. Hätte Niessl das nicht gemacht, würde er seit eineinhalb Jahren in Frauenkirchen als Pensionist spazieren gehen. Die Zusammenarbeit funktioniert und dass die Sozialdemokratie ein stärkeres Korrektiv ist als die ÖVP, das sehen wir derzeit in der Bundespolitik. Die FPÖ hat sich immer als die große Arbeiterpartei dargestellt, fährt aber jetzt einen völlig anderen Kurs. Die neu gewonnenen Wähler werden bald merken, dass sie von dieser Partei nicht vertreten werden.

Was Sie der FPÖ prophezeien, ist der SPÖ schon passiert: Dass ihr die Arbeiter davonlaufen. Da sagen auch Ihre Exkollegen in anderen Bundesländern, etwa Franz Voves in der Steiermark, die SPÖ habe Veränderungen nicht begriffen und die wirklich sozial Schwachen nicht mehr im Blick.

Hans Sipötz: Ja, es stimmt. Es gibt nicht mehr den typischen VOEST- oder Bauarbeiter. Aber solange es möglich ist, nur mit dem Thema „Flüchtlinge“ Politik zu machen und Wahlen zu gewinnen, ist es unheimlich schwierig, mit anderen Themen durchzukommen. Da schafft es der deutsche CSU-Politiker Dobrindt, in einem einzigen Fernsehinterview ganze zwölf Mal die Begriffe „Kriminelle“ und „Ausländer“ und „Flüchtlinge“ zu verwenden. Das wirkt beim Publikum im Unterbewusstsein. So räumt man bei Wahlen ab.

Welche Argumente und Stärken hat denn die SPÖ zu bieten? Oder will die Partei nach dem Schock, in der Opposition gelandet zu sein, warten, bis die Türkis-Blaue Regierung Schwäche zeigt oder gar auf die Nase fällt?

Hans Sipötz: Die SPÖ muss eine soziale Partei bleiben. Sie muss vor Sozialabbau stärker warnen als bisher. Aber als Opposition steckt man in einem Dilemma: Kritisiert man die Regierung sehr hart und aggressiv, hat man rasch das Image eines Querulanten, der nur schimpft. Übt man weniger Kritik, wirkt das erst recht nicht. Ich denke, dass Kritik an der Linie der Regierung Kurz durchaus auch aus eigenen Reihen kommt und kommen wird.

Die größte Gefahr für Türkis-Blau kommt also nicht von den Roten, sondern von den Schwarzen?

Hans Sipötz: Sicher auch. Es wird ja nicht Politik gemacht, sondern Öffentlichkeitsarbeit.

Aber SPÖ-Chef Christian Kern meint ja auch, dass Politik zu großen Teilen aus Inszenierung besteht …
Hans Sipötz: Ja, leider. Da wird jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Und außerdem will man die Sozialpartnerschaft und die Arbeitnehmerorganisationen ruinieren.

Machen heute nur mehr Personen Politik und nicht mehr Parteien? Haben jene Zukunft, die immer betonen, Pragmatiker zu sein, wie etwa Niessl oder Doskozil?

Hans Sipötz: Parteien werden nicht mehr als Parteien gewählt. Wenn die Person an der Spitze nicht passt, hat die Partei keinen Erfolg. Das sieht man ja an den jüngsten Landtagswahlen in mehreren Bundesländern.

Sie sind an der Spitze der Ersten Burgenländischen Gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft EBSG tätig. Warum tummeln sich so viele Ex-Politiker gerade in Vorstandsetagen von Wohnbaugenossenschaften?

Hans Sipötz:
Ich bin damals als kleiner Angestellter zur Genossenschaft gekommen. Natürlich war es ein Plus, dass ich zuständige Politiker im Burgenland und in Wien schon kannte. In der SPÖ ist es so: Wenn du aus der Politik ausscheidest, kümmert sich kein Hund mehr um dich. In der ÖVP werden alle großzügig versorgt.

Als Ex-Landeshauptmann beziehen Sie eine nicht geringe Pension …

Hans Sipötz: Also, wir setzen in der EBSG 50 Millionen Euro jährlich um. Da trägt man Verantwortung. Ich sage Ihnen ehrlich: Als Aufwandsentschädigung bekomme ich monatlich etwa 3.000 Euro, da bleiben nach Abzug der Steuern etwa 1.600 Euro.

Sie würden sich also nicht als Bonze bezeichnen?

Hans Sipötz: Nein, sicher nicht.

 

Beitrag aus Ausgabe 06/2018

Walter Reiss war selbst 40 Jahre lang beim ORF Burgenland als Redakteur, Chef vom Dienst und Regisseur in Radio und Fernsehen tätig. Er weiß genau, wie die größte Medienorgel des Landes funktioniert. Aus aktuellem Anlass hat er den ehemaligen ORF-General Teddy Podgorski zum Interview gebeten. Die Medienlandschaft ist im Umbruch und mit ihr auch der ORF. Ob diesem unter der neuen Bundesregierung der größte Wandel seiner Zeit bevorsteht, ist noch ungewiss. Zwei Medienprofis im Gespräch:

Burgenland: Bauen wird einfacher

Burgenland: Bauen wird einfacher

Der Burgenländische Landtag hat das neue Baugesetz beschlossen. Es bringt den Bauherrn künftig Vereinfachungen und weniger Bürokratie. Für die Bürgermeister, Baubehörde der 1. Instanz, gibt es mehr Rechtssicherheit.
Peter SITAR / 28. März 2019

"Ressourcenschonung" und "effizientes Bauen" - das sind die Schlagworte, die die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) beim aktuellen Projekt in der Marktgemeinde Bernstein umsetzt.

Planen-Bauen-Wohnen

Bauen, Sanieren, Energiesparen

Bis zum 3. Februar bietet die Baumesse in Oberwart einen breiten Überblick zu den Themen Bauen, Planen, Wohnen, Sanieren und Energiesparen. Über 300 Aussteller bieten ihre Produkte und Ideen zu diesen Themen an. 88 Prozent der Burgenländer sind im Besitz eines Eigenheims. Und in der Oststeiermark und im südlichen Niederösterreich sieht es ähnlich aus.

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Mutig seiner Zeit voraus

Die Moderne hat uns eingeholt, in unserer Reihe „Planen-Bauen-Wohnen“. Wobei dieses Haus technisch gesehen nicht so modern ist, wie man glauben möchte. „Modern“ ist eben Definitionssache, sieht man sich so manch ein Juwel aus den „goldenen Zwanzigern“ an, an denen sich dieses Haus mitunter orientiert. Viele Inputs und ein Händchen für Design machen das Haus in Großpetersdorf zu einem zeitlosen Schmuckstück – cool und dennoch gemütlich.

Eingebettet in die bezaubernde Hügellandschaft der Oststeiermark, liegt ein Schloss. Es ragt empor aus den winterlichen Nebelschwaden, die das Haus noch mystischer und imposanter wirken lassen, als es ohnehin schon anmutet. Erst auf den zweiten Blick sieht man den Kontrast aus urigen und modernen Details am alten Gemäuer. Das Verbindende: die künstlerischen Aspekte, die Schloss Aichberg und seinen Besitzer umgeben.
Der Held dieser Geschichte ist Cajetan Gril. Und der ist auf den ersten Blick genauso schwer einzuschätzen wie die Gemäuer, die ihn umgeben.

Stil ist eine Frage der Persönlichkeit. Das Interieur unterstreicht den Charakter des Erschaffers und spiegelt so nicht nur Geschmack, sondern auch seine Ansichten wider. Wir zeigen Domizile bekannter Persönlichkeiten aus der Region und geben so nicht nur Design-Impulse für die eigenen vier Wände, sondern rücken gleichzeitig die Bewohner in den Mittelpunkt. Diesmal waren wir in einem Haus zu Gast, das den Besucher mit Charme, Kunst und Geschichte in seinen Bann zieht.

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Home Sweet Home

Wohnung oder Haus? Neu bauen oder renovieren? Kaufen oder mieten? Der Immobilienmarkt in unserer Region ist vielfältig und es gilt einige Faktoren zu beachten, um die richtige Entscheidung zu treffen. Auch wenn es sich bei uns im Österreich-Vergleich noch relativ günstig wohnen lässt, von billig kann keine Rede sein, denn die Baukosten sind überall hoch.

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Heizen mit Öl, ade

Für die Regierung ist das Heizen mit Öl ein Auslaufmodell. Viele Anlagenbesitzer sind verunsichert. prima! hat bei Experten nachgefragt. Allgemeine Lösungen gibt es kaum. Kompetente Beratungen sind erforderlich.

Für das richtige Heizsystem ist eine individuelle Beratung durch einen Fachmann erforderlich.

 

In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts galt sie, in Kombination mit der Zentralheizung, als das Nonplusultra im Wärmebereich – die Ölheizung. Diese Zeiten sind längst vorbei. Aktuell will die Regierung die Zahl der derzeit vorhandenen rund 600.000 Ölheizungen bis 2030 halbieren.Viele Haushalte sind deshalb verunsichert. prima! hat sich bei Experten und Praktikern umgehört, wie sie das Ausstiegsszenario aus dem Heizöl sehen. Denn noch gibt es Förderungen für den Austausch alter Ölkessel auf moderne Brennwertgeräte. Noch, denn die OMV hat angekündigt, aus diesem Programm aussteigen zu wollen.

Alte Anlagen werden noch ausgetauscht

„Es werden aktuell laufend noch alte Öl-Anlagen auf Brennwertgeräte umgebaut“, berichtet Martin Kainz von der Firma Haustechnik Glatz in Pinggau. Diese Umrüstungen werden derzeit mit 2.500 Euro bis 3.000 Euro österreichweit gefördert. Die Kosten für den Hausbesitzer belaufen sich für eine Umrüstung auf 5.000 bis 7.000 Euro durchschnittlich. Und gelten damit als durchaus günstig, im Vergleich zu anderen Systemen.

Die Nachfrage nach Ölheizungen im Einzel-Hausbaubereich sieht Dietmar Kurtz von der Firma Zach, Gebäude und Sicherheitstechnik in Oberwart, als stark rückläufig: „Es ist viel weniger geworden.“

Auf welche Systeme man anstelle des Öls umsteigen soll und kann, ist sehr individuell. Martin Kainz: „Da sind Fragen zu klären, wie es etwa mit der Wärmedämmung eines Hauses aussieht, ob Heizkörper oder Bodenheizungen vorhanden sind, welche Infrastruktur – etwa Gas – greifbar ist.“ Das kann nur von Haus zu Haus entschieden werden, sind sich die Praktiker einig. Und letztlich hängt es auch davon ab, wie viel Geld man bei einem Umbau zur Verfügung hat. Die modernste Form von Heizungssystemen stellt derzeit wohl die Wärmepumpe dar, was allerdings mit hohen Kosten verbunden ist. Und sie lässt sich auch nicht überall beliebig einsetzen, idealerweise in einem Nieder-Temperatur-Gebäude.

So Gas vorhanden ist, bietet sich diese Technologie, dank modernster Brennwerttechnik, durchaus für einen System-umstieg an. Aber nicht jeder Hausbesitzer hat vor seinem Grundstück eine Gasleitung in der Erde. Deshalb sind individuelle Lösungen das Gebot der Stunde. Dazu kommt auch, dass die Förderungen für die verschiedenen Heizsysteme von Bundesland zu Bundesland variieren.

Informationen dazu hat nicht nur der Haustechniker des Vertrauens, sondern die gibt es auch bei den Energieberatungen des jeweiligen Bundeslandes. Denn eines sollen die Modernisierungen der Heizanlagen bringen: einen geringeren Ausstoß an Abgasen, was letztlich ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der UN-Klimaziele wäre und den Anstieg der Erderwärmung einbremsen sollte.

Richtig Heizen & Lüften

Die kalte Jahreszeit ist da. Um sein Geld nicht beim Fenster hinauszuschmeißen, sollte folgende Tipps beachten:

  • Die optimale Raumtemperatur liegt in Wohnräumen zwischen 19 und 22 Grad, in Schlafzimmern bei 17 bis 18 Grad. Dabei gilt: Ein Grad weniger kann bis zu 6% Heizkosten sparen. Wenn Sie tagsüber nicht in der Wohnung sind, lohnt es sich den Thermostatregler zurückzudrehen.
  • Stoßlüften (5-10 Minuten) statt Fenster dauerhaft zu kippen. Noch effektiver als das Stoßlüften ist übrigens das Querlüften, eine Möglichkeit, die allen offensteht, die gegenüberliegende Fenster in der Wohnung haben. Die Lüftungsdauer kann so auf einige wenige Minuten verkürzt werden.
  • Kühlere Räume öfter belüften, damit sich keine Feuchtigkeit ansammeln kann
  • Nach dem Kochen ordentlich lüften
  • Heizkörper sollten nicht durch Möbel verstellt sein. Das bedeutet bis zu 5 Prozent mehr Heizkosten. Reichen Vorhänge über die Heizkörper, erhöht sich der Wärmeverlust nochmals erheblich, und der Energieaufwand kann um bis zu 40 Prozent steigen.
  • Regelmäßige Wartung der Heizungssysteme
  • Fenster und Türen abdichten
  • Nachts unbedingt die Fensterrollläden und Jalousien herunterlassen. Damit kann der Wärmeverlust um 20 Prozent reduziert werden.
  • Heizlüfter nur sparsam einsetzen

Diese Tipps können helfen viel Geld zu sparen, da bis zu 85 Prozent des Energieverbrauches eines Hauses auf die Raumheizung entfallen können.


Energieberatungen:

https://www.burgenland.at/themen/energie/energie-beratung/allgemeines/

www.technik.steiermark.at/cms/ziel/82233481/DE/

Die Szombathely-Pinkafeld Lokalbahn

Die Szombathely-Pinkafeld Lokalbahn

Eine Bahnstrecke nach Szombathely und Wien – und das Südburgenland im Zentrum. Was wir hatten und wieder verloren haben.
Willhelm Hodits / 28. März 2019

130 Jahre gibt es den Bahnhof in Oberwart. Seit 2011 wird hier nur Frachtgut verladen. Um den Personenverkehr wird diskutiert.

Der Bahnhof in Oberwart wurde 1888 eröffnet. Damals waren natürlich Dampfloks unterwegs

 

Es ist der 31. Juli 2011, abends, um 19 Uhr 42. Der letzte Zug von Friedberg fährt langsam in den Bahnhof Oberwart ein. Er ist mit einem Trauerflor geschmückt. Rund 500 Menschen stehen betroffen an den Bahngleisen. Nach 122 Jahren ist dies der letzte Personenverkehrszug am Oberwarter Bahnhof. Eine Infrastruktur wurde damit zerstört. Als Zeichen der Empörung legen die Demonstranten auch vor dem Oberwarter Rathaus einen Kranz nieder. Zu wenig Fahrgäste, wurde als einer der Hauptgründe für die Einstellung des Bahnverkehrs auf der Strecke Oberwart-Friedberg von den politisch Verantwortlichen angegeben.

Mühsamer Start

Man schrieb das Jahr 1888, als der erste Bauabschnitt des Bahnhofs Oberwart fertiggestellt wurde, inklusive einer kleinen Gaststätte. Doch scheinbar blieb der große Ansturm damals aus. So wird berichtet, dass im März 1889 kein einziges Tier in Oberwart für den Transport nach Wien verladen wurde. Der Zug musste nämlich von Oberwart zunächst nach Steinamanger und von dort über Ödenburg bis nach Wien fahren. Eine teure Fahrt, die sich kaum ein Bauer leisten konnte.

Um das zu umgehen, trieben die Landwirte ihr Vieh bis nach Aspang, wo es auf den Zug nach Wien verladen wurde. Eine Strapaz für Mensch und Tier. 1891 sah es um die Nutzung der Bahn schon besser aus. So berichtete die „Oberwarther Sonntagszeitung“ am 1. März 1891, dass beim Jahrmarkt ein solcher Andrang war, dass alle acht Zugwaggons zum Bersten voll waren. 906 Menschen seien mit dem Zug damals von Oberwart abgefahren. In weiteren sechs Waggons wurden Rinder und Pferde verladen.

Erschütternde Szenen

Ab März 1938 spielten sich am Bahnhof Oberwart grausame Tragödien ab. Juden, Gegner des Naziregimes und Roma wurden in Viehwaggons verladen und unter unmenschlichen Bedingungen in Konzentrationslager transportiert. Am Oberwarter Bahnhof begann ihre Fahrt in die Hölle. Über diesen Abtransport gibt es erschütternde Zeitzeugenberichte.

Bahnhofs-G’schichtn

Ende der 1980er Jahre wurde der Posten des Streckenbegehers aufgelassen. Dieser Bahnbedienstete hatte die Aufgabe, die Strecke Pinkafeld-Rechnitz abschnittsweise abzugehen und auf Mängel abzusuchen. Er hatte eine große Ledertasche mit Werkzeug umgehängt, und besonders auffällig war dabei der große Gabelschlüssel. Mit diesem zog er lockere Schrauben an den Bahngleisen fest.

Bis Ende der 1990er Jahre wurden die Tiere nach dem Viehmarkt vom Rotundenareal über den Oberwarter Hauptplatz in die Bahnhofstraße getrieben und am Bahnhof verladen. Natürlich war es jedes Mal ein Spektakel, wenn ein Tier ausriss und nur mit viel Mühe eingefangen werden konnte. Das Bahnpersonal, das mit dem letzten Zug in Oberwart ankam und am nächsten Tag gleich wieder Dienst hatte, übernachtete in dem langgestreckten Gebäude an der Ecke Prinz Eugen-Straße. Der Bahnhofvorstand wohnte direkt im Bahnhofsgebäude. Die Wohnung ist heute privat vermietet. Im Jahr 2010 wurde die Gaststätte am Bahnhof, eine Oberwarter Institution, aufgelassen. Dieser Gebäudeteil steht heute noch leer.

Fahle Versprechung

Nachdem der Personenverkehr 2011 eingestellt wurde, übernahm nach langen Verhandlungen die Steiermarkbahn im Jahr 2013 den Güterverkehr. Die Firma Unger Stahlbau, die Ölfirma MMM Energie und die heimische Holzindustrie sind auf den Transport mit der Bahn angewiesen. Eine Schwierigkeit in der Oberwarter Innenstadt stellt der Holztransport mit LKW durch die Stadt zum Bahnhof dar. Eine Lösung wird seit Jahren von der Politik versprochen – ebenso erfolglos, wie die Bekundungen, den Personenverkehr wieder aufleben zu lassen. Auch wird seit Jahren über einen autonomen Zugverkehr diskutiert, der auf der Strecke Oberwart-Friedberg getestet werden soll.

Wie man sich denken kann, ist auch dies nur eine Idee, die bislang nicht verwirklicht wurde. Die Chancen, dass der Bahnhof Oberwart wieder reaktiviert wird, könnten mit dem Infrastrukturminister aus Pinkafeld und dem neuen Landeshauptmann – ebenfalls aus dem Südburgenland – steigen. Es gilt die Devise: Wenn nicht jetzt, dann wohl nie.

 

TIPP: Lesen Sie das nächste Mal über die Bahnstrecke Steinamanger-Oberwart

Seit 1961 besteht eine zentrale Volksschule am Standort Schulgasse. Als Institution gab es die Volksschule in Oberwart natürlich schon viel länger, und eigentlich waren es früher deren vier.

Dass eine Kleinstadt wie Oberwart jahrhundertelang über drei, später dann sogar vier Volksschulen verfügte, ist schon etwas Besonderes und der Tatsache geschuldet, dass in dem Ort drei Konfessionen nebeneinander bestehen. Jede Pfarrgemeinde achtete auf die schulische Bildung ihrer „Schäfchen“, da es in früheren Zeiten kein staatlich organisiertes Schulwesen gab.

Die Anfänge

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts existierte in Oberwart eine katholische Schule, die im Zuge der Reformation in eine reformierte Schule (HB) umgewandelt wurde und für etwa 100 Jahre bestand. Natürlich sehr zum Missmut der Katholiken, die schließlich mit der Gegenreformation den reformierten Pfarrer samt Lehrer vertrieben und den Pfarrhof sowie die Schule der reformierten Gemeinde zerstörten. Letztlich führte der Konflikt dazu, dass es für einige Jahre gar keine Schule in Oberwart gab. Die reformierte Gemeinde war erst ab 1681 wieder in der Lage, eine eigene Schule zu errichten. Die katholische Schule ist erst ab 1757 wieder belegt.

Die evangelische Gemeinde AB war damals sehr klein und verfügte über keine eigene Schule, weshalb die wenigen Kinder die reformierte Schule besuchten. Keine leichte Aufgabe für die reformierten Lehrer, die sich dadurch mit der Schulbehörde oft Zores einhandelten.

Schwierige Verhältnisse

Die erste evangelische Schule AB wurde 1792 aus Holz errichtet, 1830 übersiedelte man in jenes Gebäude, an dessen Platz heute das Alten-und Pflegeheim der Diakonie steht.

Die reformierte Gemeinde baute im 19. Jahrhundert sukzessive ihre Schulstandorte im Umfeld der Kirche sowie eine „Notschule“ in der Grazerstraße aus. Davon sind heute nur noch ein Gebäude – mittlerweile ein Wohnhaus – und drei Nussbäume übrig. Unterrichtet wurde damals unter schwierigsten Bedingungen. So gab es 1865 in der katholischen Schule nur einen Unterrichtsraum für 114 Kinder.

Die vierte Volksschule in Oberwart war die sogenannte Staatsschule, die – gegründet um 1910 – in erster Linie der Magyarisierung von Beamtenkindern sowie der Einschulung der Romakinder diente. Als 1921 das Burgenland zu Österreich kam, wurde diese Schule aufgelassen.

Auch dunkle Zeiten gab es in der Volksschule Oberwart: 1932 ordnete der Bezirksschulinspektor die Zwangseinschulung der sogenannten „Zigeuenerkinder“ in die katholische Volksschule an. Der Schulstuhl (Schulleitung) wehrte sich dagegen massiv mit dem Hinweis auf gesundheitliche Rücksichtnahme in Hinblick auf die anderen Kinder. Man schlug vor, die zuvor aufgelassene Staatsschule dafür wieder zu installieren. Zustande gekommen ist dies aber nie. Damit war der Analphabetismus der „Zigeunerkinder“ in der Ersten Republik endgültig besiegelt.

Die israelitische Kultusgemeinde unterhielt übrigens keine eigene Volksschule. Die jüdischen Kinder besuchten ausnahmslos die evangelische Volksschule. Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurden alle konfessionellen Schulen aufgelöst. An ihre Stelle trat die allgemeine öffentliche Schule. Unterrichtet wurde aber weiterhin in den ehemals konfessionellen Schul-Gebäuden. Dieser Umstand sorgte auch noch nach 1945 dafür, dass sich viele Oberwarter Kinder erst in der Hauptschule das erste Mal begegnet waren. Die allgemeine Armut nach dem Krieg traf auch die Schulkinder, die mit Brennholz unter dem Arm in die Schule gingen.

Zentrale Volksschule

1957 wurde der Neubau einer zentralen Volksschule am heutigen Standort beschlossen. Diese nahm 1961 ihren Betrieb auf. 1984 wurde hier die erste „integrierte Klasse“ Österreichs installiert. Um den hohen pädagogischen Ansprüchen durch eine zeitgemäße Schularchitektur gerecht zu werden, wird seitens der Gemeinde über einen Neubau der Zentralschule nachgedacht. Vielleicht ein weiteres, wichtiges Kapitel in der langen Geschichte der Volksschule Oberwart.

 

Stadtführungen mit
Ing. Wilhelm Hodits
unter 0664/50 44 554

Die Volksschule Oberwart

In der Volksschule Oberwart werden derzeit 320 Schülerinnen und Schüler in 18 Klassen von 30 Lehrerinnen und Lehrer unterrichtet. Die Oberwarter Volksschule ist eine der größte Volksschulen im Burgenland.

Der Schwerpunkt der Volksschule liegt in der sprachlichen Vielfalt (ungarisch, kroatisch englisch) sowie im musikalischen und digitalen Bereich – und im Bewusstsein, dass man nur gemeinsam stark ist. Die Förderung der Kinder erfolgt unter dem Motto: „Nicht für alle das Gleiche, sondern für jeden das Beste.“

Das soziale Lernen und das Zusammenleben in der Schule (wertschätzender Umgang, Respekt, gegenseitiges Helfen, Freude und Vertrauen) sind Grundprinzipien, die in der Schule vermittelt werden.

Die VS Oberwart ist auch MINT-Schule (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und hat dafür das Gütesiegel.

Seit 1995-1996 gibt es Ungarisch-Klassen, die zweisprachig geführt werden.
Von 1995-2004 gab es auch Romanes-Sprachübungen.
Seit 2009 wird eine Englischklasse geführt.
Seit 2005 gibt es eine Kroatischklasse.
Seit 2006 gibt es in Kooperation mit der Musikschule auch Musikklassen.

Neben der digitalen Bildung wird täglich eine Turnstunde angeboten. Es gibt Talenteförderung und Leseförderung in Kooperation mit Bücherwurm und der Bücherei.

Seit 27 Jahren gibt es die Schulpartnerschaft mit einer Schule in Szombathely. Auch die Neuen Medien sind ein großes Thema in der Volksschule Oberwart.

Der Hort ist von Montag bis Freitag bis 17 Uhr geöffnet. 138 Schülerinnen und Schüler werden hier betreut und verköstigt, wobei großer Wert auf gesunde Ernährung gelegt wird.

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Verneigung vor einem Baukulturgut

„Ausgezeichnetes Arkadenhaus 1975“ - dieses Schild glänzt an der Fassade des Hauses von Gustav Brunner in der Oberwarter Raimundgasse - verliehen von der Stadtgemeinde. Grund genug, für einen Besuch.

Das Arkadenhaus in der Raimundgasse in Oberwart wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut. Von wem, ist leider unbekannt. Um das Jahr 1990 wurde das Arkadenhaus von Gustav Brunner generalsaniert. Auch die 200 Jahre alte Holzdecke im Wohnbereich ist im Originalzustand.

 

Über den Erbau dieses außergewöhnlichen Hauses ist nicht viel bekannt. Es dürfte wohl Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden sein. Die erste bekannte Eigentümerin war Maria Brunner, die Urgroßmutter des heutigen Besitzers Gustav. Das Arkadenhaus ist als Doppelhakenhof angelegt. Eine Bauform, die man heute selten zu Gesicht bekommt. Imposant ist das Eingangstor, das segmentbogenförmig auf der Straßenseite den Besucher empfängt.

Es erfordert schon ein wenig Kraft, dieses große Holztor zu öffnen – beinahe ein wenig Respekt einflößend wirkt es. Wer ein Auge für Architektur hat, dem wird die Decke der Einfahrt sofort auffallen, denn diese zeigt eine Gewölbekonstruktion, wie sie heute kaum mehr zu sehen ist.

Im Innenhof kommt der Doppelhakenbau voll zur Geltung. Auf der Südseite der Einfahrt befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Schusterwerkstätte von Ludwig Brunner, dem Onkel des heutigen Eigentümers Gustav Brunner. Dieser kann sich heute noch gut daran erinnern, welch Freude es ihm und seinen Schwestern Mitzi und Helga bereitete, Holznägel in die Schusterbank zu schlagen. Bis dem Onkel das Treiben zu bunt wurde und die Kinder aus der Werkstatt verbannt wurden. Heute wird dieser Trakt als Gästezimmer verwendet.

Das angebaute Waschkesselhaus wurde nicht nur zum Wäscheauskochen genützt. Angeblich spielte es auch eine zentrale Rolle, wenn es ums Schnapsbrennen ging. Aber darüber schweigt die Chronik wohlweislich.

Im rechten Trakt war der Wohnraum – und ist es heute noch. Wenn die gesamte Brunner-Familie zusammentraf, dann wurde der Schlafraum schon mal zum Wohn- und Speiseraum umfunktioniert und ordentlich gefeiert.

Wie es bei den Arkadenhäusern üblich ist, waren natürlich auch die obligate Tenne und landwirtschaftliche Lagerräume vorhanden. Schweine- und Hühnerstall gab es hier bis in die 70-er Jahre und natürlich einen großen Misthaufen. Das gibt es alles längst nicht mehr, doch worüber sich der Hausherr besonders freut, ist der Brunnen, der auch heute noch in Verwendung ist.

Das Wohngefühl in diesem Arkadenhaus ist einzigartig. 90 Zentimeter dicke Außenmauern und 60 Zentimeter dicke tragende Innenwände, die aus gebrannten Ziegeln hergestellt wurden, sorgen für ein unvergleichbares Raumklima.

Die Türrahmen sind übrigens im Originalzustand mit einer Höhe von 1,70 Metern erhalten. Beim Durchgehen, muss man somit immer den Oberkörper ein wenig bücken – als würde man sich verneigen. Dem Eigentümer gefällt dies, denn für ihn ist dies eine Art Ehrbekundung gegenüber dem Erbauer dieses besonderen Hauses.

Die Geschichte der Arkadenhäuser:

Die Geschichte der Arkadenhäuser:

 

Quelle: Die Obere Wart. Festschrift zum Gedenken an die Wiedererrichtung der Oberen Wart im Jahre 1327 Triber, Ladislaus [Bearb.]. Stadtgemeinde Oberwart [Hrsg.]. – Oberwart (1977)

 

Quelle: Die Obere Wart. Festschrift zum Gedenken an die Wiedererrichtung der Oberen Wart im Jahre 1327 Triber, Ladislaus [Bearb.]. Stadtgemeinde Oberwart [Hrsg.]. – Oberwart (1977)

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Legendäre Zeitungsgeschichte

Zeitungen sind meinungsbildend und Zeitzeugen der Geschichte. Oberwart hat im vorigen Jahrhundert mit der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“, aus der später die legendäre OZ hervorging, nicht nur das Land mitgestaltet. Damit wurde auch Geschichte geschrieben.

Von 1880 bis 1947 erschien die Oberwarther Sonntags-Zeitung. Dannach wurde sie in die Oberwarter Zeitung umbenannt.

 

Der Oberwarter Ludwig Schodisch gründete die „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ im Jahr 1880 als „nichtpolitisches Wochenblatt“, das jeden Sonntag, großformatig in A3, erschien. Ludwig Schodisch hatte bereits im Jahr 1876 eine kleine Buchdruckerei in der heutigen Grazerstraße 49 geführt (im Nebengebäude war später die Fleischerei Benkö und danach die Bar von Otto Heigl und Alfons Pagany). Dass die Zeitung in deutscher Sprache erschien, war damals mehr als ungewöhnlich. Die Amtssprache war Ungarisch und die Regierung setzte alles daran, die Landessprache zu schützen. Ludwig Schodisch stellte deshalb gleich in der ersten Ausgabe im Vorwort klar, dass man sehr wohl die ungarische Landessprache schätze und ehre und das Vaterland liebe.

Es war aber eindeutig, dass die Zeitung gegen die Magyanisierung der deutschsprachigen Bevölkerung vorging. Doch die Redaktion der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ positionierte sich offiziell als Blatt der verschiedensten Vereine, wogegen die Regierung nicht vorgehen konnte. Im Laufe der Jahre erschienen aber immer mehr Artikel über wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Vorkommnisse. Heute geben auch die Werbeeinschaltungen ein aufschlussreiches Zeugnis über die Geschäfte und Berufssparten der damaligen Zeit.

Goldene Zeiten

Die „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ wurde bis zum Jahr 1911 von Ludwig Schodisch geführt. In diesem Jahr kaufte der Oberwarter Friedrich Reiß die Zeitung und die Druckerei, baute ein eigenes Objekt in der damaligen Tempelgasse (heute Ambrosigasse 5) und übersiedelte die Redaktion und die Druckerei in das neue Gebäude, in dem er auch ein Bücher- und Papierwarengeschäft führte. Nach dem Ersten Weltkrieg verpachtete Friedrich Reiß die Druckerei an die Styria Graz. 1931 wurde der Standort Oberwart von dieser aber überraschend aufgelassen.

Doch die Druckmaschinen blieben nicht lange still, denn Alois Gräml kaufte die Druckerei samt der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ und führte sie bis 1936. Als er verstarb, war sein Sohn Hugo noch zu klein, um das Erbe antreten zu können. Interimsmäßig sprang also dessen Tante, Käthe Pankowski-Fuith, ein, die das Blatt und die Druckerei bis zum Kriegsende 1945 leitete.

Aus „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ wird Oberwarter Zeitung

Nachdem Hugo Gräml 1946 aus der englischen Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, machte er mit dem angestellten Schriftsetzer Josef Fuith einen Gesellschaftsvertrag und so wurde die Firma auf den Namen „Gräml und Fuith“ geändert. Später übergab Hugo Gräml auch seine Anteile an Josef Fuith, der damit Alleineigentümer der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ wurde. Zeitgleich wurde der Name auch auf „Oberwarter Zeitung“ geändert und der Erscheinungstag auf Freitag verlegt.

Über 20 Jahre lang war die „Oberwarter Zeitung“ ein fixer Bestandteil in den regionalen Haushalten. Als Josef Fuith dann Ende der 1960-er Jahre schwer erkrankte, übernahmen seine beiden Neffen kurzfristig die Leitung der Druckerei – bis diese im Jahr 1970 in den Konkurs schlitterte. Doch das sollte noch längst nicht das Ende des Blattes sein.

Die Ära Steflitsch

Der Oberwarter Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Steflitsch und seine Frau Gertrude übernahmen noch im Jahr 1970 die „Oberwarter Zeitung“ von Josef Fuith und damit begann die Ära der legendären OZ, die jeden Mittwoch über 25 Jahre lang erschien. Die Redaktion der OZ wurde in die Ganghofergasse 3 und die Druckerei in die Steinamangererstraße 57 (blaues Haus, das vor einigen Wochen abgetragen wurde) verlegt. Für die Gestaltung engagierte das Ehepaar Steflitsch den Oberwarter Grafiker Erwin Morawitz. Die OZ bezeichnete sich selbst als vollständig unabhängige Zeitung, die Redakteure und Mitarbeiter seien nur ihrem Gewissen verpflichtet.

Sie wurde auch in Eisenstadt spürbar wahrgenommen, denn es wird berichtet, dass bereits am Dienstag im Landhaus ängstlich spekuliert wurde, wer von Wolfgang Steflitsch ins Visier genommen wurde. Steflitsch war dafür bekannt, dass er sich kein Blatt vor den Mund nahm. Oftmals auch auf Kosten einer neutralen Berichterstattung, wie Kritiker behaupten.

Die legendäre Gautschfeier

Dem Ehepaar Steflitsch ist es zu verdanken, dass am 7. September 1996 ein letztes Mal der alte Buchdruckerbrauch des Gautschens am Hauptplatz in Oberwart durchgeführt wurde. 36 frisch gebackene Buchbinder, Drucker und Setzer wurden im Zuge einer feierlichen Zeremonie, bei der die Teilnehmer in mittelalterlichen Gewändern auftraten, unter dem Gelächter zahlreicher Zuschauer in einen Wasserbottich getaucht. Anschließend mussten sie aus einem Tonkrug ein Maß Bier trinken und es wurde ihnen der Gautschbrief vorgelesen. Auch der bekannte Oberwarter Unternehmer Thomas Barabas (Beschriftung Barabas) war unter den Gesellen.

Das Ehepaar Steflitsch führte die OZ noch weitere sechs Jahre, bis zum Jahr 2002. Mit der Pensionierung von Gertrude Steflitsch war dann das Ende der legendären OZ besiegelt.

Das Gautschfest

Gautschen ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdruckerbrauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einer Bütte untergetaucht und/oder auf einen nassen Schwamm gesetzt wird.

In seiner ursprünglichen Bedeutung bezeichnet der Begriff „Gautschen“ den ersten Entwässerungsschritt nach dem Schöpfen des Papiers, das Ablegen des frisch geschöpften Papierbogens vom Sieb auf eine Filzunterlage. Dem Lehrling wird nicht mitgeteilt, wann genau er gegautscht wird. Gelingt es ihm nämlich, den Packern und somit dem Gautschen zu entfliehen, muss er das Gautschfest nicht selber bezahlen.

Auf den Ruf des Gautschmeisters „Packt an!“ wird der Jünger gefasst, in eine mit Wasser gefüllte Bütte oder, wenn die Beteiligten es weniger drastisch gestalten wollen, auf einen mit Wasser durchtränkten Schwamm gesetzt. Bei manchen Druckereien wird zur Taufe ein in der Nähe des Betriebes liegender Brunnen herangezogen. Jedenfalls muss zumindest dafür gesorgt werden, dass das Hinterteil gehörig angefeuchtet wird. Da aber der Jünger sich oft tapfer wehrt, um sich schlägt und beißt, gelingt das Anpacken oft nicht auf den ersten Angriff. Je mehr er sich wehrt, desto mehr wird er auch noch von oben herab begossen, sodass der Jünger am ganzen Körper pudelnass wird.

Während des Gautschens hält der Schwammhalter eine launige Ansprache an den Jünger und das umstehende Publikum.

Dazu der Text eines Gautschbriefes (hier als Beispiel von der VEB Graphischen Kunstanstalten in Leipzig vom 28. Juni 1952): „Von Gutenbergs Gnaden thun wir Jünger Gutenbergs zu Leipzig jedem unserer Kunstgenossen kund und zu wissen / dass der Jünger der wohledlen Buchdruckerkunst Eckert, Paul nach altem Brauch und Herkommen heut mit Zuziehung der Gesellen untbenamster Offizin die Wassertauf ad posteriora erhalten hat und damit in sämtliche uns von dem Kaiser Friedrich III. verliehenene Rechte und Privilegien eingeführet ist. Kraft derselben gebieten wir allen unseren Kunstgenossen obenbenamsten Jünger Gutenbergs als ehrbaren Schwartzkünstler und rechtmäßigen Gesellen anzuerkennen.“

In einem anderen Gautschbrief aus Bern um 1900 heißt es: „Den alten Kunstgebrauch zu ehren, Thät er sich weder sträuben noch wehren. Erhielt die üblichen drei Stöße auf den Arsch. Und zappelte dabei wie ein Barsch. Darauf bezahlte er blank und bar Das altbekannte Gautschhonorar.“

Den Gautschbrief, der seine Taufe als Jünger Gutenbergs bestätigt, erhält der Gäutschling erst am Gautschfest, zu dem er seine Betriebskollegen nach der Gautschete einzuladen hat.
Quelle: Wikipedia

Plätze und G'schichten

Wirtschaft auf historischem Boden

November 1989: Was für ein Ereignis das damals war, als die sogenannte Alag-Passage mit 10 Geschäften in der Oberwarter Innenstadt eröffnete. Dabei war die Geschichte, die sich auf diesem Boden zuvor abspielte, nicht immer einfach. Aber man kann mit einem kleinen Augenzwinkern doch behaupten, dass da wohl eine höhere Macht letztlich alles zum Guten wendete, denn immerhin steht die Einkaufspassage sozusagen auf kirchlichem Grund. Mit der Kirche beginnt somit die Geschichte über die „Urahnen“ dieser Passage, die heute den Namen Helvetia-Passage trägt.

Plätze und G'schichten

Hier sind alle Menschen gleich

Fast ein wenig märchenhaft liegt er da - der Gemeindefriedhof in Oberwart, der auch als Spitals- oder Armenfriedhof bekannt ist. Jetzt im Herbst, wo Allerheiligen nicht mehr weit ist, hat dieser Ort eine besondere Atmosphäre.

Der Gemeindefriedhof in Oberwart ist auch „Armenfriedhof,“ muslimische Ruhestätte, Friedhof der Konfessionslosen, der Anonymen und der Totgeburten

 

Pompöse Grabsteine wird man hier nicht finden. Es sind einfache Gräber, oftmals nur mit einem Holzkreuz verziert. Manche sind mit kleinen Figuren geschmückt – ein Zeichen, dass es wohl den einen oder anderen Menschen auf Erden gibt, der diesen Verstorbenen nachtrauert. Aber viele Gräber sind verlassen. Und das ist das Typische an dieser Ruhestätte – dass hier Tote ruhen, die auf Erden niemanden hinterlassen haben.

Ein Friedhof ohne Konfessionsvorgabe

Im Jahr 1917 wurde dieser Friedhof auf Betreiben des damaligen katholischen Pfarrers Karl Michl errichtet. Patienten, die im Spital verstorben waren und keine Angehörigen hatten oder die sich die Kosten eines Grabes in einem konfessionellen Friedhof nicht leisten konnten, sollten hier begraben werden.
Von daher kommt auch der Name „Armenfriedhof“.

Auch Opfer des Zweiten Weltkrieges und der NS-Herrschaft sowie französische Kriegsgefangene und ukrainische Zwangsarbeiterinnen haben hier ihre Ruhestätte gefunden. Das Glaubensbekenntnis ist an diesem Ort nicht wichtig. Verstorbene ohne Konfession wurden schon von Beginn an hier begraben. Es ist egal, wer du bist, woher du kommst, was du hast oder wer du warst – dieser Satz könnte am Eingang zum Gemeindefriedhof Oberwart stehen und hätte seine Berechtigung. Seit 1993 werden hier auch Verstorbene des islamischen Glaubens begraben.

Was an diesem Ort aber besonders auffällt, sind die vielen kleinen Grabstätten. Sie geben Zeugnis darüber ab, dass hier seit Bestehen des Friedhofes Totgeburten und unmittelbar nach der Geburt verstorbene Säuglinge beigesetzt werden. In aller Stille passiere dies meist, weiß der Totengräber zu erzählen. Die Eltern seien oft nicht in der Lage, am Begräbnis teilzunehmen – so groß sei die psychische Belastung für sie. Oft kämen sie dann erst ein paar Tage später zu ihm, damit er ihnen das Grab zeige. Meist ein schlichtes Holzkreuz mit dem Vornamen. Wie sehr wünscht man sich dann, dass dieser Ort doch etwas gepflegter gestaltet wäre.

Lebensgeschichten

Wer sich in diesem Friedhof die Zeit nimmt und die Grabstätten genauer betrachtet, erahnt die eine oder andere bewegte Lebensgeschichte, die einst dahinter steckte. Da ist etwa das Grab des Zirkusdirektors Konrad Kunz, der in Calafat in Rumänien geboren wurde und 1959 im Spital in Oberwart gestorben ist. Auf dem schmiedeeisernen Kreuz ist er mit seinem Pferd zu sehen. Wer dieses Grab heute noch pflegt, kann auch der Totengräber Alexander Krautsock nicht beantworten.

Einer, der ebenfalls im Spital verstarb und hier seine letzte Ruhestätte fand, war ein gewisser Heinrich Müller. Seine Lebensgeschichte wurde durch den Zweiten Weltkrieg geprägt. Vor Kriegsbeginn wanderte seine Mutter mit ihm nach Polen aus. Er soll ein Schulfreund des späteren Papst Johannes Paul II. gewesen sein und hat in Polen als Lehrer gearbeitet, bis er zur Waffen-SS rekrutiert wurde. Seine Einheit soll unzählige Verbrechen an der Zivilbevölkerung begangen haben. Es wird erzählt, dass er dabei ein Trauma erlitten habe, von dem er sich nie erholen sollte. Nach Ende des Krieges landete er in einem Straflager in Sibirien, von dem ihm 1948 die Flucht gelang. Auf einem Gutshof in Siegendorf lernte er eine Romni aus Oberwart kennen und gründete mit ihr eine Familie. Im Alkohol versuchte er die Erlebnisse des Krieges zu ertränken – woran auch seine Beziehung scheiterte. Es wird überliefert, dass er ein sehr gebildeter Mann gewesen sei, doch letztlich war er als „Taglöhner“ bei einer Familie tätig, um sich sein täglich Brot zu verdienen. Er starb 1984 im Krankenhaus Oberwart. Sein Grab wird von seinem Enkelsohn gepflegt.

Wer sich auf diesen Friedhof einlässt, der taucht ein in eine andere Welt. Aber neben den vielen Lebensgeschichten, die dieser Ort zu erzählen weiß, ist er Symbol für die Vielfalt der Stadt Oberwart. Und als solchen Symbolgut sollte er auch gepflegt und erhalten werden.

Führungen zu den Friedhöfen von Oberwart rund um Allerheiligen unter 0664/50 44 554

Plätze und G'schichten

Das letzte Tennis-Match

60 Jahre Tennisgeschichte hat der Tennisplatz Seper in Oberwart geschrieben. In der laufenden Saison werden die letzten Matches ausgetragen. Dann ist er Geschichte. Ab November errichtet die OSG hier ein neues Wohnprojekt.

60 Jahre lang wurde hier Tennis gespielt. Mit Ende der Saison ist der Tennisplatz Seper in Oberwart Geschichte

 

An der Ecke Badgasse / Hyrtlgasse in Oberwart führt ein schmaler Weg zu einem gut versteckten Tennisplatz. Der Spaziergänger würde diesen Platz wohl kaum bemerken, so gut geschützt ist er durch die hohen Sträucher und Bäume, die sich im Laufe der Jahre hier entwickelt haben. Es ist der 3. August 2018. Und genau vor 60 Jahren begann die Tennisära in Oberwart. 25 Oberwarter Akademiker und Geschäftsleute haben am 3. August 1958 diese kleine private Tennisanlage mit zwei Plätzen eröffnet. Das Grundstück gehörte damals Gisela Margarethe Nicka, der Mutter der heutigen Miteigentümerin Astrid Seper. Sie war von der Idee eines Tennisplatzes sehr angetan und verpachtete das Grundstück an die 25 tennisbegeisterten Oberwarter, die darauf die besagte Sportanlage errichteten. Auch ein neun Meter tiefer Brunnen und zwei Kühlschächte wurden damals gleich mitgebaut. Die Sportler wussten diese Schächte besonders zu schätzen, denn sie dienten zum Kühlen der Getränke.

Diese Tennisanlage war die erste des Südburgenlandes und in diesem Zuge wurde der Tennisclub Oberwart geboren. „Es war die Zeit, in der die 2. Republik in Österreich zu wachsen begonnen hat. Tennis war in den beginnenden 60-er Jahren eine völlig neue Sportart und auch nicht gerade billig. Somit waren es vor allem Akademiker und Unternehmer, die ihn sich leisten konnten“, erinnert sich Johann Hadek zurück. Er war Gründungsmitglied und gilt als einer der Pioniere im Oberwarter Tennis- und Basketballsport.
Allein der Gründungsbeitrag machte damals pro Mitglied 1.500 Schilling aus.

Heute noch wird erzählt, dass Heinrich Kiss, Primar des damals angrenzenden alten Krankenhauses, ein begeisterter Tennisspieler war und jede freie Minute am Platz verbrachte. Es soll sogar öfters vorgekommen sein, dass er während eines Matches wegen eines Notfalls vom Platz geholt wurde, da er ja viele Jahre der einzige Chirurg im Krankenhaus war.

Die Tennisanlage war nicht nur eine Sportstätte, sondern auch ein Kommunikationsplatz, an dem viele Veranstaltungen stattfanden. In dieser Zeit erzielte der Tennisclub auch einen großen sportlichen Erfolg. Im Jahr 1975 holten die Mitglieder den Titel „Burgenländischer Vizemeister“ nach Oberwart.

Mehr Möglichkeiten für den Tennis-Sport

Im Laufe der Zeit zeigten immer mehr junge Menschen Interesse an diesem Sport. Die steigende Nachfrage führte dazu, dass die Stadtgemeinde Oberwart im Jahr 1967 im Schulhof der neu errichteten Volksschule den Platz für einen Asphalt-Tennisplatz zur Verfügung stellte. Finanziert wurde dieser vom Tennisclub, also der Union Oberwart. So konnten auch viele Jugendliche Tennis spielen.

1976/77 wurde für den Oberwarter Sport ein geschichtsträchtiges Ereignis Realität. Die Gemeinde errichtete das heutige Sportareal neben der Hauptschule. Oberwart bekam unter anderem ein Fußballgelände – und eine Tennisanlage. Diese wurde von der Union Oberwart gemietet und öffentlich betreut.

Daneben gab es außerdem einige weitere private Möglichkeiten Tennis zu spielen: An der Ecke Semmelweisgasse-Badgasse gab es den sogenannten „Krankenhaus Tennisplatz“, später gab es zwei private Tennisplätze von Dr. Matthias Vitsich und vom Gasthof Zambo und schließlich den sogenannten Bewag Tennisplatz.

Der Tennisplatz in der Badgasse/Hyrtlgasse (Seper Tennisplatz) bekam dieses Angebot deutlich zu spüren, denn die Mitgliederzahl ging beträchtlich zurück. Auch der neu aufkommende Trendsport Golf trug einiges zur sinkenden Mitgliederzahl beim Tennissport bei. Das führte dazu, dass der Tennisclub Oberwart die Anlage an Familie Seper übergab. Ab diesem Zeitpunkt führten Thomas und Astrid Seper die Tennisanlage. 1991 wurde der Name schließlich auf „ASKÖ Tennisclub Seper Oberwart“ geändert.

In dieser Ära durfte der Verein nochmals eine Hochblüte erleben. Grund dafür waren mitunter die Erfolge von Österreichs Profi Tennissportler Thomas Muster, der die Sportart wieder populär machte. Auch der Tennisclub Seper konnte beachtliche Erfolge erzielen. So holten sich etwa Daniel Seper und Florian Hotwagner in den Jahren 2002 und 2004 den Meistertitel im Nachwuchswettbewerb bei den Burgenländischen Landesmeisterschaften.

Das Ende einer Ära

Die Begeisterung währte aber nicht ewig. Heute, im Jahr 2018, zählt der Verein der Tennisanlage Seper nur mehr zehn Mitglieder, was eine Aufrechterhaltung der Anlage immer schwieriger macht. Aus diesem Grund hat sich die Familie Seper nun dazu entschlossen, den Tennisplatz an die OSG zu verkaufen. Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft wird hier unter dem Projekt „Die neue Welle“ im November ein Wohnprojekt starten. Insgesamt sollen bis zum Jahr 2020 18 Wohnungen und vier Dachterrassenwohnungen auf diesem Areal entstehen.

Kastrationspflicht bei Katzen muss eingehalten werden

Kastrationspflicht bei Katzen muss eingehalten werden

Jede Katze – egal ob männlich oder weiblich – die sich im Freien aufhält, muss kastriert sein. Katzenbesitzer sind dafür verantwortlich! Dieses Gesetz hat seinen Grund, denn Katzen vermehren sich in kürzester Zeit ums Vielfache. Das Leid der Streuner ist unermesslich.
Alice Pichler, Obfrau des Tierschutzvereins „Wir fürs Tier“

Im Jänner soll der Landtag eine Neuregelung der Tierhaltung beschließen. Wer mehr als vier Hunde und / oder acht Katzen hat, braucht dafür eine Genehmigung des Amtstierarztes.

Landesvize Johann Tschürtz mit Tierschutz-Ombudsfrau Gabriele Velich

 

„Tierhaltung“ ist einer von fünf Abschnitten des neuen Landessicherheitsgesetzes, das im Jänner vom Landtag beschlossen werden soll. Das Gesetz sieht ein Bewilligungsverfahren unter Einbindung des Amtstierarztes für das Halten von mehr als vier Hunden und / oder acht Katzen vor

Am 24. Jänner soll das neue Landessicherheitsgesetz, das das aus dem Jahr 1986 stammende Polizeistrafgesetz ersetzt, vom Landtag beschlossen werden. Fünf Abschnitte umfasst das neue Gesetz – einer davon regelt die „Tierhaltung“ neu. So soll künftig das Halten von mehr als vier Hunden und / oder acht Katzen an ein Bewilligungsverfahren durch die Gemeinde gebunden sein. Im Verfahren hat die Gemeinde den Amtstierarzt als Amtssachverständigen beizuziehen. Es habe in der Vergangenheit vermehrt Bissattacken gegeben, erklärt Tschürtz. „Wir wollen mit dem Gesetz eine Situation schaffen, wo jeder so mit seinen Tieren umgeht, dass von ihnen keine Gefährdung ausgeht. Der Amtstierarzt hat jetzt ein wesentliches Mitspracherecht, er kann am besten beurteilen, ob die Haltung einer größeren Anzahl von Hunden und Katzen tiergerecht und auch für die Menschen ohne Probleme möglich ist. Es kann nicht zielführend sein, in einer 50 Quadratmeter-Wohnung sechs Hunde oder zwölf Katzen zu halten“. Velich sieht die Neuregelung vor allem aus Sicht des Tierschutzes positiv. „Die Tiere finden bessere Bedingungen vor, Hunde können auch ein besseres Sozialverhalten entwickeln“. Mit dem Gesetz sei nun auch eine Möglichkeit geschaffen worden, gegen illegalen Hundehandel vorzugehen.

Scharfe Kritik kommt von den Grünen. Abgeordneter Wolfgang Spitzmüller: „Die GRÜNEN Burgenland sehen in der geforderten Bewilligung einen unnötigen generellen Verdacht gegenüber TierhalterInnen im Burgenland, die zudem noch einen großen bürokratischen Mehraufwand mit sich bringt.

Spitzmüller: „Völlig fragwürdig ist auch, warum einmal mehr, wie bei der Kastrationspflicht für Katzen, landwirtschaftliche Betriebe ausgenommen sind. Sogar das Halten von gefährlichen Wildtieren, das generell verboten ist, ist Bauern und Bäuerinnen damit erlaubt.
Das bedeutet, dass das Horten von Tieren zwar verboten wird, aber am Bauernhof ist es weiter zulässig. Das macht keinen Sinn, weder im Sinne der Sicherheit noch im Sinne der Tierhaltung.“ Ein Passus des Gesetztes widerspricht laut Spitzmüller sogar dem Tierschutzgesetz,
in dessen §6 (1) ganz klar steht: „ Es ist verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten.“ Das Landessicherheitsgesetz steht mit der Möglichkeit der Tötung eines Tieres dem entgegen. In § 27 (4) heißt es: „Ist eine Unterbringung ….. unmöglich, können diese Tiere auf Kosten des Verursachers nach Anhörung der Tierschutzombudsstelle ……..schmerzlos getötet werden.“ Spitzmüller: „Hier geht es um abgenommene Tiere, für die man keinen Platz findet, dies ist eindeutig kein ‚vernünftiger Grund‘ ein Tier zu töten.“ Die GRÜNEN fordern einmal mehr die Tierhaltung aus dem Landessicherheitsgesetz heraus
zunehmen und ein eigenes Tierhaltungsgesetz zu verfassen.

 

http://www.burgenland.at

 

Katzen sind sehr sensible Tiere. Ihr Problemverhalten, wie etwa Unsauberkeit, kann den Katzenhalter zur Verzweiflung treiben.

Aus der aggressiven Liv ist ein richtiger Schmusetiger geworden.

 

Unsauberkeit, aggressives Verhalten oder Unverträglichkeit sind Probleme, mit denen Katzenhalter oftmals zu kämpfen haben. Eine Katze ist ein Familienmitglied. Nur weil es Probleme im Zusammenleben gibt, ist das also niemals ein Grund, die Katze abzugeben. Doch was kann man tun, wenn die Samtpfote wirklich Problemverhalten zeigt?

Tipp 1: Lernen Sie, Ihre Katze zu verstehen.

Jeder Katzenhalter sollte sich mit der Kommunikation und dem Ausdrucksverhalten seiner Samtpfote auseinandersetzen. Nur so kann man auch erkennen, ob die Katze in jeweiligen Situationen gestresst, wütend, unsicher, entspannt oder zufrieden ist. Hinzu kommt die Überlegung, wie Katzen ihre Umgebung wahrnehmen. So hören sie beispielsweise sehr gut, was auch bedeutet, dass sie sensibler auf Geräusche reagieren als wir. Grundlagen der Schmerzerkennung bei Katzen und Wissen um spezielle Verhaltensweisen sind ebenso Bereiche, über die der verantwortungsvolle Katzenhalter informiert sein sollte. So fressen Katzen normalerweise Kleintiere und daher über zwanzig Mal am Tag, was möglicherweise ihr beständiges Betteln um Futter etwas verständlicher erscheinen lässt.

Tipp 2: Suchen Sie nach den Ursachen.

Bestrafung führt nicht dazu, unerwünschtes Verhalten zu beseitigen, sondern bestenfalls dieses zu unterdrücken, führt aber gleichzeitig unweigerlich zu einem Vertrauensbruch zwischen Ihnen und Ihrem Vierbeiner. Mit ihrem Problemverhalten, so es eines ist, will uns unsere Katze lediglich mitteilen, dass es ihr nicht gut geht, dass sie gestresst, unsicher, unzufrieden ist oder sogar Schmerzen hat. Die erste Überlegung muss also sein, warum die Katze sich nicht wohlfühlt. Hat sich etwas verändert? Ist ein neues Tier in den Haushalt gekommen? Lebt die Katze nun mit einem Baby zusammen? Wurde die Katzentoilette an einen anderen Ort gestellt? Wurde das Futter umgestellt? Das sind nur einige wichtige Fragen, die man sich durch den Kopf gehen lassen sollte.

Tipp 3: Was kann ich tun?

Je nach Ursache des Problems unterscheidet sich natürlich die „Therapie“ oder das Training. Prinzipiell muss als zuerst ausgeschlossen werden, dass die Katze Schmerzen hat. Daher ist ein tierärztlicher Rundumcheck unumgänglich.

Bei Unsauberkeit sollte man kontrollieren, ob genug Katzentoiletten vorhanden sind und diese regelmäßig sauber gehalten werden sowie an ruhigen Orten aufgestellt sind. Gegebenenfalls kann es bereits hilfreich sein, die Anzahl der Katzentoiletten zu erhöhen. Gerade bei Katzen, die mit Kindern oder auch anderen Tieren zusammenleben, muss sichergestellt sein, dass sie genug Rückzugsmöglichkeiten haben. Ideal wäre dafür ein eigener Raum oder, wenn das nicht möglich ist, könnte man der Katze mehrere erhöhte Rückzugsmöglichkeiten schaffen, wo sie ungestört sein kann. Katzen sind sehr vielschichtig, nicht immer verstehen wir sofort, was sie uns mitteilen wollen oder warum sie sich unwohl fühlen.

Das Wichtigste ist also, Geduld zu haben. Wenn man nicht mehr weiter weiß, kann der Gang zu einem Experten helfen. Es gibt mittlerweile einige Menschen, die sich auf das Problemverhalten von Katzen spezialisiert haben und die mit Rat zur Seite stehen können.

 

www.wirfuerstier.at

In unserer letzten Ausgabe haben wir mit der Serie rund um die Katze gestartet. Auch im zweiten Teil geht es um Tipps zur artgerechten Katzenhaltung.

Katzen sind zu zweit am glücklichsten! Einzelhaltung führt oft zu Problemen.

 

Zu zweit ist es am schönsten!

Katzen sind keine Einzelgänger, sie brauchen ihre Artgenossen, um artgerecht leben zu können und wirklich ganz glücklich zu sein. Von klein an sollten Katzen daher mit anderen Katzen zusammenleben – ansonsten kommt es zu Verhaltensauffälligkeiten, wie Unverträglichkeit, Unsauberkeit oder Aggressivität. Damit die Katze ein glückliches Leben führt, muss man sich also im Klaren sein, dass das nur geht, wenn man zwei Samtpfoten einen Platz in der Familie schenkt.

Schmeckt‘s nicht? Tipps rund ums Futter

Katzen sind große Persönlichkeiten. Sehr schnell haben sie verstanden, wie sie mit uns umgehen müssen, um das zu bekommen, was sie wollen. Gerade beim Futter zeigt sich diese Fähigkeit oft: Katzen sind extrem heikel bei der Auswahl von Marken und Sorten. Aber diese sind meist alles andere als gesund, denn darin finden sich ungeeignete Zusätze wie Zucker, Lock- und Duftstoffe sowie Getreide und ein viel zu geringer Fleischanteil. Diese Inhaltsstoffe machen „süchtig“ und führen dazu, dass gesundes Futter nicht mehr angenommen wird.

Das Umstellen ist dann sehr schwer. Am einfachsten ist es deshalb, der Katze von Anfang an hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil zu füttern. Dies findet sich ausschließlich im Fachhandel. Generell gilt: Futter sollte frei von Zucker, Getreide, Lock- oder Duftstoffen sein. Und je genauer die Inhaltsstoffe angegeben sind, umso besser. Das richtige Futter trägt maßgeblich zur Gesundheit der Katze bei. Jahrelange falsche Fütterung kann unter anderem zu Durchfall, Diabetes oder Fettleibigkeit und damit zu hohen Tierarztkosten führen. Die richtige Investition ist hier also jene in hochwertiges Futter und damit in die Gesundheit seines Stubentigers. Man sollte seine Katze übrigens auch zum Trinken animieren – ein Trinkbrunnen kann hierfür sinnvoll sein.

Die richtige Einrichtung

Katzen sind Perfektionisten – bereits kleine Unstimmigkeiten können für sie zum Problem werden. Mit der richtigen Einrichtung kann man dem aber bereits vorbeugen. Die Katzentoilette: Katzen sind sehr reinlich. Grundsätzlich gilt: Anzahl der Katzen und eine weitere Katzentoilette. Beim Katzenstreu sollte man auf das gewohnte Streu der Katze zurückgreifen und auf unparfümierte Varianten setzen. Als Ort der Katzentoilette sollte ein ruhiger Ort gewählt werden, der der Katze jederzeit zur Verfügung steht. Haubentoiletten werden oft nicht gerne angenommen und können zu Protestverhalten führen.

Futter- und Wasserschüsseln sollten getrennt voneinander aufgestellt sein. Um Futterneid vorzubeugen, braucht jede Katze eine eigene Futterschüssel. Ein Kratzbaum, beziehungsweise eine Kratzmöglichkeit, sollte in keinem Katzenhaushalt fehlen. Die Katze muss die Möglichkeit haben, ihre Krallen zu schärfen – ansonsten wird sie gezwungenermaßen auf Couch, Teppich oder Sesseln zurückgreifen. Außerdem lieben die meisten Katzen erhöhte Liegeplätze. Die Lebensqualität maßgeblich erhöhen, kann ein Balkon. Dieser muss dann aber unbedingt mit einem Netz bis oben hin gesichert werden. Hat man keinen Balkon sollte man zumindest ein Fenster vergittern.

Bei Katzen mit Freigang sollte unbedingt bedacht werden, ob die Umgebung dafür geeignet ist. Vielbefahrene Straßen in der Nähe sollten ungesicherten Freigang ausschließen. Generell sind Baby- und Jungkatzen bis zumindest sechs Monate nicht zum Freigang geeignet. Gesicherter Freigang lässt sich mittels hohem Zaun mit Übersprungschutz umsetzen.

Tierschutz darf nicht auf den 4. Oktober beschränkt sein. Ohne die ehrenamtliche Tätigkeit vieler Privatpersonen, wäre die Tierschutzarbeit nicht möglich.

Tierschutz

Die Katze zieht ein

In dieser Ausgabe starten wir mit einer dreiteiligen Serie rund um die Katze. Was soll man füttern? Wie sieht die artgerechte Haltung aus und was kann man tun, wenn die Katze unsauber ist?

Dieser Kater fühlt sich im neuen Zuhause sichtlich wohl

 

Willkommensraum!

Katzen sind sehr ortsgebundene Tiere – es ist normal, dass eine Katze in einer fremden Umgebung unsicher ist. Man kann ihr also sehr helfen, indem man ihr die ersten Tage nur ein Zimmer zur Verfügung stellt, wo sie alles Nötige findet und das sie idealerweise auch später als „ihr“ Rückzugszimmer nutzen kann. So wird sich die Katze wesentlich schneller eingewöhnen.

Gut vorbereitet sein!

Katzen sind gechillte Tiere. Es gibt nichts, was sie mehr hassen, als Stress und Hektik. Daher sollte man alle notwendigen Dinge zur Katzenhaltung bereits vorab besorgt und vorbereitet haben: Ein Katzenklo pro Anzahl der Katzen sowie ein weiteres, Katzenstreu (am besten unparfumiert), Futter und Wasserschüssel getrennt voneinander sowie eine Kratzmöglichkeit. Ebenso sollte das Haus bereits vorab katzensicher sein: Zum Beispiel sollten alle giftigen Pflanzen entfernt werden, Balkon oder auch zumindest ein Fenster vergittert sein.

Geduld haben!

Jede Katze ist unterschiedlich. Meistens brauchen sie aber vor allem eines: Geduld. Katzen mögen es nicht, zu etwas gezwungen zu werden, sie entscheiden selbst gerne, was sie tun. Oft dauert es mehrere Wochen, bis sie sich eingelebt und Vertrauen aufgebaut haben. Niemals dürfen Freigängerkatzen daher auch vor dem Zeitraum eines Monats ins Freie gelassen werden. Durch Spielen, Leckerlies und Futter oder einer Kombination aus all dem kann man das Selbstbewusstsein seiner Samptpfoten steigern. Ebenso sollte man sich mit der Sprache der Katze auseinandersetzen, um ihre Bedürfnisse verstehen zu lernen.

Vor 5 Jahren, genau am 4. Oktober, dem Welttierschutztag, wurde der Verein „Wir fürs Tier“ gegründet - mit dem Ziel, nachhaltige Tierschutzarbeit zu leisten. Daran arbeitet Obfrau Alice Pichler mit ihrem Team täglich. Für sie gibt es zwei große Themen: Einerseits die mangelnde Verantwortung des Menschen Tieren gegenüber. Und das gezielte Ausblenden von Tierleid.

„Mein Herz schlägt Renault“

„Mein Herz schlägt Renault“

Er hat ein Faible für Italien, freut sich über 100-er Sprünge in Sachen Verkaufszahlen und hat vor wenigen Wochen den Ausbau seines Autohauses Vogl+Co in Oberwart abgeschlossen, den er mit einem großen Eröffnungsfest am 23. März krönt. Michael Postmann führt mit seinem Team acht Auto-Marken an diesem Standort. Eine davon hat sich fest in sein Herz gebrannt...
Werbung / bezahlte Anzeige / 1. März 2019

Es ist was los im Autohaus Kohla-Strauss! Die MINI Modelle mit dem Black Premium Package sind seit Anfang November erhältlich.

Der MINI 3-Türer in der Black Premium Edition.

 

Die MINI Modelle gibt es jetzt mit einer exklusiven Ausstattung und das zu unglaublich tollen Konditionen. Der 3-Türer ist bereits ab 99 Euro pro Monat erhältlich. Der 5-Türer ab 119 Euro. Open-Air-Feeling gibt es mit dem MINI Cabrio schon ab 129 Euro und den Clubman mit fein verarbeiteten Polsteroptionen und hochwertigen Designakzenten kann man ab 169 Euro sein Eigen nennen. Mit dem möglichen ALL4-Allradsystem des Countryman und der Premium-Cockpit-Technologie erobert man jedes Terrain – und das bereits ab 199 Euro im Monat.

Die Black Premium Edition bietet individuelle Konfigurationsmöglichkeiten und ein exklusives Ausstattungspaket mit Sportsitzen, LED-Scheinwerfern, schwarzen 16-Zoll-Leichtmetallrädern, Victory Spoke, Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion sowie Park Distance Control.

Mit seiner angenehmen Haptik und Optik begeistert das Interieur des MINI Premium Black Package selbst die anspruchsvollsten Fahrer. Hochwertige, weiche Materialien und ein meisterhaftes Design bieten exklusiven Komfort. Die luxuriöse Polsterung und die glatten Oberflächen der Armaturen und Türeinsätze sind alle in klassischem Piano Black gehalten. Im Inneren der MINI Modelle mit Premium Black Package befindet sich das MINI Centre Instrument mit 6,5 Zoll Display.

Dank Tempomat am Multifunktionslenkrad können Sie mit Ihrem treuen Reisebegleiter komfortabel auch längere Touren unternehmen und dank Freisprecheinrichtung bequem mit der Außenwelt kommunizieren. Die LED Rückleuchten, die eine stilisierte und moderne Interpretation der britischen Flagge zeigen, verleihen den MINIs einen edlen Look.

Autohaus Kohla-Strauss, www.kohla-strauss.mini.at

Sie sind derzeit hoch im Kurs. Nicht zuletzt, weil die Regierung - allen voran Infrastrukturminister Norbert Hofer - die Elektro-Autos fördern will. prima! hat daraufhin gleich mal den neuen Hyundai KONA Elektro getestet.

Der neue Hyundai KONA Elektro. Testauto vom Autohaus Fürst in Unterwart.

 

Das Ding ist leise, sehr leise. Legt aber eine atemberaubende Beschleunigung hin und klebt förmlich auf der Straße. Kein Nicken, keine Schräglage – unglaublich. Gut, Allrad hat er nicht, aber dafür sticht er in allen anderen Bereichen unglaublich hervor. Dass Hyundai seine Hausaufgaben mehr als gründlich erledigt hat, sieht man an der Tatsache, dass die Aufpreis-Liste lediglich drei Punkte umfasst: Metallic-Lack, Glasdach und Ledersitze. Alles andere ist bereits serienmäßig verbaut.

So stehen auf der sehr, sehr langen Liste der Standardausstattung so Dinge, wie jede Menge Airbags, ABS, eine Alarmanlage, Assistenzsysteme wie ein autonomer Notbrems-assistent mit Fußgängererkennung, eine elektrische Servolenkung, Einparkhilfen, vorne und hinten. Für das Handy gibt es eine Ladestation, Freisprecheinrichtung wird auch angeboten.

Beim Licht gibt es einen Fernlichtassistenten, LED-Scheinwerfer und natürlich eine Zentralverriegelung. Serienmäßig dabei ist ein Audio-Navi, Bluetooth-Einheit mit Spracherkennung, Klimaanlage, elektrisch verstellbare Sitze, Tempomat und noch vieles mehr. Ein riesiger Bildschirm am Armaturenbrett informiert über alle wesentlichen News, wie Navi, Radio etc.

Knapp 500 km mit einer Ladung

Der Hyundai KONA Elektro beweist neben sportlichen auch ausgeprägte Langstreckenqualitäten: Die Batteriekapazität beträgt in der 150-kW-Version stattliche 64 Kilowattstunden, die in Kombination mit dem effizienten Elektroantrieb eine Reichweite von bis zu 482 Kilometern nach WLTP möglich macht. Die Lithium-Polymer-Akkumulatoren punkten mit kompakter Bauweise und schnellen Ladezeiten.

In nur knapp 40 Minuten wird der Elektro-SUV an einer 100-kW-Schnellladestation bis zu 90% aufgeladen. An einer für die heimische Garage geeigneten Wallbox kann man den KONA Elektro in gut neun Stunden vollständig laden. Im Betriebsmodus stehen 150 kW oder 204 PS auf Abruf bereit und beschleunigen das Fahrzeug unglaublich.

Wer diesen außergewöhnlichen Elektro-SUV sein Eigen nennen will, ist ab 45.790 Euro mit dabei.

Mazda kann es einfach nicht lassen und hat den CX-5 weiterentwickelt. Seit September ist die neue Generation verfügbar und der Test zeigt, dass sich das Herumtüfteln ausgezahlt hat.

Der Mazda CX-5 ist in der zweiten Generation noch raffinierter.

 

Bereits die erste Generation des CX-5 konnte sich sehen lassen. Die Japaner zeigen hier aber einen Hang zur Perfektion, dem sie nachgegangen sind und das spürt man nun bei den Details. Dabei ist sich Mazda seiner Stärken bei diesem Modell aber durchaus bewusst und ist diesen treu geblieben.

So wurde das Design kaum verändert. Lediglich der Kühlergrill wurde ein wenig verbreitert und die Lichter sind ein wenig schmaler, was dem Modell mehr Pfiff verleiht. KODO nennt Mazda das Design und mit seiner speziellen Lackierung unterstreicht er die Linien, sodass diese noch markanter wirken.

Im Innenraum steht Mazda weiterhin zu seiner konservativen Linie. Zusätzlich zur Touch-Bedienung kann das System auch per Dreh-Drückknopf gesteuert werden.

Das Head-up-Display macht es möglich, dass der Blick auf der Straße bleibt, denn wichtige Informationen wie Geschwindigkeit, werden direkt auf die Windschutzscheibe projiziert.

Herumgebastelt haben die Japaner an der Aerodynamik und der Isolierung, was dazu führt, dass die Außengeräusche minimal sind. Die Lenkung überträgt direkt. Auf längeren Strecken kommt die Stärke des Tempomats zum Tragen – dieser regelt die Geschwindigkeit, abhängig vom Vordermann. Im Stadtverkehr ist die Start-Stopp-Funktion unverzichtbar – der neue Mazda CX-5 wird dadurch noch mehr eins mit dem Fahrer.

Besonders fein ist das G-Vectoring-Control System, das zu einer souveränen Straßenlage und einem kontrollierten Kurvenverhalten führt und unbemerkt sanft in die Drehmomentverteilung eingreift. Auch bei rutschigen Fahrbedingungen ist dadurch Sicherheit gewährleistet. Flottes Fahren in den Kurven ist dank präziser Lenkung möglich.

Mazda hat bei seinem CX-5 also nochmals ordentlich nachgerüstet und mit der neuen Generation ein ziemlich hohes Level im SUV-Segment vorgelegt.

Gesehen ab EUR 25.990,-

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, 24 Stunden lang Auto zu fahren? Ja? Dann wird Ihnen diese Geschichte gefallen. Nein? Dann lesen Sie aufmerksam, vielleicht bekommen Sie ja Lust darauf. Denn es gibt im Bezirk ein paar Menschen, die werden genau das tun: an einem 24-Stunden-Rennen teilnehmen.

Polizist Wolfgang Hansl aus Siget hat den Verein „Police Racing Team“ gegründet.

 

Die meisten Männer träumen doch davon, an einem „Schrottauto“ herumzuschrauben, es so wieder auf Vordermann zu bringen und dann damit herumzudüsen, vielleicht sogar auf einer Rennstrecke. Wolfgang Hansl aus Siget macht genau das! Der Polizist tut sich dabei allerdings nicht ganz so schwer, da er auch gelernter Mechaniker ist. Er ist einer der 15 Mitglieder vom „Police Racing Team“, die in diesem Jahr an drei verschiedenen Rennen teilnehmen werden. „Das alles ist ein Low- Budget-Projekt. Wir suchen uns günstige Autos und bauen sie im Team so um, dass wir damit an den Start gehen können.“ Und da kann es dann schon passieren, dass man zum Beispiel zwei Mazda um 300 Euro erbeutet.

 

24 Stunden lang heißt es: „Gib Gummi!“

24 Stunden Motorsport wie bei den Profis, allerdings mit Fahrzeugen, die so manch anderer nur mehr zum Schrotthändler bringen würde, anstatt damit an einem 24- Stunden-Rennen teilzunehmen. Unmögliches möglich zu machen, auch wenn das Auto während des Rennens nicht mehr so will wie der Fahrer. Darum geht es beim „24 Hours of Racing“, das im ungarischen Nyirad, in der Nähe des Plattensees, stattfindet. Die Autos werden auf Asphalt, Schotter und Lehm über die Rennstrecke, welche sogar den Sicherheitsstandards der FIA entspricht, gejagt. In 5er Teams wird immer wieder gewechselt, bis die 24 Stunden um sind. „Uns geht es wirklich nur um den Spaß, es wird eine Herausforderung, das Auto überhaupt so lange am Leben zu halten”, erzählt Wolfgang Hansl mit einem Grinsen im Gesicht. Zu seinen Teammitgliedern für das Rennen am 26./27. Mai gehört unter anderen auch der Oberwarter Alexander Fabsits.

 

Damenteam startet im September

An der Seite von Wolfgang steht seine Lebensgefährtin Theodora Adler, die genauso motorsportbegeistert ist und da wäre es ja gelacht, wenn man nicht auch ein Damenteam zustande bringt. Fünf Ladies fahren zu denselben Bedingungen 24 Stunden durch. „Keine von uns ist jemals ein Rennen gefahren, geschweige denn so lange hinterm Steuer gesessen, aber genau das ist der Reiz an der Sache und wir freuen uns schon riesig darauf!“ Das Damenteam startet beim Rennen im September auf derselben Rennstrecke. Insgesamt gibt es 75 Teams pro Rennen, es herrscht absolutes Berührungsverbot und Fairplay steht im Vordergrund.
Das Auto der Herren wurde übrigens am 21. April bei einer Fahrzeugpräsentation im Tamdhu Oberwart feierlich vorgestellt. Bei all dem Spaß steht auch im Vordergrund Gutes zu tun, deswegen spendet der Verein elf Prozent der Sponsoreinnahmen an „Fight Cancer“, um ein Zeichen gegen Krebs zu setzen.

 

… und dieses ist der dritte Streich

Und weil diese zwei Rennen noch immer nicht genug sind, fahren Dora und Wolfgang auch beim Pothole Rodeo 2018 als eines von 145 Teams mit. 11 Länder, 4.000 Kilometer und jede Menge Nervenkitzel wartet dort auf die beiden.

Beitrag aus Ausgabe 05/2018

...hat 1.800 PS unter der Haube, beschleunigt in 2,6 Sekunden auf 100 km/h und knallt eine Höchstgeschwindigkeit von 355 km/h auf den Asphalt. Dass dieser Bolide derart in Schuss ist, liegt auch an einem gewissen Franz Polster und seinem Konzern „PIK-AS“ in Mariasdorf.

DI Christina Polster und Mag. Franz Polster. Das Tochter-Vater-Gespann leitet das Unternehmen PIK-AS, das ein Relais für den „Rimac“ liefert.

 

In den Wochen vor Weihnachten legt Franz Polster den Telefonhörer kaum aus der Hand, bimmelt auch sein Handy unentwegt – „gerade hab ich Weihnachtsbeleuchtung nach Bayern verkauft“, verrät der Seniorchef von PIK-AS International mit Sitz in Mariasdorf. Neben seiner Stammfirma hat er vor Jahren nämlich auch das Unternehmen X-AS gegründet und produziert handgemachte Weihnachtsbeleuchtung. „Als Gegenpol zur Billigware aus China“, wie er sagt. Bis zu einen Meter im Durchmesser sind diese Girlanden, Glühlampen und dergleichen groß.

Beim gedanklichen Schwenk in die Automobil-Industrie beginnen Polsters Augen – offiziell wird der erfolgreiche Konzern für elektrotechnische Fabrikate bereits von Tochter Christina geleitet – freilich um einen Deut strahlender zu leuchten. Wenn man das „schnellste Elektro-Auto der Welt“, den „Rimac Concept One“, nämlich genauer unter die Lupe nimmt, läuft er nur dank eines feinen Relais aus dem Hause PIK-AS.

Der Flitzer hat sage und schreibe 1.800 PS unter der Haube, Polsters Relais bringt 12 Volt, 600 Ampere und schaltet in 2,6 (!) Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht in 14 Sekunden die 300 km/h-Marke. Unfassbare 355 km/h Highspeed bringt der flotte Wagen auf die Piste, bei einer maximalen Reichweite von 600 Kilometern.

Lediglich drei solcher Elektro-Boliden sind derzeit in Europa unterwegs, die Besitzer bleiben streng geheim, Franz Polster verrät lediglich, „dass ein Münchner, ein Mailänder und ein Genfer“ das Vehikel ihr Eigen nennen dürfen. Müssig anzumerken, dass jeder aus dem illustren Trio millionenschwer sein dürfte, sonst würden sich die drei Herren kaum den Kaufpreis von rund 1,5 Millionen Euro leisten können. 25 Rimac „Concept One“ sind angeblich derzeit weltweit unterwegs.
Franz Polsters „Einsätze“ erstrecken sich freilich auch noch auf andere Betätigungsfelder – „wir liefern und verkaufen unsere Relais bzw. Kippschalter weltweit genauso an Hersteller von LKW, Kettenfahrzeugen, klein-motorischen Flugzeugen oder sogar an das amerikanische Militär.“

Das Geheimnis des Erfolgs? „Harte Arbeit“, lacht Franz Polster, „viel Zeit widmen wir natürlich auch der Erforschung fortschrittlicher Technologien. Denn in unserem Markt geht es nicht nur darum, dass die Elektronik funktioniert, sondern wichtig ist auch, wie Kraft und Drehzahl geregelt sind.“

Beitrag aus Ausgabe 12/2017

Auto-Journalisten knien angeblich vor ihm nieder. Volvo bezeichnet ihn als persönliches Meisterstück und weltweit hat die schwedische Marke seit 2008 beinahe eine Million Exemplare verkauft. Klar, dass auch prima! den Volvo XC60 unbedingt testen muss.

Wer sich für diesen edlen SUV entscheidet, setzt auf Komfort, Design und Sicherheit. Schon die Ecken und Kanten am Heck implizieren, dass dieses Auto von einem starken Charakter gefahren werden muss. Der XC60 ist dezent und doch selbstbewusst, aufgeräumt und einfach schön.
Ein SUV, der Kraft und Dynamik ausstrahlt. Also, rein in die 4,7 Meter lange Festung und erst einmal die Atmosphäre des Luxus-Wohnzimmers genießen. Die Zeit braucht man, bis man den tabletartigen Touchscreen mit einer Diagonale von 22,9 cm und das Volvo-Infotainmentsystem genau ins Visier genommen hat. Sämtliche Bedienfelder sind logisch nachvollziehbar. Eine Anleitung ist nicht extra notwendig. Farben und Symbole sorgen dafür, dass man das System noch einfacher als in der Volvo 90er-Reihe bedienen kann.

Sicher wie eine Burg
Im Stadtverkehr zeigt natürlich das City Safety System, dass Volvo das Thema Sicherheit voll im Griff hat. Das System greift in einem Geschwindigkeitsbereich zwischen 4 bis 60 km/h ein. Auffahrunfälle haben die Schweden in ihren Volvos damit maßgeblich reduziert.
Bei den Assistenzsystemen wurde beim XC60 generell nochmals ein Zahn zugelegt. So erkennt der SUV durch ein weiteres Sicherheitssystem eine ausweichende Lenkbewegung des Fahrers und unterstützt ihn beim Umfahren eines Hindernisses.

Komfort und Dynamik
Im freien Gelände zieht der XC60 trotz seiner knapp 1,9 Tonnen vom Start weg kraftvoll nach. In 7,2 Sekunden ist er auf Tempo 100. Verantwortlich dafür ist ein Behälter, der den Luftdruck speichert und den Turbolader bei niedrigen Drehzahlen in Schwung bringt.
Ein stylisches Bedienelement in der Mittelkonsole stellt die unterschiedlichen Fahrmodi ein. Beim Test stellen wir fest, dass der „Comfort“-Status Fahrbahnunebenheiten sanft ausgleicht und das schwedische Schwergewicht sanft dahingleitet. Für eine Landstraßentour optimal. Verantwortlich dafür ist das adaptive Luftfahrwerk, das den SUV nach oben pumpt. Im „Dynamik“-Status wird die Karosserie gesenkt, Lenkung, Federung und Getriebe agieren sportlicher.
Aufgrund dieser Möglichkeiten lässt der XC60 den Fahrer selbst entscheiden, ob er dahingleiten will oder eher eine agilere Fahrweise bevorzugt. Der SUV stellt sich in jedem Fall auf den individuellen Stil des Fahrers ein.

Erhältlich ist der Volvo XC60 als Diesel, beginnend mit dem 190 PS starken D4. Die nächste Klasse ist der 235 PS starke D5-Selbstzünder. Als Benziner ist er als T5 mit 254 PS und als T6 mit 320 PS am Markt.
Die Topmotorisierung bildet der T8-Plug-in-Hybrid mit 407 PS.
Der XC60 hat Allradantrieb und eine Achtgangautomatik an Bord. Wer möchte, kann aber auch ein Sechsgang-Schaltgetriebe anfordern.
Der Einstiegspreis für den 190 PS-Diesel liegt bei 48.300 Euro. (Stand September 2017)

Beitrag aus Ausgabe 09/2017

Warum ein E-Auto fahren? Diese Frage haben wir uns auch gestellt und den Hyundai IONIQ Elektro getestet. Unser Fazit: Allein die Serien-Ausstattung rechtfertigt den Preis. Das gute Gefühl der schadstofffreien Fortbewegung gibt‘s gratis dazu.

prima! hat den IONIQ Premium BEV vom Autohaus Fürst getestet. Dieses E-Auto mit 120 PS gibt es bereits mit einer hochkarätigen Serienausstattung. Der Stromverbrauch liegt bei 11,5 kWh/100 km.

 

Es sind immer die gleichen Fragen in der Diskussion um die Elektromobilität: Wie ist die Reichweite? Gibt es genügend Ladestationen und ist der Einstiegspreis nicht zu hoch? Hyundai hat sich dennoch der ökologischen Idee der E-Mobilität verpflichtet und räumt mit seinem IONIQ gegen diese Vorurteile auf.
280 Kilometer Reichweite und ein Vollladen um etwa 5 Euro sind schon einmal Fakten, die den täglichen Weg zur Arbeit und sogar Wochenendausflüge problemlos sichern – das Ganze natürlich emissionsfrei.

Scotty, Energie!
Die aktuelle Reichweite wird auf dem Display des Bordcomputers angezeigt. Außerdem präsentiert das Navigationssystem mit 8 Zoll Farbdisplay eine Liste (inklusive Entfernungsangabe) der nächst gelegenen Ladestationen – und da gibt es erstaunlich viele. Die Infrastruktur wurde in den letzten Jahren im Bereich E-Mobilität ordentlich ausgebaut und über eine Schnellladestation kann man in etwa 20 Minuten die Batterien wieder auf bis zu 80 Prozent laden – gerade Zeit genug für einen Kaffee.
Um die Reichweite zu verlängern hat der IONIQ Elektro auch die sogenannte Rekuperation, also eine Energie-Rückführung. Das System kann man auch über Schaltwippen am Lenkrad aktivieren. Der Akku hat übrigens eine Garantie auf acht Jahre (bis 200.000 km).
Optisch erkennt man die E-Version des IONIQ an der Frontpartie, die gänzlich ohne Kühlergrill auskommt.
Der Start erfolgt völlig geräuschlos und der 120 PS Elektromotor setzt sofort die volle Kraft frei.

Bleibt noch die Sache mit dem Einstiegspreis. Der liegt beim Hyundai IONIQ Elektro bei 33.990 Euro, wobei gleich einmal die E-Förderung von 4.300 Euro abzuziehen ist. Ein Blick auf die Serienausstattung zeigt, dass kaum noch Raum für Extras ist. Spurhaltesystem, Autonomer Notbremsassistent, Abstandregeltempomat mit Geschwindigkeitsbeschränkung bis hin zur Rückfahrkamera mit Begrenzungssignalisierung rechtfertigen den Preis deutlich.
Die motorbezogene Steuer und NoVA entfallen außerdem. Durch die Steuerreform sind E-Autos für Unternehmer noch interessanter geworden. Sie sind nicht nur vorsteuerabzugsfähig (bis zu 48.000 Euro), sondern es entfällt auch der Sachbezug, wenn sie als Dienstfahrzeug genutzt werden. (Stand Juli 2018)

Beitrag aus Ausgabe 07/2017

Aller Anfang ist schwer

Aller Anfang ist schwer

17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung wurden von der UNO im Jahr 2015 definiert und sollen weltweit einen tiefgreifenden Wandel auslösen. Das hat auch die Schüler der 4b der Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) in Oberwart intensiv beschäftigt.
Ute Reicher und Lena Feichtinger haben sich dabei vor allem mit dem Thema Müll auseinandergesetzt.

In der prima! Serie „Am Schulhof“ interessiert uns die Meinung der Schüler aus den regionalen Oberstufen. In dieser Ausgabe ist es Rosa Nutz (16) von der 2. Klasse der HAK Oberwart, die prima! zu Wort bittet:
Nun ist es wieder mal soweit, die nächste Schulreform überrollt unsere Klassenzimmer. Die „Neue Oberstufe“ soll mehr Chancen, Individualität und Unterstützung bringen. Doch sind wir ehrlich - kann ein System, das den Druck auf die Schüler noch mehr erhöht, wirklich der Weg zu einem besseren Abschluss sein? Aus Eigenerfahrung sage ich „Nein“! „Nein“ zum System – „Nein“ zu seinen Versprechungen! Denn in den Himmel Gelobtes wie Individualitätsförderung und bessere Motivation lassen sich in den oft großen Klassen kaum umsetzen. Auch mit einer Semesterprüfung einen Fünfer auszubessern, ist meiner Ansicht nach sehr schwierig: wie soll der einst schon nicht verstandene Stoff in einem aufbauenden Gegenstand positiv absolviert werden, wenn im Unterricht aufgrund der Lehrstofffülle schon das nächste Kapitel durchgenommen werden muss. Der Druck, den ich mir selbst als gute Schülerin aufbaue, wenn ich wieder mal mitten in der Schularbeitsphase stecke, gleicht dem eines Topmanagers.

Nina Leitgeb besucht die 1. Klasse der HLW Pinkafeld. In ihrer Freizeit arbeitet sie beim Roten Kreuz.

Für mich ist es ein unbeschreibliches Gefühl, die Ehre zu haben, meine Zeit dem Roten Kreuz schenken zu dürfen.
Warum? Weil ich Menschen helfen möchte.

Voller Stolz kann ich behaupten, dass ich mit Leib und Seele bei diesem wundervollen Verein tätig bin. Seit 5 Jahren absolviere ich diverse Schulungen (mehrere 16-stündige Erste-Hilfe-Kurse, Kindernotfall-, Drogennotfall-Kurs…) und erhalte dadurch eine profunde Ausbildung.

Um mein Wissen anzuwenden und zu trainieren bzw. zur regelmäßigen Überprüfung meiner Rotkreuz-Kenntnisse, nehme ich an Landes- und Bezirksbewerben teil. Wissen und Erfolg – höchstes Glücksgefühl!

Bereits am ersten Tag habe ich erkannt, dass ich genau an diesem Ort meine Zeit verbringen möchte. Innerhalb der ersten Minuten habe ich mich selber gesehen, in der Sanitäter–Uniform bei einem Einsatz. Und ich habe gespürt, dass ich so meine Zukunft verbringen möchte. Aus Liebe zum Menschen!

Ausgabe 01/2018

Am Schulhof

#metoo? Nein, danke!

Clemens Köfalvi ist Schüler des 5. Jahrganges der Abteilung Produktmanagement & Präsentation an der HBLA Oberwart. In unserer Rubrik „Am Schulhof“ spricht er über seine Sicht zur #metoo-Debatte.

In jüngster Zeit kursiert der berüchtigte Hashtag „meetoo“ durch die Medien – ausgelöst aufgrund der Vorwürfe der sexuellen Belästigung von Frauen durch hohe Politiker wie Peter Pilz oder Prominente wie Harvey Weinstein.
Dies führt dazu, dass manche Frauen, welche auf der neuesten Welle des Feminismus mitschwimmen, selbst definieren, was sexuelle Belästigung ist. Man denke etwa an den Fall Hugh Mungus aus den USA. Zur Erklärung: Eine Feministin veröffentlichte im August des Vorjahres ein Video auf YouTube, in dem sie lautstark einen Mann beschimpft und beschuldigt, sie sexuell belästigt zu haben. Der Mann hatte auf ihre Frage nach seinem Namen geantwortet, dass er „Hugh Mungus“ heiße. Sie empfand dies als Anspielung auf seinen Penis. „Humongous“ heißt nämlich riesig, gigantisch.

Was genau sexuelle Belästigung bedeutet, ist im Gesetz klar definiert und wird dementsprechend geahndet. Das ist gut und richtig. Immer wieder aber möchte man die „bösen“ Männer für lächerlich harmlose oder absolut unschuldige Handlungen oder Aussagen zur Rechenschaft ziehen. Diverse Damen verstecken sich dann hinter der Anonymität des Internets, stellen Behauptungen über sexuelle Belästigung auf und verlangen manchmal sogar horrende Summen zur Wiedergutmachung.

Dass sexuelle Belästigung nicht toleriert werden darf, steht natürlich außer Frage.
Das Problem dabei ist, dass diese ganze Diskussion wieder ein gefundenes Fressen für die Bestie namens „Political Correctness“ ist – eine Ideologie, welche den Menschen zu „globalisieren“ droht und seine Identität und Kultur einschränkt und auch zerstört. Dabei geht es darum, den Menschen vorzuschreiben, was sie zu sagen, und wie sie zu denken haben. Für mich ist das ein Konflikt mit dem Recht zur freien Meinungsäußerung.
Somit ist diese Debatte rund um „#meetoo“ weitgehend redundant. Die Öffentlichkeit sollte ihr Auge auf wesentlich wichtigere und dringlichere Probleme richten.

Ausgabe 12/2017

Hannah Halwax, Susanne Schedl, Tina Reinfeld und Anika Kirnbauer sind Schülerinnen der 5. Klasse der HLW in Pinkafeld und arbeiten für ihre Matura an der Diplomarbeit. Da Hannah selbst eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat, haben sich die vier Maturantinnen intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. In der prima! Serie „Am Schulhof“ berichten sie über ihre Ergebnisse - und haben auch ein Rezept parat.

In der prima! Serie „Am Schulhof“ kommen Schüler der regionalen Oberstufen zu Wort. Sara Hoffmann vom Wimmer Gymnasium in Oberschützen hat vor wenigen Wochen die Matura erfolgreich bestanden. Ihre Erfahrungen mit der Zentralmatura kommentiert sie:

Das Wort „Zentralmatura“, hört man immer wieder in den Medien. Als ich jedoch in die Oberstufe kam, habe ich mich wenig für meinen Abschluss interessiert und wusste deswegen auch nicht, was mich erwarten wird. Ich habe mich immer über alle Zusatz-Hausübungen, die wir mit der Begründung „das ist gleich Übung für die Matura“ (auch schon 3 Jahre vorher) bekamen, aufgeregt. Doch rückblickend kann ich diese nur befürworten.

Wir wurden in unserer Schule auf das Format der Zentralmatura vorbereitet – was meiner Meinung nach das Wichtigste ist. Wenn man nicht weiß, wie die Fragen gestellt oder gewertet werden, kann man sich auch nicht richtig auf sie vorbereiten. Zum Beispiel muss man wissen, dass es in Mathematik nur zwei Bewertungen gibt. „Richtig“ bedeutet, man bekommt einen Punkt. „Falsch“ heißt, es gibt keinen Punkt – auch, wenn man nur einen Fehler in der gesamten Aufgabe hat.

Zu kritisieren gibt es an der Zentralmatura noch manches. Sie ist ziemlich neu und es wirkt so, als ob sich momentan weder Schüler noch Lehrer bei den formalen Richtlinien genau auskennen würden. Zusätzlich zu dem Prüfungsstress, der bereits auf den Schülern lastet, kommt nämlich auch organisatorisch einiges auf sie zu. So gibt es beispielsweise bei der Deutsch-Matura zwei Arten von Zettel, die die Schüler bekommen und es ist unklar, welchen man für Notizen und welchen man für die Reinschrift verwenden darf. Meiner Meinung nach sollten die Lehrer ihre Schüler bereits früher auch über den organisatorischen Ablauf der Matura aufklären und auch sich selbst bei den Zuständigen erkundigen. Inhaltlich wurden wir von unseren Lehrern aber sehr gut auf die Zentralmatura vorbereitet. Das Bewertungssystem war mir bereits durch die Schularbeiten vertraut und deshalb habe ich sie – trotz formaler Unklarheiten vor Ort – dennoch als fair erlebt.

Ausgabe 07/2017

Die virtuelle Welt ist Teil unserer Realität geworden. Doch ist sie die maßgebliche? Nico Gabriel von der HTL Pinkafeld über die Generation Google.

Wichtig ist also für uns Jugendliche, die „maßgebliche Welt“ nicht aus den Augen zu verlieren – wobei diese „maßgebliche Welt“ wohl immer noch die reale ist.
Und diese reale Welt gilt es – dort, wo es Sinn macht – durch die virtuelle Welt zu ergänzen, um das Leben zu vereinfachen.
Fakt ist, dass das Internet die Gesellschaft und somit uns Jugendliche prägt. Für uns ist es allerdings nicht nur Segen, sondern auch eine tägliche Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Internet bedeutet auf der einen Seite rasche Informationsbereitstellung, Erleichterung vieler Lebensbereiche, Ermöglichen kommunikativen Austauschs – aber Internet bedeutet auch Suchtpotienzial, Hasspostings, Fake-News, Cybermobbing und Ähnliches.
Viele müssen erst lernen, sich im digitalen Dschungel zurechtzufinden. Die virtuelle Welt mit Gewinn zu nutzen heißt, den Verstand zu benutzen.

Das ist auch Aufgabe der Bildungseinrichtungen – eine neue „Kulturtechnik“, der gewinnbringende Umgang mit dem Internet, muss erst erlernt werden.
Medienkompetenz zu entwickeln, ist heute von großer Bedeutung – für das Bewältigen der Herausforderungen, die die Zukunft bringen wird. Medienkompetenz ist wichtig, um Gerüchte von der Wahrheit zu unterscheiden, aber auch um wichtige Informationen zu finden.
Fazit: Mit der Geburt des Internets wurden zwar einige Probleme beseitigt, aber auch viele neue geschaffen.

Ausgabe 06/2017

„Gemeinderat Oberwart, nicht immer gemeinsam“

„Gemeinderat Oberwart, nicht immer gemeinsam“

"Oberwarter Gemeinderat nicht immer gemeinsam"
Josef Klepits / 27. Dezember 2018

881.569 Unterschriften gab es letztlich für das „Don’t smoke“ Volksbegehren. Knapp an der 900.000er-Marke vorbei, die sich die Regierung als Limit für eine verbindliche Volksbefragung gesetzt hat. Doch der ÖVP ist die Räson in der Koalition mit der FPÖ scheinbar wichtiger, als die Willenskundgebung der Bürger.

Dieser Tage wurde seitens der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung Bilanz über das erste Jahr in Regierungsverantwortung gezogen. Und die ist durchaus herzeigbar. Sebastian Kurz und HC Strache, beziehungsweise ÖVP und FPÖ, liegen hervorragend in den Umfragen, haben die Themenführerschaft und sehen sich einer Opposition gegenüber, die hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt ist.

Nach den unerträglichen Streitereien der vergangenen Jahre fast eine perfekte Bilanz. Wenn da die blöde Sache mit dem Rauchen nicht wäre. Nebenbei zeigt die Angelegenheit auch, wie sich die politische Sichtweise plötzlich dramatisch verändert, wenn man sich, wie die FPÖ aus der Opposition kommend, in der Regierung wiederfindet.

Man möge sich den Sturm der Entrüstung bei einer oppositionellen FPÖ nur vorstellen, wenn ein Volksbegehren mit knapp 900.000 Unterschriften schlicht schubladisiert würde. „Ungeheuerlich“, würden das Strache & Co wohl bezeichnen.

Sachlich gibt es an einem Rauchverbot in der Gastronomie wohl nichts zu deuteln. Dass Rauchen schädlich ist, steht wohl außer Frage. Österreich wird international ohnehin schon als der Aschenbecher Europas verspottet. Aber Kanzler Kurz stellt in dieser Frage die Harmonie in der Regierung höher, als die Gesundheitspolitik. Möglicherweise sein erster Fehler in der Rolle als Kanzler. Und er pokert hoch. Hofft mit neuen Themen, die leidige Raucherdiskussion zu umschiffen. Als da wären, ein respektvoller Umgang mit Schöpfung und Umwelt, verstärktes Arbeiten am Zusammenhalt Europas, Ausbau der digitalen Infrastruktur und verstärkte Hilfe im Sozial- und Pflegebereich.
Ohne Zweifel, alles wichtige Themen.

Aber es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Befürworter eines Rauchverbotes in der Gastronomie, sich nicht so einfach geschlagen geben werden. Das Thema wird – ob es der Regierung nun passt, oder nicht – in den nächsten Jahren weiter am Kochen gehalten werden. Inhaltlich wird dagegen kaum zu argumentieren sein.
Und die Opposition, auch wenn sie derzeit in den Ringseilen hängt, wie ein Boxer in der 13. Runde, wird sich irgendwann erfangen. Das Thema Rauchen ist ein hochbrisantes. Die Menschen sind sehr mobil geworden, reisen viel durch Europa, und wissen, wie dieses Thema anderswo abgehandelt wird. Dieses Thema könnte sehr wohl zum Lindenblatt auf der Schulter des türkis-blauen ÖVP-Siegfried, Sebastian Kurz, werden. Mit kaum absehbaren Konsequenzen.

Denn über eins kann sich Kanzler Kurz sicher sein: die Opposition sucht äußerst intensiv nach einem Makel, mit dem sie den aktuellen Kanzler dieser Republik etwas ans Zeug flicken kann. Warum Kurz dieses Risiko eingeht, weiß wohl nur er allein. Das Murren vieler ÖVP-Funktionäre ist schon jetzt nicht zu überhören.

Ich kann mich noch schwach an eine Zeit erinnern, in der mir so langweilig war, dass ich die Wiederholung der Wiederholung einer unnützen Sendung auf ORF1 gesehen habe und dabei eingeschlafen bin. Tagsüber wohlgemerkt. Oft hatte ich so viel Zeit, dass ich aus purem Zeitüberfluss eine Runde joggen gegangen bin. Wenn mir klar wurde, dass ich so jung mit meinen Freunden nicht mehr zusammenkommen würde und ich abends länger weg war, dann war das kein Problem, denn ich hatte Zeit. Im Notfall auch am nächsten Tag.

Heute ist mein Leben getaktet (und morgen auch). Familie, Hund, Haus, Beruf, Berufung und der Freizeitstress meiner Kinder haben dazu beigetragen, dass ich schon lange keine ganze Sendung mehr auf ORF1 gesehen habe. Weder tagsüber noch abends. Freunde beschweren sich zynisch, wann wir uns denn wiedersehen und fügen ein leises „könnten“ hinzu. Meine Standardantwort ist mittlerweile „in 18 Jahren“. Ich weiß nicht warum, aber diese Antwort scheint meine Freunde auf merkwürdige Weise zufriedenzustellen.

Meine Zeit ist also begrenzt, meine Tage vergehen wirklich schneller als früher und dass mein Sohn bereits nächstes Jahr „Schulkind“ genannt werden kann, das will mein Kopf nicht fassen. Vom ersten Sonnenstrahl geküsst, wache ich nur auf, wenn ich nicht müsste und Hahn haben wir in der Nachbarschaft schon lange keinen mehr. Kurzum, das Thema Zeitumstellung ist bezüglich Zeitmanagement und Biorhythmus das geringste meiner Probleme.

Die Frage der Zeitumstellung ist für mich sowieso eine Lose-Lose-Situation, in der die Nachteile aller Varianten überwiegen. Außerdem gestehe ich: wann ich den kleinen Zeiger nun nach vorne oder hinten drehen muss, kann ich mir auch nach 35 Jahren nicht merken und überhaupt hätte ich gerne ewigen Sommer. Und wieder erinnere ich mich an meine Großeltern, die zwar auch das Gefühl hatten, dass die Zeit verfliegt, die aber ohne Facebook und Co. bestimmt mehr Momente bewusst und in Ruhe erleben konnten. Aber auch, wenn ich manchmal gerne ein bisschen mehr Zeit hätte, am Ende des Tages bin ich mehr als zufrieden!

LAbg. Mag. Christian Drobits

 

Die Burgenländerinnen und Burgenländer halten durch die Entrichtung von Beiträgen unser leistungsstarkes System der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung am Laufen. Die geplante Sozialversicherungsreform der Bundesregierung darf deshalb nicht über die Interessen des Burgenlandes und der Versicherten drüberfahren. Da zukünftig Kassenmanager in Wien die Entscheidungen über die jeweiligen Leistungsansprüche der Versicherten treffen sollen, muss gerade jetzt für die Region des Südburgenlandes eine wohnortnahe Servicestelle und gleiche Leistungen, wie in ganz Österreich, eingefordert werden.

Längere Wartezeiten, weitere Selbstbehalte und ein Ausverkauf des Gesundheitssystems sind zu verhindern. Die Kreditkarte darf nicht wichtiger werden, wie unsere e-Card, auch wenn zukünftig Kassenmanager und eine Wirtschaftselite als vollzentralisierte Einheitskasse das Sagen hat. Denn gerade im Burgenland haben wir durch den sozialen Missbrauch und unfairen Wettbewerb, infolge von Lohn- und Sozialdumping, eine schlechtere Ausgangsposition für die Erhaltung der sozialen Sicherheit. Es darf keine weitere Schwächung des ländlichen Raumes geben, insbesondere die Schließung von Außenstellen der Krankenkassen.

Mein Herz schlägt für ein soziales Burgenland, daher fordere ich: die Burgenländerinnen und Burgenländer müssen gleiche Leistungen in der Sozialversicherung, wie alle anderen ÖsterreicherInnen erhalten. Das ist für mich soziale Gerechtigkeit. Eine Verschlechterung in der Gesundheitsversorgung der Regionen ist für mich ein absolutes „No-Go“.

Seit Jahren empören sich etliche Oberwarter Bürger über sich wiederholende Baumschlägerungen im Stadtgebiet und im nahen Erholungsbereich. Einzelne Bäume und gesamte Alleen wurden bereits an mehreren Orten gerodet. Die Öffentlichkeit bzw. die Einwohner wurden bisher nicht informiert und vor gegebene Tatsachen gestellt. Es wurden bislang auch keine Gründe und Ursachen für diverse Rodungen bekannt gegeben. Auch hier fehlen nachweisliche Informationen.

Außerdem fehlt in Oberwart ein Baumkataster, um die Bestände und diverse Vorgehen zu dokumentieren und nachvollziehbar zu machen. Ersatz- bzw. Nachpflanzungen werden oft erst nach Protesten mit zu kleinen Pflanzen vorgenommen, welche erst nach Jahrzehnten die gerodeten Bäume einigermaßen ersetzen können. Im gesamten Burgenland existiert kein Baumschutzgesetz (wie z.B. in Wien, Graz…), deshalb fehlen auch rechtliche Grundlagen, um die Schlägerungen der Bäume zu minimieren. Es entsteht der Eindruck, dass zu wenig getan wird, um die Fällungen zu vermeiden und Alternativmaßnahmen vorzunehmen.

Wir möchten uns deshalb um den Schutz und den Erhalt der bestehenden Bäume sowie um Neupflanzungen bemühen. Dazu bedarf es einer Bewusstwerdung in der Bevölkerung, um initiativ zu werden. Es braucht einen konstruktiven und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur in Oberwart, um die hohe Lebensqualität zu erhalten und künftig zu steigern.

Unsere Argumente für den Erhalt des Baumbestandes:
Die Funktionen der Bäume sind mannigfaltig und positiv. Sie sind lebendige Organismen und keine tote Materie. Sie gehören zu unserem natürlichen, biologischen Umfeld – im Gegensatz zu Beton und Asphalt, mit dem wir unsere Böden immer mehr versiegeln. Bäume bieten Lärm- und Lichtschutz, sind Staubfilter und sind für unsere Gesundheit förderlich. Sie wirken gegen den Klimawandel, indem sie Co2 aufnehmen und Sauerstoff produzieren.

Weiters sind Bäume kulturelles Erbe und verschönern unsere Stadt. Sie erfreuen die Einwohner und wirken durch ihre grüne Farbe beruhigend. Nicht zuletzt haben Bäume auch eine ökonomische Komponente.

Wir möchten nun in einem ersten Schritt die Bürger, die Gemeinde und die verantwortlichen Institutionen zur Zusammenarbeit mit uns einladen, um unser Oberwart zu einer noch lebenswerteren, grünen und blühenden Stadt zu machen.

Kontakt:
Dr. Andrzej Krasnowiecki
a.krasno@gmx.at

In der Steiermark und im Burgenland sind die nächsten Landtagswahlen für 2020 angesagt. Möglicherweise werden die Wähler aber schon früher zu den Stimmurnen gebeten. Denn derzeit ist vieles im Fluss - etwa der Kern/Pamela Rendi-Wagner-Wechsel in der Bundes-SPÖ.

Im Burgenland hat die SPÖ alles klar gemacht: am 8. September wurde Hans Peter Doskozil zum neuen Parteichef mit respektablen 98,4 Prozent gekürt. Er löst damit nach 18 Jahren Hans Niessl als ersten Mann in der Partei ab. Und am 28. Februar 2019 soll er ihn auch als Landeshauptmann beerben. Koalitionspartner FPÖ hat seine Zustimmung bereits signalisiert. Doch dann kam der Wirbel um SP-Bundeschef Christian Kern, der nach Brüssel wechselt. Pamela Rendi-Wagner soll jetzt seine Nachfolge antreten. Doskozil wurde auch als möglicher Nachfolger genannt. Der winkte aber gleich ab, denn bei einem Wechsel nach Wien bräuchte er sich nach diesem Landesparteitag bei den Genossen im Burgenland erst gar nicht mehr anschauen lassen.

Im Burgenland will Doskozil inhaltlich neue Akzente setzen. Wie etwa einen Mindestlohn von 1.700 Euro bei den landeseigenen Betrieben, sich intensiv mit dem Thema Pflege auseinandersetzen, ebenso mit der Migration. Der Südburgenländer möchte eine neue, ernsthafte Note in die Landespolitik bringen. Dazu wird es etwa notwendig sein, das bisher eher als Potemkin’sche Dorf erlebte Konstrukt, der Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB), mit Leben zu erfüllen und endlich den Schienenverkehr zwischen Friedberg – Oberwart und Großpetersdorf, zu aktivieren. Offen ist auch noch immer die Frage, wie und in welchen Bereichen die Spitäler in Oberwart und Hartberg kooperieren oder getrennte Wege gehen.

Die burgenländische FPÖ hätte wohl auch nichts dagegen, die Koalition mit der SPÖ fortzusetzen. Vor der ÖVP wird Doskozil sich derzeit wohl eher nicht fürchten müssen, denn die weiß noch immer nicht, wer als Spitzenkandidat antreten soll. Diese Entscheidung soll 2019 fallen und der Ansturm möglicher Herausforderer ist zurzeit durchaus überschaubar. Durchaus gute Gründe für die SPÖ im Burgenland an vorgezogene Wahlen zu denken.

Etwas anders schaut es in der Steiermark aus: Dort sitzen ÖVP und SPÖ gemeinsam in der Landesregierung. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer wird wohl wieder antreten. Ebenso SP-Chef Michael Schickhofer, dessen klares Ziel es ist, selbst Landeshauptmann zu werden, wie er auf Anfrage von prima! bestätigt. Dass die steirische Landesregierung und ihre Proponenten einer türkis-blauen Bundesregierung gegenübersitzen, führt vor allem in der Landes-SPÖ immer wieder zu Irritationen und Spannungen. Wie etwa in der Frage des 12-Stunden-Arbeitstages. Zwar ist Schickhofer dagegen, die Gewerkschaft fordert aber ein härteres Auftreten gegen den Bund.

Herausforderer in der grünen Mark ist eindeutig die FPÖ. Verteidigungsminister Mario Kunasek will als Frontmann die schwarz-rote Landesregierung in Bedrängnis bringen. Ihm wäre ein vorgezogener Wahltermin mehr als willkommen. Den er auch immer wieder einfordert.

Bleibt sowohl im Burgenland wie auch in der Steiermark die große Frage, ob und wenn ja in welcher Form die Bundespolitik in die jeweiligen Länder hineinspielt. Für die FPÖ im Burgenland wäre ein Verbleib in der Landesregierung durchaus wünschenswert. In der Steiermark hätten die Freiheitlichen wohl auch nichts dagegen, mitregieren zu dürfen.

Wann das entschieden wird, ist derzeit noch im Fluss. Die geschätzten Wähler in beiden Bundesländern sollten aber damit rechnen, nicht erst 2020 in die Wahlzelle gerufen zu werden.

Wird es jetzt was mit dem Ausbau der Bahn im Bezirk Oberwart? Landesspitze, Infrastrukturminister und Bezirkschefs sagen ja. Nun müssen aber endlich Taten folgen, von leeren Versprechungen hat die Bevölkerung genug. Dabei geht es auch um die Glaubwürdigkeit der Politik.

„Ziel ist die Wiederaufnahme des Personenverkehrs!“ Das sagte Landeshauptmann Hans Niessl im Juli, anlässlich des Kaufes der Bahnstrecke von Oberwart über Rotenturm bis Großpetersdorf, durch die landeseigene Gesellschaft, Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB).

Worte, die durchaus als politischer Nachlass zu werten sind und die gelernten Südburgenländer in Erstaunen versetzen. Denn als zweiten Schwerpunkt nannte der Landeshauptmann die Wiederherstellung der Bahnverbindung von Oberwart ins ungarische Steinamanger, die Grenzbahn.

Nicht, dass diese Forderung etwas Neues wäre, darüber diskutiert man bereits seit 1989, dem Fall des Eisernen Vorhanges. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges bestand zwischen den beiden Metropolen eine direkte Bahnverbindung.

Wobei die Menschen des Bezirkes Oberwart immer wieder mit leeren Versprechungen hingehalten wurden. Niessl, der seit 2000 Landeshauptmann des Burgenlandes ist, hat sich zu Beginn seiner Amtszeit durchaus für die Bahn im Bezirk Oberwart eingesetzt. Die Verbindungen von Oberwart nach Wien wurden verstärkt und beschleunigt, über 7 Millionen Euro flossen in die Sanierung der Strecke bis Großpetersdorf. Bloß fand hier nie ein regelmäßiger Bahnverkehr statt.

2011 erfolgte dann aber ohne jegliche Not die Einstellung des Personenverkehrs zwischen Oberwart und Friedberg.
Jetzt rudert das Land Burgenland offensichtlich zurück. Mit Hilfe von EU-Millionen soll die Strecke nach Steinamanger realisiert werden. Fraglich ist, wie ernst das alles gemeint ist.

Ein großer Befürworter dieses Projektes ist Infrastrukturminister Norbert Hofer (FP), der darin einen ganz starken Impuls für den Bezirk, aber auch die angrenzenden Regionen in der Steiermark – Hartberg und Friedberg – sieht. Denn mit der „Grenzbahn“ wäre auch die Wechselbahn von Hartberg bis Fehring abgesichert. Zuvor müssen aber die Mühen der Ebene bewältigt werden. So ist immer noch nicht klar, wo künftig die Holzverladung, die bisher am Bahnhof Oberwart erfolgte, abgewickelt werden soll. Im Raum Rotenturm, heißt es seitens der VIB. Hier kommt die Regionalpolitik ins Spiel. Oberwarts Bürgermeister, VP-Landtagsabgeordneter und Bezirkschef Georg Rosner, lässt um 350.000 Euro die Bahnhofstraße generalsanieren. Er kann kein Interesse daran haben, dass dieser Straßenzug vom Schwerverkehr der Holztransporter wieder demoliert wird.

Auch sein politisches Gegenüber, SP-Bezirkschef, Landesrat und voraussichtlich künftiger Landeshauptmann Hans Peter Doskozil sollte jedes Interesse haben, die Bahnverbindung im Bezirk zu reaktivieren und bis Steinamanger auszubauen. Verzweifelt wird auch an einem Nebenschauplatz gearbeitet, die Bahnstrecke von Oberwart über Bad Tatzmannsdorf bis Oberschützen zu erhalten. Hier wäre es notwendig, dass Oberwart, unter Bürgermeister Georg Rosner, Leadership übernimmt. Bad Tatzmannsdorf und Oberschützen wären dazu bereit. Anfragen im Landtag zu stellen, wird zu wenig sein. Die größte Tourismusgemeinde des Burgenlandes, ohne Bahnanschluss, wäre ein knallender Burgenländer-Witz.

Momentan gibt es ein Zeitfenster für den Bahnausbau im Bezirk Oberwart. Daher wäre es mehr als notwendig, dass Minister, Landesspitze und die Bezirkschefs, über alle Parteigrenzen hinweg, die Ärmel hochkrempeln und aktiv werden. Immerhin geht es um die Glaubwürdigkeit der Herrn Niessl, Hofer, Doskozil und Rosner.

Österreich hat bis Jahresende den EU-Ratsvorsitz. Da lauern gewaltige Herausforderungen. Kanzler Kurz kann sich hier auf dem internationalen Bankett profilieren oder in nationaler Schönheit scheitern.

Sebastian Kurz ist ein hochtalentierter Politiker. Er schaffte es vom jüngsten Außenminister zum Bundeskanzler und rettete die ÖVP – jetzt türkis – vor dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. Nun hat Österreich, und damit Kurz, auch noch den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Ein höchst verantwortungsvolles Amt. Steckt doch die EU in einer der größten Krisen – die Flüchtlingsfrage und der Austritt Großbritanniens.

Vor allem das Flüchtlingsthema beschäftigt nicht nur Europa, sondern auch Österreich. Hier hat sich im Land das Klima deutlich zu Ungunsten der Asylwerber verändert. Unbestritten ist, dass niemand die Bilder von 2015 jemals wiedersehen will. Als zigtausend Flüchtlinge völlig unkontrolliert über die Grenzen stürmten. Die meisten mit dem Ziel Deutschland. Trotzdem haben viele auch in Österreich Asylanträge gestellt.

Seit 2015 hat sich das Klima in der Migrationsfrage in Europa deutlich gedreht. Ungarn und die anderen Visegrád-Staaten, wie die Slowakei, Polen, Tschechien, wollen überhaupt keine Flüchtlinge aufnehmen. Aber auch in Deutschland – Seehofer/Merkel – führte diese Frage zu einer handfesten Regierungskrise. Immer mehr Länder der EU machen ihre Grenzen dichter, Grenzzäune werden errichtet, nationale Alleingänge werden mehr. Kurz meint, man müsse die EU-Außengrenzen schützen. Richtig, nur ist das überhaupt möglich? Woher sollen die Geldmittel kommen, um die Außengrenzen von Griechenland, Italien, Frankreich oder Spanien zu schützen? Abkommen mit Schurkenstaaten, wie etwa dem, was von Libyen übriggeblieben ist, sind eine Verhöhnung der Menschenrechte.

Weltweit sind derzeit knapp 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Wer soll die stoppen? Hier kann es nur eine EU-einheitliche Lösung geben. Nationale Alleingänge reichen da sicher nicht aus. Die EU muss einen Modus Vivendi mit den afrikanischen Staaten finden und die Fluchtursachen vor Ort bekämpfen. Ebenso mit Staaten, wie Afghanistan oder Tschetsche-nien. Gelingt das nicht, droht die EU zu zerbröseln. Auf Österreich heruntergebrochen heißt das, die hier lebenden Asylwerber und Flüchtlinge auch zu integrieren. Einen entsprechenden Vorschlag hat der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer gemacht. Er verlangt ein humanitäres Bleiberecht für Flüchtlinge, die sich bei uns in Ausbildung befinden. Und will das mit Sebastian Kurz auch entsprechend ausdiskutieren. Gewaltige Aufgaben für die österreichische Ratspräsidentschaft.

So schlecht kann die so oft gescholtene Europäische Union nicht sein, wenn man sich das Theater ansieht, was derzeit in Großbritannien abläuft. Dort fürchten sich Betriebe, Konzerne und Banken vor einem harten Brexit, dem Abbrechen aller Brücken zu Europa und drohen mit der Verlagerung ihrer Standorte auf den Kontinent. Auch das fällt unter den österreichischen Ratsvorsitz.

Migration und Brexit sind gewaltige Herausforderungen. Hier kann sich Sebastian Kurz profilieren oder die europäische Kompetenz verspielen. Mit Letzterem in die Geschichte einzugehen, wäre wohl nicht wirklich wünschenswert, sondern blamabel.

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