Zwischen idyllischem Bauerndorf  und moderner Industriegemeinde

Zwischen idyllischem Bauerndorf und moderner Industriegemeinde

Mitten in den Hügeln Pannoniens liegt die Marktgemeinde Großpetersdorf. Einst ein agrarisches Zentrum, hat sich der Ort zur größten Industriegemeinde des Burgenlandes gewandelt.
Laura WEINGRILL / 29. April 2019

Es geht um das Altwerden – und es geht vor allem um Schmerzen im Alter. Meist betrifft es Frauen. Sie sind um die 80 Jahre, leben in einer Pflegeeinrichtung – und sind dement. Doch selbst Ärzte erkennen die Schmerzen nicht, und Betroffene werden meist mit Psychopharmaka ruhig gestellt. Immer noch herrscht der Irrglaube, dass Demenzkranke weniger Schmerzen empfinden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Auch wenn sie sie nicht verbalisieren können – es gibt Anzeichen. Ein Experte klärt auf.

Im Jahr 2009 bekam Alexandra Wieseneder das Angebot der Rutter Gruppe zur Leitung des eo Einkaufszentrums Oberwart – und sie nahm an. Mit dem enormen Arbeitspensum hat sie nicht gerechnet. Nach wie vor lebt sie mit ihrem Mann und ihrem heute 15-jährigen Sohn in Brunn am Gebirge. Rund 50.000 Kilometer legt sie jährlich mit dem Auto zurück. Das Handy ist immer an ihrer Seite. Das eo immer in ihren Gedanken. Als Chefin sieht sie sich nicht gern. Eher als Teil eines tollen Teams. Und manchmal auch als „Hausmeister, mit sehr viel Marketing-Arbeit.“

Viel gibt es zum Elternsein zu sagen, doch keine noch so ausführliche Erklärung ersetzt das Gefühl, wenn man sein Kind in den jeweiligen Altersstadien und Entwicklungen begleitet. Oft hätte man dann gerne jemanden, der einen sprichwörtlich an der Hand nimmt, einem zeigt, wie man nun mit dieser Situation umgeht. Jemand, der weiß, worauf es ankommt. Für den Fall des Mutter- bzw. Vaterwerdens gibt es das Elternberatungszentrum (EBZ) Hartberg. Und das seit zehn Jahren.

Die Burgen Lockenhaus, Schlaining und Güssing machen ja bereits seit dem Vorjahr „gemeinsame Sache“. Nun sind „die drei Musketiere“ um ein Schloss reicher.

Alexandra Rieger (Schloss Tabor), Norbert Darabos (Präsident ASPR Schlaining), Andreas Bardeau (Obmann der Schlösserstraße), Werner Glösl (GF Verein Zukunft Schlaining), Gilbert Lang (Burg Güssing), Manuel Komosny (Burg Lockenhaus) und Béla Básthy (Vizebürgermeister Stadt Köszeg) präsentieren das Kombi-Ticket.

 

Sommerzeit ist Ausflugszeit, und beliebtes Ziel sind die wunderschönen Burgen des Burgenlandes, die auch zahlreiche Veranstaltungen zu bieten haben – wie etwa den Klangfrühling auf Burg Schlaining vom 25. Mai bis 2. Juni 2019.Bereits seit letztem Jahr gibt es das Kombi-Ticket für die Burgen Lockenhaus, Schlaining und Güssing. Die Besucherinnen und Besucher bezahlen bei der ersten Burg, die sie besichtigen, noch den vollen Eintrittspreis. Ab der zweiten Burg erhalten sie eine Ermäßigung von bis zu 30 Prozent. Rechtzeitig zur Saisoneröffnung ist nun auch Schloss Tabor zur Kombi-Ticket-Gemeinschaft hinzugekommen.

„Brauchland Burgenland“ – unter diesem Motto steht das Kulturjahr 2019. Geschichten, Tänze und Lieder haben sie überliefert, die unzähligen Bräuche in unserer Region. Sie sind nichts ur-burgenländisches oder ur-steirisches, nein. Bräuche sind in jeder Kultur zu finden und so unterschiedlich wie die Menschen, die sie zelebrieren. Es gibt Bräuche, die sich auf ähnliche Weise in vielen Kulturen finden, andere wiederum gibt es gar nur in einer einzigen Ortschaft, wie das „Kikeriki-Schreien“ in Neustift bei Schlaining. Das ist kein „höflicher“ Brauch, ebenso wie viele andere Traditionen, die durchaus brutal und frauenfeindlich waren, und dennoch gibt es sie noch immer. Denn vor allem in Zeiten der Globalisierung wird nun wieder mehr Wert auf kleinräumige und regionale Bräuche gelegt.

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Für den einen oder anderen mag der Name wohl eher an ein Schimpfwort erinnern, doch für die Jungs der norwegischen Band Kakkmaddafakka ist er Programm. Denn was auf den ersten Blick auf eine ständig fluchende Hip-Hop Combo deuten könnte, entspringt laut eigenen Angaben einer Fantasiesprache und kann auf Deutsch als Partylöwe übersetzt werden. Und zurecht, denn feiern kann das Indie-Sechserpack aus Bergen – schon seit Jahren sind sie für ihre skurrilen, mit schlechten Witzen und energetischen Tanzeinlagen gespickten Live-Auftritte bekannt.

Inzwischen bringt die crazy Truppe aus dem Norden seit knapp 15 Jahren ihre einnehmende Mischung aus Indie und Pop mit massivem Mitsing- und Feier-Potential an den Mann und die Frau. Dabei fing 2004 alles noch relativ bedacht an, als die Brüder Axel und Pål Vindenes zum ersten Mal mit ihren Schulfreunden Stian Sævig und Jonas Nielsen in einem norwegischen Jugendzentrum auftraten. Kurze Zeit später trudelten immer mehr Nachfragen ein, bis 2007 ihre erste Platte mit dem Titel „Down to Earth“ erschien.

Seither, getrieben von der Wirkungskraft der sozialen Medien und der guten alten Mund-Propaganda, konnte die lebhafte Band eine treue Fangemeinde um sich scharen, die sich Ende März diesen Jahres mit dem Album „Diplomacy“ über den neuesten Streich der Norweger freuen durfte. Inspiriert von den letztjährigen tropischen Temperaturen, glänzt der sonnige Longplayer mit abermaligen Schmankerln aus dem weiten Feld des Indie-Pop. Mal dominiert eine warme Sanftheit in den Liedern, mal gewinnt der zackige Groove und zwischendurch lassen sich immer wieder klassisch fluffige Pop-Momente blicken. Eines ist jedoch immer gegeben – und zwar der Ruf nach guter Laune.

Und während es sich die Jungs von Kakkmaddafakka sich nicht nehmen lassen, ihre Party immer weiter zu feiern – ganz nach dem Motto der Hard-Working-Party-People eben – scheint es so, als wäre mit dem neuen Langspieler auch eine andere, noch unbekannte Seite der Band ins Rampenlicht gerückt worden. So drehen sich die schmucken Songs unter anderem um Themen wie die psychische Gesundheit und mentale Probleme, und zeigen die Band dabei so intim wie noch nie zuvor.

Damit beweisen die gaggig-verrückten Norweger ein erneutes Mal, dass sie sich gerne abseits vom musikalischen Mainstream bewegen. Gekonnt mischen sie die unterschiedlichsten Stilrichtungen wie Disco, Funk, Jazz, und Rock und machen sie so zu ihrer ganz eigenen Art von Musik, die sie mit ihren energiegeladenen, freakigen Live-Shows nur noch unterstreichen. Im Norden weiß man eben, wie man Party macht.

Dies & Das

Glücksmomente

13 Schlagermelodien präsentierte Sängerin Niki Kracher kürzlich im Dieselkino in Oberwart mit ihrer neuen CD „Glücksmomente“. Darunter auch der Lieblingstitel vieler Niki-Fans: „Angelo“. Dabei wurde sie von ihrem engagierten Fanclub stimmungsvoll unterstützt.

Burgen und Schlösser im Kombi-Ticket

Burgen und Schlösser im Kombi-Ticket

Die Burgen Lockenhaus, Schlaining und Güssing machen ja bereits seit dem Vorjahr „gemeinsame Sache“. Nun sind „die drei Musketiere“ um ein Schloss reicher.
29. April 2019
Dies & Das

Glücksmomente

13 Schlagermelodien präsentierte Sängerin Niki Kracher kürzlich im Dieselkino in Oberwart mit ihrer neuen CD „Glücksmomente“. Darunter auch der Lieblingstitel vieler Niki-Fans: „Angelo“. Dabei wurde sie von ihrem engagierten Fanclub stimmungsvoll unterstützt.

Am Samstag, dem 4. Mai, pünktlich zum Frühlingsbeginn, präsentieren sich zehn Autohäuser der Oststeiermark mit über 60 Modellen am Hartberger Hauptplatz.
Gleich direkt angrenzend findet der Altstadt-Markt statt und wer Lust aufs Shoppen bekommt, kann sich über tolle Aktionen der Innenstadtgeschäfte freuen. Bis 10. Mai bleibt außerdem noch Zeit, einen Shopping-Pass vollzubekommen, um an der großen Verlosung teilzunehmen.

Autoshow Hartberg
Hauptplatz

4. Mai 2019, 9-17 Uhr
Parken in der Innenstadt an diesem Tag gratis

In Hartberg wird am 10. Mai in der Innenstadt der rote Teppich ausgerollt. Natürlich stehen Mütter an diesem Wochenende im Mittelpunkt.

Die Models von MLC werden die neuesten Modetrends für den Sommer 2019 präsentieren.

 

Am Freitag, dem 10. Mai 2019, um 17 Uhr findet die große Modenschau am Hauptplatz statt. Präsentiert werden die aktuellen Modetrends. An der Modenschau mitwirken werden auch Schülerinnen und Schüler des Kreativzweigs des Gymnasiums Hartberg und Mitglieder der Behinderten-Selbsthilfe-Gruppe Oststeiermark.

Bis 21 Uhr gibt es beim Abendeinkauf in den Innenstadt-Betrieben Top-Aktionen, sicherlich ist das passende Muttertagsgeschenk dabei. Unter allen bis Freitag, 10. Mai, 12 Uhr, voll gestempelten Shopping-Pässen werden Shopping-Gutscheine im Gesamtwert von 3.000 Euro verlost. Für Stimmung wird Deejay Andy D sorgen. Funny Faces wird sowohl am Freitag (16 bis 19 Uhr) als auch am Samstag (9 bis 11 Uhr) beim Kinderschminken für Begeisterung sorgen, und auf der Hüpfburg können sich die Kinder austoben. Am Samstag, dem 11. Mai (8 bis 10 Uhr) wartet auf die ersten hundert Mütter in der FUZO ein Frühstücksbuffet zum sensationellen Preis von je 5 Euro.

www.hartberg.at

Dies & Das

Biomasse-Heizwerk

Eröffnung des Biomasse Heizwerks der Energie Burgenland in Oberwart im Beisein von LR Astrid Eisenkopf.

 

Anfang April wurde das größte Fernheizwerk der Energie Burgenland in Oberwart eröffnet. 4,6 Millionen Euro wurden investiert. Es wird ab sofort das Krankenhaus, sämtliche Gemeindeobjekte, das Einkaufszentrum Oberwart, die Zentralmusikschule sowie Gebäude der OSG mit erneuerbarer Wärme versorgen. Als Brennstoff wird regionales Waldhackgut aus einem Umkreis von 50 Kilometern eingesetzt.

Studenten der Technischen Universität Wien dokumentieren die Gebäude und Exponate im Freilichtmuseum Bad Tatzmannsdorf.

 

Derzeit tummeln sich zehn Studierende der Technischen Universität Wien des Instituts für Architekturgeschichte mit ihren Professoren auf dem rund drei Hektar großen Areal des Freilichtmuseums Bad Tatzmannsdorf herum. Ihr Auftrag: die Bauten zu dokumentieren und das Wissen über die Bautypen in Form einer Buchpublikation für die Nachwelt zu erhalten. Auch das Inventar und die rund 140 Exponate sollen erfasst und auf Schautafeln beschrieben werden, sodass die Besucherinnen und Besucher auch außerhalb der Führungen Informationen bekommen. Für die Universität selbst ist dieses Museum in wissenschaftlicher Hinsicht ein bedeutendes Relikt historischer Architektur, das Aufschluss für zukünftiges nachhaltiges Planen und Bauen gibt.

Das Freilichtmuseum gehört zum REDUCE Gesundheitsresort Bad Tatzmannsdorf.

Dies & Das

Picasso kennt jeder

Vernissage von Ernst Istvanits (Mitte) in der OSG mit: OSG-Vorstand Rainer Wallner, LR Heinrich Dorner, OSG-GF Alfred Kollar und Aufsichtsrat Johann Schmidt.

 

Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) hat ihre Zentrale wieder der Kunst zur Verfügung gestellt. Ernst Istvanits präsentiert derzeit seine Werke in den Räumlichkeiten von Burgenlands größtem Wohnbauträger, und für OSG-Obmann Alfred Kollar spiegelt sich in den Werken die Lebensfreude wider. Zur Eröffnung war auch Landesrat Heinrich Dorner gekommen. Die Bilder sind noch bis Ende Juni in der OSG in Oberwart zu besichtigen.

LAbg. Markus Wiesler, LAbg. KO Géza Molnár und 3. LTpräsidentin Ilse Benkö (FPÖ) übergeben einen Kühlschrank an Sozialmarkt-Leiterin Gabriele Binder (mitte).

 

Der Sozialmarkt in Oberwart ist neben der Team Tafel Österreich eine wichtige Stelle, wo einkommensschwache Menschen Lebensmittel beziehen können. Im Sozialmarkt sind diese um bis zu 90 Prozent günstiger als am Markt üblich. Finanzielle Unterstützung ist für die Einrichtung besonders wichtig. Die FPÖ Burgenland hat nun einen neuen Kühlschrank an den Sozialmarkt Oberwart gespendet und an Leiterin Gabriele Binder übergeben.

Fermentierte Lebensmittel

Fermentierte Lebensmittel

Jetzt sind sie wieder im Trend… fermentierte Lebensmittel für unsere Gesundheit.
Karin WEINGRILL / 29. April 2019

Sie wollen sich vegan ernähren, wissen aber nicht, wie Sie es angehen sollen? Keine Sorge – es muss nicht von heute auf morgen passieren. Hier sind acht Schritte, die Ihnen den Weg hin zu einer gesunden, pflanzlichen Ernährung vereinfachen.

1) Werden Sie sich Ihrer eigenen Motivationsgründe bewusst!
Es gibt viele Motive, sich vegan zu ernähren. Für die einen ist es die eigene Gesundheit, für die anderen stehen die ethischen Gründe und der Tierschutz im Vordergrund, und anderen wiederum geht es vor allem um die Umwelt und den Klimaschutz. Was auch immer der Anlass ist, sich vegan ernähren zu wollen, es sind die eigene Entscheidung und die persönliche Motivation, die zählen.

2) Sie bestimmen Ihr Tempo!
Man muss nicht von heute auf morgen alles umstellen und sämtliche tierischen Produkte aus dem Kühlschrank werfen. Am besten geht man es langsam an, Schritt für Schritt, ganz in seinem eigenen Tempo.

3) Informieren Sie sich über vegane Ernährung!
Je mehr man darüber weiß, welche Vorteile eine vollwertige pflanzliche Ernährungsweise mit sich bringt, umso besser gelingt es mit der richtigen Umsetzung. Informationen finden Sie im Internet, in zahlreichen Büchern und Videos oder bei einer persönlichen Ernährungsberatung.

4) Seien Sie achtsam mit sich selbst!
Der Einstieg in die Pflanzenwelt ist mit einer höheren Ballaststoffzufuhr verbunden. Werden mehr Vollkorngetreideprodukte, Salat, Obst und Gemüse gegessen, kann dies oftmals mit Blähungen und Völlegefühl einhergehen. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich die Mikroflora im Darm nicht so rasch an die neue Ernährungsweise anpassen kann. In diesem Fall ist es ratsam, es langsam anzugehen, sich wirklich Zeit zum Essen zu nehmen, gut zu kauen und den Magen-Darmtrakt mit Anis- oder Fencheltee zu beruhigen.

5) Gehen Sie auf pflanzliche Entdeckungsreise!
Die Welt der pflanzlichen Nahrungsmittel ist vielfältig, bunt und abwechslungsreich. Wer sich darauf einlässt, wird erstaunt sein, wie viele unterschiedliche Getreide-, Gemüse- und Obstsorten wir zur Verfügung haben. Regionale, frische Bio-Produkte bekommt man direkt bei den heimischen Produzenten oder auch im Supermarkt. Es beginnt eine spannende Entdeckungsreise!

6) Kochen Sie selbst und seien Sie kreativ!
Es muss ja nicht gleich das perfekte 5-Gang-Menü sein! Viele Lieblingsrezepte lassen sich ganz einfach für vegane Gerichte umwandeln, beispielsweise nimmt man Soja-, Hafer- oder Reis-Cuisine anstatt Rahm oder Obers. Eier sind oftmals nur wegen der gelben Färbung eine Zutat – mit etwas Kurkuma erhält man genau denselben Effekt. Viele Ideen und Tipps für die Zubereitung von veganen Speisen gibt es online und in zahlreichen Kochbüchern. Vegan kochen macht Spaß!

7) Wenn Sie belächelt werden, lächeln Sie zurück!
Wenn das eigene Umfeld auf die Entscheidung, vegan zu essen, mit Witzen und ach so lustigen Sprüchen reagiert, nimmt man es am besten mit Humor! Diskussionen und Überzeugungsarbeiten bringen meist nichts. Allein durch das Vorleben des veganen Lebensstils werden Freunde und Bekannte viel mehr beeinflusst, als man glaubt.

8) Gleichgesinnte finden!
„Gleich und Gleich gesellt sich gern“. Besonders am Anfang ist es vorteilhaft, sich mit anderen Veganerinnen und Veganern auszutauschen und zu vernetzen. Dies kann über Social Media Kanäle passieren oder bei regionalen veganen Stammtischen.

www.enjoi.at, info@enjoi.at

So geht vegan

So macht vegan schlank

Um die vegane Ernährung und ihre Kalorienzufuhr kursieren viele Gerüchte. Fix ist: Wer die Ernährungspyramide befolgt, ernährt sich ausgewogen, gesund und bleibt schlank.

Überschüssige Kilos haben die Österreicher mehr als genug, sind doch landesweit 3,4 Millionen unserer Einwohner übergewichtig oder adipös. Das Resultat aus zu viel tierischen Fetten und Transfetten, zu viel Zucker, zu viel Salz und zu wenig Bewegung. Dass sich das negativ auf die Gesundheit und auf die Lebenserwartung jedes Einzelnen auswirkt, liegt auf der Hand.

Und auch, wenn man es immer wieder mit neuer Motivation versucht, mit den Diäten und Hungerkuren, die einen raschen Gewichtsverlust versprechen, klappt es langfristig einfach nicht. Einzig die Änderung des Lebensstils mit achtsamer Ernährung, ausreichend Bewegung und Sport und genügend Schlaf und Zeit für Entspannung führt nachhaltig zum gewünschten Erfolg. Eine vegane Ernährung ist perfekt geeignet, den überschüssigen Fettpölsterchen den Kampf anzusagen – pflanzliche Produkte sind durchschnittlich kalorienärmer, enthalten aber gleichzeitig mehr Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und andere wichtige Vitalstoffe als Fleisch, Wurst, Käse & Co.

Aber auch eine vegane Ernährung bringt nicht den gewünschten Erfolg, wenn man häufig stark verarbeitete Produkte kauft oder wenn die Lebensmittelauswahl zu einseitig ist. Nur eine vollwertige und abwechslungsreiche Pflanzenkost mit Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Vollkorngetreide, Nüssen und Samen ist der richtige Weg zum Wunschgewicht und fördert auch das Wohlbefinden und die Gesunderhaltung.

Bei der praktischen Umsetzung unterstützt die vegane Lebensmittelpyramide mit dem Ziel, die Nahrungsmittel aus den einzelnen Ebenen in einem ausgewogenen Verhältnis zu sich zu nehmen. (siehe Abb. oben)

Die Devise, um zur Traumfigur zu gelangen, heißt also: vegan schlemmen und genießen, anstatt zu hungern!

 

Tipp für veganen Genuss:

Süßkartoffeln sind sehr bekömmlich, extrem fett- und kalorienarm und regen aufgrund des hohen Ballaststoffgehaltes die Verdauung an. Durch den hohen Gehalt an Antioxidantien in Form von Carotinoiden, die für die orange Farbe verantwortlich sind, und Anthozyanen schützen sie unseren Körper vor allem vor jenen Erkrankungen, die mit Entzündungen einhergehen, wie beispielsweise Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Alzheimer. Süßkartoffeln enthalten außerdem das zellschützende Vitamin E, das die Hautalterung verzögert.

Süßkartoffeln sind eine leckere Alternative zu den herkömmlichen Kartoffeln und lassen sich auf vielerlei Arten zu leckeren Speisen verarbeiten.

Tomaten, Paprika & Co finden wir das ganze Jahr über im Supermarktregal – doch muss das wirklich sein? Denn während sich die Jahreszeiten ändern, sollte sich eine naturgemäße Ernährung diesem Wechsel anpassen. Importe sind nicht notwendig - wir haben alles in der Region.

Die Auswahl an frischem Gemüse ist im Winter natürlich etwas eingeschränkt, aber gleichzeitig gibt es eine große Vielfalt an heimischen und regionalen Gemüsesorten, die auch in der kalten Jahreszeit Saison haben. Viele von ihnen sind richtige Vitaminbomben und bringen uns daher gestärkt und gesund durch die Kälte. Kauft man darüber hinaus Lebensmittel aus der Region, vermeidet man zusätzlich die oft sehr langen Transportwege und den enormen Wasserverbrauch in den trockenen Anbauländern.

Heimische Kraftspender

Typische Dauerbrenner sind natürlich Karotten, Kürbis, Rote Rüben, Kraut, Lauch, usw. – sie alle sorgen für eine schmackhafte, gesunde und abwechslungsreiche Winterküche. Daneben gibt es aber noch einige Fitmacher für die kalten Tage, die trotz ihrer Vorzüge heute von vielen Konsumenten schon fast in Vergessenheit geraten sind. Die Steckrübe beispielsweise wurde ursprünglich nur als Schweinefutter angebaut, heute weiß man diese vielseitig verwendbare Knolle mit ihrer krebshemmenden Wirkung immer mehr zu schätzen.

Ebenso beeindruckt der würzige Grünkohl durch seinen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und entzündungshemmenden Inhaltsstoffen und gilt als das Anti-Krebs-Gemüse schlechthin. Auch die mild und leicht nussig schmeckenden Pastinaken findet man wieder vermehrt auf so manchen regionalen Bauernmärkten. Sie schmecken nach dem Frost am besten, wenn durch die Kälte die Stärke bereits teilweise in Zucker umgewandelt wurde. Ein weiteres Superfood ist Topinambur, die leicht süßlich-nussig schmeckende kleine Knolle – sie ist kalorienarm und hat eine positive Wirkung auf die Verdauung und unser Immunsystem. Sie lässt sich wie Kartoffeln ganz unkompliziert für viele Speisen und Gerichte, wie zum Beispiel Aufläufe und Pürees, verarbeiten.

Und auch wenn draußen die Schneeflocken den Boden bedecken, muss man in der kalten Jahreszeit keineswegs auf einen frischen Salat verzichten. So lassen sich etwa mit Spinat, Chinakohl, Chicorée, Radicchio und Vogerlsalat bunte, schmackhafte und vitaminreiche Wintersalate zaubern.

Unser Darm ist die Zentrale unserer Gesundheit! Karin Weingrill hat sich auf vegane Ernährung spezialisiert und klärt auf, worauf es bei der Darmgesundheit ankommt.

Unser Darm ist mit einer Größe von etwa 300 Quadratmetern unser größtes Organ. Er ist weit mehr als nur ein „Verdauungsschlauch“, denn der Darm steht mit allen Organen unseres Körpers in einer Wechselbeziehung und ist damit die zentrale Drehscheibe für unsere Gesundheit. Der Darm ist besiedelt mit Billionen von Mikroorganismen und bietet für circa zwei Kilogramm Bakterien ein Zuhause. Das Mikrobiom, die Ansammlung dieser Mikroben, ist für unsere Gesundheit enorm wichtig, vor allem für unser Immunsystem und unser Wohlbefinden.

Da das Mikrobiom nicht nur von den „guten“, sondern auch von den krankmachenden Bakterien bewohnt wird, müssen wir auf ein gutes Gleichgewicht in der Darmflora achten. Denn wenn die „bösen“ Bakterien überwiegen, können entzündliche Darmerkrankungen, Allergien oder eine erhöhte Infektanfälligkeit die Folge sein. Auch erhöhtes psychisches Stress-empfinden oder chronische Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer haben oftmals ihren Anfang im Darm.

Die Zusammensetzung unserer Darmflora wird vor allem durch unsere tägliche Nahrungszufuhr bestimmt. Für ein gesundes Mikrobiom brauchen wir Ballaststoffe aus vollwertigen, pflanzlichen Lebensmitteln, wie Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst – diese fördern die positiven Darmbakterien und verdrängen krankmachende Keime. Tierische Lebensmittel mit hohem Eiweiß- und Fettanteil, Fertigprodukte und frittierte Speisen sowie auch Zucker und Süßigkeiten und ein regelmäßiger Alkoholkonsum beeinflussen die Funktion des Darms negativ.

Will man seinem Darm zusätzlich zur gesunden Pflanzenkost noch Gutes tun, kann man ihn mit fermentierten Lebensmitteln wie etwa Sauerkraut oder Tempeh, ein traditionelles Sojaprodukt aus Indonesien, unterstützen. Achtet man dann noch auf regelmäßige Bewegung und trinkt ausreichend Wasser oder Tee, sind damit die Grundsteine für eine gute Darmgesundheit gelegt.

So geht vegan

Wie (un)gesund ist Soja?

In der veganen Ernährung ist Soja ein wesentlicher Bestandteil am Speiseplan. Dabei ist die Bohne gerade in letzter Zeit immer wieder kritisch beäugt worden. Karin Weingrill hat sich auf vegane Ernährung spezialisiert und klärt auf, was beim Verzehr von Soja wichtig ist.

Die Sojabohne ist in der veganen Ernährung als vielseitiges Lebensmittel besonders wichtig, sei es als Tofu, Sojadrink, Sojajoghurt uvm.

Sojabohnen sind nicht nur protein- und fettreicher als alle anderen Hülsenfrüchte, sie stechen vor allem durch den hohen Gehalt an Isoflavonen, den sogenannten Phytoöstrogenen, also pflanzlichen hormonähnlichen Inhaltsstoffen, hervor. Doch diese sind mitunter oftmals der Grund, warum Soja sehr kontrovers diskutiert wird. Entgegen mancher Schlagzeilen, dass Soja das Risiko für hormonabhängige Krebserkrankungen erhöhen könnte, sind sich sämtliche führenden Ernährungs- und Gesundheitsorganisationen darüber einig, dass der Konsum von Sojabohnen viele gesundheitliche Vorteile bringt. Soja und daraus hergestellte Produkte bieten eine gute Eiweißquelle und sind damit eine perfekte Alternative zu Fleisch und Fisch.

Sojagegner befürchten aber auch die Auswirkungen des Sojaanbaus auf die Rodungen im Regenwald. Stellt man sich allerdings die weltweite Sojaernte von 2016/2017 mit rund 351 Millionen Tonnen Soja vor, werden davon nur etwa sechs Prozent für die menschliche Ernährung verarbeitet – der überwiegende Anteil geht in die Fütterung der Nutztiere in der Massentierproduktion bzw. in andere Industriezweige.

Wichtig ist daher beim Kauf von Sojaprodukten darauf zu achten, dass die Sojabohnen aus heimischem Anbau stammen und zudem auch BIO-zertifiziert sind, denn dann dürfen diese auch nicht gentechnisch verändert werden.

Eine aktuelle Metaanalyse von 88 Studien zeigt Lebensmittel auf, die das Diabetesrisiko entweder erhöhen oder reduzieren. Und wie wir wissen, ist es ja bekanntlich der Typ-2 Diabetes, der ernährungs- und lebensstilabhängig ist.

So kann ein täglicher Konsum an Vollkorngetreide, Obst und Gemüse das Risiko, an Diabetes Typ-2 zu erkranken, um ein Viertel reduzieren. Wer täglich Weißmehlprodukte und Kuchen, rotes und verarbeitetes Fleisch, Eier und zuckerhaltige Limonaden zu sich nimmt, erhöht hingegen sein Diabetesrisiko.

Eine vegane, vollwertige und naturbelassene Ernährung mit Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst und Nüssen ist nicht nur reich an Ballaststoffen, die auf den Blutzuckerspiegel sehr positiv wirken, sie enthält auch wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Diese verbessern die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber dem Insulin, helfen die Blutfettwerte zu senken und schützen somit auch Herz und Gefäße. Vegane Ernährung ist somit ein wertvoller präventiver und effektiver therapeutischer Ansatz, um dem erhöhten Blutzuckerspiegel entgegenzuwirken und um gesund zu bleiben.

Burgenland: Neues Gesetz für die Feuerwehren

Burgenland: Neues Gesetz für die Feuerwehren

Das Burgenland bekommt ein neues Feuerwehrgesetz. Es soll innovativer sein und mehr demokratische Strukturen enthalten, kündigte Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz (FP) sowie SP-Abgeordneter Ewald Schnecker und FP-Klubobmann Géza Molnár an. Im Spätherbst 2019 soll es beschlossen werden.
Peter SITAR / 26. April 2019

ÖVP-Agrarsprecher Walter Temmel macht sich für eine eindeutige Herkunftsbezeichnung von Lebensmitteln stark. So sollen die Konsumenten besser informiert werden.

Agrarsprecher Walter Temmel (re.) mit Klaus Weber bei Familie Imp in Neusiedl bei Güssing

Die Bürger seien mittlerweile viel bewusster beim Kauf und Konsum von Lebensmittel. „Die negativen Schlagzeilen über Billigfleisch-Importe belegen einmal mehr, wie wichtig eine klare Kennzeichnung für alle Lebensmittel ist. Das gilt auch für den Gebrauch von Eiern, denn bei vielen Fertigprodukten werden noch immer Eier aus dem Ausland von Käfighaltung verwendet“, betont Agrarsprecher Walter Temmel. Eine klare Ursprungs-Kennzeichnung sei für alle Lebensmittel wichtig, dies gelte besonders in der Osterzeit für Eier, erklärt Temmel anlässlich eines Besuches im Hühnerbetrieb von Anna und Erwin Imp in Neusiedl bei Güssing. Dort werden 3400 Hühner in tiergerechter Freilandhaltung gehalten.

 

Gut gewirtschaftet hat die Gemeinde Oberwart im Jahr 2018. Sowohl im ordentlichen Haushalt und auch im außerordentlichen Haushalt wurde ein Überschuss erzielt. Aber auch der Schuldenstand konnte verringert werden.

Der Oberwarter Haushalt 2018 weist kräftige Überschüsse auf

In den vergangenen Jahren hat die Stadtgemeinde Oberwart zahlreiche Infrastrukturprojekte umsetzen können. Kanal und Wasserleitung wurden in verschiedenen Straßenzügen saniert. Auch in moderne LED-Lampen für die Straßenbeleuchtung wurde investiert. Umso erfreulicher ist es, dass der Jahresabschluss 2018 im ordentlichen Haushalt einen Überschuss in der Höhe von 1.841.697,31 Euro und im außerordentlichen Haushalt einen Überschuss in der Höhe von 385.816,37 Euro aufweist. Bürgermeister, Landtagsabgeordneter Georg Rosner (ÖVP): „Die finanzielle Situation genau im Blick zu haben, führt uns auf einen erfolgreichen Weg.“

2018 ist es gelungen, die Schulden der Stadtgemeinde Oberwart abzubauen. Konkret geht es um einen Schuldenabbau in der Höhe von 1.087.239,02 Euro. Außerdem konnte der Leasingstand um 248.917,57 Euro und die Haftungsstände um 274.630,09 Euro reduziert werden. Neue Schulden sind nicht entstanden, da die vielen Projekte im Jahr 2018 ausschließlich mit Eigenmittel finanziert wurden.

Unbill könnte auf die Gemeinde an einer anderen Front zukommen. Konkret geht es um die Gebührenverordnung der Gemeinde vom Mai 2018. Sie schreibt jeden Oberwarter Haushalt eine zusätzliche Abgabe von 60 Euro jährlich vor. Dagegen haben mehrere Haushalte berufen. Nun hat das damit befasste Landesverwaltungsgericht den Verfassungsgerichtshof angerufen, da es Bedenken wegen der Rechtsmäßigkeit der Verordnung hat.

http://www.oberwart.gv.at

 

Bis Jahresende plant die KRAGES, ihren Bio-Anteil bei den eingekauften Lebensmitteln zu verdoppeln, denn die Bio-Qualität ist für die KRAGES ein Mehrwert. Seit dem Vorjahr schauen nämlich die KRAGES-Einkäufer, die pro Jahr rund 1,1 Millionen Euro für den Einkauf von Lebensmittel für die landeseigenen Spitäler ausgegeben, auch bewusst darauf, dass darunter immer mehr Bio-Lebensmittel sind.

Alt-Landeshauptmann Hans Niessl erhielt im Rahmen eines Festaktes die höchste Auszeichnung des Burgenlandes, das Komturkreuz mit Stern, von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, verliehen. Hans Niessl war über 18 Jahre Landeshauptmann des Burgenlandes.

Sichtlich gerührt nahm Hans Niessl die Auszeichnung von Hans Peter Doskozil entgegen

 

Alt-Landeshauptmann Hans Niessl blieb in seinen Dankesworten seinem Motto, das Gemeinsame in den Mittelpunkt zu stellen, treu. Für ihn sei die Auszeichnung auch eine Anerkennung der herausragenden Arbeit seiner ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Überhaupt gebühre das ihm entgegengebrachte Lob den Menschen in diesem Land, so Niessl: „Den Dank kann ich nur alle Burgenländerinnen und Burgenländer weitergeben. Sie haben Außergewöhnliches geleistet.“

Es sei ein besondere Moment Danke zu sagen, so Doskozil, da es Hans Niessl gewesen sei, der es ihm ermöglicht habe „in die Politik einzutauchen, in eine komplett neue Welt, in ein komplett neues Erfahrungsfeld“. Die Jahre der Zusammenarbeit mit Niessl seien sehr angenehme, lehrreiche Jahre gewesen und es habe sich auch eine Freundschaft entwickelt. Niessl sei „ein Freund, wie man es sich nur wünschen kann“, so Doskozil.

Im Diesel-Kino in Oberwart präsentierte die SPÖ-Burgenland, mit Spitzenkandidaten Christian Dax und Lejla Visnjic, ihr Programm für die kommenden EU-Wahlen. Parteichef Hans Peter Doskozil ruft zur Wahlteilnahme auf und wünscht sich eine hohe Wahlbeteiligung.

Christian Dax mit Lejla Visnjic und Parteichef Hans Peter Doskozil

 

Klimaschutz, sichere Grenzen und ein friedliches Miteinander sind die Hauptthemen der SPÖ Burgenland für die EU-Wahl am 26. Mai. „Das Burgenland ist beim Klimaschutz Vorreiter für Europa“, so Dax. So erzeuge das Burgenland seit Jahren mehr umweltfreundlichen Strom als es selber verbrauche, vor allem aus Windenergie. Lejla Visnjic trat für ein Europa der Menschen und nicht der Konzerne auf. Dax ist auf der SPÖ-Liste als Nummer 7 gereiht, bisher besetzte die SPÖ fünf Mandate im EU-Parlament.

Aufhorchen ließ Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit einer klaren Kritik an der EU-Förderpolitik für das Ziel-1-Gebiet Ungarn: „Es ist schon wichtig strukturarmen Gebieten beim Ausbau der Infrastruktur zu helfen. Aber die Gelder müssen schließlich auch bei den Menschen ankommen!“ So liege das Lohnniveau in Ungarn bei 400 bis 600 Euro. Zum Vergleich: Im Burgenland wird aktuell über einen Mindestlohn von 1700 Euro netto im Landesbereich diskutiert.

Nach Jahren wurde nun endlich mit dem Bau der S 7 begonnen. Sie verbindet die Südautobahn bei Riegersdorf (Stmk) mit dem Grenzübergang Heiligenkreuz im Burgenland. Dieser Tage besuchte der neue burgenländische Verkehrs-Landesrat Heinrich Dorner die Baustelle beim Herzstück der S7, dem Tunnel Rudersdorf. Der Landesrat hob dabei die enorme Bedeutung der neuen Schnellstraße für die gesamte Region hervor. "Mit dem Bau der Schnellstraße werden zum einen die Anrainer entlastet, die Verkehrsbelastung und damit die Belastung durch Lärm und Abgase sinkt beträchtlich".

Mit breiter Brust aufgetreten

Klimaziele, ein großes Selbstbewusstsein und eine starke Gemeinsamkeit sind der Motor für die mögliche Umsetzung oststeirischer Visionen.
Peter SITAR / 29. April 2019

Für nicht nur mediale Aufmerksamkeit sorgen Überlegungen, möglicherweise zwischen Oberwart und Riedlingsdorf einen Sportflugplatz zu errichten. Er könnte jenen in Pinkafeld ersetzen. Doch zurzeit wirken die Diskussionen eher wie ein Sturm im Wasserglas.

Für helle Aufregung sorgen im Südburgenland Erstgespräche von Gemeindepolitikern, Vertretern der Wirtschaft und Flugbefürwortern über den möglichen Bau eines Sportflugplatzes (Pistenlänge rund 1.000 Meter) zwischen Riedlingsdorf und Oberwart. Strikt dagegen sind die Grünen, die gleich ganz tief in die Klassenkampf-Kiste greifen und mit Slogans wie „Züge statt Flüge“ und „kein Flugplatz für Superreiche und Promis“ agieren. Konkretes Projekt gibt es derzeit ebenso wenig, wie Betreiber, Finanzierung oder Grundstücke. Das Projekt, so es je eines werden soll, ist natürlich ein Geschenk für die um ihr politisches Überleben kämpfenden Grünen.

Doch zu den Fakten: Im Südburgenland gibt es zwei aktive Flugplätze. Einen in Pinkafeld (630 Meter Gras) und einen in Punitz (820 Meter Asphalt). In Pinkafeld setzt man vor allem auf den Segelflug, in Punitz, mit der festen Piste, auf die Motor-Piloten-Ausbildung. Die Platzverhältnisse in Pinkafeld sind überschaubar, eine Pistenverlängerung schwer realisierbar. Allerdings, so heißt es vom Pinkafelder Sportfliegerclub, bestehe derzeit absolut kein Handlungsbedarf. Langfristige Pachtverträge würden den Betrieb am derzeitigen Gelände auf Jahre hinaus garantieren. Sollte sich allerdings zwischen Oberwart und Riedlingsdorf eine interessante Alternative anbieten, könne man sich einen Standortwechsel überlegen, so die Pinkafelder.

Diskussionen über Flugprojekte gab es immer wieder: Ende der 1990er Jahre tauchte die Idee auf, bei Großpetersdorf einen internationalen Flughafen für Jets zu errichten. Ebenso schnell formierte sich massiver Widerstand dagegen. Es war fast schon ein Glaubenskrieg, der sich daraus entwickelte und in einer Volksabstimmung 1999 seinen Höhepunkt fand. Bei einer Wahlbeteiligung von 80 Prozent endete diese mit einer Mehrheit von zwei Stimmen für die Befürworter des Flughafen-Projektes. Allerdings beschied noch am Abstimmungsabend die Landespolitik das endgültige „Aus“ für das Vorhaben. Kurzfristig wurde dieses Projekt Ende 2018 wieder zur Diskussion gestellt. Da aber der Ortschef dem Ganzen sofort eine Absage erteilte, war es ebenso schnell vom Tisch, wie es aufgetaucht war.

Nun also der Standort Oberwart für einen Sportflugplatz. Als mögliches Gebiet wird ein Bereich auf halber Strecke zwischen Oberwart und Riedlingsdorf genannt. Für Linienjets völlig ungeeignet und absolut kein Thema. Die Befürworter des Projektes Sportflugplatz sehen darin eine Verbesserung der Erreichbarkeit und der Infrastruktur sowie die Chance einer regionalen Aufwertung. Die Gegner wiederum beklagen Umweltbelastung, Lärm und eine Beeinträchtigung der Bevölkerung. Das Traurige dabei ist, dass erst gar nicht sachlich diskutiert wird. Stattdessen werden – mit fast schon religiösem Eifer – klischeehafte Argumente verbreitet. Siehe „Superreiche“. Auch wenn es keine gibt.

Aber Widerstand um jeden Preis scheint aktueller denn je zu sein. Das lässt wenig Gutes erwarten. So war es auch bei der geplanten Landesgartenschau in Hartberg, und man erinnere sich an das jahrzehntelange Verfahren zum Bau der 380-kV-Leitung vom Burgenland in die Steiermark. Vom geplanten Bau einer dritten Piste in Wien-Schwechat ganz zu schweigen. Ähnliches ist auch zu befürchten, falls die Pläne für einen zweiten Autobahnanschluss für Hartberg realistisch werden.

Natürlich ist es legitim, gegen ein Projekt zu sein, ebenso wie es legitim ist, Ideen für die Region zu entwickeln. Doch bevor hier etwas entstehen könnte, wird es Behördenverfahren geben, die Jahre dauern. Wie gesagt: derzeit scheint das Projekt eher ein Sturm im Wasserglas zu sein.

27. Feber 2019

Flugplatz/Flughafen Oberwart scheint vom Tisch!

„Ich steige jetzt aus dem Projekt aus. Offensichtlich ist es nicht erwünscht, ich nehme das zur Kenntnis“. Das sagt Reinhard Kremsner, Leiter der am Flugplatz Punitz beheimateten Flugschule Punitz Flugbetriebe. Zuerst war die Rede von der möglichen Verlegung des Sportflugplatzes nach Oberwart. Zuletzt die Vision und das Hirngespinst eines Flughafens im Südburgenland. Ausdrücklich nicht nur am Standort Oberwart, sondern irgendwo im Bereich der Bezirke Oberwart, Güssing oder Jennersdorf – mit einer Pistenlänge von rund 2000 Meter, wo auch Verkehrsflieger landen könnten. Die Idee dahinter: Das wäre ein Plus für den Tourismus und es könnten hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen.

Bislang war davon in den Vorgesprächen keine Rede. Seine Überlegungen für einen Flughafen in dieser Größenordnung tauchten erst in den letzten Stunden in den Medien auf. Doch Kremsner hat in der Zwischenzeit, wie eingangs erwähnt, von einem Flughafen Abstand genommen.

Die Vision vom Flughafen trifft auch Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner völlig überraschend, denn mit ihm wurden auch nur Erstgespräche über die mögliche Errichtung eines Sportflugplatzes zwischen Oberwart und Riedlingsdorf geführt. Rosner: „Von einem Verkehrsflugplatz für große Passagiermaschinen kann keine Rede sein. Es ging lediglich um die Frage, ob der Pinkafelder Flugplatz hier einen neuen Standort finden könnte“. Aktuell gebe es zurzeit aber weder ein Projekt noch einen Betreiber oder Finanzierung, auch die Grundstücke sind zurzeit nicht gesichert. „Konkret kann ich dazu nichts sagen, da die Fakten fehlen“, so Rosner. Ein Verkehrsflugplatz bei Oberwart komme aber sicher nicht infrage!

Von Beginn an gegen das Projekt sind die Grünen aufgetreten. Aus jetziger Sicht ist die Errichtung eines Flugplatzes bzw. Flughafens in Oberwart unwahrscheinlicher denn je.

Eine große Steuerreform hat sich die Bundesregierung für die nächsten Jahre vorgenommen. Viele Details sind noch nicht bekannt, aber es scheint klar zu sein, dass die Ökologisierung dabei nicht im Vordergrund stehen dürfte.

Die Regierung Kurz/Strache plant für die nächsten Jahre eine umfassende Steuerreform (siehe dazu auch den Artikel „Das große Steuer-Fragezeichen“).

Davon sollen hauptsächlich Menschen profitieren, die Arbeit haben. Tenor: „Wer arbeiten geht, soll auch von der Steuerreform profitieren.“ Ein politischer Ansatz, den man durchaus vertreten kann. Und so sehen Experten die geplante Steuerreform grundsätzlich positiv. Aber es gibt auch Einschränkungen. So vermisst das Wirtschaftsforschungsinstitut, WIFO, eine stärkere Ökologisierung des Steuersystems. Denn gerade über dieses lassen sich viele Entwicklungen bewusst lenken – oder auch nicht. Gerade das heurige Jahr zeigte nachdrücklich, wie sehr der Klimawandel uns schon im Griff hat. Die westlichen Bundesländer, aber auch Gebiete in der Steiermark und Niederösterreich, ersticken im Schnee. Tagelang sorgte eine konstante Wetterlage für meterhohe Schneefälle. Zogen früher die Hoch- und Tiefdruckgebiete nach ein paar Tagen weiter, bleiben sie jetzt fast ortsfest. Das lässt für die Zukunft nichts Gutes erwarten.

Hier steuerliche Signale zu setzen, um die Erderwärmung einzubremsen, wäre ein Gebot der Stunde. In manchen Bereichen versucht die Regierung zwar Akzente zu setzen – etwa bei den Ölheizungen – aber es sind leider nur Ansätze. So sollen in den nächsten Jahren keine Ölheizungen mehr in Neubauten eingebaut werden dürfen. Dadurch soll der Kohlendioxyd-Anteil deutlich verringert werden.

Aber es gibt leider in anderen Bereichen noch viele unfertige Baustellen. Etwa im Bereich der Windkraft. Hier stagniert der Ausbau seit Jahren. So stellt die IG-Windkraft verärgert fest: „Die Bundesregierung verfolgt laut eigenen Angaben das Ziel, die Stromversorgung bis 2030 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen. Dafür müssten dann auch 7.500 MW Windkraftleistung am Netz sein. Das ist aber nur zu schaffen, wenn über den gesamten Zeitraum ein kontinuierlicher starker Ausbau sichergestellt wird. Davon kann jedoch derzeit keine Rede sein. Die Frage ist: Worauf wartet die Regierung? Seit 2015 nimmt die Anzahl der geförderten Windräder stetig ab, weil jedes Jahr weniger neue Anlagen errichtet werden als alte aus der Förderung fallen.“

Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten. Etwa ein anspruchsvolleres Fördersystem zum Ausbau von privaten Fotovoltaik-Anlagen. Dächer dafür gebe es in Österreich genug, allein es muss sich für den Hausbesitzer auch rechnen. Oder der Trend der Österreicher zu immer größeren und schwereren Geländefahrzeugen (SUV). Hier ließe sich steuerlich viel machen. Doch davon ist bisher in den Plänen der Bundesregierung nichts zu erkennen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Die moderne Arbeitswelt verlangt immer mehr nach Mobilität und Flexibilität der Arbeitnehmer. Aber es gibt noch immer zahlreiche Regionen, wo den Pendlern bestenfalls Busse zur Verfügung stehen und vorhandene Bahn-Infrastruktur schlicht nicht benutzt wird. In vielen Fällen bleibt den Pendlern dann nur noch, sich selbst hinter das Steuer des eigenen Autos zu klemmen, um rechtzeitig den Arbeitsplatz zu erreichen.

Noch hat die Bundesregierung ein paar Jahre Zeit für die Umsetzung der Steuerreform. Bleibt zu hoffen, dass darin auch ökologische Aspekte zum Tragen kommen.

Mit der Reform des Pflegesystems hat sich die Bundesregierung für 2019 einen gewaltigen Brocken vorgenommen. Dabei sollen alle Varianten wertfrei zur Diskussion stehen. Eine Lösung dieses Themas ist schon mehr als überfällig.

Man muss nicht einverstanden sein, mit dem was die Bundesregierung in ihrem ersten Jahr so alles gemacht hat. Aber man muss wohl anerkennen, dass sie auch große Themen angeht. Für 2019 steht etwa eine große Pflegereform auf dem Plan. Und das geht uns alle an. Das kann kurzfristig sein, wenn man etwa mit einem Oberschenkelbruch im Gips zu Hause liegt, oder langfristig, wenn man auf Grund des Alters auf Pflege, Betreuung und medizinische Versorgung angewiesen ist.

Die Menschen werden zum Glück immer älter, damit steigt aber auch der Pflegebedarf. Und mit der Abschaffung des sogenannten Pflegeregresses – Zugriff auf das Vermögen der Pflegenden und ihrer Angehörigen – ist das jetzige System an seinen Belastungsgrenzen endgültig angekommen. Die meisten Menschen wünschen sich Pflege in den eigenen vier Wänden. Wobei die Pflege zu Hause ohne die Heerscharen der fast weiblichen Helferinnen aus dem Osten schon längst zusammengebrochen wäre.

Die Arbeit dieser Frauen muss entsprechend bewertet werden. Die Kürzung des Familiengeldes für ihre im Ausland, in der Slowakei, Ungarn oder Rumänien lebenden Kinder ist aber alles andere als hilfreich gewesen, sondern schlicht kontraproduktiv. Die Summen, die sich die Republik dabei erspart, sind mehr als überschaubar, die Auswirkungen auf die Motivation der Betroffenen jedoch tiefgehend.

Die Bundesregierung hat angekündigt, bei der Reform mit allen Beteiligten im Vorfeld sprechen zu wollen. Also Heimträgern, Hilfsorganisationen oder Sozialversicherungen. Das wird auch gut sein, denn je breiter der Konsens ist, der dabei erzielt wird, umso besser für die Reform. Denn rund fünf Milliarden Euro gibt derzeit der Staat für die Pflege aus. Tendenz nach oben stark steigend.

Zur Diskussion stehen derzeit zwei Finanzierungssysteme: Ein Umlageverfahren über Sozialversicherungsbeiträge oder eine Versicherungspflicht wie bei der Haftpflichtversicherung. Beide Systeme haben ihre Vorteile, aber auch Schwachpunkte. Worauf man sich letztlich einigt, soll das Jahr 2019 zeigen.

Wichtig ist, dass eine Lösung gefunden wird, die den Betroffenen im Falle eines Pflegebedarfes rasch hilft und jene Pflege zur Verfügung stellt, die von ihnen auch gewünscht wird. Denn das wird das große Thema und die Herausforderung für die kommenden Jahrzehnte sein und wie gesagt, wohl jeden betreffen.

Politisch interessant wird dabei sein, wie sich die SPÖ verhalten wird. Ob sie hier Konkretes einzubringen vermag oder stur auf Opposition schalten wird. Den Österreicherinnen und Österreichern ist zu wünschen, dass die Sozialdemokraten ihre staatspolitische Verantwortung wahrnehmen.

Ganz wichtig wäre es, wenn es im Rahmen der Pflegereform auch zu einer abgestimmten Kooperation der Bundesländer kommt. Denn die Pflege kann nicht von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt werden. Abgestimmte Angebote der Bundesländer gehören dabei ebenso dazu, wie Harmonisierungen der angebotenen Leistungen. Denn die Qualität der Pflege darf nicht davon abhängen, ob man in St. Johann in der Haide oder in Markt Allhau zu Hause ist.

Es ist wahrlich eine Marathon-Aufgabe, die sich die Bundesregierung mit der Pflegereform vorgenommen hat. Aber sie hat es wenigstens in Angriff genommen.

Möge die Übung gelingen.

Auch wenn gerne und viel über die Europäische Union geschimpft wird: die Vorteile überwiegen die Nachteile bei Weitem. Daher kommt der Europawahl im Mai 2019 eine entscheidende Bedeutung zu. Es geht dabei schlicht um die Frage, in was für einem Europa künftige Generationen aufwachsen werden.

Mit Ende Dezember geht der sechsmonatige Ratsvorsitz Österreichs in der Europäischen Union zu Ende. 2019 übernehmen dann Rumänien und Finnland. Die Bilanz Österreichs ist eher durchwachsen. Standen doch auch schwierige Probleme auf der Agenda: Wie der Austritt Großbritanniens aus der EU oder das Vorgehen gegen illegale Migration.

Auffallend ist, dass die Stimmen eines gemeinsamen Europas immer mehr zu einem Diskant verkommen. Immer mehr Länder der EU versuchen ihr nationales Süppchen, etwa in der Migrationsfrage, zu kochen. Eine Entwicklung, die Gift ist für ein vereintes Europa. Daher wissen viele Experten und erfahrene Politiker, dass den EU-Wahlen 2019 eine entscheidende Rolle zukommt. Dabei geht es schlicht um die Frage, ob der Erosionsprozess der Nationalisten sich weiter fortsetzt oder ob jene Gruppierungen die Oberhand behalten, die in einem starken, übernationalen Europa die Zukunft des Kontinents sehen.

Herausforderungen gibt es genug. Etwa in der Person des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, dem ein zerstrittenes Europa wesentlich lieber erscheint, als ein Europa, das mit einer Stimme spricht und als geschlossene Wirtschaftsmacht für die USA eine Herausforderung ist. Daneben gibt es noch den boomenden asiatischen Bereich, angeführt von China, das Europa schlicht nicht ignorieren darf. Sonst droht die Gefahr, dass die EU zwischen den USA und Asien aufgerieben wird.

Zwar gibt es so manche Unsinnigkeiten, die Brüssel den Mitgliedsländern auf die Augen drückt. Etwa in der Frage der Sommerzeit. Soll sie abgeschafft werden, die Mehrheit sagt ja, über das Wie fehlt aber die Klarheit. Immer neue Varianten tauchen auf.

Dabei hat die EU durchaus gewichtige Vorteile. Etwa eine Währung, wie den Euro, der das lästigen Geldwechseln in vielen Staaten Europas unnötig macht. Oder die Chance für Jugendliche, an Schulen oder Universitäten im EU-Ausland, problemlos studieren zu können.
Oder das Beispiel Burgenland. Seit dem EU Beitritt Österreichs sind inklusive der Kofinanzierung rund zwei Milliarden Euro in das ehemalige Grenzland am Eisernen Vorhang geflossen. Für das Land war das ein unglaublicher Wirtschafts-Turbo. Und es gibt reale Chancen, dass auch nach 2020 – dem Auslaufen der jetzigen Förderperiode – weiter Geld aus Brüssel ins Burgenland fließt. Dafür lobbyieren burgenländische Politiker seit geraumer Zeit bei den Entscheidungsträgern.

Wermutstropfen dabei ist leider, dass die Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungskraft zwischen dem Nord- und dem Südburgenland noch immer nicht beseitigt werden konnten. Aber das sollte eine der wichtigsten Aufgaben der neuen Landesregierung ab 2019 werden. Denn mit Anfang März kommenden Jahres soll ja Hans Peter Doskozil (SPÖ) neuer Landeshauptmann im Burgenland werden. Mit einem neuen Team wird er sich auch dieser Herausforderung stellen müssen. Wobei hier der Frage des öffentlichen Personenverkehrs im Pendlerland Südburgenland eine zentrale Rolle zukommen wird. Hier gibt es entsprechende Förderprogramme der EU. Allerdings muss man sie auch abrufen.

In Wahrheit ist eine starke, übernationale Europäische Union alternativlos. Alles andere wären Konzepte aus vergangenen Zeiten. Das wissen auch die meisten Menschen in Österreich und vor allem in der Ostregion. Darauf können die Politiker im Bund und in den Ländern auch bauen. Damit auch die kommenden Generationen in einem geeinten, prosperierenden Europa aufwachsen können. Das haben sie sich nämlich verdient.

Party auf Norwegisch

Party auf Norwegisch

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.
Laura WEINGRILL / 29. April 2019

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Musikjournalistin Laura Weingrill über „Beirut“ mit Frontmann Zach Condon

 

 

Vier Jahre sind seit dem letzten Longplayer der Band Beirut vergangen, aber sie bleiben – beruhigend und bestürzend – noch immer ganz nah an ihrem originalen Sound, der manchmal stolz, manchmal wackelig, aber immer unbearbeitet daherkommt, um die gebrechliche Menschlichkeit ihrer Musik und ihrer Kunst zu unterstreichen. So auch bei ihrem neuesten Album mit dem Titel „Gallipolli“, welches diesen Februar veröffentlicht wurde und nach der italienischen Stadt benannt ist, in der es geschrieben wurde.

Und genau diese Exotik, die schon im Namen des Albums steckt, zeigt sich auch immer wieder in den eigentlichen Stücken des Werks. Es „liest“ sich wie ein Atlas, mit Liedern, die ihre Hörer musikalisch an Orte wie Bratislava, Berlin und die französische Provence reisen lassen.

Hinter der ganzen Magie steckt so wie schon seit dem Jahr 2006 Frontmann und Mastermind der Band, Zach Condon, der ursprünglich aus Santa Fe, New Mexiko, stammt und im Alter von 17 Jahren das erste Mal nach Europa reiste und von den Klängen der Welt so inspiriert war, dass er sie kurzerhand selbst wiedergeben musste. Porzellane Haut, gewelltes Haar, mit offenem Hemd und einem Musikinstrument aus einer anderen Zeit unter seinem Arm – eine Trompete oder ein Waldhorn oder eine Ukulele – seit damals hat sich nicht viel verändert.

Und auch die Stimme von Condon bleibt so unverkennbar wie immer: Ohne Angst vor skurrilem, wortlosem Jodeln und herzlichem Vibrato verleiht sie der Band ihr besonderes Gewicht. Mit seiner besonderen Art, Musik verschiedener Kulturen mit melancholischen Indie-Sounds zu kombinieren, hat Zach Condon von Beirut einer ganzen Generation Balkanklänge und französische Chansons nähergebracht.

Und so hat auch Beiruts neuestes Werk Gallipolli immer wieder schöne Momente. Songs wie Family Curse und We Never Lived Here erzählen dank Condons herzzerreißender Stimmeinlagen Geschichten von echter Traurigkeit, trotz der Melodien, die oft in wiederholten Mustern eingelegt werden. Und Stücke wie der Title-Track Gallipolli oder Varieties of Exile entführen einen mit ihren Indie-Fanfare-Melodien und typischen Ukulele-Sounds an die Küsten Italiens. Manchmal mag ja sogar schon ein Album gegen Fernweh helfen – hier auf jeden Fall.

Musik - Soundnerd

Die Poesie der Piloten

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Für Laura Weingrill dreht sich die ganze Welt um Musik. Wohin sie auch geht, egal ob nach Wien oder London, die Kopfhörer sind immer dabei.

 

Exakt ein Jahr schien es, als wären die Jungs der Band Twenty One Pilots vom Erdboden verschwunden. Keine Konzerte, keine Interviews, nicht einmal ein Posting auf Twitter. Doch am 6. Juli 2018 war es dann soweit, endlich ein Ende der Funkstille – und die ganze Musikwelt spielte verrückt. Denn Twenty One Pilots sind nicht nur eine Band, sie sind DIE Band.

Seit ihrem internationalen Durchbruch mit ihrem vierten Longplayer „Blurryface“ gelten die Piloten Tyler Joseph und Josh Dun, die gebürtig aus Ohio, USA, stammen, als die ultimative Post-Spotify-Indierockband. Dabei zeichnet sich ihr spezieller Sound nicht nur durch ihr eigens geschaffenes Genre „Schizophrenia-Pop“ aus, sondern auch durch das absichtliche Spielen mit ihrer Musik, welches den beiden zu unzähligen Hits wie „Stressed Out“ oder „Heathens“ verhalf und zu ihrem unverkennbaren Stil. Und auch wenn es gerade deswegen so scheinen mag, bei dem Indie-Duo passiert nichts ohne Grund und genauester Planung. Und obwohl die größten Konzerthallen in Sekunden ausverkauft werden, stellen sie sich aktiv gegen den Mainstream. Ihre Antwort? „Trench“, ein Konzeptalbum über eine fiktionale Welt voller erdrückender Dunkelheit und unverkennbarer Hoffnung.

Musikalisch bewegt sich ihre neueste Platte erneut auf einem extrem breiten musikalischen Spektrum und verbindet gekonnt minimalistischen Rap nahtlos mit Emo-Rock und Reggae-Einflüssen, während Josh Dun’s Talent auf dem Schlagzeug dem gesamten Werk den letzten Schliff verpasst. Lässt man sich einen Song nach dem anderen „in den Ohren zergehen“, spürt man zugleich wie neu und auch wieder altbekannt das Album klingt. Die Texte drehen sich immer noch um Angst, Depression und Unsicherheit – Themen, die Leadsänger und Songwriter Tyler Joseph seit seiner Kindheit verfolgen. Es herrscht noch immer ein Kampf zwischen Licht und Dunkel. Und während man immer tiefer in die Welt von Trench eintaucht, trifft man nicht nur auf bekannte Gesichter wie Blurryface (Joseph’s Verkörperung seiner Depressionen), sondern auch auf neue Charaktere, die der Geschichte einen Funken Mut verleihen.

Doch worum genau handelt diese Geschichte und was bedeutet eigentlich Trench? In unzählbaren Massen tauchten nach der Veröffentlichung der ersten Single „Jumpsuit“ Theorien der Fans im Internet auf, die sowohl die Lyrics als auch das dazugehörige Video in ihre kleinsten Bestandteile auseinandernahmen, nur um sie dann in Form einer vermuteten Story wieder zusammenzubringen. Ein Gerücht jagte das andere. Doch erst als das Album dann endlich das Licht der Welt erblickte, fingen manche Fantheorien an, Sinn zu ergeben, die dann später auch von den Machern selbst bestätigt wurden. So viel ist nun klar: Trench ist die Geschichte von Clancy, einer erneuten Verkörperung von Tyler Joseph’s Psyche, aber diesmal seiner positiven Seite. Dieser ist in der Stadt Dema gefangen, welche für seine negativen Gedanken steht, verursacht durch seine Ängste und Depressionen. Dema selbst wird von den neun „Bishops“, oder auch Bischöfen, beherrscht, die Clancy daran hindern, zu flüchten. Doch so wie die Dunkelheit durch die Bischöfe verkörpert wird, gibt es auch Hoffnung – und zwar in Form der Banditos, einer Gruppe von Rebellen, die versuchen, die Gefangenen der Bischöfe zu befreien. Bekannt ist nun auch, dass die Clique, also die Fans, sowie Joseph’s Familie und Freunde und auch Drummer und zweite Häfte Josh Dun zu diesen Banditos zählen. Im Verlauf des Albums versucht Clancy immer wieder mithilfe der Banditos zu flüchten, doch es gelingt ihm nicht, die Stadt zu verlassen. So endet Trench mit „Leave The City“, einer Hommage an die Fans und an die Hoffnung, in der sich Joseph direkt an seine Liebsten richtet und ihnen klarmacht, dass es ihm nun bessergeht und er beschlossen hat, in Dema zu bleiben, bis auch er eines Tages stark genug sein wird, diese zu verlassen. Ein bittersüßes Ende, und doch ein optimistisches, lebensbejahendes.

Zuletzt geht es in Trench jedoch um Tyler Joseph und nur ihn allein. Über seinen andauernden Kampf mit Depressionen und Angstzuständen („Morph“), über seine Selbstmordgedanken („Cut My Lip“), über den Verlust seines Großvaters („Legend“), seine Liebe zu seiner Frau Jenna Joseph („Smithereens“), seine alltäglichen Anstrengungen als Künstler und Songwriter („Pet Cheetah“ & „Chlorine“), über die Verherrlichung von Stars, die Selbstmord begehen („Neon Gravestones“), und über seine Beziehung zur Clique, ihrer Fanbase („The Hype“ & „Leave the City“). Blickt man erst einmal hinter die Fassade der beklemmenden Lyrics, mitreißenden Beats und durchdringenden Rhythmen, erkennt man schnell die tiefere Bedeutung der kryptischen Texte. So wird Trench von einem sehr guten Indierock-Album, zu einer umwerfend persönlichen, poetischen Geschichte über das Leben, die es wert ist, gehört zu werden.

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Musikjournalistin Laura Weingrill über Tom Rosenthal

 

Der Engländer und das Leben

In der heutigen Welt ist es nicht einfach, aus der Masse herauszustechen. Vor allem nicht im aufregenden Universum der Musik. Ein Singer-Songwriter reiht sich an den anderen, streitet sich darum, wer wohl die traurigsten Lieder singen kann und ob sie besser auf der Gitarre oder dem Piano klingen. Tom Rosenthal ist einer dieser Singer-Songwriter, noch dazu aus England, dem Geburtsort dieser wunderbaren Gattung, und doch ist er noch so viel mehr. Er hat es geschafft. Er ist jemand besonderes.

Einst als „Großbritanniens bester unbekannter Songwriter“ gekrönt, zieht Tom nun schon seit über 18 Jahren seine Wege im Kreis der Musik. In dieser Zeit konnte der 32-Jährige eine Vielzahl von LPs und EPs produzieren, insbesondere zwei Alben, die seinen Töchtern gewidmet sind: „Bess“ und „Fenn“. Der Großteil seiner Balladen besteht aus genau drei elementaren Zutaten: Toms rauchig-warmer Stimme, seinen manchmal sehr melancholischen, manchmal aber auch wahnsinnig komischen Songtexten und seinem treuesten Begleiter, seinem Piano. Zusammen ergeben sie das gewinnbringende Rezept, das Rosenthal bis heute aus der Menge herausragen lässt.

Doch nicht nur deshalb ist der Londoner eine Rarität der Branche. Bis heute macht Rosenthal das meiste noch selbst. Er hat weder Manager noch PR-Agent. Seine Songs produziert er alle alleine, zuhause in seinem eigenen Studio. Ganz aktiv stellt sich der Sänger gegen die Mainstream-Richtlinien der Musikwelt, was er mitunter auch anhand seiner Lyrics beweist. So nahm er etwa im März 2017 einen Song auf, in dem er direkt Melania Trump, die Frau des US-Präsidenten Donald Trump, darum bat, ihren Mann sprichwörtlich ins All zu schießen. Es sind genau diese überraschende Originalität, pure Ehrlichkeit und der fast beneidenswerte Mut, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und auch mal kontroverse Themen anzusprechen, die Tom Rosenthal unter anderem zu der Fangemeinde verhalfen, die nun innerhalb weniger Minuten seine Shows zu ausverkauften macht.

Letztlich sind es aber das einfache und umso mehr berührende Songwriting und der erfrischende englische Humor, die den Briten von der bekannten Singer-Songwriter-Liga unterscheiden. Er besingt leidenschaftlich gerne seine Liebe zu Pasta und Wassermelonen und ist sich dabei nicht zu schade, im Obstkostüm oder nudelbeklebten Anzug umher zu springen und Luftpiano zwischen Wiese, Wald und Fluss zu spielen. Nicht nur deshalb eignen sich seine preisgekrönten Musikvideos, die zumeist aus einer Kollaboration mit verschiedenen Künstlern und Illustratoren entstehen, gut als Stimmungsaufheller an grauen Tagen. Aber auch nachdenklich geht bei dem sympathischen Briten. Mal traurig leise, mal wütend laut singt er von Angst und Verlassenwerden, vom Vermissen und Vergessen, von schlechten Beziehungen und wahren Lieben. Letzten Endes macht ihn genau dies zu etwas Besonderem. Er singt vom Leben.

Soundnerd

Von prima! zur SUN

prima! Redakteurin Laura Weingrill lebt derzeit in Brighton. Kürzlich hat sie in der britischen Zeitung The Sun ihren ersten Artikel veröffentlicht.

Laura Weingrill aus Bad Tatzmannsdorf lebt derzeit in Brighton, wo sie sich dem Musikjournalismus widmet.

 

Für die auflagenstärkste britische Tageszeitung The Sun hat Laura Weingrill kürzlich in London den schottischen Singer-Songwriter Lewis Capaldi interviewt. prima! Leser haben von dem „Typ mit den traurigen Liedern und der umwerfend rauen Stimme“, bereits in der prima! Dezember Ausgabe in der Kolumne „Soundnerd“ der Musik-Journalistin gelesen. Von England ausgehend wird uns die gebürtige Bad Tatzmannsdorferin Laura Weingrill auch weiterhin monatlich auf Newcomer und Ausnahmemusiker aufmerksam machen.

Das Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Wenn der Aufstieg der amerikanischen Band Wallows bisher sehr stressfrei erschien, dann wohl deswegen, weil er genau das war – stressfrei. Sie mögen vielleicht ein wenig so klingen, als hätten die Mitglieder von The Strokes ein bisschen zu lange unter der kalifornischen Sonne gelegen, aber inzwischen haben es die Indie-Rocker aus Los Angeles geschafft, sich einen eigenen Sound und Namen zu schaffen. Denn was einst aus einer Sandkastenfreundschaft zwischen Braeden Lemasters (Gitarre und Gesang), Cole Preston (Schlagzeug) und Dylan Minnette (Gitarre und Gesang) als musikalisches Experiment begann, konnte sich inzwischen zu einer eigenen ausgefeilten Variante von mal sonnengetränktem, mal melancholisch gefärbtem, mal Post-Punk angehauchtem Alternative Rock entwickeln. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn hinter den Kaliforniern liegt ein Jahr, das man sonst nur aus Märchenerzählungen kennt.

So wie viele andere Bands begannen auch Wallows ihre Karriere damit, ihre Musik zuallererst einmal selbst zu veröffentlichen. Doch damit endet schon wieder die Gewöhnlichkeit, denn im Gegensatz zu vielen anderen Songs dieser Welt raste „Pleaser“ innerhalb weniger Wochen an die Spitze der Charts und verhalf der Musikgruppe zu einem Vertrag bei Atlantic Records. Kurze Zeit später, im April 2017, veröffentlichte das junge Trio dann ihre Debüt-EP „Spring“, auf der sie nicht nur Anekdoten des Erwachsenwerdens und idyllische musikalische Portraits von Aufrichtigkeit malen, sondern alles auch immer wieder mit einer Prise ihres unverkennbaren Witzes ergänzen. Und wenn sich nun jemand fragt, wie es sein kann, dass Musiker im Alter von gerade Anfang 20 einen Ohrwurm nach dem anderen produzieren, dann liegt das daran, dass die Jungs seit über einem Jahrzehnt an ihrem Handwerk arbeiten.

Vor der Kamera

Doch abgesehen vom quirligen Indie-Pop mit Hang zum Tropischem, haben Wallows auch noch eine ganz andere Schiene für sich entdeckt, denn während sie sich auf ihre musikalische Karriere und das vorbereiten, das im Jahr 2019 auf sie wartet, genießen Frontman Dylan Minnette und Co darüber hinaus noch ihren Crossover-Erfolg, den sie durch die Schauspielerei für sich gewinnen konnten (Minnette war etwa Teil der beliebten Netflix-Serie „13 Reasons Why“). Wer jetzt aber denkt, dass es sich bei Wallows um eine Band handelt, bei der ein Schauspieler zum Spaß eine Popband gegründet hat, liegt falsch. Die Frage vom Ei und dem Huhn stellt sich hier also nicht, die Band kam definitiv zuerst. Ein Fakt, bei dem es auch bleiben soll, denn neben der baldigen Veröffentlichung ihres Debüt-Albums, möchte die Indiegruppe ebenfalls ihre eigene Bandbreite immer weiter verstärken und einen Hörer nach dem anderen für sich einnehmen. Und nach getaner Arbeit bleibt dann zuletzt laut eigenen Aussagen der Jungs nur noch ein Ziel – die musikalische Weltherrschaft. Das nenne ich mal eine Band mit Ambitionen.

Das ganze Leben ist ein Soundtrack – so sieht es zumindest Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Für Laura Weingrill dreht sich die ganze Welt um Musik. Wohin sie auch geht, egal ob nach Wien oder London, die Kopfhörer sind immer dabei. Wer Teil ihrer musikalischen Reise sein möchte, der ist hier genau richtig.

 

Der mollige Sänger mit den traurigen Liedern – so stellt sich der Singer-Songwriter Lewis Capaldi immer wieder gegenüber seinen Fans im Internet vor. Eine Beschreibung von sich selbst, dich nicht jeder sofort freiwillig übernehmen würde. Und auch bei dem Sänger, der gebürtig aus dem schottischen Whitburn stammt, steckt viel mehr hinter der Fassade, als man zuerst zu ahnen vermag.

Denn der Typ mit den traurigen Liedern und der umwerfend rauen Stimme bringt alles zu einem Mix, wonach heute bei Künstlern gesucht wird – Sympathie, eine gute Portion Humor und jede Menge Talent. Eine Mischung, die Capaldi innerhalb der letzten zwei Jahre zu einer Karriere als Musiker verhalf, die man sonst nur von Filmen oder Märchenbüchern kennen würde. Schon im Alter von 12 Jahren schlich sich der Sänger in Pubs und Bars, um bei Open Mic Nights aufzutreten, bis er dann Ende März 2017 seine erste Herzschmerz-Single „Bruises“ veröffentlichte, und das ganz alleine, ohne Manager oder ein Label. Von da an ging es steil bergauf. Seither veröffentlichte der 22-Jährige zwei EPs, mehrere Singles, ging unter anderem mit Sam Smith und Rag N Bone Man auf Tour und konnte den einen oder anderen Newcomer-Award mit nach Hause nehmen.

Doch Zahlen und Auszeichnungen sind nicht alles und Capaldi wäre nicht der erste Künstler, der auf dem Papier besser ankommen könnte, als live. Wie also macht sich der Sänger nun auf der Bühne? Zurzeit tourt der sympathische Schotte mit seiner beinahe ausverkauften Tour durch die Städte Europas, was einem zuerst verrückt vorkommen mag, da Capaldi bis heute noch kein einziges Album veröffentlicht hat. Ein Umstand, dem er sich selbst sehr bewusst ist und auch immer wieder gerne darüber scherzt, wie ich bei einer seiner ausverkauften Shows persönlich erleben durfte: „Ich habe ja eigentlich erst sieben Songs oder so, aber okay.“ Und es blieb nicht nur bei diesem einem Witz, denn über das ganze Set hinweg gaben sich Songs über Herzschmerz, qualvolle Trennungen und vergangene Lieben, bei denen man sich die einen oder andere Tränen verdrücken musste, und schelmenhafte Scherze über die eigene Person und die Musikindustrie die Hand.

Aber wie steht es um die musikalische Zukunft des Sängers, der ja im Grunde erst am Beginn seiner Karriere steht? Wie bei vielen Dingen will er sich auch hier zu hundert Prozent treu bleiben und plant daher sich zuerst auf das Touren zu konzentrieren und nicht einfach ein Album nach dem anderen in die Welt zu stoßen. Eine Einstellung, die schnell eines zeigt – auch wenn der junge Künstler erst seit kurzem im Geschäft ist, man merkt sofort, er weiß genau was er tut und ist definitiv gekommen um zu bleiben. Und am Ende bleibt sein bilderbbuchartiger Aufstieg auch keine Überraschung, denn Capaldis Songs, bei denen es sich zumeist um wunderschöne Balladen handelt, glänzen mit emotionalen Texten und seiner unglaublich kraftvollen Stimme. Sie brechen einem das Herz und lassen einen kurz den Atem anhalten, aber auf die bestmögliche Art und Weise.

 

Musik

Soundnerd

Das Leben ist ein Soundtrack – so sieht es Laura Weingrill. Denn während sich die Welt dreht, hört sie Musik. Und wem die eigene Playlist mit der Zeit zu eintönig wird, dem verpasst sie hier jeden Monat eine neue Portion aufregender Sounds.

Für Laura Weingrill dreht sich die ganze Welt um Musik. Wohin sie auch geht, egal ob nach Wien oder London, die Kopfhörer sind immer dabei.

 

Auf der dunklen Seite des Campus

Wohl jeder Musiker kennt die Crux des zweiten Albums. Das Debüt war ein voller Erfolg und brachte genau den Anstoß, den man brauchte. Aber wie nimmt man diesen Schwung nun auch mit zum nächsten Album? Genau diese Frage stellte sich auch die fünfköpfige Indieband Hippo Campus, die 2013 in Minnesota, USA, gegründet wurde. Denn mit ihrer ersten LP „Landmark“ schaffte das Quintett nicht nur den Durchbruch, sondern legte ebenfalls ihren Signature-Sound fest: packende Beats, leichte Melodien, sonnige Texte und fröhliche Gitarren-Riffs.

Mit ihrem neuen, am 28. September veröffentlichten Album entschied sich die Indiegruppe jedoch dazu, einen etwas neueren Weg einzuschlagen. So klingt „Bambi“ an manchen Stellen dunkler, beinahe eindringlich und vor allem die Texte scheinen realer und bedeutungsvoller. Hippo Campus scheut nicht davor zurück, den Ängsten und Emotionen dieser Generation zu begegnen und nutzt ihr Album dazu, diese zu verarbeiten. Tracks wie „Why Even Try“ und „Think It Over“ verleihen dem Album ein Gefühl von Zärtlichkeit, während die Songs „Bubbles“ und „Golden“ zwar sanft beginnen, dann aber starke Rhythmen aufbauen. Das Element der Überraschung ist dabei immer vorhanden.

Dennoch kam die Trennung von ihrem alten Sound nicht von allein. In erster Linie bedeutete es eine Änderung der Arbeitsmethoden für die Indierocker. Denn während in der Vergangenheit alle ihre Tracks gemeinsam im Studio geschrieben wurden, sollte Bambi eine neue Facette ans Tageslicht bringen. Kurzerhand entscheid man sich für einen neuen Prozess. So wurden über die Zeit der Produktion hinweg vielfach Songs von einzelnen Mitgliedern geschaffen, wodurch sich am Ende eine bunte Zusammenstellung aus mehreren Stücken fand, aus der die Gruppe dann nur noch ihre Favoriten auswählen mussten. Ein Hang zur Perfektion, der sich schon ab dem ersten Titel „Mistakes“ hören lässt.

Doch warum dieser Umbruch? Laut Frontmann und Sänger Jake Luppen hätte die Band zwar genau erkannt, dass ihre Fangemeinde überwiegend aus weiblichen Personen bestand, sie aber genau dies noch mehr dazu motiviert hätte, als nächsten Schritt ein Album zu produzieren, dass näher auf die Emotionen und Unsicherheiten junger Männer eingehe, wie auch auf die Frage der toxischen Männlichkeit. Ein Umstand, der sich deutlich beim Hören des Records bemerkbar macht. Das lyrische Unbehagen passt zu den unangenehmen, sozial unsicheren Zeiten, über die die Band während der Produktion nachdachte. Das Album schwankt zwischen glückseliger Ruhe und überschwänglichem Chaos, ähnlich wie unsere sich ständig verändernde Welt.

Getragen von dem Wunsch, tiefer in sich selbst zu blicken, ist „Bambi“ ein ehrlicher Spiegel des Hippo Campus. Älter, klüger, aber nicht weniger aufregend, sind sie eine Band, die die heutige Zeit repräsentieren will.

„Dafür brennen – das tu ich heute noch“

„Dafür brennen – das tu ich heute noch“

Im Jahr 2009 bekam Alexandra Wieseneder das Angebot der Rutter Gruppe zur Leitung des eo Einkaufszentrums Oberwart – und sie nahm an. Mit dem enormen Arbeitspensum hat sie nicht gerechnet. Nach wie vor lebt sie mit ihrem Mann und ihrem heute 15-jährigen Sohn in Brunn am Gebirge. Rund 50.000 Kilometer legt sie jährlich mit dem Auto zurück. Das Handy ist immer an ihrer Seite. Das eo immer in ihren Gedanken. Als Chefin sieht sie sich nicht gern. Eher als Teil eines tollen Teams. Und manchmal auch als „Hausmeister, mit sehr viel Marketing-Arbeit.“
Nicole MÜHL / 29. April 2019
Portrait

Die Frau am Bau

Tamara Ploy ist fürs „Grobe“ zuständig. Stahlbetondecken, statische Berechnungen und Betonrüttler sind ihr tägliches Brot. Sie ist technische Zeichnerin. Untypisch weiblich? Nicht wirklich, denn die starren Grenzen der stereotypen Geschlechterrollen werden langsam aber sicher aufgebrochen. Die Rauchwarterin macht ihre Arbeit ausgezeichnet und bringt mit ihrer weiblichen Seite viele Vorteile in ihr berufliches Umfeld. Zwischen Büroarbeit und Baustellen hat sie ihren Platz gefunden und reflektiert so den Wandel in der Gesellschaft: Frauen bleiben Frauen, aber sie können in so manch angestammter Männerdomäne ihren Mann stehen, ungeachtet ihres Geschlechts.

Die Greenpeace-Aktivistin Miriam Friedrich ist auf Ölbohrplattformen im Pazifik geklettert, hat eine Bohrinsel geentert, sich aus schwindelerregenden Höhen von einem Atomkraftwerk abgeseilt und wurde bereits mehrfach festgenommen. Zwischen ihrem Heimatort Rettenbach und ihrem Leben als Umweltaktivistin liegen Welten. Wir erreichen die 27-Jährige im Nachtzug auf dem Weg nach Nordholland. Dort liegt die „Esperanza“ vor Anker. Das ist jenes Schiff, von dem in wenigen Tagen das nächste Abenteuer der Südburgenländerin seinen Ausgang nehmen wird.

... ein pensionierter Busfahrer, der von seinen Abenteuern erzählt. Von atemberaubenden Landschaften, fremden Kulturen und Menschen aller Art. Der Oststeirer Gerhart Gschiel verbindet in seinem Buch seine persönlichen Erfahrungen mit historischen Ereignissen auf unserem Kontinent. Er hat Geschichte hautnah erlebt und nimmt uns mit auf eine Zeitreise durch „sein“ Europa.

Ende Februar wird Hans Niessl sein Amt als Landeshauptmann an seinen Wunschnachfolger Hans Peter Doskozil übergeben. Länger als Hans Niessl war nur Theodor Kery Landeschef, nämlich 21 Jahre. Es waren durchaus bewegte Zeiten, in denen der Frauenkirchner die Geschicke des östlichsten Bundeslandes leitete. Ein Rückblick.

Hans Niessl ist seit 28. Dezember 2000 Burgenlands Landeshauptmann. Der Ausbau der Thermen (im Foto St. Martins Therme) war eines der Hauptprojekte in der Ära Niessl.

 

Der Zug zur Macht war dem Nordburgenländer nie ein fremder. Vom Zivilberuf Lehrer, ab 1996 dann schon Direktor der Hauptschule in Frauenkirchen. Ab 1987 Bürgermeister. Von 1996 bis 2000 SP-Abgeordneter im Burgenländischen Landtag, ab 1999 Klubobmann. Dann flog der SPÖ der Bank Burgenland Skandal um die Ohren. Dort hatte sich eine Lücke von 2,35 Milliarden Schilling aufgetan, das Land unter Landeshauptmann Karl Stix musste eine Garantieerklärung abgeben, um die Bank vor der Pleite zu bewahren. Im September platzte die Landesregierung, im Dezember 2000 kam es zu Neuwahlen.

Hans Niessl trat für die SPÖ als Spitzenkandidat an. Das Problem: Vor allem im Landessüden war der Seewinkler weitgehend unbekannt. Man setzte Niessl – anfangs viel belächelt – als Fußballer und Teamspieler in Szene. Am Wahlabend verging den Spöttern das Lachen. Niessl konnte nicht nur das Ergebnis für die SPÖ halten, er legte sogar um 2,1 Prozent auf 46,55 Prozent zu. ÖVP und FPÖ verloren leicht. Der 2000er Landtagswahlkampf, so sind sich politische Beobachter einig, war für den unerfahrenen Niessl wohl der schwierigste Landtagswahlkampf. Von der Bank Burgenland musste sich das Land in einem langwierigen Privatisierungsprozess trennen. SPÖ und ÖVP einigten sich auf eine Regierungszusammenarbeit.

Der Nordburgenländer hatte mitunter ein ausgezeichnetes Händchen bei der Wahl seiner Mitarbeiter. Sie waren extrem loyal und fleißig und hielten dem „Chef“ weitgehend den Rücken frei. Auch wenn er alles andere als ein leichter Chef war. Widerspruch vertrug er nur schlecht. Davon können noch heute viele ein Lied singen. Aber auch das Verhältnis von Niessl zur Presse war nicht ungetrübt. Was vor allem die Redakteure des ORF zu spüren bekamen.

Höhen und Tiefen

Wahlpolitisch sein größter Erfolg war die Landtagswahl 2005 wo die SPÖ 52 Prozent der Stimmen erreichte. 2010 schaffte die SPÖ 48,26 Prozent der Stimmen, Rot-Schwarz wurde fortgesetzt. Ende 2010 hatte Niessl ein ganzes Heer von Schutzengeln. Am Silvesternachmittag brach er allein beim Eislaufen in der Darscho-Lacke bei Apetlon ein – konnte sich aber selbst befreien.

Veränderungen kündigten sich bereits 2014 an. Der Landtag beschloss mit den Stimmen von SPÖ (trotz Widerstand in den eigenen Reihen), ÖVP und Grünen die Abschaffung des Proporzes im Burgenland. Der sorgte bisher dafür, dass die stimmenstärksten Parteien sich automatisch in der Landesregierung wiederfanden.

Eine Karte, die Niessl nach der Landtagswahl 2015 zog. Niessl entschloss sich – trotz herber Verluste der Großparteien – zu einer Zusammenarbeit mit der FPÖ und schickte die ÖVP auf die harte Oppositionsbank. Ein Schock, von dem sich die ÖVP-Burgenland bis heute noch nicht erholt hat.

Zuvor, 2014, musste der Landeshauptmann eine schwere Krise durchmachen. Ein Wochenmagazin unterstellte ihm, er hätte von einem Tiroler Unternehmer ein Kuvert mit 10.000 Euro angenommen, was Niessl vehement zurückwies. Nach Klagen und einem Gerichtsurteil musste das Magazin diesem Vorwurf widerrufen.

2018 gab dann Hans Niessl am Parteitag in Oberwart bekannt, dass er am 28. Februar 2019 sein Amt an Landesrat Hans Peter Doskozil übergeben wird.

Was bleibt

Politisch ist die Bilanz von Hans Niessl eine durchaus gemischte. Nachhaltig verändert hat er das Burgenland auf Generationen hinaus durch die Abschaffung des Proporzes. Mit der St. Martins Therme hat er im Seewinkel ein bauliches Zeichen gesetzt. Thema Personennahverkehr: Während er die Neusiedler See Bahn dank großer Investitionen zu einem Erfolgsmodell machte und auch die Raaber Bahn nach Kräften unterstützte, wurde der Personen-Bahnverkehr im Bezirk Oberwart aus fadenscheinigen Gründen eingestellt. Riesen Probleme gab es in den letzten Jahren auch mit der Domäne Esterházy, der KRAGES und der Zusammenarbeit der Krankenhäuser zwischen dem Burgenland und der Steiermark. Einiges davon konnte Hans Peter Doskozil – mit viel Geld – bereits abarbeiten, aber es ist noch genug offen. Stichwort S7, Bahnverbindung Jennersdorf – Graz.

Unterm Strich lässt sich sagen, Hans Niessl hat sein Amt nicht schlecht geführt. Luft nach oben bleibt aber immer. Danke, Hans Niessl, und viel Gesundheit.

Sie betritt das Lokal und – ohne dass sie selbst davon Notiz nimmt – drehen sich sämtliche Köpfe nach ihr um. Lippenstift, pechschwarze Haare, blasse Haut – ihr Gang aufrecht und ihr Blick zielgerichtet. Für kurze Zeit tauchen wir ein in die glamouröse Welt der Likes, Tags und Posts. Sandra Corinna Kinzl lebt für ihren Fashion- und Beauty-Blog und lässt uns an ihrem Lifestyle teilhaben.

„Du bist Rauchfangkehrer - hat dich das Glück besonders geküsst?“ „Nicht geküsst. Ich hatte harten Sex mit dem Glück!“ So beginnt ein Gespräch mit Jerome Thek, das sich in eine ganz andere Richtung entwickelt als vorerst angenommen.

Rauchfangkehrer gelten als Glücksbringer. Jerome Thek aus Kemeten hat seinen Beruf geliebt. Auch wenn nicht alles im Leben geradlinig verläuft, fühlt er sich doch als Glückskind.

 

„Bring mir Glück“, das rufen ihm heute noch Menschen zu, wenn sie den Rauchfangkehrer auf der Straße sehen, obwohl er seit über einem Jahr nicht mehr als solcher arbeitet. „Glück ist aus, aber Reichtum oder Schönheit hätte ich noch“, antwortet er dann für gewöhnlich. Die Menschen freuen sich eben, wenn sie einen wahrhaftigen „Glücksbringer“ sehen. „Rauchfangkehrer sind nicht alltäglich, sie kümmern sich ums Wohl der Kunden und sorgen für Sicherheit. Die Menschen lieben uns!“, sagt Jerome, der sich immer noch als Rauchfangkehrer bezeichnet.

„Es sind so viele Leute abergläubisch, auch junge, man glaubt es kaum.“ Im Fall von Jerome Thek hatten viele Südburgenländer besonders viel Glück, denn er hat sich um seine Kundschaft über alle Maßen gekümmert. Er hat sich Zeit genommen, ist gerne auf einen Kaffee oder eine Flasche Bier geblieben, hat den Menschen zugehört und viel gesehen. Geurteilt habe er aber nie und weiter erzählt habe er auch nie etwas, stellt er entschlossen fest. „Mir sind die Menschen nicht egal! Ich habe einfach gerne nachgefragt.“ Und auch wir fragen nach und bekommen Antworten. „Es ist kein Gerücht: wenn die grüne Witwe alleine zuhause ist, dann kommt der Rauchfangkehrer. So manch eine Dame im Bezirk setzt das sogar voraus!“ lacht er laut und setzt fort: „Ein Schelm, der Böses denkt. Aber das ist wahr.“ Wir gehen nicht ins Detail. Aber dass Jerome kein Kind von Traurigkeit ist, setzen wir voraus und die eine oder andere derbe Geschichte hat er natürlich auf Lager.

Als Rauchfangkehrer erlebt man eben viel. Zum Beispiel junge Frauen, die den Rauchfangkehrer antanzen lassen, weil ihr Holzofen nicht funktioniert. „Man hilft, wo man kann, ich habe ihr dann also gesagt, dass man schon Holz dazu braucht. Sie dachte das würde automatisch gehen, also Ofen gekauft, hingestellt und fertig.“ Beschwerden über den urigen Typen aus Siget, der heute in Kemeten lebt, gab es übrigens nie – außer einmal. „Ich war wegen einer Ölheizung im Haus. Der Mann war in der Nachtschicht. Der weiße Schäferhund des Paares hat an mir geschnüffelt. Und dann hat der Hund am Frauchen geschnüffelt. Und als der Gatte ein paar Minuten später nach Hause gekommen ist, war der Hund weg und die Frau war schwarz im Schritt.“ Suboptimal.

„Als Schauspieler bin ich Amateur“

Jerome Thek ist authentisch. Immer. Und das zeichnet ihn auch als Schauspieler aus. Seit 2011 ist er Komparse für die internationale Erfolgsserie „Games of Thrones“ und im neuesten Landkrimi „Grenzland“, der am 15.1.2019 im ORF Premiere feiert, hat er eine Nebenrolle ergattert. Gelernt hat der 35-Jährige die Schauspielerei freilich nicht, wovon sich so manch ein „echter“ Schauspieler bedroht fühlen könnte. Ein mittlerweile guter Freund, der etablierter Schauspieler in Österreich ist, hat gesagt: „Bist eh gut. Aber Schauspieler bist keiner!“ Niemand möchte von einem Amateur vertrieben werden. Obwohl ihm der Erfolg im Showbiz durchaus recht gibt, steckt sein Herzblut in den Kaminen der Region. Die Welt des Fernsehens macht ihn nicht vollends glücklich. Lange hat er aber eine Fassade aufrechterhalten. Nun legt er die Maske ab.

„Ich glaube nicht an Astrologie. Widder sind von Haus aus skeptisch“

Das Leben ist nicht Hollywood. „Als ich bei der Premiere des neuen Landkrimis vor einigen Wochen tosenden Applaus geerntet hab‘, habe ich nichts empfunden, keine Freude, keinen Stolz. Da wusste ich konkret, dass etwas nicht stimmt. Ich konnte nicht mehr lachen.“ Schwere Depressionen und Suizidgedanken machten eine Reha im Dezember notwendig. „Ich hab den Lustigen gespielt. In Wahrheit fehlt mir mein Job als Rauchfangkehrer. Ich würde alles dafür geben, wieder in der Region in diesem Beruf arbeiten zu können, auch wenn bei einem Lungenvolumen von 40 Prozent dieser Job bestimmt nicht das Richtige für mich ist. Mir fehlt aber die Zuneigung, die Freundlichkeit und die ehrliche Freude, die mir als Rauchfangkehrer entgegengebracht wurde. Das war besser als jeder Applaus für mich als Nebendarsteller.“

Trotzdem fühlt er sich als Glückskind. „Mein Leben hätte aufgrund von Unfällen schon mindestens drei Mal vorbei sein können, aber ich hatte immer Glück. Auch was meinen Namen betrifft. Mein Bruder heißt Schilbääär (Gilbert), den hat’s als Kind in Siget hart getroffen. Aber im Ernst: ich trinke und rauche maßlos und esse rotes Fleisch. Weil ich leben möchte!“

Wir wünschen dem Rauchfangkehrer der Herzen, dass er vom Glück weiterhin zumindest geküsst wird!

Warum gelten Rauchfangkehrer als Glücksbringer?

Die schwarzen Männer und Frauen gelten in weiten Teilen der Welt als volkstümliche Glücksbringer. Wer sie berührt oder am Knopf der Kleidung dreht, habe Glück im neuen Jahr.

Rauchfangkehrer gibt es bereits seit dem Mittelalter. Früher war es eine Katastrophe für den Haushalt, wenn der Kamin verstopft war oder schlecht zog. Die Feuerstelle war das Zentrum des Heims. Sie sorgte für Wärme und für eine warme Mahlzeit.

Im 16. Jahrhundert in Italien im Gebiet von Mailand gingen die „ Spatza Kamino“ mit einem Reisigbesen von Haus zu Haus und säuberten die ersten errichteten Schlote. Die Hausbrände gingen zu diesem Zeitpunkt massiv zurück. Damals gab es noch nicht viele Rauchfangkehrer, also war es ein Glück, wenn man einen Kaminkehrer für die Dienste erwischen konnte.

In Wien wurde die erste Konzession im Jahr 1512 von Kaiser Maximilian I. An einen gewissen Hans von Mailand erteilt.

Der Geschichte der Wiener Rauchfangkehrer ist ein eigenes Museum gewidmet:

Rauchfangkehrermuseum
1040 Wien, Klagbaumgasse 4
Telefon: 734 35 40 bzw. 514 50/2275
Kontakt: info@rauchfangkehrermuseum.at

Hier weist ein gestickter Spruch übrigens darauf hin, warum der Rauchfangkehrer noch als Glücksbringer gilt: Er sorgt für das Glück in der Ehe, weil ein müder, hungriger Mann, durch die Kochkünste der Frau milde gestimmt wird:

„O Rauchfangkehrer, lieber Mann, putz doch den Rauchfang, dass ich kochen kann.“

Zwischen idyllischem Bauerndorf  und moderner Industriegemeinde

Zwischen idyllischem Bauerndorf und moderner Industriegemeinde

Mitten in den Hügeln Pannoniens liegt die Marktgemeinde Großpetersdorf. Einst ein agrarisches Zentrum, hat sich der Ort zur größten Industriegemeinde des Burgenlandes gewandelt.
Laura WEINGRILL / 29. April 2019

Die vergangenen Wochen waren medial vor allem von einem Aspekt geprägt: Umweltbewusstsein. Klima-, Tier- und Umweltschutz stehen momentan im Fokus der Aufmerksamkeit. Das Burgenland etwa soll laut Landespolitik „BIO“ werden. Ein Tierschutzvolksbegehren, initiiert von Sebastian Bohrn Mena, zielt darauf ab, Tierqual zu beenden, wobei Nutztiere wie auch Hühner im Fokus stehen. Und dass sich vor allem Schüler und Schülerinnen um unseren Planeten sorgen, ist spätestens seit Greta Thunbergs Auftritt klar. Sie ist das Gesicht weltweiter Schülerproteste für die Umwelt. Im steirischen Schäffern, da leistet ebenfalls ein junges Mädchen seinen Beitrag. Daniela Pfeffer hat sich ihren Hühnern verschrieben und zeigt, wie schön und wichtig artgerechte Haltung ist.

Die Biene ist wichtig für die Bestäubung der Blüten. Das wissen wir quasi alle. Und sie kann stechen, aber ist eigentlich nicht böse. Höchstens gefährlich für Allergiker. Sie produziert Honig und lebt in Schwärmen. So weit, so gut, und so die Fakten aus dem Lehrbuch. Doch wie ist die Biene „privat“? Wir haben einem über die Schultern geschaut, der es wissen muss: Imker Josef Kogler.

Draußen steigen die Temperaturen, die Knospen sprießen, und neben dem zarten Duft der ersten, richtig warmen Sonnenstrahlen auf der Haut liegt auch Liebe in der Luft. Frühlingsgefühle sind nicht zu leugnen, und die werden heutzutage auch online befriedigt – schnell und unbürokratisch, oft auch unromantisch. Spätestens seit es Tinder gibt, ist klar: Tugenden wie Genügsamkeit, Enthaltsamkeit oder Verzicht sind out. Jennifer Vass (30) beschreibt uns ihre Suche nach der großen Liebe, zwischen magischen Momenten des Kribbelns und dem enttäuschenden Überangebot an beischlafwilligen Partnern.

Eingebettet zwischen der Oststeiermark und dem steirischen Vulkanland liegt die Marktgemeinde Bad Waltersdorf, die mit ihren zwei unterschiedlichen Thermen und ihren vielfältigen Sport- und Freizeitmöglichkeiten sowie ihrer idyllischen Natur viel zu bieten hat.

1975 stieß man in Bad Waltersdorf bei Bohrungen auf Thermalwasser.

 

 

Saisonauftakt

Bad Waltersdorf erwacht. Wie überall in der Steiermark macht man sich fit fürs Frühjahr. Der Kurort, der in der Kategorie „Schönste Märkte“ des Landesblumenschmuckwettbewerbs Flora im Herbst 2018 zum fünften Mal in Folge den ersten Preis und damit die goldene Flora verliehen bekam, muss seinem Ruf gerecht werden, wie Bürgermeister Josef Hauptmann stolz erwähnt. Allüberall wird geschmückt und hergerichtet. Auf den unzähligen Wanderwegen sieht man Läufer fleißig trainieren: Bereits am 6. April steht der „Radio Steiermark Lauf“ als Start in die Saison an.

Zum 17. Mal findet er heuer statt, es wird mit 1.500 Teilnehmern aus allen Bundesländern sowie aus Ungarn gerechnet. Das große Event wird einen Tag vorher mit einer spannenden Multimediaschau mit Eindrücken der Steiermark eingeleitet. Das Wochenende ausklingen lassen kann man am Sonntag mit einem Thermentag.

Thermalwasser statt Öl

Überhaupt, die Thermen: Das heutige Bild von Bad Waltersdorf ist geprägt von ebenjenem Fund, der 1975 bei Ölprobebohrungen gemacht wurde. Da man statt auf Erdöl auf 62° Grad heißes Thermalwasser stieß, gibt es keine Bohrtürme, sondern die Marktgemeinde darf seit 1988 den Zusatz „Bad“ im Namen führen.

Bad Waltersdorf auf das Image einer typischen Kurgemeinde festlegen zu wollen, würde viel zu kurz greifen. Vielmehr erscheint es janusgesichtig: Ruhige Kurgemeinde, zugleich Ort für moderne Aktivurlauber.

Gesund mit Genuss

Dies zeigt sich in den zwei verschiedenen Thermen: Für ruhige Entspannung, ganz nach dem Motto „gesund mit Genuss“ steht die klassische Heiltherme mit herrlichem Blick über Waltersdorf. Auf die Bedürfnisse von Thermenbesuchern spezialisiert sind etliche Gewerbetreibende, so das Gesundheitszentrum ‚Atyan‘, das Shiatsu und Massagen und etliches mehr bietet wie auch die Thermenapotheke, die neben klassischen Apothekendiensten ebenso alternative Heilmittel sowie Fußpflege, Nageldesign und Gesichtsbehandlungen offeriert. Zahlreiche Buschenschenken und andere Gastronomie haben sich spezialisiert, Gäste und Einheimische zu verwöhnen. „Besonders ans Herz legen möchte ich allen Gästen und Einheimischen das neu konzipierte „Winzern am Berg“, das am 15. Juni zum ersten Mal mit einem bunten Programm mit Musik – unter anderem die „Edlseer“ und die „jungen Paldauer“ – , Weinverkostung und kostenlosem Shuttleservice aufwartet“, rät der Geschäftsführer des Tourismusverbandes, Jörg Pfeifer.

Kinder- und Aktivprogramme für Jung und Alt

Die H2O-Therme im Ortsteil Sebersdorf, erst seit der letzten Gemeindezusammenlegung 2015 dazugekommen, bietet mit unzähligen Rutschen, Wellenbad und im Sommer Hüpfburgen Spaß und Aktion, ganz ausgerichtet auf die Bedürfnisse von Kindern und Familien. Hier darf es dank Maskottchen Hopi-Ho und Kinderprogramm lauter werden.

Auch Erwachsene, die nicht immer kuren, sondern sich sportlich auspowern wollen, kommen in Bad Waltersdorf auf ihre Kosten: Jörg Pfeifer vom Tourismusverband weiß gar nicht, wo er anfangen soll: Zu einem Spaziergang hoch zwischen den Baumwipfeln lädt der größte Waldseilgarten Europas. Sportlich geht es zu im neu errichteten 3D-Bogen- und Blasrohrparcours oder man begibt sich mit Smovey-Ringen auf eigens ausgeschilderte und mit Übungshinweisen versehene Wanderwege. Es finden auch wöchentlich unter Anleitung geführte Smovey-Wanderungen statt. Bad Waltersdorf wurde übrigens als 1. Internationale Smovey-Gemeinde ausgezeichnet.

Weiters gibt es die klassischeren Sportmöglichkeiten mit vielen Wander- und Radwegen, Tennis- und Squashplätzen sowie eine 18-Loch-Golfanlage. Fußball ist ein großes Thema, nicht nur die eigene Mannschaft spielt hier, in Bad Waltersdorf gastieren regelmäßig internationale Fußballtrainingscamps wie das österreichische Nationalteam.

Nahezu unberührte Natur

Wer es beschaulicher mag und abseits von touristisch stark erschlossenen Wegen in die relativ unberührte Natur möchte, kann sich in die Naturschutzgebiete „Vogelschutzgebiet Leitersdorf“ oder ins „Lichtenwalder Moor“ zurückziehen. Außer dem eigenen Herzschlag kann man hier vor allem den Vögeln des Waldes lauschen und Stress, Trubel und sogar Straßengeräusche weit hinter sich lassen. Was man als Ruhesuchender nicht ahnt – das Moor erzählt tief unten in der Erde eine eigene Geschichte: Aufgrund von Pollenfunden in knapp einem Meter Tiefe konnten Rückschlüsse auf eine Besiedelung vor rund 2.000-2.400 Jahren gezogen werden.

Etwas später, nämlich auf das 1. bzw. 2. Jahrhundert nach Christus, werden die Funde im römerzeitlichen Museum datiert, die man täglich von 8-18 Uhr bei freiem Eintritt besichtigen kann. Die gefundene Löwenstatue ist sogar stilisiert ins Stadtwappen eingegangen. Ansonsten finden sich im kleinen, aber gut beschilderten Museum vor allem Überreste von Grabsteinen der Römerzeit.

Die neuen Tore zu Bad Waltersorf: Kunst im Kreisverkehr

Wesentlich neueren Datums sind die Kunstwerke heimischer Künstler, die die Kreisverkehre nach Bad Waltersdorf seit Ende des Jahres 2016 schmücken. „Mit diesem einzigartigen Projekt sollen Gäste und Einheimische auf besondere Art mit dem Thema des heilenden Wassers in der 2-Thermenregion begrüßt werden“, so Bürgermeister Josef Hauptmann. Direkt vor der H2O-Therme steht der Tropfen von Maximilian Ertl, der von zwei riesenhaften Händen schützend aufgefangen wird. Weiters gibt es bei der Heiltherme das Wassertor von Prof. Muhr, das als Brunnen fungiert und in Sebersdorf das Kunstwerk „Die Befreiung von Zeit und Raum“ des Künstlers Rudolf Pichler.

Wer nun Lust auf Bad Waltersdorf bekommen hat und sich nicht sofort ins Auto setzen kann, dem sei der neu konzipierte virtuelle 3D-Rundgang auf der Gemeindehomepage ans Herz gelegt. Das ersetzt natürlich nicht den lokalen Augenschein, doch immerhin kann man so ein wenig hineinschnuppern in die liebenswürdige Gemeinde mit all ihren Möglichkeiten.

Ostern und die lieben Eier! Im Supermarkt sollte man beim Griff ins Regal aber behutsam vorgehen. Was die Nummern auf den Eiern über die Haltung der Hennen aussagt und warum ist es wichtig auch bei Nudeln und Co. das Kleingedurckte zu lesen! Alice Pichler ist im Rahmen des Tierschutzunterrichts des „Vereins gegen Tierfabriken“, in Schulen unterwegs. Vor Ostern geht es um das Konsumverhalten.

Reportage

Wald-Reich

Der Wald ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Allerdings setzen ihm der Klimawandel und ein kleiner Käfer ganz schön zu. Trotzdem ist er nach dem Tourismus der zweitwichtigste Devisenbringer und gibt vielen Menschen Arbeit.

Mit über 60 Prozent gehören die Steiermark und Kärnten zu den waldreichsten Bundesländern Österreichs. Im Bereich der Bezirksforstregion Hartberg liegt die Waldfläche bei rund 48 Prozent. Dagegen nimmt sich das Burgenland mit einer Waldfläche von rund einem Drittel des Landes fast schon bescheiden aus. Aber auch im Burgenland hat die Waldwirtschaft eine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung: Jährlich entsteht dadurch eine Wertschöpfung von 50 Millionen Euro und beschäftigt rund 4.000 Menschen.

Waldbesitzern und Experten treiben allerdings der deutlich spürbare Klimawandel und der Borkenkäfer Sorgenfalten auf die Stirn. Wetterlagen, die sich über Wochen oder Monate nicht ändern, können den Bäumen arg zusetzen. 2018 war so ein Jahr. Nördlich der Alpen regnete es kaum oder fast gar nicht, südlich davon sorgten heftige Niederschläge für Überschwemmungen und Vermurungen. Dabei kamen das Burgenland und die Oststeiermark 2018 durchaus glimpflich davon.

Herausforderung Klimawandel

„Das Klima ist eine Herausforderung für den Wald und seine Besitzer“, bestätigt der Leiter der Landesforstinspektion Burgenland, Hofrat Hubert Iby. Vor allem lange Hitze- und Trockenperioden bedeuten Stress für die Bäume. Daher setzt man seitens der Forstämter auf permanente Kontrollen des Waldzustandes. Besonders betroffen sind dabei Fichten-Monokulturen, wo in der Folge oft der Borkenkäfer sein Unwesen treibt. Kommt es zu einem Käferbefall, müssen die geschädigten Bäume so rasch wie möglich aus dem Wald geschafft werden. Da kommen dann oft die Fachleute vom Burgenländischen Waldverband zum Zug. „Wir bieten Waldbesitzern von der Beratung, Begutachtung, Durchforstung bis zur Vermarktung des Holzes ein großes Paket an Dienstleistungen an“, erläutert Obmann DI Klaus Friedl im prima! Gespräch.

Friedl kennt als Forstreferent der steirischen Landwirtschaftskammer den Zustand der Wälder beiderseits der Lafnitz in- und auswendig. Im Norden des Bezirks Hartberg gebe es wirklich großflächige Waldbesitzungen, während die Grundstücke gegen Süden, etwa im Raum Fürstenfeld, wieder kleinstrukturierter werden. Ganz anders im Südburgenland. Hier haben laufende Erbteilungen zu einer kaum noch überschaubaren Struktur des Waldbesitzes geführt. Friedl: „Oft sind die Waldgrundstücke gerade einen halben Hektar groß.“

Mit der Folge, dass Waldbesitzer oft gar nicht wissen, wo sich ihr Grundstück befindet und viele weder Gerätschaften noch das Wissen haben, wie ihr Wald zu pflegen oder zu durchforsten ist. Diese Serviceleistungen bietet der Waldverband an. Allein im Burgenland gibt es über 26.000 Waldeigentümer.

Preise

Mit dem Holzmarkt und den dort gehandelten Preisen ist man beim Verband derzeit durchaus zufrieden. Geschäftsführer DI Herbert Stummer: „Vor allem Qualitätsholz ist sehr gefragt.“ Der Markt, auf dem man agiert, ist ein globaler. Holz wird bis in die USA, nach Japan und vor allem nach Italien exportiert. Wobei drei Klassen von Holz anfallen. Das meiste Geld gibt es für Sägerundholz, gefolgt vom Industrieholz – etwa für die Papierindustrie und schließlich das sogenannte Energieholz. Heuer gibt es durchaus Unwägbarkeiten: „Derzeit ist noch nicht klar, wie viel Schäden die Herbststürme in den Wäldern in Oberitalien, Tschechien oder Deutschland angerichtet haben und welche Mengen auf den Markt kommen“, erläutert Herbert Stummer. Denn große Mengen an Schadholz würden sich vorübergehend wohl negativ auf die Preise auswirken. Vermarktet wird das Holz global, und daher haben die Weltmarktpreise auch direkte Auswirkungen auf die einzelnen Waldbesitzer. Die sind es aber ohnehin gewohnt, in größeren zeitlichen Horizonten zu denken. Denn von der Auspflanzung bis zur Ernte können schon 100 Jahre und mehr vergehen.

Förderungen

So ist erklärtes politisches Ziel im Burgenland, weg von den anfälligen Monokulturen zum widerstandsfähigeren Mischwald zu kommen. Agrar-Landesrätin Verena Dunst, die das Ressort ab 28. Feber an Astrid Eisenkopf übergibt: „Wir fördern den Umbau der heimischen Wälder jährlich mit 1,3 Millionen Euro“.

Für 2019 müsse man jetzt aber abwarten, so die Forstexperten, wie sich Klima und die Borkenkäfer-Situation entwickeln werde. Sie wünschen sich, dass die Bäume heuer weniger Stress durch Käferbefall und Trockenheit ausgesetzt werden.

Welche Bedeutung die Holzwirtschaft für Österreich hat, zeigt sich schon daran, dass sie nach dem Tourismus der zweitgrößte Devisenbringer ist. So hat Österreich 2017 Holz um sechs Milliarden importiert, aber um über 10 Milliarden Euro Holz exportiert. Überschuss: Vier Milliarden. Und nicht zu vergessen: Die Waldbesitzer denken in längerfristigen Zeiträumen.

Bäuerchen und volle Windeln

Bäuerchen und volle Windeln

Viel gibt es zum Elternsein zu sagen, doch keine noch so ausführliche Erklärung ersetzt das Gefühl, wenn man sein Kind in den jeweiligen Altersstadien und Entwicklungen begleitet. Oft hätte man dann gerne jemanden, der einen sprichwörtlich an der Hand nimmt, einem zeigt, wie man nun mit dieser Situation umgeht. Jemand, der weiß, worauf es ankommt. Für den Fall des Mutter- bzw. Vaterwerdens gibt es das Elternberatungszentrum (EBZ) Hartberg. Und das seit zehn Jahren.
Olga SEUS / 29. April 2019

„Brauchland Burgenland“ – unter diesem Motto steht das Kulturjahr 2019. Geschichten, Tänze und Lieder haben sie überliefert, die unzähligen Bräuche in unserer Region. Sie sind nichts ur-burgenländisches oder ur-steirisches, nein. Bräuche sind in jeder Kultur zu finden und so unterschiedlich wie die Menschen, die sie zelebrieren. Es gibt Bräuche, die sich auf ähnliche Weise in vielen Kulturen finden, andere wiederum gibt es gar nur in einer einzigen Ortschaft, wie das „Kikeriki-Schreien“ in Neustift bei Schlaining. Das ist kein „höflicher“ Brauch, ebenso wie viele andere Traditionen, die durchaus brutal und frauenfeindlich waren, und dennoch gibt es sie noch immer. Denn vor allem in Zeiten der Globalisierung wird nun wieder mehr Wert auf kleinräumige und regionale Bräuche gelegt.

Im Fokus

Verwurzelt

Vor rund acht Jahren hat Dieter Bencsics mit dem Spielen der Steirischen Harmonika begonnen. Seither vergeht kein Tag, an dem der Oberwarter Inneneinrichter nicht zu seinem Instrument greift. Sogar bis nach Amerika haben ihn seine Auftritte geführt – und dort entstand auch die Idee für eine CD. Aber nicht irgendeine. Alte, längst vergessene Volkslieder hat er in den letzten Monaten neu arrangiert und aufgenommen. Eine Liebeserklärung an die Heimat.

Eine einheitliche, touristische Datenbank für das Südburgenland soll mehr Gäste bringen. Davon sollen auch die Kleinstbetriebe profitieren.

Die Touristiker des Burgenlandes – allen voran Tourismus Burgenland GF Hannes Anton (2.v.l.) und LR Alexander Petschnig (3.v.l.)sowie Bad Tatzmannsdorfs Tourismusdirektor Dietmar Lindau (re.) – bei der Präsentation der touristischen Datenbank.

 

 

Es soll ein Meilenstein für die Tourismusbetriebe und -vereine des Südburgenlandes werden. „Feratel“ heißt das System, mit dem alle touristischen Dienstleister erfasst werden. Über ein weiteres System werden dann auch alle Outdoor-Angebote aufgenommen. Tourismus-Landesrat Alexander Petschnig bringt das Ziel der einheitlichen Datenbank auf den Punkt: „Wir haben einzigartige touristische Angebote im Südburgenland, und die soll der potenzielle Gast auch sehr einfach finden und im besten Fall gleich buchen.“ Diese touristischen Grunddaten müssen deshalb nun flächendeckend erfasst werden. 302.000 Euro sind die Gesamtkosten des Projektes, das zu 66 Prozent aus Leader Mitteln gefördert wird.

Region um Bad Tatzmannsdorf

Ein zweiter Abschnitt betrifft die Daten- und Marketingvernetzung der fünf Gemeinden rund um Bad Tatzmannsdorf (Bernstein, Mariasdorf, Stadtschlaining, Oberschützen und Oberwart). „Die touristisch relevanten Angebote der beteiligten Gemeinden sollen aufbereitet und die Betriebe in ihrer online Präsenz unterstützt werden“, so Dietmar Lindau, Tourismusdirektor von Bad Tatzmannsdorf. Die Region Bad Tatzmannsdorf soll als Erlebnisraum wahrnehmbar werden, mit dem Ziel, dass der Gast seinen Aufenthalt verlängert bzw. gerne wiederkommt. Den Betrieben entstehen dadurch keine Kosten.

"Eine der größten Chancen auf Integration ist die Eingliederung von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt.“

Karl Reiter

Die Wirtschaft sucht dringend Fachkräfte und Lehrlinge. Eine Chance, die auch viele Asylwerber ergreifen. Trotz Lehrvertrag droht ihnen die Abschiebung. Unternehmer fordern ein Umdenken. Für einen Asylwerber im Bezirk Oberwart kommen diese Bemühungen zu spät. Ihm drohte die Abschiebung, er brach die Ausbildung ab und flüchtete.

Trotz Fachkräftemangel werden arbeitswillige Asylwerber abgeschoben. Wirtschaftstreibende fordern daher „Ausbildung statt Abschiebung“.

 

 

Das ist keine schöne Geschichte. Es geht um verpasste Chancen, zerstörte Hoffnungen und ein Abtauchen in die Anonymität. Dabei handelt es sich um kein Einzelschicksal, sondern um Tragödien, wie sie täglich in Österreich vorkommen.

Die Wirtschaft sucht dringend Fachkräfte und Lehrlinge. Deshalb veranstaltet das AMS auch regelmäßig sogenannte Lehrlings-Castings, wo junge Menschen und Betriebe leichter zusammenkommen sollen. So auch im Februar 2018 in Oberwart. Eines der teilnehmenden Unternehmen war das bekannte Reiters Reserve Südburgenland. Dabei kam die Leiterin des Supreme 5* Hauses, Sonja Fassl, ins Gespräch mit einem jungen Mann, der sehr an einer Tätigkeit in der Gastronomie interessiert war. Es handelte sich um den damals 19-jährigen Amir Z. (Name von der Redaktion geändert), einen afghanischen Asylwerber. Man einigte sich sehr rasch, und Amir begann eine Ausbildung als Restaurantfachmann-Lehrling. Natürlich wurde er bei den zuständigen Behörden angemeldet und die Ämter informiert. Diese erteilten auch die notwendige Bewilligung, ein Lehrvertrag wurde erstellt.

Der junge Mann fand im hauseigenen Mitarbeiterwohnhaus Unterkunft und schmiss sich mit voller Energie in die Ausbildung. Er lernte nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch die für den Beruf nötigen Fachausdrücke. Aus den Arbeitskollegen wurden Freunde. Dann brach für den jungen Mann die Welt zusammen. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, er aufgefordert, sich „abreisebereit zu halten.“

Seitens des Dienstgebers und von Unterstützern wurde versucht, alle Hebel in Bewegung zu setzen – vergeblich. Sogar Eigentümer Karl Reiter wandte sich mit einem Schreiben an den damaligen Sozial-Landesrat Norbert Darabos, um ein Umdenken zu erreichen: „Die Abschiebung von Asylwerbern in Lehre schadet nicht nur den Unternehmerinnen und Unternehmern, sie verhindert auch eine der erfolgreichsten Integrationsmöglichkeiten. Eine der größten Chancen auf Integration ist die Eingliederung von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt. Schließlich bringt eine Lehrstelle Fachausbildung, Sprachkompetenz, Freundschaften und Einbindung in die österreichische Gesellschaft.“

Auf dieses Schreiben gab es nicht einmal eine Antwort. Da Amir nicht darauf warten wollte, bis er abgeschoben wird, brach er die Ausbildung ab und tauchte unter. Dem Vernehmen nach soll er sich in Südeuropa aufhalten.

Ausbildung statt Abschiebung

Karl Reiter ist nicht der einzige Unternehmer, der das Vorgehen der Behörden in Sachen Abschiebung von Asylsuchenden in Lehre nicht verstehen kann. Oberösterreichs Grüner Landesrat, Rudi Anschober, kämpft schon seit geraumer Zeit gegen diese Praxis. Er wünscht sich ein Modell, wie es in Deutschland erfolgreich praktiziert wird, das 3-plus-2 Modell. Drei Jahre Lehre plus zwei Jahre Bleiberecht für die Betroffenen. Dabei bekommt Anschober Unterstützung von den Chefs von so großen Betrieben wie Spar und Rewe (Merkur, Billa, etc.).

Diese Initiative „Ausbildung statt Abschiebung“ wird von so prominenten Persönlichkeiten wie Voest-Chef Wolfgang Eder und anderen Industriellen unterstützt. Aber auch Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll rät in dieser Frage der Politik zum Nachdenken. Allesamt sicher keine „Linken Träumer“. So wie der Industrielle Hans Peter Haselsteiner, der Humanismus und Menschenrechte einfordert und von einer „klassischen Dummheit“ spricht. Derzeit sind in Österreich rund 700 Asylwerber in Lehre von Abschiebung betroffen.

Das sagt die Wirtschaftskammer dazu:

Wirtschaftskammer: „Humane Lösung für Asylwerber als Lehrlinge“
Volles Verständnis für persönliche Betroffenheit von Lehrlingen und Betrieben, geltende Gesetze müssen aber eingehalten werden

Für eine „humane Lösung“ spricht sich Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), in der laufenden Diskussion über Asylwerber, die als Lehrlinge beschäftigt sind, aus: „Natürlich ist die persönliche Betroffenheit von Lehrlingen und Betrieben zu 100 Prozent nachvollziehbar. Geltende Gesetze müssen aber selbstverständlich eingehalten werden und Recht muss Recht bleiben.“

Gefragt – und im Sinne aller Betroffenen – sei vor allem eine saubere Trennung von Zuwanderungsformen, betont Kopf. „Fachkräfte-Zuwanderung und Asyl sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe.“ Ziel müsse sein, „viel früher Klarheit und Sicherheit für die Unternehmen und Auszubildenden zu schaffen, ob jemand hierbleiben darf oder in sein Land zurückkehren muss. Das oberste Ziel sollten daher rasche Asylverfahren sein“.

Dies würde zu rascher Rechtssicherheit für alle Beteiligten führen und auch die Frage des Arbeitsmarktzugangs würde sich dann nicht stellen. Um den Bedürfnissen der Betriebe gerecht zu werden, strebe die Wirtschaftskammer zudem eine humane Lösung an. „Der WKÖ-Präsident Harald Mahrer ist dazu mit der Regierung im Gespräch“, so Kopf.

In der gesamten Diskussion um den Fachkräftemangel sei die Frage Asylwerber als Lehrlinge lediglich ein Teil der Gesamtthematik. Hier arbeite die Wirtschaftskammer an einer umfassenden Strategie, die vor allem auf innerösterreichische Maßnahmen setzt, so der WKÖ-Generalsekretär abschließend.

https://www.wko.at/site/fachkraeftepotenzial/start.html

Das sagt die Wirtschaftskammer dazu:

Wirtschaftskammer: „Humane Lösung für Asylwerber als Lehrlinge“
Volles Verständnis für persönliche Betroffenheit von Lehrlingen und Betrieben, geltende Gesetze müssen aber eingehalten werden.

Für eine „humane Lösung“ spricht sich Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), in der laufenden Diskussion über Asylwerber, die als Lehrlinge beschäftigt sind, aus: „Natürlich ist die persönliche Betroffenheit von Lehrlingen und Betrieben zu 100 Prozent nachvollziehbar. Geltende Gesetze müssen aber selbstverständlich eingehalten werden und Recht muss Recht bleiben.“

Gefragt – und im Sinne aller Betroffenen – sei vor allem eine saubere Trennung von Zuwanderungsformen, betont Kopf. „Fachkräfte-Zuwanderung und Asyl sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe.“ Ziel müsse sein, „viel früher Klarheit und Sicherheit für die Unternehmen und Auszubildenden zu schaffen, ob jemand hierbleiben darf oder in sein Land zurückkehren muss. Das oberste Ziel sollten daher rasche Asylverfahren sein“.

Dies würde zu rascher Rechtssicherheit für alle Beteiligten führen und auch die Frage des Arbeitsmarktzugangs würde sich dann nicht stellen. Um den Bedürfnissen der Betriebe gerecht zu werden, strebe die Wirtschaftskammer zudem eine humane Lösung an. „Der WKÖ-Präsident Harald Mahrer ist dazu mit der Regierung im Gespräch“, so Kopf.

In der gesamten Diskussion um den Fachkräftemangel sei die Frage Asylwerber als Lehrlinge lediglich ein Teil der Gesamtthematik. Hier arbeite die Wirtschaftskammer an einer umfassenden Strategie, die vor allem auf innerösterreichische Maßnahmen setzt, so der WKÖ-Generalsekretär abschließend.

https://www.wko.at/site/fachkraeftepotenzial/start.html

Steiermarkweit sind es 25.000 Fachkräfte, die der Wirtschaft fehlen. 2018 waren im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld rund 5.000 Arbeitsstellen verfügbar, davon etwa 2.500 beim Arbeitsmarktservice gemeldet. Trotz dringendem Bedarf und starken Bemühungen konnte eine Vielzahl dieser Stellen nicht besetzt werden. Ein Grund für den Mangel an technisch ausgebildeten Mitarbeitern sei das Fehlen einer Höheren Technischen Lehranstalt im Bezirk, so die Wirtschaftskammer.

Als gewaltige Herausforderung sieht die Arbeiterkammer den Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping im Bereich der Wirtschaft. Aber auch Unternehmer fordern gezielte Maßnahmen gegen unfaire Konkurrenz aus dem Osten.

Arbeiterkammer will mit Unternehmern gegen Lohn- und Sozialdumping vorgehen

 

Einen eher ungewöhnlichen Ort haben sich AK-Präsident Gerhard Michalitsch und Regionalstellenleiter Christian Drobits für die Präsentation ihres Kampfes gegen Lohn- und Sozialdumping ausgesucht – die Malerei Janisch in Oberwart. Christian Janisch: „Für uns wird das Lohn- und Sozialdumping zu einem immer größeren Problem. Vor allem Firmen aus dem Osten machen uns das Leben schwer.“

Wie das in der Realität abläuft, schildert Christian Drobits: „Das gibt es einen Unternehmer, der zwar seine Bediensteten korrekt angemeldet hat. Die mussten aber 30 bis 40 Prozent ihres Lohnes wieder dem Unternehmer zurückgeben“. Dagegen können heimische Betriebe kaum bestehen. Klare Worte findet Gerhard Michalitsch: „Das ist Betrug am Staat, an den Mitarbeitern und den Mitbewerbern.“ Konkret werden längere Fristen gefordert, um Klagen einzubringen sowie eine Aufstockung der Finanzpolizei. Im Juni soll es dazu auf der Friedensburg in Stadtschlaining eine Enquete geben.

http://bgld.arbeiterkammer.at

„Bernstein Trail“ nennt sich der erste buchbare burgenländische Weitwanderweg. Der Wanderer erlebt die Sehenswürdigkeiten in der malerischen pannonischen Landschaft und wird über eine eigene Plattform von A-Z betreut.

Günter Mussnig (Train Angels), Tourismus-LR Alexander Petschnig, Landeshauptmann Hans Niessl und Burgenland-Tourismus GF Hannes Anton.

 

Dem Wandern neue Impulse geben – diesem Ziel hat sich die Burgenland Tourismus GmbH verschrieben und gemeinsam mit den Tourismusverbänden das Leuchtturm-Projekt „Bernstein Trail“ gestartet. Damit wird eine interessante Route in Verbindung mit der antiken Bernsteinstraße neu erschlossen. Auf einer Webplattform erhält der Gast nicht nur Informationen zu den Touren, sondern findet auch Nächtigungsmöglichkeiten, buchbare Packages und Infos zu Gepäcktransfer oder Shuttleservice. „Das Burgenland setzt dabei auf das ‚Genusswandern‘. Wanderer können sich nicht nur auf einheitlich markierte Wanderwege und eine reizvolle Landschaft freuen, sondern auch auf ein reichhaltiges kulturelles und kulinarisches Angebot entlang der Routen. Ab Herbst soll der Gast den Bernstein Trail online buchen können,“ erklärt Hannes Anton, Geschäftsführer der Burgenland Tourismus GmbH.

Die Route

Der Routenverlauf wird gerade ausgearbeitet und folgt zum Teil der historischen Bernsteinstraße. Geplant ist eine Ostroute mit 324 Kilometern und 14 Etappen und eine 370 Kilometer lange Westroute mit 17 Etappen.
Die Ostroute soll durch den Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel und die Freistadt Rust führen und – über Abstecher nach Ungarn – weiter ins mittlere Burgenland sowie durch die beiden Naturparke Geschriebenstein/ Írottkő und Weinidylle.

Die Westroute führt entlang des Leithagebirges, durch Eisenstadt und Rust und über einige Abstecher nach Ungarn, durchs Mittelburgenland und durch die südburgenländischen Thermenorte Bad Tatzmannsdorf und Stegersbach.

Der Start für beide Routen ist in Petronell-Carnuntum geplant und soll in St. Martin an der Raab enden.

Bahn-Strategie für das Südburgenland in Ausarbeitung

Bahn-Strategie für das Südburgenland in Ausarbeitung

Ein Verkehrsminister und ein Landeshauptmann aus dem Südburgenland – eine Chance dafür, die Bahn in dieser Region wieder aufleben zu lassen? Mit konkreten Plänen halten sich beide bedeckt. Während Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) die Grenzbahn nach Ungarn als nicht finanzierbar sieht (siehe Ausgabe prima! März 2019), hält Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) diese für wichtig. An Konzepten wird gearbeitet, und von beiden Seiten kommt die Ankündigung, dass Pläne demnächst gemeinsam präsentiert werden. Und Norbert Hofer verspricht, an Tempo zuzulegen.
Nicole MÜHL / 28. März 2019

prima! im Gespräch mit Burgenlands neuem Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und seinem klaren Statement zur Zukunft der Grenzbahn.

Man hat den Eindruck, dass das, was Sebastian Kurz bei den NR-Wahlen 2017 für die ÖVP war, auf burgenländischer Landesebene bei der SPÖ Hans Peter Doskozil ist. Wäre es nicht ein sehr reizvoller Gedanke, diesen Hype um Ihre Person zu nutzen, die Wahl vorzuverlegen, um den Koalitionspartner FPÖ loszuwerden?

Hans Peter Doskozil: Bei mir geht es bei Wahlen nicht darum, den Koalitionspartner loszuwerden. Es gibt auch keinen Grund dazu. Für mich gibt es zwei Grundparameter. Das erste ist ein entsprechendes Vertrauensverhältnis. In der letzten Regierung (Koalition SPÖ/ÖVP, Anm. d. Red.) hat es dieses Vertrauensverhältnis nicht gegeben, und man hat immer aufpassen müssen, kommt jetzt wieder eine Grätsche von links oder rechts.

Vice versa, sag‘ ich ganz offen. Und das ist keine Art, eine Koalition zu führen. Mit dem jetzigen Koalitionspartner (FPÖ, Anm. d. Red.) funktioniert das. Es gibt ein Vertrauensverhältnis, und man kann sich darauf verlassen, was gesagt wird, hält. Der zweite Punkt ist die inhaltliche Übereinstimmung im Rahmen eines Regierungsprogramms. Und das ist aktuell der Fall. Deshalb gibt es keinen Grund, Wahlen vorzuverlegen, um den Koalitionspartner loszuwerden. Diese Sichtweise gilt auch für die Zukunft.

Thema Pflege: Sie möchten die Agenturen ausschalten und die Pflege von gemeinnützigen Vereinen durchführen lassen. Wie soll das genau funktionieren?

Hans Peter Doskozil: Man schafft eine Plattform für gemeinnützige Trägerorganisationen. Gemeinnützig heißt: keinen Gewinn zu erwirtschaften. Derzeit fördert das Land die 24-Stunden-Pflege mit bis zu 600 Euro. Zukünftig fördern wir diese nur mehr, wenn die Pflege über eine gemeinnützige Organisation kommt. Wir haben über diese Plattform dann die Chance, Schritt für Schritt Qualitätsmerkmale zu setzen.

Das Ziel ist auch, die pflegenden Angehörigen über diese Plattform in eine Einkommenssituation zu bringen.

Thema Bahn im Südburgenland. Könnte man Ihren Vorgänger Hans Niessl diesbezüglich beim Wort nehmen, hätten wir ja schon einen Bahnverkehr Richtung Szombathely und Richtung Wien. Dem ist nicht so. Können Sie dazu eine verbindliche Aussage machen, ob und wann es eine Bahnverbindung von Oberwart nach Wien bzw. nach Ungarn geben wird?

Hans Peter Doskozil: Ich möchte Verkehrsminister Norbert Hofer nichts über die Medien ausrichten. Wir werden dazu möglicherweise gemeinsam etwas präsentieren. Aber grundsätzlich: Es ist leicht zu sagen: Super, wir machen einen Personenverkehr Richtung Szombathely, im Wissen, dass die Ungarn das nicht finanzieren können. Eine Schiene im Personenverkehr ist immens teuer. Die Verbindung Oberwart–Szombathely steht in finanzieller Sicht in keinem realistischen Verhältnis. Und ich glaube nicht, dass man den Südburgenländern zumuten kann, dass sie zukünftig von Oberwart nach Wien über Szombathely pendeln, wenn gleichzeitig die Verbindung Friedberg Richtung Wien jetzt schon mit dem Zug eine Stunde und 22 Minuten dauert. Da verstehe ich den Sinn dahinter nicht. Da ist es besser, man attraktiviert diese Wechselbahn Richtung Wiener Neustadt in einem vertretbaren Maß, konzentriert sich auf die Örtlichkeit Friedberg, und von dort fährt man Richtung Wien.

Die Verbindung Oberwart-Szombathely kostet hunderte Millionen Euro. Hunderte Millionen also für eine Pendlerstrecke, auf der man länger fahren würde als auf der Strecke Friedberg–Wien. Das ist aus meiner Sicht eine Verschwendung von Steuermitteln und ist nicht vertretbar.

Welche Herausforderungen werden Ihre Ära prägen?

Hans Peter Doskozil: Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man die EU-Förderungen globaler betrachtet. Wir müssen auch danach trachten, dass Ungarn mitzieht – europa-, wirtschafts-, sozialpolitisch, fördertechnisch. Wenn heute in Ungarn das BIP nicht steigt, wenn heute in Ungarn beispielsweise das Lohnniveau nicht steigt, wird das mittelfristig eine negative Auswirkung auf das Burgenland haben. Das gilt es zu verhindern, indem wir in Brüssel darauf Einfluss nehmen, wie Förderpolitik gestaltet wird. Wir müssen mit Ungarn möglicherweise intensivere Formen der grenzüberschreitenden Projekte und Kooperationen forcieren. Ich glaube, das bringt beiden etwas.

Auch das Bio-Thema mag für den einen oder anderen noch utopisch klingen, aber die Frage, wie ernähren wir uns in Zukunft? Wie gut ist unsere Lebensmittelqualität? Wie weit werden unsere Lebensmittel transportiert? Was essen wir tagtäglich? – das sind meiner Meinung nach ganz wichtige Zukunftsfragen. Da als Musterregion zu gelten, das nehmen wir uns vor. Das hätte nicht nur im Kernbereich dieser Thematik einen großen Effekt, sondern auch auch touristisch – und generell.

Hier das komplette Interview >>

Das Interview mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Im September des Vorjahres haben Sie den Start für das Projekt „Masterplan Burgenlands Spitäler“ gegeben. Vorgesehen ist die Vernetzung der Spitäler der KRAGES sowie des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt. Was muss man sich darunter vorstellen?

Hans Peter Doskozil: Das ist ein Prozess, der über ein Jahr unter Einbindung des Joanneums und auch unter Einbindung des Ministeriums läuft. Es ist wichtig, dass das abgestimmt ist. Es ist auch wichtig, die Gebietskrankenkasse miteinzubinden und – die Mitarbeiter. Es ist ein umfassender Prozess und die Herausforderung ist, die Standortgarantie aller fünf Spitäler, die Mitarbeiteranzahl bzw. die Arbeitsplätze nachhaltig abzusichern. Das sollte funktionieren mit einer internen Schwerpunktsetzung.

Beispielsweise: Wir haben derzeit eine Situation, wo die REMO (Remobilisierung, Anm. d. Red.) in Vorau und in Feldbach stattfindet. Das sind Elemente, die man möglicherweise in die kleinen Häuser geben kann, um Tätigkeiten zu kompensieren und dann Spezialisierungen vorzunehmen. Das heißt, es wird fachliche Schwerpunkte geben. Es ist die große Frage, ob in kleinen Häusern überhaupt die Intensivmedizin stattfinden muss oder nur selektiv. Es ist auch die Frage, ob man Richtung Ambulatorien eine Erweiterung vornimmt. Das sind alles Fragen, die noch nicht beantwortet sind. Man hätte dann vor Ort durch die öffentliche Hand alle Fächer im Facharztspektrum abgedeckt. Auch die Frage der Transporte muss abgeklärt werden. Wir haben immer die Frage zwischen ASB (Arbeiter-Samariter-Bund, Anm.d. Red.) und dem Roten Kreuz. Und grundsätzliche Fragen müssen beantwortet werden, wie etwa: Wie können wir Einnahmen lukrieren.

Wenn Sie sagen, dass Spitäler die Möglichkeit bekommen sollen, Einnahmen zu lukrieren – was bedeutet das konkret…?

Hans Peter Doskozil: Das Spital muss jetzt in der Entwicklung frei denken und überlegen. Wo brauchen wir etwas? Wo brauchen wir neue Tätigkeitsfelder? Macht es Sinn, die Kurbad AG vielleicht auch zur KRAGES zu implementieren? Macht es einen Sinn mit der Gebietskrankenkasse eine Vereinbarung zu schaffen, dass die Labortätigkeiten für den niedergelassenen Bereich in Anspruch genommen werden? Dieses Beispiel mit den MRT-Geräten, diese Öffnung der Spitäler für alle Patienten mit Kassenverträgen ist ja nur eine ganz kleine Facette und ein Beispiel, wo es hingehen könnte. Da haben wir Einahmen, wir haben Kassenverträge zu den MRT-Leistungen. Innerhalb von 14 Tagen hat jeder seinen MRT-Termin. Alles auf Kasse – der Patient braucht also nirgends etwas bezahlen und ich glaube, dort muss es hingehen.

Also es wird kein Stein auf dem anderen bleiben?!

Hans Peter Doskozil: Es wird sich alles konzentrieren um Oberwart – abgestimmt auf Oberpullendorf und Güssing. Und es wird sich hier alles konzentrieren auf Eisenstadt abgestimmt mit dem Standort Seewinkel und mit der großen Frage, wie können wir die Fläche facharzttechnisch abdecken?

Das Thema ist ja schon seit Jahren auf dem Tisch – wird es auch eine Zusammenarbeit mit der Steiermark geben? Oberwart-Hartberg ist nur einen Steinwurf voneinander entfernt …

Hans Peter Doskozil: Das ist ein riesiges Thema. Ich für mich kann nur so viel sagen, dass zu jedem Zeitpunkt – ob das nun heuer, nächstes Jahr oder übernächstes Jahr sein sollte – das Angebot am Tisch liegt, das Leistungsspektrum aufeinander abzustimmen. So wie wir jetzt versuchen das im Südburgenland zu organisieren, also beispielsweise in den Spitälern Oberpullendorf, Oberwart und Güssing überregional zu denken und aufeinander abzustimmen – dieses Angebot muss in weiterer Folge weiter gedacht werden. Da liegt der Ball bei der Steiermark. Die müssen entscheiden – wie wir für uns entscheiden – wann das Zeitfenster das richtige ist. Die Bereitschaft erkenne ich dazu.

Aber es sollte doch möglichst zeitnah sein?

Hans Peter Doskozil: Naja, wir sind ja mitten im Prozess. Der Bau des Krankenhaus Oberwart ist so konzipiert, dass durch diese „Finger“ (der Plan des Krankenhauses sieht einen Baukörper mit sieben Finger vor, Anm. d. Red.) und durch eine gewisse statische Ausgestaltung, nach oben, aber auch in die Fläche erweitert werden kann.

Thema Pflege: Sie möchten die Agenturen ausschalten und die Pflege von gemeinnützigen Vereinen durchführen lassen. Wie soll das genau funktionieren?

Hans Peter Doskozil: Wir werden dies Anfang März in einem Gesamtkonzept bekanntgeben. Es wird in den nächsten Wochen sicherlich noch einige Diskussionen darüber geben. Aber grundsätzlich wird das eine Variante sein: Man schafft eine gemeinnützige Plattform, wo sich jene Institutionen beteiligen können, die sich mit Pflege auseinandersetzen. Hilfswerk, Volkshilfe, also alle, die hier involviert sind. Es geht um gemeinnützige Trägerorganisationen. Und gemeinnützig heißt: keinen Gewinn zu erwirtschaften. Ich bin davon überzeugt, dass der Bereich Pflege nicht diesem gewinnorientierten Wirtschaftstreiben ausgeliefert sein darf.

Was heißt das finanziell für die Betroffenen?

Hans Peter Doskozil: Das Land fördert die 24-Stunden-Pflege derzeit mit bis zu 600 Euro. Wir wollen diese 600 Euro nur mehr fördern, wenn eine 24-Stunden Kraft über eine gemeinnützige Organisation kommt. Alle, die da drinnen sind, wie beispielsweise die Volkshilfe, das Rote Kreuz, das Hilfswerk, die sind eh international vernetzt und haben in Rumänien, Bulgarien und Ungarn ihre Ansprechpartner und können dort die Vermittlerrolle wahrnehmen. Wir haben über diese Plattform dann die Chance, auch Schritt für Schritt – dies aber vorsichtig und abgestimmt mit den anderen Bundesländern – Qualitätsmerkmale zu setzen.

Das Zweite ist, dass die Frage des pflegenden Angehörigen im Familienbereich über diese Plattform beantwortet werden kann. Wenn man sich anschaut, ein Pflegeheimplatz wird derzeit finanziert über 80% der Pension, also erst einmal über den Tagsatz, den der Betreiber seitens des Landes bekommt. Zwischen drei und dreieinhalbtausend Euro im Monat sind das pro Platz. Und refinanziert wird es über die Pension und über das Pflegegeld. Da kommt ungefähr 40% der Tagsatzgelder in das Budget zurück. Das ist das Verhältnis derzeit. Jetzt kann man aber jemandem, der daheim ist mit Pflegestufe 4 oder möglicherweise 5, nicht 80% der Pension wegnehmen. Pflegegeld möglicherweise schon. Wir müssen definieren, was an Geld können wir einbehalten? Was an Förderungen müssen wir zuschießen? Wie soll das Verhältnis einer pflegenden Angehörigen bzw. eines pflegenden Angehörigen zur Person sein, die sie pflegt – 1:1, 1:2, 1:3, damit sie dann bei dieser Plattform beschäftigt wird und einen Lohn bekommt. Das werden wir Ende Feber präsentieren. Das Ziel ist, die pflegenden Angehörigen über die Plattform in eine Einkommenssituation zu bringen.

Thema Wahlen: Sie haben in einem Kurier-Interview gesagt, dass es beim Wahltermin 2020 bleibt. Sie gelten als der Troubleshooter – viele Baustellen im Burgenland hat man Ihnen umgehängt (Esterházy, Spitalsbau,…..) – man hat einfach den Eindruck, dass das, was Sebastian Kurz bei der NR-Wahl 2017 für die ÖVP war (und ist), ist auf burgenländischer Landesebene Hans Peter Doskozil bei der SPÖ. Wäre es nicht ein sehr reizvoller Gedanke, die Wahl jetzt vorzuverlegen, den Hype um Ihre Person zu nutzen – um den Koalitionspartner FPÖ loszuwerden?

Hans Peter Doskozil: Bei mir geht es bei Wahlen nicht darum, den Koalitionspartner loszuwerden. Es gibt auch keinen Grund, den aktuellen Koalitionspartner loszuwerden. Und ich glaube auch, der Vergleich mit der ÖVP hinkt ein bisschen. Für mich gibt es zwei Grundparameter. Für eine funktionierende Koalition aktuell und pro futura gilt: Man muss einmal gewählt werden. Man kann nie sagen, was in Zukunft kommt. Das Erste ist ein entsprechendes Vertrauensverhältnis. In der letzten Regierung (Koalition der SPÖ mit der ÖVP, Anm. d. Red.), wo ich noch in Wien war oder auch in der Vergangenheit bei entsprechenden Koalitionen im Burgenland hat es dieses Vertrauensverhältnis nie gegeben und man hat immer aufpassen müssen, kommt jetzt wieder eine Grätsche von links oder rechts. Vice versa, sag ich ganz offen. Und das ist keine Art, eine Koalition zu führen. Das ist der eine Punkt und das funktioniert mit dem jetzigen Koalitionspartner (FPÖ, Anm. d. Red.). Es gibt ein Vertrauensverhältnis und man kann sich darauf verlassen, was gesagt wird, hält.

Der zweite Punkt ist die inhaltliche Übereinstimmung im Rahmen eines Regierungsprogramms. Und das ist aktuell der Fall. Deshalb gibt es keinen Grund, irgendwelche Wahlen vorzuverlegen, um den Koalitionspartner loszuwerden. Überhaupt nicht und diese Sichtweise gilt auch für die Zukunft.

Wann werden Ihrer Meinung nach dann die Wahlen 2020 durchgeführt?

Hans Peter Doskozil: Wir haben programmgemäß die Wahlen 2020. Wir müssen für uns die Entscheidung treffen, wann wählen wir 2020 tatsächlich. Das müssen wir noch mit dem Koalitionspartner besprechen. Wichtig ist, dass eine Wahlauseinandersetzung, die es ja geben wird, so kurz wie möglich gehalten wird und die Arbeitsphasen im Wahljahr trotzdem noch evident und lang genug sind.

Thema Bahn im Südburgenland. Könnte man Ihren Vorgänger Hans Niessl diesbezüglich beim Wort nehmen, hätten wir ja schon einen Bahnverkehr Richtung Szombathely und Richtung Wien. Dem ist nicht so. Nun rechnet man sich aber durch Minister Norbert Hofer, der ja bekanntlich aus dem Südburgenland kommt, gute Chancen aus, dass der Personenverkehr wieder Realität wird. Können Sie dazu eine verbindliche Aussage machen, ob und wann es eine Bahnverbindung von OW nach Wien bzw. nach Ungarn geben wird?

Hans Peter Doskozil: Also wir haben natürlich schon gewisse Vorstellungen, was den öffentlichen Verkehr betrifft und was alle Landesteile betrifft. Das nördliche Burgenland, den Raum Eisenstadt und natürlich auch das Südburgenland – aber ich möchte zum jetzigen Zeitpunkt dem Verkehrsminister, der ja auch im Südburgenland lebt, nichts über die Medien ausrichten. Es ist aus meiner Sicht wichtig, dass das mit ihm abgestimmt wird, dass man diskutiert, ob das der richtige Weg ist, so wie wir uns das vorstellen und da wird es möglicherweise in den nächsten Wochen oder Monaten noch die eine oder andere Überraschung geben können – vorsichtig gesagt. Aber mein grundsätzlicher Zugang ist jener, wenn man die Personenverkehrsthematik anspricht OW-Friedberg oder die Verbindung Richtung Szombathely: Es ist wie bei den Spitälern. Wir hätten es uns da ganz einfach machen können und sagen können, alles bleibt wie es ist, in dem Wissen, dass man es auf Sicht nicht mehr finanzieren kann und dann nach den Wahlen sperrt man halt das eine oder andere zu. Das wäre die leichteste Variante für die Politik gewesen.

Und es ist leicht zu sagen: Super, wir machen einen Personenverkehr Richtung Szombathely, im Wissen, dass die Ungarn das nicht finanzieren werden können. Eine Schiene im Personenverkehr ist immens teuer. Die Verbindung Oberwart-Szombathely und was man daraus in Folge auf weite Sicht erreicht, steht in finanzieller Sicht in keinem realistischen Verhältnis. Auch wenn man den öffentlichen Verkehr finanzieren will und dieser bei uns durchaus im Fokus steht. Wir werden da sicherlich Akzente setzen. Es muss aber gewährleistet sein, dass er in einem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis steht. Historisch gesehen hätte bei einer Verbindung Oberwart-Friedberg jeder Fahrgast, der dort gefahren ist, einmal im Jahr durch die Förderung einen PKW finanziert bekommen können (der Personenverkehr auf der Strecke Friedberg Oberwart wurde 2011 eingestellt, Anm.d. Red.).

So kann man mit öffentlichen Geldern nicht umgehen. Das geht einfach nicht. Und ich glaube nicht, dass man den Oberwartern, den Südburgenländern, die in dieser Region leben, zumuten kann, dass sie zukünftig von Oberwart nach Wien über Szombathely pendeln, wenn gleichzeitig die Verbindung Friedberg Richtung Wien jetzt schon mit dem Zug eine Stunde und 22 Minuten dauert. Da verstehe ich den Sinn dahinter nicht. Da ist es besser man attraktiviert diese Wechselbahn Richtung Wr. Neustadt in einem vertretbaren Maß, konzentriert sich auf die Örtlichkeit Friedberg und von dort fährt man Richtung Wien.

Die Verbindung OW-Szombathely kostet hunderte Millionen Euro. Hunderte Millionen also für eine Pendlerstrecke, auf der man länger fahren wird, wie auf der Strecke Friedberg-Wien. Das ist aus meiner Sicht eine Verschwendung von Steuermitteln und ist nicht vertretbar. Wir wissen, dass es eine gewisse Lobby dafür gibt. Aber aus meiner Sicht ist es nicht vertretbar, Steuergelder dafür auszugeben, um das zu realisieren. Aber ich sehe die Notwendigkeit, dass es einen ordentlichen öffentlichen Verkehr, eine Bahnverbindung, nach Wien geben muss. Und auch eine Verbindung Richtung Graz.

Also können Sie sich vorstellen den Personenverkehr über Friedberg Richtung Wien wieder zu reaktivieren?

Hans Peter Doskozil: Das ist etwas, das wir mit dem Minister besprechen wollen. Das möchte ich mit ihm ausdiskutieren und ihm nicht ausrichten lassen. Und möglicherweise werden wir dann auch gemeinsam etwas präsentieren.

Was glauben Sie, war in Ihrer Laufbahn der entscheidende Moment für Ihre Karriere und Ihren Weg zum Landeshauptmann?

Hans Peter Doskozil: Das kann man nie sagen. Es gibt immer entscheidende Momente im Leben, wo man sagt, man hat Glück gehabt, dass man richtig abgebogen ist. Ich glaube, dass ich in gewissen Situationen einfach Glück gehabt habe. Und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war.

Was wäre so ein Beispiel? War das die Flüchtlingskrise?

Hans Peter Doskozil: Ich glaube, das hat schon viel früher angefangen. Ich hatte immer schon die Intention nach Wien als Polizist zu gehen und nebenbei zu studieren. Ein Missgeschick, ein Dienstunfall hat dazu geführt, dass ich es realisiert habe. Ich war im Krankenstand und das hat dazu geführt, dass ich studiere. Wenn ich den Dienstunfall nicht gehabt hätte, hätte ich nicht studiert. Ich bin fertig geworden mit dem Studium im Jahr 2000. Ich hab jahrelang warten müssen, dass ich in das Innenministerium gekommen bin, bin aber nur in einen Bereich hineingekommen, den niemand wollte – das Fremden- und Asylwesen.

Genau dieses Fremden- und Asylwesen hat in weiterer Folge sehr viel dazu beigetragen, dass ich mich dort ausgekannt und gefestigt habe und Dinge dann so gemacht habe, wie es war. Oder der Umstand, dass ich Hans Niessl kennengelernt habe. 2008 ist der damalige Oberwarter Bezirkshauptmann Alois Heiling verstorben. Ich musste damals immer pendeln und ich dachte, dass auf der BH Oberwart vielleicht jemand gesucht wird – vielleicht als Referent. Das war damals der Gedanke. Das habe ich bei einer Gelegenheit den Landeshauptmann gefragt und er hat mir gesagt, dass in Oberwart ein Überstand bestehe und dass das dort derzeit kein Thema sei.

Drei Wochen später hat er mich angerufen und mir gesagt, dass von seinem Büro jemand weggehe und ob ich dorthin will. Es waren also oft negative Erlebnisse, wie ein Dienstunfall oder der Tod eines Bezirkshauptmannes, aber das waren halt alles Umstände, die das alles in meinem Leben in weiterer Folge ermöglicht haben. Das sind die Zufälle im Leben. Und dann natürlich das Thema Flüchtlingskrise. Das war sicherlich ausschlaggebend für diesen Sprung. Aber erst einmal dort hinzukommen, Landespolizeidirektor zu sein, dieses Wissen und diese Erfahrung zu haben, vor allem im Fremden- und Asylbereich –  das hat schon viel früher angefangen.

Was sind Ihrer Meinung nach Ihre Stärken?

Hans Peter Doskozil: Ich habe in den verschiedensten Bereichen beruflich immer spontan meine Entscheidungen getroffen. Also nie lange nachgedacht, ob ich mich als Landespolizeidirektor bewerbe, ob ich das Asylthema im Innenministerium mache. Es waren immer Sofortentscheidungen. Auch Minister zu werden. Ich habe beim Bundesheer die Erfahrung gemacht – weil das Bundesheer sehr defensiv und pessimistisch war und man immer geglaubt hat, dass man eh nichts bekommt – man muss ganz einfach in diesem großen öffentlichen Bereich 120 fordern, um 80 zu bekommen. (HP Doskozil war von 2016-2017 Verteidigungsminister. Er verhandelte ein Sonderinvestitionsprogramm für das Heer – bis 2020 sind es 1,3 Mrd. Euro, Anm.d.Red.).

Sie haben aber auch nie die Scheu gehabt, große Themen anzugreifen. Sind Sie cool und haben Sie stahlharte Nerven?

Hans Peter Doskozil: Ich bin natürlich von gewissen Dingen geprägt, wie jeder Mensch von Erfahrungen geprägt ist. Ich habe mir mit Sicherheit alles erkämpfen müssen. Die Ausbildung, das Studium – alles. Ich habe ja nebenberuflich studiert. Ich hatte den Background, wie in andere teilweise haben, nicht. Und ich bin auch sehr geprägt von Sichtweisen, die Kurt Kuch (Investigativjournalist bei NEWS und Initiator der Anti-Rauch-Initiative „Don’t smoke“, Kurt Kuch verstarb am 3. Jänner 2015 im Alter von 42 Jahren an Lungenkrebs, Anm. d. Red.) gehabt hat, weil wir uns immer wieder ausgetauscht haben. Er war sicherlich einer meiner besten Freunde. Wir haben gleich getickt. Daher hat sich auch meine Aversion gegen alle Formen von Korruption intensiviert. Daher war es mir ein Riesen-Anliegen die ganze Eurofighter-Thematik nochmals aufzuarbeiten (Doskozil entschied sich als Verteidigungsminister für die Stilllegung der Eurofighter und den Umstieg auf ein neues System. Er begründete dies mit einem Einsparungspotenzial von zwei Milliarden Euro auf die nächsten 30 Jahre. Die Entscheidung über die Zukunft der Eurofighter wird von seinem Nachfolger Mario Kunasek (FPÖ) voraussichtlich bis Mitte 2019 getroffen, da Kunasek dies nochmals von Experten prüfen lässt, Anm. d. Red.).

Wenn ich überzeugt davon bin, dass das moralisch und inhaltlich richtig ist, hat es nie ein Kalkül gegeben. Da wird der Weg dann auch nicht infrage gestellt. Dieses Kalkül, was passieren könnte, gibt es dann nicht.

Hans Niessl hat in den beinahe 20 Jahren als Landeshauptmann das Burgenland massiv verändert, da seine Ära in die Zeit der großen EU Förderungen fiel. Thermen-Ausbau, Bildung, FHs, Technologiezentren, Wirtschaftsstandort. Da ist einiges passiert. Blicken wir 18 Jahre vor – unter welchem Begriff soll die Ära Doskozil rückblickend gesehen werden. Was würden Sie sich wünschen?

Hans Peter Doskozil: Es gibt im Burgenland einige Herausforderungen zu bewältigen. Wenn ich mir anschaue, dass wir in Güssing und Jennersdorf sinkende Bevölkerungszahlen haben, dann ist es eine Herausforderung zu schauen, dass man die Strukturen dort aufrechterhält. Und ich glaube, das Wichtigste ist, dass man, die EU Förderungen globaler betrachtet. Dass wir ganz einfach, bei all den positiven Effekten, die wir durch die EU mitbekommen haben – Stichwort EU-BIP Entwicklung zu 90 Prozent – bedenken, dass wir in einer Region leben, wo man überlegen muss, was neben uns passiert. Ungarn ist weit hinten, was beispielsweise den Arbeitsmarkt betrifft. Und vieles mehr. Wir müssen auch danach trachten, dass diese Regionen mitziehen, europa-, wirtschafts-, sozialpolitisch, fördertechnisch. Wenn heute in Ungarn das BIP nicht steigt, wenn heute in Ungarn beispielsweise das Lohnniveau nicht steigt, wird das mittelfristig eine negative Auswirkung auf das Burgenland haben. Das gilt es zu verhindern. Indem wir in Brüssel darauf Einfluss nehmen, wie Förderpolitik gestaltet wir. Wir müssen mit Ungarn möglicherweise intensivere Formen der grenzüberschreitenden Projekte und Kooperationen forcieren.

Ich habe letzte Woche mit einem Direktor von einer höheren Schule in Jennersdorf gesprochen, die auch Textilberufe ausbilden – dort gibt es eine Form der Ausbildung „Matura mit Lehre“, (nicht umgekehrt). Der steirische Betrieb ADA hat beispielsweise in Ungarn einen Standort und die Führungskräfte sind Österreicher, die nach Ungarn pendeln und dort arbeiten. Es geht auch umgekehrt. Diese Art der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und Kooperation muss man zulassen. Ich glaube, das bringt beiden etwas.

Auch das Bio-Thema mag für den einen oder anderen noch utopisch klingen, aber die Frage, wie ernähren wir uns in Zukunft? Wie gut ist unsere Lebensmittelqualität? Wie weit werden unserer Lebensmittel transportiert? Was essen wir tagtäglich? – das sind für die Menschen meiner Meinung nach eine ganz wichtige Zukunftsfragen. Da als Musterregion zu gelten, das nehmen wir uns vor. Das hätte nicht nur im Kernbereich dieser Thematik einen großen Effekt, sondern auch auch touristisch – und generell.

Wie möchten Sie also nach 18 Jahren in Erinnerung bleiben?

Hans Peter Doskozil: Also wenn man nach 18 Jahren sagen würde, das Burgenland ist der schönste Platz zum Leben, dann wäre das perfekt.

40 Prozent - so lautet die Zahl des wohl größten Wahlversprechens der derzeitigen österreichischen Regierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz. Denn auf genau diese Zahl möchte man in den nächsten Jahren die Steuer- und Abgabenquote senken.

Neben dem bereits beschlossenen Familienbonus von rund 1,5 Milliarden Euro, soll die geplante Steuerreform bis 2020 die Bürger und Unternehmen Österreichs um weitere 3,5 Milliarden Euro entlasten. Doch mit diesem großen Vorhaben ergeben sich genauso große Fragen über die Vorteile und wer davon betroffen ist.

prima! hat Mag. iur. Gernot Ritter, Landesvizepräsident des Burgenlandes der Kammer für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer über Änderungen in Sachen Steuer befragt.

 

Was darf man an Steuerentlastungen erwarten?

Mag. Ritter: Der Familienbonus Plus tritt bereits ab diesem Jahr in Kraft. Laut den Regierungsvertretern soll auch in den nächsten Jahren mit weiteren Einkommensteuersenkungen zu rechnen sein. Diese wirken sich generell für alle Steuerzahler positiv aus – also für Angestellte, Arbeiter und Unternehmer in gleichem Maße.

Inwiefern werden die Arbeitnehmer profitieren? Inwiefern die Unternehmen?

Mag. Ritter: Im Grunde sollten alle Steuerzahler von künftig geplanten Steuersenkungen profitieren. Der aktuell bereits geltende Familienbonus wirkt sich dann positiv aus, wenn Eltern von ihrem Einkommen auch die Einkommensteuer bzw. Lohnsteuer bezahlen – ab einem monatlichen Bruttoverdienst von 1.853 Euro wird der Familienbonus Plus für ein Kind voll ausgenutzt.

Worum genau handelt es sich bei dem Familienbonus?

Mag. Ritter: Der Familienbonus Plus ist ein Steuerabsetzbetrag. Das bedeutet, dass er unmittelbar die zu zahlende Einkommensteuer vermindert (und nicht etwa die Berechnungsgrundlage der Steuer wie der noch vor 2019 geltende Kinderfreibetrag). Er gilt für Familien, deren Eltern in Österreich einer Beschäftigung nachgehen und für deren Kinder Familienbeihilfe bezogen wird.

Ist es möglich, den Familienbonus bereits bei der aktuellen Arbeitnehmerveranlagung geltend zu machen?

Mag. Ritter: Der Familienbonus kann entweder nachträglich bei der Arbeitnehmerveranlagung 2019 – also nach Ablauf des Jahres 2019 – oder bereits ab Jänner 2019 monatlich vom Arbeitgeber berücksichtigt werden. Dazu muss das ausgefüllte Formular E30 für den Bonus gemeinsam mit einer Bestätigung über den Erhalt der Familienbeihilfe beim Arbeitgeber abgegeben werden und schon bleibt ab sofort mehr Netto vom Brutto.

Was bedeutet der Familienbonus konkret für eine Familie mit zwei Kindern?

Mag. Ritter: Eine Familie darf sich über eine maximale Steuerentlastung in der Höhe von 3.000 Euro freuen. Durch den Wegfall der Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten und des Kinderabsetzbetrags ist die tatsächliche Steuerentlastung jedoch niedriger. Der Vorteil gegenüber den Optionen im Jahr 2018 liegt bei einer um 1.082 Euro höheren Entlastung, wenn bisher der Kinderfreibetrag und die Kinderbetreuungskosten in voller Höhe abgesetzt wurden.

Welche sonstigen Erneuerungen können bereits bei der aktuellen Arbeitnehmerveranlagung bzw. beim Steuerausgleich geltend gemacht werden?

Mag. Ritter: Seit dem Steuerjahr 2017 müssen der Kirchenbeitrag und Spenden an begünstigte Empfänger von diesen elektronisch an das Finanzamt gemeldet werden – diese Zahlungen sollten dann auch bei der elektronischen Arbeitnehmerveranlagung „automatisch“ bei der Steuererklärung der Betroffenen berücksichtigt werden. Wird vom Finanzamt dann unter Berücksichtigung dieser Beträge eine „automatische Arbeitnehmerveranlagung“ durchgeführt, kann der Steuerpflichtige selbst dennoch wie bisher innerhalb von fünf Jahren eine Steuererklärung bzw. Arbeitnehmerveranlagung durchführen, falls er etwa noch andere Werbungskosten oder Sonderausgaben sowie außergewöhnliche Belastungen geltend machen will.

Wird es im Rahmen der Steuerreform auch neue Steuern geben?

Mag. Ritter: Regierungsvertreter haben bis dato erklärt, dass zusätzlich zum bereits geltenden Familienbonus Plus in den nächsten Jahren mit weiteren Steuersenkungen zu rechnen ist: unter anderem war etwa von der Anhebung des steuerlichen Existenzminimums (derzeit 11.000 Euro pro Jahr) sowie einer Senkung der unteren Progressionsstufen der Einkommensteuer die Rede. Dabei soll diese „Gegenfinanzierung“ der Steuersenkungen nicht über neue Abgaben, sondern über ein „Sparen im System“ erfolgen.

Die Schülerhilfe zählt zu den führenden Anbietern von Nachhilfe in Österreich. In Oberwart wird heuer das 10-jährige Jubiläum gefeiert. prima! hat mit Inhaberin Dr. Christiane Hammer über das Bildungssystem und die Herausforderungen für Schüler und Lehrende gesprochen.

Administratorin Elisabeth Sulyok und Inhaberin Dr. Christiane Hammer.

 

Die Schülerhilfe gibt es in Oberwart seit 10 Jahren. In Hartberg geht man bereits ins 18te Jahr. Wie haben sich die Herausforderungen für Nachhilfeinstitute in dieser Zeit verändert?

Dr. Hammer: Immer mehr Schülerinnen und Schüler und auch deren Eltern erwarten, dass die Nachhilfe ihnen das Lernen abnimmt. Das ist natürlich nicht möglich, wir können Wissenslücken schließen, den Schülern dabei helfen, in der Schule besser mitzukommen, motivieren und das Selbstbewusstsein stärken. Das gelingt sehr gut, wenn unsere Tipps angenommen werden, die Schüler regelmäßig kommen und aktiv mitarbeiten. Andernfalls wird es schwierig, denn die Zauber-Spritze, die über Nacht wirkt und automatisch zu guten Noten führt, ist (leider) noch nicht erfunden.

Wenn Sie die Entwicklung des Bildungssystems und seine Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler betrachten – was kritisieren Sie?

Dr. Hammer: In der Volksschule würde ich mir im Sinne der Kinder mehr Zeit und Ruhe für die Vermittlung von grundlegenden Fähigkeiten (sinnerfassendes Lesen; das Erlernen der Schrift und gutes Formulieren; Grundrechnungsarten) wünschen. Das Erkennen und die individuelle Förderung von Kindern mit diagnostizierten Lernproblemen wie Legasthenie, Dyskalkulie oder Sprachstörungen sollten selbstverständlich sein, von den Krankenkassen finanziert und allen Eltern angeboten werden.

Generell wird in der Bildungsdebatte am Kern der Sache vorbeigeredet, denn das Allerwichtigste sind sehr gute Lehrerinnen und Lehrer, die freilich auch unterstützt und wertgeschätzt gehören.

Ich würde mir eine viel strengere Zugangsbeschränkung zum Lehramtsstudium wünschen, damit diesen für unsere Gesellschaft so wichtigen Beruf nur die mental und fachlich Besten ergreifen, denn das haben sich unsere Kinder verdient.
Auf der anderen Seite macht es mich betroffen, wenn Menschen die Schule an sich schlechtreden, den Kindern Angst vor der Schule machen („der Ernst des Lebens“, „du wirst schon noch sehen“….) und so wenig Respekt gegenüber der Lehrerschaft besteht, statt dankbar dafür zu sein, dass wir in einem Land leben, in dem Bildung selbstverständlich und kostenlos ist – trotz aller berechtigter Kritikpunkte.

Jahrzehntelange Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern – da gibt es sicherlich besondere Erlebnisse?

Dr. Hammer: Im Laufe so vieler Jahre erlebt man natürlich vieles, das unvergesslich bleibt und das meine Sicht auf meine Arbeit geprägt hat. Ich hatte einmal einen Schüler mit einer ausgeprägten Legasthenie.  Deutsch und Englisch waren  seine Angstfächer. Doch er war sehr fleißig und hat sowohl die Hauptschule als auch die Handelsschule geschafft. Heute hat er seine eigene Firma im Versicherungsbereich mit einigen Mitarbeitern. Wir freuen uns immer, wenn wir einander zufällig begegnen. Unlängst meinte er grinsend:  „Und das Tollste, Frau Hammer, ist, dass ich jetzt eine eigene Sekretärin habe, die alles für mich schreibt!“ Er hat mir gezeigt, dass man mit viel Fleiß, einem starken Willen und einem positiven, liebenswürdigen Wesen jede Hürde überwinden kann.

Bereits bei der Liste Pilz war er für den Tierschutz zuständig. Nach seinem Partei-Austritt im Vorjahr plant Sebastian Bohrn Mena nun ein politisch unabhängiges Tierschutzvolksbegehren.
Im kommenden Jahr geht es los. Im prima! Interview erklärt er, was sich in Österreich dringend ändern muss, warum die Landwirte miteingebunden werden müssen und weshalb die Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln so wichtig wäre.

„Wir haben konsolidiert, Vertrauen hergestellt, Synergien genutzt, Einsparungen vorgenommen“ - das ist ein Auszug des Resümees von Stefan Lorenzoni, der vor rund einem Jahr die Geschäftsführung der Stadtwerke Hartberg übernommen hat. Wir haben mit ihm über die Umstrukturierung gesprochen - und über die Entwicklung des Ökoparks.

Im Zuge des Prüfberichtes der Gemeindeaufsicht waren die Stadtwerke Hartberg Anfang 2017 ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Grund war unter anderem der krakenförmige, undurchsichtige Aufbau. Ein Umbau des Unternehmens war die Folge – und ein Wechsel in der Geschäftsführung. Stefan Lorenzoni trat am 1. Dezember 2017 seinen „Dienst“ als neuer Geschäftsführer der Stadtwerke Hartberg und des Ökoparks an.

Seit knapp einem Jahr leiten Sie die Stadtwerke Hartberg. Vor Ihnen lag die große Aufgabe, den Betrieb umzustrukturieren. Ist das gelungen?

Lorenzoni: Das Entscheidende war, wieder eine Vertrauensbasis zu schaffen zwischen Gemeinderat, Bürgermeister, Aufsichtsrat der Stadtwerke und Geschäftsführung. Das ist gut gelungen – durch Transparenz und weil ich ein Mensch bin, der sehr offen auf andere zugeht. Das trägt Früchte. Mit Bürgermeister Marcus Martschitsch findet einmal pro Woche ein gegenseitiger Austausch statt. Diese Kommunikation zwischen Gemeinde und Stadtwerke ist wichtig. Und in den Aufsichtsratssitzungen kommt es durchwegs zu gemeinsamen Beschlüssen – auch, wenn heftigst diskutiert wird. Wir kommen Schritt für Schritt voran.

Wenn Sie heute kurz zurückblicken – was hat sich in diesem Jahr verändert?

Lorenzoni: Einiges! Man muss sich vorstellen, dass der Betrieb fast ein Jahr führungslos war. Als ich begonnen habe, habe ich in den ersten drei Monaten versucht, in feuerwehrartigen Aktionen die Dinge zu stabilisieren. In der Zeit sind auch die Wohnungen der Stadt vom Ökopark Immobilienmanagement übernommen worden. Ich habe gesehen, dass es wichtig ist, dass wir in diesem Bereich jemanden ins Boot holen, der Erfahrung hat und mit Wolfgang Friesenbichler haben wir jemanden mit fachlicher und sozialer Kompetenz gefunden. Im Bereich der Elektroinstallationen und des Planungsunternehmens sind wir gut aufgestellt. Hier geht es darum, verstärkt Führungsaufgaben zu leisten. Da herrscht Nachholbedarf.

Thema Stadtwerke als Energieversorger. Wie kann man sich in einem liberalisierten Energiemarkt gegen den Mitbewerb behaupten?

Lorenzoni: Im Versorgungsgebiet von Hartberg sind wir DER Energieversorger. Diese Position muss man aber weiterentwickeln, um sie nicht zu verlieren. Kundennähe ist unsere Stärke. Darauf bauen wir. Und wir brauchen innovative Ansätze. Wir haben beispielsweise derzeit eine Sonderförderaktion für Photovoltaikanlagen in der Höhe von rund 1.400 Euro laufen und es gibt dazu ein Energiemanagementsystem, damit der Eigenverbrauch noch mehr optimiert werden kann. Das Projekt haben wir mit der Forschung Burgenland und mit anderen innovativen Unternehmen gestartet.

Wir müssen eine regionale Marke schaffen und das Unternehmen entsprechend positionieren. Mit Doris Salchinger haben wir jemanden ins Marketing geholt, wo wir Synergien mit der Stadt im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und der Marketingaufgaben nutzen. Stadt und Stadtwerke müssen in diesen Bereichen Hand in Hand gehen.

Sie sind ja auch Geschäftsführer des Ökoparks, der heuer sein 20-jähriges Bestehen feiert. Vor wenigen Monaten wurde der Spatenstich für eine Algenproduktionsanlage der BDI – BioLife Science gesetzt. Wie sieht es mit weiteren Betriebsansiedelungen aus?

Lorenzoni: Die Anfragen sind vorhanden. Aber ganz wesentlich ist die Entscheidung, dass wir den Ökopark weiterentwickeln. Das haben wir auch schon vom Aufsichtsrat eingeholt. Es ist in den Ökopark in den letzten fünf bis sieben Jahren nicht wirklich investiert worden. Deshalb habe ich mit Wolfgang Friesenbichler ein Konzept ausgearbeitet. Bevor wir weitere Betriebe ansiedeln, muss erst einmal ein Angebot geschaffen werden. Leerflächen müssen zu hochwertigen Büroflächen umfunktioniert werden, wie etwa das Restaurant oder Bereiche im Forschungshaus. Außerdem werden angrenzende Grundstücksflächen angeschafft, um sie Interessenten anbieten zu können. Wir sind jetzt also in der Phase, Flächen aufzubereiten, um dann Betriebe anzusiedeln. Die Nachfrage ist da. Die Firma CPH wird eine weitere Halle errichten. Wir müssen ein Angebot für Firmen im Green Tech-Cluster schaffen.

Wird es das Großformatkino Maxoom und die Sonderausstellungen in fünf Jahren noch geben?

Lorenzoni: Derzeit ist eine Arbeitsgruppe mit einem Konzept zur Positionierung dieses Angebots beschäftigt. Die Besucherfrequenzen in der Region Herberstein, Stubenberg und Riegersburg sind enorm. Da kann man auch in Hartberg etwas anbieten. Wir werden die Möglichkeiten im Aufsichtsrat diskutieren und auf dieser Basis die Positionierung vornehmen. Es gibt hier Potenzial, aber wir werden dafür Geld in die Hand nehmen müssen.

Wie wichtig ist eine zweite Autobahnanbindung für diese Entwicklung des Ökoparks?

Lorenzoni: Sehr wichtig und da habe ich ein enges Einvernehmen mit dem Bürgermeister. Eine zweite Abfahrt hätte für uns den Vorteil, dass man direkt zum Ökopark kommt und nicht durch die Stadt müsste.

Ökopark Hartberg

Im Jahr 1998 wurde der Ökopark von den Stadtwerken Hartberg gegründet. Er verbindet die Bereiche Gewerbe, Forschung und Erlebnis an einem Standort. Es ist der Weitsicht einer Gruppe von Visionären zu verdanken, dass dieses Projekt verwirklicht wurde. Allen voran war es der damalige Geschäftsführer der Stadtwerke OBR DI Reinhard Fink, der dieses Projekt vorantrieb und zum Erfolg führte.

Der Ökopark wurde am Standort des ehemaligen Ziegelwerkes, das 1992 stillgelegt wurde, errichtet. 1998 fand die Eröffnung statt. In den Jahren 2007 bis 2009 wurde der Erlebnisbereich ausgebaut, 2011 folgte das Science-Center.


Der Ökopark Hartberg basiert auf vier Säulen

1) Gewerbepark: Betriebe mit umweltrelevanten Schwerpunkten finden hier ein attraktives Umfeld. Mittlerweile sind es rund 50 Betriebe, die hier angesiedelt sind. Sämtliche Betriebs- und Bürogebäude werden Co2-neutral mit Strom, Wärme und Kälte versorgt.

2) Der Forschungspark: Einer der Erfolgsfaktoren des Ökoparks ist das einmalige Netzwerk vor Ort. Die Betriebe arbeiten problembezogen und ergebnisorientiert zusammen. Der Ökopark führt angewandte Forschung und Wirtschaft zusammen. Bürokratische Hürden bei der Produktentwicklung werden abgebaut. Jedem Betrieb soll bei Bedarf seine eigne Entwicklungsabteilung ermöglicht werden.

3) Ökopark Erlebnisreich: Das Science-Center! Der Erlebnispark soll spielerisch und leicht verständlich ökologische Themen vermitteln. Österreichs einziges Großbildkino, interaktive Ausstellungen und zahlreiche Veranstaltungen sind nur einige des einzigartigen Angebote. Derzeit wird an einem Konzept gearbeitet, um den Erlebnisbereich noch weiter auszubauen und touristisch zu nutzen.

4) Neben diesen drei genannten Hauptsäulen bietet der Ökopark ein umfasendes Bildungsangebot. Herzstück ist der DAVINCI Kindergarten und die Schule. Im Zuge der Montagakademie können Interessierte kostenlos das Programm mit hochkarätigen Referenten nutzen.

Genauere Infos unter: www.oekopark.at

 

Die Stadtwerke Hartberg

Sie sind DER regionale Energieversorger, haben sich darüber hinaus aber auch zu einem vielfältigen Dienstleistungsunternehmen entwickelt.

Die Bereiche:
1) Photovoltaik
2) Elektroinstallation
3) Planung
4) Ökopark

Genauere Infos unter: www.stadtwerke-hartberg.at

Der unbeachtete Schmerz

Der unbeachtete Schmerz

Es geht um das Altwerden – und es geht vor allem um Schmerzen im Alter. Meist betrifft es Frauen. Sie sind um die 80 Jahre, leben in einer Pflegeeinrichtung – und sind dement. Doch selbst Ärzte erkennen die Schmerzen nicht, und Betroffene werden meist mit Psychopharmaka ruhig gestellt. Immer noch herrscht der Irrglaube, dass Demenzkranke weniger Schmerzen empfinden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Auch wenn sie sie nicht verbalisieren können – es gibt Anzeichen. Ein Experte klärt auf.
Nicole MÜHL / 29. April 2019

Nach der erfolgreichen Pilotphase des Gesundheitsservices „Wenn´s weh tut! 1450“ in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Vorarlberg wird der neue „Gesundheitswegweiser“ nun österreichweit eingeführt. Dabei handelt es sich um eine telefonische Erstberatung durch medizinisch geschultes Personal nach einem standardisierten Abfragesystem, das eine Dringlichkeitseinschätzung eines gesundheitlichen Problems ermöglicht. Im Burgenland startet der Service, der rund um die Uhr zur Verfügung steht, am 1. Mai 2019.

Die Tabuisierung verhindert eine gute Lebensqualität aller Betroffenen. Es gibt Unterstützung - sagen Sie „Ja“ dazu.

Die Erkrankung Alzheimerdemenz ist schicksalhaft, sie kann jeden von uns treffen, unabhängig von Bildung und Geschlecht. Es kommt zu einer zunehmenden Verschlechterung der Merkfähigkeit, der Orientierung, der Sprache und des praktischen Geschicks. Der Erkrankungsverlauf kann zwar derzeit durch Medikamente verzögert werden, die Erkrankung ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht heilbar. Empathie und Menschlichkeit für die Betroffenen und deren Angehörigen sind notwendig.

Gefordert ist aber auch ein mutigeres Verhalten von betroffener Seite, die Krankheit anzunehmen und sich aktiv und mit Offenheit damit auseinanderzusetzen, um der Vereinsamung zu entgehen. Auch die Angehörigen sind von der Erkrankung betroffen. Durch den erhöhten Betreuungsaufwand kommt es bei ihnen zu einer Abnahme der sozialen Kontakte und ebenfalls zu einer Vereinsamung.

Nehmen Sie Hilfe an!

Im Seniorengarten Oberwart, einer Tagesbetreuungsstätte für Menschen mit Demenzerkrankung, wurde ein strukturiertes Angebot geschaffen, welches das persönliche Vorleben jeder und jedes Einzelnen berücksichtigt. Der Seniorengarten besteht seit 2007. Er ist ein Betreuungsangebot für Menschen im Bezirk Oberwart. Ziel des Angebots ist es, die vorhandene Selbstständigkeit der Betroffenen zu stärken, die geistigen und praktischen Fähigkeiten zu fördern und die Angehörigen zu beraten und zu entlasten.

Laut Österreichischem Demenzbericht 2014 ergibt sich mit den Zusatzangeboten eine bessere Lebensqualität und eine Stabilisierung der praktischen Alltagsfähigkeiten.
Es werden Fähigkeiten gefördert, Defizite werden ebenfalls erkannt und möglicherweise korrigierend beeinflusst, aber nicht betont.

Das Leben in der Gemeinschaft verhindert die Vereinsamung, wir sehen, dass Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressionen und nächtliches Herumwandern positiv beeinflusst werden. Es braucht aber das JA der Betroffenen und der Angehörigen, Hilfe anzunehmen.

Durch die Tagesbetreuung kommt es:
• zu einer Verbesserung des Selbstwertgefühls
• zu einer längeren Selbstständigkeit in den Alltagsverrichtungen
• zu einer Entlastung der Angehörigen, diese haben mehr Geduld, und Geduld ist ein wichtiger Aspekt in der Betreuung.

Im Seniorengarten wird der einfühlsame Umgang mit diesen Menschen durch ein Team von engagierten Pflegehelferinnen gewährleistet.

Auskunft und Anmeldung:
Pflegedirektorin der Diakonie Oberwart: Maria Konrath,Tel: 03352/31200-10

 

 

Vortrag über Schmerzen bei Demenzerkrankten:

Bei mittelgradiger bis schwerer Demenz ist es oft schwierig zu erkennen, wann und ob der Betroffene Schmerzen hat. Der Demenzerkrankte ist nicht mehr in der Lage, diese zu artikulieren Doch es gibt Anzeichen!

Prim. Dr. Andreas Winkler richtet sich in seinem Vortrag an Ärzte, Pflegende und Angehörige

Do, 4. April 2019, 19.30 Uhr, Aula Neue Mittelschule
Oberwart, Eintritt freie Spende

Das Burgenland plant ein umfassendes Pflegekonzept - prima! berichtete. Im Vorfeld wurde eine große Umfrage bei der älteren Generation durch die FH Burgenland durchgeführt. 98,5 Prozent der Befragten wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Aber: Nur 44,3 Prozent glauben sich die Pflege daheim auch leisten zu können.

Roland Fürst von der FH Burgenland mit Sozial-Landesrat Christian Illedits

 

Präsentiert wurde die Umfrage am 6. März durch Sozial-Landesrat Christian Illedits und Roland Fürst von der FH Burgenland. „Die Sicherung der Pflege ist ein zentrales gesellschaftliches Thema, das aufgrund des demografischen Wandels weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Zahl der über 75-Jährigen wird burgenlandweit bis 2030 um 20 Prozent zunehmen“, so Illedits, der betont, dass das Burgenland bereits heute ein sehr gutes Pflegesystem mit einem differenzierten Leistungsangebot auf Basis der burgenländischen Pflegepyramide hat. So gewähre das Burgenland seit 1.1. 2018 – österreichweit als erstes Bundesland – zusätzlich zur bisherigen Förderung, die vom Sozialministeriumservice abgewickelt wird, eine eigene Landesförderung für die 24-Stunden-Betreuung. Bisher haben 485 pflegebedürftige Personen diese zusätzliche vom Einkommen abhängige Landesförderung in Anspruch genommen. Die durchschnittliche Förderhöhe beträgt 400 Euro, kann aber in Sonderfällen auf bis zu 800 Euro aufgestockt werden.

Die relativ hohe Sorge der Menschen, sich die Pflege zuhause, wenn es denn so weit ist, nicht leisten zu können, führt Illedits auch darauf zurück, „dass sich viele im Detail nicht präventiv damit beschäftigen, sondern erst, wenn die Betroffenheit unmittelbar ist.“ Dem will man einerseits mit dem neuen Pflege- und Betreuungsplan, andererseits mit mehr Information entgegensteuern.

Diese Umfrage bestätige die Warnungen der Volkspartei, so VP-Chef Thomas Steiner. Insbesondere sei es wichtig das Pflegeangebot auf die regionalen Bedürfnisse abzustimmen.

 

Nach dem Motto "Mehr als gesund" lud Mag. Helmut Eller zur offiziellen Geschäftseröffnung.

HPV (Humane Papillomviren) ist die am häufigsten sexuell übertragene Infektion. Vier von fünf Personen infizieren sich im Laufe ihres Lebens - meist unbemerkt - mit HPV. In den meisten Fällen heilt eine Infektion mit HPV wieder ab und bildet sich innerhalb weniger Jahre zurück. Bei 10 Prozent aller Infizierten kommt es allerdings zu einer andauernden Infektion, die langfristig zu Zellveränderungen und Krebserkrankungen führen kann. Durch die Initiative des Landes mit der Krebshilfe Burgenland, in Kooperation mit der Ärztekammer Burgenland, der Apothekerkammer Burgenland und der Herstellerfirma, wird der Impfstoff deutlich billiger angeboten. Ziel ist, dass möglichst jede Burgenländerin und jeder Burgenländer diese Impfung in Anspruch nehmen kann.

Sie ist gebürtige Oberwarterin, war lange leitende Oberärztin an den Londoner Spitälern Royal Free und Chase Farm und kehrt nun als Ärztliche Direktorin in ihre Heimat zurück.

Im Rahmen eines Festaktes wurde Priv. Doz. Dr. Astrid Mayer von KRAGES-Geschäftsführer Mag. (FH) Harald Keckeis und KRAGES-Aufsichtsratsvorsitzenden LR Mag. Hans-Peter Doskozil vorgestellt

 

„Von Oberwart nach London und zurück“ – mit diesen Worten wurde heute, 5. Feber 2019, die neue Ärztliche Leiterin des KRAGES-Schwerpunktspitals Oberwart offiziell begrüßt. Astrid Mayer ist seit 1. Feber in dieser Funktion und löst damit den interimistischen Ärztlichen Direktor Herbert Gruber ab.

Astrid Mayer hat in Oberschützen maturiert, studierte Medizin an der Universität Wien und promovierte dort im Jahr 1990. Danach absolvierte sie den Interdisziplinären Lehrgang für Krankenhausmanagement an der WU Wien. Es folgten die  Facharztdiplome für Innere Medizin und Hämato-Onkologie  und die Habilitation in der Krebstherapie. 1996 ging sie als Assistenzärztin nach London. Seit 2005 war sie Oberärztin am Royal Free Hospital, seit 2013 auch Leiterin der Onkologie.

Astrid Mayer arbeitete auch an internationalen Projekten in der Krebsforschung mit und hat zahlreiche Fachartikel, Kommentare und Buchbeiträge verfasst.

 

Im Jahr 2003 wurde diese unersetzbare Einrichtung im Krankenhaus Oberwart eröffnet.

v.l.n.r. Prim. Dr. Gerfried Gratze, Ilse Schuster aus Wörterberg, Pflegedirektor Andreas Schmidt, Rosi Pieber, ÖA Dr. Wolfgang Stangl, Elisabeth Stangl, Stationsleiterin Christine Magyar

 

Die Onkologie- und Palliativstation in Oberwart feiert heuer das 15-jährige Bestehen. OA Dr. Wolfgang Stangl sagt: „15 Jahre bedeuten, dass wir mehr als 37.500 mal Chemotherapie verabreicht haben, mehr  25.000 Patientinnen und Patienten stationär aufgenommen haben. Und dass wir mehr als 1500 Menschen in der Palliativstation an ihr Lebensende begleitet haben.“ Im Tumorboard der KRAGES haben Ärztinnen und Ärzte der verschiedensten Fachrichtungen die Krebserkrankungen von 8000 Menschen besprochen, um die jeweils bestmögliche Therapie auszuwählen. Dr. Stangl: „Unser Motto ist: Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. Alles, was wir geleistet haben, funktioniert deshalb so gut, weil wir offen kommunizieren. Mit den Patientinnen und Patienten, aber auch in unserem multidisziplinären Team. Durch eine intensive Fortbildung, durch den Erwerb von Expertise und vor allem durch viel Mitgefühl gegenüber Patientinnen und Patienten sowie den Angehörigen kann man auch sehr schwere Belastungen bewältigen.“

Neben Ärzten und dem Pflegeteam sind an der Onkologie in Oberwart auch DiätologInnen, PsychotherapeutInnen und spirituelle BegleiterInnen im Einsatz. Die Station ist außerdem beim „Forum Palliativ“ (Vorträge und Podiumsdiskussionen in der Neuen Mittelschule Oberwart) involviert, an dem in den Jahren 2009 bis 2018 rund fünftausend Personen teilgenommen haben.

15 Jahre Tradition

Seit 15 Jahren spenden die Damen der Adventkranzrunde aus Wörterberg an die Onkologie Oberwart aus dem Verkauf selbst geflochtener Adventkränze. Die Damen sind heuer zum letzten Mal im Einsatz und damit geht eine wertvolle Tradition zu Ende.

Seitens der  Wörterbergerinnen heißt es rückblickend: „Diese Spendenaktion war uns ein Bedürfnis, weil die Stationen der Onkologie Tolles geleistet haben. Sie waren immer für unsere erkrankten Angehörigen und Freunde da. Der Verkauf der Kränze ist für einen guten Zweck und unsere Spende gelangt direkt dorthin, wo sie gebraucht wird – ohne Bürokratie oder sonstigen Zwischenstationen. Das ist uns sehr wichtig.“

Die Weibliche Ejakulation

Die Weibliche Ejakulation

Ja, es gibt ihn – den weiblichen Erguss. Squirting („abspritzen“) heiß der Begriff in der Medizin. Doch was steckt hinter der geheimnisvollen Flüssigkeit?
Silvia MESSENLEHNER / 29. April 2019

Sexualität ist Normalität. Es liegt an den Eltern, ihren Kindern eine gesunde sexuelle Entwicklung zu ermöglichen. Kinder fragen nicht, wenn sie im Umfeld keine Anregung erhalten. Kinder fragen nicht, wenn sie sich nicht ausdrücken können. Kinder fragen nicht, wenn sie keine Sprache zu Sexualität erhalten haben.

Wir alle sind sexuelle Wesen - auch Kinder. Neben der Förderung ihrer sozialen Kompetenzen ist eine Förderung der sexuellen Entwicklung gleichermaßen wichtig - für ein gesundes und erfülltes Leben und auch zum Selbstschutz. Als Sexualpädagogin weiß Silvia Messenlehner aber, wie wenig Kinder dabei unterstützt werden.

Wann und wie soll man sein Kind aufklären?

Ab der achten Schwangerschaftswoche entscheidet sich bereits die Geschlechtszugehörigkeit durch das Hormon Testosteron. Der Erregungsreflex ist angeboren und bei allen Menschen vorhanden. Am Ultraschallbild sieht man auch bereits erste vorgeburtliche Erektionen. Sexualität ist also ab dem Zeitpunkt unserer Entstehung vorhanden und ist ab der Geburt ein Entwicklungs- und Lernprozess. Wer meint, das Thema Sexualität erst mit seinem Kind besprechen zu müssen, wenn es in die Pubertät kommt, der irrt.

Als Sexualpädagogin nehme ich aber immer wieder wahr, wie wenig über das Thema bekannt ist. Die Sexualität eines Kindes hat nichts mit der Sexualität eines Erwachsenen zu tun. Das muss man unbedingt trennen. Für Kinder ist es normal, sich am Penis oder an der Scheide zu berühren. Wenn ein Kind explorieren (erkunden) darf und ihm seine Eltern begleitend wichtige Informationen mitgeben, ist ein Aufklärungsgespräch nicht notwendig. Und noch etwas: Wenn Eltern in ihrer Sexualität stabil und gut verankert sind, geben sie bereits ein gutes Vorbild ab und wie wir wissen, orientieren sich Kinder am Verhalten, den Haltungen und Einstellungen der Eltern.

Bis zu welchem Alter darf man mit dem Kind baden?

Ein stabiles Kind, das in seinem Körper sehr gut verankert ist, zeigt im Normalfall selber die Grenzen auf. Und man soll sich da auf sein Gespür verlassen und aufmerksam sein.

Gestern noch war es vielleicht in Ordnung, ins Bad zu kommen, während die Tochter oder der Sohn unter der Dusche steht und am nächsten Tag, steht man plötzlich vor versperrter Tür. Es wichtig, diese Privatsphäre zu achten und sie nicht als lächerlich abzutun.

Achten und respektieren Erwachsene den Wunsch des Rückzuges des Kindes, unterstützen sie es in seiner Selbstsicherheit.

Sollen sich Eltern vor dem Kind überhaupt nackt zeigen?

Ab dem 2. Lebensjahr beginnt beim Kind die Phase der Geschlechtszugehörigkeit. Das Kind entdeckt, dass Mama und Papa anders aussehen. Es ist neugierig und vergleicht sich selber, um sich eben einem Geschlecht zuzuordnen und zugehörig zu fühlen. Die Identitätsbildung (ich bin ein Bub/Mädchen) setzt ein und es muss auch einen Stolz entwickeln dürfen auf sein eigenes Geschlecht.

Eltern, die selbstsicher und stabil in ihrem eigenen Körper verankert sind, zeigen sich auch nackt und zeigen damit dem Kind, dass der Körper in Ordnung ist. Aber auch hier gilt wieder, die Bedürfnisse, Grenzen und die Privatsphäre des Kindes zu respektieren. Wichtig ist auch, das Kind nicht zu überfordern.

Wer soll aufklären – Vater oder Mutter?

Beide sollen begleiten, denn beide prägen das Kind in ihrer Vorbildwirkung.

Wie vermittle ich meinem Kind ein gutes Körperbewusstsein?

Jeder Mensch hat eine Abbildung aller Körperteile im Gehirn – im sensomotorischen Kortex. Es braucht viele Wiederholungen, um diese Abbilder zu speichern.

Mit positiven Reaktionen der Eltern auf das Explorieren, wenn das Kind seinen Körper entdecken will, wird dieses Körperbild gefestigt und gespeichert und es erzeugt eine gute Körpererfahrung. Ich empfehle Eltern, von Anbeginn weg mit dem Kind zu reden. Also, beispielsweise beim Wickeln die Geschlechtsorgane richtig zu benennen. Kosenamen dürfen natürlich auch sein.

Wenn Eltern den Kindern zeigen, wie man sich wäscht, vermitteln sie, dass es wichtig ist, auf seinen Körper zu achten und ihn zu pflegen – denn er ist einzigartig.

Eltern müssen aber auch die Grenzen wahren, wenn ein Kind etwas nicht will (z.B. ein Bussi geben). Es ist wichtig, Kindern zu zeigen, dass sie auch NEIN sagen dürfen. Dadurch werden sie in ihrer Selbstsicherheit gestärkt, können sich schützen und lernen Entscheidungen zu treffen.

Ein NEIN des Kindes soll nicht zu einer Kränkung der Bezugsperson führen. Das Kind soll lernen, seine Grenzen wahren zu dürfen. Die beste Haltung, die Eltern ihren Kindern vermitteln können, ist: Was ich kenne und schätze, kann ich schützen!

Beziehungskrisen sind für beide Partner belastend. Jeder leidet still vor sich hin. Die gegenseitigen Anfeindungen und Vorwürfe werden immer schlimmer. Der Gedanke an eine Paartherapie kommt auf. Doch viele scheuen sich davor, sich einem Fremden zu öffnen und haben auch falsche Vorstellungen. Damit räumen wir auf.

Wann ist es ratsam, eine Paartherapie zu machen?

Vereinfacht gesagt: Meistens dann, wenn die eigenen Lösungsstrategien nicht wirksam sind. Wenn die Probleme überhand nehmen und sich ein Gefühl der Hilflosigkeit und Lähmung breitmacht. Wenn Kränkungen an der Tagesordnung stehen und man sich die Frage stellt: Wie soll es weitergehen?

In solchen Situationen kann eine Paarberatung helfen, den eigentlichen Ursachen auf den Grund zu gehen und einen Blick auf die Gesamtheit der Beziehung zu werfen.

Bringt es etwas, wenn ein Partner eine Therapie will, der andere aber nicht?

Das ist sicher sinnvoll. Es bietet die Möglichkeit einmal alleine darüber zu reden und zu reflektieren und Lösungen zu definieren. Diese nimmt man nämlich in die Beziehung mit hinein. Wenn man sich oder eine Situation verändert, wirkt sich das auch auf den Menschen an seiner Seite aus.

Der Partner wird die Veränderung auch merken! Und es gibt immer die Möglichkeit, dass er ab einem späteren Zeitpunkt zu den Sitzungen dazukommt.

Viele kommen ja mit dem Wunsch, dass sich der Partner bzw. die Partnerin ändern muss. Was raten Sie diesen Klienten?

Eine Paarberatung ist keine Reparaturwerkstätte, in der man seine alte Beziehung abgibt und eine neue bekommt.

Sie ist auch keine Reparaturwerkstätte für den jeweils anderen Partner. Es geht niemals darum, den Partner zu verändern. Beide Beteiligten sollten aktiv an dem Beziehungsproblem arbeiten, um die Beziehung so zu verändern, wie BEIDE es wollen. Wichtig ist auch, aus der Schuldfrage auszusteigen.

Niemand hat Schuld, beide haben zur Situation beigetragen. Das Problem des einen ist auch das Problem des anderen!

Was ist das Ziel einer Paartherapie?

In Sitzungen von eineinhalb Stunden haben beide Partner – unter Anleitung des Therapeuten bzw. der Therapeutin – genügend Zeit und Raum, ihre Anliegen in Ruhe zu formulieren. Dies passiert unter anderem durch Kommunikationsregeln, die für einen geschützten und wertschätzenden Rahmen sorgen.

Es geht um das ICH, das DU und das WIR. Es geht in der Paartherapie nie um die Wiederherstellung eines früheren Zustandes, auch wenn sich viele Paare das wünschen. Es geht um Weiterentwicklung.

So können Beziehungskrisen bewältigt werden. Das öffnet den Weg zu einem neuen Miteinander. Das Ziel ist immer auch, ein gemeinsames Ziel zu definieren.

Wie oft sollte man zum Therapeuten gehen?

Eine erfolgreiche Paarberatung braucht einmal als Grundvoraussetzung die Bereitschaft und den Willen BEIDER Parteien. Nur dann kann das gemeinsam Definierte erreicht werden! Ablauf und Intensität richten sich nach dem Anliegen der Beteiligten und dem gemeinsam definierten Ziel. Es geht auch darum, dass das Paar sich unter Anleitung und mit Unterstützung eines Therapeuten auf einen gemeinsamen Suchprozess einlässt.

Das Problem muss erfasst und verstanden werden, um dann angemessene Lösungsschritte zu erarbeiten. Da gibt es keine konkrete Zeitangabe.

Was ist der erste wichtige Schritt, den man setzen kann, um aus der Beziehungskrise zu kommen?

Der Mensch hat ein unheimliches Sicherheitsbedürfnis. Es braucht Mut und Kraft, ehrlich hinzusehen und Gefühle auch an- und auszusprechen. Seien Sie mutig und sprechen Sie bewusst und ehrlich mit Ihrem Partner über Ihre Ängste und über die Probleme, die Sie in der Beziehung haben. Aber machen Sie keine Vorwürfe oder Schuldzuweisungen!

Die Auseinandersetzung mit dem Beziehungsproblem führt zu einem Wandlungsprozess. Die Beziehung entwickelt sich weiter und kann verschiedene Ebenen erreichen. Sie wird zwar nicht mehr „die alte“. Ihre Beziehung wird anders – und vielleicht auch besser, tiefer und inniger werden, als sie war. Das ist die Chance auf ein erfülltes Leben zu zweit. Und wenn noch ein Funken an Liebe da ist, zahlt es sich immer aus zu investieren.

Ein Seitensprung verändert in einer Beziehung meist alles. Für den Betrogenen ist die Welt plötzlich aus den Fugen geraten. Aber auch der Partner, der fremdgeht, ist oft in einem Dilemma. Eine Standard-Lösung gibt es nicht - aber ein paar wichtige Erfahrungswerte dazu.

Wann ist ein Seitensprung für die Beziehung gefährlich?

Grundsätzlich geht es dabei um die Frage, ob es sich „nur“ um Sex handelt oder ob es um eine Bindung zu einem anderen Menschen geht. Beim klassischen Seitensprung steht grundsätzlich schneller Sex im Zentrum. Die Beziehung zum Partner kann deswegen trotzdem gut funktionieren.

Beginnt beim Fremdgehen aber das Kuscheln, wünscht man sich mehr Zeit miteinander und beginnt Probleme zu besprechen, geht es bereits in Richtung Bindung. Die Treffen werden intensiver mit immer kürzeren Abständen. Man fühlt sich besser verstanden als vom eigenen Partner.

Die Gefühle spielen verrückt, man ist verwirrt, verunsichert und weiß nicht, was man machen soll. Lügen und Heimlichkeiten dominieren das Leben. Es ist ein Kick, aber auch gleichzeitig eine Belastung. Man kommt in eine Konfliktsituation.

Soll man einen Seitensprung gestehen?

Gestehen oder nicht? Immer wieder erlebe ich, dass ein einmaliger Seitensprung passiert ist und bereut wird. Viele kommen mit dem schlechten Gewissen nicht zurecht und gestehen dem Partner ihren Ausrutscher. Tut man dies, muss man sich dessen bewusst sein, dass man den Partner damit enorm belastet und in eine Krisensituation stürzt. Meist verursacht ein solches Geständnis Ängste, Verletzungen und die Beziehung wird auf den Kopf gestellt. Der geständige Partner hat sich selber reingewaschen und erwartet eine Absolution. Die Verantwortung wird an den Betrogenen abgegeben. Eine Krise hat immer zwei Seiten: das Belastende, aber auch die Chance auf etwas anderes.

Entweder die Beziehung endet, weil der Vertrauensbruch zu groß erlebt wird oder beide nutzen die Chance, dahinter zu sehen, zu verstehen, zu reflektieren und Altes aufzubrechen, um sich wieder gemeinsam neu zu definieren. In diesem Fall nutzen sie die Krise als Entwicklungschance.
Verzeihen ist aber eine Voraussetzung, damit der Neubeginn auch funktionieren kann.

Wenn das Verzeihen unmöglich ist oder die Außen-Beziehung immer noch eine Rolle spielt, ist eine Versöhnung und ein Zueinanderfinden zum Partner nicht möglich. Es braucht die aktive Bereitschaft beider Partner, ihre Beziehung neu zu gestalten. Aber seien Sie sich dessen bewusst, dass es auch Zeit braucht, damit die Verletzungen und Kränkungen heilen und wieder Vertrauen entstehen kann.

Der Partner geht fremd! Was soll man tun?

Viele wollen nicht wahrhaben, dass der Partner fremdgeht. Sie beschreiben die Situation wie einen Schockzustand und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Die meisten suchen dann Beweise – kontrollieren Mails, Handy und den Tagesablauf des Betroffenen. Manche stellen sich selbst in Frage und suchen die Schuld bei sich.

Und andere wollen den Partner bestrafen. Sexentzug ist eine Folge. Sie behandeln ihn herablassend oder demütigen ihn im Freundeskreis mit bösartigen Äußerungen.

Wie man reagiert, hängt von den Konfliktbewältigungsstrategien ab, die man im Laufe seines Lebens erlernt hat. Der beste Weg ist, die Heimlichtuerei zu durchbrechen und die Sitution ansprechen. Doch das erfordert Mut. Der betrogene Partner will Gewissheit, traut sich aber oft nicht, der Wahrheit ins Gesicht zu blicken.

Viele haben Angst vor der Antwort, wenn sie ihren Partner mit dem Verdacht oder Beweisen konfrontieren. Also gehen die Heimlichkeiten weiter. Wichtig ist: Jeder Menschen kann seine Bewältigungsstrategien erweitern. Professionelle Hilfe (Paartherapie) kann eine wertvolle Unterstützung sein, um diese Krise zu bewältigen und Entscheidungen treffen zu können.

Wann merkt man, dass man den Partner verloren hat?

Wenn einer der Partner nicht bereit ist, an der Beziehung zu arbeiten und sich nicht mehr einbringt, ist es schwierig, die Krise als Chance zu sehen.

Die Gründe sind unterschiedlich. Vielleicht ist aus der Affäre eine Beziehung entstanden, die man nicht aufgeben will. Vielleicht ist die Affäre aber auch nur Auslöser dafür gewesen, um aufzuzeigen, dass in der Beziehung daheim vieles nicht stimmt und man längst getrennte Wege gehen möchte.

Verloren hat man den Partner auch, wenn das Verzeihen unmöglich ist. Dann sollte jeder für sich die Chance auf einen Neuanfang nutzen.

Fremdgehen! Männer tun es - Frauen ebenso. Natürlich spielt der Sex dabei eine große Rolle. Aber nicht immer geht es nur darum. Die Gründe sind oft komplexer und erfordern Mut von den Betroffenen, genauer hinzusehen. Und nicht immer muss es das Ende einer Ehe bedeuten.

Fritz ist ein notorischer Fremdgeher. Er meint, mit seiner Ehe hat es nichts zu tun. Er liebe seine fleißige Frau, die es nicht verdient, verlassen zu werden. Sie haben sich ein gemeinsames Leben mit Kindern aufgebaut. Er arbeitet viel und belohnt sich mit Sex mit anderen Frauen. Da diese selbst in festen Beziehungen leben, gibt es auch keine Ansprüche. Gleich vorweg: Fremdgehen ist nicht gleich Fremdgehen. Nicht immer steht der Sex – wie bei Fritz – im Vordergrund. Die Gründe sind viel komplexer und tiefgründiger.

Fremdgehen als Ausdruck einer Beziehungskrise?

Elfriede lebte in einem gesicherten sozialen Umfeld. Aber trotzdem war sie unglücklich. Sie konnte es aber nicht benennen. Der Sex, das Begehren und die Aufmerksamkeit in der Ehe waren für sie unbefriedigend. Sie hatte wechselnde Sexpartner. Vor sich selber rechtfertigte sie die außerehelichen Beziehungen als Ausgleich zu dem, was sie Zuhause nicht bekam: Lust, Leidenschaft und das Gefühl der Verliebtheit. Sie war unglücklich und suchte deshalb Trost im Sex mit anderen Männern. Ein Seitensprung ist oft Medizin für die Seele und befriedigt unbewusst die Sehnsucht und Bedürfnisse.
Aber Elfriede musste sich schließlich eingestehen, dass diese Kontakte unbefriedigend waren und ihr Problem nicht lösten. Erst als sie genauer hinsah, erkannte sie, wie belastend ihre Ehe für sie war und dass es enorme Schieflagen gab. Für sie und ihren Mann gab es keine Gesprächsbasis mehr und auch keine Bereitschaft, daran zu arbeiten. In diesem Fall war die Trennung die Chance für beide auf etwas Neues.

Feuer und Flamme

Der Mensch sucht das Gefühl des Begehrens, der Verliebtheit, das Liebesgeflüster, das Geheime, den neuen Anreiz. Das verliert sich in einer längeren Beziehung leider. Deshalb muss daran immer wieder bewusst und aktiv investiert werden. Bedenken Sie, dass auch eine neue Beziehung irgendwann die Spannung verliert.
So wie bei Gerhard. Er trennte sich von seiner Frau, stellte die neue Partnerin in den Vordergrund – auch vor seine Kinder. Aber nach zwei Jahren war auch das zu Ende. Eine süße Pille mit bitterem Ende. Gerhard ist ein ewig Suchender nach der Spannung und dem Knistern in seinem Leben. Würde er in seine aktuelle Beziehung investieren, könnte er diese Suche aufgeben und eine erfüllende Beziehung führen – sofern es noch ein Fundament gibt, auf das man aufbauen kann. Elfriede und Gerhard zeigen nur zwei Beispiele der unendlich vielen Gründe für das Fremdgehen auf.

Nicht gleich trennen

Ist ein Seitensprung gleich das Ende einer Beziehung? Bei vielen Paaren ist es ein unverzeihlicher Fehltritt. Besonders dann, wenn es nicht nur um Sex geht, sondern wenn daraus eine Beziehung entstanden ist.
Aber es muss nicht immer das Ende einer Ehe oder Lebensgemeinschaft bedeuten. Viele Paare kommen in die Paarberatung und wollen, dass es wieder so wird wie früher. Meine Antwort: Wie früher wird es nicht, aber es kann anders werden – vielleicht sogar besser als vorher. In jedem Fall kann es eine Chance sein, sich als Paar neu zu definieren. Das braucht aber eine klare Entscheidung für den anderen – und das Schließen aller anderen Türen.

Beziehung bedeutet Investieren und das kann auch mitunter mühevoll sein, denn das Hinsehen löst Angst und Unsicherheit aus. Aber es bedeutet auch, die Chance zu haben, etwas aktiv verändern zu können. Denken Sie immer daran: Wenn Sie sich in der Beziehung schlecht fühlen, können Sie davon ausgehen, dass es Ihrem Partner/Ihrer Partnerin nicht besser geht. Die Lösung kann also nur lauten: Reden Sie miteinander und nehmen Sie sich dafür bewusst Zeit!

Anregungen für ein Gespräch miteinander

Stellen Sie sich und Ihrem Partner/Ihrer Partnerin folgende Fragen:
Wie fühlen Sie sich in Ihrer Paarbeziehung?
Was finden Sie anziehend, erotisch an dem Menschen an Ihrer Seite – und vor allem: weiß er/sie das auch?
Sprechen Sie über Ihre sexuellen Wünsche und Bedürfnisse?
Reden Sie überhaupt über Sex und über Ihre Beziehung?
Was wünschen Sie sich ?
Hören Sie Ihrem Partner zu und kennen Sie seine/ihre Wünsche und Bedürfnisse?
Fragen Sie danach?

Eine Beziehung muss leben! Paare müssen miteinander „spielen“, und es braucht das aktive Miteinander von beiden.
Seien Sie mutig und reden Sie mit Ihrem Partner, wenn Sie sich unzufrieden in der Beziehung fühlen. Jede Reaktion ist besser als Schweigen.

In der vorigen Ausgabe habe ich den Schwerpunkt auf die Frauen und ihre Lust im Alter gelegt. Ob und wie sexuell aktiv eine Frau bis ins hohe Alter ist, entscheidet jede für sich selbst. Alles ist möglich und völlig ok. Diesmal stehen die Männer im Fokus.

Männern wurde seit jeher die Lust auf Sex zugestanden. Man(n) kann immer – so ist die allgemeine Vorstellung. Doch wie ist das im Alter?

Männer haben eine kürzere Lebenserwartung als Frauen, sind aber meistens länger sexuell aktiv. Zwischen dem 18ten und 25sten Lebensjahr ist der Mann am aktivsten – die Sexualhormone haben ihren Höchststand. Dann beginnt er langsam „abzubauen“. Im Laufe der Jahre verändert sich natürlich der Körper. Auch die Geschlechtsorgane sind dieser Veränderung unterworfen. Der Hormonhaushalt verändert sich, Erektionen entwickeln sich langsamer. Man(n) braucht mehr Reize und Stimulation, um zum Höhepunkt zu kommen, der Penis verliert an Elastizität und auch die Sensibilität nimmt ab.

Dieses Älterwerden wird für viele als eine Bedrohung ihrer Männlichkeit gesehen. Sie nehmen wahr, dass der Penis, die Erektion oder der Samenerguss nicht mehr so „funktionieren“ und können damit nicht oder nur schwer umgehen.

Es gibt viele Einflussfaktoren, die die Lust des Mannes beeinflussen können und über die er Bescheid wissen sollte.

Der männliche Wechsel

Manche Männer kommen mit zunehmendem Alter in eine Art von Wechseljahre, denn auch der Mann ist einer Hormonveränderung unterworfen. In dieser Zeit nimmt die Testosteron-Produktion ab und das kann einen Rückgang der Libido bewirken. Symptome der Lustlosigkeit, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, um nur einige zu nennen, sind die Folge. Viele sind sich dessen nicht bewusst und können ihre Stimmung nicht zuordnen.

Gesundheit

Was auf das Lustempfinden ebenfalls Einfluss hat, sind Krankheiten, die meist im zunehmenden Alter auftreten.Medikamente werden eingenommen, die sich auf die Libido und die Erektion auswirken können. Bei Erektionsstörungen sollte deshalb zuerst eine medizinische Abklärung erfolgen.

Alles ist möglich

Im Gegensatz zur Frau sind Männer in der Selbstbefriedigung aktiver. Experten raten sogar einige Male in der Woche zur Selbstbefriedigung, um die Prostata gesund zu erhalten.

Fritz (66,) ist seit 44 Jahren verheiratet. Er hat immer Lust, seine Frau allerdings nicht. Sie leben schon lange keine gemeinsame Sexualität mehr. Fritz hatte Sexbeziehungen mit anderen Frauen, die ihn auf Dauer aber in Stress brachten. Er liebt seine Frau und möchte nicht, dass sie nur ihm zuliebe Sex mit ihm hat. Also unterdrückt er sein Bedürfnis oder macht Selbstbefriedigung.

Gerda (60) und Josef (80) sind seit 40 Jahren ein Paar und sie sind nach wie vor sexuell aktiv – obwohl beide gesundheitlich beeinträchtig sind. Es hat sich zwar im Alter verändert, aber sie begegnen sich nach wie vor.

Rudolf hatte mit 62 eine Prostata-Operation. Er war mit seiner Frau bis dahin sexuell aktiv – nun ist er in der Erektion eingeschränkt. Sie haben viel darüber geredet und Neues entdeckt. Beide sind zufrieden und glücklich.

Kurz gesagt

Sofern sie keine körperlichen Beeinträchtigungen haben oder Nebenwirkungen von Medikamente dies verhindern, kann die Mehrzahl der Männer Sex bis ins hohe Alter haben und ihn auch genießen. Aber auch dann gibt es Hilfe und Möglichkeiten, Lust zu erleben.

Sie können auch im Alter neue, andere Techniken lernen und Ihr Wissen erweitern!

Ihr Körper verändert sich, akzeptieren Sie das! Ihre Partnerin/Ihr Partner durchläuft auch eine Veränderung, aber sprechen Sie darüber. Das unterstützt und entlastet und Sie haben die Möglichkeit, Ihre Beziehung neu zu gestalten und zu definieren (wie Rudolf nach der Prostata-OP).

In der Sexualität ist es wie mit Ihrem Körper: Um sie zu erhalten, muss sie trainiert werden. Also geben Sie Ihrer Sexualität genügend Raum und Zeit und genießen Sie sich selbst!

Als sexuelle Wesen und als Menschen mit Bedürfnissen gehört Sex zu unserem Leben dazu. Auch älter werdende Menschen haben Bedürfnisse und die Sehnsucht nach Nähe und Körperkontakt. Dafür gibt es kein Ablaufdatum. Ob und wie lange Sie das möchten, entscheiden Sie selbst.

 

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„Ich bin vielleicht hart zu diesem Land, aber ich glaube daran“

„Ich bin vielleicht hart zu diesem Land, aber ich glaube daran“

„Das größte Tabu in diesem Land ist noch immer die Wahrheit“ schrieb Peter Wagner 1988 in einer „Rede an das Burgenland“. Der 1956 in Wolfau geborene Schriftsteller und Regisseur gilt als eine der kritisch beobachtenden, aber auch gerade deshalb kritisierten intellektuellen und künstlerischen Instanzen im Land. Als „Autor, Regisseur und Burgenländer“ hat ihn einmal die Tageszeitung „Der Standard“ bezeichnet. Der Mann mit Hut und großer Leidenschaft für alle Facetten von Literatur, Theater, Musik und Film hat erst vor kurzem im – von ihm mitbegründeten - Offenen Haus Oberwart eine Neufassung von „Messe für Eine“ mit Katharina Tiwald inszeniert und plant eine spektakuläre Theaterproduktion in Klagenfurt. Walter Reiss im Gespräch mit dem Autor, Regisseur, Theatermacher, Filmkünstler und Komponisten Peter Wagner.
Walter Reiss / 29. April 2019

18 Jahre war Helmut Bieler als Landesrat für die Finanzen, den Straßenbau, Kunst und Kultur im Burgenland zuständig. Dann musste er für den Heimkehrer Hans Peter Doskozil den Platz räumen. Im Interview mit Walter Reiss erzählt das politische Urgestein mit dünner Haut offen über Parteifreundschaften und lässt zwischen den Zeilen auch Enttäuschungen durchblicken. Etwa über Noch-Landeshauptmann Hans Niessl, der Ende Feber ebenfalls sein Amt an Doskozil abgibt.

Sie war die erste Frau im burgenländischen Landtag und war als Politikerin dafür bekannt, dass sie auch mal ordentlich auf den Tisch haute: Christa Krammer (SPÖ) war Landesrätin, Gesundheitsministerin, Nationalratsabgeordnete und Volksanwältin. Mit Journalist Walter Reiss redet sie über Frauen an der Parteispitze, Machtmänner und warum eine gute Schulbildung so wichtig ist.

Rede & Antwort

Unser Mann in Havanna

Seine Kindheit und Schulzeit hat Stefan Weidinger in Güssing verbracht. Dann trieb es ihn sozusagen in die Welt hinaus. Für die kommenden fünf Jahre wird er nun mit seiner Familie in Havanna ein Zuhause finden, denn er wurde erst vor wenigen Tagen zum Botschafter der Republik Österreich für diesen Inselstaat bestellt. Wohlgemerkt - nur einer seiner Zuständigkeitsbereiche. Walter Reiss hat mit dem gebürtigen Burgenländer über Weltpolitik geredet, über unberechenbare Staatschefs und - über Bohnensterz.

An die regelmäßigen Besuche bei seiner Großtante Margit kann sich Sacha Batthyány noch gut erinnern. Es gehörte einfach zu den Familienritualen. Erst als Erwachsener erfuhr er vom Massaker in Rechnitz im März 1945, vom Fest seiner Tante Margit mit den Nazis in ihrem Schloss und von den 180 Juden, die in jener Nacht ermordet wurden. Sacha Batthyány hat sich mit seiner Familiengeschichte auseinandergesetzt und das Buch „Und was hat das mit mir zu tun?“ geschrieben. Walter Reiss hat den Journalist und Autor zu einem sehr offenen Gespräch getroffen.

Für die Lösung der Probleme des Südburgenlandes sollte er eingesetzt werden. Seither sind fast zwei Jahre vergangen. Walter Reiss im Gespräch mit Südburgenland-Manager Werner Unger über politische Mascherl, Ziele und was man auch ohne Budget erreichen kann.

Bald 20 Monate lang sind Sie nun Südburgenland-Manager. Im ersten Jahr haben Sie 600 Gespräche geführt, wie viele sind es jetzt?

Werner Unger:  920.

Manager werden ja daran gemessen, was sie zustande bringen: Wie viele neue Arbeitsplätze sind durch Ihre Mitwirkung geschaffen worden?

Werner Unger: Da würde ich sagen: So um die 120. Und ich muss feststellen, dass das wesentlich mühsamer und aufwändiger ist, als ich jemals gedacht hätte.  Es gilt hier, geduldig und beharrlich mit Firmen zu verhandeln. Es wäre schön, wenn manche Standortentscheidung schneller fallen könnte. Da ist mir die Schlagzahl zu gering.

Früher Manager bei Coca Cola und nun Südburgenland-Manager: Sind das zwei Paar Schuhe?

Werner Unger: Ja. Aber ich habe schon gewusst, worauf ich mich da einlasse. Und ich wurde ja nicht gezwungen, diesen Job zu machen. Ich glaube fest daran, dass wir in dieser Region etwas weiterbringen, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen und wir uns nicht gegenseitig aufstacheln oder ständig jammern, was alles nicht geht. Ich musste lernen, dass alles ein wenig langsamer geht.

Ihre vielen Gespräche führen Sie mit Landespolitikern, Bürgermeistern, Firmenchefs, Konzernvertretern und Beamten. Wer sind die schwierigsten Partner?

Werner Unger: Das Herausforderndste ist die Kommunalpolitik: Da gilt es, über Gemeindegrenzen hinweg Verständnis für die großen Zusammenhänge zu schaffen. Das sind oft sehr langwierige Gespräche, aber ich muss sagen: Kein Gespräch war sinnlos. Ich erlebe die Gemeindepolitiker mir gegenüber als sehr offen, egal von welcher Partei sie kommen. Man fühlt sich nicht gleich abgestempelt. Ich weiß schon: Man hat nicht gerade auf mich gewartet. Und ich bin nicht der Wunderwuzzi, der alles lösen wird. Manchmal erlebe ich die Haltung: „Was will der denn da?“. Und dann stellt sich oft heraus, dass ich doch mithelfen konnte, gute Kontakte zum Land herzustellen.

Sind Sie da nicht eher mehr Kommunikator als Manager? Sie können über keine einzige Betriebsansiedlung entscheiden, verfügen nicht über Macht, Budget und Förderungen. Was und wo ist da Ihre Kompetenz, irgendwo zwischen Landespolitik, Gemeinden, Burgenlandholding oder Regionalmanagement Burgenland?

Werner Unger: Entscheidungen im Sinne eines Managers habe ich hier nicht zu treffen, die Politik schafft die Rahmenbedingungen. Und doch bin ich mehr als nur Kommunikator. Meine Aufgabe ist es, Lösungsvorschläge zu liefern. Oft wüsste ich schon das Ziel, aber die anderen sehen es noch nicht. Wie Sie schon gesagt haben, verfüge ich über kein Budget. Ich werde manchmal gefragt: „Wie viel Geld hast du für uns?“ Meine Antwort: „Ich gebe kein Geld her, habe aber auch keines“. Wenn schon die Anfrage verrät, dass es nur um Geld geht, ist das Gespräch schnell wieder beendet.

Gerade deshalb ist vielen Leuten noch immer nicht klar, wo eigentlich Ihre Befugnisse liegen, was Sie konkret tun, was Sie bewirken oder durchsetzen können.

Werner Unger: Ja, aber mit der Zeit kennt man mich und meine Arbeit immer besser. Gerade durch die schon erwähnten vielen Gespräche. Das Hauptaugenmerk liegt darin, Betriebe anzusiedeln. Dann folgen Schaffung und Optimierung von Infrastruktur: Etwa die Nutzung der vom Land erworbenen Bahnstrecken Friedberg – Oberwart oder Oberwart – Großpetersdorf. Lokale Betriebe brauchen die Bahn. Auf meine Initiative hin werden etwa die ÖBB und das Land Steiermark in die über Jennersdorf laufende internationale Achse Szentgotthard – Graz investieren.

Die Zeiten mit dem Füllhorn der Ziel-1 Förderungen sind vorbei. EU-Mittel – wenn auch etwas weniger – soll es weiterhin für das Burgenland geben. Trotzdem hält sich hartnäckig eine Art Südburgenland-Komplex: Der Norden wird bevorzugt, der Süden bleibt über.

Werner Unger: Grundsätzlich zu den Förderungen: Oft wurden Projekte nur deshalb gemacht, weil es Fördermittel gab. Das war meist kurzlebig und nicht nachhaltig. Zur Nord-Südproblematik: Der Norden verfügt schon durch die Nähe zu Wien über eine ganz andere Infrastruktur. Das ist Faktum. Was ich hier im Süden kritisiere, ist einerseits die Neigung zum Jammern und andererseits die mangelnde Bereitschaft, über Grenzen hinaus zu denken. Man ignoriert zum Beispiel die Nähe der Stadt Szombathely/Steinamanger. Wir sollten großräumiger denken.

Erwartungen werden ja oft mit Personen verknüpft: Seit so gut wie fix ist, dass SPÖ-Shootingstar und Landesrat Hans Peter Doskozil der nächste Landeshauptmann wird, hoffen viele Südburgenländer unter dem Motto „Unser Dosko wird’s schon richten“ auf einen starken Mann aus dem Süden. Braucht es da noch einen Südburgenland-Manager?

Werner Unger: Egal, ob Landespolitik oder Institutionen des Landes: Mein Job wird immer sein, diesen zuzuarbeiten. Man sollte überhaupt mehr darüber reden, was alles schon an Positivem passiert ist: Viele gute Projekte von Südburgenland-Plus oder das RMB (Regionalmanagement Burgenland), das mit der Initiative für die Kellerstöckl einen sehr guten Job macht.

Als Landeshauptmann Niessl zum ersten Mal von einem Südburgenland-Manager gesprochen hat, gab es gleich parteipolitischen Wirbel. Dann war Funkstille, bis die rot-blaue Landesspitze später Sie in dieser Funktion präsentiert hat. Ist es da nicht logisch, dass Sie und Ihre Funktion ins parteipolitische Fahrwasser geraten und Ihre Arbeit in die Schusslinie der schwarzen und grünen Opposition gerät?

Werner Unger:  Das war am Anfang so und hat sich gelegt. Ich habe ja zum Beispiel auch im ÖVP-Landtagsklub meine Arbeit und meine Visionen präsentiert. Man sieht in mir keinen Politiker und keinen Widersacher.

Aber aus parteipolitischer Sicht sind Sie ein Manager mit rotem Mascherl?

Werner Unger: Könnte man so interpretieren, ja. Aber ich bin bestrebt, mit allen gut zusammenzuarbeiten und im Übrigen hat mir gegenüber noch niemand kritisch gesagt: „Du bist ja ein Roter!“

Wäre das Südburgenland eine Firma, was würden Sie als Manager zuerst ändern?

Werner Unger: Das Marketing. Wir verkaufen uns schlecht und jammern zu viel. Die junge Generation zeigt da schon mehr Selbstbewusstsein. Und was mir noch positiv auffällt: Ins Burgenland zugereiste Manager großer Betriebe entwickeln eine innige Beziehung zum Land und werden zu selbstbewussten und überzeugten Südburgenländern. Von ihnen sollten wir lernen.

Laut Vertrag sind Sie Südburgenland-Manager bis 2021. Was wollen Sie bis dahin erreichen?

Werner Unger: Sehr vieles möchte ich da bewirken: Nicht als Person Werner Unger, sondern durch meine Funktion. Ein Beispiel wäre da die Schaffung von Pendlerverbindungen nach Graz, die Ansiedlung von Betrieben entlang vorhandener Bahnlinien und überhaupt der Anstieg der Zahl der Betriebsansiedlungen.

Wollen Sie nach diesen ersten 5 Jahren weitermachen?

Werner Unger: Ja.

Haben Südburgenländer ein Recht darauf, zu erfahren, was ein für sie eingesetzter Manager verdient?

Werner Unger: Sagen wir es einmal so: Darüber redet man nicht. Ich sage Ihnen nur: Es ist wesentlich weniger als ich vorher verdient habe. Ich mache diesen Job nicht des Geldes wegen, muss aber sagen: Was nichts kostet, ist nichts wert.

Die Interviews mit ihm sind rar. Hans Sipötz, der von 1987 bis 1991 unerwartet SPÖ-Landeshauptmann des Burgenlandes wurde, steht Walter Reiss Rede und Antwort. Ein Blick in die Vergangenheit und eine kritische Analyse der politischen Entwicklung.

1991 sind Sie als Landeshauptmann zurückgetreten, weil Sie wegen falscher Zeugenaussage angeklagt waren. Später folgte der Freispruch. Liegt Ihnen das Ganze immer noch im Magen?

Hans Sipötz: Ohne Zweifel: Ja! Es war meine Entscheidung, nicht die der Partei, aus der ersten Reihe zurückzutreten. Vielleicht war ich nicht hart genug. Aber wenn ich so zurückdenke: Wer weiß, ob ich mit 77 noch so gesund wäre…

Wie Ihr Ende als Landeshauptmann lief ja der Beginn auch nicht ganz nach Plan: Ein ÖVP-FPÖ-Deal, Franz Sauerzopf zu wählen, hielt nicht. Unerwartet waren Sie gewählt. Es folgte eine bitterkalte Eiszeit zwischen SPÖ und ÖVP. Da scheint sich, wenn man Ihrem Nach-Nachfolger Hans Niessl glaubt, nichts geändert zu haben.

Hans Sipötz: Die ÖVP macht immer noch den gleichen Fehler: Sie glaubt, dass ihr der Landeshauptmann – trotz nur 30 Prozent der Stimmen – von Gottes Geheiß zustehen würde. Damals war ja das Verhältnis meiner Partei zur FPÖ nicht schlecht: Der damalige Landesparteichef Rauter hat vorerst auch zugesagt, man würde mich wählen. Plötzlich war Funkstille und dann hieß es: Jörg Haider sei da gewesen. Und wenn der sagt: Nicht mit der SPÖ, sondern mit der ÖVP, dann habe das zu geschehen. Dann kam es doch anders. Als wir nach der überraschenden Wahl ins ausgeräumte LH-Büro gekommen sind, gab es nichts, um die Gäste zu bewirten. Der Protokollchef hat rasch Wein besorgt.

Sie waren 1989 mit dabei, als Alois Mock und Gyula Horn vor den Kameras der Weltpresse den Stacheldraht durchtrennt haben. Heute sagt man, das sei reine Inszenierung gewesen.

Hans Sipötz: Ja. Es heißt, dass ein Mitarbeiter von Außenminister Mock die Idee dazu hatte. Aber ich war schon deshalb mit dabei, weil an diesem Tag das Ministertreffen in Eisenstadt und dann eine Pressekonferenz in Sopron stattgefunden haben.

Damals erwartete man den raschen Wandel Ungarns in eine moderne westliche Demokratie. Heute läuft dort aber Vieles in Richtung Autokratie.

Hans Sipötz: Ich fürchte, dass die Orbanisierung auch andere Länder in Europa erfasst hat und noch erfassen wird. Der Nationalismus nimmt zu und Europa als Ganzes wird kaum eine Rolle spielen. Da Sie gerade in blauem

Hemd und Sakko vor mir sitzen, frage ich Sie – nicht allein deshalb – zur Landespolitik: Hans Niessl habe, so sagt er immer wieder, mit Rot-Blau eine gute Entscheidung getroffen. Nicht wenige überzeugte Sozialdemokraten meinen, das sei ein politischer Tabubruch. Was meinen Sie?

Hans Sipötz: Es war ein Schritt, um zu überleben. Hätte Niessl das nicht gemacht, würde er seit eineinhalb Jahren in Frauenkirchen als Pensionist spazieren gehen. Die Zusammenarbeit funktioniert und dass die Sozialdemokratie ein stärkeres Korrektiv ist als die ÖVP, das sehen wir derzeit in der Bundespolitik. Die FPÖ hat sich immer als die große Arbeiterpartei dargestellt, fährt aber jetzt einen völlig anderen Kurs. Die neu gewonnenen Wähler werden bald merken, dass sie von dieser Partei nicht vertreten werden.

Was Sie der FPÖ prophezeien, ist der SPÖ schon passiert: Dass ihr die Arbeiter davonlaufen. Da sagen auch Ihre Exkollegen in anderen Bundesländern, etwa Franz Voves in der Steiermark, die SPÖ habe Veränderungen nicht begriffen und die wirklich sozial Schwachen nicht mehr im Blick.

Hans Sipötz: Ja, es stimmt. Es gibt nicht mehr den typischen VOEST- oder Bauarbeiter. Aber solange es möglich ist, nur mit dem Thema „Flüchtlinge“ Politik zu machen und Wahlen zu gewinnen, ist es unheimlich schwierig, mit anderen Themen durchzukommen. Da schafft es der deutsche CSU-Politiker Dobrindt, in einem einzigen Fernsehinterview ganze zwölf Mal die Begriffe „Kriminelle“ und „Ausländer“ und „Flüchtlinge“ zu verwenden. Das wirkt beim Publikum im Unterbewusstsein. So räumt man bei Wahlen ab.

Welche Argumente und Stärken hat denn die SPÖ zu bieten? Oder will die Partei nach dem Schock, in der Opposition gelandet zu sein, warten, bis die Türkis-Blaue Regierung Schwäche zeigt oder gar auf die Nase fällt?

Hans Sipötz: Die SPÖ muss eine soziale Partei bleiben. Sie muss vor Sozialabbau stärker warnen als bisher. Aber als Opposition steckt man in einem Dilemma: Kritisiert man die Regierung sehr hart und aggressiv, hat man rasch das Image eines Querulanten, der nur schimpft. Übt man weniger Kritik, wirkt das erst recht nicht. Ich denke, dass Kritik an der Linie der Regierung Kurz durchaus auch aus eigenen Reihen kommt und kommen wird.

Die größte Gefahr für Türkis-Blau kommt also nicht von den Roten, sondern von den Schwarzen?

Hans Sipötz: Sicher auch. Es wird ja nicht Politik gemacht, sondern Öffentlichkeitsarbeit.

Aber SPÖ-Chef Christian Kern meint ja auch, dass Politik zu großen Teilen aus Inszenierung besteht …
Hans Sipötz: Ja, leider. Da wird jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Und außerdem will man die Sozialpartnerschaft und die Arbeitnehmerorganisationen ruinieren.

Machen heute nur mehr Personen Politik und nicht mehr Parteien? Haben jene Zukunft, die immer betonen, Pragmatiker zu sein, wie etwa Niessl oder Doskozil?

Hans Sipötz: Parteien werden nicht mehr als Parteien gewählt. Wenn die Person an der Spitze nicht passt, hat die Partei keinen Erfolg. Das sieht man ja an den jüngsten Landtagswahlen in mehreren Bundesländern.

Sie sind an der Spitze der Ersten Burgenländischen Gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft EBSG tätig. Warum tummeln sich so viele Ex-Politiker gerade in Vorstandsetagen von Wohnbaugenossenschaften?

Hans Sipötz:
Ich bin damals als kleiner Angestellter zur Genossenschaft gekommen. Natürlich war es ein Plus, dass ich zuständige Politiker im Burgenland und in Wien schon kannte. In der SPÖ ist es so: Wenn du aus der Politik ausscheidest, kümmert sich kein Hund mehr um dich. In der ÖVP werden alle großzügig versorgt.

Als Ex-Landeshauptmann beziehen Sie eine nicht geringe Pension …

Hans Sipötz: Also, wir setzen in der EBSG 50 Millionen Euro jährlich um. Da trägt man Verantwortung. Ich sage Ihnen ehrlich: Als Aufwandsentschädigung bekomme ich monatlich etwa 3.000 Euro, da bleiben nach Abzug der Steuern etwa 1.600 Euro.

Sie würden sich also nicht als Bonze bezeichnen?

Hans Sipötz: Nein, sicher nicht.

 

Beitrag aus Ausgabe 06/2018

Burgenland: Bauen wird einfacher

Burgenland: Bauen wird einfacher

Der Burgenländische Landtag hat das neue Baugesetz beschlossen. Es bringt den Bauherrn künftig Vereinfachungen und weniger Bürokratie. Für die Bürgermeister, Baubehörde der 1. Instanz, gibt es mehr Rechtssicherheit.
Peter SITAR / 28. März 2019
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Bauen, Sanieren, Energiesparen

Bis zum 3. Februar bietet die Baumesse in Oberwart einen breiten Überblick zu den Themen Bauen, Planen, Wohnen, Sanieren und Energiesparen. Über 300 Aussteller bieten ihre Produkte und Ideen zu diesen Themen an. 88 Prozent der Burgenländer sind im Besitz eines Eigenheims. Und in der Oststeiermark und im südlichen Niederösterreich sieht es ähnlich aus.

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Mutig seiner Zeit voraus

Die Moderne hat uns eingeholt, in unserer Reihe „Planen-Bauen-Wohnen“. Wobei dieses Haus technisch gesehen nicht so modern ist, wie man glauben möchte. „Modern“ ist eben Definitionssache, sieht man sich so manch ein Juwel aus den „goldenen Zwanzigern“ an, an denen sich dieses Haus mitunter orientiert. Viele Inputs und ein Händchen für Design machen das Haus in Großpetersdorf zu einem zeitlosen Schmuckstück – cool und dennoch gemütlich.

Eingebettet in die bezaubernde Hügellandschaft der Oststeiermark, liegt ein Schloss. Es ragt empor aus den winterlichen Nebelschwaden, die das Haus noch mystischer und imposanter wirken lassen, als es ohnehin schon anmutet. Erst auf den zweiten Blick sieht man den Kontrast aus urigen und modernen Details am alten Gemäuer. Das Verbindende: die künstlerischen Aspekte, die Schloss Aichberg und seinen Besitzer umgeben.
Der Held dieser Geschichte ist Cajetan Gril. Und der ist auf den ersten Blick genauso schwer einzuschätzen wie die Gemäuer, die ihn umgeben.

Stil ist eine Frage der Persönlichkeit. Das Interieur unterstreicht den Charakter des Erschaffers und spiegelt so nicht nur Geschmack, sondern auch seine Ansichten wider. Wir zeigen Domizile bekannter Persönlichkeiten aus der Region und geben so nicht nur Design-Impulse für die eigenen vier Wände, sondern rücken gleichzeitig die Bewohner in den Mittelpunkt. Diesmal waren wir in einem Haus zu Gast, das den Besucher mit Charme, Kunst und Geschichte in seinen Bann zieht.

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Home Sweet Home

Wohnung oder Haus? Neu bauen oder renovieren? Kaufen oder mieten? Der Immobilienmarkt in unserer Region ist vielfältig und es gilt einige Faktoren zu beachten, um die richtige Entscheidung zu treffen. Auch wenn es sich bei uns im Österreich-Vergleich noch relativ günstig wohnen lässt, von billig kann keine Rede sein, denn die Baukosten sind überall hoch.

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Heizen mit Öl, ade

Für die Regierung ist das Heizen mit Öl ein Auslaufmodell. Viele Anlagenbesitzer sind verunsichert. prima! hat bei Experten nachgefragt. Allgemeine Lösungen gibt es kaum. Kompetente Beratungen sind erforderlich.

Für das richtige Heizsystem ist eine individuelle Beratung durch einen Fachmann erforderlich.

 

In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts galt sie, in Kombination mit der Zentralheizung, als das Nonplusultra im Wärmebereich – die Ölheizung. Diese Zeiten sind längst vorbei. Aktuell will die Regierung die Zahl der derzeit vorhandenen rund 600.000 Ölheizungen bis 2030 halbieren.Viele Haushalte sind deshalb verunsichert. prima! hat sich bei Experten und Praktikern umgehört, wie sie das Ausstiegsszenario aus dem Heizöl sehen. Denn noch gibt es Förderungen für den Austausch alter Ölkessel auf moderne Brennwertgeräte. Noch, denn die OMV hat angekündigt, aus diesem Programm aussteigen zu wollen.

Alte Anlagen werden noch ausgetauscht

„Es werden aktuell laufend noch alte Öl-Anlagen auf Brennwertgeräte umgebaut“, berichtet Martin Kainz von der Firma Haustechnik Glatz in Pinggau. Diese Umrüstungen werden derzeit mit 2.500 Euro bis 3.000 Euro österreichweit gefördert. Die Kosten für den Hausbesitzer belaufen sich für eine Umrüstung auf 5.000 bis 7.000 Euro durchschnittlich. Und gelten damit als durchaus günstig, im Vergleich zu anderen Systemen.

Die Nachfrage nach Ölheizungen im Einzel-Hausbaubereich sieht Dietmar Kurtz von der Firma Zach, Gebäude und Sicherheitstechnik in Oberwart, als stark rückläufig: „Es ist viel weniger geworden.“

Auf welche Systeme man anstelle des Öls umsteigen soll und kann, ist sehr individuell. Martin Kainz: „Da sind Fragen zu klären, wie es etwa mit der Wärmedämmung eines Hauses aussieht, ob Heizkörper oder Bodenheizungen vorhanden sind, welche Infrastruktur – etwa Gas – greifbar ist.“ Das kann nur von Haus zu Haus entschieden werden, sind sich die Praktiker einig. Und letztlich hängt es auch davon ab, wie viel Geld man bei einem Umbau zur Verfügung hat. Die modernste Form von Heizungssystemen stellt derzeit wohl die Wärmepumpe dar, was allerdings mit hohen Kosten verbunden ist. Und sie lässt sich auch nicht überall beliebig einsetzen, idealerweise in einem Nieder-Temperatur-Gebäude.

So Gas vorhanden ist, bietet sich diese Technologie, dank modernster Brennwerttechnik, durchaus für einen System-umstieg an. Aber nicht jeder Hausbesitzer hat vor seinem Grundstück eine Gasleitung in der Erde. Deshalb sind individuelle Lösungen das Gebot der Stunde. Dazu kommt auch, dass die Förderungen für die verschiedenen Heizsysteme von Bundesland zu Bundesland variieren.

Informationen dazu hat nicht nur der Haustechniker des Vertrauens, sondern die gibt es auch bei den Energieberatungen des jeweiligen Bundeslandes. Denn eines sollen die Modernisierungen der Heizanlagen bringen: einen geringeren Ausstoß an Abgasen, was letztlich ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der UN-Klimaziele wäre und den Anstieg der Erderwärmung einbremsen sollte.

Richtig Heizen & Lüften

Die kalte Jahreszeit ist da. Um sein Geld nicht beim Fenster hinauszuschmeißen, sollte folgende Tipps beachten:

  • Die optimale Raumtemperatur liegt in Wohnräumen zwischen 19 und 22 Grad, in Schlafzimmern bei 17 bis 18 Grad. Dabei gilt: Ein Grad weniger kann bis zu 6% Heizkosten sparen. Wenn Sie tagsüber nicht in der Wohnung sind, lohnt es sich den Thermostatregler zurückzudrehen.
  • Stoßlüften (5-10 Minuten) statt Fenster dauerhaft zu kippen. Noch effektiver als das Stoßlüften ist übrigens das Querlüften, eine Möglichkeit, die allen offensteht, die gegenüberliegende Fenster in der Wohnung haben. Die Lüftungsdauer kann so auf einige wenige Minuten verkürzt werden.
  • Kühlere Räume öfter belüften, damit sich keine Feuchtigkeit ansammeln kann
  • Nach dem Kochen ordentlich lüften
  • Heizkörper sollten nicht durch Möbel verstellt sein. Das bedeutet bis zu 5 Prozent mehr Heizkosten. Reichen Vorhänge über die Heizkörper, erhöht sich der Wärmeverlust nochmals erheblich, und der Energieaufwand kann um bis zu 40 Prozent steigen.
  • Regelmäßige Wartung der Heizungssysteme
  • Fenster und Türen abdichten
  • Nachts unbedingt die Fensterrollläden und Jalousien herunterlassen. Damit kann der Wärmeverlust um 20 Prozent reduziert werden.
  • Heizlüfter nur sparsam einsetzen

Diese Tipps können helfen viel Geld zu sparen, da bis zu 85 Prozent des Energieverbrauches eines Hauses auf die Raumheizung entfallen können.


Energieberatungen:

https://www.burgenland.at/themen/energie/energie-beratung/allgemeines/

www.technik.steiermark.at/cms/ziel/82233481/DE/

Als der „Blaue Blitz“ nach Bad Tatzmannsdorf kam

Als der „Blaue Blitz“ nach Bad Tatzmannsdorf kam

Im Rekordtempo wurde 1902/03 die Bahn von Oberwart über Tatzmannsdorf nach Oberschützen gebaut. Warum dafür die Oberschützer 60.000 Ziegel für den Bahnhof bereitstellten und warum ein Oberwarter der erste Busunternehmer der Region wurde.
Ing. Wilhelm HODITS / 29. April 2019
Plätze und G'schichten

Die Szombathely-Pinkafeld Lokalbahn

Eine Bahnstrecke nach Szombathely und Wien – und das Südburgenland im Zentrum. Was wir hatten und wieder verloren haben.

Der Bahnhof in Rechnitz. Seit 1888 war er in Betrieb. 1955 endete hier die Verbindung nach Ungarn. Auch Altpinkafeld hatte einen Bahnhof. Bis zum Jahr 2011 war er in Betrieb. Der Bahnhof in Schachendorf (Foto unten) wurde bereits 1989 geschlossen. Fotos unten: Güterzug am Bahnhof Rotenturm im Jahr 1985. Bahnhof Großpetersdorf. Bis 2011 war hier Betrieb durch den Gütertransport und die Märchenbahn.

 

 

Kalt muss es gewesen sein, als die Grafen Julius Erdödy und Karl Batthyány die Bahnstrecke Szombathely-Pinkafeld feierlich eröffneten. Es war der 16. Dezember des Jahres 1888, also eine Woche vor Weihnachten, als der feierliche Festakt am Bahnhof Oberwart stattfand.

Befahren wurde die Strecke ja bereits seit dem 28. Oktober 1888, und der erste Zug war natürlich mit Kränzen und Fähnchen geschmückt. Es war ein einzigartiges Ereignis. Immerhin wurde seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts der Ruf nach einer Bahnverbindung von Szombathely nach Pinkafeld immer lauter. Vor allem der Agrarhandel und das Gewerbe litten unter den schlechten Verkehrsanbindungen. Nicht zuletzt ist es den eingangs genannten Grafen zu verdanken, dass der Ausbau der Bahnstrecke Realität wurde. So trafen sich am 11. Mai des Jahres 1881 im Schloß des Grafen Stefan Erdödy in Rotenturm namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft, um intensiv über die Frage zu diskutieren, ob die Region Oberwart eine Bahnverbindung braucht und ob der Bau überhaupt finanzierbar und durchführbar wäre. Angedacht wurde dabei vieles. So war von einer weniger luxuriös ausgestatteten Vizinalbahn (Eisenbahn zur Erschließung des ländlichen Raumes) ebenso die Rede wie von einer Schmalspurbahn. All diese Versuche, die Kosten für die Errichtung zu senken, wurden wieder verworfen. Die Wirtschaft war von einem gut funktionierenden Bahnsystem einfach abhängig.

Namhafte Industriebetriebe und Institutionen, wie das Antimonbergwerk in Bergwerk und Goberling, das Kohlenbergwerk in Mariasdorf, die Loden- und Kotzen (Name für eine Art Umhang) -fabrik in Pinkafeld, aber auch die Lehranstalt in Oberschützen und die Kuranstalt in Bad Tatzmannsdorf waren besonders stark an einem Bahnsystem interessiert. Auch die Kohlefunde in Kohlstätten im Jahr 1884 wurden als Dringlichkeitsgrund für die Bahn angeführt. Nicht zuletzt verwies auch die „Oberwarther Sonntagszeitung“ in ihren Leitartikeln immer wieder auf die Wichtigkeit der Bahnstrecke.

Bahn frei!

Im September 1886 kam es dann zur entscheidenen Begehung der Strecke Szombathely-Rechnitz-Oberwart-Pinkafeld. Die Kostenschätzung für diese rund 52 Kilometer lag bei 1.492.000 Gulden (heute rund 20 Mio. Euro). Nach vielen Überlegungungen und zähen Verhandlungen war es am 6. Dezember 1887 schließlich soweit: Der Bau der „Steinamanger-Pinkafelder Lokal-Eisenbahn“ wurde bewilligt. Die Trasse führte von Steinamanger über Rechnitz, Hannersdorf, Großpetersdorf, Rotenturm und Oberwart nach Pinkafeld.
Interessantes Detail am Rande: Es ist dieser Bahnstrecke geschuldet, dass die kroatischen Ortschaften Schachendorf und Schandorf, die eigentlich nach Ungarn tendierten, aufgrund des Trassenverlaufes 1921 zu Österreich kamen.

Am 10. April 1888 wurde mit dem Bau der Strecke begonnen. Zwei Fahrten pro Tag waren geplant. Die Höchstgeschwindigkeit der Dampflok wurde mit bis zu 30 Kilometer pro Stunde genehmigt. Wie eingangs erwähnt, befuhr der erste Zug die gesamte Strecke bereits am 28. Oktober des Jahres 1888.

Eine wichtige Rolle für die Bahn spielte die Reformierte Kirche Oberwart. Pfarrer Alexander Gueth war anfangs einer der größten Skeptiker, wurde später aber zu einem großen Förderer der Bahn und Mitglied des Direktoriums. Die evangelische Pfarrgemeinde HB war auch einer der Hauptaktionäre der Eisenbahngesellschaft. Ohne sie wäre die Bahn entweder gar nicht oder erst sehr viel später gebaut worden.

An die Anbindung der Bahn von Pinkafeld nach Aspang hatte weder die ungarische Krone noch die österreichische Bahn Interesse. Das dauerte immerhin bis zum Jahr 1925. Das südliche Burgenland war ab diesem Zeitpunkt also mit Szombathely und über die Aspangbahn auch mit Wien verbunden. Was für ein Segen! Von Wien über Aspang-Friedberg-Oberwart-Rechnitz-bis nach Szombathely reichte damals das Bahnnetz. 1925 war das Südburgenland in Sachen Bahn-Infrastruktur somit besser aufgestellt, als es heute der Fall ist.

Das Ende der Zugverbindung nach Szombathely

Es war der Eiserne Vorhang, der die Verbindung Österreich-Ungarn radikal und quasi über Nacht durchtrennte. Die Grenze nach Ungarn wurde dicht gemacht, und die Strecke Rechnitz-Buscu/Torony 1953 stillgelegt. Mit Ende der russischen Besatzungsmacht im Jahr 1955 wurde die Bahntrasse Rechnitz bis zur Staatsgrenze endgültig aufgelassen und die Schienen zum Teil abmontiert. Die Bahn nach Ungarn war Geschichte.

Doch das Ende ging weiter! Mit Beginn des Sommerfahrplanes 1984 wurde der Personenverkehr auf der Strecke Oberwart-Rechnitz eingestellt. Vier Jahre später, am 31. Dezember 1988, fuhr auch der letzte Gütertransport. Es war die Großpetersdorfer Busunternehmer-Familie Schuch, die dann ab 1989 den Güterverkehr zwischen Großpetersdorf und Rechnitz als „Südburgenländische Regionalbahn (SRB)“ weiterführte und aufrecht erhielt. Sie war auch für die legendäre Nostalgie-Märchenbahn auf dieser Zugstrecke (von 1989 bis 2011) verantwortlich, die am Wochenende und an Feiertagen ein beliebtes Ausflugsziel war.
Ungeklärt blieb aber letztlich die Frage der Finanzierung dieser Gütertransportstrecke, die zu unüberbrückbaren Differenzen zwischen der SRB und dem Land Burgenland führte. Adolf Schuch, Geschäftsführer der SRB, stellte den Betrieb 2011 ein – obwohl die Strecke Oberwart-Großpetersdorf zuvor saniert wurde. Seither erfolgt auch auf der Strecke Oberwart-Rechnitz kein Güterverkehr mehr.

Auch die Strecke Friedberg-Oberwart musste ums Überleben bangen. Der Personenverkehr wurde 2011 eingestellt. Der Güterverkehr wurde von der Steiermarkbahn im Auftrag der Rail Cargo übernommen. Versprechungen von Seiten der Politik über eine Reaktivierung der Strecke Oberwart-Friedberg und eine Realisierung der Grenzbahn nach Szombathely gab es in der Vergangenheit zur Genüge.

Wie wichtig die Anbindung des Südburgenlandes an das nationale und internationale Bahnnetz ist, steht außer Frage.

Firmen wie die international tätigen Unternehmen Unger Stahlbau und MMM Energie sind von der Bahn abhängig. Seit 2004 verfügen die in Oberwart ansässigen Unternehmen über einen eigenen Bahnanschluss. Auch die Holzindustrie ist von der Bahn abhängig. Über die Verladesituation und die Anlieferungen mit LKW wurde jahrelang ergebnislos diskutiert.
Aktuell lässt die Meldung aufhorchen, dass die Verladestation von Oberwart nach Rotenturm nun tatsächlich realisiert werden und die Bahnstrecke Oberwart-Großpetersdorf reaktiviert werden soll. Die Politik ist am Zug, ihre Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen und diese Infrastruktur wieder zum Leben zu erwecken.

130 Jahre gibt es den Bahnhof in Oberwart. Seit 2011 wird hier nur Frachtgut verladen. Um den Personenverkehr wird diskutiert.

Der Bahnhof in Oberwart wurde 1888 eröffnet. Damals waren natürlich Dampfloks unterwegs

 

Es ist der 31. Juli 2011, abends, um 19 Uhr 42. Der letzte Zug von Friedberg fährt langsam in den Bahnhof Oberwart ein. Er ist mit einem Trauerflor geschmückt. Rund 500 Menschen stehen betroffen an den Bahngleisen. Nach 122 Jahren ist dies der letzte Personenverkehrszug am Oberwarter Bahnhof. Eine Infrastruktur wurde damit zerstört. Als Zeichen der Empörung legen die Demonstranten auch vor dem Oberwarter Rathaus einen Kranz nieder. Zu wenig Fahrgäste, wurde als einer der Hauptgründe für die Einstellung des Bahnverkehrs auf der Strecke Oberwart-Friedberg von den politisch Verantwortlichen angegeben.

Mühsamer Start

Man schrieb das Jahr 1888, als der erste Bauabschnitt des Bahnhofs Oberwart fertiggestellt wurde, inklusive einer kleinen Gaststätte. Doch scheinbar blieb der große Ansturm damals aus. So wird berichtet, dass im März 1889 kein einziges Tier in Oberwart für den Transport nach Wien verladen wurde. Der Zug musste nämlich von Oberwart zunächst nach Steinamanger und von dort über Ödenburg bis nach Wien fahren. Eine teure Fahrt, die sich kaum ein Bauer leisten konnte.

Um das zu umgehen, trieben die Landwirte ihr Vieh bis nach Aspang, wo es auf den Zug nach Wien verladen wurde. Eine Strapaz für Mensch und Tier. 1891 sah es um die Nutzung der Bahn schon besser aus. So berichtete die „Oberwarther Sonntagszeitung“ am 1. März 1891, dass beim Jahrmarkt ein solcher Andrang war, dass alle acht Zugwaggons zum Bersten voll waren. 906 Menschen seien mit dem Zug damals von Oberwart abgefahren. In weiteren sechs Waggons wurden Rinder und Pferde verladen.

Erschütternde Szenen

Ab März 1938 spielten sich am Bahnhof Oberwart grausame Tragödien ab. Juden, Gegner des Naziregimes und Roma wurden in Viehwaggons verladen und unter unmenschlichen Bedingungen in Konzentrationslager transportiert. Am Oberwarter Bahnhof begann ihre Fahrt in die Hölle. Über diesen Abtransport gibt es erschütternde Zeitzeugenberichte.

Bahnhofs-G’schichtn

Ende der 1980er Jahre wurde der Posten des Streckenbegehers aufgelassen. Dieser Bahnbedienstete hatte die Aufgabe, die Strecke Pinkafeld-Rechnitz abschnittsweise abzugehen und auf Mängel abzusuchen. Er hatte eine große Ledertasche mit Werkzeug umgehängt, und besonders auffällig war dabei der große Gabelschlüssel. Mit diesem zog er lockere Schrauben an den Bahngleisen fest.

Bis Ende der 1990er Jahre wurden die Tiere nach dem Viehmarkt vom Rotundenareal über den Oberwarter Hauptplatz in die Bahnhofstraße getrieben und am Bahnhof verladen. Natürlich war es jedes Mal ein Spektakel, wenn ein Tier ausriss und nur mit viel Mühe eingefangen werden konnte. Das Bahnpersonal, das mit dem letzten Zug in Oberwart ankam und am nächsten Tag gleich wieder Dienst hatte, übernachtete in dem langgestreckten Gebäude an der Ecke Prinz Eugen-Straße. Der Bahnhofvorstand wohnte direkt im Bahnhofsgebäude. Die Wohnung ist heute privat vermietet. Im Jahr 2010 wurde die Gaststätte am Bahnhof, eine Oberwarter Institution, aufgelassen. Dieser Gebäudeteil steht heute noch leer.

Fahle Versprechung

Nachdem der Personenverkehr 2011 eingestellt wurde, übernahm nach langen Verhandlungen die Steiermarkbahn im Jahr 2013 den Güterverkehr. Die Firma Unger Stahlbau, die Ölfirma MMM Energie und die heimische Holzindustrie sind auf den Transport mit der Bahn angewiesen. Eine Schwierigkeit in der Oberwarter Innenstadt stellt der Holztransport mit LKW durch die Stadt zum Bahnhof dar. Eine Lösung wird seit Jahren von der Politik versprochen – ebenso erfolglos, wie die Bekundungen, den Personenverkehr wieder aufleben zu lassen. Auch wird seit Jahren über einen autonomen Zugverkehr diskutiert, der auf der Strecke Oberwart-Friedberg getestet werden soll.

Wie man sich denken kann, ist auch dies nur eine Idee, die bislang nicht verwirklicht wurde. Die Chancen, dass der Bahnhof Oberwart wieder reaktiviert wird, könnten mit dem Infrastrukturminister aus Pinkafeld und dem neuen Landeshauptmann – ebenfalls aus dem Südburgenland – steigen. Es gilt die Devise: Wenn nicht jetzt, dann wohl nie.

 

TIPP: Lesen Sie das nächste Mal über die Bahnstrecke Steinamanger-Oberwart

Seit 1961 besteht eine zentrale Volksschule am Standort Schulgasse. Als Institution gab es die Volksschule in Oberwart natürlich schon viel länger, und eigentlich waren es früher deren vier.

Dass eine Kleinstadt wie Oberwart jahrhundertelang über drei, später dann sogar vier Volksschulen verfügte, ist schon etwas Besonderes und der Tatsache geschuldet, dass in dem Ort drei Konfessionen nebeneinander bestehen. Jede Pfarrgemeinde achtete auf die schulische Bildung ihrer „Schäfchen“, da es in früheren Zeiten kein staatlich organisiertes Schulwesen gab.

Die Anfänge

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts existierte in Oberwart eine katholische Schule, die im Zuge der Reformation in eine reformierte Schule (HB) umgewandelt wurde und für etwa 100 Jahre bestand. Natürlich sehr zum Missmut der Katholiken, die schließlich mit der Gegenreformation den reformierten Pfarrer samt Lehrer vertrieben und den Pfarrhof sowie die Schule der reformierten Gemeinde zerstörten. Letztlich führte der Konflikt dazu, dass es für einige Jahre gar keine Schule in Oberwart gab. Die reformierte Gemeinde war erst ab 1681 wieder in der Lage, eine eigene Schule zu errichten. Die katholische Schule ist erst ab 1757 wieder belegt.

Die evangelische Gemeinde AB war damals sehr klein und verfügte über keine eigene Schule, weshalb die wenigen Kinder die reformierte Schule besuchten. Keine leichte Aufgabe für die reformierten Lehrer, die sich dadurch mit der Schulbehörde oft Zores einhandelten.

Schwierige Verhältnisse

Die erste evangelische Schule AB wurde 1792 aus Holz errichtet, 1830 übersiedelte man in jenes Gebäude, an dessen Platz heute das Alten-und Pflegeheim der Diakonie steht.

Die reformierte Gemeinde baute im 19. Jahrhundert sukzessive ihre Schulstandorte im Umfeld der Kirche sowie eine „Notschule“ in der Grazerstraße aus. Davon sind heute nur noch ein Gebäude – mittlerweile ein Wohnhaus – und drei Nussbäume übrig. Unterrichtet wurde damals unter schwierigsten Bedingungen. So gab es 1865 in der katholischen Schule nur einen Unterrichtsraum für 114 Kinder.

Die vierte Volksschule in Oberwart war die sogenannte Staatsschule, die – gegründet um 1910 – in erster Linie der Magyarisierung von Beamtenkindern sowie der Einschulung der Romakinder diente. Als 1921 das Burgenland zu Österreich kam, wurde diese Schule aufgelassen.

Auch dunkle Zeiten gab es in der Volksschule Oberwart: 1932 ordnete der Bezirksschulinspektor die Zwangseinschulung der sogenannten „Zigeuenerkinder“ in die katholische Volksschule an. Der Schulstuhl (Schulleitung) wehrte sich dagegen massiv mit dem Hinweis auf gesundheitliche Rücksichtnahme in Hinblick auf die anderen Kinder. Man schlug vor, die zuvor aufgelassene Staatsschule dafür wieder zu installieren. Zustande gekommen ist dies aber nie. Damit war der Analphabetismus der „Zigeunerkinder“ in der Ersten Republik endgültig besiegelt.

Die israelitische Kultusgemeinde unterhielt übrigens keine eigene Volksschule. Die jüdischen Kinder besuchten ausnahmslos die evangelische Volksschule. Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurden alle konfessionellen Schulen aufgelöst. An ihre Stelle trat die allgemeine öffentliche Schule. Unterrichtet wurde aber weiterhin in den ehemals konfessionellen Schul-Gebäuden. Dieser Umstand sorgte auch noch nach 1945 dafür, dass sich viele Oberwarter Kinder erst in der Hauptschule das erste Mal begegnet waren. Die allgemeine Armut nach dem Krieg traf auch die Schulkinder, die mit Brennholz unter dem Arm in die Schule gingen.

Zentrale Volksschule

1957 wurde der Neubau einer zentralen Volksschule am heutigen Standort beschlossen. Diese nahm 1961 ihren Betrieb auf. 1984 wurde hier die erste „integrierte Klasse“ Österreichs installiert. Um den hohen pädagogischen Ansprüchen durch eine zeitgemäße Schularchitektur gerecht zu werden, wird seitens der Gemeinde über einen Neubau der Zentralschule nachgedacht. Vielleicht ein weiteres, wichtiges Kapitel in der langen Geschichte der Volksschule Oberwart.

 

Stadtführungen mit
Ing. Wilhelm Hodits
unter 0664/50 44 554

Die Volksschule Oberwart

In der Volksschule Oberwart werden derzeit 320 Schülerinnen und Schüler in 18 Klassen von 30 Lehrerinnen und Lehrer unterrichtet. Die Oberwarter Volksschule ist eine der größte Volksschulen im Burgenland.

Der Schwerpunkt der Volksschule liegt in der sprachlichen Vielfalt (ungarisch, kroatisch englisch) sowie im musikalischen und digitalen Bereich – und im Bewusstsein, dass man nur gemeinsam stark ist. Die Förderung der Kinder erfolgt unter dem Motto: „Nicht für alle das Gleiche, sondern für jeden das Beste.“

Das soziale Lernen und das Zusammenleben in der Schule (wertschätzender Umgang, Respekt, gegenseitiges Helfen, Freude und Vertrauen) sind Grundprinzipien, die in der Schule vermittelt werden.

Die VS Oberwart ist auch MINT-Schule (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und hat dafür das Gütesiegel.

Seit 1995-1996 gibt es Ungarisch-Klassen, die zweisprachig geführt werden.
Von 1995-2004 gab es auch Romanes-Sprachübungen.
Seit 2009 wird eine Englischklasse geführt.
Seit 2005 gibt es eine Kroatischklasse.
Seit 2006 gibt es in Kooperation mit der Musikschule auch Musikklassen.

Neben der digitalen Bildung wird täglich eine Turnstunde angeboten. Es gibt Talenteförderung und Leseförderung in Kooperation mit Bücherwurm und der Bücherei.

Seit 27 Jahren gibt es die Schulpartnerschaft mit einer Schule in Szombathely. Auch die Neuen Medien sind ein großes Thema in der Volksschule Oberwart.

Der Hort ist von Montag bis Freitag bis 17 Uhr geöffnet. 138 Schülerinnen und Schüler werden hier betreut und verköstigt, wobei großer Wert auf gesunde Ernährung gelegt wird.

Plätze und G'schichten

Verneigung vor einem Baukulturgut

„Ausgezeichnetes Arkadenhaus 1975“ - dieses Schild glänzt an der Fassade des Hauses von Gustav Brunner in der Oberwarter Raimundgasse - verliehen von der Stadtgemeinde. Grund genug, für einen Besuch.

Das Arkadenhaus in der Raimundgasse in Oberwart wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut. Von wem, ist leider unbekannt. Um das Jahr 1990 wurde das Arkadenhaus von Gustav Brunner generalsaniert. Auch die 200 Jahre alte Holzdecke im Wohnbereich ist im Originalzustand.

 

Über den Erbau dieses außergewöhnlichen Hauses ist nicht viel bekannt. Es dürfte wohl Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden sein. Die erste bekannte Eigentümerin war Maria Brunner, die Urgroßmutter des heutigen Besitzers Gustav. Das Arkadenhaus ist als Doppelhakenhof angelegt. Eine Bauform, die man heute selten zu Gesicht bekommt. Imposant ist das Eingangstor, das segmentbogenförmig auf der Straßenseite den Besucher empfängt.

Es erfordert schon ein wenig Kraft, dieses große Holztor zu öffnen – beinahe ein wenig Respekt einflößend wirkt es. Wer ein Auge für Architektur hat, dem wird die Decke der Einfahrt sofort auffallen, denn diese zeigt eine Gewölbekonstruktion, wie sie heute kaum mehr zu sehen ist.

Im Innenhof kommt der Doppelhakenbau voll zur Geltung. Auf der Südseite der Einfahrt befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Schusterwerkstätte von Ludwig Brunner, dem Onkel des heutigen Eigentümers Gustav Brunner. Dieser kann sich heute noch gut daran erinnern, welch Freude es ihm und seinen Schwestern Mitzi und Helga bereitete, Holznägel in die Schusterbank zu schlagen. Bis dem Onkel das Treiben zu bunt wurde und die Kinder aus der Werkstatt verbannt wurden. Heute wird dieser Trakt als Gästezimmer verwendet.

Das angebaute Waschkesselhaus wurde nicht nur zum Wäscheauskochen genützt. Angeblich spielte es auch eine zentrale Rolle, wenn es ums Schnapsbrennen ging. Aber darüber schweigt die Chronik wohlweislich.

Im rechten Trakt war der Wohnraum – und ist es heute noch. Wenn die gesamte Brunner-Familie zusammentraf, dann wurde der Schlafraum schon mal zum Wohn- und Speiseraum umfunktioniert und ordentlich gefeiert.

Wie es bei den Arkadenhäusern üblich ist, waren natürlich auch die obligate Tenne und landwirtschaftliche Lagerräume vorhanden. Schweine- und Hühnerstall gab es hier bis in die 70-er Jahre und natürlich einen großen Misthaufen. Das gibt es alles längst nicht mehr, doch worüber sich der Hausherr besonders freut, ist der Brunnen, der auch heute noch in Verwendung ist.

Das Wohngefühl in diesem Arkadenhaus ist einzigartig. 90 Zentimeter dicke Außenmauern und 60 Zentimeter dicke tragende Innenwände, die aus gebrannten Ziegeln hergestellt wurden, sorgen für ein unvergleichbares Raumklima.

Die Türrahmen sind übrigens im Originalzustand mit einer Höhe von 1,70 Metern erhalten. Beim Durchgehen, muss man somit immer den Oberkörper ein wenig bücken – als würde man sich verneigen. Dem Eigentümer gefällt dies, denn für ihn ist dies eine Art Ehrbekundung gegenüber dem Erbauer dieses besonderen Hauses.

Die Geschichte der Arkadenhäuser:

Die Geschichte der Arkadenhäuser:

 

Quelle: Die Obere Wart. Festschrift zum Gedenken an die Wiedererrichtung der Oberen Wart im Jahre 1327 Triber, Ladislaus [Bearb.]. Stadtgemeinde Oberwart [Hrsg.]. – Oberwart (1977)

 

Quelle: Die Obere Wart. Festschrift zum Gedenken an die Wiedererrichtung der Oberen Wart im Jahre 1327 Triber, Ladislaus [Bearb.]. Stadtgemeinde Oberwart [Hrsg.]. – Oberwart (1977)

Plätze und G'schichten

Legendäre Zeitungsgeschichte

Zeitungen sind meinungsbildend und Zeitzeugen der Geschichte. Oberwart hat im vorigen Jahrhundert mit der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“, aus der später die legendäre OZ hervorging, nicht nur das Land mitgestaltet. Damit wurde auch Geschichte geschrieben.

Von 1880 bis 1947 erschien die Oberwarther Sonntags-Zeitung. Dannach wurde sie in die Oberwarter Zeitung umbenannt.

 

Der Oberwarter Ludwig Schodisch gründete die „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ im Jahr 1880 als „nichtpolitisches Wochenblatt“, das jeden Sonntag, großformatig in A3, erschien. Ludwig Schodisch hatte bereits im Jahr 1876 eine kleine Buchdruckerei in der heutigen Grazerstraße 49 geführt (im Nebengebäude war später die Fleischerei Benkö und danach die Bar von Otto Heigl und Alfons Pagany). Dass die Zeitung in deutscher Sprache erschien, war damals mehr als ungewöhnlich. Die Amtssprache war Ungarisch und die Regierung setzte alles daran, die Landessprache zu schützen. Ludwig Schodisch stellte deshalb gleich in der ersten Ausgabe im Vorwort klar, dass man sehr wohl die ungarische Landessprache schätze und ehre und das Vaterland liebe.

Es war aber eindeutig, dass die Zeitung gegen die Magyanisierung der deutschsprachigen Bevölkerung vorging. Doch die Redaktion der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ positionierte sich offiziell als Blatt der verschiedensten Vereine, wogegen die Regierung nicht vorgehen konnte. Im Laufe der Jahre erschienen aber immer mehr Artikel über wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Vorkommnisse. Heute geben auch die Werbeeinschaltungen ein aufschlussreiches Zeugnis über die Geschäfte und Berufssparten der damaligen Zeit.

Goldene Zeiten

Die „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ wurde bis zum Jahr 1911 von Ludwig Schodisch geführt. In diesem Jahr kaufte der Oberwarter Friedrich Reiß die Zeitung und die Druckerei, baute ein eigenes Objekt in der damaligen Tempelgasse (heute Ambrosigasse 5) und übersiedelte die Redaktion und die Druckerei in das neue Gebäude, in dem er auch ein Bücher- und Papierwarengeschäft führte. Nach dem Ersten Weltkrieg verpachtete Friedrich Reiß die Druckerei an die Styria Graz. 1931 wurde der Standort Oberwart von dieser aber überraschend aufgelassen.

Doch die Druckmaschinen blieben nicht lange still, denn Alois Gräml kaufte die Druckerei samt der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ und führte sie bis 1936. Als er verstarb, war sein Sohn Hugo noch zu klein, um das Erbe antreten zu können. Interimsmäßig sprang also dessen Tante, Käthe Pankowski-Fuith, ein, die das Blatt und die Druckerei bis zum Kriegsende 1945 leitete.

Aus „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ wird Oberwarter Zeitung

Nachdem Hugo Gräml 1946 aus der englischen Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, machte er mit dem angestellten Schriftsetzer Josef Fuith einen Gesellschaftsvertrag und so wurde die Firma auf den Namen „Gräml und Fuith“ geändert. Später übergab Hugo Gräml auch seine Anteile an Josef Fuith, der damit Alleineigentümer der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ wurde. Zeitgleich wurde der Name auch auf „Oberwarter Zeitung“ geändert und der Erscheinungstag auf Freitag verlegt.

Über 20 Jahre lang war die „Oberwarter Zeitung“ ein fixer Bestandteil in den regionalen Haushalten. Als Josef Fuith dann Ende der 1960-er Jahre schwer erkrankte, übernahmen seine beiden Neffen kurzfristig die Leitung der Druckerei – bis diese im Jahr 1970 in den Konkurs schlitterte. Doch das sollte noch längst nicht das Ende des Blattes sein.

Die Ära Steflitsch

Der Oberwarter Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Steflitsch und seine Frau Gertrude übernahmen noch im Jahr 1970 die „Oberwarter Zeitung“ von Josef Fuith und damit begann die Ära der legendären OZ, die jeden Mittwoch über 25 Jahre lang erschien. Die Redaktion der OZ wurde in die Ganghofergasse 3 und die Druckerei in die Steinamangererstraße 57 (blaues Haus, das vor einigen Wochen abgetragen wurde) verlegt. Für die Gestaltung engagierte das Ehepaar Steflitsch den Oberwarter Grafiker Erwin Morawitz. Die OZ bezeichnete sich selbst als vollständig unabhängige Zeitung, die Redakteure und Mitarbeiter seien nur ihrem Gewissen verpflichtet.

Sie wurde auch in Eisenstadt spürbar wahrgenommen, denn es wird berichtet, dass bereits am Dienstag im Landhaus ängstlich spekuliert wurde, wer von Wolfgang Steflitsch ins Visier genommen wurde. Steflitsch war dafür bekannt, dass er sich kein Blatt vor den Mund nahm. Oftmals auch auf Kosten einer neutralen Berichterstattung, wie Kritiker behaupten.

Die legendäre Gautschfeier

Dem Ehepaar Steflitsch ist es zu verdanken, dass am 7. September 1996 ein letztes Mal der alte Buchdruckerbrauch des Gautschens am Hauptplatz in Oberwart durchgeführt wurde. 36 frisch gebackene Buchbinder, Drucker und Setzer wurden im Zuge einer feierlichen Zeremonie, bei der die Teilnehmer in mittelalterlichen Gewändern auftraten, unter dem Gelächter zahlreicher Zuschauer in einen Wasserbottich getaucht. Anschließend mussten sie aus einem Tonkrug ein Maß Bier trinken und es wurde ihnen der Gautschbrief vorgelesen. Auch der bekannte Oberwarter Unternehmer Thomas Barabas (Beschriftung Barabas) war unter den Gesellen.

Das Ehepaar Steflitsch führte die OZ noch weitere sechs Jahre, bis zum Jahr 2002. Mit der Pensionierung von Gertrude Steflitsch war dann das Ende der legendären OZ besiegelt.

Das Gautschfest

Gautschen ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdruckerbrauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einer Bütte untergetaucht und/oder auf einen nassen Schwamm gesetzt wird.

In seiner ursprünglichen Bedeutung bezeichnet der Begriff „Gautschen“ den ersten Entwässerungsschritt nach dem Schöpfen des Papiers, das Ablegen des frisch geschöpften Papierbogens vom Sieb auf eine Filzunterlage. Dem Lehrling wird nicht mitgeteilt, wann genau er gegautscht wird. Gelingt es ihm nämlich, den Packern und somit dem Gautschen zu entfliehen, muss er das Gautschfest nicht selber bezahlen.

Auf den Ruf des Gautschmeisters „Packt an!“ wird der Jünger gefasst, in eine mit Wasser gefüllte Bütte oder, wenn die Beteiligten es weniger drastisch gestalten wollen, auf einen mit Wasser durchtränkten Schwamm gesetzt. Bei manchen Druckereien wird zur Taufe ein in der Nähe des Betriebes liegender Brunnen herangezogen. Jedenfalls muss zumindest dafür gesorgt werden, dass das Hinterteil gehörig angefeuchtet wird. Da aber der Jünger sich oft tapfer wehrt, um sich schlägt und beißt, gelingt das Anpacken oft nicht auf den ersten Angriff. Je mehr er sich wehrt, desto mehr wird er auch noch von oben herab begossen, sodass der Jünger am ganzen Körper pudelnass wird.

Während des Gautschens hält der Schwammhalter eine launige Ansprache an den Jünger und das umstehende Publikum.

Dazu der Text eines Gautschbriefes (hier als Beispiel von der VEB Graphischen Kunstanstalten in Leipzig vom 28. Juni 1952): „Von Gutenbergs Gnaden thun wir Jünger Gutenbergs zu Leipzig jedem unserer Kunstgenossen kund und zu wissen / dass der Jünger der wohledlen Buchdruckerkunst Eckert, Paul nach altem Brauch und Herkommen heut mit Zuziehung der Gesellen untbenamster Offizin die Wassertauf ad posteriora erhalten hat und damit in sämtliche uns von dem Kaiser Friedrich III. verliehenene Rechte und Privilegien eingeführet ist. Kraft derselben gebieten wir allen unseren Kunstgenossen obenbenamsten Jünger Gutenbergs als ehrbaren Schwartzkünstler und rechtmäßigen Gesellen anzuerkennen.“

In einem anderen Gautschbrief aus Bern um 1900 heißt es: „Den alten Kunstgebrauch zu ehren, Thät er sich weder sträuben noch wehren. Erhielt die üblichen drei Stöße auf den Arsch. Und zappelte dabei wie ein Barsch. Darauf bezahlte er blank und bar Das altbekannte Gautschhonorar.“

Den Gautschbrief, der seine Taufe als Jünger Gutenbergs bestätigt, erhält der Gäutschling erst am Gautschfest, zu dem er seine Betriebskollegen nach der Gautschete einzuladen hat.
Quelle: Wikipedia

Plätze und G'schichten

Wirtschaft auf historischem Boden

November 1989: Was für ein Ereignis das damals war, als die sogenannte Alag-Passage mit 10 Geschäften in der Oberwarter Innenstadt eröffnete. Dabei war die Geschichte, die sich auf diesem Boden zuvor abspielte, nicht immer einfach. Aber man kann mit einem kleinen Augenzwinkern doch behaupten, dass da wohl eine höhere Macht letztlich alles zum Guten wendete, denn immerhin steht die Einkaufspassage sozusagen auf kirchlichem Grund. Mit der Kirche beginnt somit die Geschichte über die „Urahnen“ dieser Passage, die heute den Namen Helvetia-Passage trägt.

Plätze und G'schichten

Hier sind alle Menschen gleich

Fast ein wenig märchenhaft liegt er da - der Gemeindefriedhof in Oberwart, der auch als Spitals- oder Armenfriedhof bekannt ist. Jetzt im Herbst, wo Allerheiligen nicht mehr weit ist, hat dieser Ort eine besondere Atmosphäre.

Der Gemeindefriedhof in Oberwart ist auch „Armenfriedhof,“ muslimische Ruhestätte, Friedhof der Konfessionslosen, der Anonymen und der Totgeburten

 

Pompöse Grabsteine wird man hier nicht finden. Es sind einfache Gräber, oftmals nur mit einem Holzkreuz verziert. Manche sind mit kleinen Figuren geschmückt – ein Zeichen, dass es wohl den einen oder anderen Menschen auf Erden gibt, der diesen Verstorbenen nachtrauert. Aber viele Gräber sind verlassen. Und das ist das Typische an dieser Ruhestätte – dass hier Tote ruhen, die auf Erden niemanden hinterlassen haben.

Ein Friedhof ohne Konfessionsvorgabe

Im Jahr 1917 wurde dieser Friedhof auf Betreiben des damaligen katholischen Pfarrers Karl Michl errichtet. Patienten, die im Spital verstorben waren und keine Angehörigen hatten oder die sich die Kosten eines Grabes in einem konfessionellen Friedhof nicht leisten konnten, sollten hier begraben werden.
Von daher kommt auch der Name „Armenfriedhof“.

Auch Opfer des Zweiten Weltkrieges und der NS-Herrschaft sowie französische Kriegsgefangene und ukrainische Zwangsarbeiterinnen haben hier ihre Ruhestätte gefunden. Das Glaubensbekenntnis ist an diesem Ort nicht wichtig. Verstorbene ohne Konfession wurden schon von Beginn an hier begraben. Es ist egal, wer du bist, woher du kommst, was du hast oder wer du warst – dieser Satz könnte am Eingang zum Gemeindefriedhof Oberwart stehen und hätte seine Berechtigung. Seit 1993 werden hier auch Verstorbene des islamischen Glaubens begraben.

Was an diesem Ort aber besonders auffällt, sind die vielen kleinen Grabstätten. Sie geben Zeugnis darüber ab, dass hier seit Bestehen des Friedhofes Totgeburten und unmittelbar nach der Geburt verstorbene Säuglinge beigesetzt werden. In aller Stille passiere dies meist, weiß der Totengräber zu erzählen. Die Eltern seien oft nicht in der Lage, am Begräbnis teilzunehmen – so groß sei die psychische Belastung für sie. Oft kämen sie dann erst ein paar Tage später zu ihm, damit er ihnen das Grab zeige. Meist ein schlichtes Holzkreuz mit dem Vornamen. Wie sehr wünscht man sich dann, dass dieser Ort doch etwas gepflegter gestaltet wäre.

Lebensgeschichten

Wer sich in diesem Friedhof die Zeit nimmt und die Grabstätten genauer betrachtet, erahnt die eine oder andere bewegte Lebensgeschichte, die einst dahinter steckte. Da ist etwa das Grab des Zirkusdirektors Konrad Kunz, der in Calafat in Rumänien geboren wurde und 1959 im Spital in Oberwart gestorben ist. Auf dem schmiedeeisernen Kreuz ist er mit seinem Pferd zu sehen. Wer dieses Grab heute noch pflegt, kann auch der Totengräber Alexander Krautsock nicht beantworten.

Einer, der ebenfalls im Spital verstarb und hier seine letzte Ruhestätte fand, war ein gewisser Heinrich Müller. Seine Lebensgeschichte wurde durch den Zweiten Weltkrieg geprägt. Vor Kriegsbeginn wanderte seine Mutter mit ihm nach Polen aus. Er soll ein Schulfreund des späteren Papst Johannes Paul II. gewesen sein und hat in Polen als Lehrer gearbeitet, bis er zur Waffen-SS rekrutiert wurde. Seine Einheit soll unzählige Verbrechen an der Zivilbevölkerung begangen haben. Es wird erzählt, dass er dabei ein Trauma erlitten habe, von dem er sich nie erholen sollte. Nach Ende des Krieges landete er in einem Straflager in Sibirien, von dem ihm 1948 die Flucht gelang. Auf einem Gutshof in Siegendorf lernte er eine Romni aus Oberwart kennen und gründete mit ihr eine Familie. Im Alkohol versuchte er die Erlebnisse des Krieges zu ertränken – woran auch seine Beziehung scheiterte. Es wird überliefert, dass er ein sehr gebildeter Mann gewesen sei, doch letztlich war er als „Taglöhner“ bei einer Familie tätig, um sich sein täglich Brot zu verdienen. Er starb 1984 im Krankenhaus Oberwart. Sein Grab wird von seinem Enkelsohn gepflegt.

Wer sich auf diesen Friedhof einlässt, der taucht ein in eine andere Welt. Aber neben den vielen Lebensgeschichten, die dieser Ort zu erzählen weiß, ist er Symbol für die Vielfalt der Stadt Oberwart. Und als solchen Symbolgut sollte er auch gepflegt und erhalten werden.

Führungen zu den Friedhöfen von Oberwart rund um Allerheiligen unter 0664/50 44 554

Kastrationspflicht bei Katzen muss eingehalten werden

Kastrationspflicht bei Katzen muss eingehalten werden

Jede Katze – egal ob männlich oder weiblich – die sich im Freien aufhält, muss kastriert sein. Katzenbesitzer sind dafür verantwortlich! Dieses Gesetz hat seinen Grund, denn Katzen vermehren sich in kürzester Zeit ums Vielfache. Das Leid der Streuner ist unermesslich.
Alice Pichler, Obfrau des Tierschutzvereins „Wir fürs Tier“

In der Steiermark gibt es ihn bereits, nun bietet der Verein gegen Tierfabriken auch Schulen im Burgenland gratis Tierschutzunterricht an. Durchgeführt wird dieser von Alice Pichler, Obfrau vom Verein Wir fürs Tier.

Im neuen Landessicherheitsgesetz soll durch eine Begrenzung der Tierzahl mehr Sicherheit im Zusammenleben mit Hunden geschaffen werden. Leider eine weitere Maßnahme, die nicht an der Ursache des Problems ansetzt: Beißvorfälle passieren durch mangelnde Schulung der Halter und Opfer. Vor allem Unfälle mit Kindern kommen leider häufig vor. Tierschutzunterricht ist eine Präventivmaßnahme für Mensch und Tier, die nachhaltig zu mehr Sicherheit beiträgt.

Vor allem in der Volksschule ist das Thema des richtigen Umgangs mit Hunden wichtig. Zentrale Fragen dabei sind: Reden Hunde mit uns? Wie erkennen wir, ob sie freundlich sind? Wann darf ich einen Hund streicheln? Was mache ich, wenn ein freilaufender Hund auf mich zukommt? Wie behandle ich einen Hund richtig und respektvoll? Was brauchen Hunde, um artgerecht leben zu können? Warum sind Hunde, die nur in einem Zwinger leben müssen, gefährlicher als andere?

Immer wieder lässt sich im Gespräch mit den Kindern feststellen, dass Hunde keine Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen oder sogar noch in Zwingern oder dergleichen gehalten werden. Voraussetzungen, die ein erhöhtes Gefahrenpotenzial bedeuten können. Allein durch das Wissen um die Bedürfnisse und die Körpersprache von Hunden könnte eine Vielzahl von Unfällen vermieden werden. Der Unterricht bietet einen Einblick in die Kommunikation des Hundes und schult die Kinder, mehr darauf zu achten, was Hunde uns mitteilen wollen und wann sie sich unwohl fühlen, damit diese erst gar nicht knurren oder beißen.

„Regeln“ für den Umgang mit Hunden

Ziel des Tierschutzunterrichtes ist auch, mit den Kindern Regeln für den Umgang mit Hunden zu erarbeiten.

• Wir wollen nicht gestreichelt werden, wenn wir essen. Wir lassen deshalb auch Hunde während der Nahrungsaufnahme in Ruhe und nehmen ihnen niemals das Essen weg.

• Ein Hund will seine Ruhe haben, wenn er schläft. Auch wenn er sich zurückzieht, respektieren wir das, denn Tiere sind fühlende Lebewesen mit Bedürfnissen.

• Hunde sind Familienmitglieder, die auch bei ihrer Familie leben wollen. Genauso wenig wie wir immer ausgeschlossen werden wollen, will ein Hund ständig weggesperrt werden.

• Fremde Hunde dürfen wir nicht streicheln, auch wenn sie noch so freundlich aussehen.

• Sollte ein freilaufender Hund auf mich zukommen, brauche ich keine Angst haben, ich laufe nicht weg, sondern bleibe ruhig stehen.

Der Unterricht ist ein erster Schritt für Kinder, sicherer mit Hunden leben zu können. Natürlich nimmt das nicht die Verantwortung von den Erwachsenen, von den Haltern und von den Eltern, die ebenso informiert sein sollten. Das Wissen um die Bedürfnisse unserer Vierbeiner und bewusstseinsbildende Maßnahmen tragen nachhaltig dazu bei, harmonisch mit Hunden zusammenleben zu können und sind daher der sinnvolle Weg zu mehr Sicherheit.

Vortrag

„Sicherheit geht vor“ – Wie ein sicheres Zusammenleben zwischen Mensch und Hund funktionieren kann

1. März 2019, 17 Uhr,
Gasthaus Drobits Oberwart,
Vortragende: Tierschutzqualifizierte Hundetrainerin Petra Frey

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN ist ein (partei)unabhängiger Verein mit dem Ziel, Mitgefühl und Respekt gegenüber Tieren in der Gesellschaft zu verankern.Kernidee des Vereins ist der Schutz des Lebens und Wohlbefindens ausnahmslos aller Tiere, egal ob Haustiere, sogenannte Nutztiere oder Wildtiere in Freiheit oder Gefangenschaft.

Jedes Lebewesen mit Bewusstsein ist leidensfähig und hat einen eigenen Willen sich sein Leben selbst zu gestalten. Der Verein hat seinen Sitz in Wien und agiert österreichweit durch bewusstseinsbildende Maßnahmen wie Informationskampagnen oder Tierschutzunterricht.
www.vgt.at

„Wir fürs Tier“ Oberwart ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Ziel es ist, die Lebensbedingungen von Tieren nachhaltig zu verbessern. Der Verein agiert vor allem regional in der Oststeiermark, dem Mittel- und Südburgenland. Hinter dem ehrenamtlichen Vereinsvorstand, stehen viele engagierte Mitglieder, die sehr viel von ihrer Freizeit für Tiere in Not opfern. Der Großteil von ihnen ist berufstätig. Alice Pichler ist Gründerin und Obfrau des Vereins.
www.wirfuerstier.at

Hundeerziehung

„Die Basis jeder Beziehung sollte gegenseitiges Verständnis sein. Das ist unter Menschen schon schwer genug – in der Tier-Mensch Beziehung mit völlig verschiedener Sprache, Ausdrucksweise und Wahrnehmung, ist das noch viel schwieriger.

Erziehung des Hundes

„muss“ (auch als Hundeanfänger) nicht zwangsläufig in einer Hundeschule erfolgen, um mit seinem Hund glücklich zusammenzuleben. Wichtig ist, sich Wissen rund um seinen Hund anzueignen und bei der Erziehung jegliche Art von Gewalt abzulehnen. Als sehr hilfreicher Unterstützer bei der Hundeerziehung hat sich der Clicker bewährt. Vorsicht geboten ist vor allem vor sogenannten Hundeflüsterern (vor allem im Fernsehen!). Die gezeigten Methoden sind meist alles andere als gewaltlos und können falsch angewendet oft genau Gegenteiliges bewirken oder sogar zu Unfällen führen.

Moderne Hundeerziehung ohne Gewalt

Hunde sehen Bewegungen besser als wir, selbst kleinste Veränderungen in unserer Mimik fallen ihnen bereits auf. Sie kommunizieren primär mit ihrer Körpersprache, wesentlich seltener findet Kommunikation über Lautgebung statt. Auch spielt die Kommunikation über Gerüche – die sogenannte olfaktorische Kommunikation – eine gewisse Rolle, diese Form der Kommunikation ist für uns Menschen jedoch nur bedingt erlernbar, dafür ist unsere Nase zu wenig entwickelt.
Die Hauptkommunikation bei Hunden findet nonverbal über bewusst und unbewusst gesendete Signale mittels Körpersprache statt. Diese Signale sind oft so fein, werden vom ungeübten Menschenauge nicht wahrgenommen und deswegen schlichtweg ignoriert.

Viele Dinge, die unser Hund uns mitteilen will, nehmen wir also nicht einmal wahr!

Dieses Dilemma führt nicht zuletzt oft zu Verhaltensproblemen… Setzt der Hund nämlich ein feines Signal (z.B. Blinzeln) und dieses wird nicht erkannt, lernt der Hund, „stärkere“ Signale einzusetzen: z.B. Bellen, Knurren, Schnappen oder gar Beißen. Das Erlernen der hundlichen Körpersprache trägt also nicht zuletzt zur Sicherheit bei. Viele Verhaltensprobleme entstehen aufgrund der Überforderung der Hunde. Um zu erkennen, ob der Hund mit einer Situation klarkommt, muss man die Signale erkennen können.

Diese können sein:
• gähnen
• abwenden des Kopfes
• abwenden des ganzen Körpers
• züngeln (über Nasenrücken lecken)
• auf dem Boden schnüffeln (ohne erkennbaren Grund)
• Pfote heben
• im Bogen gehen
• erstarren
• tiefstellen des Vorderkörpers
• sich hinsetzen oder hinlegen
• sich kratzen

Dies sind nur einige Signale, die bewusst oder unbewusst gesetzt werden. Um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um ein körpersprachliches Signal handelt oder der Hund z.B. wirklich nur schnuppert, muss die Gesamtsituation beurteilt werden: Also in welchem Zusammenhang zeigt der Hund welche Signale wie oft. Eines der am meisten fehlinterpretierten Signale des Hundes ist übrigens das Bogengehen. Wenn man seinen Hund herbeiruft und er dabei nicht in gerader Linie herankommt, sondern in einem Bogen, dies sogar noch langsam und eventuell noch dabei am Boden schnüffelt, so  wird das oft als „Ungehorsam“ interpretiert, der Hund zeigt hier allerdings lediglich hundliches, deeskalierendes Verhalten.

Zur Person Petra Frey

Hundetrainerin und Verhaltensberaterin Petra Frey besitzt zwei umfassende Hundetrainerausbildungen, eine davon hat sie bei der International Dog and Behaviour Trainings School (IDBTS) absolviert, die andere bei Animal Learn. Zusätzlich besucht sie regelmäßig Fortbildungen und Fachtagungen. Petra Frey arbeitet hauptsächlich mit Tierschutzhunden, betreut diese im Tierheim und bietet Hilfestellung nach der Vermittlung an. Sie lebt momentan mit einem Hund zusammen: einer American Staffordshire Terrier aus dem Tierheim. Nähere Informationen zu ihrer Philosophie, Person und ihrem Training: Hundeschule DogDialog (Wien).

Quelle: https://www.wirfuerstier.at/wissenswertes/hundeerziehung/

Im Jänner soll der Landtag eine Neuregelung der Tierhaltung beschließen. Wer mehr als vier Hunde und / oder acht Katzen hat, braucht dafür eine Genehmigung des Amtstierarztes.

Landesvize Johann Tschürtz mit Tierschutz-Ombudsfrau Gabriele Velich

 

„Tierhaltung“ ist einer von fünf Abschnitten des neuen Landessicherheitsgesetzes, das im Jänner vom Landtag beschlossen werden soll. Das Gesetz sieht ein Bewilligungsverfahren unter Einbindung des Amtstierarztes für das Halten von mehr als vier Hunden und / oder acht Katzen vor

Am 24. Jänner soll das neue Landessicherheitsgesetz, das das aus dem Jahr 1986 stammende Polizeistrafgesetz ersetzt, vom Landtag beschlossen werden. Fünf Abschnitte umfasst das neue Gesetz – einer davon regelt die „Tierhaltung“ neu. So soll künftig das Halten von mehr als vier Hunden und / oder acht Katzen an ein Bewilligungsverfahren durch die Gemeinde gebunden sein. Im Verfahren hat die Gemeinde den Amtstierarzt als Amtssachverständigen beizuziehen. Es habe in der Vergangenheit vermehrt Bissattacken gegeben, erklärt Tschürtz. „Wir wollen mit dem Gesetz eine Situation schaffen, wo jeder so mit seinen Tieren umgeht, dass von ihnen keine Gefährdung ausgeht. Der Amtstierarzt hat jetzt ein wesentliches Mitspracherecht, er kann am besten beurteilen, ob die Haltung einer größeren Anzahl von Hunden und Katzen tiergerecht und auch für die Menschen ohne Probleme möglich ist. Es kann nicht zielführend sein, in einer 50 Quadratmeter-Wohnung sechs Hunde oder zwölf Katzen zu halten“. Velich sieht die Neuregelung vor allem aus Sicht des Tierschutzes positiv. „Die Tiere finden bessere Bedingungen vor, Hunde können auch ein besseres Sozialverhalten entwickeln“. Mit dem Gesetz sei nun auch eine Möglichkeit geschaffen worden, gegen illegalen Hundehandel vorzugehen.

Scharfe Kritik kommt von den Grünen. Abgeordneter Wolfgang Spitzmüller: „Die GRÜNEN Burgenland sehen in der geforderten Bewilligung einen unnötigen generellen Verdacht gegenüber TierhalterInnen im Burgenland, die zudem noch einen großen bürokratischen Mehraufwand mit sich bringt.

Spitzmüller: „Völlig fragwürdig ist auch, warum einmal mehr, wie bei der Kastrationspflicht für Katzen, landwirtschaftliche Betriebe ausgenommen sind. Sogar das Halten von gefährlichen Wildtieren, das generell verboten ist, ist Bauern und Bäuerinnen damit erlaubt.
Das bedeutet, dass das Horten von Tieren zwar verboten wird, aber am Bauernhof ist es weiter zulässig. Das macht keinen Sinn, weder im Sinne der Sicherheit noch im Sinne der Tierhaltung.“ Ein Passus des Gesetztes widerspricht laut Spitzmüller sogar dem Tierschutzgesetz,
in dessen §6 (1) ganz klar steht: „ Es ist verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten.“ Das Landessicherheitsgesetz steht mit der Möglichkeit der Tötung eines Tieres dem entgegen. In § 27 (4) heißt es: „Ist eine Unterbringung ….. unmöglich, können diese Tiere auf Kosten des Verursachers nach Anhörung der Tierschutzombudsstelle ……..schmerzlos getötet werden.“ Spitzmüller: „Hier geht es um abgenommene Tiere, für die man keinen Platz findet, dies ist eindeutig kein ‚vernünftiger Grund‘ ein Tier zu töten.“ Die GRÜNEN fordern einmal mehr die Tierhaltung aus dem Landessicherheitsgesetz heraus
zunehmen und ein eigenes Tierhaltungsgesetz zu verfassen.

 

http://www.burgenland.at

 

Katzen sind sehr sensible Tiere. Ihr Problemverhalten, wie etwa Unsauberkeit, kann den Katzenhalter zur Verzweiflung treiben.

Aus der aggressiven Liv ist ein richtiger Schmusetiger geworden.

 

Unsauberkeit, aggressives Verhalten oder Unverträglichkeit sind Probleme, mit denen Katzenhalter oftmals zu kämpfen haben. Eine Katze ist ein Familienmitglied. Nur weil es Probleme im Zusammenleben gibt, ist das also niemals ein Grund, die Katze abzugeben. Doch was kann man tun, wenn die Samtpfote wirklich Problemverhalten zeigt?

Tipp 1: Lernen Sie, Ihre Katze zu verstehen.

Jeder Katzenhalter sollte sich mit der Kommunikation und dem Ausdrucksverhalten seiner Samtpfote auseinandersetzen. Nur so kann man auch erkennen, ob die Katze in jeweiligen Situationen gestresst, wütend, unsicher, entspannt oder zufrieden ist. Hinzu kommt die Überlegung, wie Katzen ihre Umgebung wahrnehmen. So hören sie beispielsweise sehr gut, was auch bedeutet, dass sie sensibler auf Geräusche reagieren als wir. Grundlagen der Schmerzerkennung bei Katzen und Wissen um spezielle Verhaltensweisen sind ebenso Bereiche, über die der verantwortungsvolle Katzenhalter informiert sein sollte. So fressen Katzen normalerweise Kleintiere und daher über zwanzig Mal am Tag, was möglicherweise ihr beständiges Betteln um Futter etwas verständlicher erscheinen lässt.

Tipp 2: Suchen Sie nach den Ursachen.

Bestrafung führt nicht dazu, unerwünschtes Verhalten zu beseitigen, sondern bestenfalls dieses zu unterdrücken, führt aber gleichzeitig unweigerlich zu einem Vertrauensbruch zwischen Ihnen und Ihrem Vierbeiner. Mit ihrem Problemverhalten, so es eines ist, will uns unsere Katze lediglich mitteilen, dass es ihr nicht gut geht, dass sie gestresst, unsicher, unzufrieden ist oder sogar Schmerzen hat. Die erste Überlegung muss also sein, warum die Katze sich nicht wohlfühlt. Hat sich etwas verändert? Ist ein neues Tier in den Haushalt gekommen? Lebt die Katze nun mit einem Baby zusammen? Wurde die Katzentoilette an einen anderen Ort gestellt? Wurde das Futter umgestellt? Das sind nur einige wichtige Fragen, die man sich durch den Kopf gehen lassen sollte.

Tipp 3: Was kann ich tun?

Je nach Ursache des Problems unterscheidet sich natürlich die „Therapie“ oder das Training. Prinzipiell muss als zuerst ausgeschlossen werden, dass die Katze Schmerzen hat. Daher ist ein tierärztlicher Rundumcheck unumgänglich.

Bei Unsauberkeit sollte man kontrollieren, ob genug Katzentoiletten vorhanden sind und diese regelmäßig sauber gehalten werden sowie an ruhigen Orten aufgestellt sind. Gegebenenfalls kann es bereits hilfreich sein, die Anzahl der Katzentoiletten zu erhöhen. Gerade bei Katzen, die mit Kindern oder auch anderen Tieren zusammenleben, muss sichergestellt sein, dass sie genug Rückzugsmöglichkeiten haben. Ideal wäre dafür ein eigener Raum oder, wenn das nicht möglich ist, könnte man der Katze mehrere erhöhte Rückzugsmöglichkeiten schaffen, wo sie ungestört sein kann. Katzen sind sehr vielschichtig, nicht immer verstehen wir sofort, was sie uns mitteilen wollen oder warum sie sich unwohl fühlen.

Das Wichtigste ist also, Geduld zu haben. Wenn man nicht mehr weiter weiß, kann der Gang zu einem Experten helfen. Es gibt mittlerweile einige Menschen, die sich auf das Problemverhalten von Katzen spezialisiert haben und die mit Rat zur Seite stehen können.

 

www.wirfuerstier.at

In unserer letzten Ausgabe haben wir mit der Serie rund um die Katze gestartet. Auch im zweiten Teil geht es um Tipps zur artgerechten Katzenhaltung.

Katzen sind zu zweit am glücklichsten! Einzelhaltung führt oft zu Problemen.

 

Zu zweit ist es am schönsten!

Katzen sind keine Einzelgänger, sie brauchen ihre Artgenossen, um artgerecht leben zu können und wirklich ganz glücklich zu sein. Von klein an sollten Katzen daher mit anderen Katzen zusammenleben – ansonsten kommt es zu Verhaltensauffälligkeiten, wie Unverträglichkeit, Unsauberkeit oder Aggressivität. Damit die Katze ein glückliches Leben führt, muss man sich also im Klaren sein, dass das nur geht, wenn man zwei Samtpfoten einen Platz in der Familie schenkt.

Schmeckt‘s nicht? Tipps rund ums Futter

Katzen sind große Persönlichkeiten. Sehr schnell haben sie verstanden, wie sie mit uns umgehen müssen, um das zu bekommen, was sie wollen. Gerade beim Futter zeigt sich diese Fähigkeit oft: Katzen sind extrem heikel bei der Auswahl von Marken und Sorten. Aber diese sind meist alles andere als gesund, denn darin finden sich ungeeignete Zusätze wie Zucker, Lock- und Duftstoffe sowie Getreide und ein viel zu geringer Fleischanteil. Diese Inhaltsstoffe machen „süchtig“ und führen dazu, dass gesundes Futter nicht mehr angenommen wird.

Das Umstellen ist dann sehr schwer. Am einfachsten ist es deshalb, der Katze von Anfang an hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil zu füttern. Dies findet sich ausschließlich im Fachhandel. Generell gilt: Futter sollte frei von Zucker, Getreide, Lock- oder Duftstoffen sein. Und je genauer die Inhaltsstoffe angegeben sind, umso besser. Das richtige Futter trägt maßgeblich zur Gesundheit der Katze bei. Jahrelange falsche Fütterung kann unter anderem zu Durchfall, Diabetes oder Fettleibigkeit und damit zu hohen Tierarztkosten führen. Die richtige Investition ist hier also jene in hochwertiges Futter und damit in die Gesundheit seines Stubentigers. Man sollte seine Katze übrigens auch zum Trinken animieren – ein Trinkbrunnen kann hierfür sinnvoll sein.

Die richtige Einrichtung

Katzen sind Perfektionisten – bereits kleine Unstimmigkeiten können für sie zum Problem werden. Mit der richtigen Einrichtung kann man dem aber bereits vorbeugen. Die Katzentoilette: Katzen sind sehr reinlich. Grundsätzlich gilt: Anzahl der Katzen und eine weitere Katzentoilette. Beim Katzenstreu sollte man auf das gewohnte Streu der Katze zurückgreifen und auf unparfümierte Varianten setzen. Als Ort der Katzentoilette sollte ein ruhiger Ort gewählt werden, der der Katze jederzeit zur Verfügung steht. Haubentoiletten werden oft nicht gerne angenommen und können zu Protestverhalten führen.

Futter- und Wasserschüsseln sollten getrennt voneinander aufgestellt sein. Um Futterneid vorzubeugen, braucht jede Katze eine eigene Futterschüssel. Ein Kratzbaum, beziehungsweise eine Kratzmöglichkeit, sollte in keinem Katzenhaushalt fehlen. Die Katze muss die Möglichkeit haben, ihre Krallen zu schärfen – ansonsten wird sie gezwungenermaßen auf Couch, Teppich oder Sesseln zurückgreifen. Außerdem lieben die meisten Katzen erhöhte Liegeplätze. Die Lebensqualität maßgeblich erhöhen, kann ein Balkon. Dieser muss dann aber unbedingt mit einem Netz bis oben hin gesichert werden. Hat man keinen Balkon sollte man zumindest ein Fenster vergittern.

Bei Katzen mit Freigang sollte unbedingt bedacht werden, ob die Umgebung dafür geeignet ist. Vielbefahrene Straßen in der Nähe sollten ungesicherten Freigang ausschließen. Generell sind Baby- und Jungkatzen bis zumindest sechs Monate nicht zum Freigang geeignet. Gesicherter Freigang lässt sich mittels hohem Zaun mit Übersprungschutz umsetzen.

Tierschutz darf nicht auf den 4. Oktober beschränkt sein. Ohne die ehrenamtliche Tätigkeit vieler Privatpersonen, wäre die Tierschutzarbeit nicht möglich.

Tierschutz

Die Katze zieht ein

In dieser Ausgabe starten wir mit einer dreiteiligen Serie rund um die Katze. Was soll man füttern? Wie sieht die artgerechte Haltung aus und was kann man tun, wenn die Katze unsauber ist?

Dieser Kater fühlt sich im neuen Zuhause sichtlich wohl

 

Willkommensraum!

Katzen sind sehr ortsgebundene Tiere – es ist normal, dass eine Katze in einer fremden Umgebung unsicher ist. Man kann ihr also sehr helfen, indem man ihr die ersten Tage nur ein Zimmer zur Verfügung stellt, wo sie alles Nötige findet und das sie idealerweise auch später als „ihr“ Rückzugszimmer nutzen kann. So wird sich die Katze wesentlich schneller eingewöhnen.

Gut vorbereitet sein!

Katzen sind gechillte Tiere. Es gibt nichts, was sie mehr hassen, als Stress und Hektik. Daher sollte man alle notwendigen Dinge zur Katzenhaltung bereits vorab besorgt und vorbereitet haben: Ein Katzenklo pro Anzahl der Katzen sowie ein weiteres, Katzenstreu (am besten unparfumiert), Futter und Wasserschüssel getrennt voneinander sowie eine Kratzmöglichkeit. Ebenso sollte das Haus bereits vorab katzensicher sein: Zum Beispiel sollten alle giftigen Pflanzen entfernt werden, Balkon oder auch zumindest ein Fenster vergittert sein.

Geduld haben!

Jede Katze ist unterschiedlich. Meistens brauchen sie aber vor allem eines: Geduld. Katzen mögen es nicht, zu etwas gezwungen zu werden, sie entscheiden selbst gerne, was sie tun. Oft dauert es mehrere Wochen, bis sie sich eingelebt und Vertrauen aufgebaut haben. Niemals dürfen Freigängerkatzen daher auch vor dem Zeitraum eines Monats ins Freie gelassen werden. Durch Spielen, Leckerlies und Futter oder einer Kombination aus all dem kann man das Selbstbewusstsein seiner Samptpfoten steigern. Ebenso sollte man sich mit der Sprache der Katze auseinandersetzen, um ihre Bedürfnisse verstehen zu lernen.

Der sichere City SUV

Der sichere City SUV

Im Vorjahr wurde der Volvo XC40 in Europa zum Auto des Jahres 2018 gewählt. Heuer erhielt er den Marcus Award, den wichtigsten österreichischen Sicherheitsautomobilpreis.
29. April 2019

Er hat ein Faible für Italien, freut sich über 100-er Sprünge in Sachen Verkaufszahlen und hat vor wenigen Wochen den Ausbau seines Autohauses Vogl+Co in Oberwart abgeschlossen, den er mit einem großen Eröffnungsfest am 23. März krönt. Michael Postmann führt mit seinem Team acht Auto-Marken an diesem Standort. Eine davon hat sich fest in sein Herz gebrannt...

Es ist was los im Autohaus Kohla-Strauss! Die MINI Modelle mit dem Black Premium Package sind seit Anfang November erhältlich.

Der MINI 3-Türer in der Black Premium Edition.

 

Die MINI Modelle gibt es jetzt mit einer exklusiven Ausstattung und das zu unglaublich tollen Konditionen. Der 3-Türer ist bereits ab 99 Euro pro Monat erhältlich. Der 5-Türer ab 119 Euro. Open-Air-Feeling gibt es mit dem MINI Cabrio schon ab 129 Euro und den Clubman mit fein verarbeiteten Polsteroptionen und hochwertigen Designakzenten kann man ab 169 Euro sein Eigen nennen. Mit dem möglichen ALL4-Allradsystem des Countryman und der Premium-Cockpit-Technologie erobert man jedes Terrain – und das bereits ab 199 Euro im Monat.

Die Black Premium Edition bietet individuelle Konfigurationsmöglichkeiten und ein exklusives Ausstattungspaket mit Sportsitzen, LED-Scheinwerfern, schwarzen 16-Zoll-Leichtmetallrädern, Victory Spoke, Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion sowie Park Distance Control.

Mit seiner angenehmen Haptik und Optik begeistert das Interieur des MINI Premium Black Package selbst die anspruchsvollsten Fahrer. Hochwertige, weiche Materialien und ein meisterhaftes Design bieten exklusiven Komfort. Die luxuriöse Polsterung und die glatten Oberflächen der Armaturen und Türeinsätze sind alle in klassischem Piano Black gehalten. Im Inneren der MINI Modelle mit Premium Black Package befindet sich das MINI Centre Instrument mit 6,5 Zoll Display.

Dank Tempomat am Multifunktionslenkrad können Sie mit Ihrem treuen Reisebegleiter komfortabel auch längere Touren unternehmen und dank Freisprecheinrichtung bequem mit der Außenwelt kommunizieren. Die LED Rückleuchten, die eine stilisierte und moderne Interpretation der britischen Flagge zeigen, verleihen den MINIs einen edlen Look.

Autohaus Kohla-Strauss, www.kohla-strauss.mini.at

Sie sind derzeit hoch im Kurs. Nicht zuletzt, weil die Regierung - allen voran Infrastrukturminister Norbert Hofer - die Elektro-Autos fördern will. prima! hat daraufhin gleich mal den neuen Hyundai KONA Elektro getestet.

Der neue Hyundai KONA Elektro. Testauto vom Autohaus Fürst in Unterwart.

 

Das Ding ist leise, sehr leise. Legt aber eine atemberaubende Beschleunigung hin und klebt förmlich auf der Straße. Kein Nicken, keine Schräglage – unglaublich. Gut, Allrad hat er nicht, aber dafür sticht er in allen anderen Bereichen unglaublich hervor. Dass Hyundai seine Hausaufgaben mehr als gründlich erledigt hat, sieht man an der Tatsache, dass die Aufpreis-Liste lediglich drei Punkte umfasst: Metallic-Lack, Glasdach und Ledersitze. Alles andere ist bereits serienmäßig verbaut.

So stehen auf der sehr, sehr langen Liste der Standardausstattung so Dinge, wie jede Menge Airbags, ABS, eine Alarmanlage, Assistenzsysteme wie ein autonomer Notbrems-assistent mit Fußgängererkennung, eine elektrische Servolenkung, Einparkhilfen, vorne und hinten. Für das Handy gibt es eine Ladestation, Freisprecheinrichtung wird auch angeboten.

Beim Licht gibt es einen Fernlichtassistenten, LED-Scheinwerfer und natürlich eine Zentralverriegelung. Serienmäßig dabei ist ein Audio-Navi, Bluetooth-Einheit mit Spracherkennung, Klimaanlage, elektrisch verstellbare Sitze, Tempomat und noch vieles mehr. Ein riesiger Bildschirm am Armaturenbrett informiert über alle wesentlichen News, wie Navi, Radio etc.

Knapp 500 km mit einer Ladung

Der Hyundai KONA Elektro beweist neben sportlichen auch ausgeprägte Langstreckenqualitäten: Die Batteriekapazität beträgt in der 150-kW-Version stattliche 64 Kilowattstunden, die in Kombination mit dem effizienten Elektroantrieb eine Reichweite von bis zu 482 Kilometern nach WLTP möglich macht. Die Lithium-Polymer-Akkumulatoren punkten mit kompakter Bauweise und schnellen Ladezeiten.

In nur knapp 40 Minuten wird der Elektro-SUV an einer 100-kW-Schnellladestation bis zu 90% aufgeladen. An einer für die heimische Garage geeigneten Wallbox kann man den KONA Elektro in gut neun Stunden vollständig laden. Im Betriebsmodus stehen 150 kW oder 204 PS auf Abruf bereit und beschleunigen das Fahrzeug unglaublich.

Wer diesen außergewöhnlichen Elektro-SUV sein Eigen nennen will, ist ab 45.790 Euro mit dabei.

Mazda kann es einfach nicht lassen und hat den CX-5 weiterentwickelt. Seit September ist die neue Generation verfügbar und der Test zeigt, dass sich das Herumtüfteln ausgezahlt hat.

Der Mazda CX-5 ist in der zweiten Generation noch raffinierter.

 

Bereits die erste Generation des CX-5 konnte sich sehen lassen. Die Japaner zeigen hier aber einen Hang zur Perfektion, dem sie nachgegangen sind und das spürt man nun bei den Details. Dabei ist sich Mazda seiner Stärken bei diesem Modell aber durchaus bewusst und ist diesen treu geblieben.

So wurde das Design kaum verändert. Lediglich der Kühlergrill wurde ein wenig verbreitert und die Lichter sind ein wenig schmaler, was dem Modell mehr Pfiff verleiht. KODO nennt Mazda das Design und mit seiner speziellen Lackierung unterstreicht er die Linien, sodass diese noch markanter wirken.

Im Innenraum steht Mazda weiterhin zu seiner konservativen Linie. Zusätzlich zur Touch-Bedienung kann das System auch per Dreh-Drückknopf gesteuert werden.

Das Head-up-Display macht es möglich, dass der Blick auf der Straße bleibt, denn wichtige Informationen wie Geschwindigkeit, werden direkt auf die Windschutzscheibe projiziert.

Herumgebastelt haben die Japaner an der Aerodynamik und der Isolierung, was dazu führt, dass die Außengeräusche minimal sind. Die Lenkung überträgt direkt. Auf längeren Strecken kommt die Stärke des Tempomats zum Tragen – dieser regelt die Geschwindigkeit, abhängig vom Vordermann. Im Stadtverkehr ist die Start-Stopp-Funktion unverzichtbar – der neue Mazda CX-5 wird dadurch noch mehr eins mit dem Fahrer.

Besonders fein ist das G-Vectoring-Control System, das zu einer souveränen Straßenlage und einem kontrollierten Kurvenverhalten führt und unbemerkt sanft in die Drehmomentverteilung eingreift. Auch bei rutschigen Fahrbedingungen ist dadurch Sicherheit gewährleistet. Flottes Fahren in den Kurven ist dank präziser Lenkung möglich.

Mazda hat bei seinem CX-5 also nochmals ordentlich nachgerüstet und mit der neuen Generation ein ziemlich hohes Level im SUV-Segment vorgelegt.

Gesehen ab EUR 25.990,-

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, 24 Stunden lang Auto zu fahren? Ja? Dann wird Ihnen diese Geschichte gefallen. Nein? Dann lesen Sie aufmerksam, vielleicht bekommen Sie ja Lust darauf. Denn es gibt im Bezirk ein paar Menschen, die werden genau das tun: an einem 24-Stunden-Rennen teilnehmen.

Polizist Wolfgang Hansl aus Siget hat den Verein „Police Racing Team“ gegründet.

 

Die meisten Männer träumen doch davon, an einem „Schrottauto“ herumzuschrauben, es so wieder auf Vordermann zu bringen und dann damit herumzudüsen, vielleicht sogar auf einer Rennstrecke. Wolfgang Hansl aus Siget macht genau das! Der Polizist tut sich dabei allerdings nicht ganz so schwer, da er auch gelernter Mechaniker ist. Er ist einer der 15 Mitglieder vom „Police Racing Team“, die in diesem Jahr an drei verschiedenen Rennen teilnehmen werden. „Das alles ist ein Low- Budget-Projekt. Wir suchen uns günstige Autos und bauen sie im Team so um, dass wir damit an den Start gehen können.“ Und da kann es dann schon passieren, dass man zum Beispiel zwei Mazda um 300 Euro erbeutet.

 

24 Stunden lang heißt es: „Gib Gummi!“

24 Stunden Motorsport wie bei den Profis, allerdings mit Fahrzeugen, die so manch anderer nur mehr zum Schrotthändler bringen würde, anstatt damit an einem 24- Stunden-Rennen teilzunehmen. Unmögliches möglich zu machen, auch wenn das Auto während des Rennens nicht mehr so will wie der Fahrer. Darum geht es beim „24 Hours of Racing“, das im ungarischen Nyirad, in der Nähe des Plattensees, stattfindet. Die Autos werden auf Asphalt, Schotter und Lehm über die Rennstrecke, welche sogar den Sicherheitsstandards der FIA entspricht, gejagt. In 5er Teams wird immer wieder gewechselt, bis die 24 Stunden um sind. „Uns geht es wirklich nur um den Spaß, es wird eine Herausforderung, das Auto überhaupt so lange am Leben zu halten”, erzählt Wolfgang Hansl mit einem Grinsen im Gesicht. Zu seinen Teammitgliedern für das Rennen am 26./27. Mai gehört unter anderen auch der Oberwarter Alexander Fabsits.

 

Damenteam startet im September

An der Seite von Wolfgang steht seine Lebensgefährtin Theodora Adler, die genauso motorsportbegeistert ist und da wäre es ja gelacht, wenn man nicht auch ein Damenteam zustande bringt. Fünf Ladies fahren zu denselben Bedingungen 24 Stunden durch. „Keine von uns ist jemals ein Rennen gefahren, geschweige denn so lange hinterm Steuer gesessen, aber genau das ist der Reiz an der Sache und wir freuen uns schon riesig darauf!“ Das Damenteam startet beim Rennen im September auf derselben Rennstrecke. Insgesamt gibt es 75 Teams pro Rennen, es herrscht absolutes Berührungsverbot und Fairplay steht im Vordergrund.
Das Auto der Herren wurde übrigens am 21. April bei einer Fahrzeugpräsentation im Tamdhu Oberwart feierlich vorgestellt. Bei all dem Spaß steht auch im Vordergrund Gutes zu tun, deswegen spendet der Verein elf Prozent der Sponsoreinnahmen an „Fight Cancer“, um ein Zeichen gegen Krebs zu setzen.

 

… und dieses ist der dritte Streich

Und weil diese zwei Rennen noch immer nicht genug sind, fahren Dora und Wolfgang auch beim Pothole Rodeo 2018 als eines von 145 Teams mit. 11 Länder, 4.000 Kilometer und jede Menge Nervenkitzel wartet dort auf die beiden.

Beitrag aus Ausgabe 05/2018

...hat 1.800 PS unter der Haube, beschleunigt in 2,6 Sekunden auf 100 km/h und knallt eine Höchstgeschwindigkeit von 355 km/h auf den Asphalt. Dass dieser Bolide derart in Schuss ist, liegt auch an einem gewissen Franz Polster und seinem Konzern „PIK-AS“ in Mariasdorf.

DI Christina Polster und Mag. Franz Polster. Das Tochter-Vater-Gespann leitet das Unternehmen PIK-AS, das ein Relais für den „Rimac“ liefert.

 

In den Wochen vor Weihnachten legt Franz Polster den Telefonhörer kaum aus der Hand, bimmelt auch sein Handy unentwegt – „gerade hab ich Weihnachtsbeleuchtung nach Bayern verkauft“, verrät der Seniorchef von PIK-AS International mit Sitz in Mariasdorf. Neben seiner Stammfirma hat er vor Jahren nämlich auch das Unternehmen X-AS gegründet und produziert handgemachte Weihnachtsbeleuchtung. „Als Gegenpol zur Billigware aus China“, wie er sagt. Bis zu einen Meter im Durchmesser sind diese Girlanden, Glühlampen und dergleichen groß.

Beim gedanklichen Schwenk in die Automobil-Industrie beginnen Polsters Augen – offiziell wird der erfolgreiche Konzern für elektrotechnische Fabrikate bereits von Tochter Christina geleitet – freilich um einen Deut strahlender zu leuchten. Wenn man das „schnellste Elektro-Auto der Welt“, den „Rimac Concept One“, nämlich genauer unter die Lupe nimmt, läuft er nur dank eines feinen Relais aus dem Hause PIK-AS.

Der Flitzer hat sage und schreibe 1.800 PS unter der Haube, Polsters Relais bringt 12 Volt, 600 Ampere und schaltet in 2,6 (!) Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht in 14 Sekunden die 300 km/h-Marke. Unfassbare 355 km/h Highspeed bringt der flotte Wagen auf die Piste, bei einer maximalen Reichweite von 600 Kilometern.

Lediglich drei solcher Elektro-Boliden sind derzeit in Europa unterwegs, die Besitzer bleiben streng geheim, Franz Polster verrät lediglich, „dass ein Münchner, ein Mailänder und ein Genfer“ das Vehikel ihr Eigen nennen dürfen. Müssig anzumerken, dass jeder aus dem illustren Trio millionenschwer sein dürfte, sonst würden sich die drei Herren kaum den Kaufpreis von rund 1,5 Millionen Euro leisten können. 25 Rimac „Concept One“ sind angeblich derzeit weltweit unterwegs.
Franz Polsters „Einsätze“ erstrecken sich freilich auch noch auf andere Betätigungsfelder – „wir liefern und verkaufen unsere Relais bzw. Kippschalter weltweit genauso an Hersteller von LKW, Kettenfahrzeugen, klein-motorischen Flugzeugen oder sogar an das amerikanische Militär.“

Das Geheimnis des Erfolgs? „Harte Arbeit“, lacht Franz Polster, „viel Zeit widmen wir natürlich auch der Erforschung fortschrittlicher Technologien. Denn in unserem Markt geht es nicht nur darum, dass die Elektronik funktioniert, sondern wichtig ist auch, wie Kraft und Drehzahl geregelt sind.“

Beitrag aus Ausgabe 12/2017

Auto-Journalisten knien angeblich vor ihm nieder. Volvo bezeichnet ihn als persönliches Meisterstück und weltweit hat die schwedische Marke seit 2008 beinahe eine Million Exemplare verkauft. Klar, dass auch prima! den Volvo XC60 unbedingt testen muss.

Wer sich für diesen edlen SUV entscheidet, setzt auf Komfort, Design und Sicherheit. Schon die Ecken und Kanten am Heck implizieren, dass dieses Auto von einem starken Charakter gefahren werden muss. Der XC60 ist dezent und doch selbstbewusst, aufgeräumt und einfach schön.
Ein SUV, der Kraft und Dynamik ausstrahlt. Also, rein in die 4,7 Meter lange Festung und erst einmal die Atmosphäre des Luxus-Wohnzimmers genießen. Die Zeit braucht man, bis man den tabletartigen Touchscreen mit einer Diagonale von 22,9 cm und das Volvo-Infotainmentsystem genau ins Visier genommen hat. Sämtliche Bedienfelder sind logisch nachvollziehbar. Eine Anleitung ist nicht extra notwendig. Farben und Symbole sorgen dafür, dass man das System noch einfacher als in der Volvo 90er-Reihe bedienen kann.

Sicher wie eine Burg
Im Stadtverkehr zeigt natürlich das City Safety System, dass Volvo das Thema Sicherheit voll im Griff hat. Das System greift in einem Geschwindigkeitsbereich zwischen 4 bis 60 km/h ein. Auffahrunfälle haben die Schweden in ihren Volvos damit maßgeblich reduziert.
Bei den Assistenzsystemen wurde beim XC60 generell nochmals ein Zahn zugelegt. So erkennt der SUV durch ein weiteres Sicherheitssystem eine ausweichende Lenkbewegung des Fahrers und unterstützt ihn beim Umfahren eines Hindernisses.

Komfort und Dynamik
Im freien Gelände zieht der XC60 trotz seiner knapp 1,9 Tonnen vom Start weg kraftvoll nach. In 7,2 Sekunden ist er auf Tempo 100. Verantwortlich dafür ist ein Behälter, der den Luftdruck speichert und den Turbolader bei niedrigen Drehzahlen in Schwung bringt.
Ein stylisches Bedienelement in der Mittelkonsole stellt die unterschiedlichen Fahrmodi ein. Beim Test stellen wir fest, dass der „Comfort“-Status Fahrbahnunebenheiten sanft ausgleicht und das schwedische Schwergewicht sanft dahingleitet. Für eine Landstraßentour optimal. Verantwortlich dafür ist das adaptive Luftfahrwerk, das den SUV nach oben pumpt. Im „Dynamik“-Status wird die Karosserie gesenkt, Lenkung, Federung und Getriebe agieren sportlicher.
Aufgrund dieser Möglichkeiten lässt der XC60 den Fahrer selbst entscheiden, ob er dahingleiten will oder eher eine agilere Fahrweise bevorzugt. Der SUV stellt sich in jedem Fall auf den individuellen Stil des Fahrers ein.

Erhältlich ist der Volvo XC60 als Diesel, beginnend mit dem 190 PS starken D4. Die nächste Klasse ist der 235 PS starke D5-Selbstzünder. Als Benziner ist er als T5 mit 254 PS und als T6 mit 320 PS am Markt.
Die Topmotorisierung bildet der T8-Plug-in-Hybrid mit 407 PS.
Der XC60 hat Allradantrieb und eine Achtgangautomatik an Bord. Wer möchte, kann aber auch ein Sechsgang-Schaltgetriebe anfordern.
Der Einstiegspreis für den 190 PS-Diesel liegt bei 48.300 Euro. (Stand September 2017)

Beitrag aus Ausgabe 09/2017

Aller Anfang ist schwer

Aller Anfang ist schwer

17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung wurden von der UNO im Jahr 2015 definiert und sollen weltweit einen tiefgreifenden Wandel auslösen. Das hat auch die Schüler der 4b der Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) in Oberwart intensiv beschäftigt.
Ute Reicher und Lena Feichtinger haben sich dabei vor allem mit dem Thema Müll auseinandergesetzt.

In der prima! Serie „Am Schulhof“ interessiert uns die Meinung der Schüler aus den regionalen Oberstufen. In dieser Ausgabe ist es Rosa Nutz (16) von der 2. Klasse der HAK Oberwart, die prima! zu Wort bittet:
Nun ist es wieder mal soweit, die nächste Schulreform überrollt unsere Klassenzimmer. Die „Neue Oberstufe“ soll mehr Chancen, Individualität und Unterstützung bringen. Doch sind wir ehrlich - kann ein System, das den Druck auf die Schüler noch mehr erhöht, wirklich der Weg zu einem besseren Abschluss sein? Aus Eigenerfahrung sage ich „Nein“! „Nein“ zum System – „Nein“ zu seinen Versprechungen! Denn in den Himmel Gelobtes wie Individualitätsförderung und bessere Motivation lassen sich in den oft großen Klassen kaum umsetzen. Auch mit einer Semesterprüfung einen Fünfer auszubessern, ist meiner Ansicht nach sehr schwierig: wie soll der einst schon nicht verstandene Stoff in einem aufbauenden Gegenstand positiv absolviert werden, wenn im Unterricht aufgrund der Lehrstofffülle schon das nächste Kapitel durchgenommen werden muss. Der Druck, den ich mir selbst als gute Schülerin aufbaue, wenn ich wieder mal mitten in der Schularbeitsphase stecke, gleicht dem eines Topmanagers.

Nina Leitgeb besucht die 1. Klasse der HLW Pinkafeld. In ihrer Freizeit arbeitet sie beim Roten Kreuz.

Für mich ist es ein unbeschreibliches Gefühl, die Ehre zu haben, meine Zeit dem Roten Kreuz schenken zu dürfen.
Warum? Weil ich Menschen helfen möchte.

Voller Stolz kann ich behaupten, dass ich mit Leib und Seele bei diesem wundervollen Verein tätig bin. Seit 5 Jahren absolviere ich diverse Schulungen (mehrere 16-stündige Erste-Hilfe-Kurse, Kindernotfall-, Drogennotfall-Kurs…) und erhalte dadurch eine profunde Ausbildung.

Um mein Wissen anzuwenden und zu trainieren bzw. zur regelmäßigen Überprüfung meiner Rotkreuz-Kenntnisse, nehme ich an Landes- und Bezirksbewerben teil. Wissen und Erfolg – höchstes Glücksgefühl!

Bereits am ersten Tag habe ich erkannt, dass ich genau an diesem Ort meine Zeit verbringen möchte. Innerhalb der ersten Minuten habe ich mich selber gesehen, in der Sanitäter–Uniform bei einem Einsatz. Und ich habe gespürt, dass ich so meine Zukunft verbringen möchte. Aus Liebe zum Menschen!

Ausgabe 01/2018

Am Schulhof

#metoo? Nein, danke!

Clemens Köfalvi ist Schüler des 5. Jahrganges der Abteilung Produktmanagement & Präsentation an der HBLA Oberwart. In unserer Rubrik „Am Schulhof“ spricht er über seine Sicht zur #metoo-Debatte.

In jüngster Zeit kursiert der berüchtigte Hashtag „meetoo“ durch die Medien – ausgelöst aufgrund der Vorwürfe der sexuellen Belästigung von Frauen durch hohe Politiker wie Peter Pilz oder Prominente wie Harvey Weinstein.
Dies führt dazu, dass manche Frauen, welche auf der neuesten Welle des Feminismus mitschwimmen, selbst definieren, was sexuelle Belästigung ist. Man denke etwa an den Fall Hugh Mungus aus den USA. Zur Erklärung: Eine Feministin veröffentlichte im August des Vorjahres ein Video auf YouTube, in dem sie lautstark einen Mann beschimpft und beschuldigt, sie sexuell belästigt zu haben. Der Mann hatte auf ihre Frage nach seinem Namen geantwortet, dass er „Hugh Mungus“ heiße. Sie empfand dies als Anspielung auf seinen Penis. „Humongous“ heißt nämlich riesig, gigantisch.

Was genau sexuelle Belästigung bedeutet, ist im Gesetz klar definiert und wird dementsprechend geahndet. Das ist gut und richtig. Immer wieder aber möchte man die „bösen“ Männer für lächerlich harmlose oder absolut unschuldige Handlungen oder Aussagen zur Rechenschaft ziehen. Diverse Damen verstecken sich dann hinter der Anonymität des Internets, stellen Behauptungen über sexuelle Belästigung auf und verlangen manchmal sogar horrende Summen zur Wiedergutmachung.

Dass sexuelle Belästigung nicht toleriert werden darf, steht natürlich außer Frage.
Das Problem dabei ist, dass diese ganze Diskussion wieder ein gefundenes Fressen für die Bestie namens „Political Correctness“ ist – eine Ideologie, welche den Menschen zu „globalisieren“ droht und seine Identität und Kultur einschränkt und auch zerstört. Dabei geht es darum, den Menschen vorzuschreiben, was sie zu sagen, und wie sie zu denken haben. Für mich ist das ein Konflikt mit dem Recht zur freien Meinungsäußerung.
Somit ist diese Debatte rund um „#meetoo“ weitgehend redundant. Die Öffentlichkeit sollte ihr Auge auf wesentlich wichtigere und dringlichere Probleme richten.

Ausgabe 12/2017

Hannah Halwax, Susanne Schedl, Tina Reinfeld und Anika Kirnbauer sind Schülerinnen der 5. Klasse der HLW in Pinkafeld und arbeiten für ihre Matura an der Diplomarbeit. Da Hannah selbst eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat, haben sich die vier Maturantinnen intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. In der prima! Serie „Am Schulhof“ berichten sie über ihre Ergebnisse - und haben auch ein Rezept parat.

In der prima! Serie „Am Schulhof“ kommen Schüler der regionalen Oberstufen zu Wort. Sara Hoffmann vom Wimmer Gymnasium in Oberschützen hat vor wenigen Wochen die Matura erfolgreich bestanden. Ihre Erfahrungen mit der Zentralmatura kommentiert sie:

Das Wort „Zentralmatura“, hört man immer wieder in den Medien. Als ich jedoch in die Oberstufe kam, habe ich mich wenig für meinen Abschluss interessiert und wusste deswegen auch nicht, was mich erwarten wird. Ich habe mich immer über alle Zusatz-Hausübungen, die wir mit der Begründung „das ist gleich Übung für die Matura“ (auch schon 3 Jahre vorher) bekamen, aufgeregt. Doch rückblickend kann ich diese nur befürworten.

Wir wurden in unserer Schule auf das Format der Zentralmatura vorbereitet – was meiner Meinung nach das Wichtigste ist. Wenn man nicht weiß, wie die Fragen gestellt oder gewertet werden, kann man sich auch nicht richtig auf sie vorbereiten. Zum Beispiel muss man wissen, dass es in Mathematik nur zwei Bewertungen gibt. „Richtig“ bedeutet, man bekommt einen Punkt. „Falsch“ heißt, es gibt keinen Punkt – auch, wenn man nur einen Fehler in der gesamten Aufgabe hat.

Zu kritisieren gibt es an der Zentralmatura noch manches. Sie ist ziemlich neu und es wirkt so, als ob sich momentan weder Schüler noch Lehrer bei den formalen Richtlinien genau auskennen würden. Zusätzlich zu dem Prüfungsstress, der bereits auf den Schülern lastet, kommt nämlich auch organisatorisch einiges auf sie zu. So gibt es beispielsweise bei der Deutsch-Matura zwei Arten von Zettel, die die Schüler bekommen und es ist unklar, welchen man für Notizen und welchen man für die Reinschrift verwenden darf. Meiner Meinung nach sollten die Lehrer ihre Schüler bereits früher auch über den organisatorischen Ablauf der Matura aufklären und auch sich selbst bei den Zuständigen erkundigen. Inhaltlich wurden wir von unseren Lehrern aber sehr gut auf die Zentralmatura vorbereitet. Das Bewertungssystem war mir bereits durch die Schularbeiten vertraut und deshalb habe ich sie – trotz formaler Unklarheiten vor Ort – dennoch als fair erlebt.

Ausgabe 07/2017

Die virtuelle Welt ist Teil unserer Realität geworden. Doch ist sie die maßgebliche? Nico Gabriel von der HTL Pinkafeld über die Generation Google.

Wichtig ist also für uns Jugendliche, die „maßgebliche Welt“ nicht aus den Augen zu verlieren – wobei diese „maßgebliche Welt“ wohl immer noch die reale ist.
Und diese reale Welt gilt es – dort, wo es Sinn macht – durch die virtuelle Welt zu ergänzen, um das Leben zu vereinfachen.
Fakt ist, dass das Internet die Gesellschaft und somit uns Jugendliche prägt. Für uns ist es allerdings nicht nur Segen, sondern auch eine tägliche Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Internet bedeutet auf der einen Seite rasche Informationsbereitstellung, Erleichterung vieler Lebensbereiche, Ermöglichen kommunikativen Austauschs – aber Internet bedeutet auch Suchtpotienzial, Hasspostings, Fake-News, Cybermobbing und Ähnliches.
Viele müssen erst lernen, sich im digitalen Dschungel zurechtzufinden. Die virtuelle Welt mit Gewinn zu nutzen heißt, den Verstand zu benutzen.

Das ist auch Aufgabe der Bildungseinrichtungen – eine neue „Kulturtechnik“, der gewinnbringende Umgang mit dem Internet, muss erst erlernt werden.
Medienkompetenz zu entwickeln, ist heute von großer Bedeutung – für das Bewältigen der Herausforderungen, die die Zukunft bringen wird. Medienkompetenz ist wichtig, um Gerüchte von der Wahrheit zu unterscheiden, aber auch um wichtige Informationen zu finden.
Fazit: Mit der Geburt des Internets wurden zwar einige Probleme beseitigt, aber auch viele neue geschaffen.

Ausgabe 06/2017

„Gemeinderat Oberwart, nicht immer gemeinsam“

„Gemeinderat Oberwart, nicht immer gemeinsam“

"Oberwarter Gemeinderat nicht immer gemeinsam"
Josef Klepits / 27. Dezember 2018

881.569 Unterschriften gab es letztlich für das „Don’t smoke“ Volksbegehren. Knapp an der 900.000er-Marke vorbei, die sich die Regierung als Limit für eine verbindliche Volksbefragung gesetzt hat. Doch der ÖVP ist die Räson in der Koalition mit der FPÖ scheinbar wichtiger, als die Willenskundgebung der Bürger.

Dieser Tage wurde seitens der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung Bilanz über das erste Jahr in Regierungsverantwortung gezogen. Und die ist durchaus herzeigbar. Sebastian Kurz und HC Strache, beziehungsweise ÖVP und FPÖ, liegen hervorragend in den Umfragen, haben die Themenführerschaft und sehen sich einer Opposition gegenüber, die hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt ist.

Nach den unerträglichen Streitereien der vergangenen Jahre fast eine perfekte Bilanz. Wenn da die blöde Sache mit dem Rauchen nicht wäre. Nebenbei zeigt die Angelegenheit auch, wie sich die politische Sichtweise plötzlich dramatisch verändert, wenn man sich, wie die FPÖ aus der Opposition kommend, in der Regierung wiederfindet.

Man möge sich den Sturm der Entrüstung bei einer oppositionellen FPÖ nur vorstellen, wenn ein Volksbegehren mit knapp 900.000 Unterschriften schlicht schubladisiert würde. „Ungeheuerlich“, würden das Strache & Co wohl bezeichnen.

Sachlich gibt es an einem Rauchverbot in der Gastronomie wohl nichts zu deuteln. Dass Rauchen schädlich ist, steht wohl außer Frage. Österreich wird international ohnehin schon als der Aschenbecher Europas verspottet. Aber Kanzler Kurz stellt in dieser Frage die Harmonie in der Regierung höher, als die Gesundheitspolitik. Möglicherweise sein erster Fehler in der Rolle als Kanzler. Und er pokert hoch. Hofft mit neuen Themen, die leidige Raucherdiskussion zu umschiffen. Als da wären, ein respektvoller Umgang mit Schöpfung und Umwelt, verstärktes Arbeiten am Zusammenhalt Europas, Ausbau der digitalen Infrastruktur und verstärkte Hilfe im Sozial- und Pflegebereich.
Ohne Zweifel, alles wichtige Themen.

Aber es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Befürworter eines Rauchverbotes in der Gastronomie, sich nicht so einfach geschlagen geben werden. Das Thema wird – ob es der Regierung nun passt, oder nicht – in den nächsten Jahren weiter am Kochen gehalten werden. Inhaltlich wird dagegen kaum zu argumentieren sein.
Und die Opposition, auch wenn sie derzeit in den Ringseilen hängt, wie ein Boxer in der 13. Runde, wird sich irgendwann erfangen. Das Thema Rauchen ist ein hochbrisantes. Die Menschen sind sehr mobil geworden, reisen viel durch Europa, und wissen, wie dieses Thema anderswo abgehandelt wird. Dieses Thema könnte sehr wohl zum Lindenblatt auf der Schulter des türkis-blauen ÖVP-Siegfried, Sebastian Kurz, werden. Mit kaum absehbaren Konsequenzen.

Denn über eins kann sich Kanzler Kurz sicher sein: die Opposition sucht äußerst intensiv nach einem Makel, mit dem sie den aktuellen Kanzler dieser Republik etwas ans Zeug flicken kann. Warum Kurz dieses Risiko eingeht, weiß wohl nur er allein. Das Murren vieler ÖVP-Funktionäre ist schon jetzt nicht zu überhören.

Ich kann mich noch schwach an eine Zeit erinnern, in der mir so langweilig war, dass ich die Wiederholung der Wiederholung einer unnützen Sendung auf ORF1 gesehen habe und dabei eingeschlafen bin. Tagsüber wohlgemerkt. Oft hatte ich so viel Zeit, dass ich aus purem Zeitüberfluss eine Runde joggen gegangen bin. Wenn mir klar wurde, dass ich so jung mit meinen Freunden nicht mehr zusammenkommen würde und ich abends länger weg war, dann war das kein Problem, denn ich hatte Zeit. Im Notfall auch am nächsten Tag.

Heute ist mein Leben getaktet (und morgen auch). Familie, Hund, Haus, Beruf, Berufung und der Freizeitstress meiner Kinder haben dazu beigetragen, dass ich schon lange keine ganze Sendung mehr auf ORF1 gesehen habe. Weder tagsüber noch abends. Freunde beschweren sich zynisch, wann wir uns denn wiedersehen und fügen ein leises „könnten“ hinzu. Meine Standardantwort ist mittlerweile „in 18 Jahren“. Ich weiß nicht warum, aber diese Antwort scheint meine Freunde auf merkwürdige Weise zufriedenzustellen.

Meine Zeit ist also begrenzt, meine Tage vergehen wirklich schneller als früher und dass mein Sohn bereits nächstes Jahr „Schulkind“ genannt werden kann, das will mein Kopf nicht fassen. Vom ersten Sonnenstrahl geküsst, wache ich nur auf, wenn ich nicht müsste und Hahn haben wir in der Nachbarschaft schon lange keinen mehr. Kurzum, das Thema Zeitumstellung ist bezüglich Zeitmanagement und Biorhythmus das geringste meiner Probleme.

Die Frage der Zeitumstellung ist für mich sowieso eine Lose-Lose-Situation, in der die Nachteile aller Varianten überwiegen. Außerdem gestehe ich: wann ich den kleinen Zeiger nun nach vorne oder hinten drehen muss, kann ich mir auch nach 35 Jahren nicht merken und überhaupt hätte ich gerne ewigen Sommer. Und wieder erinnere ich mich an meine Großeltern, die zwar auch das Gefühl hatten, dass die Zeit verfliegt, die aber ohne Facebook und Co. bestimmt mehr Momente bewusst und in Ruhe erleben konnten. Aber auch, wenn ich manchmal gerne ein bisschen mehr Zeit hätte, am Ende des Tages bin ich mehr als zufrieden!

LAbg. Mag. Christian Drobits

 

Die Burgenländerinnen und Burgenländer halten durch die Entrichtung von Beiträgen unser leistungsstarkes System der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung am Laufen. Die geplante Sozialversicherungsreform der Bundesregierung darf deshalb nicht über die Interessen des Burgenlandes und der Versicherten drüberfahren. Da zukünftig Kassenmanager in Wien die Entscheidungen über die jeweiligen Leistungsansprüche der Versicherten treffen sollen, muss gerade jetzt für die Region des Südburgenlandes eine wohnortnahe Servicestelle und gleiche Leistungen, wie in ganz Österreich, eingefordert werden.

Längere Wartezeiten, weitere Selbstbehalte und ein Ausverkauf des Gesundheitssystems sind zu verhindern. Die Kreditkarte darf nicht wichtiger werden, wie unsere e-Card, auch wenn zukünftig Kassenmanager und eine Wirtschaftselite als vollzentralisierte Einheitskasse das Sagen hat. Denn gerade im Burgenland haben wir durch den sozialen Missbrauch und unfairen Wettbewerb, infolge von Lohn- und Sozialdumping, eine schlechtere Ausgangsposition für die Erhaltung der sozialen Sicherheit. Es darf keine weitere Schwächung des ländlichen Raumes geben, insbesondere die Schließung von Außenstellen der Krankenkassen.

Mein Herz schlägt für ein soziales Burgenland, daher fordere ich: die Burgenländerinnen und Burgenländer müssen gleiche Leistungen in der Sozialversicherung, wie alle anderen ÖsterreicherInnen erhalten. Das ist für mich soziale Gerechtigkeit. Eine Verschlechterung in der Gesundheitsversorgung der Regionen ist für mich ein absolutes „No-Go“.

Seit Jahren empören sich etliche Oberwarter Bürger über sich wiederholende Baumschlägerungen im Stadtgebiet und im nahen Erholungsbereich. Einzelne Bäume und gesamte Alleen wurden bereits an mehreren Orten gerodet. Die Öffentlichkeit bzw. die Einwohner wurden bisher nicht informiert und vor gegebene Tatsachen gestellt. Es wurden bislang auch keine Gründe und Ursachen für diverse Rodungen bekannt gegeben. Auch hier fehlen nachweisliche Informationen.

Außerdem fehlt in Oberwart ein Baumkataster, um die Bestände und diverse Vorgehen zu dokumentieren und nachvollziehbar zu machen. Ersatz- bzw. Nachpflanzungen werden oft erst nach Protesten mit zu kleinen Pflanzen vorgenommen, welche erst nach Jahrzehnten die gerodeten Bäume einigermaßen ersetzen können. Im gesamten Burgenland existiert kein Baumschutzgesetz (wie z.B. in Wien, Graz…), deshalb fehlen auch rechtliche Grundlagen, um die Schlägerungen der Bäume zu minimieren. Es entsteht der Eindruck, dass zu wenig getan wird, um die Fällungen zu vermeiden und Alternativmaßnahmen vorzunehmen.

Wir möchten uns deshalb um den Schutz und den Erhalt der bestehenden Bäume sowie um Neupflanzungen bemühen. Dazu bedarf es einer Bewusstwerdung in der Bevölkerung, um initiativ zu werden. Es braucht einen konstruktiven und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur in Oberwart, um die hohe Lebensqualität zu erhalten und künftig zu steigern.

Unsere Argumente für den Erhalt des Baumbestandes:
Die Funktionen der Bäume sind mannigfaltig und positiv. Sie sind lebendige Organismen und keine tote Materie. Sie gehören zu unserem natürlichen, biologischen Umfeld – im Gegensatz zu Beton und Asphalt, mit dem wir unsere Böden immer mehr versiegeln. Bäume bieten Lärm- und Lichtschutz, sind Staubfilter und sind für unsere Gesundheit förderlich. Sie wirken gegen den Klimawandel, indem sie Co2 aufnehmen und Sauerstoff produzieren.

Weiters sind Bäume kulturelles Erbe und verschönern unsere Stadt. Sie erfreuen die Einwohner und wirken durch ihre grüne Farbe beruhigend. Nicht zuletzt haben Bäume auch eine ökonomische Komponente.

Wir möchten nun in einem ersten Schritt die Bürger, die Gemeinde und die verantwortlichen Institutionen zur Zusammenarbeit mit uns einladen, um unser Oberwart zu einer noch lebenswerteren, grünen und blühenden Stadt zu machen.

Kontakt:
Dr. Andrzej Krasnowiecki
a.krasno@gmx.at

In der Steiermark und im Burgenland sind die nächsten Landtagswahlen für 2020 angesagt. Möglicherweise werden die Wähler aber schon früher zu den Stimmurnen gebeten. Denn derzeit ist vieles im Fluss - etwa der Kern/Pamela Rendi-Wagner-Wechsel in der Bundes-SPÖ.

Im Burgenland hat die SPÖ alles klar gemacht: am 8. September wurde Hans Peter Doskozil zum neuen Parteichef mit respektablen 98,4 Prozent gekürt. Er löst damit nach 18 Jahren Hans Niessl als ersten Mann in der Partei ab. Und am 28. Februar 2019 soll er ihn auch als Landeshauptmann beerben. Koalitionspartner FPÖ hat seine Zustimmung bereits signalisiert. Doch dann kam der Wirbel um SP-Bundeschef Christian Kern, der nach Brüssel wechselt. Pamela Rendi-Wagner soll jetzt seine Nachfolge antreten. Doskozil wurde auch als möglicher Nachfolger genannt. Der winkte aber gleich ab, denn bei einem Wechsel nach Wien bräuchte er sich nach diesem Landesparteitag bei den Genossen im Burgenland erst gar nicht mehr anschauen lassen.

Im Burgenland will Doskozil inhaltlich neue Akzente setzen. Wie etwa einen Mindestlohn von 1.700 Euro bei den landeseigenen Betrieben, sich intensiv mit dem Thema Pflege auseinandersetzen, ebenso mit der Migration. Der Südburgenländer möchte eine neue, ernsthafte Note in die Landespolitik bringen. Dazu wird es etwa notwendig sein, das bisher eher als Potemkin’sche Dorf erlebte Konstrukt, der Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB), mit Leben zu erfüllen und endlich den Schienenverkehr zwischen Friedberg – Oberwart und Großpetersdorf, zu aktivieren. Offen ist auch noch immer die Frage, wie und in welchen Bereichen die Spitäler in Oberwart und Hartberg kooperieren oder getrennte Wege gehen.

Die burgenländische FPÖ hätte wohl auch nichts dagegen, die Koalition mit der SPÖ fortzusetzen. Vor der ÖVP wird Doskozil sich derzeit wohl eher nicht fürchten müssen, denn die weiß noch immer nicht, wer als Spitzenkandidat antreten soll. Diese Entscheidung soll 2019 fallen und der Ansturm möglicher Herausforderer ist zurzeit durchaus überschaubar. Durchaus gute Gründe für die SPÖ im Burgenland an vorgezogene Wahlen zu denken.

Etwas anders schaut es in der Steiermark aus: Dort sitzen ÖVP und SPÖ gemeinsam in der Landesregierung. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer wird wohl wieder antreten. Ebenso SP-Chef Michael Schickhofer, dessen klares Ziel es ist, selbst Landeshauptmann zu werden, wie er auf Anfrage von prima! bestätigt. Dass die steirische Landesregierung und ihre Proponenten einer türkis-blauen Bundesregierung gegenübersitzen, führt vor allem in der Landes-SPÖ immer wieder zu Irritationen und Spannungen. Wie etwa in der Frage des 12-Stunden-Arbeitstages. Zwar ist Schickhofer dagegen, die Gewerkschaft fordert aber ein härteres Auftreten gegen den Bund.

Herausforderer in der grünen Mark ist eindeutig die FPÖ. Verteidigungsminister Mario Kunasek will als Frontmann die schwarz-rote Landesregierung in Bedrängnis bringen. Ihm wäre ein vorgezogener Wahltermin mehr als willkommen. Den er auch immer wieder einfordert.

Bleibt sowohl im Burgenland wie auch in der Steiermark die große Frage, ob und wenn ja in welcher Form die Bundespolitik in die jeweiligen Länder hineinspielt. Für die FPÖ im Burgenland wäre ein Verbleib in der Landesregierung durchaus wünschenswert. In der Steiermark hätten die Freiheitlichen wohl auch nichts dagegen, mitregieren zu dürfen.

Wann das entschieden wird, ist derzeit noch im Fluss. Die geschätzten Wähler in beiden Bundesländern sollten aber damit rechnen, nicht erst 2020 in die Wahlzelle gerufen zu werden.

Wird es jetzt was mit dem Ausbau der Bahn im Bezirk Oberwart? Landesspitze, Infrastrukturminister und Bezirkschefs sagen ja. Nun müssen aber endlich Taten folgen, von leeren Versprechungen hat die Bevölkerung genug. Dabei geht es auch um die Glaubwürdigkeit der Politik.

„Ziel ist die Wiederaufnahme des Personenverkehrs!“ Das sagte Landeshauptmann Hans Niessl im Juli, anlässlich des Kaufes der Bahnstrecke von Oberwart über Rotenturm bis Großpetersdorf, durch die landeseigene Gesellschaft, Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB).

Worte, die durchaus als politischer Nachlass zu werten sind und die gelernten Südburgenländer in Erstaunen versetzen. Denn als zweiten Schwerpunkt nannte der Landeshauptmann die Wiederherstellung der Bahnverbindung von Oberwart ins ungarische Steinamanger, die Grenzbahn.

Nicht, dass diese Forderung etwas Neues wäre, darüber diskutiert man bereits seit 1989, dem Fall des Eisernen Vorhanges. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges bestand zwischen den beiden Metropolen eine direkte Bahnverbindung.

Wobei die Menschen des Bezirkes Oberwart immer wieder mit leeren Versprechungen hingehalten wurden. Niessl, der seit 2000 Landeshauptmann des Burgenlandes ist, hat sich zu Beginn seiner Amtszeit durchaus für die Bahn im Bezirk Oberwart eingesetzt. Die Verbindungen von Oberwart nach Wien wurden verstärkt und beschleunigt, über 7 Millionen Euro flossen in die Sanierung der Strecke bis Großpetersdorf. Bloß fand hier nie ein regelmäßiger Bahnverkehr statt.

2011 erfolgte dann aber ohne jegliche Not die Einstellung des Personenverkehrs zwischen Oberwart und Friedberg.
Jetzt rudert das Land Burgenland offensichtlich zurück. Mit Hilfe von EU-Millionen soll die Strecke nach Steinamanger realisiert werden. Fraglich ist, wie ernst das alles gemeint ist.

Ein großer Befürworter dieses Projektes ist Infrastrukturminister Norbert Hofer (FP), der darin einen ganz starken Impuls für den Bezirk, aber auch die angrenzenden Regionen in der Steiermark – Hartberg und Friedberg – sieht. Denn mit der „Grenzbahn“ wäre auch die Wechselbahn von Hartberg bis Fehring abgesichert. Zuvor müssen aber die Mühen der Ebene bewältigt werden. So ist immer noch nicht klar, wo künftig die Holzverladung, die bisher am Bahnhof Oberwart erfolgte, abgewickelt werden soll. Im Raum Rotenturm, heißt es seitens der VIB. Hier kommt die Regionalpolitik ins Spiel. Oberwarts Bürgermeister, VP-Landtagsabgeordneter und Bezirkschef Georg Rosner, lässt um 350.000 Euro die Bahnhofstraße generalsanieren. Er kann kein Interesse daran haben, dass dieser Straßenzug vom Schwerverkehr der Holztransporter wieder demoliert wird.

Auch sein politisches Gegenüber, SP-Bezirkschef, Landesrat und voraussichtlich künftiger Landeshauptmann Hans Peter Doskozil sollte jedes Interesse haben, die Bahnverbindung im Bezirk zu reaktivieren und bis Steinamanger auszubauen. Verzweifelt wird auch an einem Nebenschauplatz gearbeitet, die Bahnstrecke von Oberwart über Bad Tatzmannsdorf bis Oberschützen zu erhalten. Hier wäre es notwendig, dass Oberwart, unter Bürgermeister Georg Rosner, Leadership übernimmt. Bad Tatzmannsdorf und Oberschützen wären dazu bereit. Anfragen im Landtag zu stellen, wird zu wenig sein. Die größte Tourismusgemeinde des Burgenlandes, ohne Bahnanschluss, wäre ein knallender Burgenländer-Witz.

Momentan gibt es ein Zeitfenster für den Bahnausbau im Bezirk Oberwart. Daher wäre es mehr als notwendig, dass Minister, Landesspitze und die Bezirkschefs, über alle Parteigrenzen hinweg, die Ärmel hochkrempeln und aktiv werden. Immerhin geht es um die Glaubwürdigkeit der Herrn Niessl, Hofer, Doskozil und Rosner.

Österreich hat bis Jahresende den EU-Ratsvorsitz. Da lauern gewaltige Herausforderungen. Kanzler Kurz kann sich hier auf dem internationalen Bankett profilieren oder in nationaler Schönheit scheitern.

Sebastian Kurz ist ein hochtalentierter Politiker. Er schaffte es vom jüngsten Außenminister zum Bundeskanzler und rettete die ÖVP – jetzt türkis – vor dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. Nun hat Österreich, und damit Kurz, auch noch den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Ein höchst verantwortungsvolles Amt. Steckt doch die EU in einer der größten Krisen – die Flüchtlingsfrage und der Austritt Großbritanniens.

Vor allem das Flüchtlingsthema beschäftigt nicht nur Europa, sondern auch Österreich. Hier hat sich im Land das Klima deutlich zu Ungunsten der Asylwerber verändert. Unbestritten ist, dass niemand die Bilder von 2015 jemals wiedersehen will. Als zigtausend Flüchtlinge völlig unkontrolliert über die Grenzen stürmten. Die meisten mit dem Ziel Deutschland. Trotzdem haben viele auch in Österreich Asylanträge gestellt.

Seit 2015 hat sich das Klima in der Migrationsfrage in Europa deutlich gedreht. Ungarn und die anderen Visegrád-Staaten, wie die Slowakei, Polen, Tschechien, wollen überhaupt keine Flüchtlinge aufnehmen. Aber auch in Deutschland – Seehofer/Merkel – führte diese Frage zu einer handfesten Regierungskrise. Immer mehr Länder der EU machen ihre Grenzen dichter, Grenzzäune werden errichtet, nationale Alleingänge werden mehr. Kurz meint, man müsse die EU-Außengrenzen schützen. Richtig, nur ist das überhaupt möglich? Woher sollen die Geldmittel kommen, um die Außengrenzen von Griechenland, Italien, Frankreich oder Spanien zu schützen? Abkommen mit Schurkenstaaten, wie etwa dem, was von Libyen übriggeblieben ist, sind eine Verhöhnung der Menschenrechte.

Weltweit sind derzeit knapp 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Wer soll die stoppen? Hier kann es nur eine EU-einheitliche Lösung geben. Nationale Alleingänge reichen da sicher nicht aus. Die EU muss einen Modus Vivendi mit den afrikanischen Staaten finden und die Fluchtursachen vor Ort bekämpfen. Ebenso mit Staaten, wie Afghanistan oder Tschetsche-nien. Gelingt das nicht, droht die EU zu zerbröseln. Auf Österreich heruntergebrochen heißt das, die hier lebenden Asylwerber und Flüchtlinge auch zu integrieren. Einen entsprechenden Vorschlag hat der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer gemacht. Er verlangt ein humanitäres Bleiberecht für Flüchtlinge, die sich bei uns in Ausbildung befinden. Und will das mit Sebastian Kurz auch entsprechend ausdiskutieren. Gewaltige Aufgaben für die österreichische Ratspräsidentschaft.

So schlecht kann die so oft gescholtene Europäische Union nicht sein, wenn man sich das Theater ansieht, was derzeit in Großbritannien abläuft. Dort fürchten sich Betriebe, Konzerne und Banken vor einem harten Brexit, dem Abbrechen aller Brücken zu Europa und drohen mit der Verlagerung ihrer Standorte auf den Kontinent. Auch das fällt unter den österreichischen Ratsvorsitz.

Migration und Brexit sind gewaltige Herausforderungen. Hier kann sich Sebastian Kurz profilieren oder die europäische Kompetenz verspielen. Mit Letzterem in die Geschichte einzugehen, wäre wohl nicht wirklich wünschenswert, sondern blamabel.

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