Katastrophen, Stresstest und Erfolgsgeschichten…

Katastrophen, Stresstest und Erfolgsgeschichten…

Walter Reiss im Gespräch mit dem Zeithistoriker Oliver Rathkolb. „Die paradoxe Republik“ lautet der Titel eines der vielen Bücher von Oliver Rathkolb. Er ist einer der profiliertesten und bekanntesten Wissenschafter, die neuzeitliche Geschichte in Österreich und Europa beobachten, erforschen und analysieren. Der Universitätsprofessor, der auch kürzlich den von der FPÖ präsentierten Historikerbericht kritisch als „wortreiches Ausweichmanöver“ bezeichnete, ist Kurator der 2021 auf Burg Schlaining geplanten Landesausstellung „100 Jahre Burgenland“. Im Gespräch mit Walter Reiss geht es um eine „nicht aus dem Elfenbeinturm“ gemachte Schau in der Burg, um historische politische Katastrophen, die Lage der SPÖ und Krisen der Gegenwart.
Walter REISS / 24. März 2020

Welche Kräuter die Frühjahrsmüdigkeit am besten vertreiben und darüber hinaus
robust gegen Stress machen, weiß Pflanzenexpertin Miriam Wiegele.

Kräuterexpertin Miriam Wiegele im Gespräch mit Redakteur Christian Keglovits über die ersten Frühlingsboten.

 

Wir stehen im Garten von Miriam Wiegele in Weiden bei Rechnitz und genießen die warmen Sonnenstrahlen, die der noch junge Frühling vom Himmel schickt. Bunte Krokusse und strahlend gelbe Narzissen buhlen um Aufmerksamkeit. Aber Schönheit allein ist für Kräuterexpertin Miriam Wiegele kein Kriterium. Ihr geht es vor allem um die Wirksamkeit von Pflanzen. Und so erzählt sie stolz vom jüngsten Neuzugang in ihrem an Pflanzenvielfalt wahrlich nicht armen Garten. „Von einem Chinesen hab ich die Samen der Taigawurzel bekommen, und ich hab es geschafft, dass die jetzt bei mir im Garten wächst.“

Kräuter-Allerlei

Die Taigawurzel, auch Sibirischer Ginseng genannt, ist in unseren Breiten eigentlich nicht heimisch, aber seit einiger Zeit groß im Kommen und ein nachgefragtes Produkt in vielen Apotheken. Als Tee oder Tinktur zubereitet, stärkt und kräftigt sie bei Müdigkeitserscheinungen und Schwächegefühl und hilft bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit – also das Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit. Miriam Wiegele hebt außerdem die adaptogene Wirkung der Taigawurzel hervor: „Das bedeutet, dass die Heilpflanze die Fähigkeit verbessert, sich an außergewöhnliche Belastungen anzupassen. Das heißt, die Pflanze hilft mir, Stress besser zu vertragen und auszuhalten.“

Ein paar Schritte weiter wagt sich eine typische Frühjahrspflanze zaghaft aus dem noch feuchten Boden – der Bärlauch. Die einen lieben ihn, die anderen können den Knoblauch-Geschmack nicht ausstehen. Fest steht, dass der Bärlauch reich an gesunden Wirkstoffen ist und unserem Körper in mehrerlei Hinsicht gut tut. Die Pflanze enthält viel Vitamin C und hat einen hohen Anteil an ätherischen Ölen mit Schwefelverbindungen, und diese haben eine stark entgiftende Wirkung auf den gesamten Organismus. Außerdem hat Bärlauch eine blutdrucksenkende Wirkung.

Wenn man den Bärlauch also mehr als Hausmittel verwenden möchte, ist es besser, ihn nicht zu lange zu kochen, um möglichst viele Inhaltsstoffe zu erhalten. Ganz gut gelingt das mit einem Bärlauch-Pesto, wo man den Bärlauch roh zu sich nimmt. Miriam Wiegele rät zu einer Bärlauch-Tinktur, bei der man die Bärlauch-Blätter mit Alkohol ansetzt. Und wenn man noch darauf acht gibt, dass man beim Pflücken nicht versehentlich ein Maiglöckchen erwischt, steht einem gesunden Start in den Frühling nichts im Wege.

Hilfreiche Tipps für das Bärlauch-Pflücken:

– Bärlauch am besten sammeln, bevor er aufblüht, dann ist der Schwefelgehalt im Bärlauch am höchsten.

– Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu Maiglöckchen und Herbstzeitlosen, die beide sehr giftig sind, ist der unverkennbare Knoblauchduft des Bärlauchs. Hat man allerdings bereits ein paar Bärlauchblätter geerntet, haftet der Knoblauchgeruch an den Händen und stellt kein sicheres Unterscheidungskriterium mehr dar.

– Die Pflanzen lassen sich dennoch gut voneinander unterscheiden: Der Bärlauch bildet immer nur einzelne Blätter an einem Stängel aus. Findet man also mehrere Blätter an einem einzigen Stängel (wie beim Maiglöckchen) oder fehlt der Stängel ganz (wie bei der Herbstzeitlosen), handelt es sich NICHT um Bärlauch.

Riedlingsdorf kennt man – wegen seiner Geselligkeit und weil die Leute irgendwie ein bisserl mehr zusammenrücken. Industrie gibt es hier keine. Dafür aber viel Ruhe und kleine, feine Traditionsbetriebe, die für das Dorfleben besonders wichtig sind.

Es begann mit einem Dorffest im Jahr 1995. 25 Jahre später freut man sich in der Gemeinde Riedlingsdorf auf das bereits 14. Zwieflerfest. Ein Ereignis, das vor allem die Frauen des Ortes hochleben lassen und bereits monatelang mit der Planung und Arbeit beginnen, bevor es heuer am 20. September über die Bühne geht. „Im April wird die Zwiebel angebaut, im Juli geerntet und getrocknet, sodass sie im August dann geflochten wird und für unser Fest auf das Zwieflhaus gehängt wird“, erklärt Bürgermeister Wilfried Bruckner.

Und wie das Flechten geht, das wird von den älteren Damen an die jüngeren überliefert. Nachwuchsprobleme gibt es keine, denn beim Fest wird der Zusammenhalt groß geschrieben. Und weil die Riedlingsdorferinnen ja gesellig sind, ist auch die Arbeit immer eine rechte Gaudi, wo viel gelacht wird, und zur Belohnung gönnt man sich dann noch eine gute Jause.

Natur – Ruhe – Glück

Riedlingsdorf positioniert sich klar als Wohngemeinde – mit viel Ruhe. Und für den Wohnbau hat man bereits seit über 32 Jahren die OSG als verlässlichen Partner. Gerade erst wurden in der Wiesengasse acht Wohnungen und sechs Reihenhausanlagen fertiggestellt.

Kein Wunder also, dass die Bevölkerungszahl in der Gemeinde stetig wächst und auf knapp 1.800 Einwohner gestiegen ist. Ab September soll es eine Kinderkrippe geben, und die dreiklassige Volksschule bietet auch eine Nachmittagsbetreuung an, die wohl aufgrund der großen Nachfrage bald erweitert werden muss.

Für Bürgermeister Wilfried Bruckner und die Gemeinderäte gibt es einiges zu tun. Heuer wird der Spatenstich für den neuen Bauhof gesetzt, der mit der OSG bis Ende Juni 2021 verwirklicht werden soll. „Unser alter Bauhof entspricht nicht den heutigen Vorschriften. Wir haben hier große sicherheitstechnische Probleme, und von Seiten der Arbeitsmedizin wurde bereits mit der Schließung gedroht“, erzählt der Bürgermeister. Der neue Bauhof soll neben dem Abfallsammelzentrum errichtet werden.

Gewappnet für ein Blackout

Noch in diesem Jahr wird auf dem Dach der Gemeinde und der Volksschule eine Photovoltaikanlage errichtet. „Das Besondere daran ist, dass diese mit einem Salzwasserspeicher verbunden ist, wodurch wir im Notfall den Vollbetrieb für 48 Stunden aufrecht erhalten können“, so Bruckner. Dies wird gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr verwirklicht. Die Einwohner können über ein Bürgerbeteiligungsmodell mitmachen.

Gemeinde Riedlingsdorf

Natur – Ruhe – Glück!

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Riedlingsdorf ist die Gemeinde mit dem besonderen Wohnflair. Der Wohnbau wird ebenso forciert wie eine gute Kinderbetreuung. Innovative Betriebe sorgen für eine attraktive Infrastruktur.

Gemeinde Riedlingsdorf, Obere Hauptstr. 1,
03357/424 10, post@riedlingsdorf.bgld.gv.at

Kosmetik – Fußpflege Chrisi

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Körper pflegen, die Seele streicheln, sich selbst „Gutes tun“ und einfach verwöhnen lassen! Gesichtsbehandlungen für SIE und IHN (Reinigungs- und Verwöhnbehandlung, Fruchtsäure-Behandlung, Wimpern & Brauen, Harzen), Fußpflege, Maniküre. Geschenkgutscheine sind in beliebiger Höhe erhältlich!

Christiane Hornung
7422 Riedlingsdorf
Ziegelgasse 6
0664/237 92 51

Blumenstube Isolde Strobl

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Isolde Strobl ist Inhaberin der Blumenstube in Riedlingsdorf und führt bereits in dritter Generation das Bestattungsunternehmen Strobl.

Naturblumen für jeden Anlass finden Sie in der Blumenstube in Riedlingsdorf. Hier gibt es für jeden Anlass passende, stilvoll arrangierte Gestecke sowie Kränze und Grabschmuck, Topfblumen und auch diverse Geschenksartikel. Der Familienbetrieb bietet auch ein Auslieferservice an.

Neben ihrer Blumenstube führt Isolde Strobl auch das Bestattungsunternehmen „Strobl Bestattung“, das bereits in dritter Generation besteht. Dafür ist Isolde Strobl rund um die Uhr erreichbar und bietet umfassende Beratung und Unterstützung an (Überführungen und Krematorien).

Blumenstube Isolde Strobl
7422 Riedlingsdorf | Untere Hauptstraße 39
0664/487 25 77 | isolde.strobl@gmx.at

Erlebnistankstelle – Café – Catering Helga HOFER

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Seit 32 Jahren ist die Tankstelle in Riedlingsdorf im Besitz der Familie Hofer, und dass es sich hier um einen herzlich geführten Familienbetrieb handelt – das spürt man! Die gemütliche Atmosphäre ist Inhaberin Helga Hofer besonders wichtig. Ihren Gästen, aber auch dem gesamten Team zuliebe. Jung und Alt sollen hier gerne zusammenkommen und nach dem Tanken auch das Café, das zur Tankstelle gehört, auf einen kleinen Plausch besuchen. Somit ist das Team auch sehr stolz, dass es langjährige, treue Stammgäste begrüßen und verwöhnen kann. Dafür bietet das Café kleine Snacks und ein feines Sortiment an Getränken und für den Kaffeegenuss. Vor Kurzem wurden die Zapfsäulen erneuert, und auch die SB-Waschanlage erstrahlt in neuem Glanz.

Geöffnet MO – FR von 6 – 22 Uhr,
SO und SA von 7 – 22 Uhr

Erlebnistankstelle – Cafe – Catering
Helga Hofer | 7422 Riedlingsdorf
03357/424 35 | helga.hofer.2510@gmx.at

Mobiles Haarservice Sandra

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Bequem bei Ihnen daheim oder im Salon von Sandra Stelzer in Riedlingsdorf – Ihre Frisur aus Meisterhand ist garantiert: Haarschnitt, Farbe, Dauerwelle, Ball- und Brautfrisur bis hin zu Haarverlängerung, Haarverdichtung (Greath Lenght‘s – Echthaar). Sandra Stelzer vertraut dabei auf Qualitätsprodukte von Wella, Schwarzkopf und Loreal. Tipp: Kosmetikprodukte der Firma Jafra.

Mobiles Haarservice Sandra Stelzer
7422 Riedlingsdorf | Kalvarienberggasse 5
Termine nach Vereinbarung: 0664/18 14 14 4

Events in Riedlingsdorf:

Am 20. September findet das Zwieflerfest statt. Dabei gibt es wieder 5.000 Euro in bar zu gewinnen! Außerdem soll heuer erstmals das Pinkainselfest stattfinden.

Info:

Die knapp 1.800 Seelen-Gemeinde verfügt auch über einen Kultursaal, der oft und gerne genützt wird. Dieser befindet sich direkt neben dem Gemeindeamt.

Kinderbetreuung:

Kinderbetreuung wird in der Wohngemeinde Riedlingsdorf groß geschrieben. Heuer soll es auch eine Kinderkrippe geben, und auch die Nachmittagbetreuung wird ausgebaut.

Die Ordination in Grafenschachen ist (noch!) bis auf den letzten Platz gefüllt. Dr. Theodor Martin ist Allgemeinmediziner und zieht mittlerweile auch viele Patienten aus der weiteren Umgebung und der benachbarten Steiermark an. Hört man sich hier um, gilt er als hervorragender Diagnostiker. Noch dieses Jahr wird er seine Pension antreten und die Ordination einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin überlassen. prima! trifft den Hausarzt in einer so schwierigen Zeit, wie sie der erfahrene Mediziner in seinen 40 Jahren Berufspraxis noch nicht erlebt hat.

Sie haben es schon wieder getan! Sarah Keil und Tina Schabhüttl haben eine weitere Veranstaltung im wunderbaren Schlossgarten Kohfidisch ins Leben gerufen und ihren Programmreigen erweitert.

Tina Schabhüttl (li.) und Sarah Keil (re) laden in Kooperation mit den Schülerinnen der HAK Stegerbach zur Messe „Gemma aussi“ in den Schlosspark Kohfidisch.

 

Von der Schule oder Arbeit nach Hause kommen und raus in die Natur. Das war früher einmal. Heute haben die Möglichkeiten der Technologie und die neuen Medien unser Bedürfnis nach Bewegung in der Natur ziemlich eingedämmt. Doch eine Kehrtwende in Richtung „zurück zur Natur“ ist bemerkbar.

Schlossherrin Sarah Keil aus Kohfidisch und Naturliebhaberin Tina Schabhüttl aus Oberwart haben sich mit ihren Veranstaltungen („Gartentage“ und „Kramuri“) überregional einen Namen gemacht. Nun wird diese Veranstaltungsreihe im Schlossgarten Kohfidisch um ein neues Event erweitert.

Die Informationsmesse rund um das Thema „Natur genießen“

„Gemma aussi“ nennen sie es, und angesprochen werden sollen alle Naturliebhaber und Frischluftfanatiker. Rund 50 Austeller zeigen, was es in der Natur für tolle Möglichkeiten gibt, zu genießen, Sport zu machen oder einfach nur eine gute Zeit zu verbringen. Das Tolle dabei: Die Sportarten können ausprobiert werden. Wer also schon immer mal Bogen schießen oder Kangoo Jumps testen wollte, der kann sich hier zumindest in den Basics versuchen. Campen, wandern, biken, oder mit dem Ballon fahren, in einer Schaukel den Frühling genießen – „gemma aussi“ spannt einen breiten Bogen um zahlreiche Naturaktivitäten.

Daneben ist natürlich auch für die Kulinarik gesorgt. Es wird viele regionale Schmankerl geben und vor allem auch Gesundes und Vegetarisches bzw. Veganes. Auch die Naturparks und Kellerstöckl sowie der Naturschutzbund sind dabei.

Muss nur noch das Wetter passen, „und wir hoffen natürlich, dass bis dahin die Corona-Krise überwunden ist und wir diese Messe auch abhalten können“, so die Veranstalterinnen. Denn dann heißt es umso mehr: „Raus in die Natur – gemma aussi.“

Die Veranstalterinnen richten sich in Bezug  auf COVID-19 und dem Stattfinden des Events nach den Vorgaben der Bundesregierung.

„Kein anderes Geschöpf ist mit dem Geschick der Menschheit so vielfältig, so eng verknüpft wie der Baum“ (zit.n. Alexander Demandt).

• Wir Menschen leben auf der Erde seit max. 2 Millionen von Jahren. Bäume dagegen existieren seit mindestens 300 Jahrmillionen. Die meiste Zeit davon bedeckten die Wälder fast die gesamte Landmasse der Erde. Die Pflanzen, vor allem die Bäume, ermöglichten überhaupt erst die Entwicklung höherer Lebensformen durch die Bildung von Sauerstoff.

• Die Bäume können sehr alt werden. Der älteste Baum steht in Nordschweden. Es ist eine Gemeine Fichte, die über 9.500 Jahre alt ist und „Old Tjikko“ genannt wird. Der Mensch kann zur jetzigen Zeit maximal um die 120 Jahre leben.

• Auch was die Größe betrifft, gewinnen die Bäume. Die aktuell größten von ihnen (Küstenmammutbäume) sind über 115 m hoch und damit größer als die Freiheitsstatue. Der Mensch kann maximal knapp über 2 m groß sein.

• Die Bäume sind keine tote Materie sondern Lebewesen wie wir. Oft werden sie aber nur als Rohstoff betrachtet. Dazu werden sie erst durch Fällungen/Rodungen.

• Bäume haben einen Lebenszyklus so wie wir Menschen. Bäume werden von Samen „geboren“. Sie wachsen und leben in der Natur in familienähnlichen Verbänden. Bäume kriegen Nachkommen, welche sich um ihre Vorfahren kümmern sobald diese schwach, alt und krank werden.

• Sie kommunizieren vielseitig miteinander. Der Informationsaustausch findet über die Wurzeln und durch das Netz der Pilze statt. Dies wird auch „Wood Wide Web“ genannt. Weiter kommunizieren die Bäume, auch über große Entfernungen, mittels ihrer Duftstoffe. Diese Duftstoffe heißen Terpene. Die schönen Gerüche des Waldes sind von ihnen verursacht und haben einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit.

• Sie werden alt, können krank oder verletzt werden und schließlich sterben sie wie jedes andere Lebewesen. Sie sterben scheinbar leise. Es wurde nachgewiesen, dass Pflanzen, wenn man ihnen Leid antut, Geräusche ausstoßen. Diese sind für uns nicht hörbar, weil sie außerhalb des menschlichen Hörbereichs liegen.

• Die gesamte Zeit unserer Koexistenz sind die Bäume für uns ein Segen. Sie schützen uns vor Wettereinflüssen, geben uns ihre Früchte als Nahrung, und ihr Holz dient uns als Baustoff und Energielieferant. Lange Zeit hat der Mensch mit Bäumen in Frieden und Gleichgewicht gelebt. Heute tun dies nur noch wenige Naturvölker. Hochmut, Gier und Ignoranz lassen Bäume und Wälder weltweit sterben und bringen damit die Menschheit an den Rand ihrer Existenz. Trotzdem gibt es noch sehr viele Menschen, denen es anscheinend vollkommen egal zu sein scheint.

Buchtipp: „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben.
* Die Baumfreunde Oberwart ist eine überparteiliche und unabhängige private Initiative engagierter OberwarterInnen.

Es sind diese Bilder im Kopf, Bilder die direkt zur Ur-Angst oder Menschlichkeit und Christentum führen. Aussperren oder Reinlassen? Oder gibt es einen dritten Weg? Ja.

Bild 1: Eine Grenze. Jugendliche, vermummte Radikale werfen mit Steinen, Flaschen und Explosivgegenständen gegen jene Uniformierten, die versuchen, die Grenzen zu verteidigen. Das alles bei Nacht, gespenstisch beleuchtet. Der Mob versucht schließlich, ein Tor mit einem Seil gewaltsam einzureißen. Die Gegenseite schießt mit Tränengasgranaten und Wasserwerfern zurück. Bilder, die Angst machen. Geschehen an der Griechisch-Türkischen Grenze.

Bild 2: Verzweifelte Familien mit kleinen Kindern, die irgendwo im Niemandsland zwischen den beiden Grenzen festsitzen. Fragende Kinderaugen in Großaufnahme, die nicht verstehen, was hier passiert. Oder hilflos gestrandete Flüchtlinge auf Moria in Lesbos. Der Schandfleck von Europas verdrängter Flüchtlingspolitik. Beide Bilder stimmen, aber auch wieder nicht.

Bild 3: Endlose Flüchtlingskarawanen 2015, die aus dem Osten kommend über die Staatsgrenze im Burgenland unkontrolliert Richtung Deutschland unterwegs sind. „Das darf sich nicht wiederholen“, lautet das Mantra von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Recht hat er und auch wieder nicht.

Seit neun Jahren tobt in Syrien ein mörderischer Bürgerkrieg. Die einzigen, die davon profitieren, sind die Waffenhändler. Die größten sind übrigens die USA und Russland. Das Schicksal der Menschen ist ihnen scheißegal.

Europa darf es das aber nicht sein. Fünf Jahre lang hatte die Europäische Union Zeit, auf die Herausforderungen der globalen Flüchtlingsströme zu reagieren. Hat sie aber nicht. Weil in Brüssel nationale Interessen vor europäischen gehen.

Mit Geld wollte man das Problem aus der Welt schaffen. Über drei Millionen Flüchtlinge hat die Türkei bei sich aufgenommen. Jetzt will sie nicht mehr. Oder mehr Geld. Das ist bei Recep Tayyip Erdogan schwer zu sagen. Nur wie geht Europa, wie Österreich mit dem Thema Flucht und Flüchtlinge um?

Auf Dauer wird das mit den Grenzen dichtmachen nicht funktionieren. Dafür sind es viel zu viele, die sich auf den Weg machen und mussten. Und da gibt es ja noch so etwas wie die Menschenrechtskonvention. Die übrigens auch Österreich unterzeichnet hat. Entweder man schafft sie ab oder gewährt das Recht auf Asyl.

Die brauchbarste Variante ist ganz sicher die Hilfe vor Ort. Dazu wäre es nötig, dass die europäische Diplomatie endlich aus dem Schlafwagen steigt und alles daransetzt, den mörderischen Krieg in Syrien zu beenden – und den Herren Putin und Trump endlich die Meinung, die Menschlichkeit, geigt.

Absolut unterstützenswert ist die jetzt laufende ORF-Aktion von Nachbar in Not für die Direkthilfe in Syrien. Dankenswerter Weise hat sich die Bundesregierung entschlossen, den Betrag zu verdoppeln. Wer zu Hause eine Chance sieht, begibt sich wohl eher nicht auf die Flucht in die Fremde. Und es gibt auch viele Hilfsorganisationen, die sich auf die Hilfe vor Ort spezialisiert haben. Wie etwa Ärzte ohne Grenzen. Die brauchen dringend Unterstützung für ihre wertvolle Arbeit.

Menschen Asyl zu gewähren, sollte erst dann tragend werden, wenn die Hilfe vor Ort nicht ausreicht. Daher muss alles getan werden, um den Menschen in ihrer Heimat ein lebenswertes Leben zu ermöglichen. Und ein paar Kinder aus einem der Horrorlager temporär aufzunehmen, ist eine Frage der Menschlichkeit.

Die ersten Sonnenstrahlen sind da, und Motorradfahrer werden unruhig, denn die Straße ruft. prima! hat Alexander Imre vom Motorradsportclub Oberwart besucht und sich von dem erfahrenen Biker ein paar Tipps geholt, worauf man zu Beginn der Saison achten sollte.

Rudi Schitter aus Bad Tatzmannsdorf freut sich besonders auf die erste Ausfahrt mit seinem Motorrad. Obwohl er mit diesem Prachtstück selten auf die Straße fährt, sondern es lieber in seiner Garage hegt und pflegt. Immerhin handelt es sich dabei um eine Indian Highway Police mit Beiwagen aus dem Jahr 1929. Ein seltenes Exemplar.

 

Ja, respekteinflößend ist sie – die Kawasaki 1000 SX von Alex Imre, und Respekt hat auch der erfahrene Motorradkenner, denn der Winter war lang, und man muss sich erst wieder miteinander vertraut machen. Ohne körperliche Fitness ist es schwierig, ein solches Gerät zu beherrschen.

Alexander Imre rät daher jedem Biker, über den Winter hindurch körperlich aktiv zu bleiben. Skifahren, laufen, Training am Crosstrainer oder Laufband, aber auch Gleichgewichtsübungen mit einem Ball – bloß nicht einrosten, heißt die Devise. Auch Konzentrationsübungen sind wichtig, denn „als Fahrer musst du immer vorausschauend auch für andere Verkehrsteilnehmer denken. Du musst permanent konzentriert sein.“

Bevor es ans Motorrad geht, gibt Alex Imre noch ein paar Tipps zur Ausrüstung. Dass diese geputzt und blitzblank ist, versteht sich für ihn von selbst. Kontrolliert werden müssen die Protektoren und die Funktionalität der Kleidung generell. „Ein Ledergewand kann sehr leicht brüchig werden.

Deshalb ist die richtige Pflege wichtig“, sagt der Biker. Beim Helm ist neben dem Visier unbedingt auch das Innenleben zu prüfen. Und bei den Stiefeln sollte man auch darauf achten, ob die Einlagen passen, sonst wird es bei der Ausfahrt unangenehm. Weil Biker ja sehr leicht in den Regen kommen, ist das Imprägnieren unerlässlich.

Um das Motorrad gut aus dem Winterschlaf zu holen, ist es notwendig, dass es über die letzten kalten Monate auch korrekt eingewintert war. „Vor der Winterpause muss man das Motorrad gründlich reinigen, und der Tank sollte voll sein, damit es über die Wintermonate nicht zu Korrosion kommt.

Und hier die wichtigsten Basics, worauf man achten sollte:

Überprüfen Sie Ihr Motorrad generell durch eine Sichtkontrolle.
Nehmen Sie die Reifen genauer unter die Lupe: Passt der Luftdruck? Und wie sieht es aus mit dem Profil? Das Mindestprofil sollte 1,6 mm haben. Bedenken Sie auch, dasss der Reifen spätestens nach fünf Jahren gewechselt werden sollte, da die Haftung des Gummis dann nicht mehr gegeben ist.

Die Batterie muss aufgeladen sein. Hier rät Alexander Imre zu einem Ladegerät, das das Auf- und Entladen übernimmt, damit die Batterie in Schwung bleibt.

Öl sollte nach einem Jahr gewechselt werden – grundsätzlich dürfte es aber reichen, wenn Sie die Serviceintervalle einhalten und dies in einer Fachwerkstatt erledigt wird. Das gilt auch für die Bremsflüssigkeit. Was Sie allerdings selbst regelmäßig überprüfen sollten, sind die Bremsbeläge. Dies lässt sich durch die vorgegebenen Markierungen leicht durchführen.

Und ganz wichtig: Überprüfen Sie die Kette. Diese sollte nicht trocken sein. Wenn Sie diese nachschmieren müssen, dann tun Sie das am besten, wenn das Motorrad warm ist, da das Öl dann besser einzieht. Und achten Sie auf die Spannung der Kette (siehe dazu Gebrauchsanweisung).

Wenn Sie Ihr Motorrad starten, lassen Sie es nur kurz warm laufen und unternehmen Sie dann gleich eine Fahrt. So werden alle Teile gleichmäßig warm.

Ein Tipp vom erfahrenen Biker: Wer ein Navi besitzt, sollte unbedingt ein Kartenupdate machen – sonst werden Sie auf die falsche Fährte geführt.

Gerade am Anfang gilt für den Motorradfahrer besondere Vorsicht, da die Vorgänge erst wieder geübt werden müssen. Alexander Imre rät daher zu einem Fahrsicherheitstraining zu Beginn der Saison. Wer dies nicht machen kann oder möchte, sollte zumindest selbst üben (8-er fahren, Beschleunigen, Kurvenfahren…). Auch wenn es schwer ist, weil die Wetterbedingungen passen – fahren Sie erst los, wenn die Straßen sauber sind.

Die Kraft der Kräuter nützen

Die Kraft der Kräuter nützen

Welche Kräuter die Frühjahrsmüdigkeit am besten vertreiben und darüber hinaus
robust gegen Stress machen, weiß Pflanzenexpertin Miriam Wiegele.
Christian KEGLOVITS / 24. März 2020

Sie heißt April Fasching. Wer einen solchen Namen trägt, macht neugierig darauf, ob die Lebensgeschichte dahinter wohl auch so bunt ist. Ist sie. Aber auch mit vielen Schattenseiten. „Vom Dschungelkind zum Gotteskind“ hat sie ihre Biografie genannt. Eine Reise über 35.000 Kilometer. Oder: vom Paradies in die Hölle – und zurück.

Die Oberwarterin April Fasching wurde in Wales geboren und hat nun ihre Biografie geschrieben.

 

April Fasching lächelt. Gerade ist ihr eine Szene aus ihrer Kindheit mit ihrer Mutter eingefallen. Sie sieht die bildschöne junge Frau, die den Wohnwagen öffnet, den Korb mit der Wäsche nimmt und sich auf den Weg in den Waschraum macht. Die vierjährige April läuft lachend neben ihr her.

Sie sind in Wales, an der Küste bei Swansea.
Bis vor drei Jahren war für April Fasching die Erinnerung an ihre Mutter völlig verschwunden. Erst in diesen letzten Jahren ist sie wiedergekehrt. Wie ein Puzzle setzt sich seither Stück für Stück alles wieder zusammen. Dazwischen steckt ein Leben, das mitunter einer Achterbahnfahrt gleicht.

Der Schock, der die Erinnerungen an die Mutter ausgelöscht hat, passierte April Fasching im Alter von 8 Jahren.  35.000 Kilometer hat April als Kind mit ihren Eltern innerhalb eines Jahres quer durch die halbe Welt zurückgelegt. Ausgangspunkt war Malaysia. Dann, knapp vor ihrem Heimatort in Wales, kam der Moment, der alles im Leben veränderte. Der Anfang der Hölle. Doch die Geschichte beginnt mit einer wunderbaren Kindheit.

England im Wohnwagen

April wurde in Wales geboren. „Meine Eltern stammen beide aus Niederösterreich, aber mein Vater wollte schon immer nach England. Als er hörte, dass er dort in einem Bergwerk arbeiten kann, packte er seine Frau zusammen, und so wurde ich in Wales geboren. Es war meine erste Heimat“, erzählt April Fasching. Weil die Eltern kein Geld für ein Haus hatten, kauften sie einen Wohnwagen und stellten diesen an einen der schönsten Strände Großbritanniens – an die Küste bei Swansea. Es war Mitte der 1960er- Jahre. „Für mich war das als Kind einfach unbeschreiblich schön.

Wenn ich morgens die Tür des Wohnwagens aufmachte, sah ich die unendliche Weite des Ozeans. Ich habe meine ersten fünf Jahre in dieser wunderbaren Freiheit ohne Zwang erfahren dürfen“, erzählt April Fasching. Der Wohnwagen war lange Zeit ihr Zuhause. Mehr brauchte die Familie nicht. Als dann das Angebot für den Vater kam, im Dschungel von Malaysia an einem Wasserkraftwerk mitzubauen, war die Entscheidung für die abenteuerlustige Familie klar. Die deutsche Firma hat für die Arbeiter und deren Familien eigens eine Siedlung mitten im Dschungel errichtet.

Das Dschungelkind

Sie lebten in Bungalows, und ein Hausmädchen half bei den täglichen Arbeiten. „Es gab dort sogar eine extra für uns Kinder errichtete Schule. Aber es gab keinen Zwang. Wenn es mir gefiel, verbachte ich den Tag beim Wasserfall mit meinen Freunden. Ich kannte keine Verbote“, erzählt April Fasching.

Der Vater war für sie immer wie Indiana Jones. Wenn er frei hatte, nahm er seine Tochter huckepack, steckte ein paar Konservendosen ein, sein Buschmesser und machte sich mit seiner kleinen Familie auf zu den Ureinwohnern im Dschungel. Diese Weltoffenheit und das Zugehen auf andere hat April Fasching von ihren Eltern gelernt. Und auch, dass damit Brücken niedergerissen werden können.

„Zum Häuptling entwickelte sich mit der Zeit eine tiefe Freundschaft“, sagt April. Dieser lehrte die Familie, wie man Pfeile mit Bambusrohren abfeuert oder Schlangen fängt und wie man sie zubereitet. „Ich hatte als Kind vor nichts Angst“, sagt sie heute. Als das Projekt nach drei Jahren abgeschlossen war, plante der Vater den nächsten Vertrag für Saudi Arabien. Aber vorher wollte er sich eine Auszeit von einem Jahr nehmen, um mit seiner Familie im Auto – einem Opel Rekord – von Malaysia ausgehend zurück nach England zu fahren.

Die Reise

Indien, Pakistan, Iran, Jordanien, Libanon. Sie sahen den Taj Mahal, den Palast des Schahs von Persien, April ritt bereits als 8-Jährige durch die Schlucht der Felsenstadt Petra. 35.000 Kilometer legte die Familie im Auto zurück und sah sich dabei die halbe Welt an. Während der Autofahrten wurde April von ihren Eltern unterrichtet. Zum Schlafen wurden die Rückbänke des Opels umgelegt. Auf einer Kiste am Autodach wurden Matratzen, Gaskocher und Lebensmittel transportiert. „Wenn wir ein Land besucht hatten, schrieb mein Vater den Namen auf die Kiste“, erzählt sie.

„Es ist eigentlich unvorstellbar, dass wir damals in Ländern, die heute durch Krieg und Terror völlig zerstört sind, einfach irgendwo unseren Wagen abgestellt und dort übernachtet haben“, sagt April Fasching. Es war ein Jahr, das für die 8-Jährige voller unglaublicher Eindrücke und Erfahrungen war. Und vor allem – „ich war rund um die Uhr mit meinen Eltern zusammen. Für mich war dies alles wie das Paradies.“

Das Ende kam in Cardiff, der Hauptstadt von Wales. Etwa eine Stunde vor dem Heimatort, wo bereits Freunde die Familie mit einem Fest in der alten Heimat begrüßen wollten. Es war ein völlig verregneter Tag. Der Wagen kam wie aus dem Nichts und raste frontal in das Auto der Heimkehrer. Aprils Mutter war sofort tot.

Einmal Hölle…

Der Vater wusste sich in England nicht zu helfen mit der 8-Jährigen. So kam sie nach Wien zu Verwandten und wurde in die vierte Klasse Volksschule eingeschult. „Die Lehrer bezeichneten mich als völlig verwildert“, erinnert sich April Fasching. Lernschwierigkeiten hatte sie nie. Aber mit dem Gehorsam gab es einige Probleme. „Ich hatte ja sehr frei gelebt und mir wurde nie ein Wille aufgezwängt. Für mich war das damals ein riesiger Schock“, sagt sie. Es folgte ein Schulverweis und ihr Onkel meinte, dass es wohl am besten sei, sie in einer Klosterschule unterzubringen. Dort werde sie schon Disziplin lernen.

April erfuhr dort viele Misshandlungen. Nächtelanges Beten im Waschraum, kein Toilettengang nach 20 Uhr, das erbrochene Essen musste sie nochmals hinunterwürgen. „Aber meinen Glauben an mich selbst konnten sie nicht zerstören, denn ich hatte so viel Selbstbewusstsein und Liebe durch meine Eltern in meiner Kindheit mitbekommen, dass die Klosterschwestern mich zwar misshandeln, aber niemals meinen Willen brechen konnten“, sagt sie.

Der Vater konnte nur gelegentlich aus England auf Besuch kommen. Im letzten, dritten Jahr in der Klosterschule bemerkte er Verletzungen am Kopf seiner Tochter, die ihr durch das Reißen der Klosterschwestern an den Haaren zugefügt wurden. Die Erlösung aus dem Martyrium folgte für April unmittelbar. Wenige Monate später zog sie mit ihrem Vater nach Oberwart, wo dieser die Inhaberin eines Modehauses heiratete.

…und zurück

April Fasching hat sich heute mit der Hölle, die sie damals erlebt hat, ausgesöhnt. Vor etwa zehn Jahren hat sie die Klosterschule nochmals besucht und Frieden geschlossen.

Auch mit vielen anderen Begebenheiten in ihrem Leben. Lange Zeit versuchte sie in der Esoterik Antworten auf offene Fragen zu finden. Vor allem, warum sie sich nicht mehr an ihre Mutter erinnern konnte. Der Esoterik-Szene hat sie vor drei Jahren völlig den Rücken gekehrt, denn ihre Antworten hat sie erst gefunden, als sie begann, die Bibel zu studieren. Und eines Tages passierte es wie von selbst. Die Erinnerungen an ihre Mutter kamen zurück. An ihr Gesicht, an Szenen mit ihr in England und Malaysia und an die vielen Erlebnisse mit ihrer Mutter auf der Reise quer durch die halbe Welt. April Fasching lächelt. Gerade hat sie wieder ein Bild von ihr im Kopf.

Vom Dschungelkind zum Gotteskind
Vom Paradies in die Hölle und wieder retour
April Fasching
erhältlich bei
Buchhandlung Desch-Drexler, Pinkafeld, www.desch-drexler.at
und bei Morawa

Er wurde geboren, als das Gebiet des heutigen Burgenlandes noch zu Ungarn gehörte. Mit 20 wurde er im Zweiten Weltkrieg zum Kampfflieger ausgebildet. Später war er Direktor des Gymnasiums Oberschützen. Am 19. März wird Johann Werthner 100 Jahre alt. Als Pilot wurde er als draufgängerisch bezeichnet. Als Direktor zeigte er Ecken und Kanten. Aus dem Leben eines Hundertjährigen.

Sie sind klug, selbstbewusst und Schwestern. Stehen voll im Leben, managen einen 80 Mann-Betrieb und empfehlen den Frauen mehr Mut. Dagmar Ajtic und Esther Lang aus Friedberg im Portrait.

Dagmar Ajtic und Esther Lang aus Friedberg.

 

Dass die beiden nun die international tätige Kunststofftechnik- und Werkzeugbaufirma E.L.T. in Friedberg leiten, war von ihnen weder geplant, noch wurde es vom Vater erwartet.

Mittlerweile ist das Unternehmen Teil ihres Lebens – ein Vorzeigebetrieb in Sachen Innovation, Teamgeist und Lehrlingsausbildung. Als der Vater, ein studierter Techniker, den Betrieb im Jahr 1995 gründete, war Esther gerade einmal zwei Jahre alt, Dagmar 12 Jahre alt. Beide hatten in Friedberg eine sorglose Kindheit, in Oberwart die HBLA absolviert und grundsätzlich andere Pläne. Die väterliche Firma wurde in den Ferien zur Praktikumsstelle.

Zuerst für Dagmar, dann für Esther. Dort „hängengeblieben“ sind letztlich beide. Dagmar im Qualitätsmanagement und Esther in der Buchhaltung. „Unser Vater hat uns mit der Zeit immer mehr zugetraut. Er hat uns Aufgaben gestellt, an denen wir wachsen mussten, aber auch konnten.“ Daraus entwickelte sich ein erfolgreiches Dreiergespann. Inzwischen hat sich der Vater aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, um fortan mit Rat, Erfahrung und als Opa zur Verfügung zu stehen.

Vormittags Chefin, nachmittags Mutter

Dann kann es schon vorkommen, dass er mit seinem 15er Steyr mitsamt den Enkeln im Betrieb vorbeischaut, um die Mama zu besuchen. Denn Dagmar ist vormittags Geschäftsführerin und nachmittags Mutter eines dreieinhalb- jährigen Sohnes sowie einer eineinhalb-jährigen Tochter. Wobei, so strikt lässt sich das natürlich selten trennen, und dass sie überhaupt wieder ins Büro kann, geht nur dank Kinderdienst der Eltern und der Schwiegereltern.

Bei Esther sind Kinder derzeit noch kein Thema, dafür arbeitet ihr Mann im gleichen Betrieb, was auch eine Herausforderung sein kann, wenn man Berufliches von Privatem trennen will. „Es gelingt uns nicht immer, eigentlich fast nie.“ Zum Stress wird die Firma aber für beide Schwestern trotzdem nicht: „Es ist eher ein Stress, wenn du länger nichts von der Firma hörst. Das ist ähnlich wie mit den Kindern zu Hause. Wenn es ruhig wird, dann muss man einmal nachschauen gehen, sie könnten ja was angestellt haben.“

Als Chefinnen gut angeschrieben

Was natürlich nicht vorkommt – im Gegenteil, gemeinsam mit ihrem Vater haben die beiden jungen Geschäftsführerinnen den in den letzten Jahren rasch wachsenden Betrieb behutsam, aber doch auf neue Beine gestellt, sprich ins digitale Zeitalter geführt und so fit für die Zukunft gemacht.

Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Dagmar und Esther schätzen? Durchhaltevermögen, dass man sich auf sie verlassen kann und dass die beiden keinen Anspruch auf Allwissenheit stellen. „Wir kennen unsere Grenzen und schätzen die Expertise unseres Teams“, so Dagmar.

Typisch für einen weiblichen Führungsstil? Nicht unbedingt. „Unser Vater hat uns das im Betrieb mit auf den Weg gegeben“, so Esther, um dann doch eine typisch weibliche Eigenschaft hervorzuheben, welche die beiden allein schon wegen der sich rasch ändernden Rahmenbedingungen einbringen: „Wir sind strukturierter und schaffen so den kreativen Spielraum, den z.B. unsere Techniker brauchen.“

Keine Sensibelchen

Als Führungskräfte sind Dagmar und Esther voll akzeptiert – beim Team und auch bei Kunden und Lieferanten. Wiewohl schon der eine oder andere männliche Geschäftspartner die Kompetenzen der beiden Neo-Chefinnen testen wollte, was diese wiederum sportlich nehmen. Und überhaupt – als Sensibelchen kommt man in der Privatwirtschaft ohnehin nicht weit. Anderen Frauen raten sie, mutig zu dem zu stehen, was man kann, Rückschläge zu akzeptieren und Herausforderungen nicht zu scheuen. Wie man an den beiden sieht, ist da was dran.

Die bessere Lösung als stete Herausforderung von E.L.T.

Der oststeirische Spezialist für Kunststofftechnik und Werkzeugbau ist auf Erfolgskurs – und auf der Suche nach Lehrlingen und Facharbeitern.

Die Produkte des in Friedberg ansässigen Unternehmens findet man in Premiumautos deutscher Hersteller genauso wie in elektrischen Schaltschränken oder medizintechnischen Geräten in Krankenhäusern. Und wenn ein Kunde eine individuelle Lösung sucht, die eine komplizierte Form erfordert, dann kommen die Spezialisten von E.L.T. erst recht in Fahrt, denn die Bewältigung kniffliger Aufgaben sehen sie als stete Herausforderung. Zu dieser gehört auch die Auftragsforschung für so renommierte Einrichtungen wie die Montan-Uni Leoben, FH Joanneum, Kepler Uni Linz oder das Fraunhofer Institut in Deutschland.

1995 von Dr. Friedrich Zitz gegründet hat sich E.L.T. auf die Herstellung von Kunststoffspritzgussformen sowie auf die Fertigung von technischen Kunststoffprodukten spezialisiert und zu einem innovativen und höchst erfolgreichen Nischenplayer gemausert. Namhafte Kunden in Österreich, in anderen Ländern Europas, aber auch in den USA und China, schätzen die hohe Fertigungsqualität von E.L.T. So ist das Unternehmen auch innerhalb kurzer Zeit sehr schnell gewachsen – von 30 MitarbeiterInnen im Jahr 2015 auf derzeit 80 MitarbeiterInnen an den beiden Betriebsstandorten in Friedberg und Sebersdorf. Um den eigenen hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden, legt man seit jeher großen Wert darauf, Lehrlinge und Fachkräfte im Betrieb selbst auszubilden.

Das schlechte Image, das dem Kunststoff als Material in Zeiten wie diesen anhaftet, erschwert zusehends die Suche nach Lehrlingen und Fachkräften aus der Region. Dabei produziert E.L.T. weder Plastiksackerl noch billige Wegwerfware, sondern Spezialteile, in denen viel Know How steckt und die Menschen das Leben erleichtern sollen – erst recht wenn man an den Bereich Medizintechnik denkt. Diesen möchte man bei E.L.T. in Zukunft noch stärker in den Fokus nehmen, weshalb auch die Etablierung eines Produktionsstandortes in Übersee geplant ist. Dafür und um für die steigende Nachfrage aus Europa gerüstet zu sein, sucht man bei E.L.T. Verstärkung auf allen Ebenen – vom Lehrling über einen Betriebstechniker, bis hin zur Führungskraft.

Bei E.L.T weiß man sehr genau, dass man den MitarbeiterInnen auch das nötige professionelle Umfeld bieten muss. So legt man im Team großen Wert auf ein kollegiales Miteinander und auf eine Atmosphäre, in der man tüfteln, aber auch präzise arbeiten kann. Komplizierten Aufgabenstellungen begegnet man mit Neugierde und Entdeckergeist. Der Maschinenpark wird laufend modernisiert, und mit der Stadtgemeinde Friedberg ist man in engem Kontakt, um MitarbeiterInnen mit Kindern eine optimale Betreuungslösung anbieten zu können.

Hinter all dem steht eine umsichtige Unternehmensführung, allen voran Firmengründer Dr. Friedrich Zitz und seine beiden Töchter Mag. Dagmar Ajtic und Esther Lang. Mit deren Einbindung in die Geschäftsführung wurde die strategische Übergabe an die nächste Generation eingeleitet.

Portrait

Der Ton-Meister

Ton und Keramik prägen das Leben des Oberwarter Künstlers Kurt Pieber. Und die Neugier. Und so setzt er in seinem Oeuvre auf die Suche nach neuen Techniken und schafft so Einzigartiges. Dabei hat sein Kunstschaffen schon als Sechsjähriger eher zufällig beim Hüten von Kühen begonnen.

Kurt Pieber – Kunstschaffender aus Oberwart – ist bekannt durch seine Tonskulpturen und gehört zu den bedeutendsten burgenländischen Künstlern.

 

Er ist einer der eher stilleren Zeitgenossen; der heute 65-jährige Oberwarter Künstler Kurt Pieber. Dafür ein ganz feinsinniger Mensch, dem das Kreative in die Wiege gelegt zu sein scheint. Er ist gelernter Keramiker, Ofenbauer, Siebdrucker, Fotograf und Klavierspieler. Letzteres hat er sich in den letzten Jahren erst angeeignet. Und immer wieder bereit, künstlerisch neue Wege zu gehen. So hat er eine ganz eigene Technik entwickelt, um Fotografie im wahrsten Sinn des Wortes mit Keramik zu verschmelzen.

In seinem Vierkanthof in der Oberwarter Grazerstraße lebt das Multitalent. Heute ist das Anwesen ein wahres Kleinod, dem man von außen nicht ansieht, wie Kurt Pieber das Anwesen in den letzten Jahrzehnten mühevoll renoviert hat. Gleich neben dem Gebäude entsteht auf einer großen Grünfläche sein Skulpturenpark. „Ein Teil davon ist Landart, Gegenstände aus natürlichem Material, wie Holz, das nach einer bestimmten Zeit wieder zerfällt“, erzählt Pieber stolz. Lebensgroße Skulpturen finden hier aber genauso Platz wie der urburgenländische Kuchlgarten.

Der Weg

Geboren ist Kurt Pieber in Güssing, aufgewachsen in Rohr und Bocksdorf. Damals machte sich schon sein Hang zum Gestalterischen bemerkbar. Und zwar beim Kühe hüten. Gemeinsam mit anderen Kindern trieb am Morgen der Sechsjährige die Kühe des Nachbarn auf die Weide. Neben einem Bach. Ein Lagerfeuer war rasch gemacht, Krumbirn‘ wurden in der Glut gebraten, der kleine Kurt experimentierte mit dem Lehm des Baches und fing an, Figuren zu schaffen.

Durch die Hitze des Feuers wurden sie fest. Stolz zeigte der Bub sie seinen Eltern. Die behielten das im Hinterkopf, und als es um die Berufswahl ging, ermutigten sie ihren Sohn, die Fachschule für Keramik und Ofenbau in Stoob zu besuchen. Ton und Lehm begleiteten ihn fortan. Stoob schloss er als gelernter Keramiker, Ofenbauer und Fliesenleger ab.

Danach folgten berufliche Wanderjahre, die ihn u.a. zu einem Hafnermeister nach Wien führten, wo er lernte, historische Kachelöfen nicht nur zu restaurieren, sondern sie auch selbst zu bauen.

Nach Jahren der Selbstständigkeit absolvierte er die Berufspädagogische Akademie in Wien und begann 1982 in seiner Ausbildungsschule in Stoob zu unterrichten. Ofenbau, das Modellieren von Reliefs und Objekten standen dabei am Stundenplan ebenso wie der Siebdruck.

Weiterentwicklung

Von Beginn an reizte es Pieber, ob es nicht gelingen könnte, den Siebdruck – dabei wird Druckfarbe durch ein feinmaschiges Gewebe auf die zu bedruckende Oberfläche übertragen – mit der Fotografie zu verbinden und auf Keramik zu übertragen. Schließlich gelang ihm das auch.

Zuvor setzte er sich jedoch auch noch intensiv mit dem Thema Fotografie auseinander und besuchte sechs Semester lang die Fotoakademie in Graz und schloss sie mit dem Meisterkurs ab. Das Ergebnis sind großflächige Werke, teils mit Mehrfachbelichtung und starken Farben. „Ich habe das eine nicht gegen das andere getauscht, ich arbeite in allen Bereichen weiter“, erzählt der Künstler schmunzelnd. Dabei reicht der Bogen von kleinen bis lebensgroßen Keramiken, farbenprächtigen Siebdrucken mit Fotoobjekten bis zur kreativen Landart.

Zur Entspannung setzt sich der Kreative dann entweder ans Klavier oder auf den Hometrainer. Oder beides – nacheinander natürlich. Das Kunstschaffen begleitet ihn schon sein ganzes Leben lang. Die Liste seiner Ausstellungen ist lang. Schauen in Deutschland und Belgien stehen ebenso zu Buche wie zahlreiche Ausstellungen in Österreich.

Sein nächstes Projekt ist eine Fotoreise nach Schottland. Gemeinsam mit Gleichgesinnten wird er versuchen, die wunderschöne Landschaft auf Film/Chip zu bannen. Zu sehen soll es das Ergebnis des künstlerischen Trips 2020 in einer Ausstellung geben. Bis zum Abflug nach Schottland wartet noch eine Menge Arbeit auf den Künstler. Für den heurigen Tag der Offenen Ateliertüre (23. und 24. Mai) ist noch einiges an Vorbereitungen zu erledigen. „Aber ich freu mich schon jetzt auf viele Besucher“, lädt der Künstler herzlich ein.

Zum Schmökern: immer wieder taucht ein cowboy auf

Künstler haben in der Gesellschaft eine Aufgabe und diese nehmen sie wahr – sei es bewusst oder unbewusst, leise oder polternd. Genaues Hinschauen und Aufzeigen. Entgegentreten. Den Spiegel vorhalten. Das Salz in der Demokratie sein. Besonders in einer Zeit, in der der Klimawandel geleugnet wird, der Begriff Gutmensch zum Schimpfwort geworden ist und täglich Scheußlichkeiten und Rülpser durch soziale Medien fluten. In seinem Buch Und immer wieder taucht ein Cowboy auf bezieht Rudolf Hochwarter Position. Er greift öffentliche Statements oder politische Begriffe und Aussagen auf und stellt sie eigenen Texten gegenüber. Mit bildnerischen Mitteln nehmen die Künstler Wolfgang Horwath, Erich Novoszel und Kurt Pieber Stellung.

www.kurt-pieber.at

Ausgestattet mit Mitra, Bischofsstab, einem prächtigen roten Umhang und seinem Markenzeichen – den goldenen Schuhen – besucht der 81-jährige Adi Mathä als Nikolaus Familien, Schulen sowie Kindergärten, und das schon seit 46 Jahren.

Mehr als 100 Haushalte in der Pfarre Pinkafeld, dazu Kindergärten und Schulen, besucht Adi Mathä mit seinem Nikolaus-Team. Immer mit dabei: Die goldenen Schuhe, Bischofsstab und Mitra sowie ein Buch, aus dem der Nikolaus vorliest.

 

Adolf Mathä sitzt am Esszimmertisch in seinem Haus in Pinkafeld und schwelgt in Erinnerungen. Er blättert in einem Album – voll mit Bildern, die einen Mann mit weißem Rauschebart zeigen. Und zu jedem Foto weiß Herr Mathä eine Geschichte. Der HTL-Lehrer in Rente ist Nikolaus mit Leib und Seele, seit 46 Jahren. Bei seinen Hausbesuchen begrüßt er in manchen Familien schon die zweite Generation. Und darauf ist er stolz.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Den Grundstein seiner Nikolaus-Karriere legte Herr Mathä im Jahr 1973 im SOS-Kinderdorf in Pinkafeld, gefolgt von einzelnen Hausbesuchen bei Familien im Freundes- und Kollegenkreis, um sodann die Organisation der Nikolaus-Hausbesuche in der Pfarre Pinkafeld zu übernehmen und neu aufzustellen. Seine Telefonnummer ist im Pfarrbüro hinterlegt, und Haushalte, die einen Nikolaus-Besuch wünschen, können diesen gleich direkt beim Nikolaus, genauer gesagt bei Herrn Mathä bestellen. Gutes tun, auf Menschen zugehen und Kindern eine Freude machen, ist das, was ihn antreibt, ganz nach dem Vorbild des Heiligen Nikolaus von Myra.

„Ich weiß, dass die katholische Kirche und ihr Bodenpersonal oft und oft zu Recht in der Kritik stehen. Das beschäftigt mich, deshalb möchte ich mit gutem Beispiel voran- und auf andere Menschen aktiv zugehen, in der Hoffnung, dass sie diesem Beispiel folgen.“

Ein Team aus neun Nikoläusen

Und in der Tat: In den mehr als vier Jahrzehnten seiner Nikolaus-Mission sind schon viele Männer Herrn Mathäs Ruf gefolgt und seinem Nikolaus-Team beigetreten. Das aktuelle Team im Pfarrverband Pinkafeld besteht aus neun Nikoläusen. Darunter findet sich ein FH-Absolvent genauso wie ein Arbeiter, ein Architekt sowie ein Verkäufer, ein pensionierter Versicherungskaufmann und ein aktiver Volksschuldirektor.

„Bei meiner Auswahl bekomm’ ich immer einen Wink von oben“, so Herr Mathä, der dabei recht unkonventionell vorgeht. „In einem Möbelhaus in Unterwart hab ich einen Polizisten angesprochen, den ich vom Sehen her kannte. Er ist mit einer Vorhangstange gegangen, und ich hab ihn dabei beobachtet und sogleich angesprochen, dass er einen guten Nikolaus abgeben würde. Ich hab ihm erklärt, was wir machen und ihn gefragt, ob er nicht in mein Team eintreten wolle. Er war dann fünf Jahre lang mit dabei.“

Hausbesuche statt Massenabfertigung

Nun ist es wieder so weit. Der 6. Dezember, der Nikolaustag, steht vor der Tür. Adi Mathä und sein Nikolausteam werden in diesem Jahr an die hundert Haushalte in der Pfarre Pinkafeld besuchen. Die neun Nikoläuse nehmen sich für diese Hausbesuche auch viel Zeit. Zeit für Persönliches, zum Geschichten vorlesen, für ein kurzes Gebet. Dafür gibts natürlich auch ein Geschenk.

„Ich bring dem Kind etwas, und ich freu mich, wenn auch das Kind mir etwas gibt in Form von einem Musikstück, von einem kurzen gemeinsamen Gebet, einem kleinen Gedicht. Das Bitte, das Danke. Das hat einen ganz anderen Stellenwert als ein Massenauflauf, bei dem ein Kind nach dem anderen ein Sackerl in die Hand gedrückt bekommt.“

Ein Hausbesuch wird Herrn Mathä besonders in Erinnerung bleiben – der Besuch des Pinkafelder Nikolaus-Teams bei Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics in Eisenstadt. „Eine große Ehre“, so Herr Mathä. Überhaupt empfindet er sein Engagement als Nikolaus als Gnade. Wer weiß, wie lange noch? Adi Mathä kommt beim Blättern im Fotoalbum ins Sinnieren. „Noch vier Jahre, dann wären es insgesamt fünfzig, das wäre schön. Ich hoffe, der liebe Gott hilft mir ein bisschen.“

Warum lassen Menschen alles hinter sich, steigen aus ihrem gewohnten Leben aus und pilgern hunderte Kilometer auf ein Ziel zu, das der Inbegriff ihrer Erwartungen ist? Die Hoffnungen, die darin liegen, sind so unterschiedlich und einzigartig wie die Menschen selbst, die diesen Weg begehen. Hier die Geschichte von einem, der losging, um sich selbst zu finden.

Wohngemeinde Riedlingsdorf

Wohngemeinde Riedlingsdorf

Riedlingsdorf kennt man – wegen seiner Geselligkeit und weil die Leute irgendwie ein bisserl mehr zusammenrücken. Industrie gibt es hier keine. Dafür aber viel Ruhe und kleine, feine Traditionsbetriebe, die für das Dorfleben besonders wichtig sind.
24. März 2020
Reportage

Auf einen Espresso

Betritt man seinen Laden, kommt man in eine eigene Welt. Säcke mit Aufdrucken, die ihre exotische Herkunft belegen, lagern im hinteren Bereich. Eine Tafel kündet an, welche drei Sorten man heute im Kaffeehaus trinken kann und welchen Kuchen es gibt. Überhaupt liegt ein ganz besonderer Kaffeduft in der Luft. Günter Bohuslav, der Kaffeeröster und Barista ist ein sehr eigener Mensch. Sein Fernweh hat den gebürtigen Wiener schon in jungen Jahren in die weite Welt verschlagen. Er lebte 27 Jahre in verschiedenen Ecken der Welt, übte verschiedenste Berufe aus, vom Küchenchef und schließlich Hoteldirektor in Mexiko bis hin zu einer Kunstgalerie in Wien. „Im Herzen bin ich ein Zigeuner“, so sagt er über sich selbst. In Hartberg ist er mit seinem kleinen Kaffeehaus „Short Black“ und der darin befindlichen Kaffeerösterei „Boh‘s Beans“ seit fünf Jahren ansässig. Zeit, sich bei einem Espresso über Kaffee zu unterhalten.

Wolfau ist ein echtes Dorf und zwar mit allen Vorteilen, die ein solches bietet. Mit seinen gut 1.400 Einwohnern kennt zwar nicht mehr jeder jeden, aber fast will es so scheinen. Man hält zusammen, hilft einander und ist füreinander da.

Kein Wunder, dass seit gut einem Jahr die burgenländische Initiative „Nachbarschaftshilfe plus“ auch hier erfolgreich eingeführt werden konnte, die Einkaufs- und Fahrtendienste organisiert und dadurch mit Ehrenamtlichen den Alltag älterer, auf Hilfe angewiesener Menschen erleichtert.

Eine weitere Initiative, der Wolfau angehört, ist das „gesunde Dorf“. Im Rahmen dieses Projektes, dem übrigens der Bürgermeister vorsitzt, werden Gedächtnistrainings und Turnveranstaltungen angeboten. Zudem wird im März zu einem generationenverbindenden Spielenachmittag geladen.

Erfolge des Verschönerungsvereins

Der Ortsverschönerungsverein versorgt Wolfau nicht nur mit zahlreichen Blumen – jährlich werden etwa 5.000 Pflanzen neu gesetzt – er richtet auch jedes Jahr auf ehrenamtlicher Basis einen Kirtag aus. Der Erlös hieraus kommt wiederum dem Blumenschmuck und insgesamt der Verschönerung des Ortsbildes zugute. Bis der Bewerb eingestellt wurde, wurde Wolfau so insgesamt vier Mal beim Burgenländischen Landesblumenschmuckwettbewerb mit dem 1. Platz ausgezeichnet und zwar 1992, 1995, 2007, zuletzt 2012. Im Rahmen der Kirtage wurden auch mehrere Weltrekordversuche gestartet. Mit Erfolg: 1993 schaffte man das längste Leintuch, 1994 die längste Selchwurst, 1996 den längsten Brautschleier und 1998 die damals höchste Krapfenpyramide mit 7,49 Meter. Heute lässt es der Verschönerungsverein Wolfau allerdings eher ruhiger angehen, die Zeit- und Personalreserven sind nicht mehr so groß wie früher. Aber den jährlichen Kirtag, den lassen sich die Dorfbewohner nicht nehmen.

Urzeitliche Funde

Die Wolfauer haben eben einen burgenländischen Dickkopf. Und das nicht von ungefähr. Mitten im Ort gibt es eine Sand- und Schotterablagerung, die sogar noch bis in die 1950er-Jahre als Gemeindesandgrube genutzt wurde. Hier fanden sich beim Abbau Überreste ganz früherer dickköpfiger Bewohner. Genauer gesagt handelt es sich dabei um Fossilienfunde von Urzeitelefanten, von einem Mastodon longirostris und von einem Deinotherium, sowie Knochen eines urzeitlichen, hornlosen Nashorns. Sie alle stammen aus dem Zeitraum von circa 11,5 bis 11,3 Millionen Jahre vor unserer Zeit.

Im 13. Jahrhundert belegt

Wie vielfach im Burgenland, so kann man auch im Ortsgebiet von Wolfau römische Grabhügel finden. Der Ort an sich ist seit dem 13. Jahrhundert belegt, 1257 gab es eine Urkunde, in der die Siedlung „erunsd“ auf dem Gebiet der heutigen Gemeinden Markt Allhau und Wolfau erwähnt ist. 1331 wird der Ort schon als „Bolvo“ geführt, 1365 als „Walho“. Nachzulesen ist das in der 2012 erschienenen, in zahlreichen Arbeitsgruppen entstandenen Ortschronik.

Top Lage und Wirtschaft

Heutzutage ist Wolfau mit seiner Lage begünstigt. Einerseits verfügt die Marktgemeinde über einen direkten Zugang zur Autobahn, andererseits liegt sie direkt an den Lafnitzauen, einem Naturschutzgebiet, das malerische Wiesen und Auenlandschaften bietet. Das lädt zu ausgedehnten Spaziergängen und Radausflügen ein, über den Reitverein kann man auch Ausritte unternehmen. Wolfau ist seit geraumer Zeit schon eine Zuzugsgemeinde, verfügt über eine Krippe, einen Kindergarten, ein Freibad und eine gute Infrastruktur: Ein Nahversorger, eine Bäckerei, ein Arzt, eine Tankstelle, eine Bank, ein Reisebüro, ein Genusslokal, innovative Unternehmen aus der Baubranche und sogar eine Gemeindebücherei und eine Baumschule finden sich in der Ortschaft. Nicht zuletzt schafft auch die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft durch eine rege Bautätigkeit interessante Wohnräume.

2018 wurde der Breitband-Internetzugang fertiggestellt. 2019, den veränderten Umweltbedingungen geschuldet, wurde ein Hochwasserschutz mit einem festen Damm und mobilen Elementen errichtet.

Die unterschiedlichen Facetten von Wolfau sind gut im Gemeindewappen zusammengefasst: in der Mitte die Lafnitz als Grenzfluss, dazu symbolisch eine Ähre für das Bauerntum, ein Baum für Waldreichtum und als Symbol für das Naturschutzgebiet. Dazu eine Mauer, die das Handwerk darstellt, ebenfalls in Blau. Bürgermeister Walter Pfeiffer, ÖVP lenkt seit 18 Jahren die Geschicke der Gemeinde, über die er lobend sagt, dass er besonders die Dorfgemeinschaft schätzt, „die durch das aktive Vereinsleben geprägt ist“.

Wolfau ist eben ein richtiges Dorf – wo das Gemeinsame zählt, wo engagierte Unternehmen für einen wirtschaftlich interessanten Lebensraum sorgen und wo man noch gerne auf einen Plausch mit dem Nachbarn stehenbleibt.

Stegersbach gehört zu den schönsten Golf- und Wellnessdestinationen Österreichs und Europas. Wichtig sind dabei auch die Betriebe in der Gemeinde. Das Zentrum entwickelt sich mitunter nämlich zu einem tollen Genuss- und Einkaufsstandort.

Der Name spricht für sich. Mit Stegersbach verbindet man eine der Besonderheiten des Südburgenlandes. Natürlich ist dies zum Teil den touristischen Leitbetrieben (Reiters, Balance, Larimar und Puchas) am Hügel geschuldet. Waren es im Jahr 2004 noch 22.000 Nächtigungen, so wurde im Vorjahr mittlerweile die 250.000-Grenze erreicht. Einer, der besonders gerne nach Stegersbach kommt, ist ORF-Moderator und Sport-Kommentator Armin Assinger. „Mir taugt‘s hier“, sagte er kürzlich bei einer Pressekonferenz, im Zuge derer er als Werbeträger für die Thermenregion Stegersbach vorgestellt wurde. Die große mediale Präsenz Assingers soll Stegersbach als Marke für eine besondere Freizeit-, Sport- und Wellnessdestination noch besser positionieren. Davon sollen nicht nur die Tourismusbetriebe profitieren, sondern auch die innovativen Unternehmen im Ort. Immerhin sind sie Vermittler des südburgenländischen Charakters und die Säule einer gelebten, aufstrebenden Wirtschaft.

Stegersbach setzt weiterhin auf den sanften Tourismus. Im heurigen Jahr wird der Bereich der Thermalquelle neugestaltet, und es soll mehr geführte Wanderungen geben.

Eines ist nämlich fix: Wer die Region einmal kennengelernt hat, die Besonderheiten der Betriebe und die Gastfreundschaft, kommt bestimmt wieder.

 

Kastell Stegersbach

Ob zu zweit oder in Gesellschaft mit bis zu 250 Gästen – das Kastell in Stegersbach macht aus jedem Anlass etwas Besonderes.

Das Restaurant bietet von Mittwoch bis Sonntag ab 11.30 Uhr durchgehend warme Küche.

Für Ihre Feierlichkeiten stellt die Crew rund um Gastronom Marc Peischl vom einfachen „low budget“-Menü bis zum exklusiven Bankett das Richtige für Sie zusammen. Festlich gedeckte Tische, ein besonderes Flair – Sie müssen nur entscheiden, ob Ihre Feier im Gewölbe, im historischen Saal oder im Schanigarten stattfindet.

NEU für 2021: Hochzeitsgarten für standesamtliche Trauungen im Freien.

7551 Stegersbach | Sparkassenplatz 2
0660/222 1234 | www.kastellstegersbach.at

 

Computersysteme Zwitkovits

Seit 25 Jahren entwickelt sich das Unternehmen Zwitkovits in Stegersbach stetig weiter.

Spezialisiert ist das Computerfachgeschäft auf Netzwerk-, Server-, VOIP-, Drucker- und Sicherheitslösungen und ist damit auch der ideale Ansprechpartner für Firmen.

Ebenso berät das Unternehmen Zwitkovits bei allen gängigen EDV-Problemen, egal ob Laptop, PC, Handy, Drucker, etc. Computersysteme Zwitkovits ist der ideale Ansprechpartner für Ihre komplette EDV-Anlage – für Privatpersonen wie auch für Firmen.

„Bei uns sind Sie richtig, da sich unsere qualifizierten Techniker und unser Verkaufspersonal stets um unsere Kunden bemühen und bestens geschult sind!“

Geöffnet:
Mo – Do 8 – 12 Uhr und 14 – 18 Uhr,
Fr 8 – 18 Uhr

 

Friseursalon fiducie

Immer auf dem neuesten Trend, motiviert, freundlich und bestens geschult – das ist das Team von fiducie in Stegersbach. Der Kunde steht hier im Fokus! Haarverdichtung und Haarverlängerung von der Firma Great Lengths (Echthaar) sind eine Besonderheit des stilvoll eingerichteten Friseursalons.

Der Einklag mit der Natur wird bei fiducie groß geschrieben. Deshalb setzt man hier unter anderem auch auf eine vegane Pflanzenlinie.

Geöffnet:
Mo – Sa durchgehend

7551 Stegersbach | Hauptplatz 10
03326/52 063 | www.friseur-fiducie.at

 

Friseursalon fiducie

Immer auf dem neuesten Trend, motiviert, freundlich und bestens geschult – das ist das Team von fiducie in Stegersbach. Der Kunde steht hier im Fokus! Haarverdichtung und Haarverlängerung von der Firma Great Lengths (Echthaar) sind eine Besonderheit des stilvoll eingerichteten Friseursalons.

Der Einklag mit der Natur wird bei fiducie groß geschrieben. Deshalb setzt man hier unter anderem auch auf eine vegane Pflanzenlinie.

Geöffnet:
Mo – Sa durchgehend

7551 Stegersbach | Hauptplatz 10
03326/52 063 | www.friseur-fiducie.at

 

THAT‘S ME – Fashion for women

Die Boutique für alle Frauen, die Mode lieben“ – auch für die kurvige Frau!

Wir erfüllen die Wünsche der zeitgenössischen Damen. Durch einen eleganten und dennoch lässigen Look ergänzt die Mode von THAT‘S ME den weiblichen Ausdruck. Mode von THAT‘S ME möchte die Persönlichkeit der jeweiligen Dame hervorheben.

Eine angenehme Atmosphäre und persönliche Beratung sind die Stärken des Modehauses. Die neuesten Kollektionen sind gekennzeichnet mit BGREEN. THAT‘S ME möchte damit einen Beitrag leisten, unseren Planeten zu entlasten und unsere Rohstoffe zu schonen. Die Kollektionen kommen aus Österreich, Deutschland, Italien und Skandinavien.

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Do von 9.00 – 12.30 Uhr und
14.30 – 18.00 Uhr, Fr von 9.00 – 12.30 Uhr und
13.30 – 18.00 Uhr, Sa von 9.00 – 12.30 Uhr

7551 Stegersbach | Herrengasse 6
0664 4822166 | www.facebook.com/thatsmefashion

 

THAT‘S ME – Fashion for women

Die Boutique für alle Frauen, die Mode lieben“ – auch für die kurvige Frau!

Wir erfüllen die Wünsche der zeitgenössischen Damen. Durch einen eleganten und dennoch lässigen Look ergänzt die Mode von THAT‘S ME den weiblichen Ausdruck. Mode von THAT‘S ME möchte die Persönlichkeit der jeweiligen Dame hervorheben.

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Öffnungszeiten:
Di, Mi, Do von 9.00 – 12.30 Uhr und
14.30 – 18.00 Uhr, Fr von 9.00 – 12.30 Uhr und
13.30 – 18.00 Uhr, Sa von 9.00 – 12.30 Uhr

7551 Stegersbach | Herrengasse 6
0664 4822166 | www.facebook.com/thatsmefashion

Stegersbach ist ein Naturparadies im Herzen des Südburgenlandes mit einer einzigartigen Mischung aus Ursprünglichkeit und Zeitgeist.

Wussten Sie, dass…

…es im Südburgenland mehr als 300 Sonnentage im Jahr gibt?

… Stegersbach im Jahr 1289 erstmals schriftlich und urkundlich erwähnt wurde.

… in Stegersbach 2019 mehr als 250.000 Nächtigungen gezählt wurden und dies einen neuen Rekord in der Statistik darstellt?

… in Stegersbach das erste „Blaulichtzentrum“ des Landes entsteht, in dem an einem Standort die Freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz und die Polizeiinspektion untergebracht sind?

In der Vergangenheit wühlen, alte Namen und die zugehörigen Daten finden, das ist es, was Herbert Rehling aus Bad Tatzmannsdorf glücklich macht. Er ist ein Sammler und hat Daten von unschätzbarem Wert zusammengetragen und digitalisiert. Nennt man ihm einen Nachnamen aus der Region, weiß der Pensionist, woher der stammt. Seine Frau stellt er vor mit: „Helene Rehling, geborene Nicka.“ Und schon sind wir im Thema, denn sofort erklärt Herbert Rehling die verschiedenen Schreibweisen des Mädchennamens seiner Frau – und dass die Nickas eigentlich in Unterschützen beheimatet sind. Das ist es, was Genealogen tun. Sie betreiben Familienforschung, erstellen Ahnentafeln und freuen sich, wenn ein Name in ihr System passt.

Reportage

Klein und fein

St. Johann i. d. Haide – etwas mehr als 2.000 Einwohner hat der Ort, aber dafür einen der derzeit höchsten Politiker unseres Landes hervorgebracht: Der Grüne Vizekanzler Werner Kogler ist hier aufgewachsen. Die Selbstbeschreibung der Gemeinde ist auf drei Begriffe verdichtet: Wohnen-Arbeit-Freizeit. prima! begibt sich auf Spurensuche.

Ortsansicht St. Johann in der Haide

 

Fährt man von Hartberg aus nach St. Johann, fällt einem sofort die große Baustelle am Ortseingang ins Auge. Ringana, ein Hartberger Frischekosmetikhersteller mit Millionenumsätzen, baut hier das modernste Logistikzentrum Europas auf. Überhaupt, der Gewerbepark an der A2 ist gut besiedelt, denn St. Johann ist bei Gewerbe- und Industrietreibenden durch seine gute Anbindung beliebt. 70 km nach Graz, 120 nach Wien und ein direkter Autobahnzubringer. St. Johann tut etwas für seine Wirtschaft und wurde damit kürzlich auch – bereits zum dritten Mal – mit dem „goldenen Boden“ ausgezeichnet, einem Zertifikat der WKO Steiermark als „unternehmerfreundliche Gemeinde“. Zusammen mit den anderen Gemeinden der „Wirtschaftsregion Hartberg“, zu der auch Hartberg, Hartberg Umgebung, Greinbach und Grafendorf zählen, wurde die Auszeichnung entgegengenommen.

Ein Kontrastprogramm zum Gewerbepark zeigt sich etwas abseits der Hauptstraße: Der ABC Park. In übergroßen Buchstaben, bestehend aus verschiedensten Materialien wie Holz, Stein, Ziegel, Granit, Glas, Beton, Solarpaneelen ist hier neben dem Schriftzug „Bildung für alle“ auch das Alphabet aufgestellt. Die als Kunstprojekt von der EU-geförderte Installation soll „Lust und Freude auf Sprache und Bildung vermitteln“ und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Wer es geistlicher haben will, sucht die Lorettokapelle mitten im Wald von Mitterberg auf. Hier findet auch die alljährliche „Waldweihnacht“ statt.

Wohnen

Aufgrund der guten Arbeitssituation ist die Gemeinde schon seit gut 15 Jahren Zuzugsgemeinde. Vor allem für Familien versucht man eine gute Infrastruktur zu schaffen. Dabei sind die erst vor zwei Jahren errichtete und aufgrund der großen Nachfrage bereits erweiterte Kinderkrippe, der zweigruppige Kindergarten und die Volksschule zu erwähnen. Verschiedene Siedlungsgenossenschaften errichten Wohnungen, die fernab von der Hauptstraße mit idyllischem Naturausblick locken. Für die ältesten Bürgerinnen und Bürger gibt es ein Pflegeheim mit Platz für 80 Bewohner. Ein großer Pendlerparkplatz, der am 1. Oktober des vergangenen Jahres feierlich erweitert wurde, rundet das Angebot ab. Wen wundert es, dass durch neue Betriebsansiedlungen und den Bevölkerungsanstieg auch neue Herausforderungen auf die Gemeinde zugekommen sind?

„Für die nächsten Jahre ist die Sicherung der Trinkwasserversorgung ein großes Thema“, so Bürgermeister Günter Müller. Ein weiteres Großprojekt, das innerhalb der nächsten 5 Jahre vorgenommen werden soll, ist die Sanierung von Gemeindestraßen. Bürgerbeteiligung ist ein echtes Thema in St. Johann in der Haide. Spätestens alle 5 Jahre gibt es große Befragungen zur Zufriedenheit und über diverse Gemeindethemen wie anstehende Projekte. Die daraus gewonnen Einsichten werden in einer Bürgerversammlung der Öffentlichkeit präsentiert.

Freizeit

Und was machen die Sankt Johanner, wenn sie Freizeit haben? Wie in jeder steirischen Ortschaft gibt es auch hier ein reges Vereinsleben: unter anderen zwei freiwillige Feuerwehren, aktive Fußballer im SV, einen Pensionistenverein sowie einen Seniorenbund, Oldtimer- und Kinderfreunde sowie zwei Musikvereine uvm.

Die ehrenamtliche Kulturbeauftragte Helga Glatz organisiert Ausstellungen, Konzerte und Vorträge. In St. Johann gibt es nicht nur Kultur, sondern auch Natur: „Ich fahre gerne mit dem Rad zur Lafnitz“ verrät Amtsleiter Christian Kohlhauser, während Bürgermeister Günter Müller sich im Garten austobt oder ausgedehnte Waldspaziergänge macht. Manches Mal treffen sie sich auch zufällig bei der Maierhofermühle in den idyllischen Lafnitzauen (prima! berichtete), wo man vielleicht sogar das derzeit prominenteste Kind der Gemeinde, Werner Kogler, antreffen könnte. Und sogar sein ehemaliger Grüner Parteikollege und mittlerweile Bundespräsident Alexander Van der Bellen soll gerne hierher zum Ausruhen kommen.

St. Johann bietet von allem etwas: Gewerbe und Idylle, Pendlerparkplätze und Betreuungsplätze. Oder um es noch einmal mit dem Slogan der Gemeinde zu sagen: Wohnen-Arbeit-Freizeit.

Reportage

Hole-in-one

Spielen Sie Golf? Wann konnten Sie zuletzt Ihr Handicap verbessern? Schon lange nicht? Dann könnten Ihre Schläger der Grund dafür sein und nicht Ihr Unvermögen. Laut Studien und Fachzeitschriften gehen bereits über 80 Prozent der Hobbygolfer mit einem Set auf die Runde, das eigentlich nicht passt. Oliver Jany aus Pinkafeld macht es passend – und zwar biometrisch.

Weitere Hotline in der Steiermark

Weitere Hotline in der Steiermark

Ab heute, Samstag, 21. März 2020 wird die telefonische Beratung des Kriseninterventionsteams des Landes Steiermark ausgeweitet.
Nicole MÜHL / 21. März 2020

Sie hat ihn sich geholt. Einen der höchsten Preise in der österreichischen Werbewirtschaft: den AUSTRIACUS. Eveline Rabold ist Inhaberin der Oberwarter Agentur Rabold und Co. und hat mit der Werbelinie für das Bernsteiner Unternehmen „Karner Haustechnik“ Gold gewonnen. Für das Buch „Sätzchen“ bekam sie Bronze. prima! hat mit der Grafikdesignerin über gute Werbung gesprochen und wie wichtig der Begriff Marke ist.

Dem jungen Juristen wird eine steile Karriere in der SPÖ Oberwart vorausgesagt. 2022 könnte er mit Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP) ums Bürgermeisteramt rittern.

Mag. Christian Dax (SPÖ)

 

Herr Christian Dax, Sie sind Landesparteisekretär der SPÖ, Jurist und dem Vernehmen nach ein heißer Kandidat für den Oberwarter Gemeinderat. Sie werden sogar als Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahl 2022 gehandelt.

Christian Dax: Einen Wechsel derzeit in den Gemeinderat kann ich ausschließen. Ich bin bei der letzten Wahl gar nicht auf der Liste gestanden, daher kann ich auch gar nicht einziehen. Ich unterstütze aber die Oberwarter Gemeinderatsfraktion der SPÖ, wo ich nur kann. Vor allem im organisatorischen Bereich. Die Ortsgruppe ist gut aufgestellt, da ist noch viel Potenzial drinnen. Mit Karl Heinz Gruber (SP-Ortschef) bin ich im engen Einvernehmen. Ich selbst bin inzwischen stolzer Oberwarter geworden, und werde mich bei der Landtagswahl 2020 als Kandidat der SPÖ für den Bezirk stark machen.

Stichwort Landtagswahlen, was ist Ihr konkretes Ziel?

Christian Dax: Es wird von meiner Seite einen Vorzugsstimmen-Wahlkampf geben. Mein Ziel ist es, mehr Vorzugsstimmen zu bekommen wie Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Georg Rosner von der ÖVP.

Womit wir wieder bei der Gemeinde Oberwart wären. Bis wann glauben Sie wird die SPÖ ihre Liste für die Gemeinderatswahlen fixieren?

Christian Dax: Ich gehe davon aus, dass die Gemeinderatswahlen im Herbst 2022 stattfinden werden. Die SPÖ wird rechtzeitig die Liste und ihr Team präsentieren.

Mit Ihnen als Kandidat?

Christian Dax: Bis 2022 ist es noch ein Stück hin. Wir werden sehen. Jetzt gilt es einmal, die Landtagswahl erfolgreich zu schlagen.

Am 26. Jänner wählt das Burgenland seinen Landtag. prima! hat die Spitzenkandidatin und die Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien zum Gespräch gebeten und auch die NEOS dazugeholt (somit alle Parteien, die bis Redaktionsschluss ihren Antritt zur Wahl bekannt gegeben haben).

Allen Spitzenkandidaten wurden dieselben Fragen gestellt. Alle hatten die gleichen Vorgaben. Kurz und prägnant war dabei das Ziel.

Wer diesen Rahmen am besten genutzt hat, um Inhalte zu vermitteln – lesen Sie selbst.

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Mein Wahlziel ist ein Plus gegenüber der letzten Landtagswahl. Damit wäre gewährleistet, dass es im Burgenland weiter stabile politische Verhältnisse gibt. Zu möglichen Regierungspartnern gelten für mich zwei Faktoren: einerseits eine möglichst große inhaltliche Übereinstimmung, andererseits Handschlagqualität. Ich schließe daher niemand im Vorhinein aus. Aber entscheidend ist: Zuerst sind die Wähler am Wort!

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Das Burgenland verfügt über ausgesprochen qualifizierte, tüchtige Facharbeiter. Leider sinkt die Zahl der ausbildenden Betriebe seit Jahren. Dem steuern wir durch überbetriebliche Ausbildungseinrichtungen entgegen – für fast zwanzig Prozent der Lehrlinge. Wir setzen außerdem auf Berufsorientierung im Vorfeld, Fördermittel in der Ausbildungszeit und unterstützen betroffene Menschen bedarfsgerecht, wenn der Arbeitsmarkt einen Wechsel erfordert. Mein Ziel ist eine attraktive Lehre durch faire Löhne und die Förderung von Zukunftsberufen.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Das Burgenland steht finanziell auf soliden Beinen. Wir bauen weiter Schulden ab, sind aber aufgrund eines guten Finanzmanagements in der Lage, in Zukunftsvorhaben zu investieren. Ich habe dem Landtag ein Budget für 2020 vorgelegt, das dieser Anforderung gerecht wird und erstmals einen Finanzierungsbeitrag für den Neubau des Krankenhauses Oberwart vorsieht. Ich bekenne mich dazu, dass wir in die Bereiche investieren, die für die Menschen vorrangig sind – da gehören Gesundheit, Pflege, Bildung und faire Einkommen sicher dazu.

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Die ÖBB haben 2011 nicht nur den Personenverkehr eingestellt. Es sollte auch der Infrastrukturbetrieb eingestellt werden, wodurch auch kein Güterverkehrsbetrieb mehr möglich gewesen wäre. Das Land hat die Verkehrsinfrastruktur Burgenland GmbH gegründet, um den Erhalt der Schieneninfrastruktur sicherzustellen. Seitdem ist das Transportvolumen deutlich angestiegen. Daher reaktivieren wir derzeit die Strecke nach Großpetersdorf und errichten eine neue Verladestelle in Rotenturm. Die Versorgung mit öffentlichem Verkehr ist insbesondere durch die Buslinie G1 sichergestellt, eine neue Bus-Verbindung nach Graz wird hinzukommen. Personenverkehr auf der Bahn wäre nur attraktiv, wenn die Infrastruktur deutlich verbessert würde. ÖBB und BMVIT waren bisher zur Finanzierung nicht bereit, das Burgenland alleine kann das nicht stemmen. Wir verfolgen aber ein völlig neues Konzept, das zwei große Verkehrsknotenpunkte – jeweils im Nord- und Südburgenland – vorsieht, über die Pendlerinnen und Pendler möglichst rasch per Bahn nach Wien kommen könnten. Wir sind da in konkreten Gesprächen mit ÖBB und Ministerium.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Das Land Burgenland hat das EU-geförderte Projekt „Grenzbahn“ initiiert, in dem die Machbarkeitsstudie erarbeitet wurde. In Nachfolgeprojekten werden Finanzierungsmöglichkeiten untersucht. Brüssel stellt derzeit leider nur Mittel für transeuropäische Netze zur Verfügung. Wir werden uns da aber weiter engagieren. Dieses Bahnprojekt kann zu einer positiven grenzüberschreitenden Entwicklung beitragen, wenn es auch wirtschaftlich sinnvoll ausgerichtet ist – aber da muss auch die EU mitspielen!

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Volksbegehren sind ein direktdemokratisches Instrument, mit dem die Bürger ihre Anliegen an die Politik artikulieren können. Ich bin daher skeptisch, wenn sich aktive Politiker zu sehr für oder gegen Volksbegehren in Szene setzen, und halte mich auch daran – mit Ausnahme des Raucherschutz-Volksbegehrens, wo ein persönliches Interesse dahinter stand. Klar ist, dass wir mit der Bio-Wende eine ähnliche Vorreiterrolle im Bereich der Landwirtschaft verfolgen, wie wir das mit der Energie-Wende schon geschafft haben. Den Menschen sind gesunde, regional produzierte Lebensmittel ein wichtiges Anliegen – und wir wollen die zusätzlichen Chancen nutzen, die sich daraus für die Landwirtschaft, aber auch für den Tourismus ergeben. Und mit der neuen Klima- und Energiestrategie legen wir uns die Latte ebenso hoch: Bis 2050 wollen wir den gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen beziehen und die Treibhausemissionen um 90 Prozent senken. Wir reden nicht nur über Klimaschutz, wir handeln!

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Mir ist ein Herzensanliegen, dass alle Menschen im Burgenland – natürlich auch im Südburgenland – gut und sicher leben können. Daher mein Einsatz für faire Löhne, kluges Wachstum und für Sicherheit in einem umfassenden Sinn.

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Wir wollen stärker werden und und dazu gewinnen. Wir schließen im Vorfeld keine Partei bezüglich einer gemeinsamen Regierungsbildung aus.

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Facharbeiter- aber auch der Lehrlingsmangel sind ein ernst zu nehmendes Thema. Wir im Burgenland gehen mit gutem Beispiel voran. Sowohl in der Verwaltung als auch in landesnahen Betrieben (Baudirektion, Landesthermen usw..) werden Lehrlinge ausgebildet. Auch die überbetriebliche Lehrlingsausbildung wird von Seiten des Landes unterstützt, u.a. durch Förderung von Schulpraktika wird vielen Schülern ein leichterer Einstieg in die Berufspraxis ermöglicht. Wir appellieren an alle Betriebe, Lehrlinge auszubilden.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Die Finanzierung der Maßnahmen, auch was das Krankenhaus Oberwart angeht, wurde schon im Vorfeld sichergestellt. Wir bauen doch kein Haus ohne Plan, und dabei ist die Frage der Finanzierung ganz wesentlich.

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Ausbau der Schiene (Personen- und Güterverkehr/Schieneninfrastruktur) ist wichtig und wird auch weiterhin forciert. Gütertransporte in Österreich gehören von der Straße auf die klimafreundliche Schiene. Da sind vermehrte Anstrengungen notwendig. Wichtig ist dies auch für die Lebensqualität und den Klimaschutz.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Siehe dazu vorige Frage: Ausbau der Schiene (Personen- und Güterverkehr/Schieneninfrastruktur) ist wichtig und wird auch weiterhin forciert. Gütertransporte in Österreich gehören von der Straße auf die klimafreundliche Schiene. Da sind vermehrte Anstrengungen notwendig. Wichtig ist dies auch für Lebensqualität und Klimaschutz.

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Das Burgenland soll Schritt für Schritt zum Bio-Vorzeigeland in Österreich werden.
Regionalität ist wichtig. Regionale Produkte müssen vermehrt in den Vordergrund treten. Die Menschen müssen schon von klein auf vermehrt für Bio- und regionale Produkte sensibilisiert werden.

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Das Thema Sicherheit – Sicherheit ist ein Grundbedürfnis.
Das Burgenland muss sicherstes Bundesland bleiben.

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Wir wollen stärker werden, um damit auch den Anspruch stellen zu können, im Land mitzuregieren. Das Land ein bisschen mehr türkiser machen. Türkis ist dabei mehr wie eine Farbe, es bedeutet eine enkelgerechte, transparente Politik zu machen und ist auch eine Frage des Stils. Und heißt, dass wir auch – genauso wie Sebastian Kurz im Bund – mit allen reden, die mit uns nachhaltige Lösungen im Sinne aller Menschen und vor allem unserer Kinder und Enkelkinder suchen.

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Im Bereich der Gastronomie haben wir ein eigenes Tourismus-Jobcenter vorgeschlagen. Damit wollen wir die Position des Burgenlandes im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte stärken und die Entwicklung von Qualifizierungsangeboten unterstützen. Für die immer wichtiger werdenden Mint-Fächer müssen wir die nächsten Generationen ebenfalls fit machen. Nämlich spielerisch mit Wissenschaftsecken in den Kindergärten. In Eisenstadt haben wir diese schon mit Erfolg eingeführt.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Politik machen ist immer eine Frage der Prioritätensetzung. Wo ist das Steuergeld am besten für die Menschen eingesetzt? Ich halte den Mindestlohn für Landesbedienstete oder die verordnete Gemeinnützigkeit in der Pflege für eine teure Placebo-Politik. Wir müssen Themen anpacken, die das Leben der Menschen im Südburgenland besser machen: Jobs, Infrastruktur und vor allem Mobilität. Wir brauchen praktikable, rasche Lösungen für unsere Pendler und flächendeckend schnelles Internet. Dort müssen wir investieren!

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Die Volkspartei hat immer für diese Linie gekämpft und wird es auch weiter tun. Nicht alles, was für die Menschen und die Entwicklung einer Region wichtig ist, ist auch wirtschaftlich rentabel. Hier muss die öffentliche Hand Geld in die Hand nehmen und die Strecke attraktivieren. Das ist also vor allem eine Frage des politischen Willens – und diesen haben wir, weil die Menschen und die Unternehmen diese Strecke brauchen. Dafür habe ich mich auch im Bund bei den Regierungsverhandlungen stark gemacht.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Unser Georg Rosner ist in ständigem Kontakt mit seinem Kollegen aus Szombathely. Beide forcieren diese Strecke vehement, weil sie eine absolute Wirtschaftsader ist. Wir brauchen diese Linie für die Pendler und um den steigenden Güterverkehr von der Straße wegzubekommen. Das ist von entscheidender Bedeutung für die ganze Region – und auch das habe ich in Wien deponiert.

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Ich will einen guten Mix aus Bio und Konventionell. Für uns ist – im Gegensatz zum rot-blauen Plan – Regionalität das Schlüsselwort. Mir ist das normale Hendl vom Nachbarhof schon alleine wegen dem CO2-Abdruck lieber wie das Bio-Hendl aus Chile. Tier- und Klimaschutz sind wichtige Themen. Aber trotz unterstützenswerter Punkte gibt es in beiden Volksbegehren Forderungen, die ich nicht unterschreiben kann. Die CO2-Steuer etwa würde vor allem die ländliche Bevölkerung und die Pendler massiv treffen.

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Mobilität bedeutet Lebensqualität und Lebenschancen. Dabei geht es um ordentliche Verbindungen in die Ballungszentren, aber auch die Zubringer und die Mikro-Mobilität. Ich will, dass sich jeder entscheiden kann, ob er mit dem Auto oder mit den Öffis zur Arbeit, zur Apotheke oder zur Oma fährt. Wir wollen mit unseren Burgenland-Bussen eine echte Mobilitätswende erreichen. Das sind kleine, gemeindeübergreifende Regionalbusse, die gut getaktet und leistbar in und zwischen den Gemeinden und zu den Verkehrsknotenpunkten unterwegs sind.

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Unser Ziel ist es, stärker zu werden, damit sich ein drittes Mandat mit dem damit verbundenen Klubstatus ausgeht. Daraus ergeben sich dann mehr parlamentarische Rechte. Darüber hinaus wollen wir aber so stark werden, dass wir in Regierungsverhandlungen mit der SPÖ treten können.

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Die Lehrberufe brauchen ein neues Image, denn sie sind gleichwertig wie Berufe mit höherer Ausbildung. Wir brauchen eine Weiterentwicklung der Lehrausbildung, die eine Kombination mehrerer Betriebe innerhalb einer Ausbildung ermöglicht, um Einzeldefizite aus Betrieben aufzufüllen, ohne dass der Betrieb gewechselt werden muss. Und es braucht Erhebungen, wo gesetzliche Regelungen ein Hindernis für eine Lehrlingsaufnahme sind. Ein wichtiger Beitrag wäre auch die Etablierung von sogenannten Brückenlehrgängen für ausländische Jugendliche und Erwachsene.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Das Projekt der Anstellung für pflegende Angehörige wollen die GRÜNEN gar nicht finanzieren, weil wir meinen, dass das Geld hier falsch eingesetzt wird. Es braucht vielmehr eine fachliche Unterstützung, eine Ansprechperson für die pflegenden Angehörigen vor Ort. Die Ankündigung eines zusätzlichen neuen Krankenhauses dürfte eher aus dem Wahlkampfteam der SPÖ entsprungen sein, hier fehlen noch fundierte Analysen der IST-Situation und des Bedarfs. Was die deutliche Erhöhung des Mindestlohns im Landesdienst betrifft, schlage ich vor, mit der Umsetzung noch zu warten und einen Changemanagement-Prozess zu starten. So eine grundlegende Änderung kann man nicht einfach von einem Tag auf den anderen umsetzen. Die Finanzierung des Gratiskindergartens geht sich dann mit den steigenden Ertragsanteilen aus.

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Gemeinsam mit dem Institut für Verkehrswissenschaften der TU Wien haben die GRÜNEN einen Klimaschutz-Verkehrsplan erarbeitet. Das Herzstück dieser Strategie ist ein modernes Schienennetz für das ganze Burgenland, dazu gehört sowohl der Strecken-Neubau wie auch die Reaktivierung stillgelegter Strecken. Alle zentralen Orte des Landes sollen über einen Bahnhof mit dem Zug erreichbar sein. Von dort sollen Busse die Pendlerinnen und Pendler zu ihren Wohnorten bringen. Was finanzierbar ist, ist immer politische Entscheidungen. Daher werde ich mich darum bemühen, für dieses Anliegen im Landtag Mehrheiten zustandezubringen.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Wenn wir im Burgenland die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir die Bahnverbindungen verstärken. Langfristig rechnet sich das auch, weil sich an den Linien des öffentlichen Verkehrs Betriebe ansiedeln und damit die Wirtschaftsregion gestärkt wird.

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Dass sich das Burgenland zum Bioland wandelt, ist ein wichtiger Schritt in Richtung ökologische Agrarwende, der von den GRÜNEN initiiert wurde. Wenn die Landwirtschaft weniger Dünger benötigt und weniger Lebensmittel importiert werden, ist das auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Das trifft natürlich auch auf artgerechte Tierhaltung zu. Ich habe selbstverständlich beide Volksbegehren unterschrieben.

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Für mich steht der Klimaschutz und alle damit verbundenden Bereiche ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Da der Verkehr im Burgenland für fast zwei Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich ist, muss hier rasch gegengesteuert werden. Als Verkehrslandesrätin würde ich unseren Klimaschutz-Verkehrsentwicklungsplan schrittweise umsetzen.

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Unser Wahlziel ist, gestärkt aus der Landtagswahl mit 3 Mandaten hervorzugehen. Eine gemeinsame Regierung schließen wir mit keiner Partei aus, weil wir uns wie in der Vergangenheit mit Vorschlägen und Ideen für die Menschen im Burgenland einsetzen.

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Die Wertschätzung der Facharbeiter muss wieder eine höhere werden. Wir wollen die Gehaltsschere schließen, die die Abwanderung der Facharbeiter in die Verwaltung zur Folge hat. Daher ist der von Landeshauptmann Doskozil eingeschlagene Weg, mit einer Erhöhung der Entlohnung nur für Landesbeamte, der falsche.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Seit Jahren wird über Neu- und Umbau des Krankenhaus Oberwart diskutiert. Millionen wurden für Planungen (13,7 Mio. Euro) in den Sand gesetzt. Bis jetzt wurde noch keine klare Entscheidung (Neu-, Umbau, …) getroffen und nun wird ein neues Wahlzuckerl versprochen. In den letzten Jahren wurden in Kittsee zig Mio. Euro an Investitionen getätigt. Es gibt keinen Gratiskindergarten, sondern Zuschüsse des Landes und der Gemeinden, und auch hier fehlt die Finanzierung. Daher wurde es erst ganz kurz vor der Wahl als weiteres Wahlzuckerl beschlossen.

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Jahrzehnte hat man im Süden nur versprochen, den öffentlichen Verkehr auszubauen. Das Gegenteil ist unter SPÖ+FPÖ und SPÖ+ÖVP passiert. Schienen verrosten und werden abgebaut. Wir haben uns immer dazu verwendet, den öffentlichen Verkehr in ganz Burgenland und im Speziellen im Südburgenland auszubauen und zu attraktivieren. Solche Projekte bedürfen mehr als 10 Jahre, daher ist eine Bahnlinie bis 2025 nicht realisierbar. Der erste Schritt, den wir in der nächsten Periode vorantreiben würden, ist eine umfassende Verkehrskonzept-Planung.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Es wird wie der Ausbau der Bahn im Südburgenland insgesamt halbherzig gearbeitet. Wir haben einige Betriebsbesuche gemacht (Stipits, Vossen, …), wo Schienen noch vorhanden wären. Damit könnten sehr viele Transporte auf die Schiene verlagert, Arbeitsplätze gesichert und auch geschaffen werden. Um hier endlich voranzukommen, bedarf es der Bewegung Bündnis Liste Burgenland.

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Bio und Regionalität darf kein Widerspruch sein. Jedoch kann und soll man niemanden zwingen, rein nur Bio zu produzieren oder zu essen. Am Beispiel des Spitals Oberpullendorf, wo ein langjährig verlässlicher Lieferant (2 km Nähe) nicht mehr liefern darf, und ein um 50 km weiter entfernter Lieferant ohne Ausschreibung zum Zug gekommen ist. Tierschutz und Klimaschutz sind uns ganz wichtig. Wo wir Verantwortung tragen, setzen wir auch die richtigen Maßnahmen für den Klimaschutz (Windenergie, Photovoltaik, Wasserstoff, …).

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Verbesserung der Lebensqualität im Burgenland (Schließung der sich immer weiter öffnenden Gehaltsschere zwischen Beamten und den Arbeitern und Angestellten in der Privatwirtschaft, Senkung der Kosten für Pendler, Senkung der Kosten für öffentliche Verkehrsmittel, Ausbau des öffentlichen Verkehrs).

 

Was ist Ihr Wahlziel und mit welcher Partei würden Sie bereits im Vorfeld eine gemeinsame Regierung ausschließen?

Unser klares Wahlziel ist der Einzug in den Burgenländischen Landtag. Nach vier erfolgreich geschlagenen Wahlen – Europawahlen, Nationalratswahlen und die beiden Landtagswahlen in Vorarlberg und der Steiermark – mit den jeweils besten Ergebnissen für eine liberale Partei sind wir sehr zuversichtlich, dass wir auch im Burgenland für frischen Wind und vor allem mehr Transparenz und Kontrolle sorgen werden.

Der Facharbeitermangel ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Lehrlinge sind schwer zu finden. Wie soll man dem entgegensteuern?

Einerseits müssen wir langfristig die beste Bildung ins Burgenland bringen, um die Fachkräfte bestmöglich auszubilden. Andererseits müssen wir kurzfristig auf bessere Ausbildungsmöglichkeiten für Arbeitssuchende setzen und AsylwerberInnen in der Lehre den Lehrabschluss ermöglichen. Denn die derzeitige Situation ist vollkommen absurd. Man bestraft dadurch die, die integrationswillig sind und mit ihrer Arbeit einen Beitrag für die Allgemeinheit leisten. In vielen Berufssparten suchen die Unternehmen händeringend nach Fachkräften.

Anstellung für pflegende Angehörige, Mindestlohn von 1.700 Euro (für landesnahe Betriebe), Gratiskindergarten, neben Oberwart soll nun auch ein zweites Krankenhaus neu gebaut werden –  wie wollen Sie die Finanzierung dieser  – von der jetzigen Regierung – durchgeführten Maßnahmen sicherstellen bzw. was wollen Sie grundlegend ändern?

Auf alle Fälle muss besser gewirtschaftet werden. Es darf in Zukunft kein Planungsdesaster wie beim Neubau des Krankenhaus Oberwart geben, wo laut Rechnungshof 10 Millionen Euro Planungskosten zum Fenster rausgeschmissen wurden. Die Landespolitik muss Vorhaben ordentlich umsetzen. Populistische und nicht durchdachte Wahlzuckerl auf Kosten der nächsten Generation wird es mit uns nicht geben. Daher wollen wir auch im Burgenland eine Schuldenbremse umsetzen, denn die Schulden von heute kosten der nächsten Generation nicht nur Geld, sondern auch Zukunft.

Nicht leistbar ist aber scheinbar die Reaktivierung der Bahn im Bezirk Oberwart. Die Strecke Friedberg–Oberwart wurde in der SPÖ-ÖVP Regierung 2011 bekanntlich eingestellt. Konkret gefragt: Unter Regierungsbeteiligung Ihrer Partei – wird es 2025 eine Bahnlinie für den Personenverkehr im Bezirk Oberwart geben – ja? nein?

Ja, natürlich wollen wir, dass die Pinkatalbahn so schnell wie möglich wieder reaktiviert wird. Seit Jahren treten wir NEOS dafür ein. Wir fordern den raschen Ausbau mit Wiederaufnahme des Personenverkehrs. Der Zug muss endlich auch wieder im Südburgenland fahren. Wir sind nach wie vor „Bahnstiefkind“ und am Abstellgleis der Landespolitik, das ist eine Schande und unverantwortlich. Generell ist der gesamte öffentliche Verkehr auszubauen, ohne Auto ist man im Südburgenland chancenlos.

Thema Grenzbahn, also die Bahnverbindung des Südburgenlandes mit Ungarn. Seit Jahren wird auf eine Überprüfung verwiesen. Dann heißt es wieder, es scheitert an Ungarn. Wird die Sache zu halbherzig verfolgt, und für wie wichtig erachten Sie diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn?

Für uns NEOS ist diese Bahnlinie für die wirtschaftliche Verbindung mit unserem Nachbarn sehr wichtig. Es ist vollkommen unverständlich, warum die rot-blaue Landesregierung in den letzten fünf Jahren sich nicht mehr dafür eingesetzt hat. Ganz offensichtlich fehlt der politische Wille dazu, obwohl eine IHS-Studie sich für den Ausbau der Bahn bis nach Ungarn ausspricht und dem Projekt eine überdurchschnittliche Rentabilität und volkswirtschaftlichen Nutzen bescheinigt. Wir werden uns für die Grenzbahn einsetzen!

Das Burgenland soll zum Bioland Nr. 1 werden. Regionalität ist wichtig. Haben Sie das Klimaschutz- und das Tierschutz-Volksbegehren unterschrieben?

Nachhaltigkeit ist einer unserer Kernwerte. Wir setzen uns für eine Ökologisierung der landwirtschaftlichen Förderpolitik ein. So sollen auch Aspekte des Tierschutzes stärker berücksichtigt werden. Dies würde Fleisch aus Massentierhaltung verteuern und nachhaltige Produktion begünstigen. Unser Konzept würde für eine ökologische Steuerrevolution regionale, mit hohen Standards produzierte Lebensmittel aufgrund der kürzeren Transportwege und der geringeren Emissionen fördern. Ja, das Volksbegehren habe ich unterschrieben!

Welches Thema ist Ihnen eine Herzensangelegenheit und würde von Ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung vertreten werden?

Mein Herzensanliegen ist ein gutes Leben auch im Südburgenland. Dafür braucht es mehr Arbeitsplätze und besseren öffentlichen Verkehr. Ich werde mich für einen „Masterplan Südburgenland“ einsetzen, eine integrierte Gesamtstrategie für das Südburgenland. Noch immer ist das Burgenland eine Region mit zwei Geschwindigkeiten. Das Südburgenland hat in vielen Bereichen nicht die gleichen Entwicklungschancen, daher braucht es mehr Dynamik und neue Akzente in der Regionalentwicklung. Konkrete Taten statt nur Ankündigungen und Reden sind gefragt!

... und das am liebsten tänzerisch. Die 22-jährige Pinkafelderin Laureen Drexler hat als Profitänzerin den Sprung von der freischaffenden Künstlerin an ein Theater mit Fix-Engagement geschafft. Wir haben sie an ihrer neuen Wirkstätte am Theater Regensburg erreicht und zum Interview gebeten.

Dein Traum war es immer, in einer Company aufgenommen zu werden und im Ausland Erfahrung zu sammeln. Du bist seit Kurzem Ensemblemitglied am Theater Regensburg, und die aktuelle Produktion („Juke Box Heroes“), an der du mitwirkst, ist ein voller Erfolg. Bist du nun am Ziel deiner Träume angelangt?

Laureen Drexler: Nein, sicher nicht, wenn dann ist das ein Zwischenziel. Ich bin megaglücklich dort, wo ich jetzt bin. Aber es geht natürlich immer irgendwie weiter. Ich möchte noch mehr Städte bereisen, noch mehr Häuser kennenlernen und auf noch mehr Bühnen tanzen.

Gab es in deiner noch jungen Karriere jemals Situationen, wo es schwierig war, die körperlichen Strapazen zu groß, wo es einfach nicht so lief, wie du dir das vorgestellt hast?

Laureen: Ja, immer wieder. Auf der Uni war es für mich ganz neu, dass wir jeden Tag Ballett hatten, denn ich bin eigentlich aus dem Musical- und Jazzbereich gekommen. Jeden Tag technisches Training zu haben, hat mich schon sehr gefordert. Auch wenn das Balletttraining natürlich sehr wichtig ist, um die Technik zu stärken. Dazu kommt, dass es im zeitgenössischen Tanz verschiedene Stile gibt, in die man sich erst reinfühlen muss. Ich mag es z.B., sehr flüssig zu tanzen. Aber es gibt auch Choreographien, wo man sehr aggressiv und abrupt arbeitet, was einem dann viel abverlangt.

Wie schwierig ist es, in Österreich eine Tanzkarriere aufzubauen oder anders gefragt, kann man in Österreich vom Tanz leben?

Laureen: Wir haben zwar im klassischen Bereich die Staatsoper und die Volksoper, aber im zeitgenössischen Bereich ist es in Österreich definitiv schwierig, weil es keine Companies gibt, bei denen man fix angestellt ist. Das heißt, wenn man zeitgenössisch tanzen will, muss man in Österreich freischaffend arbeiten. Das hab ich auch gemacht in den letzten zwei Jahren. Es lief ganz gut. Ich war immer beschäftigt, aus einem Projekt ergab sich oft das nächste. Aber irgendwie hatte ich dann nach zwei Jahren das Gefühl, dass ich angestanden bin, weil ich immer mit den gleichen Leuten zusammengearbeitet habe. Es gibt nur wenige Tänzer, die in Österreich freischaffend arbeiten. Das ist in London oder Berlin viel einfacher.

Du hast als kleines Mädchen mit drei Jahren die Liebe zum Tanz entdeckt. Jetzt ist es ja so, dass viele Mädchen in diesem Alter mit Ballettunterricht beginnen und Freude am Herumhopsen haben. Was lief bei dir anders von Anfang an?

Laureen: Ich war damals voller Energie und stand immer irgendwie im Mittelpunkt, ohne dass ich mir das ausgesucht hab. Meine Mutter war auch diejenige, die mir vorgeschlagen hat, in den Tanzunterricht zu gehen, weil ich zu Hause so viele Purzelbäume und Räder geschlagen hab. Es kommt mir heute zugute, dass ich als Kind nicht mit Ballett begonnen hab, sondern in der Musical- und Jazzgruppe in Pinkafeld war, weil ich auf diese Weise früh Bühnenerfahrung sammeln konnte.

Wie viele Stunden trainierst du am Tag und wie hältst du deinen Körper fit?

Laureen: Wir trainieren hier in Regensburg circa sieben Stunden pro Tag, wobei von den sieben Stunden sind eineinhalb Stunden wirkliches Training, also Ballett. Danach ist Proben angesagt, da studieren wir dann die verschiedenen Choreographien ein. Dadurch, dass wir von Montag bis Freitag, manchmal auch samstags, eingedeckt sind, muss ich mich außerhalb des Theaters nicht wirklich fit halten. Wenn, dann geh ich zu meinem eigenen Vergnügen ab und zu ins Fitnesscenter oder mach einen Akrobatik-Kurs.

Du bist jetzt 22. Ist das typischerweise jenes Alter, wo sich die Erfolge einstellen sollten, wenn man eine Profitanz-Karriere einschlagen will?

Laureen: Ja, ich glaub das passt ganz gut. Solange kann man als Tänzerin ja nicht auf der Bühne arbeiten. Es hilft einfach, wenn man rechtzeitig eine Company im Lebenslauf stehen hat, dann ist es auch viel leichter, in die nächste zu kommen. Für andere Companies ist es immer wichtig, dass man schon Theatererfahrung hat.

Du fokussierst dich jetzt voll auf deine Arbeit in Regensburg. Wenn du einen Wunsch frei hättest, was wäre dann dein nächstes Ziel? Wie soll’s weitergehen?

Laureen: Am liebsten würde ich nach London, weil ich diese Stadt einfach liebe. Und in London stehen mehrere Companies zur Auswahl. Mir geht’s eher darum, dass ich noch um die Welt kommen möchte, und London wäre definitiv die Stadt, wo ich mir ein Leben sehr gut vorstellen kann. Nach so einer Company-Karriere kann ich mir auch vorstellen, wieder zurück nach Wien zu kommen, um dann vielleicht eine eigene Company zu gründen. So etwas gibt es in Wien nämlich noch nicht. Aber jetzt gilt es mal, Erfahrung zu sammeln.

Dann alles Gute für deine weitere Karriere und vielen Dank für das Gespräch.

Laureen: Sehr gern.

Ab 1. Oktober können pflegende Angehörige beim Land angestellt werden – mit 1.700 Euro netto bei einer 40 Wochenstunden-Betreuung. Doch das ist nur der Anfang. Soziallandesrat Christian Illedits (SPÖ) im prima! Interview über das Burgenland als Vorreiter in Sachen Pflegemodell, über Chancen und zukünftige, zielgerichtete Pflegemaßnahmen.

Burgenlands Landesrat Christian Illedits (SPÖ) sieht in der Anstellung pflegender Angehöriger nur den Beginn weiterer Pflegeangebote, die das Land umsetzen will.

 

 

Ab 1. Oktober können Angehörige beim Land angestellt werden und die Pflege übernehmen. Wie intensiv ist die dafür nötige Ausbildung?

LR Christian Illedits: Es handelt sich um eine notwendige Grundausbildung, die 100 Stunden umfasst. Der pflegende Angehörige verdient bei einer Vollzeitanstellung von 40 Wochenstunden 1.700 Euro netto. Das heißt, es ist gerechtfertigt und wichtig, dass man eine gewisse Grundausbildung fordert. Auch, um die Qualität zu gewährleisten.

Angestellt ist man beim Land. Wie tritt dieses als Arbeitgeber auf?

LR Christian Illedits: Man bekommt ein Anstellungsverhältnis bei der Pflege Service Burgenland GmbH (100%-ige Tochter der KRAGES, die Teil der Landesholding Burgenland ist, Anm. d. Red.) und es ist ein normales Dienstverhältnis – inklusive Urlaub und Krankenstand. Man muss übrigens nicht im gemeinsamen Haushalt leben, um die Pflege zu übernehmen. Man muss aber natürlich die Stunden, die man angestellt ist, in der Betreuung verbringen. Für Interessierte haben wir die Pflegehotline 057/600-1000 eingerichtet.

Wie kann sich das Land das leisten?

LR Christian Illedits: Es wird finanziert, so wie jetzt auch die Altenwohn- und Pflegeheime. Zum Teil über das Pflegegeld. Zum anderen Teil auch über die Pension. Wir nehmen dafür den Ausgleichsrichtsatz her. Das bleibt. Alles was darüber ist, wird zur Finanzierung verwendet. So wie jetzt auch. Die Differenz zahlt das Land.

Was würde für das Land an Mehrkosten dazukommen?

LR Christian Illedits: Aufgrund einer Erhebung gehen wir von 400 bis 600 Personen aus, die jetzt Angehörige im Burgenland pflegen. Wenn diese alle angestellt werden, dann gehen wir von Mehrkosten von 13 Millionen Euro für das Land Burgenland aus.

Das Land Burgenland fördert seit 1.1.2018 die 24-Stunden-Betreuung mit bis zu 600 Euro. Wird es diese auch weiterhin geben?

LR Christian Illedits: Ja, die Förderung für die 24-Stunden-Betreuung wird es weiterhin geben. Das Land Burgenland gewährt seit 1. Januar 2018 österreichweit als erstes Bundesland zusätzlich zur bisherigen Förderung, die vom Sozialministerium abgewickelt wird, eine eigene Landesförderung für die 24-Stunden-Betreuung. Die durchschnittliche Förderhöhe beträgt 400 Euro. Die Förderung ist einkommensabhängig und mit bis zu 600 Euro pro betreuter Person (bzw. für ein Paar) und in Sonderfällen bis 800 Euro begrenzt.

Will das Land die privaten Agenturen ausschalten?

LR Christian Illedits: Nein. Diese wird es weiterhin geben. Wir haben auch von Landesseite die Idee, so etwas selbst zu organisieren, aber das hat jetzt nicht Priorität. Viele Menschen können sich die 24-Stunden-Betreuung nicht leisten, weil die Kosten steigen und es sich mit Pflegegeld und Pension nicht ausgeht. Aber was wir als Alternativmodell anbieten, ist eben die Anstellung von pflegenden Angehörigen. Das ist die Alternative dazu.

Wird man all diese Pflegekräfte brauchen?

LR Christian Illedits: Ja, es ist auch eine Chance für das Land. Wenn jemand daheim seinen Angehörigen pflegt, hat er im Pflegeberuf bereits angedockt. Es wäre nun eine Möglichkeit, dass jemand dann auch die Ausbildung zur Heimhilfe absolviert und in diesem Job bleibt. Die Grundausbildung, die ja bereits absolviert wurde, wird dann angerechnet. Für uns ist es eine Möglichkeit, diese Fachkraft in einem solchen Beruf einzusetzen. Und da brauchen wir sehr, sehr viele, weil wir unser  Angebot sehr stark erweitern werden. In jeder Facette der Pflege. Wir werden etwa sehr stark die mobile Hauskrankenpflege erweitern, weil wir natürlich sehen, wenn die Leute daheim bleiben, werden sie auch die mobile Krankenpflege mehr brauchen. Die Menschen werden älter. Wir haben jetzt ca. 30.000 über 75-Jährige im Burgenland. 2030 werden wir 37.000 haben. Das heißt, wir werden älter. Wir wollen, dass die Pflegepyramide sukzessive bedient wird. Wir wollen für jeden in der jeweiligen Situation das jeweils für ihn beste Angebot haben. Ganz am Ende ist dann erst das Altenwohn-, und Pflegeheim. Alles soll vorher bedient werden und deshalb werden wir auch ein ziemlich starkes Pflegenetz ausrollen. Da sind alle dabei: die Gemeinden mit den Angeboten wie betreutes Wohnen, betreubares Wohnen, betreubares Wohnen Plus und viele Initiativen, die auch privat passieren. Da sind viele Vermischungsformen mit freiwilliger Arbeit. Nicht zu vergessen natürlich die Seniorentageszentren.  Wir wollen das alles noch mehr verstärken, weil wir diese Angebote natürlich sehr wohnortnahe brauchen. Wir wollen schauen, dass wir den dörflichen Charakter beibehalten. Die Menschen sollen sich ähnlich wohl wie daheim fühlen, aber sie sollen raus kommen aus den vier Wänden. Man stelle sich jemanden vor, der noch nicht wirklich eine Pflege braucht, der aber den ganzen Tag daheim sitzt. Da passiert sehr schnell eine Vereinsamung und dieser Mensch wird schneller dement. Die Spirale dreht sich in die negative Richtung und das wollen wir mit vielen Maßnahmen so lange wie möglich hinausschieben, sodass es den Menschen in jedem Stadium gut geht. Wir wollen da viele Bausteine haben und für jeden das Angebot, das er braucht. Das ist natürlich eine finanzielle Frage. Aber nicht nur für uns. Wir sind jetzt im Burgenland in einer Vorreiterrolle. Wir sind  speziell mit dem Anstellungsangebot momentan ganz allein. Alle schauen auf uns. Alle beobachten uns. 

Wer kontrolliert die pflegenden Angehörigen?

LR Christian Illedits: Man ist im Normalfall Betreuerin. Das bedeutet, man braucht ja auch die Hauskrankenpflege – außer es handelt sich um Pflegestufe drei. Aber üblicherweise kommt ja auch die Hauskrankenpflege und diese nimmt bereits alles wahr, was passiert. Wie ist der Zustand des zu Betreuenden? usw…. Wir sehen das nicht als Kontrolle, sondern als Unterstützung. Alles wird dokumentiert. Diese Kontrollen werden gerade in eine Richtlinie gepackt. Es gibt auf den Bezirkshauptmannschaften die Pflegeberaterinnen, die sogenannten Case & Care Manager. Diese werden das auch machen. Aber ihre Besuche sind als Hilfestellung zu sehen. 

Wie dicht wird diese Kontrolle sein?

LR Christian Illedits: Es wird in dem notwendigen Ausmaß sein. Aber keiner braucht sich fürchten, dass die „Sozialpolizei“ kommt. Es wird jeder gerade am Anfang froh sein, wenn er Unterstützung bekommt. Die Case & Care Manager sind auch diejenigen, die angerufen werden können, wenn man nicht weiter weiß – auch bezüglich Förderungen. Diese Beratung ist wichtig und ist die unterste und breiteste Ebene in der Pflegepyramide. Das betone ich immer wieder: Das Case und Care Management ist das Wichtigste. Und das bauen wir aus. Wir haben dafür derzeit acht Personen angestellt im Burgenland und stocken gerade auf. Diese sind die erste Anlaufstelle. Es gibt eine Hotline geben für den Notfall. Das wollen wir professionalisieren. Wir wollen da auch die Gemeinden miteinbinden. Es gibt im Südburgenland bereits Gemeinden, die da mitmachen. Denn die Gemeinden sind auch Anlaufstelle. Wir  wollen das Informationsnetz ausbauen und natürlich das Pflegenetz. 

Wer springt ein, wenn ein pflegender Angehöriger Urlaub hat?

LR Christian Illedits: Wir haben dafür einen Pool an Fachkräften. Diese sind in der Pflege Service GmbH, eine Tochter der Krages, angestellt und von dort wird es Ersatz geben. Wir werden auch Kurzzeitpflege anbieten, wo es möglich ist. Das heißt, eine stationäre Einrichtung, wo dann die Möglichkeit für eine Kurzunterbringung besteht. Natürlich muss der bzw. die Betroffene einverstanden sein. Unser Vertragsverhältnis ist immer mit dem zu Pflegenden und nicht mit dem, der betreut. Der zu Pflegende bestimmt. Das ist unser Vertragspartner. 

Wo kann man die Grundausbildung absolvieren?

LR Christian Illedits: In den Erwachsenenbildungseinrichtungen, also BFI und WIFI. 

Soll man den Kurs bereits präventiv absolvieren?

LR Christian Illedits: Der Kurs sollte doch zeitnah absolviert werden, damit es zu keinem Wissensverlust kommt. In der Betreuung perfektioniert man ja das erlernte Wissen.

Das Land will zukünftig nur mehr Heime ab 60 Betten bauen. Warum?

LR Christian Illedits: Weil diese interprofessionell errichtet werden. Man macht fünf 12-er Einheiten, die man interprofessionell nutzen kann. Darum geht es eigentlich. Wir haben jetzt Menschen in den Heimen zwischen Pflegestufe 3 und 6 bzw. 7. Man hat Demenzpatienten, die muss man in eine andere Abteilung geben, um optimal betreut zu werden und auch zur Entlastung der anderen Patienten. Man kann hier auch Menschen mit Behinderung unterbringen. Diese brauchen eine andere Ausstattung. Und dann geht es um Menschen mit  COPD. Oder sogar Palliativbetreuung. Es gibt also viele Stadien, die man in einer solchen größeren Einrichtung unterbringen kann. Und auch die Kurzzeitpflege hat hier Platz. Die Case & Care Manager sind erstmalig mit solchen Kurzzeitpflegen vernetzt. 

Es heißt nicht, dass die kleineren Einheiten schlechter arbeiten, aber man hat dort aber nicht die Möglichkeit der interprofessionellen Arbeit. Dort sind Menschen von Pflegestufe 3 bis 6 oder 7 gemeinsam. Wir wollen verschiedene Abstufungen schaffen, um gezielter auf die jeweiligen Bedürfnisse einzugehen. Wir brauchen in jeder Versorgungsregion verschiedene Angebote. Wir werden ja auch nicht überall alles machen. Man kann ja nicht überall Behinderteneinrichtungen bauen, weil man sie ja auch nicht überall braucht. Aber wir müssen die vorhandenen qualitativ hochwertig und professionell betreuen können. Man kann sich auf professionelle Fachkräfte verlassen. In einer solchen größeren Einrichtungen kann man besser switchen. Man hat mehr Personalressourcen. Das macht Sinn.

Was wünschen Sie sich an Unterstützung von der Bundesregierung?

LR Christian Illedits: Wir wollen viele Dinge im Land selbst organisieren, aber gewisse Dinge müssen bundeseinheitlich geschaffen werden, und dazu gehört vor allem die Finanzierung. Ein konkreter Ansatz: Das Sozialministerium fördert derzeit die 24-Stunden-Betreuung mit 550 Euro (für 2 Betreuerinnen). Ich würde mir das auch für unser Anstellungsmodell im Burgenland wünschen. Alle unsere Vorschläge wurden in Wien überreicht. Die Gespräche waren sehr gut.

Sehen Sie sich nach der Landtagswahl im Jänner in der Regierung?

LR Christian Illedits: Ich habe mich in das Pflege-Thema richtig tief eingearbeitet, und es ist enorm spannend und wichtig. Es ist das Thema Nummer eins. Natürlich wünsche ich mir, dass die Sozialdemokratie weiter die führende Kraft im Land ist und dass wir weiter Verantwortung übernehmen und gestalten dürfen. Und wenn ich dabei sein darf, freue ich mich.

Das Interview finden Sie in gekürzter Form in der Printversion der September 2019 Ausgabe.

 

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Seit 7. Mai 2019 kann man auf jedem Gemeindeamt oder online mittels Handysignatur das (überparteiliche) Tierschutzvolksbegehren unterzeichnen. Und gleich vorweg: Es geht nicht darum, auf Fleisch zu verzichten. Es geht um eine tierleidfreie Haltung, um die Förderung der Bio-Bauern und auch um eine genaue Kennzeichnung der Herkunft unserer Lebensmittel, damit der Konsument weiß, woher sein Fleisch kommt. Egal ob Veganer, Vegetarier, Fleischesser, Frutarier oder einfach Genießer: Je mehr Unterschriften gesammelt werden, desto größer ist die Chance, Tierleid zu verringern. prima! im Gespräch mit Initiator Sebastian Bohrn Mena.

Katastrophen, Stresstest und Erfolgsgeschichten…

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Walter Reiss im Gespräch mit dem Zeithistoriker Oliver Rathkolb. „Die paradoxe Republik“ lautet der Titel eines der vielen Bücher von Oliver Rathkolb. Er ist einer der profiliertesten und bekanntesten Wissenschafter, die neuzeitliche Geschichte in Österreich und Europa beobachten, erforschen und analysieren. Der Universitätsprofessor, der auch kürzlich den von der FPÖ präsentierten Historikerbericht kritisch als „wortreiches Ausweichmanöver“ bezeichnete, ist Kurator der 2021 auf Burg Schlaining geplanten Landesausstellung „100 Jahre Burgenland“. Im Gespräch mit Walter Reiss geht es um eine „nicht aus dem Elfenbeinturm“ gemachte Schau in der Burg, um historische politische Katastrophen, die Lage der SPÖ und Krisen der Gegenwart.
Walter REISS / 24. März 2020

Er kennt sie alle gut, die meisten von ihnen sogar persönlich: die bedeutendsten politischen Persönlichkeiten der letzten Jahrzehnte. Mit spitzer Feder und sonorer Stimme beschreibt er präzise, was die Mächtigen in Europa und weltweit geschaffen, aber auch zerstört haben. Als profunder Osteuropaexperte und Buchautor brilliert er ausgerechnet im von Jungstars dominierten TV-Business: Der neunzigjährige Publizist moderiert nach wie vor das Europastudio des ORF. Seinen ersten Bericht für die „Financial Times“ schrieb er über das Burgenland. Im Jahr 2000 ging übrigens der Burgenländische Journalistenpreis an Paul Lendvai und Walter Reiss. Zwei Preisträger trafen einander zu einem prima! Gespräch.

Dem gebürtigen Südburgenländer Gerhard Baumgartner ist das Schicksal der Burgenländischen Roma ans Forscher-Herz gewachsen. Nur 400 von 7.000 Burgenland-Roma haben den Holocaust überlebt. Wann immer es in der politischen Diskussion um das Aufzeigen von „braunen Flecken und Rülpsern“, Rassismus oder Antisemitismus geht, sind Expertinnen und Experten des von ihm geleiteten Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) am Wort. Gegen ständige Angriffe von rechts bekam das DÖW übrigens Schützenhilfe vom Staatsoberhaupt: Bundespräsident Alexander van der Bellen meinte nämlich, er könne „sich nicht vorstellen, dass sich jemand traut, das DÖW in seiner Existenz anzuzweifeln.“ Walter Reiss hat den Historiker und Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Dr. Gerhard Baumgartner, zum Gespräch getroffen.

Rede & Antwort

Der „Digitalrebell“

Walter Reiss im Gespräch mit dem grünen Ex-Landtagsabgeordneten und Ex-EU-Parlamentarier Michel Reimon über sein Polit-Comeback, mit welchen Themen er die Grünen wieder ins Parlament bringen will und welche Rolle für den studierten Journalisten die sozialen Medien spielen.

Michel Reimon

Die Online-Ausgabe des renommierten deutschen Magazins „DIE ZEIT“ nannte ihn „Österreichs erfolgreichsten Social-Media-Politiker“. Das war 2015, als er in sozialen Netzwerken unermüdlich gegen das Freihandelsabkommen TTIP mobilisiert hat. Auf Facebook und vor allem auf Twitter war Reimon rund um die Uhr präsent, noch lange, bevor HC Strache und Sebastian Kurz Massen von virtuellen Fans um sich geschart haben. Seine Politkarriere als Mandatar ist vor allem von zwei Stationen geprägt: 2010 bis 2014 war er für die Grünen im Burgenländischen Landtag, dann errang er auf dem zweiten Listenplatz der Grünen bei der EU-Wahl ein Mandat.

Im Oktober 2018 kündigte er seinen Rückzug an: Familie, Firmengründung, Doktoratsstudium und Bücherschreiben seien angesagt. Dann wirbelte das Ibiza-Video die heimische Innenpolitik durcheinander. Und der gelernte Journalist und nie um getwitterte Pointen verlegene Politiker liebäugelte sofort mit einem Polit-Comeback. Auf dem Bundeskongress der Grünen will sich der gebürtige Siegendorfer um ein Nationalratsmandat bewerben. Studium, Firma und Bücher können noch warten…

Update 6. Juli 2019

Am Grünen Bundeskongress am 6. Juli wurde Michel Reimon auf Platz 4 der Bundesliste gewählt.

 

Schon vor der Zeit als grüner Landtagsabgeordneter haben Sie 2009 die geplante Gründung einer Firma im Bereich „Organisationsentwicklung“ verschoben. Zehn Jahre später geben Sie – nach kurzem Rückzug – wieder der Politik den Vorzug. Warum?

Michel Reimon: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich wollte immer schon ein Politiker sein, der ein zweites berufliches Standbein hat. Aber Ibiza und die Folgen lassen einen politisch denkenden Menschen nicht kalt. Und Werner Kogler hat gemeint, er hätte mich gerne im Team.

Aber noch ist nix wirklich fix: Der Bundeskongress der Grünen Anfang Juli muss erst entscheiden, ob Michel Reimon wirklich einen aussichtsreichen Listenplatz für ein Nationalratsmandat bekommt.

Michel Reimon: Gegessen ist das Ganze natürlich noch nicht. Aber ich rechne mir gute Chancen aus für einen aussichtsreichen Listenplatz.

Seit dem Erfolg bei der EU-Wahl spüren die Grünen Aufwind, und politische „Oldies“ scheinen wieder voll da zu sein: Werner Kogler agiert als Parteispitze, Sigrid Maurer zeigt wieder auf, und Michel Reimon plant ein Comeback im Nationalrat…

Michel Reimon: Also, wenn man genau hinschaut, wer wo auf welchen Listen und Landeslisten kandidiert, dann dürften jene, die schon mal Abgeordnete waren, höchstens 30 Prozent ausmachen. Und ich denke, man wird die Erfahrung dieser Leute auch brauchen. Und ein paar bekannte Namen sind ja nicht unwichtig.

Stichwort Bekanntheit: Sie sind – Achtung Satire! – täglich 27 Stunden online…

Michel Reimon: Ja, so ungefähr…

… mit mehr als 70.000 Followern bringt man ja ein gewisses WählerInnenpotenzial mit. Ist das nicht auch Startkapital und Kalkül für die nunmehr dritte Politkariere?

Michel Reimon: Ich habe mir von einer Firma ausrechnen lassen, welchen Werbe- oder Marktwert so etwas haben könnte: Es sind etwa 50.000 Euro im Monat. Man rechne das jetzt um auf einen Wahlkampf, der mehrere Monate dauert. Das ist also nicht wenig und natürlich ein Faktor, wenn man Opposition macht, Aufmerksamkeit auf wichtige Themen lenken und Widerstand erzeugen muss.

Würden Sie sich als virtuellen Aktivisten bezeichnen?

Michel Reimon: Ich bin in der medialen Szene sehr gut vernetzt. Medienleute lesen ständig mit, was ich schreibe. Dadurch bin ich sehr unabhängig von statischen Presseaussendungen. Ich versuche ständig, auch neue Kommunikationskanäle auszuprobieren und präsent zu sein. Gerade im Nationalrat wird es notwendig sein, direkt aus der täglichen Arbeit heraus besser informieren und damit auch bessere Politik machen zu können. Es gilt, nicht von kurzen Sendezeiten im Fernsehen und Erscheinungsterminen von Printmedien abhängig zu sein. Wie das Beispiel des Ibiza-Videos gezeigt hat, bist du nur wenige Stunden nach Auffliegen der Sache als Partei voll im politischen Diskurs dabei.

Die Grünen sind ja aus dem Parlament rausgeflogen und hoffen nun als außerparlamentarische Opposition wieder auf den Einzug. Rechnet man eher mit der Rolle als Opposition oder gar mit einer möglichen Regierungsbeteiligung?

Michel Reimon: Das Wahrscheinlichste ist wohl die Opposition. Wie es derzeit ausschaut, gibt es – und das sagt ja übrigens auch SPÖ-Landeshauptmann Doskozil – zwei wahrscheinliche Regierungsvarianten: Türkis-Blau oder Türkis-Rot.

Ihr Kommentar zu diesen Regierungskonstellationen?

Michel Reimon: FPÖ und damit Rechtsextreme in der Regierung: Das geht nicht!

Gibt der Höhenflug der Grünen in Deutschland den Grünen in Österreich Rückenwind?

Michel Reimon: Nein. Jeder Vergleich mit Deutschland ist hier Humbug. Denn dort gibt es ja schon viermal hintereinander eine große Koalition. Das ist eine ganz andere politische Dynamik. Wäre das bei uns so gewesen, stünden die Grünen jetzt auch bei 12 Prozent. Was in Österreich aber sehr wohl möglich ist, dass innerhalb weniger Wochen Wählerbewegungen von bis zu 10 Prozent denkbar sind. Die Stammwähler von früher gibt es nicht mehr. Das ist demokratiepolitisch gut. Für die Parteien wird die Sache aber durch die mobil gewordenen Wählerinnen und Wähler schwerer vorhersehbar.

Ihre Prognose für das Abschneiden der Grünen am 29. September?

Michel Reimon: Von 3,8 Prozent kann es ja nur mehr aufwärts gehen. Jede Prognose halte ich übrigens für Kaffeesudlesen. Ich warne auch die eigenen Leute davor, von tollen Ergebnissen zu träumen. Ich bin da eher vorsichtig.

Zu den Wahlkampfthemen der Grünen: Wenn man Werner Kogler zuhört, ist die Rede von Klima, Klima und nochmals Klima…

Michel Reimon: Prinzipiell musst du als Partei alles mitdiskutieren, was gerade öffentliches Thema ist. Dass das Klima endlich zum Thema wird, haben wir uns ja schon vor Jahren gewünscht. Mit unseren Kampagnen sind wir medial nicht wahrgenommen worden, obwohl wir dasselbe gesagt haben wie nun Greta Thunberg. Durch die große internationale Aufmerksamkeit ist das auf einmal auch in Österreich ein wichtiges Thema.

Welchen Aufgaben wollen Sie sich als Ex-Landtagsabgeordneter und ehemaliger EU-Parlamentarier im Nationalrat widmen?

Michel Reimon: Aus beiden Funktionen bringe ich Erfahrungen mit: Zum Beispiel, dass man sich in die Logik politischer Kontrahenten einfühlen muss. Auf europäischer Ebene denken und handeln nicht immer alle Länder im Sinne eines großen gemeinsamen Anliegens. Da gibt es starke lokale Interessen. Da kann es auch sein, dass die Zustimmung Österreichs in einer Frage davon abhängt, ob dies einige Landeshauptleute blockieren. Das durchschaut man als politisch gelernter Österreicher. Und man sollte andererseits auch wissen, wie etwa in Litauen Mehrheiten entstehen. Und ich habe vor, mich um die Auswirkungen internationaler Handelsabkommen auf Österreich zu kümmern.

Werden Sie weiterhin auf digitalen Plattformen aktive Politik betreiben?

Michel Reimon: Ich halte es für extrem wichtig, dass wir Grüne und ökologisch Bewegte eigene Plattformen und Kanäle aufbauen. Die klassischen Medien sind ja mitten im Umbruch. Und was die türkis-blaue Regierung unter Sebastian Kurz mit dem ORF vorhatte, ist ja nun glücklicherweise gescheitert. Da bleibt natürlich die Frage, was die nächste Regierung plant. Es muss unbedingt die Unabhängigkeit von Redaktionen sichergestellt werden. Und als Politiker sollte man nicht von Medien abhängig sein. Ich habe großen Respekt vor Journalisten, die harte Fragen stellen. Ich glaube fest daran, dass die Grünen in einem fairen Wettbewerb mit kritischen Medien gut aussteigen werden.

„Das größte Tabu in diesem Land ist noch immer die Wahrheit“ schrieb Peter Wagner 1988 in einer „Rede an das Burgenland“. Der 1956 in Wolfau geborene Schriftsteller und Regisseur gilt als eine der kritisch beobachtenden, aber auch gerade deshalb kritisierten intellektuellen und künstlerischen Instanzen im Land. Als „Autor, Regisseur und Burgenländer“ hat ihn einmal die Tageszeitung „Der Standard“ bezeichnet. Der Mann mit Hut und großer Leidenschaft für alle Facetten von Literatur, Theater, Musik und Film hat erst vor kurzem im – von ihm mitbegründeten - Offenen Haus Oberwart eine Neufassung von „Messe für Eine“ mit Katharina Tiwald inszeniert und plant eine spektakuläre Theaterproduktion in Klagenfurt. Walter Reiss im Gespräch mit dem Autor, Regisseur, Theatermacher, Filmkünstler und Komponisten Peter Wagner.

Erst wenige Wochen ist das Jahr 2019 alt, und acht Frauen wurden brutal ermordet. Die Bundesregierung will Gewaltdelikte stärker bestrafen und Maßnahmen für mehr Opferschutz einführen. Walter Reiss hat mit Karin Gölly, Leiterin des Gewaltschutzzentrums (GSZ) Burgenland, gesprochen – über Ängste und was das Gerede im Ort auslösen kann. Vor allem geht es um die wichtige Botschaft an betroffene Frauen, sich Hilfe zu holen. Die Beratungen im Gewaltschutzzentrum sind anonym und kostenlos!

18 Jahre war Helmut Bieler als Landesrat für die Finanzen, den Straßenbau, Kunst und Kultur im Burgenland zuständig. Dann musste er für den Heimkehrer Hans Peter Doskozil den Platz räumen. Im Interview mit Walter Reiss erzählt das politische Urgestein mit dünner Haut offen über Parteifreundschaften und lässt zwischen den Zeilen auch Enttäuschungen durchblicken. Etwa über Noch-Landeshauptmann Hans Niessl, der Ende Feber ebenfalls sein Amt an Doskozil abgibt.

Die Polizei – dein Freund und Helfer

Die Polizei – dein Freund und Helfer

Die Geschichte der Polizei in Oberwart. Ein Abriss aus einer Historie, die noch nie an die Öffentlichkeit kam. Die aber die Bedeutung dieser Einrichtung zeigt.
Wilhelm HODITS / 27. Februar 2020
Plätze & G'schichtn

Der Gutshof an der Grenze

Schachendorf – an der ungarischen Grenze. Es ist eine sehr mystische Gegend und der passende Rahmen für die Gebäude mit einer bewegten Geschichte: das Kastell und der Meierhof.

Das Kastell in Schachendorf wird heute von drei Generationen der Familie Berlakovich bewohnt.

 

Wann das Kastell genau erbaut wurde, ist heute nicht feststellbar. Vermutet wird das Jahr 1760, doch es gibt keine konkreten Belege dafür. Was jedoch erwiesen ist, ist dass die Geschichte dieses Gebäudes eng verbunden ist mit der Geschichte des Güssinger Adelsgeschlechts Batthyány.

Die Spuren der Batthyány

Die Familie erhielt die Burg Güssing 1524 von König Ludwig II. Um 1527 wurde Franz Batthyány auch Besitzer der Domäne Rechnitz. Eine weitere Schenkung um 1550 machte die Familie Batthyány endgültig zum mächtigsten Grundherren des Südburgenlandes.

Schachendorf gehörte vor 1540 zu der Domäne Rechnitz und damit zu den Batthyánys. Diese holten um 1532 in die – durch die Türken und die Pest – entvölkerten Gebiete zahlreiche Kroaten zur Neubesiedelung ins Land. So wurde auch Schachendorf 1548 besiedelt. Der erste Schachendorfer Meierhof taucht in der Chronik bereits 1634 auf. 1676 werden sogar zwei Meierhöfe (landwirtschaftliches Gebäude) genannt.

Neben dem Haupthof in Schachendorf gab es einen Vorhof in Narda und einen zweiten, den Lichtenfurter Hof, der an der Straße Schachendorf -Schandorf lag. Der Lichtenfurter Hof diente der Viehhaltung. Es waren etwa 60 Rinder hier untergebracht. Der Hof wurde während des Krieges im Jahr 1945 so beschädigt, dass er abgetragen werden musste.

1860 verkaufte die Familie Batthyány das Gut Rechnitz und damit auch ihren Besitz in Schachendorf an die Gutsherren in Bernstein. 1870 übernahm ein gewisser Advokat Julius von Szájbály das Anwesen und bewirtschaftete es bis 1906. In diesem Jahr wurde der Besitz von Baron Heinrich Thyssen-Bornemisza übernommen, der bis 1936 im Schloss Rechnitz lebte.

Die dunklen Jahre

Baron Thyssen-Bornemisza verpachtete das Gut Schachendorf mit etwa 600 Hektar ab 1914 an die jüdische Familie Ungar. 1938 übernahm die „Deutsche Ansiedelungsgesellschaft“ unter den Nazis das Gut und den gesamten Betrieb. Der neue Verwalter, der von den Nationalsozialisten eingesetzt wurde, war ein gewisser Hugo Holzgethan. Er wurde für seine Schandtaten und sadistischen Handlungen gegen die Juden nach dem Zweiten Weltkrieg von den Russen verurteilt und erschossen.

Mit den Nazis begann die dunkelste Geschichte des Meierhofes. In dieser Zeit wurde im Magazin des Meierhofes ein Arbeitslager für Juden, Kriesgefangene und politisch Gefangene eingerichtet. Vor allem die Juden wurden hier besonders gequält. Sie wurden zur Errichtung des Südostwalls gezwungen und mussten unmenschliche körperliche Anstrengungen durchführen. Nachts wurden sie auf engstem Raum zusammengepfercht.

Krank oder schwach zu werden, bedeutete automatisch den Tod. Laut Zeitzeugenberichten wurden besonders die ungarischen Juden von den Nazis grausam geschlagen und erniedrigt. Sie bekamen nur wenig zu essen, sodass viele diese harte Arbeit nicht überlebten. Wenn ihnen die Bewohner des Meierhofes (Arbeiter, die hier wohnten) etwas zu essen bringen wollten, wurden sie von der Wachmannschaft mit dem Erschießen bedroht. Die Kinder der Arbeiter waren weniger furchtsam. Sie steckten oft Brot in ihre Taschen und ließen es neben den Zwangsarbeitern fallen.

Wie groß das Leid und der Nahrungsmangel waren zeigt die Geschichte eines Zeitzeugen: Die Bewohner des Meierhofes stellten eines abends einen Leiterwagen mit rohen Zuckerrüben und ein anderes Mal einen Leiterwagen mit rohen Kartoffeln vor das Tor des Arbeitslagers. Beide Male war die Anhänger in der Früh leer.

Margot, die Tochter von Baron Thyssen-Bornemisza war mit Ivan Batthany verheiratet. Diese Gräfin ging in die Geschichte ein. Sie war in den letzten Kriegstagen Gastgeberin einer Gruppe von SS-Offizieren im Schloss Rechnitz. Es war in der Nacht vom 24. auf den 25. März 1945, kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee. In der nahe gelegenen Scheune Kreuzstadl in Rechnitz wurden etwa 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter von Teilnehmern des Festes in einem Blutrausch ermordet. Ihre Leichen werden heute noch gesucht.

Die Befreiung

Besonders grausam waren für die Gefangenen im Arbeitslager die Zeit im April 1945, während der Befreiung des Meierhofes durch die Russen. Die Gefangenen konnten das versperrte Lager nicht verlassen und verhungerten hier elendlich. 500 Zwangsarbeiter waren im Arbeitslager eingepfercht. Wie viele tatsächlich überlebt haben, ist nicht bekannt.

Ein jüdischer Kriegsgefangener konnte aus dem Gefangenenlager fliehen, bevor die Russen den Meierhof befreiten. Er kletterte auf einen der mächtigen Eichenbäume und versteckte sich in der Krone. Erst zwei Tage später kam heruter, als die Russen den Meierhof endgültig von der Naziherrschaft befreit hatten. Mit dieser Aktion hatte er sich das Leben gerettet.

Nachdem die Russen den Meierhof in den Besitz genommen hatten, war ein unangenehm süßlicher Geruch zu merken. Die Bewohner des Anwesens öffneten mit Gewalt das Tor zum Arbeitslager. Was sie dort sahen, kann laut Zeitzeugen an unfassbarer Grausamkeit und Leid nicht in Worten ausgedrückt werden. Hinzukam, dass die Leichen der Zwangsarbeiter nicht sofort bestattet werden konnten, was zu einem Ausbruch einer Typhusepidemie führte.
Das Kastell war nach dem Auszug der russischen Soldaten nicht mehr bewohnbar. Es war stark beschädigt.

Nach den Kriegswirren kehrte Ferdinand Ungar, der seine Frau und seine Söhne in Dachau verloren hatte, als Pächter zurück und übernahm den Gutsbetrieb in Schachendorf. Seine zweite Frau, eine Jüdin aus Szeged, wollte jedoch in der Stadt leben, weshalb Ferdinand Ungar einen Pächter für das Anwesen suchte.

Die neuen Besitzer

Ein gewisser Robert Berlakovich, der Offizier in der K und K Armee war, suchte nach dem ersten Weltkrieg eine Stelle als Lehrer. Nachdem keine frei war, ging er zum österreichischen Bundesheer. Nach dem Abschluss des Studiums an der Universität für Bodenkultur hörte er davon, den Meierhof in Schachendorf pachten zu können und bewarb sich. Er zahlte an Ferdinand Ungar eine Ablöse und übernahm 1951 das Anwesen mit dem Meierhof und dem Kastell. Nachdem dieses unbewohnbar war, musste er es mit hohem finanziellem Aufwand sanieren.

Als die Familie Berlakovich im Jahr 1951 nach Schachendorf zog, war der aus Nikitsch stammende Pfarrer Vrba, der die Familie aus Kindheitstagen gut kannte, so erfreut, dass er der Familie die zweite Reihe in der Kirche auf der rechten Seite reservierte. Seither ist dies in Schachendorf ein ungeschriebenes Gesetz, das heute noch Gültigkeit hat.

Als Robert Berlakovich 1951 den Gutshof übernahm lebten hier 109 Personen. Sie wurden Deputatisten genannt. Zum Deputat gehörten unter anderem kostenlos die tägliche Milch, Brennholz, Weizen, Gerste und etwa 5.700 m2 Acker. Diese Familien wohnten in einer Art kleinem Reihenhaus. Das Leben spielte sich meist im Freien vor diesen Häusern ab. Jede Familie hatte einen Gemüsegarten und einen Schweinestall für zwei Tiere und einen Stall für Hühner und Hasen. Auf dem Acker und dem Gemüsegarten wurde alles angebaut, was man zur Selbstversorgung benötigte.

Die Schweine wurden täglich außer sonn- und feiertags von einem Schweinehirten abgeholt, auf die Felder getrieben und abends wieder in die Ställe zurückgebracht. Das Leben, so berichten Zeitzeugen, war damals am Meierhof ein gutes. Die Bewohner der Siedlung waren eine eingeschworene Gemeinschaft. Es wurde gemeinsam gefeiert und zusammengehalten. Der obligate Sautanz oder das Federschleißen waren willkommene Anlässe , die zelebriert wurden. Neben den fix Angestellten gab es auch etwa 20 Saisonarbeiter und etwa 20 Tagelöhner.

Sogar ein Teich zum Abkühlen im Sommer war vorhanden. Die Bewohner des Meierhofes sprachen ungarisch. Sie konnten zum Großteil weder deutsch noch kroatisch.
Während der Erntezeit halfen die Kinder am Feld mit. Dafür bekamen sie Geld und waren mächtig stolz darauf.

In den 50-er und 60-er Jahren war die Viehzucht ein starker Wirtschaftszweig. So waren damals immer mindestens sechs Pferde, 100 Rinder, Milchkühe, Ochsen und Stiere, 60 Zuchtschweine und 600 Mastschweine sowie Hühner zur Selbstversorgung am Meierhof vorhanden.

Wenn im Herbst die Zuckerrübern zur Umladestation am Bahnhof Schachendorf mit Ochsen, Graurindern und den Lanz Bulldog-Traktoren geliefert wurden, war das auch für die Dorfkinder ein interessantes Schauspiel. Bevor die Traktoren in der Früh gestartet wurden, musste unter dem Motorblock ein Lagerfeuer angezündet werden, um das Motoröl anzuwärmen. Erst dann konnte diese Art von Traktoren mit dem Lenkrad an der Vorderseite gestartet werden. Dann stieg ein schwarzer Rauch aus dem großen, nach oben ragenden Auspuff.

In Spitzenzeiten waren zwölf solcher Traktoren am Schachendorfer Meierhof aktiv. Eine Sensation war nach 1952 der Einsatz der ersten mit einem Lanz Bulldog Traktor gezogenen Mähdrescher. Die Bauern der Umgebung konnten es nicht glauben, dass auf einmal ein Gerät die schweren Feldarbeiten erledigte. Bei den Bauern in den Dörfern wurden diese Landwirtschaftsmaschienen aber erst viel später eingesetzt.

Im Jahr 1981 kaufte Ivan Berlakovich, der Sohn von Robert, 242 Hektar des 408 Hektar großen Anwesens von Heinrich Thyssen-Bornemisza – inklusive das Kastell und den Meierhof. Der Rest des Grundstücks ging an die umliegenden Bauern.

Als 1979 die letzte Deputatistenfamilie Janzsö aus dem Meierhof auszog, blieb diese Anlage leer. Später wurde ein Teil abgetragen. Heute wird eine Wohnung vom pensionierten katholischen Pfarrer Nikola Juracec bewohnt. Eine weitere Wohnung von einer Mieterin. Der südliche Teil wurde von der Tochter des Hauses als Wochenend-Domizil ausgebaut. Der Rest der ehemaligen Wohnanlage wird als Lagerraum genutzt.

Im sanierten Kastell wohnen heute drei Generationen. Im nördlichen Teil wohnen der „Senior-Chef“ Ivan Berlakovich und seine Frau Monika. Im südlichen Teil, der heutige Eigentümer Stefan Berlakovich mit seiner Frau Kinga und seinen drei Kindern, die dreisprachig aufwachsen.

Das Kastell liegt geschützt in einer Parklandschaft, sodass das Anwesen von der Straße aus kaum sichtbar ist. Im Jahr 2008 wurde der Betrieb auf moderne biologische Landwirtschaft umgestellt. Heute arbeiten nur mehr drei ständige Facharbeiter und ein Saisonarbeiter am Meierhof.

Die Gemeinde Schachendorf und Joe Omischl haben wichtige Details aus der Chronik für diesen Artikel zur Verfügung gestellt.

 

...dann ist das schon etwas Besonderes. In Siget steht immerhin die älteste katholische Kirche des Burgenlandes.

Die Rot-Blau-Ocker-Malerei.

 

Lieblich, so würde wohl ein Fremder Siget in der Wart beschreiben. Ein burgenländisches Dorf – genau genommen ein Ortsteil der Gemeinde Rotenturm – in dem 297 Einwohner leben. Aber immerhin hat der Ort zwei Kirchen: eine evangelische AB und unweit davon die katholische Kirche. Und genau diese weist eine bedeutende Geschichte auf.

Über die Jahre wurde fälschlicherweise verbreitet, dass diese kleine aber außergewöhnliche Kirche im Jahr 1648 als evangelisches Gotteshaus errichtet worden war. Das ist jedoch schon im Hinblick auf das Toleranzpatent von Kaiser Josef II, das erst 1781 in Kraft trat und den Evangelischen die Ausübung ihrer Religion gestattete, unmöglich.

Erst eine wissenschaftliche Untersuchung durch Mag. Franz Sauer vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Archäologie im Jahr 2018 brachte ein unglaubliches Ergebnis zu Tage: Die katholische Kirche in Siget in der Wart wurde im 9. Jahrhundert errichtet. Am 13. Jänner 865 wurde sie vom Salzburger Erzbischof Adalwin eingeweiht. Damit wird auch der Beweis gelegt, dass diese katholische Kirche in Siget in der Wart die älteste Kirche des Burgenlandes ist. Seit 1940 ist die Kirche in Siget eine Filiale der Pfarre Unterwart. Davor war sie eine Filiale Oberwarts.

Der Schatz von Siget

Im Jahr 1983 wurde vom Bundesdenkmalamt eine archäologische Untersuchung der katholischen Kirche in Siget durchgeführt. Dabei wurde ein österreichweit einzigartiges Denkmalobjekt entdeckt: die sogenannte Rot-Blau-Ocker-Malerei, die von Westungarn bis Siebenbürgen in protestantischen Sakralbauten zu finden ist. Diese Malerei in Siget bleibt bisher das einzige erhaltene Exemplar dieser außergewöhnlichen Freihandtechnik und ziert die Decke und das Gewölbe des Gebäudes.

Wer die Kirche in Siget betritt, darf nicht mit Prunk und Glanz rechnen. Es ist die Einfachheit, die diese Kirche so einmalig macht. Die Einrichtung könnte als „mangelhaft“ bezeichnet werden. Es gibt keinen Hochaltar, kein Taufbecken, keinen Tabernakel, keine Sakristei und keinen Beichtstuhl. Und – es gibt keine Standorgel.

Im Eingangsbereich ist ein steinernes Weihwasserbecken aus dem 15. Jahrhundert. 1757 entstand ein einfacher barocker Hochaltar mit dem bemalten Bild der Maria Immaculata (unbefleckte Empfängnis). In diesem Originalzustand sieht man den Hochaltar heute nicht mehr. Das ehemalige Altarbild mit dem geschnitzten hölzernen Rahmen und dem Bild der Maria Immaculata hängt seit 1983 an der linken Seitenwand der Kirche.

Es zeigt im oberen Bereich die Dreifaltigkeit, links den Hl. Nepomuk und rechts oben den Hl. Ladislaus. Im unteren Bereich ist links der Hl. Sebastian dargestellt. Rechts sieht man den Hl. Rochus. Auf dem heute vorhandenen steinernen Volksaltar steht ein Kreuz aus dem 19. Jahrhundert.

Der Blick geht zur Apsis, wo die reiche Gewölbedekoration mit dieser einzigartigen Maltechnik sofort ins Auge springt.

Auch die noch teilweise im Originalzustand vorhandenen Fenstereinfassungen und die im Bezirk Oberwart einzigartige Steinkanzel sind Besonderheiten dieses Gebäudes.

Selten sieht man hierzulande einen hölzernen Glockenturm, wie hier in Siget. Die Glocke wurde im Jahr 1651 gegossen und gehört damit zu den ältesten in Österreich. Einmal im Monat feiert Pfarrer Pater Adalbert Gáspár aus Unterwart hier in Siget die heilige Messe in deutscher Sprache. Durchschnittlich sind es 15 Messbesucher, die daran teilnehmen. Vielleicht werden es mehr, wenn die historische Einzigartigkeit dieses Gotteshauses den Menschen bewusster wird.

>> Der Artikel „Frühmittelalterliche Kirchen im Burgenland“ von Mag. Franz Sauer erscheint im Frühjahr 2020 im Heft „Archäologie Aktuell“.

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Ing. Wilhelm Hodits
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Plätze & G'schichtn

Gefallen fern der Heimat

Im November, wenn der Herbst seine volle Kraft entfaltet und Nebelschwaden über der Landschaft liegen, haben Friedhöfe eine besondere Anziehungskraft auf uns. In der Gemeinde Oberwart gibt es ihrer gleich sechs. Der Friedhof der Sowjetarmee ist der jüngste. Umgangssprachlich wird er kurz der „Russenfriedhof“ genannt. Die hier begrabenen Soldaten hatten einen langen Weg hinter sich, bis sie hier bestattet wurden. Ab und zu besuche auch ich diesen Ort.

Unter dem Adelsgeschlecht Erdödy wurde das Schloss in Rotenturm erbaut und erlebte seine Hochblüte, aber auch den Beginn seines langsamen Verfalls (prima! September Ausgabe 2019). Beinahe wäre es abgerissen worden, und beinahe wäre seine Geschichte eine, die traurig geendet hätte. Wäre da nicht ein Wunder passiert – in Form eines Wiener Versicherungs- und Immobilienexperten.

Plätze und G'schichten

Höhen und Tiefen eines Schlosses

Die Geschichten sind bücherfüllend, wenn Heinz Schinner, der heutige Besitzer von Schloss Rotenturm, zu erzählen beginnt. Seit über zehn Jahren ist er Schlossherr. Das hätte er sich selbst niemals träumen lassen, wie er meint. Doch das Schloss hat ihn verzaubert – und ohne ihn würde es dieses wahrscheinlich gar nicht mehr geben.

Das Schloss Rotenturm nach der Renovierung durch Heinz Schinner.

 

 

Was wurde nicht alles spekuliert über das Schloss Rotenturm. Jahrelang war es dem Verfall preisgegeben. Um einen Euro wäre es zu haben gewesen – natürlich mit der Auflage, es zu renovieren. Aber diese Geschichte soll an dieser Stelle nicht erzählt werden. Wir werfen einen Blick zurück in die Anfänge des Schlosses, das einst von den Erdödys als repräsentativer Herrschaftssitz errichtet wurde. 1857 wurde der Architekt Philipp Schmidt mit den Bauplänen beau