Acht Schritte Richtung vegan

Sie wollen sich vegan ernähren, wissen aber nicht, wie Sie es angehen sollen? Keine Sorge – es muss nicht von heute auf morgen passieren. Hier sind acht Schritte, die Ihnen den Weg hin zu einer gesunden, pflanzlichen Ernährung vereinfachen.
Karin WEINGRILL / 01. März 2019
Foto: rawpixel on Unsplash

1) Werden Sie sich Ihrer eigenen Motivationsgründe bewusst!
Es gibt viele Motive, sich vegan zu ernähren. Für die einen ist es die eigene Gesundheit, für die anderen stehen die ethischen Gründe und der Tierschutz im Vordergrund, und anderen wiederum geht es vor allem um die Umwelt und den Klimaschutz. Was auch immer der Anlass ist, sich vegan ernähren zu wollen, es sind die eigene Entscheidung und die persönliche Motivation, die zählen.

2) Sie bestimmen Ihr Tempo!
Man muss nicht von heute auf morgen alles umstellen und sämtliche tierischen Produkte aus dem Kühlschrank werfen. Am besten geht man es langsam an, Schritt für Schritt, ganz in seinem eigenen Tempo.

3) Informieren Sie sich über vegane Ernährung!
Je mehr man darüber weiß, welche Vorteile eine vollwertige pflanzliche Ernährungsweise mit sich bringt, umso besser gelingt es mit der richtigen Umsetzung. Informationen finden Sie im Internet, in zahlreichen Büchern und Videos oder bei einer persönlichen Ernährungsberatung.

4) Seien Sie achtsam mit sich selbst!
Der Einstieg in die Pflanzenwelt ist mit einer höheren Ballaststoffzufuhr verbunden. Werden mehr Vollkorngetreideprodukte, Salat, Obst und Gemüse gegessen, kann dies oftmals mit Blähungen und Völlegefühl einhergehen. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich die Mikroflora im Darm nicht so rasch an die neue Ernährungsweise anpassen kann. In diesem Fall ist es ratsam, es langsam anzugehen, sich wirklich Zeit zum Essen zu nehmen, gut zu kauen und den Magen-Darmtrakt mit Anis- oder Fencheltee zu beruhigen.

5) Gehen Sie auf pflanzliche Entdeckungsreise!
Die Welt der pflanzlichen Nahrungsmittel ist vielfältig, bunt und abwechslungsreich. Wer sich darauf einlässt, wird erstaunt sein, wie viele unterschiedliche Getreide-, Gemüse- und Obstsorten wir zur Verfügung haben. Regionale, frische Bio-Produkte bekommt man direkt bei den heimischen Produzenten oder auch im Supermarkt. Es beginnt eine spannende Entdeckungsreise!

6) Kochen Sie selbst und seien Sie kreativ!
Es muss ja nicht gleich das perfekte 5-Gang-Menü sein! Viele Lieblingsrezepte lassen sich ganz einfach für vegane Gerichte umwandeln, beispielsweise nimmt man Soja-, Hafer- oder Reis-Cuisine anstatt Rahm oder Obers. Eier sind oftmals nur wegen der gelben Färbung eine Zutat – mit etwas Kurkuma erhält man genau denselben Effekt. Viele Ideen und Tipps für die Zubereitung von veganen Speisen gibt es online und in zahlreichen Kochbüchern. Vegan kochen macht Spaß!

7) Wenn Sie belächelt werden, lächeln Sie zurück!
Wenn das eigene Umfeld auf die Entscheidung, vegan zu essen, mit Witzen und ach so lustigen Sprüchen reagiert, nimmt man es am besten mit Humor! Diskussionen und Überzeugungsarbeiten bringen meist nichts. Allein durch das Vorleben des veganen Lebensstils werden Freunde und Bekannte viel mehr beeinflusst, als man glaubt.

8) Gleichgesinnte finden!
„Gleich und Gleich gesellt sich gern“. Besonders am Anfang ist es vorteilhaft, sich mit anderen Veganerinnen und Veganern auszutauschen und zu vernetzen. Dies kann über Social Media Kanäle passieren oder bei regionalen veganen Stammtischen.

www.enjoi.at, info@enjoi.at


Karin Weingrill MA
Expertin für vegane Ernährung,
www.enjoi.at
info@enjoi.at

Rezepttipp für ein selbstgemachtes Roggenvollkornbrot

Ist es nicht herrlich, wenn die Küche nach frisch gebackenem Brot riecht?
Mit diesem einfachen Rezept können auch nicht geübte Köche ihr eigenes Brot sehr leicht und relativ schnell selbst zubereiten. Die Karotten und die Zucchini machen es schön saftig und die vielen guten Zutaten machen dieses Vollkornbrot zu einer gesunden und ballaststoffreichen Köstlichkeit.

Am besten gleich ausprobieren!

Selbstgemachtes Roggenvollkornbrot

• 500 g Roggenvollkornmehl
• Ca. 50 g Hanfmehl (wenn verfügbar… muss nicht sein!)
• 1 Karotte geraspelt
• ½ Zucchini geraspelt
• 3 EL „Körndl“-Mischung mit ca. 150 ml lauwarmem Wasser übergießen und ca. 30 Minuten quellen lassen (je nachdem was zu Hause ist… Sonnenblumenkerne, Hanfsamen gemahlen, Chiasamen, Sesamsamen, Leinsamen gemahlen)
• 1 EL Salz
• 1 EL Ahornsirup oder Agavendicksaft
• 1 Packerl Trockenhefe
• 1 TL Kurkuma
• Brotgewürze nach Belieben (Koriandersamen zerstoßen, Kümmel, Kreuzkümmel, Anis, Fenchelsamen)

Zubereitung:
Karotte und Zucchini grob raspeln. Vollkornmehl mit der Trockenhefe gut vermengen.
Sämtliche Zutaten vermischen und mit lauwarmem Wasser kräftig zu einem mittelfesten Teig kneten. Teig in einer zugedeckten Schüssel „gehen lassen“.

Nochmals gut durchkneten, den Teig in eine befette Kastenform geben und nochmals gehen lassen. Das Brot mit etwas Dampf bei 195 Grad für ca. 50 Minuten backen
(wer kein Backrohr mit Dampffunktion zur Verfügung hat, stellt einfach einen kleinen Topf mit Wasser ins Rohr dazu).

Dieses Vollkornbrot kann nach Belieben auch Dinkelvollkornmehl zubereitet und mit Walnüssen, Cashewnüssen oder mit Kürbiskernen abgewandelt werden.

Viel Spaß bei Brotbacken und gutes Gelingen!


Rezept und Foto: Karin Weingrill

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