Vegan backen ohne Ei

Die Adventszeit ist in Sicht, und damit beginnt auch die Backzeit. Doch muss man dafür Eier verwenden? Als zertifizierte Expertin für vegane Ernährung war ich zu Besuch an der HLW Pinkafeld, denn dort können die Schülerinnen und Schüler die Zusatzausbildung zur Vegan-Vegetarischen Fachkraft absolvieren. Gemeinsam haben wir uns in der Schulküche dem Thema gewidmet und vegane Back-Leckereien gezaubert.
Karin WEINGRILL / 30. Oktober 2019
Foto: HLW

 

Karin Weingrill mit den Schülerinnen und Schülern der HLW Pinkafeld

 

Es gibt zahlreiche Gründe, auf Eier zu verzichten. Neben den gesundheitlichen Aspekten verzichten viele vor allem aus moralischen Motiven darauf, denn die idyllischen Bilder von glücklichen Hühnern, die am Bauernhof herumlaufen und sich um den Hahn scharen, entsprechen nicht der Realität. Diese sieht anders aus – die männlichen Küken werden bereits am ersten Lebenstag aussortiert und getötet, und die weiblichen Hühner sind durch das zuchtbedingte intensive Eierlegen und die miserablen Haltebedingungen in der Massenzucht bereits nach zwölf bis 14 Monaten ausgelaugt und krank.

Alternativen für Eier

Die pflanzliche Küche bietet vielfältige Alternativen, um Eier beim Kochen und Backen zu ersetzen. Je nachdem, welche Eigenschaft bei der Zubereitung gewünscht ist, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten an pflanzlichen Produkten:

• Fein gemahlene Leinsamen in Wasser eingeweicht sind ein perfektes Bindemittel.
Bananen machen den Teig lockerer und saftiger.
• Pürierter Seidentofu macht Teige besonders geschmeidig.
Apfelmus sorgt für einen saftigen und lockeren Teig.
• Mit Essig und Natron entstehen große Blasen im Teig, und sie machen diesen leicht und locker.
Sojamehl ist ein hervorragendes Bindemittel für Kuchen oder Waffeln.
Kurkuma gibt Teigen eine schöne gelbe Farbe.
• Eischnee wird durch Aquafaba, die Kochflüssigkeit von Kichererbsen, ersetzt.

Ausbildung

Das Kochen von pflanzlichen Gerichten und Speisen ist heutzutage mehr gefragt denn je. In der HLW Pinkafeld reagiert man auf diese neuen Anforderungen und bietet den Schülerinnen und Schülern die Zertifikatsausbildung zur „Vegan-Vegetarischen Fachkraft“. Im Wahlpflichtfach „Vegucation“ wird sowohl das theoretische Fachwissen einer veganen Ernährung vermittelt als auch im praktischen Teil die Zubereitung von pflanzenbasierten, nachhaltigen und köstlichen Speisen.

Als Expertin wurde ich eingeladen, einen Vortrag zum Thema „Gesund essen ohne tierische Lebensmittel“ zu halten und den Schülerinnen und Schüler eine vollwertige, vegane Ernährung aus ernährungsmedizinischer Sicht näherzubringen. Ein Schwerpunkt war das Backen ohne Ei, und im darauffolgenden Koch- und Backunterricht duftete es in der Lehrküche schon bald nach köstlichen Kuchen, Torten und Keksen.

ENJOI | www.enjoi.at


HLW SchülerInnen
in der Schulküche

Karin Weingrill, MA
Expertin für vegane Ernährung

Zwei leckere Rezepte aus der Vegucation-Ausbildung der HLW Pinkafeld

Die Schülerinnen und Schüler der HLW Pinkafeld haben die Möglichkeit, die Zertifikatsausbildung zur „Vegan – Vegetarischen Fachkraft“ zu absolvieren. Im praktischen Teil wird in der Lehrküche mit pflanzlichen Lebensmitteln fleißig gekocht und gebacken.

Passend zur kommenden Weihnachtszeit wurden auch schon herrlich duftende Mehlspeisen ohne Eier zubereitet.

Diese zwei Rezepte sind exklusiv für unsere Prima Leserinnen und Leser…
gutes Gelingen!


Schokokipferl


Zutaten:
0,25 kg Mehl glatt
0,20 kg Margarine vegan
0,10 kg Haselnüsse gemahlen
0,10 kg Staubzucker
0,05 kg Zartbitterschokolade vegan gerieben
Prise Salz
Zum Tunken: 0,15 kg Zartbitterkuvertüre vegan

Zubereitung:
Blech mit Backpapier belegen, Rohr auf 180 °C OH/UH vorheizen.

Teig herstellen: Margarine in Mehl schneiden, hacken und abbröseln; restl. Zutaten zufügen und kurz verkneten, Ziegel formen & in Frischhaltefolie wickeln. Teig für ca. 20 Minuten im Kühlschrank rasten lassen.

Kipferl herstellen: Teig in fingerdicke Rollen formen, gleichgroße Stücke abschneiden, zu Kipferl formen und auf das Backblech setzen. 10 Minuten backen.

Kipferl auskühlen lassen. Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Kipferl an den Enden in die Kuvertüre tunken und auf ein Backpapier legen - evtl. mit Pistazien oder Zuckerperlen bestreuen. Bei Raumtemperatur trocknen lassen.

Apfelmuskuchen


Zutaten:
0,24 kg Mehl glatt
0,13 kg Staubzucker
1 TL Vanillezucker
1 TL Backpulver
1 TL Natron
1 Prise Salz
Zimt nach Bedarf
0,15 kg Margarine vegan
0,25 kg Apfelmus

Zubereitung:
Backform (ca. 26 cm Durchmesser) mit Öl ausstreichen und bemehlen, Rohr auf 180 °C Heißluft vorheizen

Margarine schmelzen und überkühlen. Mehl sieben und mit Staubzucker, Vanillezucker, Salz, Backpulver, Natron und Zimt nach Geschmack verrühren.

Apfelmus und lauwarme Margarine zufügen und rasch zu einer Masse verrühren. Masse in die Backform füllen und glattstreichen. 40 Minuten backen.

Kuchen auskühlen lassen und evtl. noch etwas mit Zucker bestreuen.

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Veganer backen ohne Ei!

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