Das Schicksal einer Streunerkatze

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Katzen müssen kastriert werden! Nur so kann das Leid der Streuner verhindert werden. Wie schlimm es derzeit ist, zeigt die Geschichte der kleinen Katze Marie.
Alice Pichler - Obfrau Verein "Wir fürs Tier" / 02. Juli 2018
Photo by Lucija Ros on Unsplash

Zahllose Streuner-Kätzchen kämpfen zur Zeit ums Überleben

 

Es ist 22 Uhr, das Telefon läutet. Nicht ungewöhnlich zurzeit, jeden Tag betreuen wir Notrufe, viele davon nachts. Diesmal geht es um vier Katzenbabys, gerade mal zwei Wochen alt. Von ihrer Mama fehlt seit zwei Tagen jede Spur. Wenig später nehme ich die Kleinen entgegen. Sie haben Hunger und schreien. Ich kontrolliere sie auf Verletzungen und entdecke Furchtbares. Ein Kleines ist bereits komplett von Maden zerfressen, es lebt noch, ist aber sehr schwach. Die drei anderen sind ebenso bereits von den Fliegenmaden befallen. Sofort werden sie medizinisch behandelt, gewärmt und gefüttert. Es dauert bis in den Morgen, sie von den Maden zu befreien, doch immer wieder tauchen neue unter der Haut auf. Alle zwei bis vier Stunden sind die Kleinen nun die nächsten Wochen zu füttern – neben den vielen anderen verwaisten und kranken jungen Katzen hier in der Krankenstation bleibt da keine Zeit für Schlaf. Ich kämpfe die ganze Nacht um das kleine Kätzchen, das ich Marie getauft habe.

Es ist Morgen – die kleine Marie hat es nicht geschafft. Lebendig wurde sie von den Maden innerlich aufgefressen. Wir konnten ihr zum Schluss wenigstens die Schmerzen nehmen, ein schwacher Trost.

All das passiert zurzeit direkt vor unseren Augen. An jeder Ecke tauchen derzeit unerwünschte, kranke Katzenbabys auf. Wir versuchen zu helfen, wie nur irgendwie möglich, doch wir können nur einen Bruchteil retten, denn es sind einfach zu viele.

Jeder trägt Verantwortung – auch Sie!

Katzen mit Freigang müssen endlich alle kastriert werden! Auch Tiere in bäuerlicher Haltung sind davon nicht mehr ausgenommen. So steht es auch im Gesetz. Und nur so werden wir es schaffen, Schicksale wie jenes der kleinen Marie zu verhindern. Durch unsere Kastrationsprojekte wollen wir Katzenleid nachhaltig eindämmen, doch auch die Menschen müssen selbst endlich verstehen, wie viel Leid es verursacht,  wenn sie ihre Katzen nicht kastrieren lassen. Bis dahin werden wir weiter um jede einzelne kleine Seele kämpfen.

 

Bitte unterstützen Sie den Bau des Katzenhauses in Loipersdorf im Südburgenland! Spendenkonto: Wir fürs Tier Oberwart,

IBAN: AT68 5100090214244900, Verwendungszweck: Katzenhaus

Beitrag aus Ausgabe 07/2018


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