Gedanken zum Welttierschutztag

Vor 5 Jahren, genau am 4. Oktober, dem Welttierschutztag, wurde der Verein „Wir fürs Tier“ gegründet - mit dem Ziel, nachhaltige Tierschutzarbeit zu leisten. Daran arbeitet Obfrau Alice Pichler mit ihrem Team täglich. Für sie gibt es zwei große Themen: Einerseits die mangelnde Verantwortung des Menschen Tieren gegenüber. Und das gezielte Ausblenden von Tierleid.
Alice Pichler, Obfrau von „Wir fürs Tier“

Viele Katzen warten bei Pflegefamilien auf ein Zuhause

 

Tiere werden einfach „entsorgt“

Drei Katzenbabys, alleine nicht lebensfähig, zum langsamen qualvollen Sterben einfach lebendig in die Tierkörperverwertung geworfen. Acht Meerschweinchen zum Sterben im Wald ausgesetzt, ein „geliebter“ einjähriger Hund, der eingeschläfert werden sollte, weil seinem Besitzer die Behandlung zu teuer war. Das sind alles Fälle, mit denen wir alleine im letzten Monat konfrontiert wurden. Die Menschen kommen weiterhin ihrer Verantwortung, die mit der Haltung von Tieren einher geht, nicht nach: Kastrationspflicht bei Freigängerkatzen, Überlegungen vor der Anschaffung, ob man genug Platz, Zeit und Geld mitbringt, um ein Tier wirklich artgerecht zu halten. Es ist noch viel Aufklärungsarbeit notwendig – Aufklärungsarbeit, die jeder in seinem Umfeld machen kann und soll.

Tierleid durch Billigware

Der zweite große Punkt, der uns alle betrifft, sind Massentierhaltungen und das damit einhergehende Tierleid. Wenn man Menschen befragt, ist der Grundtenor klar: Keiner will Massentierhaltungen, keiner will Tiertransporte, alle kaufen Produkte vom Bauern „nebenan“. Geht man dann in den Supermarkt zeigt sich leider ein anderes Bild: Das billigste Fleisch, die billigste Milch, die billigsten Eier. All die Tiere, von denen diese Produkte stammen, leben oder lebten in Massentierhaltungen. Egal ob diverse Siegel auf diesen Produkten kleben, egal ob sie auch aus Österreich stammen, es ist unglaublich, wie viel Leid diese Tiere ertragen mussten. Wir müssen beginnen, diese Tatsache nicht mehr auszublenden und uns gezielt damit auseinandersetzen, wie die Haltung von Nutztieren aussieht.

Der Griff zu Produkten aus biologischer Landwirtschaft ist auch im Sinne der Tiere mittlerweile einfach unumgänglich. Der Preisunterschied ist groß, aber das hat auch seinen Grund – wir konsumieren ohnehin zu viele tierische Produkte als sie gut für uns sind. Wenn wir also keine Massentierhaltungen wollen, dann ist es an uns, das der Wirtschaft auch zu zeigen. Wir sollten also im Sinne der Tiere und auch im Sinne unserer Gesundheit unser Konsumverhalten überdenken. Das hat nichts mit der Einschränkung der eigenen Entscheidung zu tun, denn es geht um das Leben fühlender Lebewesen. Es ist also viel mehr eine Frage von Ethik, Anstand und Respekt. „Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.“ Genau so formulierte es Mahatma Gandhi einst. Daran müssen wir uns orientieren.


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