Gute und schlechte Eier

Eier stehen zu Ostern auf dem Speiseplan ganz oben. Umso wichtiger ist es, darauf zu achten, woher sie kommen. Wer Tierleid verhindern will, kauft nur aus (biologischer) Freilandhaltung.
Alice Pichler, Obfrau "Wir fürs Tier"
Foto: Timo Klostermeier/pixelio.de

Der Stempel auf dem Ei gibt Auskunft, aus welcher Haltung es stammt

 

Eine Frage der Haltung
6.000 Hühner in einer Halle, das ist keine Ausnahme, sondern die durchschnittliche Anzahl an Hühnern in Bodenhaltung. Neun Hühner teilen sich hier nur einen Quadratmeter. Die Tiere können sich kaum bewegen und lernen bis zu ihrem Tod niemals eine Wiese kennen. Eier aus Bodenhaltung sind daher für Tierfreunde keine Option.

Noch schlimmer geht es Legehennen in Käfighaltung. Diese Haltungsform ist zwar in Österreich verboten, leider kommen Eier in Fertigprodukten teilweise immer noch aus solchen Haltungen.

Freilandeier stammen von Hühnern, die die Möglichkeit haben, tagsüber ins Freie zu gehen. Zumindest ein Teil ihres Stalls muss eingestreut sein. Biologische Freilandhaltung unterscheidet sich dadurch, dass die Anzahl der Hennen in einem Gebäude auf 3.000 Tiere begrenzt ist und ihr Futter gentechnik-und pestizidfrei sein muss sowie Medikamente eingeschränkter zum Einsatz kommen. Durch einen bewussten Einkauf von Eiern aus Freilandhaltung oder biologischer Freilandhaltung kann man Tierleid verhindern.

Generell sollte man aber immer bedenken, dass Legehennen nach etwa einem Jahr weniger Legeleistung haben und geschlachtet werden. Ebenso passiert eine Aussonderung bereits bei den Küken. Da die männlichen Küken nicht für die Mast geeignet sind, hat man für sie keine „Verwendung“ und sie werden bereits am ersten Lebenstag getötet. Das passiert meist durch Einfrieren oder Schreddern der Tiere.

Die Verantwortung trägt der Konsument
Wie erkennt man nun, aus welcher Haltung das Ei stammt? Jedes Ei, das in Österreich verkauft wird, hat einen Stempel. Die erste Zahl kennzeichnet die Haltungsform. So steht 0 für biologische Freilandhaltung, 1 für Freilandhaltung und die Zahl 2 für Bodenhaltung. Danach folgt die Abkürzung für das Herkunftsland (AT für Österreich) und am Schluss findet man die Erzeugernummer, die den Betrieb angibt, aus dem das Ei kommt. Für verantwortungsvolle Konsumenten ist diese Kennzeichnung enorm wichtig, denn allzu oft findet man verwirrende Bezeichnungen wie „Bauernei“, die aber keinerlei Aussagen über tatsächliche Herkunft und Haltungsform der Tiere geben. Durch die Kennzeichnung kann man zum Beispiel auch am Markt sicher feststellen, aus welcher Haltung die Eier stammen.

Versteckte Eier
Während das Bewusstsein beim direkten Eierkauf steigt, denken viele Menschen nicht daran, dass gerade bei Eiern in Fertigprodukten besondere Vorsicht geboten ist. Eier in Nudeln oder Kuchen stammen sogar oft noch aus Käfighaltungen. Leider kann man auf der Verpackung nicht sehen, wie die Hennen gelebt haben. Um sicher zu gehen, Tierleid nicht zu unterstützen, kann man bei Nudeln leicht auf eifreie Produkte umstellen oder sich genau informieren, welche Eier enthalten sind.

Gefärbte Eier
Bereits gekochte und gefärbte Eier unterliegen NICHT der Kennzeichnungspflicht betreffend Haltungsform. Demnach kann auf einem Ei, das in Österreich gefärbt und gekocht wurde, „Ei aus Österreich“ stehen. Das Ei selbst könnte aber von Hühnern aus dem Ausland mit fragwürdigen Haltungsbedingungen stammen. Wenn sich also kein Hinweis auf die Haltungsform und die genaue Herkunft auf der Verpackung findet, dann sollte man auf jeden Fall die Finger von solchen Eiern lassen.

Beitrag aus Ausgabe 03/2018


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