Haustiere: Maximal vier Hunde oder acht Katzen ohne Bewilligung

Im Jänner soll der Landtag eine Neuregelung der Tierhaltung beschließen. Wer mehr als vier Hunde und / oder acht Katzen hat, braucht dafür eine Genehmigung des Amtstierarztes.
Peter SITAR / 9. Jänner 2019
Foto: LandesmedienService

Landesvize Johann Tschürtz mit Tierschutz-Ombudsfrau Gabriele Velich

 

„Tierhaltung“ ist einer von fünf Abschnitten des neuen Landessicherheitsgesetzes, das im Jänner vom Landtag beschlossen werden soll. Das Gesetz sieht ein Bewilligungsverfahren unter Einbindung des Amtstierarztes für das Halten von mehr als vier Hunden und / oder acht Katzen vor

Am 24. Jänner soll das neue Landessicherheitsgesetz, das das aus dem Jahr 1986 stammende Polizeistrafgesetz ersetzt, vom Landtag beschlossen werden. Fünf Abschnitte umfasst das neue Gesetz – einer davon regelt die „Tierhaltung“ neu. So soll künftig das Halten von mehr als vier Hunden und / oder acht Katzen an ein Bewilligungsverfahren durch die Gemeinde gebunden sein. Im Verfahren hat die Gemeinde den Amtstierarzt als Amtssachverständigen beizuziehen. Es habe in der Vergangenheit vermehrt Bissattacken gegeben, erklärt Tschürtz. „Wir wollen mit dem Gesetz eine Situation schaffen, wo jeder so mit seinen Tieren umgeht, dass von ihnen keine Gefährdung ausgeht. Der Amtstierarzt hat jetzt ein wesentliches Mitspracherecht, er kann am besten beurteilen, ob die Haltung einer größeren Anzahl von Hunden und Katzen tiergerecht und auch für die Menschen ohne Probleme möglich ist. Es kann nicht zielführend sein, in einer 50 Quadratmeter-Wohnung sechs Hunde oder zwölf Katzen zu halten“. Velich sieht die Neuregelung vor allem aus Sicht des Tierschutzes positiv. „Die Tiere finden bessere Bedingungen vor, Hunde können auch ein besseres Sozialverhalten entwickeln“. Mit dem Gesetz sei nun auch eine Möglichkeit geschaffen worden, gegen illegalen Hundehandel vorzugehen.

Scharfe Kritik kommt von den Grünen. Abgeordneter Wolfgang Spitzmüller: „Die GRÜNEN Burgenland sehen in der geforderten Bewilligung einen unnötigen generellen Verdacht gegenüber TierhalterInnen im Burgenland, die zudem noch einen großen bürokratischen Mehraufwand mit sich bringt.

Spitzmüller: „Völlig fragwürdig ist auch, warum einmal mehr, wie bei der Kastrationspflicht für Katzen, landwirtschaftliche Betriebe ausgenommen sind. Sogar das Halten von gefährlichen Wildtieren, das generell verboten ist, ist Bauern und Bäuerinnen damit erlaubt.
Das bedeutet, dass das Horten von Tieren zwar verboten wird, aber am Bauernhof ist es weiter zulässig. Das macht keinen Sinn, weder im Sinne der Sicherheit noch im Sinne der Tierhaltung.“ Ein Passus des Gesetztes widerspricht laut Spitzmüller sogar dem Tierschutzgesetz,
in dessen §6 (1) ganz klar steht: „ Es ist verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten.“ Das Landessicherheitsgesetz steht mit der Möglichkeit der Tötung eines Tieres dem entgegen. In § 27 (4) heißt es: „Ist eine Unterbringung ….. unmöglich, können diese Tiere auf Kosten des Verursachers nach Anhörung der Tierschutzombudsstelle ……..schmerzlos getötet werden.“ Spitzmüller: „Hier geht es um abgenommene Tiere, für die man keinen Platz findet, dies ist eindeutig kein ‚vernünftiger Grund‘ ein Tier zu töten.“ Die GRÜNEN fordern einmal mehr die Tierhaltung aus dem Landessicherheitsgesetz heraus
zunehmen und ein eigenes Tierhaltungsgesetz zu verfassen.

 

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