Rettet die Bienen

Schon seit mehreren Jahren ist klar, dass der Bestand der bestäubenden Insekten auf der ganzen Welt zurückgeht. Um die Bienen zu retten, kann und muss jeder von uns etwas dazu beitragen. Blumenwiese statt kurz geschorener Rasen, lautet die Devise!
Laura Weingrill
Foto: Laura Weingrill

Stellen Sie sich vor, Sie wollen im Supermarkt Obst und Gemüse kaufen und die Regale sind leer. So unrealistisch dies auch klingen mag, mit jeder verlorenen Biene wird dieses Szenario mehr und mehr zur möglichen Zukunft.

„Wir haben hier besonders im Burgenland einen so reichhaltigen Schatz der Natur, den wir bald verlieren werden, wenn wir so weitermachen“, so Wolfgang Spitzmüller zur derzeitigen Situation der Bienen. Schon lange macht sich der Bio-Bauer und Landtagsabgeordnete der Grünen Sorgen um die fleißigen Bestäuber und hält es vor allem jetzt für nötig, so schnell wie möglich zu reagieren. Denn inzwischen stehen alle Alarmzeichen auf Rot, wie auch eine Studie vom Jahr 2017 aus Deutschland beweist, bei der in den warmen Sommermonaten ein Rückgang von 60 bis 70 Prozent an Insekten und somit auch Bienen verzeichnet werden konnte.

Warum Bienen sterben

Einerseits ist es die Landwirtschaft und deren Nutzung von zahlreichen Pestiziden, die nachhaltig die Insekten schädigen und ihnen ihren Lebensraum stehlen. Auf der anderen Seite stellt aber auch die Wirtschaft eine große Gefahr dar, denn je mehr Felder und Wiesen für Baugründe aufgelassen und letztlich auch etwa für Parkplätze versiegelt werden, desto weniger Pflanzen und somit Nahrung stehen für die Bienen zur Verfügung. Und natürlich ist da noch der Klimawandel, der drauf und dran ist nicht nur für die summenden Helfer, sondern für das gesamte Ökosystem ein immer größeres Risiko darzustellen.

Nun könnte man sich fragen, wozu wir Bienen eigentlich brauchen. „Tatsächlich können Bienen wie eine Art Stellvertreter des Ökosystems gesehen werden, denn ohne sie würden wir sehr viel unserer Artenvielfalt in der Natur verlieren, besonders was Obst und Gemüse anbelangt“, meint Spitzmüller.

Letzten Endes stellt sich noch die Frage, wie man helfen kann. Der Verzicht von Pflanzenschutz-, Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel sollte selbstverständlich sein. „Im Grunde gibt es für jeden etwas zu tun. Die Bio-Landwirtschaft zu unterstützen und Produkte aus Heumilch zu kaufen oder für ein wenig Unordnung im Garten in Form einer kleinen Blumenwiese zu sorgen, sind schon kleine Schritte, die einen großen Unterschied machen können“, appelliert Spitzmüller.

 

Beitrag aus Ausgabe 06/2018


Wolfgang Spitzmüller
appelliert dringend, Lebensräume für die Insekten im Garten zu schaffen

Einen Kommentar hinterlassen: