Warum Tierschutzunterricht für die Sicherheit wichtig ist

In der Steiermark gibt es ihn bereits, nun bietet der Verein gegen Tierfabriken auch Schulen im Burgenland gratis Tierschutzunterricht an. Durchgeführt wird dieser von Alice Pichler, Obfrau vom Verein Wir fürs Tier.
Foto: RadkaSchöne_pixelio.de

Im neuen Landessicherheitsgesetz soll durch eine Begrenzung der Tierzahl mehr Sicherheit im Zusammenleben mit Hunden geschaffen werden. Leider eine weitere Maßnahme, die nicht an der Ursache des Problems ansetzt: Beißvorfälle passieren durch mangelnde Schulung der Halter und Opfer. Vor allem Unfälle mit Kindern kommen leider häufig vor. Tierschutzunterricht ist eine Präventivmaßnahme für Mensch und Tier, die nachhaltig zu mehr Sicherheit beiträgt.

Vor allem in der Volksschule ist das Thema des richtigen Umgangs mit Hunden wichtig. Zentrale Fragen dabei sind: Reden Hunde mit uns? Wie erkennen wir, ob sie freundlich sind? Wann darf ich einen Hund streicheln? Was mache ich, wenn ein freilaufender Hund auf mich zukommt? Wie behandle ich einen Hund richtig und respektvoll? Was brauchen Hunde, um artgerecht leben zu können? Warum sind Hunde, die nur in einem Zwinger leben müssen, gefährlicher als andere?

Immer wieder lässt sich im Gespräch mit den Kindern feststellen, dass Hunde keine Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen oder sogar noch in Zwingern oder dergleichen gehalten werden. Voraussetzungen, die ein erhöhtes Gefahrenpotenzial bedeuten können. Allein durch das Wissen um die Bedürfnisse und die Körpersprache von Hunden könnte eine Vielzahl von Unfällen vermieden werden. Der Unterricht bietet einen Einblick in die Kommunikation des Hundes und schult die Kinder, mehr darauf zu achten, was Hunde uns mitteilen wollen und wann sie sich unwohl fühlen, damit diese erst gar nicht knurren oder beißen.

„Regeln“ für den Umgang mit Hunden

Ziel des Tierschutzunterrichtes ist auch, mit den Kindern Regeln für den Umgang mit Hunden zu erarbeiten.

• Wir wollen nicht gestreichelt werden, wenn wir essen. Wir lassen deshalb auch Hunde während der Nahrungsaufnahme in Ruhe und nehmen ihnen niemals das Essen weg.

• Ein Hund will seine Ruhe haben, wenn er schläft. Auch wenn er sich zurückzieht, respektieren wir das, denn Tiere sind fühlende Lebewesen mit Bedürfnissen.

• Hunde sind Familienmitglieder, die auch bei ihrer Familie leben wollen. Genauso wenig wie wir immer ausgeschlossen werden wollen, will ein Hund ständig weggesperrt werden.

• Fremde Hunde dürfen wir nicht streicheln, auch wenn sie noch so freundlich aussehen.

• Sollte ein freilaufender Hund auf mich zukommen, brauche ich keine Angst haben, ich laufe nicht weg, sondern bleibe ruhig stehen.

Der Unterricht ist ein erster Schritt für Kinder, sicherer mit Hunden leben zu können. Natürlich nimmt das nicht die Verantwortung von den Erwachsenen, von den Haltern und von den Eltern, die ebenso informiert sein sollten. Das Wissen um die Bedürfnisse unserer Vierbeiner und bewusstseinsbildende Maßnahmen tragen nachhaltig dazu bei, harmonisch mit Hunden zusammenleben zu können und sind daher der sinnvolle Weg zu mehr Sicherheit.

Vortrag

„Sicherheit geht vor“ – Wie ein sicheres Zusammenleben zwischen Mensch und Hund funktionieren kann

1. März 2019, 17 Uhr,
Gasthaus Drobits Oberwart,
Vortragende: Tierschutzqualifizierte Hundetrainerin Petra Frey


Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN ist ein (partei)unabhängiger Verein mit dem Ziel, Mitgefühl und Respekt gegenüber Tieren in der Gesellschaft zu verankern.Kernidee des Vereins ist der Schutz des Lebens und Wohlbefindens ausnahmslos aller Tiere, egal ob Haustiere, sogenannte Nutztiere oder Wildtiere in Freiheit oder Gefangenschaft.

Jedes Lebewesen mit Bewusstsein ist leidensfähig und hat einen eigenen Willen sich sein Leben selbst zu gestalten. Der Verein hat seinen Sitz in Wien und agiert österreichweit durch bewusstseinsbildende Maßnahmen wie Informationskampagnen oder Tierschutzunterricht.
www.vgt.at


„Wir fürs Tier“ Oberwart ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Ziel es ist, die Lebensbedingungen von Tieren nachhaltig zu verbessern. Der Verein agiert vor allem regional in der Oststeiermark, dem Mittel- und Südburgenland. Hinter dem ehrenamtlichen Vereinsvorstand, stehen viele engagierte Mitglieder, die sehr viel von ihrer Freizeit für Tiere in Not opfern. Der Großteil von ihnen ist berufstätig. Alice Pichler ist Gründerin und Obfrau des Vereins.
www.wirfuerstier.at


Hundeerziehung

„Die Basis jeder Beziehung sollte gegenseitiges Verständnis sein. Das ist unter Menschen schon schwer genug – in der Tier-Mensch Beziehung mit völlig verschiedener Sprache, Ausdrucksweise und Wahrnehmung, ist das noch viel schwieriger.

Erziehung des Hundes

„muss“ (auch als Hundeanfänger) nicht zwangsläufig in einer Hundeschule erfolgen, um mit seinem Hund glücklich zusammenzuleben. Wichtig ist, sich Wissen rund um seinen Hund anzueignen und bei der Erziehung jegliche Art von Gewalt abzulehnen. Als sehr hilfreicher Unterstützer bei der Hundeerziehung hat sich der Clicker bewährt. Vorsicht geboten ist vor allem vor sogenannten Hundeflüsterern (vor allem im Fernsehen!). Die gezeigten Methoden sind meist alles andere als gewaltlos und können falsch angewendet oft genau Gegenteiliges bewirken oder sogar zu Unfällen führen.

Moderne Hundeerziehung ohne Gewalt

Hunde sehen Bewegungen besser als wir, selbst kleinste Veränderungen in unserer Mimik fallen ihnen bereits auf. Sie kommunizieren primär mit ihrer Körpersprache, wesentlich seltener findet Kommunikation über Lautgebung statt. Auch spielt die Kommunikation über Gerüche – die sogenannte olfaktorische Kommunikation – eine gewisse Rolle, diese Form der Kommunikation ist für uns Menschen jedoch nur bedingt erlernbar, dafür ist unsere Nase zu wenig entwickelt.
Die Hauptkommunikation bei Hunden findet nonverbal über bewusst und unbewusst gesendete Signale mittels Körpersprache statt. Diese Signale sind oft so fein, werden vom ungeübten Menschenauge nicht wahrgenommen und deswegen schlichtweg ignoriert.

Viele Dinge, die unser Hund uns mitteilen will, nehmen wir also nicht einmal wahr!

Dieses Dilemma führt nicht zuletzt oft zu Verhaltensproblemen… Setzt der Hund nämlich ein feines Signal (z.B. Blinzeln) und dieses wird nicht erkannt, lernt der Hund, „stärkere“ Signale einzusetzen: z.B. Bellen, Knurren, Schnappen oder gar Beißen. Das Erlernen der hundlichen Körpersprache trägt also nicht zuletzt zur Sicherheit bei. Viele Verhaltensprobleme entstehen aufgrund der Überforderung der Hunde. Um zu erkennen, ob der Hund mit einer Situation klarkommt, muss man die Signale erkennen können.

Diese können sein:
• gähnen
• abwenden des Kopfes
• abwenden des ganzen Körpers
• züngeln (über Nasenrücken lecken)
• auf dem Boden schnüffeln (ohne erkennbaren Grund)
• Pfote heben
• im Bogen gehen
• erstarren
• tiefstellen des Vorderkörpers
• sich hinsetzen oder hinlegen
• sich kratzen

Dies sind nur einige Signale, die bewusst oder unbewusst gesetzt werden. Um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um ein körpersprachliches Signal handelt oder der Hund z.B. wirklich nur schnuppert, muss die Gesamtsituation beurteilt werden: Also in welchem Zusammenhang zeigt der Hund welche Signale wie oft. Eines der am meisten fehlinterpretierten Signale des Hundes ist übrigens das Bogengehen. Wenn man seinen Hund herbeiruft und er dabei nicht in gerader Linie herankommt, sondern in einem Bogen, dies sogar noch langsam und eventuell noch dabei am Boden schnüffelt, so  wird das oft als „Ungehorsam“ interpretiert, der Hund zeigt hier allerdings lediglich hundliches, deeskalierendes Verhalten.


Zur Person Petra Frey

Hundetrainerin und Verhaltensberaterin Petra Frey besitzt zwei umfassende Hundetrainerausbildungen, eine davon hat sie bei der International Dog and Behaviour Trainings School (IDBTS) absolviert, die andere bei Animal Learn. Zusätzlich besucht sie regelmäßig Fortbildungen und Fachtagungen. Petra Frey arbeitet hauptsächlich mit Tierschutzhunden, betreut diese im Tierheim und bietet Hilfestellung nach der Vermittlung an. Sie lebt momentan mit einem Hund zusammen: einer American Staffordshire Terrier aus dem Tierheim. Nähere Informationen zu ihrer Philosophie, Person und ihrem Training: Hundeschule DogDialog (Wien).

Quelle: https://www.wirfuerstier.at/wissenswertes/hundeerziehung/


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