Wir brauchen die Bienen

Ohne Bäume kein Leben – die Serie zur Bewusstseinsbildung für mehr Baumschutz
Baumfreunde / Gertraut WEIKMANN / 26. April 2021
Foto: Baumfreunde Oberwart

„Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen“, ist ein berühmter Satz von Albert Einstein. Bei diesem Sterben sind neben den Bienen auch viele andere nützliche Insekten betroffen, die alle eine wichtige Rolle in dem komplexen Öko-System spielen, in dem wir Menschen nur ein kleines Rädchen sind. Aber wir sind auf jeden Fall bedauernswerte Opfer, wenn das System zusammenbricht. Ursachen für das Insektensterben sind vor allem die Monokulturen mit den fehlenden „Blüh-Streifen“ und dann natürlich die Pestizide, allen voran die Neonikotinoide.

Gerade im landwirtschaftlich benutzten Gebiet sterben daher immer mehr Bienenvölker. Umso wichtiger ist es, dass Bienen ihre Nahrung auch von Bäumen und Sträuchern erhalten. Auch in Städten tragen diese viel dazu bei, dass die Bienen und andere wichtige Nutz-Insekten überleben. Eine gut überlegte Bepflanzung der Städte ist daher von enormer Bedeutung. 

Über diese Bepflanzung freuen sich die Bienen

Wichtig ist es, Bäume zu pflanzen, die eine gute Resistenz gegenüber Trockenheit haben. Solche Bäume werden das städtische Mikro-Klima positiv beeinflussen. Darüber hinaus müssen sie auch viel Pollen und Nektar für die Bienen bieten – wobei den Insekten egal ist, ob der Baum ein einheimischer oder ein „Exot“ ist. Sie fliegen beide gleich gern an, wenn nur genug Nahrung für sie vorhanden ist.

Wichtig für Bienen sind ausreichend nahe zusammenstehende Baumgruppen einerseits und Bäume, die zu den verschiedenen Zeiten (von März bis September/Oktober) kontinuierlich Nektar und Pollen bieten. So kann man eine „Entwicklungstracht“ abgrenzen, in der von Mitte Februar bis Mitte April noch kaum Honig entsteht. 

Weide und Haselnuss, auch die Kornelkirsche, die Schlehe und der Spitz-Ahorn sind Bäume, die diese Anforderungen erfüllen. Weiter geht es in der Abfolge mit Apfel und Kirsche, etwas später mit Ahorn, der Traubenkirsche und dann kommen die Rosskastanie, Robinie und die Eberesche. Schließlich die verschiedenen Linden und gegen den Herbst sind die Buddleia und der Efeu das Bienengehölz schlechthin.

Die hier erwähnten Bäume sind natürlich nur ein kleiner Auszug einer Pflanzen-Vielfalt, die den Bienen Nahrung bietet. Lange Listen solcher Nutz-Bäume liegen von öffentlichen Agrar-Anstalten, aber etwa auch von der Vereinigung „Bienengarten“ vor. 

Eine wichtige Botschaft, die wir uns unbedingt zu Herzen nehmen müssen, ist, dass neben Neupflanzungen auch alte Bäume für die Bienen sehr wichtig sind, weil sie in den Baumhöhlen Nistmöglichkeiten finden. Diese sollten wir hegen und pflegen und nicht umschneiden. Gefragt sind also unsere Stadtväter und ihre Gartenplaner, diese Erkenntnisse umzusetzen und so dem Bienensterben entgegenzuwirken.

* Die Baumfreunde Oberwart ist eine überparteiliche und unabhängige private Initiative engagierter Oberwarter*innen 

baumfreunde@gmx.at


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