Wenn die Leidenschaft weh tut

Eigentlich sollte der Sex lustvoll sein, aber bei manchen Frauen ist das Gegenteil der Fall. Geschlechtsverkehr wird schmerzhaft erlebt und er wird vermieden. Finden Sie sich nicht damit ab!
Silvia MESSENLEHNER / 1. März 2021

Wichtig ist zuerst einmal, dass eine körperliche Ursache ausgeschlossen werden kann. Daher ist eine frauenärztliche Abklärung notwendig. In meiner Sexualtherapeutischen Praxis ist der Schmerz der Frau beim Geschlechtsakt eines der Hauptthemen. Hier ein kleiner Auszug der häufigsten Fragen und Aussagen dazu:

„Ich hab schon alles versucht, aber es ändert sich nichts.“

Die Erregbarkeit der Vagina kann man trainieren. Üben Sie an sich selbst und finden Sie heraus, was Sie erregt. Teilen Sie das auch Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin mit. Übrigens: Es gibt verschiedene Erregungstechniken, die zum Ziel führen (Teil der Sexualtherapie).

„Mitten im Geschlechtsakt bin ich nicht mehr erregt.“

Was jetzt hilft ist: Becken bewegen, tief atmen, mit dem Rhythmus und dem Tonus variieren und mit Kopf und Köper bei der Sache sein. Wenn das nicht funktioniert – keinen Druck aufbauen, sondern einfach das Vorspiel erweitern, bis die Vagina den Penis wieder aufnehmen möchte.

„Der Sex ist langweilig.“

Oftmals ist es nicht der Akt oder der Partner bzw. die Partnerin, sondern die Art und Weise. Tipp: Nur wer selbst weiß, was er mag, kann dies seinem Partner bzw. seiner Partnerin mitteilen – sonst tappt er bzw. sie völlig im Dunkeln.

„Ich habe Sex nur dem Partner bzw. der Partnerin zuliebe.“

Wenn die Frau sexuell nicht erregt ist, wird die Vagina auch nicht so feucht. Da kann der reibende Penis wehtun. Schmerzen sind ein Lustkiller. Daher: Nicht immer gegen den eigenen Willen alles mitmachen. Das erzeugt nämlich Frust und es tritt eine Vermeidungsreaktion auf. Überlegen Sie in Ruhe, warum Sie mitmachen und wovor Sie Angst haben, wenn Sie „Nein“ sagen. Bleiben Sie sich selber treu und achten Sie Ihre Bedürfnisse!

„Ich habe NIE Lust auf Sex.“

Lustlosigkeit kann verschiedene Gründe haben. Aber Sie können etwas tun, um mehr Lust zu entwickeln. Finden Sie sich nicht damit ab! Auch als Paar gibt es Übungen, die Sie gemeinsam für mehr Lust auf Sex in der Partnerschaft durchführen können. Lassen Sie sich sexualtherapeutisch begleiten, wenn Sie alleine nicht weiterkommen. Es braucht viele Wiederholungen bis sich im Gehirn etwas abspeichert. Daher: Üben, üben, üben! Durch Selbsterforschung und durch gemeinsames Erforschen – erweitern Sie Ihr sexuelles Repertoire und die Lust kommt garantiert! Guter Sex entsteht nicht von selber!

www.silviamessenlehner.at


Silvia Messenlehner
Klinische Sexologin und Sexualtherapeutin

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