Volkshilfe Burgenland: 2025 rund 20.000 Menschen unterstützt

Schwerpunkte lagen auf mobiler Pflege, Demenzbetreuung, Armutsbekämpfung sowie sozialen Betrieben. Rund 270 Mitarbeiter:innen und zahlreiche Ehrenamtliche leisteten burgenlandweit täglich Hilfe.

Nicole MÜHL / 19. Jänner 2026

Mag. Karin Csencsits (Pflegedienstleiterin der Volkshilfe Burgenland) und Präsidentin Verena Dunst gaben einen Rückblick auf das vergangene Jahr.

Getragen vom Leitmotiv „Benachteiligungen beseitigen – Erfolge ermöglichen“ engagierten sich im vergangenen Jahr rund 270 Mitarbeiter:innen sowie zahlreiche freiwillige Helfer:innen und Spender:innen für soziale Gerechtigkeit und ein würdevolles Leben für alle. Die Angebote der Volkshilfe Burgenland richten sich an armuts- und ausgrenzungsgefährdete Menschen, die in Österreich leben und von finanzieller Not betroffen sind. Als armutsgefährdet gelten Personen mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung. Diese Armutsgefährdungsschwelle liegt aktuell bei 1.661 Euro monatlich für einen Ein-Personen-Haushalt.

Mobile Pflege und Betreuung als zentrale Säule

Ein Schwerpunkt im Rückblick der Volkshilfe Burgenland 2025 war die mobile Hauskrankenpflege. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger:innen, Pflegefachassistent:innen, Pflegeassistent:innen und Heimhelfer:innen begleiteten ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen in ihrem vertrauten Zuhause. Die Leistungen reichten von medizinisch-pflegerischer Versorgung über Unterstützung im Alltag bis hin zur Entlastung pflegender Angehöriger. Gerade im ländlichen Raum leistet dieses Angebot einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität und zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung.

Demenzangebote und regionale Unterstützung

Auch die Demenzbetreuung bildete 2025 einen zentralen Schwerpunkt der Volkshilfe Burgenland. Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen wurden von der kostenlosen Erstberatung über klinisch-psychologische Abklärungen bis hin zur individuellen Weiterbetreuung begleitet. Ergänzt wurde das Angebot durch Angehörigenstammtische, VimA-Gedächtnistrainings, Informationsangebote sowie neu entwickelte Erklärvideos zum Thema Demenz.

Soziale Betriebe als Anlaufstellen

Die sozialen Betriebe der Volkshilfe Burgenland entwickelten sich 2025 weiter zu wichtigen Drehscheiben für armutsbetroffene Menschen. Im Sonnenmarkt Güssing inklusive Sonnenmobil wurden 28.400 Einkäufe gezählt, im Sonnenmarkt Oberwart 17.700 und im Sonnenmarkt Oberpullendorf 11.700. Die Schatzgrube Großpetersdorf verzeichnete 14.000 Einkäufe. Insgesamt erreichte die Volkshilfe Burgenland im Jahr 2025 mehr als 20.000 Burgenländer:innen mit ihren Angeboten.

Wohnschirm und rasche Hilfe in Notlagen

Besonders stark nachgefragt war der Wohnschirm für Miet- und Energiekosten. Mehr als 90 Haushalte wurden 2025 unterstützt, das Gesamtvolumen der Hilfen lag bei über 250.000 Euro. Ziel war es, Delogierungen und Energiesperren zu verhindern. Ergänzend dazu wurden zahlreiche Einzelfallhilfen sowie Spendenaktionen für Familien in akuten Notlagen umgesetzt.

Soziale Projekte und Initiativen

Mit „Mama’s Küche“ betreibt die Volkshilfe Burgenland in Oberwart ein sozialökonomisches Projekt, das hochwertige Genussprodukte mit einer begleiteten Arbeits- und Qualifizierungsmöglichkeit für arbeitssuchende Frauen verbindet. Im Jahr 2025 wurden rund acht Tonnen burgenländisches Feingebäck produziert und österreichweit vertrieben. Weitere Initiativen waren unter anderem Gratis-Haarschnittaktionen, Schulstartaktionen, die Aktion „Urlaub von der Armut“, die Tour de Chance gegen Kinderarmut, der Tag der Armut sowie die Weihnachtsaktion „Burgenland schenkt“ mit 755 erfüllten Kinderwünschen.

Ausblick auf 2026

Auch 2026 will die Volkshilfe Burgenland ihre Angebote weiter ausbauen. Ab 1. April 2026 starten burgenlandweit neue Pflegeregionen, auf die sich die Organisation intensiv vorbereitet. Die Pflege- und Betreuungsleistungen sollen weiterhin wohnortnah, verlässlich und nahtlos erbracht werden. Zudem werden die Demenzangebote, die sozialen Betriebe sowie die Unterstützung für armutsbetroffene Familien, Kinder und Alleinerziehende weiter gestärkt.

Präsidentin Verena Dunst zog Bilanz: „2025 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Solidarität und Zusammenhalt sind. Dank der Unterstützung so vieler Menschen konnten wir helfen, Hoffnung schenken und konkrete Lebenssituationen verbessern.“ Täglich absolviert die Volkshilfe Burgenland rund 1.300 Hausbesuche und unterstützte im Vorjahr insgesamt 20.000 Menschen.

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