Nicole MÜHL / 5. Feber 2026
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Das erste Theater-Abonnement der Spielsaison 2026/27 der Kulturzentren Burgenland geht an Hans Peter Doskozil. Am Foto (v.l.n.r.): Christoph Krutzler, Claudia Priber, Johanna Sebauer, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil begrüßte Christoph Krutzler im Rahmen eines Mediengesprächs offiziell in seiner neuen Funktion. Mit der Bestellung des gebürtigen Burgenländers setzt das Land Burgenland auf eine personelle Neuausrichtung im Bereich des Erwachsenentheaters. Doskozil erklärte dazu: „Ich bin stolz darauf, dass wir mit Christoph Krutzler einen international erfolgreichen Darsteller beruflich zurück in seine Heimat geholt haben. Ich bin überzeugt, dass er mit seiner Erfahrung, seiner künstlerischen Handschrift und seiner Verbundenheit zum Burgenland frische Impulse setzen und die Theaterlandschaft in den burgenländischen Kulturzentren nachhaltig weiterentwickeln wird.“
Neue künstlerische Leitung mit klarer Ausrichtung
Christoph Krutzler übernimmt die künstlerische Leitung der Sparte Erwachsenentheater seit Jänner 2026 und ist ab der Spielsaison 2026/27 für die Programmgestaltung verantwortlich. Sein Konzept sieht eine Verbindung aus Eigenproduktionen, ausgewählten Gastspielen, Kulturvermittlung, Schulkooperationen, Amateurtheaterförderung sowie Koproduktionen vor. Ziel ist der Aufbau eines klar erkennbaren burgenländischen Theaterprofils. Krutzler betonte: „Als Burgenländer für das Burgenland zu arbeiten, ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich möchte ein Theater schaffen, das den Menschen gehört – unser Theater. Zugänglich, anspruchsvoll, vielfältig und regional verankert.“
Eigenproduktionen und Gastspiele in Nord und Süd
In seiner ersten Saison wird Christoph Krutzler zwei Eigenproduktionen realisieren. Geplant ist unter anderem Johann Wolfgang von Goethes „Faust – Der Tragödie erster Teil“. Zudem kommt mit „Nincshof“ eine Bühnenadaption des gleichnamigen Debütromans der burgenländischen Autorin Johanna Sebauer zur Aufführung. Die Autorin, zweifach ausgezeichnet beim Bachmann-Literaturwettbewerb, adaptiert ihr Werk selbst für die Bühne. Ergänzt wird das Programm durch Gastspiele bekannter Persönlichkeiten der österreichischen Theaterlandschaft. Sämtliche Produktionen werden sowohl im Nord- als auch im Südburgenland gezeigt.
Bedeutung für die kulturelle Grundversorgung
Claudia Priber, Geschäftsführerin der Kultur-Betriebe Burgenland, hob die Rolle des Theaters für die Regionen hervor. Theater sei ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen Grundversorgung und trage zur Begegnung sowie zum gesellschaftlichen Dialog bei. Mit Christoph Krutzler werde eine künstlerische Leitung gewonnen, die regionale Verwurzelung mit internationaler Erfahrung verbinde.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau von Theater-Abonnements. Diese sollen dem Publikum ein kontinuierliches Angebot zu planbaren Konditionen ermöglichen und gleichzeitig die langfristige Umsetzung qualitativ hochwertiger Produktionen sichern.
Theaterförderung als kulturpolitischer Schwerpunkt
Das Land Burgenland bekennt sich weiterhin zur Förderung der darstellenden Kunst. Im Zukunftsplan 2030 ist die Weiterentwicklung der burgenländischen Theaterlandschaft, inklusive der Amateurtheater in den Gemeinden, verankert. Für das Jahr 2025 standen dafür rund 213.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Landeshauptmann Doskozil betonte: „Wir investieren bewusst in Qualität, regionale Verankerung und internationale Perspektive.“
Zu den geförderten Initiativen zählt auch das Landestheater der Autor:innen der Theaterinitiative Burgenland. Erfolgsproduktionen wie „Die Retter – Rohonczy, Kautz, Niczky – drei Menschen aus dem Mittelburgenland“ sowie „Der hölzerne Reifen – Die späte Heimkehr des Herrn Glück“ wurden an mehreren Spielstätten im Burgenland gezeigt. Dieser Bereich wird auch künftig als fixer Bestandteil der burgenländischen Theaterlandschaft mit Intendant Peter Wagner weitergeführt.

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