Nicole MÜHL / 9. Feber 2026
© Landesmedienservice Burgenland / Stefan Wiesinger
Univ.-Prof. Dr. Stephan Kriwanek (medizinischer Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland), Miriam Schrantz (Ordinationsassistentin), Dr. Irisz Balint (Gynäkologin), Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Mag. Franz Öller, MBA, MPH (kaufmännischer Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland und Geschäftsführer der Gesundheitsservice Burgenland) (Archivbild)
Nach über einem Jahr ohne gynäkologische Kassenversorgung ist es Ende 2024 gelungen, in Güssing wieder ein öffentliches Angebot zu etablieren. Möglich wurde dies durch ein vom Land Burgenland initiiertes Ambulatorium in Trägerschaft der Gesundheitsservice Burgenland. Mit der Wiederaufnahme der Versorgung wurde die Frauengesundheit Burgenland Güssing als Teil der burgenländischen Gesundheitsoffensive in Betrieb genommen.
6.200 Untersuchungen seit Dezember 2024
Am Standort Güssing wurden seit der Eröffnung am 19. Dezember 2024 rund 6.200 Untersuchungen und Behandlungen durchgeführt. Die Zahlen verdeutlichen die Bedeutung der Frauengesundheit Burgenland in Güssing für Frauen in der Region. Mit Dr.in Irisz Balint konnte zunächst eine vakante Facharztstelle besetzt werden. Seit Juli 2025 verstärkt zudem Dr. Dieter Pietsch das Team, wodurch das Angebot weiter ausgebaut und die Versorgungssicherheit verbessert wurde.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zieht eine positive Bilanz: „Wir haben es geschafft, in einem Bereich Versorgung sicherzustellen, wo andere nur Probleme verwalten. Wir warten nicht auf Konzepte, wir setzen sie um.“ Das Projekt zeige, dass das Land Burgenland dort Verantwortung übernehme, „wo Kassenplanstellen über längere Zeit nicht besetzt werden können und der niedergelassene Bereich an seine Grenzen stößt“.
Langfristige Strategie mit Ambulatorien
Die Frauengesundheit Burgenland Güssing ist laut Land kein Provisorium, sondern Teil einer langfristigen Strategie. Über die Gesundheitsservice Burgenland als landeseigene Gesellschaft sollen weitere Ambulatorien betrieben werden. In diesen sollen Ärzt:innen angestellt tätig sein und Leistungen auf Kassenbasis erbringen, eng verzahnt mit dem Spitalsträger und der öffentlichen Gesundheitsversorgung.
Geschäftsführer Mag. Franz Öller, MBA, MPH, betont: „Unser langfristiges Ziel ist es, an den Klinikstandorten der Gesundheit Burgenland Gesundheitszentren zu errichten.“ Diese sollen gesundheitsspezifische Dienstleistungen in Wohnortnähe anbieten, von der Grundversorgung bis hin zu Spezialisierungen. Der eingeschlagene Weg gilt als österreichweit einzigartiges Modell zur Absicherung der Kassenversorgung.
Landeshauptmann Doskozil hält fest: „Wir haben zugesagt, die gynäkologische Versorgung in der Region abzusichern – und wir haben Wort gehalten.“ Gleichzeitig verweist er auf den Bedarf an bundesweiten Lösungen gegen das Ausdünnen der Kassenmedizin. Bis dahin wolle das Burgenland weiterhin eigene Modelle umsetzen und ausbauen.
Leistungsangebot für alle Generationen
In der Praxis am Hauptplatz 1 in Güssing stehen fachlich hochwertige Versorgung und persönliche Betreuung im Mittelpunkt. Das Leistungsangebot orientiert sich am Leistungskatalog der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und umfasst unter anderem:
· Basis-, Routine- und Vorsorgeuntersuchungen
(PAP-Test, vaginaler Tastbefund, Sekretbefundung, vaginaler und abdomineller Ultraschall des Unterleibes, Brustuntersuchung, HPV-Diagnostik)
· Untersuchungen im Rahmen des Eltern-Kind-Passes
Darüber hinaus können Frauen die Praxis auch außerhalb der jährlichen Routinekontrollen bei akuten Beschwerden oder speziellen Fragestellungen aufsuchen, etwa bei:
· unerfülltem Kinderwunsch
· Beratung zu Familienplanung und Verhütung
· Wechselbeschwerden
· Harninkontinenz und Beckenbodenproblemen
· eigener Sprechstunde für Mädchen
Durch die enge Zusammenarbeit mit der gynäkologischen Abteilung der Klinik Oberwart ist bei Bedarf eine rasche weiterführende Abklärung sichergestellt.
Fazit nach einem Jahr: Die Frauengesundheit Burgenland in Güssing ist mehr als eine Ordination – sie ist ein Beweis für funktionierende öffentliche Verantwortung und ein starkes Signal, dass regionale Gesundheitsversorgung politisch gestaltbar ist.

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