Armutsquote im Burgenland am niedrigsten – Debatte zum Tag der sozialen Gerechtigkeit

Am Internationalen Tag der sozialen Gerechtigkeit rückt die Armutsquote im Burgenland in den Fokus. Laut aktuellen Zahlen weist das Bundesland österreichweit die niedrigste Armutsgefährdung auf. Soziallandesrat Leonhard Schneemann führt das auf sozialpolitische Maßnahmen des Landes zurück.

Nicole MATSCH / 20. Feber 2026

Im Burgenland beträgt die Armutsquote 6,4 Prozent und ist damit die niedrigste im Bundesländervergleich.

Österreichweit gelten 1,529 Millionen Menschen – das sind 16,9 Prozent der Bevölkerung – als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. 336.000 Personen leben in absoluter Armut. Der österreichweite Durchschnitt der Armutsgefährdung liegt bei 14,3 Prozent.

Im Burgenland beträgt die Armutsquote 6,4 Prozent und ist damit die niedrigste im Bundesländervergleich. Rein statistisch müssten rund 50.000 Menschen im Burgenland armutsgefährdet sein. Tatsächlich sind es laut Angaben des Landes nicht ganz 20.000 Personen. Hinzu kommen rund 14.500 Mindestpensionist:innen.

Soziallandesrat Leonhard Schneemann erklärt dazu: „Armut ist keine Schicksalsfrage, sondern eine politische. Burgenlands konsequente Sozialpolitik zeigt messbare Wirkung.“ Weiters betont er: „Diese Zahlen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Sozialpolitik. Wer arbeitet, muss von seinem Einkommen leben können – ohne Zweitjob, ohne Almosen. Das ist der Grundsatz, nach dem wir im Burgenland handeln.“

Mindestlohn sei zentraler Bestandteil

Ein wesentliches Instrument in der Sozialpolitik des Landes ist laut Schneemann der burgenländische Mindestlohn, der 2019 eingeführt wurde. „Der Mindestlohn ist der maßgebliche Grund, warum wir im Burgenland so niedrige Armutszahlen haben. Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer soll mit seinem Einkommen auch tatsächlich leben können.“

Nach Angaben des Landes ist die Zahl der Sozialunterstützungsempfänger:innen seit 2019 um rund ein Drittel gesunken und liegt aktuell bei knapp 2.000 Personen. Die Entwicklung wird in Zusammenhang mit dem Mindestlohn und weiteren Maßnahmen gestellt.

Unterstützungsangebote und Ausblick

Neben dem Mindestlohn bündelt der Sozial- und Klimafonds verschiedene Förderungen des Landes, darunter den Wärmepreisdeckel und Hilfen in besonderen Lebenslagen. Zudem bestehen landesweit Sozialmärkte, sogenannte Sonnenmärkte. Rund 1.800 Burgenländer:innen nutzen dieses Angebot, um Lebensmittel und Alltagsprodukte zu reduzierten Preisen zu erwerben.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung kündigt Schneemann zusätzliche Vorhaben an: „Wir wollen die niedrige Armutsquote nicht nur halten, sondern das Unterstützungsnetz weiter ausbauen. Delogierungsprävention, der Ausbau sozialer Angebote und unser Ziel, die Armutskonferenz in den nächsten Jahren ins Burgenland zu holen, sind dabei zentrale Vorhaben.“

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