Baudirektion neu organisiert: Land gründet „Bau und Betrieb Burgenland“

Mit 1. Jänner 2026 setzt das Land Burgenland eine umfassende Verwaltungsreform um. Die Baudirektion wird neu organisiert und zentrale Aufgaben werden im neuen Eigenbetrieb „Bau und Betrieb Burgenland“ gebündelt. Ziel ist es, wirtschaftliche und kostengünstige Abläufe sicherzustellen sowie das Service für Gemeinden zu optimieren.

Nicole MATSCH / 5. Feber 2026

Gruppenvorstand WHR Manfred Riegler, Vorstand der Gruppe 1 im Amt der Bgld. Landesregierung, Johann Thiesz, provisorischer Geschäftsführer der „Bau und Betrieb Burgenland“ – BBB, und Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner (v. li.)

Im Regierungsprogramm „Zukunftsplan Burgenland 2030“ ist die Optimierung von Prozessen in der Landesverwaltung als zentrale Aufgabe definiert. Vor diesem Hintergrund wurden definierte Organisationseinheiten der Baudirektion in den neuen Eigenbetrieb „Bau und Betrieb Burgenland“ (BBB) überführt. Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner stellte die Neustrukturierung der Baudirektion gemeinsam mit Gruppenvorstand Manfred Riegler vom Amt der Burgenländischen Landesregierung und dem provisorischen Geschäftsführer Johann Thiesz vor.

Eigenbetrieb bündelt zentrale Aufgaben

Mit der Entscheidung, die Baudirektion neu zu organisieren, verfolgt das Land Burgenland das Ziel, marktorientiert erbringbare Leistungen in einer eigenständigen Organisationseinheit zusammenzuführen. Die „Bau und Betrieb Burgenland“ übernimmt weiterhin die Kernaufgaben der bisherigen Baudirektion. Dazu zählen der Bau, die Erhaltung und der Betrieb des burgenländischen Landesstraßennetzes inklusive Winterdienst und Grünraummanagement.

Das betriebliche Leistungsportfolio kann bei Bedarf erweitert werden. Zudem ist vorgesehen, Leistungen für Gemeinden, Dritte oder Landesbeteiligungen zu erbringen. Dorner betonte, dass sich für die Mitarbeiter:innen durch die neue Struktur rechtlich nichts ändert. Sie bleiben Landesbedienstete, die bestehenden dienstrechtlichen Rahmenbedingungen bleiben unverändert.

Wirtschaftliche Abläufe und finanzielle Autonomie

Die Neustrukturierung der Baudirektion geht mit einer finanziellen Autonomie des Eigenbetriebs einher. Die BBB verfügt über einen eigenen Wirtschaftsplan, ein eigenes Rechnungswesen sowie ein eigenständiges Budget. Dieses kann innerhalb der genehmigten Vorgaben frei verwendet werden. Durch die Bündelung von Aufgaben, verschlankte interne Abläufe und die Nutzung von Synergien sollen Betriebskosten reduziert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung digitaler Potenziale sowie auf effizienteren Beschaffungs- und Personalprozessen. Langfristig soll dadurch die Haushalts- und Planungssicherheit für die Landesverwaltung erhöht werden. Gleichzeitig sollen Services schneller bereitgestellt und Bau- sowie Instandhaltungsmaßnahmen verlässlicher geplant werden.

Johann Thiesz übernimmt Geschäftsführung

Zum provisorischen Geschäftsführer der „Bau und Betrieb Burgenland“ wurde Johann Thiesz bestellt. Er bringt mehr als 20 Jahre internationale Managementerfahrung sowie technisches und kaufmännisches Know-how mit. Laut Dorner war seine Erfahrung in der Transformation von Organisationen, in der Effizienzsteigerung und in der Führung sicherheitskritischer Infrastrukturen ausschlaggebend für die Bestellung.

Thiesz erklärte, dass der Fokus auf Transformation, Effizienzsteigerung und Serviceorientierung liegen werde. Gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen und Partnern sollen neue Strukturen entwickelt und das Leistungsportfolio weiter verbessert werden. Die Bestellung erfolgt für maximal ein Jahr. Eine Ausschreibung nach den Vorgaben des Objektivierungsgesetzes ist derzeit in Vorbereitung.

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