Fußgängerunfälle im Burgenland: Vier Todesopfer im Vorjahr

Vier Fußgängerinnen und Fußgänger kamen im Vorjahr im Burgenland bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das sind drei Todesopfer mehr als im Jahr 2024. Laut Mobilitätsorganisation VCÖ waren drei der vier Opfer älter als 70 Jahre. Angesichts des demografischen Wandels fordert der VCÖ verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem in den Gemeinden.

Nicole MÜHL / 9. Jänner 2025

Vier Fußgängerinnen und Fußgänger kamen im Vorjahr im Burgenland im Straßenverkehr ums Leben. Das sind um drei mehr als im Jahr 2024, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten des Innenministeriums hin. Drei der vier Todesopfer waren älter als 70 Jahre. Infolge des demografischen Wandels wird die Zahl der älteren Menschen künftig stark steigen. Umso wichtiger sind in den Gemeinden verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem.

Die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle im Burgenland ist laut VCÖ auf Basis von Daten des Innenministeriums von einem auf vier gestiegen. Seniorinnen und Senioren stellen dabei die größte Opfergruppe dar. Drei der vier getöteten Fußgängerinnen und Fußgänger waren älter als 70 Jahre.

Demografischer Wandel erhöht Handlungsbedarf

Laut Bevölkerungsprognose der Statistik Austria wird im Burgenland die Generation 65 plus in den kommenden zehn Jahren um rund 20.000 Personen auf etwa 95.000 im Jahr 2035 anwachsen. Die Zahl der über 75-Jährigen steigt demnach um etwa 12.000 auf rund 46.000. Damit gewinnt die Sicherheit älterer Menschen im Straßenverkehr weiter an Bedeutung.

„Unser Verkehrssystem muss auf ältere Menschen mehr Rücksicht nehmen. Aufgrund des schlechteren Gesundheitszustands ist bei älteren Menschen das Risiko tödlicher Verletzungen bei Unfällen höher. Deshalb sind unfallvermeidende Maßnahmen so wichtig“, erklärt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Fehler im Verkehr seien nicht zu vermeiden, das System müsse jedoch so gestaltet sein, dass diese keine fatalen Folgen haben.

VCÖ fordert mehr Verkehrsberuhigung und Tempo 30

Der VCÖ spricht sich für mehr Verkehrsberuhigung in den Gemeinden sowie für mehr Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet aus. Bei Tempo 50 ist der Anhalteweg doppelt so lang wie bei Tempo 30. Zudem ist das Risiko tödlicher Verletzungen für Fußgängerinnen und Fußgänger bei einem Zusammenstoß mit 50 km/h vier- bis fünfmal so hoch wie bei 30 km/h. In Siedlungsbereichen seien außerdem baulich getrennte Gehwege entlang von Freilandstraßen ein wichtiger Sicherheitsfaktor bei Fußgängerunfällen im Burgenland.

Aktuell erhebt der VCÖ in einer Umfrage die Zufriedenheit der Fußgängerinnen und Fußgänger mit den Bedingungen zum Zu-Fuß-Gehen in ihrem Wohnort. Eine Teilnahme ist online unter www.vcoe.at möglich.

Forderungen an die Bundesregierung

Auch auf Bundesebene sieht der VCÖ Handlungsbedarf. Das Delikt „Handy am Steuer“ soll in Österreich in das Vormerksystem aufgenommen werden, wie es in vielen EU-Staaten bereits der Fall ist. „Handy am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht und langsam wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille“, so VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.

Österreichweit kamen im Vorjahr 53 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben, um fünf mehr als im Jahr 2024. Im Bundesländer-Vergleich verzeichnete das Burgenland die drittniedrigste Opferzahl. Die meisten tödlichen Fußgängerunfälle gab es in Niederösterreich und Wien mit jeweils zehn Fällen. In Vorarlberg wurde das Ziel erreicht, keinen tödlichen Fußgängerunfall zu verzeichnen.

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