Identitätsdiebstahl: Konsumentenschutz rät zu raschem Handeln

Identitätsdiebstahl betrifft immer mehr Menschen im Burgenland. Der Konsumentenschutz des Landes informiert über typische Muster, konkrete Schritte im Ernstfall und Präventionsmaßnahmen.

Nicole MATSCH / 20. Feber 2026

Identitätsdiebstahl ist kein Randphänomen mehr; im Bild: Konsumentenschützerin Claudia Pinterich, LH-Stv.in Anja Haider-Wallner und GRÜNE-Klubobmann Wolfgang Spitzmüller

Identitätsdiebstahl ist kein Randphänomen mehr. Persönliche Daten werden missbräuchlich verwendet, um auf fremde Rechnung einzukaufen oder Verträge abzuschließen. Landeshauptmann-Stellvertreterin und Konsumentenschutz-Landesrätin Anja Haider-Wallner, Klubobmann Wolfgang Spitzmüller (Grüne) und die Leiterin des Referats Konsumentenschutz, Claudia Pinterich, machen anhand eines aktuellen Falls aus dem Burgenland auf die Problematik aufmerksam.

Betroffene erkennen Identitätsdiebstahl etwa an unbekannten Rechnungen, Abbuchungen, Abonnements oder Vertragsabschlüssen. Wer einen entsprechenden Verdacht hat, kann sich an das Referat Konsumentenschutz des Landes Burgenland wenden. Dort erhalten Betroffene Unterstützung bei der rechtlichen Einordnung und bei der weiteren Vorgangsweise.

„Identitätsdiebstahl kann jede und jeden treffen – oft völlig überraschend und ohne eigenes Zutun“, betont Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner. „Umso wichtiger ist es, dass Betroffene wissen: Sie sind nicht allein und bekommen Unterstützung. Der Konsumentenschutz steht hier mit Beratung und konkreter Hilfe zur Seite.“

Fall aus dem Burgenland zeigt typisches Muster

Wie schnell man Opfer eines Identitätsdiebstahls werden kann, hat Klubobmann Wolfgang Spitzmüller am eigenen Leib erfahren. Er berichtet: „Plötzlich hatte ich einen Rechtsanwaltsbrief im E-Mail-Postfach – mit einer Zahlungsaufforderung für einen Einkauf, den ich nie getätigt habe“, so Spitzmüller. Weder Bestellung noch Rechnung oder Mahnung seien ihm zuvor bekannt gewesen. Dennoch sollte er für einen fremden Kauf inklusive Anwaltskosten bezahlen.

Erst nach mehrmaliger Urgenz wurden die Originalunterlagen übermittelt. Eine Zustellung an seine Adresse habe es nie gegeben. Nach einer Anzeige wegen Identitätsdiebstahls und Betrugs gegen Unbekannt wurde die Zahlungsaufforderung zurückgezogen. „Der organisatorische Aufwand, die Verunsicherung und der Stress bleiben trotzdem“, erklärt Spitzmüller. „Oft reichen bereits Name, Adresse oder E-Mail-Adresse aus, um fremde Identitäten zu missbrauchen. Mein Fall ist kein Einzelfall – die vielen Rückmeldungen zeigen, wie verbreitet diese Masche ist.“

Nicht zahlen und sofort reagieren

Claudia Pinterich, Leiterin des Referats Konsumentenschutz, rät zu einem klaren Vorgehen bei Identitätsdiebstahl: „Ganz entscheidend ist, nicht vorschnell zu zahlen. Betroffene sollten unberechtigte Forderungen umgehend schriftlich zurückweisen, Anzeige bei der Polizei erstatten und vorhandene Unterlagen sichern. Je schneller reagiert wird, desto besser lassen sich weitere Probleme vermeiden.“ Viele Fälle ließen sich klären, wenn frühzeitig die richtigen Schritte gesetzt werden.

Auch die Polizei beschreibt ein typisches Muster beim Identitätsdiebstahl durch Bestellbetrug. Täter:innen bestellen Waren oder Dienstleistungen online unter fremden persönlichen Daten und lassen diese an andere Adressen oder Abholstationen liefern. Die Rechnung bleibt unbezahlt, Inkassobüros werden eingeschaltet. Betroffene erfahren oft erst durch Mahnungen oder Inkassoschreiben von dem Betrug. Wer den Vertrag nicht selbst abgeschlossen hat, ist rechtlich nicht zur Zahlung verpflichtet.

Die Polizei empfiehlt, Forderungen schriftlich und vollständig zu bestreiten, ausdrücklich auf Identitätsmissbrauch hinzuweisen und Anzeige wegen Betrugs beziehungsweise Identitätsdiebstahls zu erstatten. Zusätzlich sollen Betroffene den ursprünglichen Händler kontaktieren, Bestelldaten und Lieferadresse anfordern sowie ihre Bonitätsdaten bei Auskunfteien überprüfen und unberechtigte Einträge löschen lassen. Drohungen mit Gericht oder Zwangsvollstreckung seien ohne gerichtlichen Titel unzulässig.

Prävention als Teil des Konsumentenschutzes

Landeshauptmann-Stellvertreterin Haider-Wallner verweist zudem auf die Bedeutung von Prävention beim Identitätsdiebstahl: „Der Schutz persönlicher Daten wird immer wichtiger. Ein bewusster Umgang mit Online-Diensten und das Wissen, wie Betrugsversuche aussehen können, sind zentrale Elemente eines wirksamen Konsumentenschutzes.“

Auch Spitzmüller appelliert an einen sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten im digitalen Alltag: „Persönliche Daten sollten nur sparsam weitergegeben werden. Technische Hilfsmittel wie E-Mail-Masken können zusätzlichen Schutz bieten. Und wenn doch etwas passiert, gilt: rasch reagieren und sich Hilfe holen.“

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