Land Steiermark forciert Vorschulklassen zur Entlastung des Bildungssystems

Das Land Steiermark setzt verstärkt auf Vorschulklassen, um Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen besser auf den Schuleintritt vorzubereiten. Die Landesregierung gab bekannt, dass Volksschulen künftig wieder freiwillig Vorschulklassen einrichten können.

Nicole MATSCH / 7. Jänner 2026

Eva Egger-Schinnerl, LH-Stv. Manuela Khom, Landesrat Stefan Hermann, Petra Pieber und Ilse Schmid (v. l.) bei der Pressekonferenz im Landhaus in Graz

Der Schuleintritt stellt für Kinder und ihre Erziehungsberechtigten eine besondere Herausforderung dar. Um auf unterschiedliche Entwicklungsstände gezielt eingehen zu können, erhalten steirische Schulstandorte nun erneut die Möglichkeit, Vorschulklassen zu führen. Die Umsetzung erfolgt auf freiwilliger Basis und mit Unterstützung der Bildungsdirektion. Vorgestellt wurde die Maßnahme im Rahmen einer Pressekonferenz im Landhaus in Graz.

Adaptierter Lehrplan und Anrechnung auf die Schulpflicht

Durch einen adaptierten Lehrplan sollen Kinder in Vorschulklassen gezielt gefördert werden. Die absolvierte Vorschulklasse wird auf die allgemeine Schulpflicht angerechnet und gilt als neuntes Schuljahr. Ziel ist es, Kindern mehr Zeit für den Einstieg in den Schulalltag zu geben. Im Mittelpunkt stehen dabei spielerischer Spracherwerb, soziale Kompetenzen sowie das Kennenlernen grundlegender Lernstrukturen. Die Vorschulklassen sollen damit auch zur Entlastung der ersten Volksschulklassen beitragen.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom erklärt: „Die gezielte Deutschförderung kann nicht zu spät beginnen. Daher geben wir künftig den Volksschulen die Möglichkeit, freiwillig Vorschulklassen einzuführen.“ Weiters betont sie: „Denn Kinder zu fördern, zahlt sich immer aus.“

Zentrale Rolle im steirischen Bildungssystem

Bildungslandesrat Stefan Hermann verweist auf die zunehmende Heterogenität beim Schuleintritt. Diese betreffe sprachliche, motorische und soziale Kompetenzen ebenso wie emotionale Stabilität. Vorschulklassen seien zwar kein Allheilmittel, jedoch „ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einem gerechteren, leistungsfähigeren und inklusiveren Bildungssystem“.

Petra Pieber, Abteilungsleiterin der Bildungsregion Oststeiermark, erläutert die Umsetzung in der Praxis. Volksschulen würden bei der Einführung der Vorschulklassen begleitet und unterstützt. Gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Steiermark seien begleitende Maßnahmen und praxisnahe Hilfestellungen vorgesehen.

Erste Standorte starten im kommenden Schuljahr

Zu den ersten Schulen mit einer Vorschulklasse zählt der Pflichtschulcluster Weiz. Direktorin Eva Egger-Schinnerl hebt hervor, dass der Fokus auf Basiskompetenzen wie Sprache, Motorik, Wahrnehmung und Sozialverhalten liege. Auch der Elternverein Steiermark unterstützt die Initiative. Präsidentin Ilse Schmid sieht darin eine Entlastung für Eltern und einen verbesserten Start in die Schulzeit.

Weitere Schulstandorte haben bereits Interesse bekundet. Die Bildungsdirektion für Steiermark begleitet die Umsetzung auch künftig.

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