Weltkrebstag 2026: 409.000 Menschen von Krebs betroffen

409.000 Menschen lebten laut Statistik Austria zu Jahresbeginn 2025 in Österreich mit einer Krebsdiagnose. Hinter dieser Zahl stecken individuelle Schicksale, aber auch medizinische Fortschritte. Der Weltkrebstag 2026 am 4. Feber richtet den Blick auf aktuelle Krebszahlen, moderne Therapien, vernetzte Zusammenarbeit im Gesundheitswesen und die entscheidende Rolle der Vorsorge.

Nicole MATSCH / 4. Feber 2026

Der Weltkrebstag rückt das Thema moderne Therapie und Vorsorge in den Mittelpunkt.

Alternde Gesellschaft lässt Fallzahlen steigen

Im Jahr 2024 wurden in Österreich 48.360 neue Krebsdiagnosen gestellt. Damit liegt die Zahl deutlich über jener von 2014 mit rund 41.500 Neuerkrankungen. Das individuelle, altersstandardisierte Erkrankungsrisiko blieb im selben Zeitraum nahezu gleich. Der Anstieg ist vor allem eine Folge der demografischen Entwicklung. „Menschen über 65 Jahren erkranken deutlich öfter an Krebs als Jüngere, im Alter zwischen 75 und 84 Jahren ist das Risiko einer Krebsdiagnose bei beiden Geschlechtern am höchsten“, berichtet Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe.

2024 erhielten 22.363 Frauen und 25.997 Männer eine Krebsdiagnose. Rund jede zweite Neuerkrankung betraf Brust, Prostata, Darm oder Lunge. Diese vier Krebsarten prägen das Krankheitsbild in Österreich weiterhin deutlich.

Häufige Krebsarten prägen Diagnose und Sterblichkeit

Bei Frauen war Brustkrebs mit 6.959 Neuerkrankungen die häufigste Diagnose. Rund 31 Prozent aller neuen Krebsfälle entfielen darauf, zugleich verursachte Brustkrebs 18 Prozent der krebsbedingten Todesfälle. Bei Männern stand Prostatakrebs mit 8.152 Neuerkrankungen an erster Stelle. Knapp ein Drittel aller neuen Diagnosen betraf diese Krebsart, rund 12 Prozent der Krebssterbefälle gingen darauf zurück.

Lungenkrebs nahm bei Frauen und Männern eine besondere Stellung ein. Er lag bei den Neuerkrankungen jeweils an zweiter Stelle, war jedoch die häufigste krebsbedingte Todesursache. Rund jeder fünfte Krebssterbefall war darauf zurückzuführen. An dritter Stelle folgte Dickdarm- und Enddarmkrebs mit jeweils rund zehn Prozent der Neuerkrankungen und Sterbefälle.

Mehr Menschen leben langfristig mit Krebs

Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, sinkt seit Jahren. Dadurch wächst die Zahl jener Menschen, die mit einer Krebsdiagnose leben oder nach einer Erkrankung als geheilt gelten. Die sogenannte Gesamtprävalenz stieg zwischen 2019 und 2023 jährlich um rund 9.000 Personen, in den Jahren danach noch stärker. Anfang 2025 lebten rund 12.000 Menschen mehr mit einer Krebsdiagnose als ein Jahr zuvor.

Für die aktuelle Versorgung ist vor allem die 5-Jahres-Prävalenz relevant. Zu Jahresbeginn 2025 lebten rund 147.000 Menschen in Österreich, deren Krebsdiagnose zwischen 2020 und 2024 gestellt wurde. Diese Gruppe benötigt besonders häufig medizinische Betreuung, Therapie und Nachsorge.

Burgenland und Steiermark im Überblick

Im Burgenland werden jährlich rund 2.500 bis 3.000 neue Krebsdiagnosen gestellt. Die häufigsten Krebsarten entsprechen dem österreichweiten Muster. Auch hier zeigt sich der Einfluss der Altersstruktur deutlich.

In der Steiermark erkranken jedes Jahr etwa 7.000 Menschen an Krebs. Bis 2030 wird ein Anstieg um rund 15 Prozent erwartet. Laut KAGes wurden im Jahr 2025 rund 9.300 Patient:innen mit onkologischen Hauptdiagnosen stationär behandelt. 51 Prozent der Betroffenen waren Männer, 49 Prozent Frauen. Das durchschnittliche Alter lag bei Männern bei 66,8 Jahren, bei Frauen bei 65,2 Jahren. Rund 80 Patient:innen waren jünger als 18 Jahre.

Bei stationär behandelten Männern zählten Hautkrebs, Prostatakrebs sowie Tumoren der Bronchien und Lunge zu den häufigsten Diagnosen, gefolgt von Dickdarm- und Harnblasenkrebs. Bei Frauen stand Brustkrebs an erster Stelle, danach folgten Hautkrebs, Tumoren der Bronchien und Lunge sowie Krebserkrankungen des Dickdarms und der Bauchspeicheldrüse.

Moderne Onkologie arbeitet vernetzt

Die Krebsversorgung setzt zunehmend auf interdisziplinäre Zusammenarbeit. In den steirischen Krankenanstalten arbeiten Ärzt:innen verschiedener Fachrichtungen eng mit Pflegepersonen, Psycholog:innen und weiteren Gesundheitsberufen zusammen. Diese Abstimmung reicht von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge.

Zum Einsatz kommen chirurgische Eingriffe, Strahlentherapie sowie medikamentöse Behandlungen wie Chemotherapie, Immun- und Antikörpertherapien. Personalisierte Therapien gewinnen an Bedeutung. Auch minimalinvasive und roboterassistierte Operationen sind fixer Bestandteil moderner Krebsbehandlung und können die Erholungszeit verkürzen.

Vorsorge und Früherkennung bleiben entscheidend

Der Weltkrebstag 2026 unterstreicht die zentrale Bedeutung von Vorsorge und Früherkennung. Regelmäßige Untersuchungen ermöglichen es, Krebserkrankungen oder deren Vorstufen früh zu erkennen. Nationale Programme zur Brustkrebsfrüherkennung, HPV-Impfungen sowie moderne diagnostische Verfahren in der Urologie zählen zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen.

Viele Krebsarten sind bei früher Diagnose gut behandelbar. Das wirkt sich nicht nur auf die Überlebenschancen, sondern auch auf die Lebensqualität aus. Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, betont: „Je früher ein bösartiger Tumor entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung, Überlebensgewinn und eine verbesserte Lebensqualität.“

Weitere Informationen und Hilfe für Betroffene:

https://www.krebshilfe.net/

https://www.krebsreport.at

© Statistik Austria, Österreichische Krebshilfe

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