„Tierqual-Stätte“ im Burgenland: Schweine in Käfigen – der VGT deckt auf

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) deckt auf: In einem burgenländischen Zuchtbetrieb sollen Schweine illegalerweise in körpergroßen Käfigen eingesperrt werden – Tiergesundheitsdienst-Kontrollen protokollierten jedoch „keine Mängel“. Der VGT hat Anzeige bei der BH Mattersburg und bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Diese überprüft nun den Fall.
Nicole MÜHL / 6. Juli 2021
Foto©VGT.at

Bilder des VGT: In körperengen Käfigen werden die Mutterschweine in einem burgenländischen Zuchtbetrieb etwa 3,5 Monate Tag und Nacht eingekerkert, bis sie in den Geburtsraum kommen. Sie sind zwischen die Gitter eingequetscht und können nicht einmal ihre Beine vollständig ausstrecken!

 

Das Video des VGT ist schockierend. Die Schweine werden in Käfigen gehalten. Umdrehen ist unmöglich. Frustriert beißen die Tiere in die Metallgitter. Diese Haltungsform ist in der gesamten EU nur auf kurze Zeitabschnitte beschränkt. Nur in den Tagen um die Besamung, jedoch maximal zehn Tage und während des Stillens der Ferkel dürfen weibliche Zuchtschweine in Käfige gesperrt werden.

Langzeitvideoaufnahmen beweisen laut VGT, dass die Tiere weder tagsüber noch nachts aus den Käfigen befreit werden.
„Hier werden hunderte Mutterschweine über ihre ganze Schwangerschaft hinweg in Käfige gesperrt, ohne dass sie sich vernünftig bewegen können. Wir fordern die Schließung dieser skandalösen Tierqual-Stätte!,” protestiert VGT-Kampagnenleiter David Richter.

Die Erhebungsdeckblätter der Tiergesundheits-Kontrollen vom zweiten und dritten Quartal 2021 bescheinigen laut Richter der großen burgenländischen Zuchtanlage ‚keine Mängel‘ – auch in den Bereichen ‚Tierschutz‘ und ‚Haltung‘. „Aufnahmen von mehreren Tagen zeigen jedoch, dass alle ausgewachsenen Zuchtsauen in Kastenständen oder Abferkelbuchten eingesperrt waren. Es ist unmöglich, dass die Kontrollen diese Missstände nicht erkennen konnten. Diese Haltungsform erkennt jeder Mensch als Tierquälerei, aber sie wird aus unserer Sicht sogar seit Jahren illegal betrieben!” so Richter.

Der Verein gegen Tierfabriken hat Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Mattersburg sowie bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Um eindringlich die Schließung dieses Betriebes zu fordern, wird es am Mittwoch, den 7. Juli 2021 eine Protestaktion vor der betreffenden Tierfabrik geben.

Auf Anfrage von prima! bei der BH Mattersburg erklärt Bezirkshauptmann Werner Zechmeister, dass nun die Vorwürfe geprüft  und wenn nötig entsprechende Schritte gesetzt werden.


24 Stunden pro Tag sind die Mutterschweine hier eingesperrt. Keine Möglichkeit zu gehen, sich zu drehen, keine Möglichkeit einer natürlichen Nahrungsaufnahme - der Futterbrei ist in wenigen Minuten verschlungen. Das mangelhafte, gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsmaterial fehlt. Das Beißen auf den Stangen gehört zu dem Wenigen, was die Tiere ausleben können.

Hinter den Tieren ist ein gefährlich breiter Spalt, durch den der Kot durchgeschoben wird.

Ein erbärmliches Leben – jahrelang werden diese Mutterschweine in enge Käfige gesperrt. Niemals können sie die Sonne sehen, im Stroh liegen oder herumlaufen. Unvorstellbares Tierleid, das in dieser Form in Österreich seit einigen Jahren verboten ist!

Der Zwischenraum zwischen den Käfigreihen ist viel zu gering, damit sich die Tiere hier frei bewegen könnten – der VGT hat diese Bilder nun veröffentlicht und Anklage bei der BH Mattersburg und der Staatsanwaltschaft erhoben!

 

 

 

 

UPDATE 7.7.2021:

WEITERE HORROR-SZENEN AUS DER SCHWEINEZUCHT

SPITZMÜLLER EMPÖRT ÜBER DIE HALTUNG DES BEZIRKSHAUPTMANNES

Nun ist in einer weiteren Aufnahme, die der VGT veröffentlicht hat, das Ausmaß der Tierqual in dem Schweinezuchtbetrieb zu sehen. Das Video zeigt eine Mitarbeiterin des Schweinebetriebes, die Ferkel auf brutalste Art und Weise quält und tötet. In einer Aussendung des VGT dazu heißt es: „Eine weibliche Mitarbeiterin der Zucht wird in drei Fällen beobachtet, wie sie kleine Ferkel aus den Buchten nimmt, wo sie mit ihren Geschwistern und der Mutter im Kastenstand untergebracht sind. Die Person fasst die Ferkel an den Hinterbeinen und schleudert sie mehrmals mit dem Kopf gegen den harten Boden. Dann wirft sie die kleinen Tiere auf den Boden oder in einen Kübel. In zumindest zwei Fällen zappeln die Ferkel danach noch lange weiter – es ist nicht auszuschließen, dass diese Ferkel noch bei Bewusstsein waren und an schweren Verletzungen litten.“ Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN hat Strafanzeige wegen §222 StGB Tierquälerei bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

Nicht nur das empört Wolfgang Spitzmüller, Tierschutzsprecher der GRÜNEN, sondern auch die Zurückhaltung des zuständigen Bezirkshauptmannes. „Fassungslos bin ich darüber hinaus, dass Bezirkshauptmann Zechmeister diese Missstände herunterspielen möchte und behauptet, es wäre alles eh nicht so schlimm. Die Behörden müssen unverzüglich und entschieden Handeln, damit derartigen tierquälerischen Praktiken in der Tierhaltung endlich ein Riegel vorgeschoben wird.“_

 


Kommentare

DAS IN ÖSTERREICH ?
Wie traurig, dass da so lange überlegt wird!!
Jede SEKUNDE bedeutet TIERLEID bzw QUAL !
Laut GESETZ doch VERBOTEN !
WIESO wird unter TIEREN so u n t e r s c h i e d l i c h geurteilt ??
WARUM werden p s y c h i s c h e r und k ö r p e r l i c h e r SCHMERZ bei sog. NUTZTIEREN t o l e r i e r t ?
„DU SOLLST NICHT QUÄLEN !“, lehrt man schon Kleinkindern.

Der VGT deckt auf

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