ARBÖ Burgenland empfiehlt: Jetzt Schulweg üben

Langsam neigen sich die Ferien dem Ende zu. Nun ist die optimale Zeit, den Schulweg mit den Kindern zu üben. Besonders für die Jüngsten ist das wichtig. Der ARBÖ gibt nun Tipps für einen sicheren Schulweg.
Jessica GEYER / 29. August 2022
(c) pixabay.com / ExplorerB

 

„Nach so einer langen Zeit ist selbst der sicherste Weg nicht mehr so präsent im Gedächtnis der Kinder“, so ARBÖ-Verkehrsexperte Gerhard Graner. Wie wichtig Prävention ist, zeigen die Daten von Statistik Austria. Im Jahr 2021 gab es in Österreich 365 Unfälle mit Schulkindern auf Schulwegen. Im Burgenland waren es drei Unfälle mit Kindern im Alter von sechs bis 15 Jahren. Im Jahr 2020 waren es zwei. Vor der COVID-19-Pandemie 2019 gab es auf Burgenlands Straßen sogar zehn Schulwegunfälle.

„Ihren Weg ins Klassenzimmer sollten die Kinder gemeinsam mit den Eltern schon jetzt in den letzten Ferienwochen trainieren. Das richtige Verhalten auf der Straße ist nicht an einem Tag erlernt, sondern es braucht rund sechs bis zehn Wiederholungen, bis alle Gefahrensituationen auch als solche erkannt werden“, erklärt Graner.

Tipps für das Üben des Schulweges:

Der sicherste Schulweg soll gemeinsam mit den Kindern erarbeitet werden. Als sicherster Weg gilt immer jener mit wenig Verkehr und den wenigsten Straßenüberquerungen. Das bedeutet auch, dass der sicherste Weg nicht automatisch der kürzeste ist. Es ist außerdem wichtig, dass die Kinder den Weg aufmerksam gehen. Ablenkungen, wie Handy und Musik, sind am Schulweg tabu. Gefahrenquellen, wie beispielsweise Abbieger bei Ampeln, müssen im Vorhinein aufgespürt werden. Bei Ampeln gilt auch, dass selbst wenn diese auf Grün stehen, man sich vergewissern soll, dass die Straße gefahrlos überquert werden kann. Für die Eltern ist es wichtig, den Kindern nicht nur am Schulweg, sondern auch im Alltag vorzuleben, wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält. Insbesondere gilt das bei Straßenüberquerungen, Ampeln, Zebrastreifen sowie Ein- und Ausfahrten. Auch am Gehsteig ist Vorsicht geboten – man geht besser auf der Innenseite des Gehweges, damit der Abstand zum vorbeifahrenden Fahrzeug größer ist. Gewisse Situationen sind einfach gefährlich, man sollte den Kindern auch erklären, warum. Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer*innen soll angesprochen und die Folgen daraus erklärt werden.

Man sollte den Kindern natürlich zeigen, wenn sie Situationen gut gemeistert haben. Lob und Bestärkung helfen den Kindern, schneller zu lernen. Auf keinen Fall dürfen Drohungen und Schimpfen erfolgen – das verunsichert Kinder nur. Man darf ihnen keine Angst einjagen und auch wenn es anfänglich schwierig ist, sie nicht überfordern. Laut ARBÖ-Experten soll der Schulweg in „Echtzeit“ geübt werden, denn so kann das Verkehrsaufkommen am besten erlernt und beobachtet werden. Fühlt sich das Kind schon sicher, kann ihm die Führung überlassen werden. Es soll auch erklären, was es auf dem Schulweg warum tut. 

Hat das Kind den Weg erst einmal erlernt, gibt es noch einige Punkte zu beachten. So sollte der Schulweg auch während des Schuljahres von den Eltern regelmäßig gegangen werden. Dieser kann sich durch Baustellen oder andere Hindernisse verändert haben. Den Kindern muss außerdem Zeit für den Schulweg gegeben werden. In der Früh sollten sie rechtzeitig in die Schule geschickt werden, am Nachmittag soll es keine starren Zeiten geben, wann sie zuhause sein müssen. Besser ist es, die Kinder lassen sich Zeit, um sicher anzukommen. Zu guter Letzt muss auf eine gute Sichtbarkeit geachtet werden. Eltern können ihre Kinder mit Warnwesten, reflektierenden Schnapparmbändern und Anhängern ausstatten.


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