Swing aus Hartberg

2019 feierte die Big Band Hartberg ihr zehnjähriges Jubiläum. Doch ein Jahr später wurde es – pandemiebedingt – still. Jetzt ist man zurück und die Musiker freuen sich wieder auf das leichte Lebensgefühl des Swings im Stil von Glenn Miller oder Aretha Franklin, wobei Zeitgenössisches von Michael Bublé auch nicht fehlen darf.
Olga SEUS / 30. Juni 2021
Foto: zVg

Die Big Band Hartberg mit ihrem Leiter Fritz Borecky ist heuer am 25. August am Hartberger Hauptplatz zu hören.

 

Eigentlich ist die Geschichte der Big Band Hartberg weitaus älter als zwölf Jahre. „Bereits als ich gerade mal 18 war, haben junge Musiker gemeinsam als Big Band musiziert. Und das ist jetzt 40 Jahre her“, sinniert Fritz Borecky, Gründer der heutigen Big Band. Doch der Reihe nach.

Nach den Anfängen mit Musikern auch aus dem Militärmusikbereich, die zum Teil ebenfalls heute noch mitspielen, gab es in den 90er-Jahren unter Reinhard Summerer von der Kunstuni Graz einen weiteren Anlauf, Jazz-Musik in großer Besetzung in Hartberg zu etablieren. Doch auch dies verlief sich wieder, bis 2009 Fritz Borecky, damals noch Stadtkapellmeister, die heutige Big Band gründete. Angetrieben wurde er von der eigenen Begeisterung, aber auch pädagogische Gründe waren mit im Spiel. Als Musikpädagoge (er unterrichtet an der Hartberger Musikschule hauptsächlich Saxophon, aber auch Klarinette und Gitarre) wollte er besonders den jüngeren Musikerinnen und Musikern die Swing- und Jazzmusik näherbringen. „Klar spielen wir als Stadtkapelle nicht nur Marschmusik, sondern auch mal das eine oder andere Swingstück, aber eine eigene Big Band, die nur solche Stücke spielt, ist etwas anderes“, sagt er und allein bei der Unterhaltung fängt automatisch das Knie zu wippen an und geistig hört man den mitreißenden Sound von 13 Bläsern. Das ist übrigens die klassische Besetzung – fünf Saxophone, vier Trompeten und vier Posaunen – dazu kommt die Rhythmusgruppe mit Bass-, und E-Gitarre, Schlagzeug und E-Piano. Dazu zwei Gesangssolisten. Nicht zu vergessen die hinreißenden Soli, die im Gegensatz zu anderen Musikarten improvisiert sind.

Damit das Improvisieren mit so vielen Musikern überhaupt klappt, gibt es in den Stücken fest eingeplante Improvisations-Stellen. Wer und wann spielt, wird vom Kapellmeister mittels Handzeichen zugewiesen, der sich dabei mit seinem Saxophon durchaus gerne selbst einbringt. Natürlich gibt es – genau wie in der klassischen Musik – auch im Jazz verschiedene Strömungen, schwerere und leichtere Stücke. „Wir bevorzugen immer solche, die die Leute gern hören und bei denen sie mitswingen können“, so Borecky. Dieses Gefühl von Swing spürt man auch bei den Musikern, die schon darauf brennen, wieder auftreten zu dürfen – heuer übrigens nur bei der Session Night im Rahmen der ClariArte am 25. August am Hartberger Hauptplatz. „Doch wenn uns jemand engagieren mag, wir spielen immer gerne.“


Fritz Borecky
Big Band Leiter Fritz Borecky

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