„Mission 11“ – Energiespartipps, die weiterhelfen

Sie haben über die skurrilen Energiespartipps aus dem Internet in dieser Ausgabe gelesen? Hier kommen nun welche, mit denen Sie wirklich was anfangen können und die auch empfohlen werden. Die Bundesregierung hat dazu die Kampagne „Mission 11“ initiiert, die auch gerade in den verschiedensten Medien wie Fernsehen oder Radio verbreitet wird. Also genug von Geschirrspül-Lachs oder Kuschelattacken auf das Haustier. Hier folgen hilfreiche Energiespartipps für die kalte Jahreszeit.
Jessica GEYER / 27. Oktober 2022
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Bereits ein Grad weniger Raumtemperatur spart sechs Prozent des Energieverbrauches.

Was ist die „Mission 11“?

Laut Webseite der Bundesregierung wird die „Mission 11“ wie folgt beschrieben: „Wenn alle vier Millionen Haushalte Österreichs an einem Strang ziehen – jeder nach seinen Möglichkeiten – können wir etwa 11 Prozent des derzeitigen Verbrauchs einsparen. Das ergab eine Untersuchung und Abschätzung der österreichischen Energieagentur anhand von Musterhaushalten. Die Zahl 11 wird deshalb in der Energiesparkampagne der Bundesregierung zur gemeinsamen Mission!“ 

Bei der „Mission 11“ gibt es nun einige Unterpunkte. Diese weisen auf das richtige Heizen, den Umgang mit Warmwasser und eine spritsparende Fahrweise hin.

Richtiges Heizen

Im Winter macht es Sinn, das Thermostat immer im Auge zu haben. Die Heizung ist nicht dazu da, künstlich „tropische“ Gegebenheiten zu simulieren. Eine Absenkung von bereits einem Grad spart sechs Prozent des Energieverbrauches. Dreht man die Temperatur um zwei Grad zurück, spart man bereits um bis zu zwölf Prozent an Energie ein. Darüber hinaus ist es wichtig, die Fenster in der Wohnung oder im Haus abzudichten. Ganze 20 bis 25 Prozent der Wärme geht durch undichte Fenster oder falsches Lüften verloren. Man kann hierbei kurzfristig mit Dichtungsbändern aus dem Baumarkt Abhilfe schaffen. Beim Lüften sei gesagt: Stoßlüften ist besser als die Fenster zu kippen. Mehrmals täglich sollte nicht länger als fünf bis zehn Minuten durchgelüftet werden. Das vermindert den Energieverbrauch und verhindert, dass die warmen Wände zu schnell auskühlen. Es wird folglich schneller warm. Auch Schimmelbildung kann vermieden werden. Vor dem Lüften soll in jedem Fall der Heizkörper im jeweiligen Raum ausgeschaltet werden.

Warmwasser einsparen

Klingt zunächst schwieriger als es ist. Hierbei reicht es vollkommen, die Duschzeit zu verkürzen. Herr Österreicher duscht im Schnitt fünf Minuten. Verkürzt er diese Zeit um eine Minute, spart er bereits 20 Prozent an Energie und 36 Liter an Wasser ein. Ein guter Tipp: Es lohnt sich, in wassersparende Duschköpfe zu investieren, da diese die maximale Durchflussmenge des Wassers reduzieren und somit auch den Wasserverbrauch mindern. Außerdem gilt es, kaltes Wasser zu verwenden, wo es möglich ist. Händewaschen, zum Beispiel, funktioniert auch mit kaltem Wasser. 

Stromverbrauch reduzieren

Hier empfiehlt es sich, bei den Alltagsgegenständen wie dem Gefrierschrank anzufangen. Sobald hier eine Eisschicht sichtbar wird, sollte man diesen abtauen. Für einen Millimeter Eis erhöht sich der Stromverbrauch laut Bundesministerium für Klimaschutz um 30 Prozent. Außerdem sollen Eisschrank und Gefriertruhe nicht zu kalt eingestellt sein. Fürs Tiefkühlen bedarf es -18 Grad. Generell muss weiters darauf geachtet werden, dass die Elektrogeräte im Haushalt nicht konstant im Standby sind. Im Schnitt, schreibt das Bundesministerium, hat jeder Haushalt 20 solcher Geräte. Hier empfiehlt sich eine schaltbare Steckleiste oder ein Netzschalter, der IT- und Unterhaltungselektronik vom Stromnetz trennt. Hier können bis zu 10 Prozent an Strom eingespart werden. Weiters können LED-Lampen verwendet werden. Diese halten nicht nur länger als klassische Glühbirnen, sondern sparen auch 90 Prozent an Strom ein. 

Spritsparendes Autofahren

Auch vorausschauendes Fahren kann dem Geldbeutel langfristig Gutes tun. Fährt man ein Fahrzeug mit Schaltgetriebe, sollte man niedertourig fahren und schnellstmöglich in den höchsten Gang hochschalten. Steht man bei einer Ampel oder im Stau, sollte man vom Start-Stopp-System des Wagens Gebrauch machen. Besitzt das Auto dieses nicht, kann man es in der Zwischenzeit kurz abstellen und danach weiterfahren. Darüber hinaus muss der Reifendruck regelmäßig kontrolliert werden. Er trägt nicht nur zum sicheren Autofahren, sondern auch zum Spritsparen bei. Beachtet man alle diese Maßnahmen, kann man bis zu 15 Prozent an Sprit einsparen.

Bei der „Mission 11“ geht es aber nicht nur darum, dass Österreich 11% an Energie einspart. Natürlich ist das ein Hauptpunkt und wirkt sich positiv auf die Bewohner*innen aus. Hauptsächlich sollte man sich aber ins Gedächtnis rufen, dass Energiesparen nicht nur dem Geldbeutel gut tut. Es ist vor allem förderlich für die Umwelt und den Klimaschutz. Trotz der Krise und den Teuerungen darf man diesen Aspekt nicht außer Acht lassen. Deswegen sollen diese Tipps auch vermehrt im Alltag integriert werden. Auf die Umwelt achten und gleichzeitig Geld einsparen? Definitiv eine Win-Win-Situation.

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