Die Kraft der Kräuter nützen

Welche Kräuter die Frühjahrsmüdigkeit am besten vertreiben und darüber hinaus
robust gegen Stress machen, weiß Pflanzenexpertin Miriam Wiegele.
Christian KEGLOVITS / 24. März 2020
Foto: Lexi

Kräuterexpertin Miriam Wiegele im Gespräch mit Redakteur Christian Keglovits über die ersten Frühlingsboten.

 

Wir stehen im Garten von Miriam Wiegele in Weiden bei Rechnitz und genießen die warmen Sonnenstrahlen, die der noch junge Frühling vom Himmel schickt. Bunte Krokusse und strahlend gelbe Narzissen buhlen um Aufmerksamkeit. Aber Schönheit allein ist für Kräuterexpertin Miriam Wiegele kein Kriterium. Ihr geht es vor allem um die Wirksamkeit von Pflanzen. Und so erzählt sie stolz vom jüngsten Neuzugang in ihrem an Pflanzenvielfalt wahrlich nicht armen Garten. „Von einem Chinesen hab ich die Samen der Taigawurzel bekommen, und ich hab es geschafft, dass die jetzt bei mir im Garten wächst.“

Kräuter-Allerlei

Die Taigawurzel, auch Sibirischer Ginseng genannt, ist in unseren Breiten eigentlich nicht heimisch, aber seit einiger Zeit groß im Kommen und ein nachgefragtes Produkt in vielen Apotheken. Als Tee oder Tinktur zubereitet, stärkt und kräftigt sie bei Müdigkeitserscheinungen und Schwächegefühl und hilft bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit – also das Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit. Miriam Wiegele hebt außerdem die adaptogene Wirkung der Taigawurzel hervor: „Das bedeutet, dass die Heilpflanze die Fähigkeit verbessert, sich an außergewöhnliche Belastungen anzupassen. Das heißt, die Pflanze hilft mir, Stress besser zu vertragen und auszuhalten.“

Ein paar Schritte weiter wagt sich eine typische Frühjahrspflanze zaghaft aus dem noch feuchten Boden – der Bärlauch. Die einen lieben ihn, die anderen können den Knoblauch-Geschmack nicht ausstehen. Fest steht, dass der Bärlauch reich an gesunden Wirkstoffen ist und unserem Körper in mehrerlei Hinsicht gut tut. Die Pflanze enthält viel Vitamin C und hat einen hohen Anteil an ätherischen Ölen mit Schwefelverbindungen, und diese haben eine stark entgiftende Wirkung auf den gesamten Organismus. Außerdem hat Bärlauch eine blutdrucksenkende Wirkung.

Wenn man den Bärlauch also mehr als Hausmittel verwenden möchte, ist es besser, ihn nicht zu lange zu kochen, um möglichst viele Inhaltsstoffe zu erhalten. Ganz gut gelingt das mit einem Bärlauch-Pesto, wo man den Bärlauch roh zu sich nimmt. Miriam Wiegele rät zu einer Bärlauch-Tinktur, bei der man die Bärlauch-Blätter mit Alkohol ansetzt. Und wenn man noch darauf acht gibt, dass man beim Pflücken nicht versehentlich ein Maiglöckchen erwischt, steht einem gesunden Start in den Frühling nichts im Wege.



Hilfreiche Tipps für das Bärlauch-Pflücken:

– Bärlauch am besten sammeln, bevor er aufblüht, dann ist der Schwefelgehalt im Bärlauch am höchsten.

– Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu Maiglöckchen und Herbstzeitlosen, die beide sehr giftig sind, ist der unverkennbare Knoblauchduft des Bärlauchs. Hat man allerdings bereits ein paar Bärlauchblätter geerntet, haftet der Knoblauchgeruch an den Händen und stellt kein sicheres Unterscheidungskriterium mehr dar.

– Die Pflanzen lassen sich dennoch gut voneinander unterscheiden: Der Bärlauch bildet immer nur einzelne Blätter an einem Stängel aus. Findet man also mehrere Blätter an einem einzigen Stängel (wie beim Maiglöckchen) oder fehlt der Stängel ganz (wie bei der Herbstzeitlosen), handelt es sich NICHT um Bärlauch.


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