„Ich will ganz oben mitspielen“

Schon seit Kindheitstagen zeigte Christoph Auckenthaler Talent und vor allem eisernen Willen für den Weg zum Berufsmusiker. Damit das gar nicht schiefgehen kann, legt er nun Plan A und Plan B zusammen. Zwischen konservativem Hochschulstudium und wilden Death-Metal-Klängen. prima! hat den kreativen Ausnahmekünstler aus Wolfau getroffen.
Eva Maria KAMPER / 4. Jänner 2021 / Podcast am Seitenende
Foto: zVg

Er war Schulsprecher, Klassensprecher und Maturant des ersten Corona-Jahrganges des Wimmer Gymnasiums Oberschützen. Auch auf der Kandidatenliste der NEOS zur Landtagswahl 2019 konnte man Christoph Auckenthaler aus Wolfau finden.

 

Wenn er am Schlagzeug losprescht, hagelt es 170 Schläge in der Minute. Und wenn er übt, übt er acht Stunden am Tag. Auch wenn Christoph schon als Schulsprecher oder politischer Kandidat mit großem Engagement herausgestochen ist, nichts ist ihm wichtiger als die Musik. Und zwar die von der wilden Sorte, wie man auch unweigerlich an seinem düsteren Outfit und der langen, braunen Mähne erkennt. Und es begann schon im Volksschulalter: „Es war Intuition. Ich stand mit meinem Vater vorm Musikschuldirektor, um mich für Klavier einzuschreiben und hab dann völlig spontan gesagt: ‚Nein, doch lieber Schlagzeug‘ “, erinnert sich Christoph schmunzelnd an den Blick seines Vaters. „Und ab dann wurde es laut zuhause!“ Mit dem Geburtstagsgeld von der Oma hat er sich seine erste Rammstein-CD gekauft, die richtungsweisend in die harte Musikrichtung war. „Die lief dann rauf und runter, sehr zum Leidwesen meiner Eltern“, lacht Christoph, „und ab diesem Zeitpunkt hab ich gewusst, dass ich Berufsmusiker werden will!“

Freizeit der Musik gewidmet

Und der mittlerweile 20-Jährige hat schon einiges von sich hören lassen. Von seinen Musikschul- und Instrumentallehrern als „begnadeter Musiker“ gelobt, konnte er bereits bei Wettbewerben und Auftritten der Schulband brillieren. Und immer wieder hat er seine gesamte Freizeit der Musik gewidmet. Stundenlang geübt. „Der Preis dafür war allerdings, dass man den Anschluss im Freundeskreis verliert. Man wird ein bisserl zum Eigenbrötler“, resümiert Christoph, aber Wehmut ist das keine.

Student am Joseph-Haydn-Konservatorium

Denn es hat sich ausgezahlt: Seit erfolgreicher Aufnahmeprüfung im Oktober studiert er auf dem hochkarätigen Joseph-Haydn-Konservatorium in Eisenstadt. Mit seiner musikalischen Zweitliebe, dem E-Bass, steuert er den Beruf als Musikschullehrer an. Wer meint, damit hätte Christoph sein Ziel als Berufsmusiker wohl erreicht, der irrt gewaltig: „Ich kann mir zwar gut vorstellen, Musik zu unterrichten, aber das ist definitiv nur mein Plan B!“

Schlagzeuger in Death-Metal-Band

Denn seine wahre Bestimmung sieht der Vollblutmusiker in seinem jüngsten Projekt. Durch eine schicksalhafte Fügung ist er seit knapp einem Jahr der Drummer von „Rotten Halo“, einer jungen Wiener Death-Metal-Band. „Der Kontrast zwischen dem Jazz-Studium auf dem Konservatorium und dem aggressiv-energischen Schlagzeugspiel bei den Bandproben ist natürlich gewaltig“, zwinkert Christoph. Und die Musikrichtung Metal verlangt einem – nicht nur wegen der charakteristischen Techniken wie beispielsweise Doublebass und Blastbeat – schon einiges an Können ab. Diese Qualität wird unter Metal-Fans weltweit geschätzt. Und „Rotten Halo“ ist bereits ein Teil dieser globalen Szene, wie man auch auf Instagram verfolgen kann. Fünf Singles findet man bereits auf den Streamingplattformen, ein ganzes Album soll bereits produziert werden. Auch der erste Live-Auftritt im – coronabedingt – kleinen Rahmen war erst der Anfang. Damit Christoph seinem Plan A einen Schritt näher kommt: „Ich hab mir selbst versprochen, ich will irgendwann ganz oben mitspielen.“


Christoph Auckenthaler (re) ist Student am Joseph-Haydn-Konservatorium und Schlagzeuger der Death-Metal-Band „Rotten Halo“. Im prima! Podcast gibt es eine Kostprobe der zwei musikalischen Welten: einfach klicken und reinhören.
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