Lässig gehobene Gastronomie – Das Restaurant LaGom im Schloss Hartberg

Das Abendrestaurant im Schloss von Franz Gschiel war eine Institution in Hartberg. Umso größer die Spannung, wer nach längerem Leerstand nun wieder in die Räumlichkeiten einzieht und wie die räumliche Gestaltung aussehen kann – immerhin ist das Hartberger Schloss denkmalgeschützt.
Olga SEUS / 30. September 2020

Bürgermeister Marcus Martschitsch heißt die neuen Pächter des Schloss-Restaurants, Clarissa und Wolfgang Leimbach, herzlich willkommen.

 

 

Anfang September, morgens um 9 Uhr in den Gastronomieräumen vom Schloss Hartberg. Inmitten von Farbeimern und herumstehenden Möbeln und Werkzeugen empfängt einen eine gutgelaunte Clarissa Leimbach, Geschäftsführerin des neuen Restaurants LaGom, das seit Mitte September seine Pforten geöffnet hat. „Am Anfang war das Konzept, dann suchten wir dafür Räumlichkeiten.“ Schwärmend berichtet sie, wie sie das erste Mal das Schlossrestaurant besichtigt hatte.
Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, der Wind rauschte um die alten Mauern. „Da habe ich sofort das Potenzial erkannt.“ Gestalterisch ist das LaGom natürlich eine Herausforderung: „Viel darf man hier nicht machen, es ist alles denkmalgeschützt“, sinniert Clarissa Leimbach, „aber das ist unsere große Stärke: Das, was wir bekommen, zu nutzen und das Beste daraus zu machen.“ So bleiben der Boden und die räumliche Aufteilung bestehen. Die alten Stühle und Tische der Nischen werden grundlegend überarbeitet, bleiben jedoch erhalten, für die Raummitte wurde neues Mobiliar angeschafft. Der alte Kamin darf nicht angerührt werden, doch soll in der Mitte eine Auslage mit selbst erzeugten Marmeladen und Chutneys entstehen, eine Art LaGom für zu Hause. Durch einen neuen Anstrich, neue Bepolsterung in ganz neuer Farbe, nämlich in petrol, wird die gesamte Raumkomposition verändert. Wer sich jetzt fragt, was das für eine Farbe ist: Petrol wird beschrieben als Mischung aus Blau und Grün, „edel und intensiv“ in der Wirkung. Was ganz im Sinne des Konzepts vom LaGom ist: „Wir wollen lässig gehobene Gastronomie anbieten mit einer Mischung aus Clean Eating und Soul Food“, so die Inhaberin.

Seele und Körper

Clean Eating bedeutet Essen, das vollwertig und möglichst nicht prozessiert (also verarbeitet) ist. Frische, saisonale und regionale Zutaten sind hierbei Voraussetzung. Und „Soulfood“? „Soulfood kann man ganz einfach als Lieblingsessen beschreiben, als Essen, das fantastisch schmeckt und Geborgenheitsgefühle in uns weckt.“ Natürlich muss das kein Widerspruch sein. So ist das Lieblingsessen der gebürtigen Vorarlbergerin Buddha Bowl, also eine unvermischte Zusammenstellung verschiedener gesunder Lebensmittelarten wie Proteine, Kohlenhydrate und einem Superfood in einer Schüssel. Wer sich darunter wenig vorstellen kann, dem sei verraten, dass dieses Gericht auch auf der Speisekarte des LaGom nicht fehlen darf und jeweils mit frischen Tageskomponenten serviert wird. Der Name „LaGom“ ist übrigens schwedisch und bedeutet in etwa „nicht zu wenig, nicht zu viel, genau richtig“ und drückt damit perfekt das Konzept des Restaurants aus.

Gesunder Genuss

Bei den Getränken wird ebenso Wert auf ausgewählte und hochwertige Produkte gelegt: Weine in Bio-Qualität, ebenso Tees und regionale Biosäfte runden das Geschmackserlebnis ab. Clarissa Leimbach, die Chefin, ist seit vier Jahren im Burgenland ansässig. Sie ist gelernte Köchin und hat Gesundheitsmanagement an der FH Burgenland studiert. Den Ausschlag für ihr Interesse an gesunden und wohl schmeckenden Gerichten hat ihre Familie gegeben: „In der Elternzeit habe ich gemerkt, wie wichtig die Gesundheit für uns ist, aber ebenso wichtig ist Genuss für die Gesundheit!“, fügt die dreifache Mutter schmunzelnd hinzu. Neben der Tatsache, dass man im LaGom gesund verwöhnt wird, kommt der Genuss ebenfalls hier nicht zu kurz. So wird sich auch das Beef Tatar, für das Gschiel berühmt war – neben Lachs Tatar – wieder auf der Speisekarte finden. Schließlich gilt für die Speisekarte der gleiche Grundsatz wie für die Einrichtung: „Wir wollen das Alte nicht einfach rausreißen und komplett neu errichten, wir wollen es modernisieren.“


 

Das LaGom befindet sich im Schloss Hartberg. Bereits beim Eröffnungsbuffet zeigten die neuen Pächter Clarissa und Wolfgang Leimbach – im Foto rechts unten – dass sie großen Wert auf regionale Produkte legen.


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