Reportage

Rund um Grafenschachen

Über Grafenschachen kann man vieles berichten: Etwa dass es zwei Katastralgemeinden hat – Kroisegg und Grafenschachen. Außerdem eine Rotte namens Unterwaldbauern. Über die Geschichte, die im 14. Jahrhundert ihren Ursprung hat, gäbe es ebenfalls viel zu erzählen und natürlich auch über Bürgermeister Marc Hoppel (SPÖ) und seine Visionen für die Gemeinde. Doch sagt schon Goethe „Nur wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen“. Insofern bietet es sich an, die Gemeinde auf dem eigens angelegten „Rundweg Gemeindeschutzgebiet“ zu erkunden.

(c) zVg

Luftbild von Grafenschachen

Los geht es bei der Brücke, wo sich Stögersbach und Kroisbach treffen. Nach einigen hundert Metern durch den Waldpark passiert man den Sportplatz, dessen Umkleiden, Sanitärbereich und überdachter Vorplatz mit viel Eigenleistung und Landes- und Gemeindefinanzierung neu errichtet wurden. Man verlässt den angenehmen Waldweg und geht ein Stück der Landesstraße nach Kroisegg entlang. Hier ist viel geschehen: Zum einen wurde die Veranstaltungsstätte kürzlich eingeweiht, zum anderen wurde die alte Volksschule als „Clubhaus der Vereine“ generalsaniert und am Friedhof Kroisegg gibt es fünf neue Stelen für Urnensäulen. 

Von der Römerbrücke zur Hubertuskapelle

Wir bleiben auf dem Rundwanderweg und gelangen in den Wald. Diese Strecke wurde schon zu Zeiten der Römer verwendet und so verwundert es nicht, dass die steinerne Brücke über den Stögersbach im Volksmund „Römerbrücke“ heißt, wenngleich sie der Bauart nach um 1750 zuzuordnen ist. Dem Bach folgend trifft man schließlich in Richtung Unterwaldbauern auf die Hubertuskapelle, die von der Jagdgesellschaft errichtet wurde. Unterwaldbauern ist übrigens ein äußerst geselliger Ort, wie das neue Kommunikationszentrum und die ebenfalls neu errichtete Jausenstation – zwei äußerst beliebte Treffpunkte – verraten.

Vom Gewerbe- zum Gemeindeschutzgebiet

Die Hälfte des Strecke haben wir damit auch schon absolviert und kommen auf einen idyllischen Radweg, der am neuen Wasser-Hochbehälter am wunderbar gelegenen Aussichtspunkt vorbeiführt. Nun geht es bergab, an Feldern vorbei ins Gewerbegebiet, wo Fachbetriebe wie der Bohrspezialist KDS, der gerade sein neues Firmengebäude baut, die Schermann Erdbau & Recycling GmbH und die Dunst KFZ und Hydraulik GmbH beheimatet sind. Weiter geht es auf der Straße Richtung Pinkafeld, wo es etwas gruselig wird. Eine Begebenheit von 1926 berichtet von dem hochverschuldeten Landwirt Schweitzer. Dieser erschlug damals seinen Gläubiger, den Holzwirt Thier auf dem Weg von Grafenschachen nach Pinkafeld. Doch keine Angst, heute ist die Überquerung des Kreisverkehrs die gefährlichste Herausforderung. Direkt danach geht es ins Gemeindeschutzgebiet mit schattigem Wald und inforeichen Tafeln zu Themen wie Streuobstwiese und Waldtümpeln. Auf der Zielgeraden kann man den Weg abkürzen zum Kindergarten, wo gerade der Umbau für eine Kinderkrippe stattfindet. Und wenn schon vom Bauen die Rede ist: Die OSG bereitet in Grafenschachen gerade den dritten Bauabschnitt einer sonnigen Wohnanlage vor.

Ausblick

Wer nun rasten möchte, dem sei gesagt, die Gemeinde tut dies nicht: Laut Bürgermeister Marc Hoppel ist die Sanierung der Straßen in Verbindung mit einem Glasfaserausbau geplant. Überdies soll hier einer der burgenländischen Pflegestützpunkte entstehen, der einerseits eine Tagesheimstätte für die ältere Generation mit einer mobilen Hauskrankenpflege verbindet. Zurück geht es zum Ausgangspunkt, man kann die Runde aber auch bei der Kirche am Hauptplatz ausklingen lassen, deren Turm wie ein Leuchtturm die meiste Zeit als Orientierungspunkt zu sehen war.  


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