„Wir machen es zu etwas Persönlichem“

Seit einigen Monaten steht inmitten von Markt Allhau ein neues Gebäude. Lange dauerte es von der Planung bis hin zur Fertigstellung, doch nun ist er da – der neue und erste Unternehmenssitz der Tischlerei Mario Hari. prima! hat mit Inhaber Mario Hari gesprochen – über die Herausforderungen des Baus, die Besonderheiten seines Jobs und darüber, wie sich die derzeitige Pandemie für ihn als Glück im Unglück herausstellte.
Laura WEINGRILL / 27. August 2020
Foto: Ifkovits

Das neue Firmengebäude der Tischlerei Mario Hari in Markt Allhau wurde vor wenigen Wochen fertiggestellt.

 

„Für mich ist das Größte, einen leeren Raum zu nehmen, daraus etwas Schönes zu schaffen und damit den Kunden glücklich zu machen. Da freue ich mich jedes Mal mit, wenn wir fertig sind. Das macht den Job für mich aus“, erzählt Mario Hari, Chef und Namensgeber der Tischlerei. Seit nun mehr als sechs Jahren schlägt sein Herz für nichts anderes mehr als für sein Unternehmen und die Kunst der Tischlerei, bei der ihm dank seiner über 15-jährigen Arbeitserfahrung keiner mehr so schnell was vormachen kann.

Trotzdem war sein Weg bis hin zur Selbstständigkeit und dem Bau seiner eigenen Tischlerei nicht immer einfach. „Ich hab ja zuhause in der Garage angefangen. Vor allem im letzten Jahr wurde es auf den knapp 40 Quadratmetern ein wenig eng. Zum Schluss standen die Autos schon im Hof und nicht in den Garagen. Daher die Idee eines eigenen Unternehmenssitzes. Aber auch das war nicht ganz so leicht“, erklärt Mario Hari und deutet damit auf die erste Bauphase, die sich als schwerer herausstellte als gedacht: „Zuerst mussten wir das passende Grundstück finden, das dauerte zwei, wenn nicht sogar drei Jahre und danach gab es noch Herausforderungen mit den Nachbarn.“ Klingt schwierig, aber auch das war schnell überwunden, vor allem, da dem Tischler besonders das Aussehen seines Baus sehr am Herzen lag. Denn während viele einfach nur eine Halle hinstellen würden, entschied sich der Selbstständige für ein Gebäude, das gut in das Ortsbild passt und nicht nur innen, sondern auch von außen professionell und attraktiv wirkt.

Unaufhaltsam

So wurde tüchtig an dem Bau gearbeitet und man war auch schon beinahe fertig, aber dann kam Corona und mit ihm ein Stillstand des gesamten Unternehmens – würde man zumindest meinen. „Um ehrlich zu sein, hat sich die Corona-Zeit eigentlich positiv auf das Unternehmen ausgewirkt. Wir hatten plötzlich viel mehr Zeit für den Bau, für das Umsiedeln und für die Fertigstellung des neuen Gebäudes. Wir konnten sogar die gesamten Dokumente der letzten fünf Jahre durchgehen und alles ordnen. Für das hätten wir sonst nie Zeit gehabt“, meint der Tischler mit einem Lachen. Doch auch bei ihm wurde durch die Pandemie für einige Zeit der Rest des Unternehmens stillgelegt und ist gerade wieder am Aufleben.

In die Zukunft blickend fürchtet der junge Unternehmer jedoch mehr die Überlebenschance seines geliebten Berufsfeldes, wie er erklärt: „Der ausschlaggebende Punkt ist, dass der Beruf unterbezahlt ist, für das, was wir tun und für die Materialien, mit denen wir arbeiten. Wir bauen die Geräte ein, fertigen alles nach Maß an, installieren alles, sogar die Beleuchtung übernehmen wir. Nur vergisst man leicht, was man für all diese Arbeiten an Ausbildungen machen muss. Dafür ist das Gehalt einfach zu wenig, vor allem für die Lehrlinge, denn die schauen heute fast nur auf das Gehalt.“

Genau deswegen ist es dem Markt Allhauer ein besonders großes Anliegen, mit seinem Unternehmen einen Ort zu schaffen, an dem sich die zukünftige Generation und all seine Mitarbeiter wohl fühlen können. „Ich werde oft gefragt, ob wir bei uns überhaupt auch arbeiten. Natürlich tun wir das, aber wir haben auch Spaß. Wir sind wie eine Familie hier. Und ich denke, genau das macht uns besonders – das Persönliche.“


Beteiligte Firmen

Beim Bau des neuen Firmengebäudes hat Mario Hari auf Persönlichkeit gesetzt und Firmen beauftragt, die diese Vorgabe auch perfekt umzusetzen verstehen. Dass diese Unternehmen aus der Region sind, war ihm ebenso ein Anliegen. So wurde die Halle von der Firma Haas Fertigbau Holzbauwerk aus Großwilfersdorf übernommen.
Der Markt Allhauer Baumeister Ing. Roland Brenner war für den reibungslosen Ablauf des Projektes verantwortlich.

Die Malerarbeiten wurden von der Firma Radakovics aus Oberwart ausgeführt, wobei eine hagelfeste Fassadendämmung zur Anwendung kam. In den Büroräumen wurde eine Wohnfarbe verwendet, um auch hier die Persönlichkeit des Unternehmens hervorzustreichen.

Und was wäre ein Tischlermeister ohne eine reibungslose EDV, für die Roland Gergits mit seinem Unternehmen edv7 sorgt. Stolz ist Mario Hari auch, wenn er mit seinem Firmenauto unterwegs ist. Und damit das auch jeder erkennt, dafür sorgt die Beklebung vom Unternehmen Barabas aus Oberwart, das natürlich auch alle anderen Firmenbeklebungen gestaltet.


Das Team rund um Mario Hari (3.v.re.) mit prima! Redakteurin Laura Weingrill (li.) in der neuen Halle.

Elisabeth ist die gute Seele im Betrieb

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gefällt es in der neuen Produktionshalle mit Persönlichkeit.

Kommentare

„Wir machen es zu etwas Persönlichem“

Einen Kommentar hinterlassen: