Stilles Erinnern an ein schreckliches Kriegsverbrechen

Vor 75 Jahren geschah in Rechnitz eines der schwersten Kriegsverbrechen des 2. Weltkrieges auf burgenländischem Boden. NS-Schergen ermordeten beim sogenannten Kreuzstadl an die 180 jüdischen Zwangsarbeiter. Wenige Tage später, nach heftigen Kämpfen, trafen Truppen der Roten Armee in Rechnitz ein. Der Verein RE.F.U.G.I.U.S erinnert seit Jahren an diesen schrecklichen Vorfall. Wegen der COVID-19 Pandemie wurden die Gedenkfeierlichkeiten heuer abgesagt.
Peter SITAR / 30. März 2020
Foto: Drohnenservice Mike Ritter

Kurz vor Kriegsende ermordeten NS-Schergen in Rechnitz beim Kreuzstadl an die 180 jüdischen Zwangsarbeiter

Das Massaker von Rechnitz jährt sich heuer zum 75. Mal. Aufgrund der Corona-Krise kann die Gedenkveranstaltung nicht abgehalten werden. „Der Kreuzstadl ist ein Mahnmal für nationalsozialistische Grausamkeit auf burgenländischem Boden. Aus diesem Grund ist es mir ein besonderes Anliegen, dass hier gedacht wird und sich an die hier ermordeten Opfer erinnert wird“, so Landtagspräsidentin Verena Dunst.

Der Verein RE.F.U.G.I.U.S. setzt sich für die Erinnerungs- und Gedenkarbeit dieses Massakers ein. Alljährlich wird deshalb am Jahrestag eine Gedenkveranstaltung in Rechnitz abgehalten. Diese muss heuer aufgrund der aktuellen Situation rund um das Corona-Virus abgesagt werden. Landtagspräsidentin Verena Dunst ruft trotzdem zum Gedenken für die vor 75 Jahren ermordeten Menschen auf: „Leider kann die alljährliche Gedenkveranstaltung dieses Jahr nicht stattfinden. Es ist trotzdem wichtig, vor allem der Jugend klarzumachen, was passiert, wenn Grundwerte der Demokratie wie Grund- und Freiheitsrechte beschnitten werden und die menschliche Würde mit Füßen getreten wird.“

Gedenkstätte

Der wegen seines kreuzförmigen Grundrisses so genannte Kreuzstadl des ehemaligen Meierhofes des Gutes Bátthyány ist heute nur mehr als Ruine erhalten und Symbol für eines der grausamsten Verbrechen während der NS-Zeit. Rund 180 Menschen wurden hier von der SS ermordet und an einem unbekannten Ort verscharrt. Trotz mehrerer Suchaktionen konnte das Massengrab nie gefunden werden.
Das Mahnmal erinnert nicht nur an die in der Nähe des Kreuzstadls ermordeten ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter, sondern steht auch stellvertretend für eine überregionale Gedenkkultur. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass in vielen größeren und kleineren Orten entlang der Grenze, teils auch auf ungarischem Gebiet, Menschen bei Schanzarbeiten für den Südostwall oder auf den so genannten Todesmärschen ermordet worden sind.

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Erinnern an Masaker

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