Eine Druckerei auf Expansionskurs

Mit dem Ausbau des Standortes Oberwart stellt die Druckerei Schmidbauer die Weichen für die Zukunft. Die Produktionsfläche ist von 1.800 m2 auf mehr als 5.000 m2 angewachsen. Mit der Übersiedlung des Bürotraktes im kommenden Herbst werden die Bauarbeiten abgeschlossen. Ein Lokalaugenschein in einer der größten Druckereien Ostösterreichs, die auch seit 13 Jahren die
Produktionsstätte des prima! Magazins ist.
Christian KEGLOVITS / 4. Juli 2019

Noch betritt man die Druckerei Schmidbauer durch den Eingang im alten Trakt. Sobald man im Flur steht, ist das beständige, stampfende Geräusch der Druckmaschinen und Endfertigungsgeräte zu hören. Es dringt bereits aus der neuen riesigen Produktionshalle herüber in den Besprechungsraum, in dem die beiden Geschäftsführer und Geschwister Thomas und Ines Schmidbauer gerade die tägliche Teambesprechung beendet haben. Was den Fortschritt der Bauarbeiten betrifft, hat man das Gröbste hinter sich.

Seit März läuft die gesamte Produktion in der neuen, mehr als 2.500 m2 großen Halle, wobei die Übersiedlung im laufenden Betrieb passiert ist, ohne Betriebsunterbrechung. Eine logistische Meisterleistung, wie Thomas Schmidbauer nicht ohne Stolz betont.

Neubau in Fürstenfeld oder Zusammenführung in Oberwart?

Die Entscheidung zum Ausbau des Standortes Oberwart haben Ines und Thomas Schmidbauer vor drei Jahren getroffen. Sowohl in Fürstenfeld als auch in Oberwart standen Investitionen an. Ines, die den Produktionsstandort Fürstenfeld verantwortet, hätte dort komplett neu auf die grüne Wiese bauen müssen, da die Lage des Betriebes im Stadtzentrum keinen weiteren Ausbau zuließ. Man entschied sich schließlich für eine Zusammenführung wesentlicher Betriebsteile am Standort Oberwart, der durch Grundstückszukäufe genügend Reserven für eine Expansion und Weiterentwicklung des Unternehmens bot.

Gleichzeitig eröffnete diese Entscheidung eine strategische Neuausrichtung der Druckerei – hin zu einer breiteren Angebotspalette und einer schnelleren und flexiblen Abwicklung von Aufträgen. Doch dazu später.

Planungsphase und Kriterien für den Ausbau

Also ein Ausbau in Oberwart. Dieser sollte sorgfältig vorbereitet und bestens durchdacht sein. Immerhin galt es auf rationelle Weise, zwei Produktionsstandorte im laufenden Betrieb rasch und reibungslos zusammenzuführen und gleichzeitig Kapazitäten für die Zukunft zu schaffen – natürlich unter Einsatz der neuesten Technologien. Die Planung des Bauvorhabens nahm über ein Jahr in Anspruch.

Wie schon beim Bau des bestehenden Gebäudes in Oberwart sollten dafür vorrangig Firmen zum Zug kommen, die zum einen Kunden der Druckerei sind, zum anderen aus der Region stammen. „Denn ich lebe ja auch von Betrieben aus der Region“, so Thomas Schmidbauer. Daraus ergab sich ein weiterer, ganz besonderer Synergieeffekt, der vor allem dem Bauherrn zugute gekommen ist: Viele der am Bau beteiligten Firmen haben schon etliche solcher Projekte gemeinsam umgesetzt und sind dementsprechend gut aufeinander eingespielt. „Das hat die Abwicklung auf der Baustelle und damit mir das Leben erleichtert, da kleine Schwierigkeiten, die auf einer Baustelle immer auftreten, gleich an Ort und Stelle unter den verschiedenen Gewerken gelöst wurden.  Einen wesentlichen Beitrag dazu lieferte auch Baumeister Ing. Gerald Krautsack, der so wie ich pragmatische Lösungen anstrebt.“

Bauliche Anforderungen an eine moderne Druckerei

Erfahrene Handwerker, eine umsichtige Bauaufsicht und nicht zuletzt das gute Wetter sorgten bis dato für ein zügiges Voranschreiten der Bauarbeiten. Für so ein komplexes Bauvorhaben wie dieses sind das nicht unerhebliche Begleitumstände, denn die baulichen Anforderungen an eine moderne Druckerei sind enorm. Das beginnt bereits beim Fundament, auf dem die massigen Druckmaschinen stehen. Dieses muss einiges aushalten – nicht so sehr des Gewichtes wegen, das bei 50 Tonnen pro Maschine auch nicht zu verachten ist, vielmehr wegen der starken Vibrationen, die von den Maschinen ausgehen und die über die Fundamentplatte abgeleitet werden müssen.

Die Maschinen der Druckerei laufen Tag und Nacht, weshalb auch der gesamten Haustechnik – egal ob Beleuchtung,
Lüftung, Klimatechnik usw. – eine wichtige Rolle zukommt.

Und dann ist da die Halle selbst, in der die voluminösen Maschinen stehen und zwischen denen noch genügend Platz zum Hantieren und Manövrieren bleiben muss. Das heißt, Steher stören. Einen großen Raum ohne Steher gewinnt man nur durch den Einsatz von Deckenelementen aus Holz, welche die nötige Spannweite aufweisen. Auch wenn Holz im Hallenbau mittlerweile standardmäßig zum Einsatz kommt, die Errichtung einer Halle dieser Dimension stellte für den Holzbaumeister Josef Pichler von der Firma Kager Bau eine schöne Herausforderung und Referenz dar.

Die Heidelberg – die Druckmaschine für unser prima! Magazin

Wir bleiben in der Halle und lenken unsere Aufmerksamkeit auf das Herzstück der Druckerei: auf die beiden großen Bogendruckmaschinen der Firma Heidelberg, einen der weltweit bekanntesten und renommiertesten Hersteller am Drucksektor. Während das Gros der Zeitungen auf Rollenmaschinen gedruckt wird, wird das prima! Magazin mit dieser Bogendruckmaschine gedruckt, und das hat seinen guten Grund, wie Thomas Schmidbauer erklärt: „Beim Bogendruck hat man einen viel höheren Farbauftrag, was bedeutet, dass die Bildqualität im Vergleich zur Rolle ungleich höher ist.“ Für das prima! Magazin ist das ein entscheidendes Kriterium, da das Medienunternehmen von Beginn an keine Kosten und Mühen gescheut hat, ein modernes Magazin mit anspruchsvollem Inhalt und mit einer qualitativ hochwertigen Wiedergabe von Fotos und Inseraten zu bieten, „und diese Qualität beim Druck ist es uns einfach wert!“, betont das prima! Team, „denn davon profitieren Leser wie Inserenten“.

Seit es das prima! Magazin gibt, wird es hier bei Schmidbauer gedruckt. Eine regionale Geschäftsbeziehung, die auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen basiert. „Die prima! drucken zu dürfen, ist für unser Unternehmen eine Prestige-Angelegenheit, und es freut mich für die prima!-Redaktion, dass sich dieses Magazin so erfolgreich entwickelt hat. Dafür legen wir uns als Druckerei auch ins Zeug, vor allem wenn in letzter Sekunde noch brandaktuelle Beiträge eintrudeln und wir ordentlich zu greifen haben, damit die Zeitung noch rechtzeitig rausgeht“, sagt Thomas Schmidbauer mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht.

Eine Druckerei, zwei Standorte und viele neue Möglichkeiten

Apropos rechtzeitig fertig werden. Bis auch der Verwaltungstrakt in die neuen Räumlichkeiten übersiedeln kann, vergeht noch einige Zeit. Die endgültige Fertigstellung des gesamten Ausbaus in Oberwart ist für den Spätherbst geplant, und da möchten sich Ines und Thomas Schmidbauer viel Zeit für ihre Kunden nehmen, um mit allen, die sich dafür interessieren, die neuen Räumlichkeiten zu besichtigen. „Wir haben sehr viele Kunden, mit denen wir nur Kontakt am Telefon oder per E-Mail haben und die das Haus gar nicht kennen. Wir möchten unseren Kunden einfach zeigen, was wir hier machen und was mittlerweile alles möglich ist.“

Und das ist einiges: Kundenaufträge können nun schneller und flexibler bearbeitet werden – egal ob es sich um große Stückzahlen oder um Kleinstauflagen handelt. „Wenn ein Veranstalter kurzfristig drei Stück A0 Plakate benötigt, dann bekommt er die auch von uns“, so Ines Schmidbauer.

Man sieht sich als Drucknahversorger, der auch von der Online-Konkurrenz enttäuschte Kunden ansprechen möchte. Eine kluge Aufteilung der Kompetenzen zwischen Fürstenfeld und Oberwart macht’s möglich.

Der Schwerpunkt am Standort Fürstenfeld liegt nun auf Digitaldruck, eine rasche und kostengünstige Druckmethode. „Fürstenfeld war von Beginn an ein strategisch wichtiger Standort für das Unternehmen und wird es auch bleiben. Für unsere Kunden dort wird sich nichts ändern“, versichert Ines Schmidbauer.

Neu hinzugekommen sind Produkte aus dem Bereich Werbetechnik und Großformatdruck, der nun in Oberwart angesiedelt ist. Dazu zählen das klassische Roll-up und Transparent bis hin zu Bautafeln, Wandtapeten und Schilder aus unterschiedlichen Materialien sowie Aufkleber und Plakate für Veranstaltungen auch in Kleinauflagen.

Insgesamt beschäftigt der Betrieb nun 61 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon elf in Fürstenfeld und 50 in Oberwart. Der Bedarf nach weiteren Mitarbeitern ist jedenfalls da, der Grundstein für weiteres Wachstum in Oberwart gelegt – nicht zuletzt auch deshalb, weil der Neubau so konzipiert ist, dass man diesen jederzeit erweitern kann. Sage noch einer, bei Schmidbauer denkt man nicht an die Zukunft.

 

Eckdaten zum Ausbau der Druckerei Schmidbauer am Standort Oberwart:

Erweiterung der Betriebsfläche von 1.800 m2 um 3.500 m2 auf nunmehr 5.300 m2
Planungszeit: über ein Jahr Bauzeit: ein Jahr
Beginn der Produktion in der neuen Halle: März 2019
Endgültige Fertigstellung und vollständige Inbetriebnahme: Spätherbst 2019

Folgende Firmen waren und sind am Projekt beteiligt:

Hirschbeck & Plank
Ingenieurbüro Karner Andreas
Klöcher Bau
Kager Holzbau GmbH
Hochegger – Dächer GmbH
Kremnitzer GesmbH
CS Services
Dipl. Ing. Lerch
Schieder Innenausbau
Malerei Graf Johann
Licht Loidl GmbH
Elektro Mühl
Hohenwarter KG
L.U.X. GmbH
HEGA Haustechnik GmbH
Krautsack Baumeister
Service Lounge GmbH
studio lplan – die Lichtplaner


Druckerei Schmidbauer

Mit der Ausführung der Baumaßnahmen wurden in erster Linie Kunden von Schmidbauer und regionale Betriebe beauftragt.

Einige der Firmen haben schon bei vorangegangenen Projekten zusammengearbeitet und sind dementsprechend gut aufeinander eingespielt – ein Mitgrund für den zügigen und unkomplizierten Baufortschritt.

Bei der Errichtung der neuen Produktionshalle hat man auf die Erfahrung der Firma Kager Holzbau gezählt.

Der künftige Bürotrakt soll im Herbst fertig sein.

Die großen Bogendruckmaschinen der Firma Heidelberg garantieren beste Druckqualität und eine farblich brillante Wiedergabe. Auch das prima! Magazin wird damit gedruckt und gelangt von hier aus in die Haushalte.

Die Inlinemessung dient zur Überprüfung der Druckqualität.

Die beiden Geschäftsführer und Geschwister Mag. Ines und Ing. Thomas Schmidbauer haben durch den Ausbau des Standortes Oberwart ihre Druckerei strategisch neu ausgerichtet – mit erweiterter Produktpalette kann man nun noch schneller und flexibler auf Kundenwünsche reagieren.

Fünf Falzmaschinen sind in der Druckerei Schmidbauer dauerhaft im Einsatz.

Vier Schneidemaschinen sind in der Druckerei Schmidbauer dauerhaft im Einsatz.

Neu in der Druckerei sind auch die vollautomatische Belichtungsmaschine ohne Chemieeinsatz.

Neu in der Druckerei ist auch die Werbetechnik.

Kommentare

Druckerei Schmidbauer aus Oberwart baut kräftig aus.

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