Bericht

Zwei Geschäftsführer für die Burgenländischen Krankenanstalten

Die "Gesundheit Burgenland" (vormals KRAGES) wird mit einer Doppelspitze besetzt. Franz Öller wechselt vom Tauernklinikum im Pinzgau ins Burgenland als kaufmännischer Geschäftsführer zur Gesundheit Burgenland. Stephan Kriwanek wird als medizinischer Geschäftsführer bestätigt.

Foto©Landesmedienservice Burgenland

Der neue kaufmännische Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland Mag. Franz Jürgen Öller, MBA, MPH, Landeshauptmann Mag. Hans Peter Doskozil und der medizinische Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland Univ.-Prof. Dr. Stephan Kriwanek

 

Das Land Burgenland hat die Doppelspitze beim größten Arbeitgeber des Landes, der Gesundheit Burgenland – Burgenländische Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H., neu fixiert:

·        Univ.-Prof. Dr. Stephan Kriwanek, seit November 2022 bereits interimistisch Geschäftsführer der burgenländischen Krankenanstalten (damals noch: KRAGES), wurde in den Hearings als für den Bereich Medizin bestgereiht und von den zuständigen Gremien als medizinischer Geschäftsführer bestätigt. Der 65-jährige Wiener Arzt war vor seinem Wechsel ins Burgenland zwölf Jahre Abteilungsvorstand für Chirurgie in der Klinik Donaustadt des Wiener Gesundheitsverbundes und gilt als einer der renommiertesten Viszeralchirurgen in Österreich. Aktuell hat er die Präsidentschaft der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie inne. Stephan Kriwanek hat unter anderem das Burgenländische Ärztepaket mitverhandelt, dank dessen zuletzt vermehrt zusätzliche Medizinerinnen und Mediziner für die landeseigenen Kliniken gewonnen werden konnten.

·        Mag. Franz Jürgen Öller, MBA, MPH, Jahrgang 1974 und aus Graz stammend, ging aus den Hearings für den kaufmännischen Chef der Gesundheit Burgenland als die bestgeeignete Person hervor. Er studierte Betriebswirtschaft in Graz, Public Health in Manchester und errang einen MBA in New Jersey/USA. Nach dem Studium war er unter anderem bei der Wirtschafts- und Steuerberatung BDO als Berater mit Schwerpunkt Public Health tätig. 2012 wurde er im Kardinal-Schwarzenberg-Klinikum in Schwarzach im Pongau, einer Krankenanstalt mit 520 Betten und 1200 Mitarbeiterinnen, Assistent der Geschäftsleitung. 2015 wechselte Franz Öller in die Geschäftsführung der Tauernkliniken GmbH. Seit 2016 ist er auch Geschäftsführer deren Holding, der Gesundheit Innergebirg GmbH. Diese gehört zur Firmengruppe der Stadtgemeinde Zell am See, betreibt Spitäler in Zell am See und Mittersill mit insgesamt 410 Betten und 1100 Mitarbeiter*innen sowie die Privatklinik Ritzensee in Saalfelden mit 36 Betten und 40 Mitarbeiter*innen. Mag. Öller war auch bei einer Reihe von Tochtergesellschaften der Tauernkliniken, etwa für Radiologie oder Physiotherapie, als Geschäftsführer im Einsatz. Er ist weiters als Lehrbeauftragter an der FH Joanneum Graz zu eHealth-Projektmanagement tätig.
Kriwanek wird das Unternehmen bis zu Öllers Dienstantritt allein weiterführen. Unter Berücksichtigung aller Fristen wird Öller im Dezember 2023 seine neue Funktion als kaufmännischer Geschäftsführer operativ übernehmen.


Zur Personalsuche

Die Geschäftsführung der Burgenländischen Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H. wird statutengemäß vom Land Burgenland bestellt. Das Land hat die Landesholding Burgenland GmbH mit der Geschäftsführersuche beauftragt, nachdem der Aufsichtsrat Ende Feber 2023 der Generalversammlung empfohlen hatte, das KRAGES-Führungsteam gemäß Stellenbesetzungsgesetz öffentlich neu auszuschreiben. Die Ausschreibung lief von 24. März bis 24. April des Jahres. 18 Personen hatten sich für den kaufmännischen Geschäftsführer beworben, sechs für den medizinischen Geschäftsführer. Nach Ausschreibungsende wurden die geeigneten Bewerberinnen und Bewerber zu Hearings eingeladen. Beraten wurden Land und Landesholding durch Arthur Hunt Executive Search. Wie geplant konnte die neue Führung noch im Sommer präsentiert werden.


Gesundheit Burgenland

Die Gesundheit Burgenland – Burgenländische Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H. wurde 1992 als 100-prozentige Tochtergesellschaft des Landes gegründet und ist seit Jänner 1993 operativ tätig. Sie steht seit 2019 im Eigentum der Landesholding Burgenland GmbH (90 Prozent der Anteile) sowie des Landes Burgenland (zehn Prozent). Die Direktion der Gesundheit Burgenland befindet sich in Eisenstadt. Die konsolidierte Gesundheit-Burgenland-Gruppe hat 2450 Mitarbeiter*innen und ist damit der größte Arbeitgeber des Landes. Das Unternehmen generiert 22 Prozent der Umsätze der Landesholding-Unternehmensgruppe und ist nach diesem Kriterium das zweitgrößte Unternehmen des Konzerns (nach der Burgenland Energie AG).

Seit Mitte April 2023 treten die landeseigenen Kliniken nicht mehr unter dem Kürzel KRAGES, sondern unter der Marke Gesundheit Burgenland auf. Die Kliniken Oberwart, Oberpullendorf, Güssing und Kittsee haben insgesamt rund 600 Betten. In Oberwart entsteht eine neue Schwerpunktkrankenanstalt, die im Mai 2024 eröffnet wird. Weiters plant die Gesundheit Burgenland, bis 2030 eine neue Klinik in Gols im Bezirk Neusiedl am See zu errichten. Das Unternehmen führt eine Schule für Gesundheits- und Krankenpflege an den Standorten Oberwart und Eisenstadt. An der Burgenländischen Pflegeheim-Betriebsgesellschaft (Bad Tatzmannsdorf) werden 51 Prozent gehalten, an der gemeinnützigen Selbsthilfe-Werkstätten-Betriebs-GmbH (Stadtschlaining) 100 Prozent. Eine Drittelbeteiligung besteht am Ersten Burgenländischen Rechenzentrum (EBRZ, Eisenstadt).


UDATE, 7. Juli 2023: Massive Kritik am neuen kaufmännischen Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland kommt von der ÖVP. Klubobmann und Gesundheitssprecher Markus Ulram bezieht sich dabei auf einen Kurier-Artikel, in dem der Landesrechnungshof in seinem Bericht massive Kritik an der Tauernklinik GmbH übe. Öller war bislang dort Geschäftsführer.

„Die Leistungen im öffentlichen Krankenhausbereich wurden entgegen Vereinbarungen massiv eingeschränkt und Betten gestrichen. Eine 24/7-Versorgung war nicht mehr gewährleistet“, so ÖVP-Klubobmann und Gesundheitssprecher Markus Ulram. Der „gefährliche Weg der Streichungen in der Gesundheitsversorgung“ sei damit auch im Burgenland eingeleitet, befürchtet Ulram.


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